Arbeitszeit

Blasen an den Händen

Die Sonne knallt von einem strahlend blauen Himmel aufs unser Vordeck, der Schweiß fließt, zwei Blasen an den Händen bluten und die letzten Meter ziehen sich wie Gummi.

Leicht soll es sein, wenig wiegen soll das Vorschiff, um elegant durch die Wellen zu gleiten. Nach dem Eintauchen in die Welle soll das Vorschiff mit seinen schmalen Rumpfspitzen und dem wenigen Auftriebsvolumen möglichst schnell wieder auftauchen. Das ist der eigentlich Grund, warum man zwischen den Rümpfen die großen Trampoline montiert hat, denn die wiegen nichts, also fast nichts. Unsere beiden großen gewebten Kunststofftrampoline wiegen gerade mal 10 Kilogramm und sind jeweils ca. 13 Quadratmeter groß, eine schöne Fläche, direkt über dem blauen Meer, die zum Verweilen einlädt, oder auf der man die großen Vorwindsegel für den Gebrauch klarieren kann.

Hier nagte der Zahn der Zeit

Leider sind die Trampoline permanent, wenn sie scheint, den schädlichen UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt, daher gibt es mit der Zeit in der gewebten Kunststoffoberfläche immer wieder mal kleine Beschädigungen oder Risse. Die kann man mit Takelgarn oder einer dünnen Leine wieder reparieren, aber den Verfall des Trampolins kann man nicht aufhalten, und immer mehr Stellen reißen. Ein Trampolin hält für gewöhnlich vier Jahre durch, dann muss es durch ein Neues ersetzt werden.

Wir haben unsere neuen Trampoline vor der Abreise bei Outremer bestellt und auch die neue Leine, mit der sie befestigt werden sollen. Mit Max hatten wir einen starken Helfer an Bord, der mich tatkräftig bei dieser Herausforderung unterstützen sollte.

Sollen wir da nicht lieber ein Schwimmbad einbauen?

Wie so oft vor größeren Arbeiten, hat sich bei mir schon ein paar Tage vorher eine gewisse Nervosität eingestellt, da ich nicht der geborene Handwerker bin.

Vor drei Tagen war es dann soweit, ab 15 Uhr wurde gearbeitet. Am Abend vorher wurde das neue Trampolin in einem mit Wasser gefüllten alten blauen Fass eingeweicht. Das Raustrennen des ersten Trampolins ging zügig voran, dann wurde es kniffliger.

Vorgespannt sieht es immer noch klein aus

Denn das eingeweichte Ersatzteil füllte nur etwas mehr als die Hälfte des leeren Zwischenraumes aus, und wir schauten uns alle etwas verdutzt an und fragten uns, ob wir die richtige Trampolingröße geliefert bekommen hatten.

Zum Glück hat Wes von Catlanza uns ein paar Tipps gegeben, wie man durch den Einsatz von Winschen, Fallen und gespannten Hilfsleinen das Trampolin vorspannen und zentrieren kann. Und Max hatte mit den mitgebrachten, einen halben Meter langen Kabelbindern, genau das richtige Hilfsmittel dabei.

Nach eineinhalb Stunden Arbeit war das kleine Trampolin schon bedeutend größer und auch mittig mit gleichen Abständen zu den Seiten zentriert.

Das endgültige Befestigen ist harte Arbeit

Es musste jetzt nur noch mit dem 5 mm starken Leine eingewebt und weiter zu den Seiten gespannt werden.

Eine anstrengende Tortur, mit drei Schlingen an jedem Loch, dem kräftigen Zug danach, der erhalten bleiben musste, bis die Leine am nächsten Loch eingewebt war.

Nach fast sechs Stunden – einer gefühlten Ewigkeit – waren wir und das erste Trampolin geschafft.

Geschafft!

Zumindest mir tat am Abend von den seltsamen Arbeitspositionen und Anstrengungen alle Körperteile weh, die möglich sind, die Knie, der Rücken, die Schultern und die blutenden Hände …

Da ein Katamaran nicht nur zwei Rümpfe und zwei Motoren, sondern auch zwei Trampoline hat, mussten wir gestern nochmal ran.

Das Verfallsdatum für die jetzt noch neuen Trampoline steht auch schon fest …

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3 Antworten zu Arbeitszeit

  1. Rolf sagt:

    Das hört sich nach einer sehr mühseligen Arbeit an. Nun habt ihr es ja geschafft.
    Bis Freitag

  2. Hallo ihr Fleißigen,

    das hört sich nach viel Arbeit an. Und ich bekomme direkt ein schlechtes Gewissen, weil ich durch mein Springen den Verfall bestimmt beschleunigt habe. Meldet euch beim nächsten Mal, dann komme ich helfen. Erholt euch gut und genießt die Sonne, oder besser noch schickt mal bitte 5 Grad und ein paar Strahlen herüber .

  3. Kay Jürgens sagt:

    Die Indigo Moon hat‘s nun auch erwischt…
    Als ob wir nicht genug Projekte an der Backe hätten!
    Danke für den Bericht und die schönen Fotos!
    In Vorfreude auf die Blasen an den Händen, der Rücken tut mir vorher schon weh…
    LG,
    Kay

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