Was für ein Glück!

Zeitsprung. Es ist der 31. Dezember 2014, acht Segelschiffe mit je zwei Seglern an Bord, starten in Barcelona zu einer Regatta ohne Zwischenstopps um die Welt. Ca. 24.000 Seemeilen, also rund 40.000 Kilometer Strecke liegen vor den Mannschaften und Schiffen. Erster Knotenpunkt ist die berüchtigte Straße von Gibraltar, die gleichzeitig das Ende des Mittelmeers und den Anfang des Nordatlantiks markiert. Dann geht die Hatz unter Segeln weiter um die wohl drei berühmtesten Kaps dieser Erde. Das Kap der guten Hoffnung, dieser kleine Landzipfel an der südlichsten Spitze von Afrika, wird als erstes umrundet. Das bedeutet gleichzeitig den Abschied vom Atlantik und den Eintritt in den indischen Ozean. Es geht ab dort immer zwischen 40 Grad und 50 Grad Süd auf dem Großkreis nach Westen. Am nächsten Kap, dem Kap Leeuwin, der Südspitze von Neuseeland, liegt schon nahezu die Häfte der Strecke hinter den Segelsportlern. Aber der schwierigste Teil, vom Wetter her, liegt noch voraus. Hohe Wellen, starke bis stürmische Winde und die Gefahr durch Eisberge,sind in dieser grauen Wasserwüste ständige Begleiter. Denn der pazifische Ozean klingt zwar erstmal friedlich, mit dem Wortstamm “la paz” = friedlich, aber von Friede ist soweit südlich nichts zu merken.

Die "Cheminées Poujoulat"

Die “Cheminées Poujoulat”

Auf 50 Grad Süd jagen die Schiffe Kap Hoorn entgegen, immer an der Eisberggrenze lang, getrieben von den dort ewig wehenden Weststürmen. Nachdem das berüchtigte Kap Hoorn ( über 10.000 Seemänner fanden dort zu Zeiten der traditionell segelnden Handelsschifffahrt ihr nasses Grab) umrundet ist, geht es buchstäblich den Atlantik hinauf, Nordkurs liegt an. Noch einmal geht es durch die Straße von Gibraltar und in Barcelona wartet die Ziellinie, viele jubelnde Menschen, die Champagnerdusche und der sichere Hafen auf die strapazierten Segler und die gebeutelten Schiffe.

Die "Neutrogena"

Die “Neutrogena”

Die schnellste Mannschaft, und damit die Gewinner, des Barcelona World Race waren gerade einmal 84 Tage unterwegs. Der Bootsname “Cheminee Poujoulat”, die Segler, Bernard Stamm, ein Schweizer und Jean Le Cam, die französische Hochseelegende. Als zweites im Ziel waren Guillermo Altadill und José Muñoz, auf ” Neutrogena” mit 89 Tagen für die Nonstop-Weltumsegelung.

Zeitsprung zurück ins hier und jetzt.

Die "Hexe" neben ihren berühmten Schwestern

Die “Hexe” neben ihren berühmten Schwestern

Und jetzt kommt der Knaller, wir liegen seit gestern neben den siegreichen Schiff, wirklich mittendrin statt nur dabei, und ich kann mein Glück nicht fassen. Das ist so, als würde ein bayerischer Fußballfan neben Bastian Schweinsteiger wohnen, Wahnsinn, oder? Und dann diese geilen Schiffe, die Hexe wirkt daneben zwar wie ein Modellschiffchen, Rumpf und Mast unseres Schiffes sind ja auch deutlich kürzer, aber immerhin, direkt neben den berühmten “Schwestern”.

Die "Gaes" bei der Ehrung

Die “Gaes” bei der Ehrung

Und als ob das immer noch nicht genug wäre, haben wir gestern das Einlaufen der drittplatzierten Crew in den Hafen von Barcelona live miterlebt. Doppelter Wahnsinn!
Anna Corbella, die Skipperin von”Gaes” ist damit auch die erste Frau, die die Welt nonstop umrundet hat und es als Krönung sogar noch aufs Medaillentreppchen geschafft hat.

Leider liegt der einzig deutsche Teilnehmer Jörg Richers mit Mitsegler Sebastien Audigane und seiner “Renault Captur” abgeschlagen auf Platz 6, mit zurzeit rund 5.000 Kilometern Rückstand, bzw. noch zu segelnder Strecke. Für alle, die noch mehr über das Barcelona World Race wissen wollen, hier ist der Link zur informativen Veranstalterseite mit Live-Positionsangaben und viel mehr.
www.barcelonaworldrace.org

Und im nächsten Blogbeitrag gibt es soviel Positives über diese wunderschöne Stadt zu berichten. Seid schon mal gespannt.

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