Platzregen…

laut prasselnd fällt der Regen auf den Kajütaufbau, an den Rändern des Cockpitzeltes sucht sich das Wasser seinen Weg und fließt in Rinnsalen dahin. Pechschwarz ist der Himmel, dicke Wolken und die bereits untergegangene Sonne zeichnen ein düsteres Szenario. Der Wind heult im Rigg, schwere Böen rütteln am Cockpitzelt. Seit heute Mittag gibt es für den morgigen Samstag eine Gewitterwarnung, die Windrichtung aus dem nordwestlichen und nordöstlichen Quadranten, mit 15-25 Knoten Wind, bleibt jedoch wie vorhergesagt. Heute haben wir mit unseren englischen Crewmitgliedern eine komplette (Sicherheits-) Einweisung durchgeführt. Die beiden wissen jetzt beispielsweise wo unsere Rettungsinsel gelagert ist, wie die neuen Schwimmwesten von Spinlock im Detail funktionieren und um deren vollständige Ausstattung, das Verhalten bei “Mann über Bord” wurde ebenso errörtert wie die Arbeitsweise der automatischen Lenzpumpen an Bord, oder wie das Notrudersystem funktioniert. Weiterhin kennt jetzt jeder an Bord den Stauplatz des Nebelhorn, der Seenotbake, der Seenotsignalmittel und der sog Grabbag ist gepackt. Ich fand schon früher immer das dieses Wissen über mögliche Seenotübungen und Sicherheitsbelange eher beruhigend als abschreckend ist, klar kann jeder Zeit was passieren, aber die entsprechende Vorbereitung und Ausrüstung an Bord, nimmt vielem den Schrecken. Zumal wir das Schiff selbst als sehr seetüchtig einschätzen.

Leider hat uns wieder einmal ein schlampiges Verarbeitungsdetail wieder sehr verärgert. Die Heizung ist direkt ans Laminat geschraubt, dadurch überträgt sich der Schall der Heizanlage sehr laut, das Schiffsinnere wird zum Resonanzkörper. Heute wollten wir mal ausprobieren, ob es insgesamt leiser wird, wenn man die Heizung vom Rumpf entfernt. Dabei mussten wir feststellen, dass alle vier Schrauben, die das Gerät halten, dollgedreht waren und nicht mehr gehalten haben. Glücklicherweise war der untere Teil der Heizung angeklebt. Ich kommentiere das jetzt mal nicht weiter, weil ich sonst ausflippe. Das Resultat, also das Loslösen der Heizung von der Bordwand war jedoch verblüffend positiv, weil deutlich leiser, also viel weniger Körperschall.

Jetzt haben wir erstmal eine Gummimatte zwischen der Heizung und dem Laminat und die Schrauben sind eingeklebt. Das ist eine provisorische Lösung, denn die Schraubenlöcher bleiben ja ausgeschlagen. In Lanzarote werden wir an einer finalen Lösung basteln.

Nochmals herzlichsten Dank an Trevor und Ralf für eure Mithilfe., und an Ingelore für den Kuchen zur Überfdahrt.

Das Boot liegt jetzt schon umgedreht im Hafenkanal am Steg und der Bug zeigt schon zur See hin, und heute morgen sind wir losgefahren Richtung Kanaren. Cornelia wird versuchen, per Winlink unsere Position zu melden, Ihr findet das unter Winlink.org/PositionRreports Callsign DL3HEX.

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2 Kommentare zu Platzregen…

  1. Stefan sagt:

    Wegen der Heizung: Ja man fragt sich. Ich könnte über die diversen Bugs an unserer 51er ein Buch schreiben…
    Seid ihr den Guadiana mal rein, dem Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal?

  2. DO2KDE sagt:

    DL3HEX de DO2KDE: Habe Euren Positionsreport über aprs.fi/?call=DL3HEX gut empfangen können: “Just startet from Lagos 11:40 Ort: 36°43.00′ N 8°49.46′ W – Locator IM56OR12BA”
    73 Klaus-Dieter/DO2KDE

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