Barcelona, adios

06.03.2015, Ostermontag, Baro 1018, bedeckt, später sonnig, 10 Grad, Wind Nordost 3 – 5
Barcelona 09:00 – Blanes 18:00, 44 sm
Allegra und Löwi fahren um halb neun mit dem Taxi zum Flughafen, es war eine wunderschöne Zeit, und ich war froh, die beiden über Ostern bei uns zu haben. Wirl egen auch bald danach ab, motoren ein Stück aus dem Hafen und setzen noch in der Einfahrt die Segel. Als er das Vorsegel ausrollt, wundert sich Volker schon, warum es so schwergängig rollt. Wir wenden auch bald, damit wir nicht in das Verkehrstrennungsgebiet vor Barcelona einfahren, und kurz danach ruft Volker mich raus, weil er gesehen hat, dass an der Furlex-Rollanlage Schrauben losgegangen sein müssen, denn die ist ganz komisch am Vorstag nach oben gezogen. Mit Bangen rollen wir die Fock weg, glücklicherweise funktioniert es noch, vorher hat Volker Fotos gemacht, die ich eben mal an Ralf “Malwieder” schicke, unseren Ferndiagnostiker in Bootsbaufragen, damit Volker ihn um Rat bitten kann. An dieser Stelle ein großer Dank an Ralf und Inge für die kompetente Hilfe!
Im Internet finden wir heraus, dass es in Puerto de Mataró und in Balís Seldén-Händler gibt, die hoffentlich die Reparatur machen können. Also motoren wir jetzt nach Mataró, einen Liegeplatz habe ich schon angefragt. Die Wellen sind sehr unangenehm, immer wieder haut die Hexe in sie hinein, und alles scheppert. Das ist so das Motoren, das ich gar nicht mag… (Und der Nico auch nicht, aber der schläft jetzt).
Volker hat nachgedacht, und will probieren, die fehlende Schraube während der Fahrt einzudrehen, damit wir noch nicht in den Hafen müssen und ein bisschen mehr Strecke machen können. Wir lassen die Fock ab, und er schaut sich das Malheur genauer an, als er plötzlich sieht, dass das Fockfall beim Bergen am Schäkel abgerissen ist, und frei in der Luft rumschwingt. Wir versuchen, es zu packen, aber es ist schon zu hoch gerutscht. Also nehmen wir doch Kurs auf Mataró, um in Ruhe zu reparieren.
Dort halten wir an der Pier, volker zieht mich hoch, und ich bekomme das Fall zu packen, dann schneiden wir den bösen Schäkel ab, denn der hat seinen Bolzen verloren, und knoten das Fall, nach dem Vorbild des Spifalls fest. Zu zweit finden wir heraus, wie dieser komische Knoten geht, von dem wir noch nicht einmal den Namen wissen, aber es scheint zu funktionieren.
Jetzt muss die Fock wieder nach oben, aber irgendwo klemmt was, und als wir nach oben schauen, sehen wir, dass die Nut auch oben auseinander gegangen ist. So kann man die Fock nicht hochziehen. Also muss Volker in die Mastspitze, das ist mir zu hoch, und wir bitten einen vorbeifahrenden Radfahrer, uns dabei zu helfen, in der Hoffnung, dass Radfahrer kräftig sind. Aber auch er kann Volker nicht hochziehen, also winschen wir ihn gemeinsam nach oben. Das geht erstaunlich gut, und nach einer weiteren halben Stunde ist auch die Fock oben, und Volker kann wieder runterkommen. Wir bedanken uns bei dem Radfahrer, der weder Wasser, noch Bier oder Wein annehmen mag, er habe gerade mit dem Trinken aufgehört, sagt er. Wir räumen kurz auf und legen um 13:30 Uhr wieder ab.
Jetzt heißt es aber richtig kreuzen. Der Wind nimmt weiter zu, hat in Böen schon mal über zwanzig Knoten. Er kommt leider immer noch genau von daher, wo wir gerne hinwollen, und die Wellen bauen sich auf über drei Meter auf. Nico bleibt meistens in seinem Körbchen, gut geschützt bei uns liegen, aber für uns ist es ziemlich anstrengend, Volker steuert die meiste Zeit, aber jede Bewegung erfordert Muskelkraft und das Ab- und Aufsteigen nach unten zur Navigation oder so ähnelt einer Bergbesteigung.
In Puerto Blanes werden wir von freundlichen Marineros empfangen, ein ganz neu angelegter Hafen, mit sehr hohen Betonstegen, Strom, Wasser, alles, was das Seglerherz begehrt nach einem langen Tag auf dem Meer. Volker spritzt das Boot ab, um das Salzwasser abzuwaschen, ich führe den Hund aus, erkunde ein bisschen die Gegend, es ist ein netter kleiner Ort mit einem hohen Felshügel, den wir nach dem Abendessen an Bord halb besteigen, um bald danach müde ins Bett zu fallen.

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