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  • Sesimbra und Setúbal

    Ein früher Sonnenuntergang in Sesimbra
    Ein früher Sonnenuntergang in Sesimbra

    So, jetzt ist mal wieder ein längerer Bericht fällig. Das mit dem Schreiben hat auch hin und wieder so seine Tücken, wenn nicht ganz so viel passiert. Wir wollen Euch und uns mit den Berichten nicht langweilen, so nach dem Motto: Wir sind um 8 Uhr aufgestanden, Zähne geputzt, angezogen, Hund Gassi geführt – dabei reichlich Smalltalk mit Stegnachbarn, gefrühstückt, danach noch mehr Talk umd tapfer nichts gemacht, Spaziergang durch den Ort oder an der Promenade, und so weiter und so weiter.

    Viele Tage sind schön gleichförmig und Gott sei Dank nicht zu ereignisreich.
    Für den Blog ist das aber nicht so der Bringer. Deswegen gibt es nicht jeden Tag einen Beitrag und manchmal fehlt uns auch die Verbindung zum großen Internetz.

    Das Kap vor Sesimbra
    Das Kap vor Sesimbra

    Vorgestern haben wir, und das hat Cornelia schön ausgedrückt, früh die Leinen gelöst, direkt an der Hafeneinfahrt noch die Segel gesetzt. Mit angenehmen Wind von der Seite hat unser Schiff Fahrt aufgenommen und mit dem langsamen Auf und Ab des atlantischen Ozeans erreichten wir nach ein paar Segelstunden Sesimbra.

    Das schön restaurierte Fort von Sesimbra
    Das schön restaurierte Fort von Sesimbra

    Der Hafen ist einer der größten Fischereihäfen von Portugal mit einer beachtlichen Fangflotte. Gleichzeitig spielte der eher kleine Ort wohl eine wichtige historische Rolle bei der Landesverteidung, wie an den ausgeprägten Fortanlagen heute noch gut zu erkennen ist. Das Fort ist sehenswert und beherbergt ein Café mit schöner Aussicht über den Atlantik und die Stadt, sowie die Touristeninformation.
    IMG_1087Ein breiter und langer Sandstrand bildet die Grenze zwischen Uferpromenade mit Cafés und Restaurants und dem Atlantik. Der Yachthafen ist modern und bietet ausreichend Gastplätze. Ein französisches Schiff und wir waren jedoch die einzigen Gastlieger. Ein sicheres Zeichen, dass Nachsaison ist!

    Das tote Walkalb
    Das tote Walkalb

    Gestern haben wir bei ziemlich frischen Wind, mit gerefften Segeln, unseren Weg nach Setúbal fortgesetzt. Doch der frische Wind wurde bald weniger und wir haben unsere volle Segelfläche entfaltet.Nach einer Stunde segeln hat Trevor uns auf ein großes schwimmendes Objekt in einiger Entfernung aufmerksam gemacht, das genau auf unserer Kurslinie lag. Als wir dann noch ca. einen Kilometer entfernt waren, wehte ein immer stärker werdender Gestank von Verwesung und Fäulnis zu uns hinüber. Wir passierten einen toten Walkadaver. Meines Wissens nach handelte es sich um ein totes ca. sieben Meter langes Buckelwalkalb, das aufgedunsen durch Faulgase hoch auf dem Meer schwamm – kein schöner Anblick.

    Setúbal von der Marina aus gesehen
    Setúbal von der Marina aus gesehen

    Bei der Einfahrt nach Setúbal wurden wir dafür von spielenden Delfinen begrüsst – in der Situation eine sehr willkommene Abwechslung. Setúbal liegt am Anfang einer 20 Kilometer langen Lagune, die breite Wasserfläche wird von dem Fluss “Sado” durchströmt, die Farbe des Wassers ist eher grün durch den Fluss statt atlantisch blau. Die Stadt ist berühmt für die langen Sandstrände, und eine wunderbare Unterwasserwelt, weshalb es auch rundherum unzählige Tauchbasen gibt. Nach Auskunft des Hafenmeisters zählt der Strand zu den Top-10-Stränden der Welt.
    Uns haben gestern bei einem abendlichen Rundgang die verwinkelten, dunklen und engen Gassen der Altstadt sehr gut gefallen. Wir fühlen uns hier ein bisschen an Porto erinnert. Außer uns gibt es im Hafen keine weiteren Gastlieger – damit entfällt auch das übliche Steggespräch.
    Heute geht es in die weitläufige Altstadt, ins Arbeitsmuseum und in die städtische Galerie – genug zu tun also! Und morgen gibt es dann auch wieder Neuigkeiten von Bord, Land und Menschen.

  • “Frank is back to his old self”

    IMG_9030sagte Trevor, als Volker vor acht Uhr an seine Tür klopft und sagt: “We will sail in half an hour”. (Trevor nennt alle Männer “Frank”) Kay meinte zwar, dass ihr der andere Volker besser gefallen habe, aber da gab es kein Mitleid, irgendwann muss es ja auch mal weitergehen. Und so haben wir uns von den anderen Seglern verabschiedet, vielleicht treffen wir die einen oder anderen ja auch bald mal an der Südküste wieder, haben die Leinen losgemacht und segeln bei erst gutem, jetzt ein bisschen wenig Wind, aber strahlendem Sonnenschein nach Süden, vielleicht nach Sesimbra oder nach Setubal, das wird sich weisen.

  • Herrlichkeiten der See

    Eduardio, der Gründer des Restaurants
    Eduardo, der Gründer des Restaurants

    Um es vorweg zu nehmen, unser Ausflug mit dem Marinamobil zur Cervejaria “Eduardo Dos Santos“ nach Parede war ein Toperlebnis. Das fing schon mit einem kleinen Aperitif hier im Hafen sehr gut und entspannt an, und was uns dann an Herrlichkeiten aus dem Meer dargeboten wurde, war einfach Weltklasse.

    Das Restaurant selbst war von der Inneneinrichtung eher landestypisch schlicht, mit weißen Bodenfließen, Papiertischdecke und Plastikstühlen.

    Als wir hinkamen, waren schon alle ca. 40 Sitzplätze außer dem für uns reservierten Tisch besetzt  mit fröhlichen portugiesischen Menschen. Aufgrund fehlender Sprachkenntnisse orderten wir anhand anschaulicher Photos, Runde um Runde, Leckeres aus dem Meer, wir wurden soooo verwöhnt.

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    Unser freundlicher Fahrer vom Yachthafen ist ein ausgesprochener Benfica Lisboa Fußballfan, deshalb hatten wir alles so getimed, dass er uns vor dem Sonntagspiel der ersten Liga hingefahren hat und nach dem Spiel abholte. Leider verlor „seine Mannschaft“ an diesem Abend mit zwei zu eins.

    Nach dem Essen haben wir dann noch ein wenig weitergefeiert. Unsere fröhliche Runde wurde durch John und Jane, ein segelndes englisch-kanadisches Pärchen, ergänzt. Viel Seglerlatein wurde ausgetauscht und manche Welle wuchs, retrospektiv betrachtet, ins Unermessliche. Aber so sind sie halt, die Segler, und ein bisschen Seglerlatein gehört dazu wie das Salz in der Suppe.

    Mittwoch oder Samstag wollen wir nach Sesimbra weitersegeln, einem kleinen Hafen ca. 15 Seemeilen südlich von hier. Die weitere Wettersituation müssen wir wohl noch mal abwarten, fünf Vorhersagen – fünf verschiedene Windrichtungen. Seit Tagen haben wir hier schönes Wetter, aber nahezu keinen Wind, allenfalls ein wenig Morgenthermik.

    Große Wäsche mit bunten Kleidern
    Große Wäsche mit bunten Kleidern

    Neben ein paar Meerestierbildern haben wir noch ein paar schöne Photos von einem norwegischen Segelboot mit 5-jähriger Tochter geschossen. Die Photos spiegeln ziemlich gut einen Teil des Alltags wider von segelnden Eltern mit Kindern. Sieht doch irgendwie nett aus…

  • 13688

    Kunst am Tejo
    Kunst am Tejo

    war die höchste Startnummer, die ich bei einem Volkslauf in Lissabon gesehen habe. Diese hohe Zahl spiegelt auch die sportlichen Ambitionen der Portugiesen wider. Die Uferpromenade, die dicht an unserem Hafen vorbeiführt, ist von früh morgens bis spät in die Nacht mit Sportlern aller Altersklassen belebt. Es wird gejoggt, gelaufen, Inliner-und Skateboard gefahren, nur für die Fahrradfahrer ist irgendwie wenig Platz.
    Man sieht ja sonst an dem einen oder anderen Urlaubsort schon mal zahlreiche bewegungswillige Menschen, aber so viele wie hier sind mir sonst noch nirgends begegnet. Ich weiß leider nicht, ob da die Politik nachgeholfen hat oder die Mentalität.
    Ist aber irgendwie ansteckend und so ziehen wir zumindest schwimmend auch unsere täglichen Runden im Freibad und absolvieren in der Regel mindestens 300 Meter.

    Der große Platz mitten in Lissabon
    Der große Platz mitten in Lissabon

    Heute gab es natürlich nicht nur die Läufer in Lissabon zu bestaunen, wir waren in der Altstadt, bis zur riesigen aber innen sehr einfach gehaltenen Kathedrale, dem Einkaufs- und Prunkviertel Chiado und natürlich an der Wasserfront. Das alles bei Sonnenschein und 26 Grad, da sieht eine schöne Stadt gleich noch schöner aus.
    Heute Abend werden wir, (Martina, Kay, Cornelia, Jens, Trevor und ich) vom marinaeigenen Fahrdienst zum Meeresgetieressen gefahren, was für ein Service! Die haben hoffentlich auch noch was Fleischiges für mich, denn ich kann jede Krabbe, jeden Fisch, eben jedes Meerestier mit gutem Gewissen anlächeln 😉

  • Verstärkung

    Hier ist es immer noch sehr warm und mit spätsommerlichen 27 Grad spielt sich unser Leben von morgens bis abends draußen ab. Von unserem Cockpit aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Brücke von Lissabon, die den Tejo überspannt. Die Brücke ist von den gleichen Konstrukteuren und Erbauern wie die “Golden Gate Bridge” in San Francisco und leuchtet in dem gleichen satten Rot der untergehenden Abendsonne wie das amerikanische Vorbild. Am östlichen Ende der Brücke steht die gleiche Jesusstatue wie in Rio de Janeiro, ein Vorgeschmack auf Brasilien, unser geplantes Etappenziel für 2016.
    Täglich ziehen wir schwimmend unsere Runden im Freibad, erkunden die gepflegten Parkanlagen von Oeiras und sitzen mit alten und neuen Segelfreunden zusammen. Alles sehr harmonisch und sehr angenehm.
    Seit zwei Tagen wird hier an Bord fast nur noch englisch gesprochen, unsere lieben Freunde Trevor und Kay aus Grimsby sind eingeflogen. Bis Mitte November werden wir nun zu viert Portugal zu Land und zu Wasser erleben und und entdecken. Ebenfalls vor zwei Tagen hat hier im Hafen eine deutsche Familie mit drei Mädchen ihr Zuhause auf Zeit gefunden. Die drei blonden Mädels sind 7, 5 und 3 Jahre alt, putzmunter und aufgeweckt. Die Familie ist vor zwei Monaten mit ihrem 9,5 Meter langen Boot in Husum aufgebrochen und will für mindesten zwei Jahre damit die Welt erkunden.
    Für die Segler: Das Schiff ist eine topsolide Beryll 31, ein kleines Raumwunder mit ausgewogenen Segeleigenschaften.
    Heute gab es bei uns an Bord daher Englischunterricht für die Siebenjährige. Dinge des Alltags, wie Messer, Gläser, Schere und ähnliches wurden in die Hand genommen und von Kay ins Englische übersetzt. Im Gegenzug hat Hanna den Wortschatz von Kay um einige deutsche Wörter erweitert – man kann also von einer Win-Win-Situation sprechen, um bei der englischen Sprachweise zu bleiben. Sonntag ist schulfrei und am Montag steht Englisch wieder auf Hannas Stundenplan.
    Morgen Abend wollen wir zum Fado, eine musikalische Veranstaltung mit landestypisch schwermütigem Gesang, wir sind gespannt. Fado wird hier in zahlreichen Kneipen und Restaurants dargeboten.
    Wind gibt es wenig oder gar nicht und das bleibt wohl so die nächsten Tage, egal, wir haben es nun auch wirklich nicht mehr eilig. Der kalte und windige Norden liegt nun endgültig hinter uns. Bis nach Gibraltar sind es nur noch 300 Seemeilen!

  • 5-Sterne-Tag

    Die Bucht von Cascais
    Die Bucht von Cascais

    Hier waren wir schon mal und das ist noch nicht so lange her – Cascais war für uns schon einmal der Absprungort, als wir im Februar einen brandneuen Katamaran mit überführt haben. Unsere damalige 800-Seemeilen-Reise startete in Cascais und führte uns über die Meerenge von Gibraltar bis nach Mallorca. Acht Tage waren wir mit der Helia 44 “Yakira” unterwegs.

    Bevor wir auf den Katamaran übergestiegen sind, hatten wir eine Nacht in dem 5-Sterne-Hotel “Pusada de Cascais” übernachtet, das stilvoll in die ehemalige Festungsanlage von Cascais integriert ist. Außerhalb der Saison ist das Hotel zudem für einen erstaunlich günstigen Preis buchbar! Passend zu dem Gesamtambiente gab es morgens ein Frühstück mit 5-Sterne-Blick über den Yachthafen, die Ankerbucht und den Atlantik – einfach umwerfend. Deswegen stand für uns schon seit unserer Abreise in Holland fest, dass wir dort noch einmal frühstücken wollen.

    5-Sterne-Frühstück mit Blick über den Hafen
    5-Sterne-Frühstück mit Blick über den Hafen

    Gestern morgen sind wir dann mit Jens und Martina nach einem kurzen Spaziergang im Hotel angekommen. Cornelia hatte am Vortag einen Tisch reserviert und wir wurden dann auch sehr freundlich empfangen. Das Ganze war ein echtes Highlight, es gab alles, was das Herz begehrt, heiße und kalte Köstlichkeiten, leckere Säfte, Sekt und Heißgetränke.
    Leider ist auch irgendwann der größte Seglermagen gefüllt. Wir haben kurz danach unsere Leinen losgeworfen und sind wegen Windmangels ins fünf Seemeilen entfernte Oeiras motort. Der Ort liegt an der Mündung des Tejo, dem Fluss, der durch Lissabon fließt.
    Die kleine, aber neue und feine Marina bietet ihren Besuchern einige sehr angenehme Besonderheiten.

    IMG_0927Es gibt einen Gratisbrötchenservice, jeden Morgen um 8.30 wird eine Tüte mit frischen Brötchen an Bord – mit einem Kleintransporter kann man sich zum Supermarkt fahren lassen (und vor allem wieder nach Hause mit vielen Flaschen Wasser und Säften und Wein und Bier, man muss das nicht schleppen) – ein hundert Meter entferntes Seewasserfreibad mit Sprungturm steht zur kostenfreien Verfügung und ein gratis Willkommensdrink ist ebenfalls im günstigen Übernachtungspreis inbegriffen – einfach Wahnsinn. Auch Martina und Jens haben nach Oeiras verholt.

    1625 Kubikmeter Wasser für 4 Menschen!
    1625 Kubikmeter Wasser für 4 Menschen!

    Nachdem alle Leinen fest waren, sind wir dann zu viert auch erst einmal die paar Meter, mit Badesachen ausgerüstet, zum Pool gepilgert. Den hatten wir dann für uns ganz alleine, denn offiziell ist die Anlage schon geschlossen und steht nun exklusiv den Hafenliegern zur Verfügung. Über 1600 Quadratmeter Schwimmbadlandschaft nur für uns vier, nahezu unvorstellbar. Die Wassertemperatur lag mit 21 Grad eher im kühlen, aber nicht unangenehmen Bereich.
    Abends sind wir in die eine halbe Stunde Fußmarsch entfernte sehenswerte Altstadt gepilgert. Ein bisschen Bewegung für die Seglerbeine!
    Glücklich und zufrieden, nach so einem 5-Sterne-Tag, haben wir einen Schlummertrunk mit Aussicht auf die nächtliche Skyline von Lissabon von unserem Cockpit aus genossen.

  • A bóia do pescador

    Sonntag, 19. Oktober 2014

    die hat zumindest ein Fähnchen
    die hat zumindest ein Fähnchen

    Ablegen in Peniche, genau um 08:30 Uhr, kurz nach der Maje, und nach gefühlten 1000 Fischern. Seit halb vier machen die da draußen einen Lärm und Wellen beim Rausfahren aus dem Hafen. Heute heißt es für alle Fische: “Achtung, in Deckung gehen!” Auch hier draußen auf dem Meer bei über 40 m Wassertiefe wimmelt es nur so von Fischerbojen, und vor denen haben wir inzwischen einen Heidenrespekt! Die Bojen haben verschiedene Farben, und die meisten auch noch ein Fähnchen drauf, damit hat man eine bessere Chance, sie zu sehen.

    Eine von den schlimmeren...
    Eine von den schlimmeren…

    Ganz schlimm sind die schwarzen Bojen mit schwarzen Fähnchen, wogegen die weißen Bojen mit roten Fähnchen, oder auch umgekehrt, seglerfreundlich sind. Manchmal entpuppt sich eine solche Boje auch als Möwe, das merkt man, wenn sich die Boje plötzlich bewegt und in die Lüfte steigt.

    Das Wetter ist angenehm, ebenso der Wind, schön, dass wir früh rausgefahren sind. Zwischendurch raumt der Wind immer weiter. Wir bereiten schon mal alles für den Spi vor, da schläft der Wind wieder ein, um dann zurückzudrehen auf halben Wind. Und dann nimmt der Wind plötzlich zu bis zu zwanzig Knoten, klar, da wird die Hexe schnell! Aber da muss man denn auch die Kleider, die man bei wenig achterlichem Wind gerade ausgezogen hat, ganz schnell wieder anziehen, denn jetzt wird es kühl.
    Der Wind bleibt uns noch mit angenehmen 14 Knoten erhalten bis 13:15 Uhr, danach geht er weg und die pure Sonne kommt. Wenn der Fahrtwind nicht wäre, bräuchte man keine Kleider mehr.

    Cabo da Roca im Mittagsdunst
    Cabo da Roca im Mittagsdunst

    Ca. 14:00 Uhr haben wir Cabo de Roca erreicht, das ist der westlichste Punkt unserer diesjährigen Reise mit 009 Grad und fast 31 Minuten West. Danach geht es nach Südosten, Richtung Cascais, dem Badeort von Lissabon. In der Bucht vor dem Hafen treiben sich wieder unzählige Fischerbojen rum, man muss tierisch aufpassen, Martina hat eine sms geschrieben, dass sie ein großes Fischernetz in der Schraube hatten, und Jens ins Wasser musste, um es loszuschneiden. Um 16:00 machen wir die Leinen fest in der Marina Cascais, nach einem schönen Segeltag.

  • Knast statt Brett

    Knast statt Brett

    Sieht ähnlich aus wie Fuchsien
    Sieht ähnlich aus wie Fuchsien

    Viel hilft viel – das war so das ungefähre Motto des gestrigen Abends. Dabei war einmal mehr das Wetter ausschlaggebend. Um es vorwegzunehmen, das hat aber auch gar nichts mit dem Segeln zu tun. Nein, wir wollten nur mal einen schönen Kneipenabend verbringen. Bereits gestern Mittag hatten wir einen Hinweis vor einer schönen Kneipe gesehen, dass abends Livemusik bei freiem Eintritt dargeboten werden soll. Aber vor der guten Mugge (Musikalisches Geschäft gegen Entgelt) kam erst mal der Regen und vereitelte unsere Pläne, denn durchgenässt im Pub anzukommen, das wollten wir nicht. Aber um 22 Uhr war der Weg frei, bzw. der Regen weg. Und als wir in der guten Kneipenstube ankamen, saßen Martina und Jens schon bei ein paar Getränken und waren guter Dinge. Wir gaben uns dann sichtlich Mühe, den Alkoholrückstand zu den beiden aufzuholen. War nicht einfach, ist uns aber gelungen. Und um halb elf fing dann Naomi an, der Star des Abends, bewaffnet abwechselnd mit Ukulele und Gitarre, ein abwechslungsreiches Repertoire zu spielen. Die Sängerin ist schon mehr als 12.000 Kilometer durch unser vereintes Europa gereist und durch zahlreiche Lokale getingelt. Ein Lied von den Beatles (… Sie liebt mich yeah yeah yeah… ), hat sie dann auch in unserer schönen Muttersprache vorgetragen. Und wer dann denkt, dass nach der Musik alle nach Hause gehen hier in Portugal, der irrt. Nach dem Folgemotto “jetzt geht die Party richtig los…” wurde es immer voller in der guten Stube und analog stieg auch die Stimmung und der Alkoholpegel. Eine Runde jagte die nächste und ein französischer Segler machte unsere Runde komplett. Und nicht zuletzt vereitelte mal wieder andauernder Platzregen eine rechtzeitige Heimkehr, das war aber wahrscheinlich nicht der Hauptgrund!

    IMG_0885Heute morgen kam dann, was kommen musste, kein wirklich böses – aber ein sehr spätes Erwachen. Und dann hatten wir auch irgendwie Startschwierigkeiten und sind deshalb in das nahegelegene Fort gegangen statt an den entfernten Strand und auf das avisierte Wellensurfbrett.

     

     

    Hier runter sind die Gefangenen mit Seilen geflüchtet
    Hier runter sind die Gefangenen mit Seilen geflüchtet

    Die Festungsanlage hier in Peniche wurde um 1500 als ein Wehrfort errichtet und diente später von 1900 bis 1973 als Gefängnis für politische Gefangene. Der Zellentrakt ist noch original erhalten, Fluchtversuche dokumentiert und der politische Wandel von Portugal ab 1973 hin zur Demokratie beschrieben. Man kann das sicher als sehr interessant und informativ beschreiben, aber die Atmosphäre, zumindest in dem Zellentrakt, ist auch beklemmend. Die Außenanlage wiederum bietet einen umwerfenden Blick über das Meer, den Hafen und die gesamte Stadt.

    IMG_0909Und Kultur statt Brett war heute sicher die bessere Wahl – der Geist war willig, der Körper schwach… Ab nächster Woche soll es hier dann auch mit bis zu 30 Grad richtig warm werden und der Wind soll auch auf Nord umspringen. Das sind doch Top-Neuigkeiten, wir freuen uns auf schon darauf!

  • Vom Bett aufs Brett…

    …so oder so ähnlich könnte man den heutigen Tag beschreiben.

    Nach einem frühen Start in den Tag ließen wir es erst mal langsam angehen.
    Der Zeitjetlag zwischen Sommerzeit und Winterzeit macht sich natürlich nicht mehr ernsthaft bemerkbar, doch hier ist nun mal portugiesische Zeit und in Deutschland werden die Uhren erst in zwei Wochen umgestellt. Das führt dann zu dem einen oder anderen Weckanruf, macht aber nichts. Aber wir hatten ja für heute einen spannenden Programmpunkt. Wir wollten die Profiwellensurfer sehen, wie sie im hawaiianischen Stil haushohe Wellenberge abreiten, um danach mit der heißen Surferbraut im Arm ganz cool ein Bier zu trinken. Aber um von so einem Kopfkinoszenario Zeuge zu werden, müssen wir wohl noch ein paar Meilchen nach Hawaii schippern. Wir sind also hier mit unseren lieben Segelfreunden Martina und Jens zum Strande hinspaziert und waren bass erstaunt, wieviele Menschen an einem ca. 5 Kilometer langen Strand dem Wellenreitsport gefrönt haben. Beeindruckend. So ein Strand hat dann wohl auch seine eigene Beschaffenheit und es gibt Plätze mit kleinen Wellen und Plätze mit großen Wellen, so um die 4 Meter.
    Wir wollen natürlich nie übertreiben, aber bestimmt tausend Surfer, blutige Anfänger und richtige Könner versuchten sich bei der Ausübung dieses anmutigen Sports. Und fast alle Sportler bereiteten sich mit Dehn- und Kraftübungen auf das Anstehende vor.
    Und wie das im echten Leben so ist, dem Einen gelingt es besser als dem Anderen. Jens und ich wollen das morgen dann mal ausprobieren, wir werden zwei Anfängerboards leihen und die Wellen rocken, oder von der Welle gewaschen werden. Wir haben heute schon mal einem Surflehrer über die Schultern geschaut und wir sind beide der Meinung, dass wir das können.
    Und Cornelia hat auch garantiert die Gopro startklar, heute hatten wir die vor lauter Vorfreude glatt vergessen. Also seid schon mal auf die morgigen Bilder gespannt, heute gibt es keins!

  • Wartezeit

    Wartezeit

    IMG_8859Seit gestern Abend geht hier immer wieder die Brandung meterhoch über die massive Hafenmole. Gischtwolken werden vom Wind mitgerisssen und dünne Schwaden von salzigem Wasser verteilen sich über dem ganzen Schiff. Das beste Schauspiel spielt einmal mehr die Natur, ist sie doch Hauptdarsteller und Regie zugleich. Das Donnern der anrauschenden Brandungswellen, das explosionsartige Aufsteigen der Wassermassen und das kaskadenartige Herabregnen ist fazinierend und beängstigend zugleich. Seit gestern hat hier kein Schiff mehr den Hafen verlassen. Wer will schon hinaus in diese tosende und aufgewühlte Wasserwüste?

    IMG_8868Wer hat da keine Angst und keinen gewaltigen Respekt vor? Selbst die Fischer bleiben hinter den schützenden Molen liegen, die See bestimmt einmal mehr den Rhythmus.
    Von uns selbst und auch von den Berufsseeleuten. Wie sagt doch ein Sprichwort so schön:” Vor Gott und auf hoher See sind alle gleich”. Gleich im Miteinander mit der See, gleich beeinflusst vom Meer und gleich den Gewalten und Launen der Ozeane ausgeliefert. Ein paar Tage soll es wohl noch dauern, bis der Wind nachlässt und bis sich die Wogen glätten werden.

    Fischinnereien für die Möwen
    Fischinnereien für die Möwen

    Und da Peniche ein sehenswerter Ort ist, der neben einer typisch portugiesischen Altstadt, interessanten Museen, zahlreichen Pubs, nun auch noch Austragungsort einer “World-Wellensurftournee” ist, wird es uns sicher auch nicht langweilig.
    Wir sind schon sehr auf die spektakulären Einsätze der besten Wellenreiter der Welt gespannt.

    Ein paar Bilder, die mehr als Worte sagen (zum Vergrößern einfach draufklicken):

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