1. März 2015, Sonntag, Baro 1020, bedeckt, Wind SW 12-14 Knoten

Alicante ist die Stadt der Löwenmäulchen. Als ich morgens, leider ohne Foto, mit dem Hund gehe, sehe ich, dass die Straßen gesäumt sind von Beeten mit Löwenmäulchen. Es gibt die rosa Beete, die bunten, die gelben, wunderschön.
Wir allerdings legen gleich ab, die Stadt heben wir uns für ein andermal auf, denn noch ist der Wind günstig. Um zehn Uhr geht er mal wieder schlafen, dreht auch auf die Nase, also muss der Spi weg und wir motoren mal wieder.

11:45 Uhr: Der Wind frischt auf und raumt ein kleines bisschen, Volker schläft, aber ich setze trotzdem die Fock und mache den Motor aus, jetzt segelt sie wieder, bei acht Knoten Wind, aus fünfzig Grad von rechts läuft sie locker über fünf Knoten.

12:30 Uhr: Der Wind wird wieder schwächer, der Motor muss mitschieben.

IMG_9508IMG_950912:42 Uhr: Wir überqueren den Nullmeridian, d.h wir sind ab jetzt wieder auf der Ostseite der Weltkugel, sozusagen rechts von Greenwich.

 

IMG_9523 IMG_952216:00 Uhr: So langsam kommt der Wind wieder, wir können wieder segeln, vor allem bei den drei Cabos, die noch vor Denia liegen, frischt er ordentlich auf und wir fahren wieder mit den gewohnten sieben Knoten. Das bleibt so bis kurz vor Denia.
Bei so entspanntem Segeln habe ich ein paar Fotos geschossen, und Volker hat wieder gefilmt, den Film gibt es hier zu sehen.

 

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Endlich mal wieder auf See

28. Februar 2015, Samstag, Baro 1020, sonnig, Wind West um 4 Beaufort
Als wir am Morgen nach der spontanen Abschiedsfeier mit all den lieben Seglerfreunden aus der ganzen Welt um halb acht Uhr aufstehen, schläft der Wind noch tief und fest. Auch Ralf und Inge sind schon wach und schauen nach den stillstehenden Windmessern. Also jetzt müssen wir noch nicht ablegen, deswegen gehen Ralf und ich erstmal Brot holen. Aber, große Enttäuschung: Unser Lieblingsbäcker hat noch geschlossen! Dabei ist es inzwischen kurz nach acht Uhr! Gut, dann gehen wir eben zu dem Café, das sogar sonntags um acht Uhr öffnet. Aber offensichtlich nicht samstags, denn auch hier stehen wir vor verschlossenen Türen. Wahrscheinlich ist es so, dass die Cartagener freitags gerne ausgehen, da ist abends die Stadt immer voll, dann stehen sie Samstag Morgen einfach nicht so früh auf.
In dem kleinen Sandwichladen ist das Brot gerade im Ofen, das gibt uns die Gelegenheit, einen Guten-Morgen-Café zu trinken, Ralf macht das ganz gerne auf dem morgendlichen Brötchengang.

Die “malwieder” legt auch pünktlich un zehn ab, wir machen ihnen die Leinen los, gemeinsam mit Beate und Bernhard von den “Kentipi”. Nach einer Stunde kommt der Anruf: “Hier draußen sind elf Knoten Wind, wir segeln mit dem Blister.” Sofort bricht Hektik aus, ich gehe schnell Strom und Wasser bezahlen, der Hund darf nochmal Pipi machen, ein paar schnelle herzliche Umarmungen, und schon sind die Leinen los. Am Hafenausgang steht Walt von der Lagoon mit der Kamera und dokumentiert das Auslaufen, noch einmal winken, ade Cartagena.

IMG_9474Der Wind hält, was Ralf versprochen hat, es sind 12 Knoten, und schon bald ist der Spinnaker oben. Die alte Welle lässt das Boot schaukeln, die Sonne scheint, der Rückenwind macht es angenehm warm, Volker sitzt mit kurzen Hosen und einer Kappe gegen die Sonne zufrieden im Heckkorb.
Auch nach dem Cabo de Palos und den vorgelagerten Islas Hormigas bleibt der Wind, wir müssen nur immer mal schiften, d.h. die Segel auf die andere Schiffsseite stellen, manchmal vertüttelt sich auch so ein Spi dabei, dann muss er runter und neu eingepackt werden. Auf jeden Fall war es der Tag mit den meisten Spi-Manövern unserer bisherigen Reise. Aber die Hexe bringt uns schnell voran, bis zum Abend fahren wir einen Schnitt von 7,5 Knoten.
Nach sieben Uhr schläft der Wind leider ein, wir müssen die letzten beiden Stunden bis Alicante motoren, und es wird saukalt. Im Hafen von Alicante werden wir von Jens und Martina von der “Maje” und von Jens von der “Linda” empfangen, wir kommen auf einen “Schnack” zu ihnen ins Cockpit, bevor wir müde ins Bett fallen.

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Frühjahrsputz

Es gibt Dinge, die schiebt man so lange vor sich hin, bis sie dann doch keinen Aufschub mehr dulden.

So schön sieht der geschützte Bug aus

So schön sieht der geschützte Bug aus

Eines dieser aufgeschobenen Themen ist jetzt abgearbeitet, unser Bug ist endlich mit einer Edelstahlplatte gegen den unliebsamen Kontakt mit dem Anker geschützt. Die ganze Konstruktion sieht besser aus als gedacht, war auch nicht so leicht zu montieren, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Und wenn man(n) schon mal dabei ist und die Arbeitskluft angezogen hat, betet es sich geradezu an, noch mehr angestaute „Dinge“ abzuarbeiten.

Der große Spiegel im Bad hat aus unerklärlichen Künden beschlossen, sich von seinem Untergrund zu lösen und wir haben ihn mit ultrastarkem doppelseitigen Klebeband erfolgreich wieder angeklebt.

Edelstahl, frisch poliert

Edelstahl, frisch poliert

Das zahlreich an Bord vertretene Edelstahl hat an verschiedenen Stellen trotzige Rostnasen gezeigt, die durch den Kontakt mit Salzwasser leider immer wieder entstehen. Da hilft nur die gute alte Autosol Edelstahlpolitur und entsprechende Muskelkraft beim Polieren. Auch im Boot mussten der Backofen und die anderen Edelstahlteile daran glauben. Jetzt glänzt es wieder in allen Ecken, wenn die Sonne scheint.

Das macht sie auch die ganzen letzten Tage. Hier ist nämlich buchstäblich der Frühling ausgebrochen. Tagsüber geht es über 20 Grad und auch die Nächte sind längst nicht mehr so kalt, wie in den zurückliegenden Wochen. Die Straßencafés und Kneipen sind sind nicht mehr innen gut gefüllt, das Leben findet wieder draußen statt. Auch in den nächsten Tagen soll das Wetter frühlingshaft warm bleiben. Wir erfreuen uns daran und haben unseren Abfahrtstermin aus Cartagena auf den Samstag gelegt. Bald heißt es wieder Leinen los, neue Ziele wollen entdeckt werden. Heute Abend wollen wir noch die Hafengebühren begleichen und sozusagen aushecken, um dann morgen früh in aller Herrgottsfrühe abzulegen. Die Reise geht weiter, Abschiede stehen an, neue Abenteuer warten auf uns.

Morgen wollen wir nach Torreveja segeln, eine Reisedistanz von 48 Seemeilen. Für Sonntag oder Montag ist dann der Absprung zu den Balearen geplant. Der Wetterbericht verspricht günstige Winde, die See soll glatt sein, besser geht es nicht.

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Die Spezialisten diskutieren

Die Spezialisten diskutieren

ber bevor es losgeht, wollen wir noch ein bisschen beim Thema“ Frühjahrsputz” bleiben. Gestern haben wir von der Hafenverwaltung den Hochdruckreiniger ausgeliehen und mit entsprechendem Wasserdruck und Geduld den eng geriffelten Decksbelag tiefengereinigt. Doch damit nicht genug. Wir haben dann noch die linke Rumpfseite geputzt, poliert und gewachst. Die ganze Hexe glänzt jetzt wie die buchstäbliche Speckschwarte.

Und um dem noch einen obenauf zu setzen, legt Cornelia heute einen Waschtag ein und wird die großen 8 Kilogramm Waschmaschinen mit unseren Kissen und Decken füllen. Diese Industriewaschmaschinen sind echt praktisch und bieten mit ihrem riesigen Fassungsvermögen auch die Möglichkeit, größere Wäschestücke zu waschen. Ein Waschgang kostet vier Euro, günstig, wie wir finden.

Die vier Wochen in Cartagena sind schnell vorbeigegangen, wir haben jeden Moment genossen, doch seit ein paar Tagen macht sich auch eine gewisse Unruhe breit, die man sicherlich als Reisefieber deuten kann. Die See ruft!

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Tue Gutes, und rede drüber

Die gefallene Schraube

Die gefallene Schraube

Heute morgen nach dem Frühstück, das Ralf und Inge mit uns im Cockpit (!) eingenommen haben, findet Ralf doch tatsächlich auf unserem Deck schon wieder eine Schraube! (Wir hatten vor Almerimar schon mal Nieten an Deck gefunden.) Diesmal ist die Schraube etwas größer, keine Ahnung, wie die da hin kommt.

Als Volker später Ralf noch einmal in den Mast zieht, (das haben wir in Almerimar schon einmal exerziert und Ralf hat keine fehlenden Schrauben gefunden), checkt dieser mit akribischer Genauigkeit jede einzelne Niete an den Salingen (das sind die Querstangen, die den Mast stabilisieren), findet absolut keine fehlende.

Ralf prüft die Nieten an der Saling

Ralf prüft die Nieten an der Saling

Auch bei den größeren Schrauben fehlt keine, aber da fällt Volker ein, dass er davon schon mal eine ersetzt hat. Vielleicht ist die damals fehlende Schraube jetzt erst aus dem Mast gefallen. Sehr rätselhaft, das Ganze!

Wir lassen uns die Laune nicht verderben, und stärken den Kraxler und den Zieher und natürlich Inge und mich als Bodencrew mit leckerem Apfelkuchen von meinem Lieblingsbäcker.
Vielen Dank an Ralf und Inge!

Auch wir wollten behilflich sein und Volker hat für Joy und Walt aus Lake Tahoe die französischen Häfen abtelefoniert, um für die beiden und ihren Katamaran einen Liegeplatz für den Sommer zu ergattern. Das war auch ziemlich erfolgreich, danach mussten nur noch ein paar Mails auf französisch geschrieben werden, da konnte ich helfen, jetzt müssen sie nur noch auf die Antworten warten, die bald kommen sollen.

Und ich habe heute morgen beim Ticketkauf für Verdis Maskenball, den sich ein paar ausgesuchte Kulturbeflissene aus der Seglergemeinde anschauen wollen, Mei aus Australien getroffen. Sie stand dort an der Kasse, die u.a. zu einer größeren Ticketverkaufsstelle gehört, und versuchte verzweifelt, Karten für die Alhambra zu bekommen, weil das mit ihrer Kreditkarte im Internet nicht funktionierte. Da die Karten aber nur in Granada oder im Internet verkauft werden, habe ich sie mit meiner Kreditkarte gekauft, Mai eine Vollmacht ausgeschrieben, damit sie die Karten in Granada abholen kann, damit hatte auch ich eine gute Tat getan.

IMG_3043Jetzt brauche ich noch Hilfe von Euch: Leider mussten wir feststellen, dass der Reißverschluss von unserer Vorsegel-Persenning sich langsam verabschiedet, das Einfädeln klappt schon fast gar nicht mehr. Nun ist dieser Reißverschluss so lang wie unser Vorstag, also ca. 16 m, den wollen wir lieber nicht komplett austauschen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie wir das beheben können.

Schon mal im Voraus vielen Dank für Eure Anregungen!

IMG_3045Tut Gutes, und wir reden drüber!

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Sundowner und ein Drama

Rhea Silvias Torso, die von Mars geschwängerte Mutter von Romulus und Remus, den Gründern der Stadt Rom

Rhea Silvias Torso, die von Mars geschwängerte Mutter von Romulus und Remus, den Gründern der Stadt Rom

So ein Segelschiff hat nun mal keine Haustür mit Klingel und so ist es üblich, dass ein potenzieller Besucher anklopfen muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Wo am Schiff angeklopft wird, hängt davon ab, wie das schwimmende Zuhause zum Steg liegt. Liegt es zum Beispiel mit dem Bug zum Steg, bietet sich der Bugkorb als “Anklopfer” an. Der ist aus Edelstahl, fest mit dem Bootskörper verbunden und überträgt schon zaghafte Anklopfversuche akustisch stark ins Schiffsinnere. Liegt das Schiff längsseits am Steg, so wie wir jetzt, wird meistens beherzt an die Bordwand geklopft. Da das Boot weitestgehend ein Hohlkörper ist, wird auch diese versuchte Kontaktaufnahme deutlich wahrgenommen. Schwierig wird es nur, wenn das Boot weit weg vom Steg liegt und die Gangway hochgeklappt ist, das ist dann beinahe so wie Klingelabstellen …
Schaut man aber raus, blickt man eigentlich immer in freundliche, erwartungsfrohe bekannte Gesichter (außer, wenn es der Zoll oder die Hafenbehörde ist). Anregende Unterhaltungen folgen, Einladungen werden ausgesprochen, Gegenstände ausgetauscht, der neueste Hafenklatsch weitererzählt, das ließe sich jetzt endlos fortsetzen.

Die Eule, Sinnbild von Minerva, der Göttin der Weisheit und, unter anderem, des Schiffsbaus!

Die Eule, Sinnbild von Minerva, der Göttin der Weisheit und, unter anderem, des Schiffsbaus!

Gestern nachmittag hat es jedenfalls bei uns geklopft und Walt und Joy, die beiden Amerikaner, haben uns auf ihren schönen Katamaran zum Sundowner eingeladen. Wayne und Barbie aus Australien, und Bernhard und Beate, unser befreundetes deutsch-österreichisches Paar, sind auch noch dazu gestoßen und haben die gesellige Runde komplettiert. Der Vorteil bei so einem Katamaran ist, dass es der hintere Außenbereich von der Größe her locker mit der Terrasse eines Einfamilienhauses aufnehmen kann. Gut zum Feiern, ideal für eine größere Anzahl Menschen, dazu noch überdacht und, so wie gestern, der untergehenden Sonne zugewandt. Wunderbar! Cornelia hat eine Flasche Apérol und Weißwein zum geselligen Beisammensein mitgebracht und so haben das australische und das amerikanische Paar, erstmals in ihrem Leben, Bekanntschaft mit Apérol Spritz gemacht. Das Getränk kam gut an, mir persönlich ist das viel zu sauer 🙁
Die Sonne war schon längst hinter den Bergen verschwunden und die dünne Mondsichel stand sichtbar und hoch, als wir zu unserer HEXE zurückgekehrt sind.

Ralf und Volker als Protagonisten auf den Brettern, die...

Ralf und Volker als Protagonisten auf den Brettern, die…

Heute haben wir mit Inge und Ralf von der “mal wieder” das römische Theater besichtigt. Für Cornelia war es bereits der zweite Besuch und sie konnte als “Museumsführerin” ihr Wissen gekonnt an uns weitergeben. Soviel neue Eindrücke haben uns vier hungrig gemacht, Kaffee und Kuchen im sonnendurchfluteten Cockpit der “mal wieder” waren mehr als willkommen.

 

verdiNeben dem historisch- römischen Theater gibt es noch ein ” echtes” Theater in Cartagena, in einem neuen “Eventzentrum”, und das ist keine 50 Meter von unserem Liegeplatz entfernt. Nächste Woche wird hier Verdis Oper “Ein Maskenball” aufgeführt. Klar, da muss Cornelia hin, ich halt mich da mal raus, Opern sind nicht so mein Ding. Aber Cornelia ist nicht allein. Eine gemischte, englisch-amerikanisch-australisch- und natürlich deutsche Truppe wird sich das Verdidrama ansehen. Und für manchen in dieser Runde wird es dann auch der erste Opernbesuch überhaupt. Hoffentlich gefällt’s….

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Rätselhafte Pflanzen und unheimlich gute Begegnungen

IMG_2987Wir freuen uns immer wieder über Eure Rückmeldungen zu unseren Berichten, zu den Baum- oder Pflanzenrätseln, über Anrufe von lieben Freunden, Mails und natürlich über Besuch an Bord. So sind wir mittendrin im gesellschaftlichen Leben, ob in Deutschland, auf den Kanaren, in der Karibik und auch hier vor Ort. Das gibt uns ein gutes Gefühl mit betraubaren Bindungen und festen Wurzeln, ohne dabei die (Reise-) Freiheit zu verlieren. Großes Dankeschön an Euch!

So nun zum Pflanzenrätsel:
IMG_2455Das vorletzte Rätselbild mit den zwei Keimlingen war wohl ‘ne ganz harte Nuss. Noch keiner hat die Lösung beigesteuert und deswegen geben wir jetzt an dieser Stelle noch mal einen kleinen Hinweis, ohne Bild vom blühenden Baum, sonst wäre es zu leicht. Es geht nur um den größeren Keimling, der aus dem Kern erwächst, dessen Frucht zuckersüß schmeckt, größer als ein Apfel ist, als Tropenfrucht gilt, häufig aus Brasilien kommt, aber auch auch in Portugal geerntet wird. Das muss jetzt aber als Hinweis reichen, viel Spaß beim Rätseln. Der kleinere Keimling kommt in deutschen Breiten auch vor, ist aber eher ein Gemüse.

Jaaaaa, und immer wieder reden wir in unseren Beiträgen vom Wetter. Seit Tagen weht es hier heftig aus Nordost, klar dort wollen wir hin, es ist kühl, es regnet zwischendurch immer wieder und der ersehnte Winddreher in der langfristigen Wettervorhersage fällt aus. Stattdessen ist mal wieder Sturm angesagt. Gut, dass wir hier in einer Großstadt mit vielfältigen Möglichkeiten und lieben Stegnachbarn liegen, so wird das Warten zur Kür und nicht zur Pflicht.
In diesem positiven Sinne wünschen wir all unseren Lesern und Freunden ein schönes Wochenende mit inspirierenden Momenten und Dir, Detlef, eine schnelle Genesung.

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Reisepläne

So langsam wird es Zeit, dass der Mittelmeerwinter vorüber und unsere Reise weiter geht. Die letzten paar Tage haben jedenfalls schon mal ein wenig Mut gemacht. Wie war das nochmal, im Sommer 2016 bei der Eröffnung der Sommerolympiade in Rio de Janeiro dabei sein zu wollen und jetzt ” faul im Mittelmeer rumtingeln”? Keine Angst, wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren, aber auf den ersten Schritt folgt nun mal der zweite. Und in den zurückliegenden Mittelmeerwintertagen haben wir schon mal für die “heißen Tage” in südlichen Gefilden geplant.

Hier ist der vorläufige Reiseplan, wer noch zusteigen will, der soll sich melden.

Sobald es das Wetter zulässt, wollen wir zu den Balearen segeln. Die kleine Baleareninsel Formentera liegt zuerst auf dem Weg. Von dort aus geht es zur Nachbarinsel Ibiza, die im Frühjahr noch wohltuend ruhig daherkommt, mit bezahlbaren und freien Liegplätzen (hoffen wir). Danach setzen wir den Kurs ab nach Mallorca, von Palma de Mallorca aus wollen wir vor allem die Südseite der Lieblingsinsel zahlreicher deutscher Urlauber, entdecken. Viele einladende und gut geschützte Buchten warten schon jetzt auf uns. Menorca wird dann die letzte Baleareninsel, und auf die sind wir besonders gespannt. Vielversprechende Berichte von Seglern haben ihren Teil dazu beigetragen und schließlich, aber nicht endlich, wollen wir unsere Einladung einlösen. Die junge menorquinische Seglerfamilie, die wir in Mazarrón getroffen haben, freut sich schon auf unseren Besuch. Ausgiebige Erkundungen per Pedes und mit Leihauto stehen auf allen Baleareninseln an. Bus- und Zugreisen sind wegen unseres Vierbeiners Nico leider nicht möglich…
Voraussichtlich Anfang April wollen wir die Baleraren verlassen und nach Südfrankreich segeln. Dort machen wir erst mal eine kleine Segelpause, reisen nach Deutschland, besuchen die Musikmesse in Frankfurt und feiern einen runden Geburtstag.

Ende April heißt es dann wieder “Leinen los”, Südkurs liegt an und Korsika und Sardinien kommen bald in Sicht. Das Wasser dort ist tiefblau und einladend, und die Wassertemperatur im Mittelmeer wird bis dorthin die 20 Gradmarke spielend geknackt haben. Der Sommer steht vor der Tür. (Jetzt kommt aber erstmal der Frühling, hier blühen die Mandelbäume!) Ob wir danach noch tiefer ins Mittelmeer eintauchen, hängt massgeblich von Wind und Wetter ab. Denn ab Anfang September wollen wir in Gibraltar auf günstige Winde warten, um über die Blumeninsel Madeira zu den Kanaren zu schippern. Und im Dezember steht dann die Überquerung des zweitgrößten Ozeans der Welt, dem Atlantik, an.

Viele noch ungeseglte Meilen liegen vor unserem Bug, wir sind neugierig auf jede einzelne. Der buchstäblich blaue Planet bietet dem Reisenden auf dem Wasser vielfältige Möglichkeiten. Soweit so gut der Plan, aber der ist, zumindestens bei uns, nicht in Zement gemauert.

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Valentinstag

IMG_2697 IMG_2696Es ist Valentinstag und Faschingsamstag, das wollen wir mit den vielen Bootsfreunden feiern. Um 17 Uhr kommen Bernhard und Beate mit Sohn Alexander, Martina und Jens mit den Freunden Helga und Günther an Bord. Der Berliner Jens hat mit seinem Schärenkreuzer „Linda” heute nachmittag im Hafen angelegt, vorher sind Ralf und Inge aus Almerimar angekommen, die die ganze Nacht durchgesegelt sind; auch sie kommen zu uns. Joey und Walt aus Amerika und Wayne und Babsi aus Australien vervollständigen die Runde auf unserer Hexe, wir trinken Cuba libre, bevor wir uns auf den Fastnachtsumzug begeben, der legendär sein soll. Ich hatte morgens bei meinem Lieblingsbäcker eine entzückende Valentinstorte gekauft, die essen wir dazu und mit einigen Schnittchen machen wir unseren Kühlschrank leer.

Minnie-Mäuse mit Clown

Minnie-Mäuse mit Clown

Die Stadt ist voller Menschen Die Straßen, in denen der Zug vorbeikommt, sind mit langen Stuhlreihen bestückt, so einen Stuhl kann man für drei € für den ganzen Abend mieten. Viele Kinder sind verkleidet, bei den kleinen Mädchen herrschen – wie wohl überall – die Prinzessinnen vor, bei den Jungs sind es eher die Schwertträger. Aber auch Gruppen von Jugendlichen in identischen Verkleidungen sehen wir, drei Minnie-Mäuschen, eine schwarzgewandete Hexe fliegt mit ihrem Besen an uns vorbei; wer verkleidet ist, hat sich sichtlich Mühe gegeben.

P1010815Es dauert noch eine ganze Zeit, bis der Zug „kütt“, wir warten geduldig an dem großen Platz, wo auch der Blumenmarkt ist; gut, dass es heute nicht kalt ist. Endlich ist es dunkel und dann hört man sie kommen. Ganz anders als bei unseren Fastnachtszügen kommen keine Themenwagen, sondern Gruppen hübsch ausstaffierter meist weiblicher Tänzer, die zu brasilianischer Musik ununterbrochen tanzen.

Die tanzenden Briefumschläge

Die tanzenden Briefumschläge

Es gibt eine Gruppe von der Post, bei der die Tänzerinnen in stilisierten Briefumschlägen daherkommen, aus allen Stadtvierteln Cartagenas treten sie an, leicht bekleidete, solche mit farbenfrohem Federschmuck, kleine Kinder, alte Frauen, Engelchen, etc. Meist kommt am Ende einer Gruppe ein prächtiger hell beleuchteter Wagen mit einer Art Königin in schier unglaublicher Pracht  Der Zug scheint kein Ende zu haben. Noch Stunden danach ist die Stadt erleuchtet, und von dem großen Platz, auf dem im Anschluss an den Zug ein Ball stattfindet, wehen die Sambaklänge bis zum Hafen, wo wir den Abend mit einem „Schlenderbier“ auf der Maje ausklingen lassen.

Und hier ein paar Impressionen vom Karneval, zuerst die tanzenden Fußtruppen:
(wenn man die Bilder anklickt, werden sie größer angezeigt), danke an Birger für die Fotos

Die Farbenfrohen

Die Farbenfrohen

Die Engelchen

Die Engelchen

Die Zwerge

Die Zwerge

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Und die prächtigen Königinnen zum Schluss:

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Spaßsegeln um Cabo Tiñoso

Kirsten genießt das Segeln, in Berlin ist es kälter

Kirsten genießt das Segeln, in Berlin ist es kälter

An Bord sind – natürlich außer uns dreien – Kirsten und Birger aus Beelitz bei Potsdam. Der Skipper ist wieder gesund, man merkt es, denn da die Sonne scheint, muss die Hexe einfach mal bewegt werden, wie ein gutes Pferd, sie liegt schon viel zu lange im Hafen. Um wegfahren zu können, muss ich erst einmal die Monatsmiete für den Hafen bezahlen, sonst dürfen wir hier nicht einfach weg. Wir lassen unsere Leinen und den Hocker an Land liegen und stehen, damit uns ja keiner den wunderbaren Platz streitig macht. Denn wir wollen heute Abend ja wieder in Cartagena sein, es soll nur so ein kleines “Spaßsegeln” werden.

Der Leuchtturm von Cabo Tiñoso im Sonnenschein

Der Leuchtturm von Cabo Tiñoso im Sonnenschein

Bilderbuchmäßig kreuzen wir aus dem Hafen heraus, draußen empfängt uns eine glatte See, ein schöner leichter Wind und einige große Frachtschiffe, die hier vor Anker liegen. Links sieht man die Cala Cortina, zu der wir letzten Sonntag hingewandert sind, und zur Rechten liegt Cabo Tiñoso, das wir zu dritt am Montag im Regen besucht haben.

 

Das ist kein Bilderrätsel, nur Petersilie in der Cockpittischpersenning

Das ist kein Bilderrätsel, nur Petersilie in der Cockpittischpersenning

Übrigens: Das Pflanzenrätsel ist gelöst. Die drei eifrigen Blogleserinnen, die sich als Pflanzenexpertinnen ausgezeichnet haben, sind sich einig, dass es sich bei unseren rätselhaften Bäumen um riesige Gummibäume handelt. Aber niemand hat sich an das zweite Rätsel mit den zwei Keimlingen getraut!?

Isla de las Palomas

Isla de las Palomas

Auf unserem Weg zu Cabo Tiñoso segeln wir an der kleinen unbewohnten Isla de las Palomas vorbei, aber offensichtlich gibt es dort keine Tauben mehr, nur Möwen fliegen um die steinigen Felsen herum.

 

Cala Cerrada von außen…

Cala Cerrada von außen…

…innendrin…

…innendrin…

… und beim Rausfahren

… und beim Rausfahren

Wir kreuzen bis zu der kleinen versteckten Bucht “Cala Cerrada”, die uns Daniel, der Gitarrenbauer aus Mazarrón gezeigt hatte, sie ist wirklich sehr geschützt, nicht groß, aber wunderschön gelegen. Von hier aus segeln wir mit Spinnaker zurück nach Cartagena, plötzlich ist es viel wärmer, der Wind kommt von hinten, wir kochen und essen Suppe, hängen die Angel raus (erfolglos, was denn sonst), das war Segeln vom Feinsten.

Birger beim Entspannen auf dem Vorschiff

Birger beim Entspannen auf dem Vorschiff

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Geschichte und Kultur versus Landschaft und Holland

Das römische Theater

Das römische Theater

Am Dienstag war es richtig kalt, windig und unfreundlich, Volker weiterhin krank auf der Couch, also sind Kirsten, Birger und ich in die Museen gegangen. Angefangen haben wir mit dem römischen Theater, schließlich wollten wir auch einmal auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten… Zunächst haben wir aber erst einmal etwas über die Geschichte Cartagenas gelernt, es gab einen Film in Form einer Fernseh-Dokumentation, den haben wir uns einfach zweimal angeschaut, das half unserem Verständnis.

So wurden die Säulen als Fundamente verbaut

So wurden die Säulen als Fundamente verbaut

Erst Ende des 20. Jahrhundert wurde das römische Theater entdeckt, da es im Laufe der Jahrhunderte mit Häusern aus den verschiedensten Epochen zugebaut wurde. Die alten Säulen wurden dabei als Fundamente für die neuen Behausungen benutzt, Steine zum Hausbau verwendet, usw. Nun kann man das Theater wieder in seinen Ausmaßen erkennen, zum Teil sind die alten Fundamente der Häuser erhalten, aber das Orchestrion und die Bühne dürfen auch betreten werden.

Die Pfauen laufen frei in den Gärten des Museums herum

Die Pfauen laufen frei in den Gärten des Museums herum

Im Castillo de la Concepción lernt man noch mehr über die wechselhafte Geschichte Cartagenas, der Entstehung unter Hasdrubal, mit dem Namen Carthago Nova, später kamen die Vandalen, die Muslime, und die Römer und schlugen sich um die Stadt. Allerdings verschwand sie zwischendurch auch aus den Annalen der Geschichte, verkam bis zur Bedeutungslosigkeit, hatte nur noch 500 Einwohner unter den „allerchristlichsten Majestäten“ Ferdinand und Isabella, weil die lieber den Seeweg nach Indien gefunden hätten, als sich im Mittelmeer zu engagieren; erst im 17. Jahrhundert erlangte Cartagena wegen des geschützten Hafens und der umliegenden Silber- und anderen Minen seine Bedeutung zurück. Viele Bauten aus dieser Zeit zeugen von dem Großbürgertum, das sich etablierte. Im spanischen Bürgerkrieg war Cartagena mit Alicante die letzte Festung der Republikaner, die an General Franco fiel.

Eine Bucht bei Cabo de Palos

Eine Bucht bei Cabo de Palos

Heute morgen versprach der Wetterbericht für einen Tag Sonne und warme Temperaturen, der Skipper ist immer noch malad, also machen wir zu dritt, nein, natürlich zu viert mit Nico, einen Ausflug zum Mar Menor, einer Bucht, die durch die Halbinsel “La Manga” vom Mittelmeer abgetrennt wird.

Der Leuchtturm von Cabo Palo

Der Leuchtturm von Cabo Palo

Angefangen haben wir mit dem Cabo de Palos, der Landspitze mit Leuchtturm ganz am Anfang der Halbinsel, auf der einen Seite mit einer wilden und zerklüfteten Küste, auf der anderen Seite mit langen Sandstränden.

La Manga

La Manga

Auf der langgezogenen Halbinsel selbst stehen „Bettenburgen“ neben netten Ferienhäusern; im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los, jetzt war es ganz friedlich.

Der Hafen Tomás Maestre am Eingang zum Mar Menor

Der Hafen Tomás Maestre am Eingang zum Mar Menor

An der Brücke kurz vor den Salinen sehen wir den großen Yachthafen, aber leider geht danach die Straße nicht mehr weiter, wir müssen umkehren, um zu der anderen Seite des Mar Menor zu kommen.

…  met de Nederlandse flag!

… met de Nederlandse flag!

Bitterballen en Spanje…

Bitterballen en Spanje…

Fast wie am Ijsselmer, nur die Palmen stören

Fast wie am Ijsselmer, nur die Palmen stören

Dort finden wir bei einem Spaziergang an der Uferpromenade in “Los Alcátares“ ein kleines Café, das von einem holländischen Paar bewirtschaftet wird, wo wir uns mit Toasties und Bitterballen stärken, bevor wir uns wieder zu unserem „kranken Huhn“ begeben, wie Kirsten Volker nennt, aber dem geht es besser, er kann schon wieder Wasser einfüllen und am Kochtopf stehen, smile.

Wenn es, wie versprochen, morgen grau ist und regnet, geht es mit der Kultur weiter.

Hier kann man zwischen Heiß- und Kaltgetränken wählen?!

Hier kann man zwischen Heiß- und Kaltgetränken wählen?!

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