Das war haarscharf

Eines Geschichtenerzählers Geschichte…

Eines Geschichtenerzählers Geschichte…

In Cartagena haben wir so viele  Menschen aus der Seglergemeinschaft kennengelernt und zu einigen haben wir immer noch Telefon- oder Mail-Kontakt. So wissen wir, dass die australischen SeglerBarbie und Wayne mit ihrer Hanse im Moment auf Ibiza sind, ebenso wie das nette englische Seglerpaar Kevin und Liz. Viele von den Cartagena-Überwinterern wollen den nächsten Mittelmeerwinter in Ragusa / Sizilien verbringen. Ein anscheinend beliebter Hotspot bei Seglern mit zahlreichen Angeboten und Aktivitäten. So gibt es wohl Quizabende, Lagerfeuer am Strand, organisierte Ausflüge, einmal pro Woche wird gemeinsam gegrillt und zudem sind die Liegeplatzpreise sehr moderat.

Mit Walt und Joy an dem schönsten Aussichtspunkt bei der Kathedrale von Beziers

Mit Walt und Joy an dem schönsten Aussichtspunkt bei der Kathedrale von Beziers

Gestern waren wir mit Walt und Joy unterwegs, einem super sympathischen Seglerpaar aus Amerika, die wir ebenfalls in Cartagena getroffen haben. Die liegen zur Zeit keine 40 Kilometer von uns entfernt, und gemeinsam haben wir Beziers erkundet. Wir waren zwar schon mal in dieser tollen alten Stadt, aber die ist es auch absolut wert, mindestens zweimal besichtigt zu werden. Das Auto haben wir in einer Tiefgarage geparkt.

Endgeile Brillen nahe des Marktes in Beziers

Endgeile Brillen nahe des Marktes in Beziers

Auf dem Rückweg zum Auto lief uns eben dort ein ausgewachsener Kampfhunderüde ohne Leine und ohne Halsband über den Weg. Der war diirekt an unserem Nico interessiert und Nico hat den Kampfhund zu allem Übel auch noch angeknurrt. Ganz klar: Knurrender Nico und Kampfhundrüde werden niemals Freunde werden, bleibt nur die Flucht, oder?  Ich hatte Nico an der Leine und wollte nur noch schnell, bevor die Situation eskaliert in die Tiefgarage flüchten. Die vierbeinige Kampfmaschine wollte anscheinend auch dorthin und war die ganze Zeit dicht an Nico dran. Auch all meine Versuche, den aufdringlichen Hund mit Schreien und Tritten in dessen Magengegend zum Aufgeben zu bringen, haben nicht gefruchtet. Anscheinend kennt diese Spezies Hund keinen Schmerz. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir den Eingang zur Tiefgarage erreicht, auch die „Killerbestie” wollte sich durch die Stahltür in die Parkebene mit reindrängen. Gott sei Dank hat Walt ihm die Stahltür geistesgegenwärtig vor der Nase zugeknallt und ich bin, mit Nico im Schlepptau bzw, an der Leine, zum Auto gerannt. Wir sind dann zur Stahltür hingefahren und haben Walt abgeholt, der bis dahin die Tür heldenhaft geschlossen hielt. Egal wie, ich hatte noch nie Bock auf diese Sch… Kampfhunde und frag mich, was die Besitzer an solchen Mistviechern haben. Meiner Meinung nach gehören die verboten!  Das war haarscharf am Unglück vorbei und sowas muss ich nicht noch mal erleben Punkt. Das musste jetzt mal raus.

So heftig sprudelt das Wasser in den neun Kammern

So heftig sprudelt das Wasser in den neun Kammern

Danach haben wir, erleichtert und geschockt zugleich, noch einen Ausflug an den nahe gelegenen Canal du Midi gemacht und dort die einzigartige Neun-Kammern-Schleuse besucht. Neun Schleusenbecken reihen sich aneinander und überwinden 37 Höhenmeter. Es ist sehr imposant zu sehen, wenn ein Schleusentor geöffnet wird, und die Wassermassen in das Becken fluten.

Der Kahn passt kaum durch die Schleusentür

Der Kahn passt kaum durch die Schleusentür

Und, als ob wir es bestellt hätten, kam eine große Péniche in die unterste Schleuse reingefahren. Das Schiff war so groß, dass zwischen Schleusentor und Bordwand fast keine Lücke mehr war. Bis es durch alle neun Kammern geschleust ist, vergeht fast ein Stunde. Absolut sehenswert.

Gemalte Häuserfassaden in Agde

Gemalte Häuserfassaden in Agde

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Halt in Agde gemacht und der Altstadt einen Besuch abgestattet. Im Gegensatz zu Beziers sind viele alte Häuser und historische Bauwerke in einem bemitleidenswerten Zustand, sodass die Stadt uns eher als ziemlich trist erschienen ist. Trotzdem haben wir an einem hübschen Platz eine kleine Brasserie gefunden und sind herausragend freundlich bedient worden.

Nachdem wir Walt und Joy verabschiedet haben, sind wir noch in eine naheliegende Kneipe gegangen, haben eine Kleinigkeit gegessen, der Livemusik zugehört und den aufregenden Tag Revue passieren lassen.

Heute hatten wir mal wieder großen Waschtag, nur das übliche Wäschetrockenen an Leine wurde zur Herausforderung.  Böen bis 7 Beaufort wirbelten die Wäsche ganz schön durcheinander und beinahe ins salzige Nass. Wir haben dann alles trickreich nach und nach im windgeschützten Cockpit getrocknet. Nachmittags ging es noch zum Supermarkt, alle Stauplätze sind jetzt mit Lebensmitteln und Getränken befüllt. Morgen geht es endlich weiter, der Mistral soll für ein paar Tage ausbleiben und das wollen wir ausnutzen.

Wir sind schon sehr gespannt, ob das AIS funktioniert und unsere zurückgelegte Strecke bei www.vesselfinder.com  mitverfolgt werden kann.

Unseren Bloglesern wünschen wir noch schöne Pfingsttage!

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