Jetzt sind wir ziemlich genau elf Tage in Galizien, dem nördlichsten Zipfel von Spanien und wir müssen sagen, dass wir hier bis jetzt eine wirklich gute Zeit haben. Wir glauben, der richtige Mix macht es aus, diese abwechslungsreiche hügelige Landschaft, häufiger Wechsel zwischen Wolken, Sonne, Nebelfeldern, angenehmen Temperaturen – tagsüber 25 Grad und nachts 17 Grad, ruhige Parks und ruhige Strandabschnitte, romantische Altstadtgassen mit Kneipen, Restaurants und ziemlich vielen fröhlichen Menschen, diese allgemein zu spürende Gelassenheit und Freundlichkeit. Kurzum wir fühlen uns hier in Galizien – sei es La Coruña, Sanxenxo oder aktuell in Vigo – ausgesprochen wohl und das ist sicher auch ein Grund, warum wir uns seit einiger Zeit so zögerlich fortbewegen. So, das mussste mal zu diesem schönen Stück Land gesagt werden. Zu den Häfen kann man allgemein sagen, dass die Betreiber häufig Segelclubs sind und die müssen über irgendwelche Fördergelder verfügen, weil anders können wir uns diesen Wohlstand nicht erklären. Es gibt millionenschwere Vereinsheime mit Sekretariat, Concierge und einigen Marinamitarbeitern, sog. Marineros, Jollenhallen, Parkhäusern, Fuhrpark, Krananlagen, etc. Da muss wohl ein besonderes – evtl. staatliches – Förderkonzept dahinter stehen. Aber jetzt wollen wir dann doch mal mit unseren weiteren Plänen rausrücken. Morgen Abend fliegt Larissa nach Good old Germany. Wir haben wieder mal einen Leihwagen zum günstigen Wochenendtarif und werden sie nach Santiago de Compostela zum Flieger bringen. Heute haben wir dann noch eine Werftvertretung für unser Schiff gefunden, denn unsere Zinkanoden vom Antrieb (Schraube und Welle) sind breits ziemlich aufgebraucht und müssen dringend erneuert werden. Geschieht dies nicht beizeiten, kann der Antrieb rosten. Dazu wird das Schiff am Montag morgen mt einem sog. Travellift (Kran) ein Stück aus dem Wasser gehoben, bis man die Zinkanoden erreichen kann. Wenn alles gut geht, ist das in einer Stunde getan und wir können am gleichen Tag noch ein Stück weiter, wenn nicht, hier in Vigo gibt es so viel zu sehen. Und dann wollen wir weiter nach Portugal, wenn der Wind mitspielt. Seit fünf Tagen gibt es nur thermische Winde, d.h. morgens weht meist ein schwacher Wind aus Ost, der ab mittags auf Südost dreht. Noch bevor es Zeit ist für Kaffee und Kuchen, dreht der Wind so gegen 14 Uhr auf Süd, um dann im weiteren Lauf des Nachmittags auf Südwest zu drehen und ein bisschen aufzufrischen. Abends ist dann die Luft raus beim Wind (nicht bei uns) und kein Hauch weht mehr. Den ganzen Weg nach Süden wollen wir auch nicht motoren, wir sind ja nun mal auf einem Segelboot und deswegen müssen wir mal abwarten, wie weit wir kommen, bevor wir uns Ende September einen Leihwagen mieten und für ca. 14 Tage nach Darmstadt fahren werden. Aber egal, ob das Schiff nun hier in Spanien bleibt oder ob wir bis dahin noch nach Lissabon segeln werden, wir hoffen auch weiterhin, eine so gute Zeit zu haben – mit schöner Lanschaft, schönen Städten, schönen Segelabschnitten und natürlich auch mit Euch, Ihr lieben Freunde in der Heimat. Danke für Eure Zuschriften, eure positiven Kommentare und Eure Anrufe. Bilder folgen, wenn wir wieder WLAN haben.
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Hablas Español?
Also, das mit dem Spanisch ist ja so eine Sache. Da habe ich vor gefühlten 20, tatsächlich mehr als 35 Jahren in Costa Rica mal Spanisch gelernt und es auch ganz leidlich gesprochen. Danach aber gar nicht mehr, dafür ab und zu Italienisch und natürlich immer wieder gerne Französisch. Das hat auch in der Bretagne gut geklappt, ich habe mehrfach Komplimente bekommen – die eine hielt mich für eine Belgierin, der andere, ein älterer Herr, der mir offensichtlich etwas Freundliches sagen wollte, meinte, mein Französisch sei perfekt, ich hätte nicht mal einen Akzent – aber dann waren wir ja nach der Biscaya-Überquerung plötzlich in Spanien. Und hier oben in Galizien sprechen die meisten nur Spanisch, auch in den Marinas muss man schon Glück haben, wenn die eine oder der andere (aber meist die eine) ein bisschen Englisch oder Französisch versteht.
Also rufe ich brav über das Marifon den Hafen: “Puerto A Coruña para el barco a vela Hexe, cambio” (cambio bedeutet hier over) und die Marineros verstehen mich, und kommen an den Ponton und weisen uns in den Liegepatz ein und nehmen die Leinen an! Aber es ist erstaunlich, wie sehr ich nachdenken muss, bevor ich reden kann (Volker würde jetzt sagen: “Ist ja auch ungewöhnlich für ‘ne Frau…”). Verstehen kann ich fast alles, inzwischen verstehen auch Volker und Larissa vieles, und jetzt freuen wir uns bald mal auf Portugiesisch! -
Wir kommen … ins Fernsehen
Mit etwas Glück könnt Ihr uns am Donnerstag im Fernsehen sehen. Die Vuelta, die legendäre Spanienrundfahrt mit dem Fahrrad, kommt hier durch Sanxenxo. Ganz Spanien ist wegen dieser “Tour de Spanien”, vergleichbar mit der “Tour de France” aus dem Häuschen. Kein anderes Thema beherrscht hier so seit Tagen die Medien.
Und wir werden an der Straße stehen und hier in Sanxenxo, Sanseno gesprochen, die deutsche Fahne schwenken, auch wenn wir jetzt noch nicht wissen, ob ein deutsches Team dabei ist. Egal. Hauptsache, wir sind dabei und das wird bestimmt eine super Veranstaltung. Wenn nicht die Tour de France, dann eben die weltberühmte Spanienrundfahrt. Das Hauptfeld oder das “Peloton” soll um 16.30 Uhr hier in Sanxenxo vorbeiradeln. Etwa 20 Kilometer weiter in Pontevedra ist dann Etappenschluss. Also liebe Freunde, Fernseher anschalten, Chips und Bier klar machen, die Liebste in den Arm nehmen, gemütlich auf dem Sofa einsitzen und Ihr könnt uns winken sehen. Wir suchen uns einen Platz, für Euch in der ersten Reihe.
Und da es hier ja auch ums Segeln gehen soll, das war heute ein Traumtag, bei 3-4 Windstärken sind wir teilweise gegen den Wind gesegelt, teilweise mit Wind von der Seite, schönem Sonne-Wolkenmix, angenehmen Temparaturen, eben perfekt!
Sanxenxo ist eine sehr belebte Stadt mit vielen schönen Gassen, Restaurants und Bars, Livemusic, belebten Straßen, es ist was los hier, sehr angenehm, nicht aufdringlich. Und für die Freunde des Segelns: Am Freitag findet hier eine große Regatta statt und ein Volvo Ocean Racer steht aufgebockt an Land. Super Kulisse!!!
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Gelandet
Heute stand alles unter dem Motto “unser Boot muss schöner werden”. Wir haben geschrubbt, gewienert und poliert. Die Polsterüberzüge gewaschen, das Abstandsgewebe unter den Matratzen gesäubert, das Bad gründlich gereinigt und alle Polster zudem noch mit dem Staubsauger abgesaugt. Und dann war der Tag vorbei, ohne zu segeln, aber das muss halt auch mal sein. Einfach etwas tun für das Wohlfühlklima an Bord. So ein Schiff ist ein kleiner Mikrokosmos, es wird darin gekocht, geschlafen, relaxt, gearbeitet und natürlich gelebt. Es ist für uns beide daher unheimlich wichtig, ein sauberes und voll funktionierendes Umfeld/Schiff zu haben. Und da arbeiten wir hart dran.
Und wenn dann an so einem Tag noch Larissa zu Besuch kommt, dann ist auch alles rundum perfekt. Der Flieger ist mehr als pünktlich gelandet und nach einer herzlichen Begrüßung sind wir dann mit “unserem Golf” zum Schiff geflitzt.
Grillen und chillen war genau das Richtige, um diesen schönen Tag ausklingen zu lassen.
Buenas Noches von Bord der Hexe.
P.S. Wir haben Saarländer neben uns liegen.
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So schnell!

Das Muschelsymbol im Boden des Weges Gestern war es endlich soweit, wir haben uns auf den langen Pilgerweg nach Santiago de Compostela gemacht, immer schön dem Symbol der Jacobsmuschel gefolgt und nach 12 Stunden beschwerlichen Wanderns waren wir dort. Nein, halt zurück das Ganze. Wir haben uns hier an der Rezeption ein Auto geliehen und nach einer Stunde Wartezeit stand ein fast neuer Golf Modell “Bluemotion” vor dem Hafentor und der brachte uns in einer Fabelzeit von 45 Minuten zu dem weltbekannten Wallfahrtsort. Und nach einer kurzen Zeit des Herumwanderns und Suchens standen wir vor der riesigen Kathedrale, in der der Apostel Jacob aufgebahrt sein soll. Santiago de Compostela stellt gleichzeitig das Ende des Jacobsweges dar, der aus vielen Teilen Europas her erwandert werden kann. Unzählige Menschen mit Wander- oder Sportbekleidung standen dann auch nach ihrer persönlichen Pilgerreise auf dem Platz vor der Kathedrale. Ein beeindruckendes Bild. Wir sind immerhin über 1200 Seemeilen bis hierhin gesegelt, da wird uns der heilige Jacob vergeben, dass wir die letzten 45 Kilometer auf einige Pferdestärken und nicht auf Schustersrappen gesetzt haben. Ansonsten ist Santiagos Altstadt ein wunderschöner mittelalterlicher Ort mit entsprechend anmutiger Architektur und kleinen verwinkelten Gassen. Wer noch nicht da war, Sanitago de Compostela hat einen Flughafen und wird aus vielen Winkeln der Welt angeflogen. Es lohnt sich wirklich!

2 Halbe für insgesamt 2,40 € Wir haben es uns dann in einer kleinen Straßenkneipe gemütlich gemacht und den vorbeiströmenden Menschenmengen entspannnt zugeschaut. Auf dem nachhauseweg haben wir noch einen kleinen Abstecher zu einem größeren Supermarkt gemacht und den Golf noch ein wenig mit Lebensmittel befüllt. Ist ja auch einfach, so mit dem Auto.
Generell haben wir auch unsere Essenszeiten den hiesigen Verhältnissen angepasst, d.h. vor 9 Uhr steht selten das Abendesssen klar. Unsere Stegnachbarn von der deutschen Segelyacht “Gegenwind”, die gerade ihre 3-jährige Weltumsegelung begonnen haben, haben uns dann noch auf einen Drink eingeladen.
So schön kann eine Bucht sein Das war alles gut bis zu dem Zeitpunkt, an dem aus dem Ort heraus ein längeres Sirenengeheul eingesetzt hat. Aber auch dazu gab es eine Erklärung. Es hat schon den ganzen Tag auf dem Meer immer wieder mal geböllert und wir dachten, es gäbe ein Manöver der Marine. Aber Fakt ist, dass die gallizischen Fischer nach jedem erfolgreichen Fang Salutschüsse abfeuern und das Sirenengeheul stammt von der hiesigen Fischhalle und wenn ein Schiff erfolgreich von der Fangfahrt heimkehrt, wird es mit Sirenengehaeul begrüßt. Je größer der Fang, desto länger das Sirenengeheul. Andere Länder, andere Sitten und so wurde auch mitten inder Nacht immer wieder die Sirene in Gang gesetzt. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Warum fahren wir im Moment nicht weiter? Es ist so schön hier und heute Abend kommt Larissa mit dem Ryanairflieger für ein paar Tage angeflogen. Vielleicht geht es morgen oder übermorgen, oder…. weiter.
Wir werden berichten! -
Das Ende der Welt

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen 7. September: Heute Morgen war draußen erst mal alles grau in grau, Regentropfen trommelten auf unseren Luken und war schon ein bisschen wie ein Weltuntergangsszenario, dramatisch inszeniert. Doch der wenige Wind kam aus der richtigen Richtung und so hielt uns nichts mehr im Bett, Regen hin oder her. Noch schnell mit Nico die allmorgendliche Gassirunde gehen und schon, den Motor anlassen, die

Cabo Finisterre, das Ende der Welt Beeindruckend steigen um 13:00 Uhr die Felsen von Finisterre aus dem Meer. Cabo Finisterre, das Ende der alten Welt, doch wir hatten großes Glück und fielen nicht von der Erde runter, sondern schipperten weiter auf deren blauem Ozean.
Direkt danach fällt wieder so ein typisch nordspanischer Seenebel über uns ein, binnen Minuten gibt es keine Sicht mehr, Land und Meer werden zu einer einzigen grauen Masse. Dann kommt ein bisschen Wind auf, der Nebel lichtet sich, nur die Spitzen der Berge haben noch einen Schleier.
Da kommt das schöne Wetter Wir können tatsächlich mal eine Stunde segeln, dann sind die Berge und mit ihnen der Wind vorbei, und der Motor muss wieder dran glauben. Eine wunderschöne raue Küstenregion begleitet uns.An der Bucht von Muros angekommen, ging der Regen, die Sonne kam raus, Kleiderschicht für Kleiderschicht konnte abgelegt werden und mit einem zarten Rückenwind und voll gefüllten Segeln liegt Portosin, der sprichtwörtliche Sinn unseres heutigen Törns, schon vor unserem Bug. Das Ganze umgeben von hohen Bergen, steilen Felsabbrüchen, durchzogen von sanften Hügeln, der passende Sonnen-Wolkenmix, ein wirklich schönes Szenario. So darf das Ende der Welt gerne aussehen.

Des Skippers Finger wieder fadenfrei Ach und der Skipper ist jetzt wieder fadenfrei, alles sieht gut verheilt aus, nur bei der größeren Wunde wird wohl eine kleine klaffende Narbe zurückbleiben. Das mit dem Job als Handmodell ist wohl entgültig vorbei, aber davon hatten wir es ja schon mal in einem früheren Beitrag
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Olà, Wettergötter

Die Islas Sisargas Auch wir schlafen am Wochenende gerne mal länger, bzw. lümmeln einfach gerne so rum und verbringen den Morgen mit Nichtstun. Heute hat uns ein schwedischer Segler da mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich im positiven Sinne. Kurz vor halb zehn klopft es zaghaft und rythmisch ans Boot, also es wird doch Zeit zum Aufstehen. Wir schauen noch etwas verknittert in das freundliche Gesicht unseres schwedischen Bekannten. Mit ihm und seiner Lebensgefährtin haben wir vor ein paar Tagen spät abends noch ein paar Gläschen erfolgreich geleert. Die beiden wollen weiter Richtung Süden, wir werden uns sicher wiedersehen.
Jetzt sind wir auch so munter, dass wir beschließen, auch auszulaufen und mal wieder ein paar Meilen abzusegeln. Muxía wird als Tagesziel festgelegt, ca. 40 Seemeilen entfernt, die Wetterberichte der “Wettergöter” versprechen passende Winde. Doch zuerst fehlt dem Wind die Puste, wir motoren mal wieder, dann setzt ein angenehmer Segelwind ein. Aber dann spielen die Wettergötter wirklich verrückt, oder ihr Spiel mit uns, der Wind frischt immer weiter auf und erreicht Windstärke 7, natürlich genau von vorne, unangenehmer Seegang baut sich mit auf und wir suchen unser Heil dichter unter Land. Zum Schluss mit Motorunterstützung und Großsegel finden wir unseren Weg nach Luv.

Der wunderschöne Fels an der Einfahrt nach Muxía, noch im Sonnenschein Und als ob der Wind noch nicht genug wäre, rauscht direkt bei der Hafeneinfahrt eine kräftige Regenfront durch. Genug für heute, ein schöner Hafen mit super Ausicht auf den Ort, lässt die Unbillen der Natur schnell vergessen. Der Hafenmeister spricht ein akzentfreies Deutsch umd empfiehlt das eine oder andere Restaurant. Aber Capitania und Skipper sind zu schlapp für ausgiebige Landgänge und der heimische Herd ist bekanntlich Gold wert. Eine leckere Bolognese und ein paar kühle Bierchen runden diesen spannenden Segeltag ab. Gute Nacht!!!
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Wohin???
Nachdem das Kapitel mit der Großfallrolle ein Happy End gefunden hat, haben wir den Umsatz des nahen Carrefour-Supermarktes heute sicherlich deutlich in die höhe getrieben. Unmengen von Bier, Cola, Wasser, Hundefutter, Fleisch und Obst fanden dann den Weg in den Bauch unseres Schiffes. Es ist machmal mühselig, bepackt mit Einkaufstaschen die Sachen des täglichen Bedarfs zum Schiff zu bringen. Da ist es schon ganz schön praktisch, wenn der Einnkaufswagen durch den Hafen und über den Steg direkt bis zum Liegeplatz geschoben werden kann, und das haben wir ausgiebig ausgenutzt.

Dichter Nebel umhüllt uns Danach haben wir Saba hinter uns gelassen und den Kurs nach Süden abgesetzt. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt. Kurze Zeit nach dem Ablegen umhüllt uns dichter Seenebel.

Auch hinter der Stadt wabern die Nebelschwaden Wir müssen sogar unser Radar anschalten, so schlecht ist die Sicht und so entschließen wir uns daher, dem heutigen Segeltag ein frühzeitiges Ende zu bereiten und nehmen den Kurs auf zum naheliegenden A Coruña. Kurz vorm Hafen lichtet sich der Nebel ein wenig und wir erreichen unseren vertrauten und bekannten Liegeplatz. Der Hafenmeister nimmt abermals sehr freundlich unsere Leinen entgegen.
Vom Schiff aus haben wir eine tolle Aussicht auf die halb im Sonnenschein und halb im Nebel liegende Stadt.
Da haben wir die richtige Entscheidung getroffen und genießen kurze Zeit danach ein ausgiebiges Grillmenü aus dem gut gefüllten Bordkühlschrank. Für morgen ist dann mal Regen angekündigt, aber hier ändert sich nichts schneller als der Wetterbericht. -
Ein kleiner Umweg
Diejenigen, die am heutigen Tag unsere Positon verfogt haben, werden sich sicherlich gefragt haben, warum wir wieder auf dem Weg nach Norden sind. Dafür gibt es eine relativ einfache Erklärung. Aber zunächst möchten wir euch mitteilen dass wir in Sada sind, einem kleinem Ort, ca. 20 Kilometer entfernt von La Coruna, der Teil eines weit verzweigten und sehr hübschen Buchtenlabyrinthes ist. Steile Felsküsten, mit bewaldeten Hängen und zahlreiche Höhlen auf Meeresniveau geben ein imposantes Bild ab.

Was für dicke Delphine! Und zwischendurch gibt es auch immer wieder einladende Strände, also ideal, um mal ein paar Urlaubstage hier zu verbringen. Das Meer schimmert blau und besonders große Delfine (so große Exemplare haben wir noch nicht gesehen > 3 Meter, http://youtu.be/gEX9kN1HAr0 haben uns nach Saba begleitet.
Jetzt wollen wir, dann mal den wirklichen Grund für unseren Abstecher verraten. Der erfolgt nämlich nicht freiwillig (auch wenn es wirklich schön hier ist). Seit 7 Tagen lässt sich das Großsegel nur noch mit Mühe setzen und die Reibung auf dem Fall ließ uns Böses erahnen. Wir haben uns schon gedacht, dass die Umlenkrolle in der Mastspitze der Grund des Übels ist. Heute hat sich diese Annahme bestätigt. Wir hatten den Eigentümer und einen Monteur von der Firma Cadenote, die sich auf Masten und andere Reparaturen spezialisiert hat, hier an Bord. Und den Monteur haben wir dann flux, sitzend im sog. Bootsmannstuhl in die Mastspitze gezogen.
Dort hat er in mühevoller Arbeit die alte, total zerstörte Rolle demontiert. Wir haben dann in einer Diskussion mit Händen und Gesten festgelegt, die kaputte nicht gegen eine gleiche neue heile Rolle zu tauschen, sondern aus einem besseren hitzebeständigen Kunststoffvollmaterial, auf der Drehbank, eine komplett neue Rolle zu drehen.
Gesagt, getan, nach 30 Minuten standen die beiden Helden mit einer wunderbaren neuen Rolle auf unserem Schiff, den Monteur nochmals flux in den Mast gezogen und kurze Zeit später war das Werk erfolgreich beendet. Und Ende gut, alles gut. Die Bilder sagen dann sicher auch mehr als tausend Worte.
Innen gebrochen… 
… außen geschmolzen wohlverdiente Feierabendbier will auch sicher keiner in Anrede stellen, oder??? Also, falls Ihr mal in Nordspanien seid: Die Leute bei Cadenote sind supernett, sie waren schnell vor Ort, sehr professionell, und unglaublich frundlich, wie die Señora schon sagt: “Wenn da Segler auf ihrem Weg vorbeikommen, werden sie umgehend bedient, denn die anderen Arbeiten können wir auch noch später machen.” Und der Hafen wird 24 Stunden am Tag überwacht, und sie kennen ihre Schweinchen am Gang….
Aber es hilft, wenn man ein bisschen Spanisch kann, denn die Menschen hier können meist nur wenig andere Sprachen, allein das Mädel heute abend im Restaurant liebte die deutsche Sprache und ging schon seit fünf Jahren einmal in der Woche zum Srachhkurs Deutsch nach A Coruña… -
Die Capitania in neuem Gewand
Nachdem wir hier gestern angekommen sind, haben wir erst einmal mit reichlich Süßwasser die Salzkruste von unserem Schiff entfernt und die Gelegenheit zum Wäsche waschen beim Schopfe gepackt. Am Ende waren es dann mit Bettwäsche, Kleidern, Handtüchern und Ölzeug vier volle Waschmaschinen. Das ist ca. das Gleiche, was wir auch zuhause an Wäsche zu waschen haben. Dann war es auch schon wieder Abend und Zeit, den Lotusgrill anzuwerfen. Ein wirklich einfaches Grillsystem, bei dem die Glut schon nach fünf Minuten genug Hitze zum leckeren Grillen produziert. Danach waren wir doch ziemlich müde, der Skipper aber noch zu aufgekratzt, also haben wir für ein paar schöne Stunden die Altstadt von A Coruña unsicher gemacht. Dass wir dann am Ende in einer netten Kneipe gestrandet sind, wird sicher jeder verstehen, der uns länger kennt. Danach hat uns die Müdigkeit dann doch ins Bett getrieben und wir haben erst einmal 10 Stunden lang intensiv geschlafen.
Neuer Tag, neues Glück, das könnte sicher der Wahlspruch sein, seit wir Brest passiert haben. Und so ist es hier in A Coruña auch. Die malerische Altstadt ist gerade mal drei Gehminuten weg vom Hafen und es gibt so viel zu entdecken. Eine Gasse folgt der anderen und alle Gassen scheinen sich in Puncto Schönheit überbieten zu wollen. Café reiht sich an Café und Kunstateliers wechseln sich mit
Modegeschäften ab. Genau bei so einem Modegeschäft hat die Capitania dann zugeschlagen und sich einen wirklich hübschen Rock gekauft, der ihr super steht. (Das Beste war, wie die hübsche kleine Verkäuferin den Rock eingepackt hat: Erst hat sie ihn akribisch in Seidenpapier gewickelt, eingeschlagen, ihn sorgfältig in ein hübsches Täschlein gepackt, die Rechnung in ein kleines Etui, ebenfalls in das Täschlein getan, um es dann mit einem kleinen Aufkleber zu verschließen, sensationell!)
Dann haben wir – leider erolglos – versucht, unsere “Pilgerreise nach Santiago de Compostella” zu organisieren. Zuerst durfte Nico nicht in den öffentlichen Bus. Wir sind dann drei Kilometer zum Bahnhof gewandert. Dort hatten wir an der Information die Info erhalten, dass Nico nur in einer Tasche in den spanischn Zug einsteigen darf – frustrierend. Also fährt der Zug ohne uns los und die Muttergottes muss noch ein Weilchen auf uns warten. Wirwerden ganz einfach in einem der nächsten Häfen, die dann auch näher zum Wallfahrtsort sind, ein Auto oder ein Taxi mieten. Aufgeschoben ist in diesem Fall nicht aufgehoben!
Auf dem langen Rückweg haben wir einen Umweg in Kauf genommen, um durch einen hübschem Park zu spazieren. Ingesamt war der Spaziergang gut für unsere entwöhnte Beinmuskulatur.Der Skipper ist jetzt schön müde und hat seine Beine im Cockpit ausgestreckt.
Wie geht es weiter? Für die nächsten Tage ist wenig bis kein Wind vorhergesagt, weswegen auch unsere Pläne nicht so ambitioniert sind. Wir wollen langsam an der gallizischen Küste in Richtung Portugal segeln und dabei dann auch mal in ein paar Flußmündungen, sogenannten Rias ankern und kleine romantische. Orte besichtigen.
Vielleicht leiben wir noch ein Tag, getreu dem spanischen Motto “Mañana es otro día”, morgen ist ja auch noch ein Tag.
