16. Dezember 2014, Dienstag, Baro 1020, bedeckt, Wind um 4 Geaufort mit Böen bis 28 Knoten
Ablegen 10:45, raus aus der Bucht von Algecira, da sehen wir in der Ferne ein paar Fallschirmspringer und einen Fallschirm mit einem Paket. Und im Wasser sind ganz viele kleine Motorboote. Das muss irgendeine Übung sein. Mitten hier in der Bucht ankern viele Frachtschiff, Tanker, u.s.w., die von kleineren Versorgerschiffen bestückt werden.
Wir umrunden den Europapoint, die südlichste Landspitze von Gibraltar, plötzlich dreht der Wind um 180 Grad und nimmt zu bis zu sechs Windstärken in Böen.
Jetzt wird es Zeit, dass wir die Flaschenpost, die wir von Ingo zum Abschied bekommen haben, ins Meer werfen. Zuerst leere ich den Sand aus Vlieland direkt am Europapoint aus, und dann kommt die Flasche mit Ingos Telefonnummer hinterher, mal sehen, wo sie wohl angeschwemmt wird und ob sich jemand meldet, wir haben auf einem kleinen Zettel um eine SMS gebeten…
Auf der anderen Seite des Felsen liegt ein Passagierschiff, als wir näher kommen, sehen wir, dass es die “Deutschland” ist, das Traumschiff aus dem Fernsehen. Wir segeln ganz nah dran vorbei, und als wir vor ihrem Bug sind, grüßt sie uns zweimal mit einem lauten “Tuuut” und die Leute von der Brücke kommen raus und winken. Später erfahren wir von Volkers Mama, dass die Deutschland Insolvenz angemeldet hat, vielleicht wollten sie deswegen nicht mit mir funken, ich hätte ja auch ein neugieriger Journalist sein können…
Insgesamt war es ein schneller Trip, wenn auch reichlich kalt, der Wind und der Strom haben dafür gesorgt, dass wir die fast 25 Meilen in dreieinviertel Stunden hinter uns gelassen haben. Die HEXE ist schon reichlich flott unterwegs, soviel Potenzial und das vollgeladen mit dem ganzen Hausstand. Gutes Schiff, da kommt der Spaß am Segeln nicht zu kurz, und das ist ja auch wichtig. Im Hafen von Estepona war es dann warm und sonnig, und wir konnten unseren Anleger mit spanischen Oliven in der Sonne im Cockpit genießen.
Gestern waren wir bei den Affen auf dem berühmten Felsen, und die Tierchen sind wirklich putzig! Wir haben auch ganz viel gefilmt, wenn ich das hinbekomme, die Clips zu schneiden, stellen wir sie wieder auf Youtube, wir geben Bescheid. Mit der Seilbahn sind wir in fünf Minuten hochgefahren, mit einem wunderschönen Blick über die Bucht von Algeciras, und von oben hatte man ebenfalls einen genialen Ausblick:
Morgen schauen wir uns mal hier in Estepona an der Costa del Sol um und werden berichten.