Autor: Skipper Volker

  • Corona-frei

    Mal wieder ein Sonnenuntergangsfoto

    Nachdem unsere Reiseaktivitäten, coronabedingt, deutlich abgenommen haben, ist damit irgendwie auch unsere Lust, einen allzeit aktuellen Reiseblog zu schreiben, deutlich eingebrochen. Mehr als sechs Jahre hatten wir, aus Spaß an der Freude, für die Familie, die Freunde und Wassersportinteressierte unsere Erlebnisse im weltweiten Web, gerne (mit-)geteilt. Das Beiträgeschreiben war ein wichtiger Teil unseres Bordalltages geworden. Egal, ob wir vor Anker lagen, Tagestouren gefahren oder größere Abschnitte gesegelt sind, wir haben immer eine Möglichkeit gefunden, Berichte zu veröffentlich, sei es über das Hafenwifi, das Datenvolumen unseres Mobilfunkvertrags, oder sogar über die Kurzwelle mit dem Pactormodem. Ihr, unsere treuen Blogleser, seid uns fleißig gefolgt, ihr habt Anteil genommen, sei es in Form eines Kommentars, eines Telefonats, oder sogar spontanen Besuchen an Bord. Wir danken recht herzlich für eure Treue.

    Frühstück an Bord im Cockpit

    Jetzt, in der Zeit, in der Reisewarnungen gegen befreundete oder benachbarte Länder ausgesprochen werden, Quarantänemaßnahmen unter Strafandrohung auferlegt sind, obwohl das Virus überall in Europa (und nicht nur dort) aufgetreten ist, nun, da das freie Reisen unter weißen Segeln, wenn überhaupt, nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, werden wir leider nicht mehr in der gewohnten und bewährten Weise berichten.

    Das soll aber nicht bedeuten, dass wir jetzt in einen vollständigen Beitrags-Shutdown gehen und unsere Bootserlebnisse nicht mehr veröffentlich wollen. Dazu gibt es viel zu viel Spannendes zu berichten. Nur das beinahe tägliche Update wird für die fast reisefreie Coronazeit entfallen und einem eher monatlichen Bericht weichen, der dafür aber auch entsprechend länger ausfallen wird. Und wenn Corona vorbei ist (wir wissen auch, dass ein Virus nicht einfach weg geht, …), also, wenn man wieder normal und jederzeit, ohne Restriktionen irgendwohin reisen kann, werden wir ganz vorne mit dabei sein und, sooft wir können, von den Reisen, den Ereignissen an Bord und vor allem von den Menschen, die uns begegnen, berichten.

    In diesem Sinne kommen jetzt ein paar Geschichten, denn an Bord gibt es immer etwas zu tun, irgendwie geht auch immer etwas kaputt, aber jeder, der ein Boot sein Eigen nennt, kennt das nur zu gut, und den Nichtseglern wird das immer verbal um die Ohren gehauen.

    Winsch mit zwei Micro-Switches

    Also, vor ein paar Wochen schlummerten wir, in warme Decken eingepackt, in unserer Kabine, als wir mitten in der Nacht von einem superlauten Geräusch aus den Träume gerissen werden. Ein Geräusch, das an eine drehende Schraube im Wasser, ein hakelndes Getriebe beim Auto, oder eine trockenlaufende Pumpe erinnert. Sofort sprangen wir aus den Federn, ich stürmte nach draußen, die Capitania, inspizierte das Schiff von innen, dann trafen wir uns in der Naviecke wieder, schalteten den Hauptschalter und alle Einzelsicherungen am 24-Volt-Panel aus. Sofort war der Krach weg und es herrschte die gewohnte nächtliche Stille im Boot. Nach und nach begannen wir, einen Schalter nach dem anderen wieder anzustellen, doch es blieb glücklicherweise still. Also ab ins Bett und Licht aus. Keine zwei Stunden später schreckten wir wieder hoch, was für ein Lärm an Bord. Diesmal hatte Cornelia den richtigen Riecher und fand eine unserer elektrischen Winschen an Deck, die sich von selbst, wie von Geisterhand, in Bewegung gesetzt hatte. Es gibt einen 100-Ampère-Sicherungsautomat für jede Winsch, nach einer kurzen Zeit hatten wir den richtigen Schalter gefunden, und der Übeltäter hörte auf, sich zu drehen.

    In der Folgezeit ging es an die Fehlersuche, Ralf stand uns telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Zuerst hatte ich einen der zwei (An-)Schalter im Verdacht, deshalb von einer anderen Winsch den Schalter, den sogenannten Microswitch, abgelötet und bei unser Problemwinsch wieder angelötet. Doch damit war das Problem nicht gelöst, mal drehte die Winsch von selbst, mal nur langsam, mal nicht, am Ende garnicht mehr.

    Der Bösewicht, mit markierten Kabeln, damit wir sie beim Einbauen nicht vertauschen

    Als nächstes stellten wir das Relais unter Generalverdacht, zumal es beim Anschalten nicht mehr klackte. Um es zu erreichen, muss man, im Inneren des Bootes einen Teil des Küchenschranks demontieren, was aber mit dem unterstützenden Rat von Outremer  kein Problem war. Und tatsächlich blinkte ein Anzeige-Led, was klar auf einen Fehler hinweist. Wir haben – ganz schlau –  von einer Cockpitwinsch ein Relais abgebaut und es gegen das angeblich defekte ausgetauscht. Doch die Winsch gab danach immer noch keinen Mucks von sich. Frustriert rief ich – malwieder – Ralf an, der meinte, dass ich nach und nach die Steuerkabel vom Relais für die Schalter abziehen soll. Tatsächlich, als die Kabel für den langsamen Winschgang ab waren, hörte das Blinken auf, ergo sitzt der Fehler im Winschschalter für den langsamen Gang, der muss dann getauscht werden, das ist einfach machbar. Das war jetzt schon die kurze Schilderung einer langen Odyssee …

    Auf dem Weg durchs Watt

    Wer gerne in Holland segelt, die Nordsee und das Watt mag, kommt an den idyllischen westfriesischen Inseln nicht vorbei, zumal ein herbstlicher Ausflug dorthin Ruhe, Erholung, Keine Corona-Infizierten, dafür schöne Segelerlebnisse verspricht. Auch wir sind dem Ruf gefolgt und haben die Einsamkeit, die Ruhe und die Stille auf Vlieland genossen. Im Sommer ist es nicht ganz leicht einen Liegeplatz im häufig vollen Hafen für einen Katamaran zu ergattern, aber in der Nebensaison ist auch für größere Boote genügend Platz. Bewusst und langsam, haben wir zu Fuß die Insel erwandert.

    Durch das fast leere Dorf, die zahlreichen Stufen hinauf zum Leuchtturm, hinab zu den Dünen und schließlich durch die angenehm duftenden Kiefernwälder, um dann vom Aussichtsturm den Blick übers Watt, zur Nachbarinsel Terschelling und hinaus aufs offenen Meer schweifen zu lassen.

    Ein Stück vom Regenbogen

    Die Lichtspiele, am Himmel und am Horizont, sind im herbstlichen Holland besonders intensiv, der windbedingte schnelle Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Schatten, faszinierend. Und bedingt durch die Wettersysteme sind die Windverhältnisse vorhersagbar und zum planbaren Segeln ideal. Der Motor kann ausbleiben und hilft nur bei den Hafenmanövern, das erinnerte uns an zahlreiche frühere Fahrten in diesen nördlichen Gewässern.

    Bis zum nächsten Beitrag…

  • Toilettenprobleme Teil 2

    Nachdem vor ein paar Wochen der Geruchsfilter gerissen ist und durch ein Rohr als Provisorium von mir ersetzt wurde, waren einige Tage später neue Probleme aufgetreten, die für noch mehr Rätselraten sorgten. Der Abwassertank lief über, und die Handpumpe der Toilette lies sich immer schwieriger bewegen, manchmal schnellte die Pumpe unter Druck stehend regelrecht nach oben. Mir schwante nichts Gutes und wir bestellten bei SVB schon mal 6 Meter Abwasserschlauch, rein vorsorglich, versteht sich.

    Da müssen neue Schläuche her…

    Vor drei Tagen lief dann die Toilette randvoll und lies sich weder durch gutes Zureden noch durch Gewalt leer pumpen. Ich schlief danach nachts schlecht, und meine Gedanken kreisten fast ausschliesslich um unser Toilettenproblem. Ist der Fäkalientank voll, ist der Schlauch nur an einer Stelle verstopft, welcher Schlauch ist zugesetzt, ist das Überdruckventil kaputt – Fragen über Fragen und keine Antworten. Die Anspannung in mir stieg fühlbar an. Gestern bin ich dann zu unserem Freund Kees gepilgert und habe ihn um seelischen und handwerklichen Beistand gebeten. Nachmittags um 15 Uhr gingen wir ans Werk, kurz vor 20 Uhr waren wir schlauer, auch etwas weiter, wenn auch noch nicht fertig. Der Auslassschlauch, der vom Boden des Fäkalientanks zum Seeventil hinabführt, ist komplett verkalkt, bzw. mit Urinstein zugesetzt, den haben wir als erstes ausgetauscht. Danach haben wir noch den Kunststoffbogen ausgebaut, in dem das Belüftungsventil eingeschraubt ist, auch dort war alles komplett dicht.

    Der Inhalt des Schlauchs liegt auf dem Steg…

    Heute früh stand ich um 7:30 Uhr wieder im Bad, und es gelang mir, die zum Fäkalientank aufsteigenden Schläuche, mit Gewalt und Ausdauer auszubauen. Das gleiche Resultat wie gestern, auch diese Schläuche sind voll mit Urinstein und Kalk. Ich folgte dem Rat von Ralf und hämmerte auf einem der Schläuche rum: Es kamen über 3 Kilo Urinstein auf anderthalb Meter Schlauch zusammen. Kein Wunder, dass die komplette Toilettenanlage verstopft war.

    Kurz darauf kam Kees und half mir mit Rat und Tat beim Einbau der neuen aufsteigenden Abwasserschläuche. Die mussten zum Teil um Ecken gebogen werden, so schnell, wie es sich jetzt liest, ging es schon garnicht. Zu guter letzt haben wir noch ein paar Versuche gebraucht, bis die Handpumpe wieder dicht war. Jetzt funktioniert unsere Toilettenanlage einwandfrei und wir werden, auf Empfehlung vieler, das ganze System regelmäßig mit Essigreiniger spülen, damit es sich nicht mehr so zusetzt. Tausend Dank Kees, für Deinen Rat, Deine tatkräftige Mithilfe und Deine Geduld!!!

  • Schmutziges Thema

    Eingeklemmt in die Backskiste, mit kleiner Zugangsluke zum Fäkalientank

    Hände, so klein wie ein Kind müsste man haben, so trainiert und beweglich wie ein Yogameister müsste man sein, und die Erfahrung eines alten Handwerksmeisters müsste man haben… Seit ein paar Tagen haben wir immer mal wieder übel riechende Fäkalien in der Bilge, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen. Ich habe alle Inspektionsluken geöffnet, die Toilettenschläuche in den Bilgen gecheckt und die Quelle des Gestanks bzw. Austritts nicht gefunden.

    Der Fäkalientank (rechts im Bild), der kaputte Geruchsfilter ist links daneben

    Heute Morgen stank es wieder zum Himmel, eklige Brühe schwappte in der Bilge, mir geht  das Thema mittlerweile so richtig auf den Senkel.

    Leider kam keine Wünschdirwasfee mit einem Klempner im Schlepptau, um unser Problem zu lösen. So haben wir uns entschlossen, das gesamte Fäkalientanksystem auf den Kopf zu stellen und auch kleinere Erneuerungen vorzunehmen, soweit es nötig und die entsprechenden Teile vorhanden waren

    Die alte Toilettenpumpe wird zerlegt, sorgfältig gereinigt und als Ersatzteil eingelagert

    Was wir schon seit längerem als Reserve mit uns rumfahren, ist eine komplette Toilettenpumpe von unserem WC. Die war nach einer Stunde installiert, aber dann bin ich auf die Idee gekommen, dort mal eine halbe Banane durchs sanitäre System zu spülen… Und siehe da, es baute sich genau so ein Druck auf, der so nicht sein soll, wie beim Toilettengang, und langsam tropfte Wasser in die Bilge. Nur diesmal waren wir direkt dabei und mit der Taschenlampe ausgestattet, konnten die lecke Stelle gleich orten, also damit schon mal einen Teilerfolg erzielen.

    Der Kohlefilter mit deutlich sichtbaren Riss an der linken Seite

    Beim Kohlefilter des Fäkalientanks, der als Geruchsfilter dient, klaffte an der Unterseite ein deutlich sichtbarer Riss. Da wir den Filter nicht als Ersatzteil an Bord haben, war klar, dass wir eine provisorische Reparatur durchführen müssen, bei der das leckende Teil aus der Leitung aus-und ein Ersatzrohr eingebaut werden muss, damit die Belüftungsfunktion der Leitung für den Fäkalientank erhalten bleibt. Ein Ersatzrohr war mit der Hilfe von Kees schnell gefunden.

    Nur für den Ausbau des Kohlefilters und für den Einbau des Rohrstücks musste ich mich so verwinden, kleinmachen und anstrengen, dass ich nach der knapp zweistündigen Prozedur echt platt war und mir den Inhalt aus dem ersten Satz dieses Blogbeitrages schon sehr gewünscht hätte. Verborgen und schwer erreichbar für mich waren die Verbindungsstücke und Schlauchschellen. Doch was lange währte, wurde endlich gut.

    Der Spaß danach

    Cornelia hat mittlerweile Ersatzkohlefilter im großen weltweiten Netz (fast heimisch: in Wiesbaden!) bestellt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob ich mich darauf freuen soll, wenn der Ersatz ankommt…

    Als Belohnung gab es nach einem üppigen 14-Uhr-Frühstück einen Spaziergang im Julianapark.

  • Das Salz in der Suppe

    Vom Mast aus fotografiert: Bug der Tramp und der Hexe

    Wir haben zwei schöne Tage mit Beate und Thomas von der SY Tramp im Gemeindehafen von Enkhuizen verbracht, zusammen gegrillt und gechillt, uns viel erzählt, Wissenswertes ausgetauscht und viel gelacht, mit dem festen Vorsatz, dass wir uns bald mal wiedersehen werden. Seglerleben eben, da gehört das als wichtiger Bestandteil mit dazu, Menschen mit ihren Lebensgeschichten kennen zu lernen, das ist doch das Salz in der Suppe, wie Segelfreund Ralf das nennen würde.

    Die Hexe in der Krabbersgatsluis

    Segeln bei leichtem Wind haben wir heute nach der Schleuse probiert, das kann unsere Hexe, sie wird dann oft fast so schnell wie der Wind. Aber die lästigen Ijsselmeerfliegen, die bei Leichtwind und sommerlichen Temperaturen in Myriaden angeflogen kommen, haben den Segelversuch abrupt beendet. Schnell die Segel geborgen, mit röhrenden Motoren sind wir der Mückenpest entflohen und liegen jetzt wieder auf unserem angestammten Liegeplatz beim WSV in Hoorn.

    Unsere Töchter wollen nebst Partner, Enkelkind und Freunden in den nächsten Wochen an Bord kommen, dann wird es voll auf der Hexe, als stolze Eltern, bzw. Großeltern freuen wir uns natürlich sehr drauf.

    Für Freitagabend habe ich ein „Engagement“ an Bord der „Brothership 2, einem Racer, um an dem  Palingrace (der Aalregatta) teilzunehmen. Die Einladung zum Mitsegeln habe ich gerne angenommen, abends um 20 Uhr erfolgt der Startschuss und um ca. 22 Uhr soll die Hatz um die Tonnen beendet sein, nur den Aal, den es danach geben mag, den muss ich nicht essen. Trotz mehrerer kulinarischer Annäherungsversuche geht Fisch noch nicht an mich (und Aal muss eh nicht sein!).

    Spätsommerliches Segeln auf dem Markermeer

    Heute war Spätsommerwetter angesagt, so ein Tag ist doch ganz nach unserem Geschmack, aber das Wetterglück ist launisch, leider steht für morgen Regen auf dem Programm. Wenn man das Wetter mit den Kanaren vergleicht, was man ja eigentlich seriöserweise nicht kann, müssen wir uns noch ein bisschen an das kühle und wechselhafte holländische Klima gewöhnen. Glücklicherweise soll in den nächsten Tagen der Spätsommer zurück kommen (vielleicht wird es ja  passenderweise der berühmte Altweibersommer).

  • Abenteuergeschichten

    Die Wolken bringen Wind und Regen

    25 Knoten Wind von hinten schieben uns kräftig nach vorne, die Bugwelle sprudelt am Bug hoch und am Heck gurgelt es mächtig. Alleine mit dem gerefftem Vorsegel, sind wir über acht Knoten schnell. Hoorn liegt achteraus und Edam, die Stadt mit dem berühmten Käsemarkt liegt steuerbord querab. Eine dunkle Wolkenfront zieht auf, gefolgt von starkem Regen, mit Böen bis 34 Knoten.

    Wieder in Ölzeug!

    Wir reffen die Genua noch kleiner, ohne weitere Geschwindigkeitseinbußen. Das erste Mal seit ein paar Jahren sind wir in Ölzeug eingepackt, das Wetter zeigt sich herbstlich und wir passen uns an. Wenig Schiffe sind auf dem Markermeer unterwegs, dazu zwei kleine Strandkatamarane, der eine wohl mit kurzfristigen Schwierigkeiten, die für uns nicht wirklich ersichtlich sind, der andere in Rauschefahrt gleitend. Kurz darauf segelt auch der ausgebremste Kat los.

    Die Souvenirgeschäfte und Gaststätten in der ersten Reihe

    Es regnet immer mehr, die Böen stehen länger durch, unser Tagesziel Volendam ist fast erreicht. Für alle, die es nicht kennen, Volendam liegt ca. 20 Kilometer nördlich von Amsterdam und besticht durch seine traditionellen Holzhäuser. Es wird als das typischste aller holländischen Orte bei Weltreisenden angepriesen und ist meistens dementsprechend voll mit Tagestouristen, die sich an der Wasserfront entlang oder durch die kleinen Gassen schlängeln. (Oder sich in alten Trachten fotografieren lassen!) Zudem gehen von hier aus die Passagierboote zur Halbinsel Marken mit dem kleinen Dorf, das komplett auf Holzpfählen gebaut ist. Wir mögen Volendam sehr und das Hafenbecken bietet einen hervorragenden Schutz auch bei widrigsten Windbedingungen.

    Abbild eines Fischers mit der Hexe im Hintergrund

    Kurz vor der Hafeneinfahrt rollen wir das Vorsegel weg, starten die Motoren, hängen die Fender raus, machen die Leinen klar und trotz schwerer Windstöße gelangen wir sicher zu unserem Liegeplatz.

    Kurz darauf kommt, von Edam aus treibend, ein gekenterter kleiner Hobbiekat (Strandkatamaran) in Sicht und ich mache mir Sorgen um die Besatzung, weil es sich um dasselbe Boot handelt, das schon bei Edam irgendwelche Probleme hatte. Ich entschließe mich also, die niederländische Küstenwache über Funk zu rufen und kurz darauf dringt eine  klar verständliche Stimme durch den Äther, die mich auffordert, die Situation detailliert zu beschreiben. Dem Operator ist es wichtig ob Menschen mit im Wasser sind, oder ob der kleine Kat allein auf Drift ist. Ich gehe auf Standbye und betrachte die Situation genauer, mit dem Fernglas. Zum Glück ist niemand im Wasser.

    Rettungsboot mit gekentertem Kat

    Abermals rufe ich Den Helder Rescue und berichte das Gesehene, worauf die Stimme mir mitteilt, dass die Besatzung schwimmend zum Ufer gelangt ist und wohlbehaltend angetroffen wurde. Rettungsboote zur Sicherung des Kats seinen unterwegs.

    Ein Rettungsboot  kommt auch gleich in mein Sichtfeld, ebenso die Capitania, die freudestrahlend mit einer Portion Kibbeling (Kabeljau im Bierteig, ausgebacken in Fett), einer holländischen Spezialität, aus dem Ort zurück zur Hexe kommt.

    „De Halve Maen“ Nachbau eines holländischen Handelsschiffes

    Mit einigem Aufwand der Retter und den inzwischen an Land eingesammelten Seglern gelingt es, den Kat aufzurichten, das Segel zu bergen und das kleine Boot im Schlepp auf den Rückweg nach Edam zu bringen. Letzteres haben wir dann über Funk gehört, als die Rettungsaktion für beendet erklärt wurde.

    So, jetzt mache ich mal Schluss mit dem Bericht, Cornelia fragt schon, ob ich einen Roman schreiben will, was natürlich nicht meine Intention ist ;-).

  • Es grünt so grün

    So sehen die Bäume ja schön aus …

    Nach dem Durchzug der Sturmfront hat der Wind auf Nordwest gedreht und in der Nacht zum Donnerstag nochmals kräftig zugelegt. Mit der Folge, dass unser (ehemals) weißes Schiff von den Bäumen die in dem kleinen Park zwischen Vereins- und Stadthafen stehen, mit Blättern, Blüten und kleinen Ästen übersät war. Die Überraschung war groß, der Schreck auch, denn beim Versuch, mit Besen und Bürsten den feingeriffelten Antirutschbelag zu reinigen, verfärbte das Chlorophyll die weiße Oberflächenstruktur in eine unansehnliche grün-graue Fläche.

    Der Skipper ist verzweifelt, die Capitania sprachlos, selbst das Schrubben mit Nagelbürste und Reiniger führte keine wesentliche Besserung herbei. Gedanken flogen im Kopf umher, die auch ausgesprochen wurden. Wenn so die Natur des Nordens unserem Schiff zusetzt, müssen wir ganz schnell wieder in den Süden zurück,  Abdeckplanen anfertigen lassen, zum Lackierer am Ende des Winters, oder oder oder …

    Dann fiel mir ein, dass wir seit 2017 einen Hochdruckreiniger an Bord haben, den wir genau nur einmal ausprobiert hatten, um zu gucken ob er funktioniert. Also den schnell ausgepackt, die Teile zusammengesteckt und los ging’s. Und siehe da, der harte Wasserstrahl löste zwar langsam, aber beständig das lästige Blattgrün aus der Oberflächenstruktur heraus. Noch besser ging es dann mit dem mitgelieferten runden Aufsatz zum Hochdruckreinigen von Flächen. Nach dreieinhalb Stunden waren alle Oberflächen wieder so, wie sie sein sollten, und wir auch wieder entspannt.

    Blick zur Hafeneinfahrt

    Das nächste Problem für den anstehenden Winter im Norden wird uns hingegen noch etwas länger beschäftigen. Unsere Webastoheizung funktioniert seit der Überholung auf Lanzarote im vergangenen Jahr bestens, aber sowohl die Heizung selbst als auch die Lüfter im Innenraum des Schiffes sind vieeeeel zu laut. Da haben wir zunächst mal mit Boris, der sich gut mit dem Thema auskennt, ein paar Gedanken ausgetauscht.

    Folgende  drei Optionen zur Optimierung haben sich dabei herauskristallisiert:

    1. Wir lassen alles so, wie es ist und heizen mit Elektroheizern, Ölradiatoren, o.ä. in der Nacht wenn es ruhig sein soll und schalten dann die Dieselheizung aus.
    2. Wir tauschen die Webastoheizung gegen eine gebläsefreie Dieselheizung, z.B. von Kabola aus. Das ist eine kleine kompakte Dieselheizung die fast wie eine Ölheizung zuhause funktioniert und nahezu geräuschlos ist. Dazu müssten dann noch Heizkörper an verschiedenen Stellen im Schiff eingebaut werden.
    3. Wir versuchen die bestehende Heizung so zu dämmen, durch bessere Schalldämpfer, Isolationsmaterialien, Verlegung des Auspuffs, etc., dass wir sie viel ruhiger bekommen und installieren ein paar Heizkörper, um die Gebläsegeräusche zu vermeiden.

    Ich will jetzt garnicht alle Optionen kommentieren, sondern wir wollen in der nächsten Woche mit Boris und einem Fachbetrieb die Möglichkeiten erörtern, werden dann berichten und begründen, für welche Alternative wir uns entschieden haben.

    Blick auf “De Hoofdtoren” (der Turm rechts im Bild), da kann man lecker essen …

    Gestern Abend waren wir mit dem Winterhafenmeisterehepaar des WSV, Kees und Gre, die mit ihrem Schiff noch in Broekerhaven liegen, lecker im Restaurant “de Buren” essen. Sie sind mit ihrer „Westergouw“ fast am Ende ihrer Sommerreise angekommen, die sie in diesem Jahr von hier aus in die Berliner Gewässer geführt hatte. Wir freuen uns schon sehr darauf, wenn sie ihre Leinen wieder hier in Hoorn festmachen. Wir sind jetzt fast 20 Jahren mit den beiden befreundet – wie die Zeit vergeht …

  • Sturmwind im Gepäck

    Eigentlich hatten wir geplant, nur ein paar Tage in Darmstadt zu bleiben, doch am Ende sind es fast drei Wochen geworden, bis wir wieder zu unserer Hexe reisen konnten. Der Grund lag am regenreichen Unwetter, das uns und vor allem unseren Keller am vorletzten Sonntag in den heimatlichen Gefilden heimgesucht hat. Gegen ein Uhr nachts ging es mit dem Starkregen los, und weil ich wusste , dass wir bei einer Entwässerungsleitung ein mögliches kleines Leck in den hinteren Keller „eingebaut“ hatten, hab ich mich schlafensmüde in den Keller begeben. Dort suppte es, wie gedacht, an einer Stelle aus der Decke, schnell einen Eimer untergestellt und schon sah ich das Problemchen  als gelöst an. Doch plötzlich hörte ich ein verdächtiges Grollen und Grummeln aus den Bodenabflüssen und im gleichen Moment schossen aus denselben Wassermassen empor, und die begannen, alle Kellerräume rasend schnell mit Wasser zu fluten.

    Ich geriet für kurze Zeit in eine Art sprachloser Schockstarre, erst, als ich mich davon erholt hatte, schrie ich (war wohl echt ein bisschen aufgeregt ;-)) Cornelia zu, dass sie die Feuerwehr rufen sollte. Dann wurde ich aktiv und wuchtete noch nicht ausgepackte und noch trockene Umzugskartons in höhere Lagen.  Währenddessen sprudelte das Wasser, von dem sintflutartigen Regen weiterhin angetrieben, munter aus den Abflüssen und stand in einzelnen Abschnitten mittlerweile über fünf Zentimeter hoch. Doch mittlerweile kam das schreckliche Nass nicht mehr allein aus Abflüssen, sondern es drückte sich auch durch die Kellertür am Ende der seitlichen Hauseinfahrt. Die Lage spitzte sich immer mehr zu. Bis mit einem plötzlichen erneuten Gurgeln das Wasser auf umgekehrtem Weg wieder abzulaufen begann. Ich traute meine Augen kaum.

    Mittlerweile waren auch Cornelia, Sohn Leonard und vier Männer von der Feuerwehr in unseren Kellerräumen tätig, um der verbliebenen Wassermassen Herr zu werden.  Mit Besen, Abziehern und vereinten Kräften schöpften und zogen wir das Wasser in Richtung der Bodensyphons. Gegen 2.30 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr bei uns beendet, wir mit unseren Kräften am Ende und sowas von reif fürs Bett.

    Die folgenden Tage haben wir die Kellerräume komplett leergeräumt, alle durchnässten Baumaterialien, wie Putz, Betonestrich und Fugenmasse nach draußen befördert, unseren alten Industrietrockner reaktiviert, tagsüber für Durchlüftung und Sonneneinstrahlung gesorgt und alles aufgeklart. Die Ursache für die Misere wird wohl in unseren Baumaßnahmen zu suchen sein; eine Verstopfung, die dann wahrscheinlich durch den steigenden Wasserdruck im Keller plötzlich aufgelöst wurde, so schnell weg, wie sie kam …

    Der Wind peitscht die Zweige

    Jetzt sind wir wieder an Bord und verfolgen mit Spannung das aktuelle Wettergeschehen, das an der nicht allzu weit entfernten Küste für Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern gesorgt  – und uns immerhin noch bis 90 km/h beschert hat, garniert mit heftigen Regenschauern, herabfallenden Blättern und kleinen Ästen von den benachbarten Bäumen.

    Kleine Blätter verwandeln die weißen Rümpfe

    Seit gestern Abend heult der Wind, Regenmassen stürzen hernieder, damit leider auch die Blätter der benachbarten Bäume.

    Das Einhorn, Wahrzeichen der Stadt des “Goldenen Zeitalters”

    Hoorn im allgemeinen und der Vereinshafen im besonderen zählen wir zu den sichersten Häfen, die wir kennen. Die nahe Stadt mit dem markanten Turm, das Hafengebäude. die Mauer des alten Stadthafens und der angrenzende Wald mit Baumbestand sorgen für einen geschützten Liegeplatz, bei allen Wetterwidrigkeiten.

    Mittlerweile ist auch unser neues Lazybag, die „Großsegelstaupersenning“, angekommen und wenn sich das Wetter beruhigt hat, können wir das austauschen. Cornelia hat da auf den neuen Segelsack eine schönere Grafik draufsetzen lassen, da sind wir schon sehr gespannt drauf …

    Wir hatten gestern Besuch von einem Clubmitglied unseres hiesigen holländischen Segelvereins, dem WSV HOORN, er hat  einen Bericht über uns und unsere Reisen für die Onlineausgabe der Vereinszeitschrift geschrieben, und wollte noch kleine Details mit uns besprechen. Daraus entwickelte sich eine längere, sehr lebhafte und anregende Unterhaltung. Bedankt Walewijn, wij hopen jou weer een keer an bord ontmoeten te kunnen!

    Der Himmel über dem Julianapark it ganz dunkel – Blick zur “Nieuwe Wereld”

    Spät abends haben wir mit Segelfreunden Jan Jaap und Adrienne von der „Nieuwe Wereld“ den Lotusgrill angeworfen, leckere Fleischspieße gegrillt und den Unterschied zwischen Mangold (Snijbiet auf holländisch) und Pak Choi, dem sog. Chinesischen Senfkohl, diskutiert. Mangold hatten wir als Gemüse aus unserem kleine Nutzgarten in Darmstadt mitgebracht und für heute Abend zubereitet, Pak Choi hielt ich fälschlicher Weise für Mangold. Ganz lustig, das Ganze in einer Fremdsprache zu erörtern, aber Dank Übersetzungstool und Geduld lösbar. Schön, wieder soviel holländisch sprechen zu können; noch besser, dass dadurch unser Wortschatz gleichzeitig immer weiter anwächst.

  • Ankern in der Waddenzee

    Im Hintergrund das Wahrzeichen von Terschelling, der Leuchtturm „Brandaris”

    … doch der im letzten Bericht erwähnte Arbeitsanfall hielt nicht allzu lange an, da wir ankernd vor der Museumsinsel in Enkhuizen lagen und die Schleifmaschine über den Spannungswandler betrieben wird und ganz schön die Batterie leergesaugt hat. Aber ein paar Quadratmeter Gelcoat glänzen wieder, wie es sein soll.

    Abends ging es in die historische Altstadt und nach einem ausgiebigen Rundgang haben wir dem abendlichen Treiben von unserer unser Lieblingskneipe, „Het Ankertje“, aus zugeschaut. (Die hatten die Stühle und Tische inzwischen draußen so weit ausgebreitet, dass die jungen Kellner mit ihrem Tablett auf einem Segway balancierend herum gefahren sind, ultra cool!).

    Die Nacht vor Anker war dann nicht ganz so ruhig, obwohl wir sicher lagen, weil der Wind auf über sechs Beaufort aufgefrischt hat. Am nächsten Morgen gingen wir um 8:30 Uhr Anker auf, um uns anschließend, nur mit dem Vorsegel, von einem immer noch frischen Südwind nach Norden pusten zu lassen. Faules Segeln.

    Der Kirchturm von Makkum, sehr integrativ

    In Makkum finden wir mit Glück und Geduld einen Liegeplatz mit Aussicht am langen Gemeindesteg. Der Tagespreis ist für unseren Katamaran mit 25 Euro, preiswert.

    Spätabends begrüßen wir noch unsere Nachbarlieger an Bord, die mit ihrer Aluyacht neun Jahre lang um die Welt geschippert sind. Da gibt es viele Geschichten zum Zuhören, und die Zeit fliegt nur so dahin, der neue Tag hat schon begonnen.

    Am nächsten Morgen beseitige ich die Spuren der Nacht, nicht die unserer Zusammenkunft, die war gemäßigt, aber dafür haben die Ijsselmermücken unser Schiff heimgesucht, und wer die  kleinen Biester kennt, weiß, welche Sauerei diese blöden Eintagsfliegen hinterlassen.

    Kurz vor 12 Uhr lagen wir schon vor der Lorenzschleuse, dem Tor zum niederländischen Wattenmeer und um 12.45 Uhr waren wir mit vielen anderen Schiffen zusammen geschleust und auf dem Weg nach Terschelling, unserem Tagesziel.

    Muschel mit angewachsenem Algenschopf oder:
    Das Haar der Berenike

    Endlich wieder Salzwasser unter unserem Hexenkat! Der Weg zu den holländischen Inseln ist uns vertraut und trotz sechsjähriger Abstinenz müssen wir von der Seekarte keinen Gebrauch machen. So vertraut ist uns diese Strecke, gepflastert mit unzähligen Erinnerungen von Segelreisen aus früheren Jahren, als noch unsere Kinder kleiner/jünger und mit an Bord waren. Wie die Zeit vergeht…

    Da der Yachthafen voll und unsere Sehnsucht nach Ruhe groß ist, entscheiden wir uns, weiter östlich vom Hauptort der beliebten Urlaubsinsel, direkt vor einem Wattenhoch zu ankern, das sich später für einen kleinen Wattspaziergang bei Niedrigwasser angeboten hat. Cornelia frönte dem geliebten Muschelsammeln und jetzt geht der Tag schon wieder zur Neige, Ruhe liegt überm Watt und wird nur vom Geschrei der Möwen unterbrochen…

    Wir sind fast täglich mit unseren Stand-up-Paddelboards unterwegs
  • Mehr geht nicht

    Capitania an Bord

    Nachdem die Capitania in den letzten Tagen einige schöne Blogbeiträge veröffentlich hat, will ich jetzt auch mal wieder in die Tasten hauen und berichten.

    Im Ijsselmer

    Zuerst mal, wir sind gut mit dem Kat in unserem vorübergehenden Heimathafen angekommen und liegen längsseits am langen Gästesteg von der Watersport Vereniging Hoorn, kurz WSVH. Und wir sind total happy, wieder an Bord unserer HEXE zu sein, um zumindest für ein paar Tage das maritime Leben zu genießen. Ralf und Inge-Lore von der „Malwieder“ liegen auch hier im Hafen  zusammen genießen wir das sommerliche Treiben mit allem, was dazugehört. Die Temperaturen sind auf mediterranem Niveau und auch das Ijsselmeerwasser lädt mit 22 Grad zum Schwimmen und Standuppaddeln ein.  Heute war noch Cornelias holländische Freundin Ingrid mit an Bord, die sie vor knapp 40 Jahren auf ihrer Amerikarundreise mit dem roten VW-Bus kennengelernt hat.

    Doch vor den sommerlichen Freuden stand erstmal die Arbeit, frühmorgens waren wir schon zugange und haben bis jetzt zweieinhalb Flaschen Politur auf der Hexe verarbeitet. Bedingt durch unsere siebenmonatige Abwesenheit vom Schiff hat sich trotz regelmäßiger Wäsche von Pedro eine „dicke“ Schicht von Kalk und Staub auf dem Gelcoat festgesetzt und für eine milchig trübe Oberfläche ohne Glanz gesorgt. Jetzt sind noch einige Stellen zu polieren, bis morgen Abend sollte unser Hexenkat wieder hübsch und strahlend im Hafen parken.

    In so einen Tag wie heute kann man wirklich nicht mehr reinpacken, mit lieben Freunden frühstücken, schwimmen, paddeln, Freundin treffen, Ralfs neuen Zwei-Takt 10 PS Außenbordmotor ausgiebig ausfahren (läuft wie Schmidt’s berühmte Katze), Axel zum Geburtstag gratulieren und fünf Stunden Schiff polieren.

    Die Stunden vergehen wie Minuten, die Zeit rast nur so dahin – Sommerzeit und mediterranes Klima tun ihr übriges dazu, viele Menschen am, noch mehr auf dem Wasser, hier gibt es keine „neue Normalität“, alles fühlt sich an wie immer in Holland – vertraut.

    Wir können auch endlich wieder ohne den schrecklichen deutschen Maskenmummenschanz in die Geschäfte shoppen gehen, das Leben hier fühlt sich unbeschwert und normal an.

  • Abschied für immer

    Ein letztes Foto von Samy

    Nicht plötzlich, nicht unerwartet, aber doch für uns viel zu früh mussten wir auf immer Abschied von unserem treuen Begleiter und geliebten Bordhund Samy nehmen, der nach 14-tägiger Krankheit gestern verstorben ist. Die Nieren haben nicht mehr mitgespielt, zahlreiche Tierarzt- und Tierklinikbesuche haben letztendlich leider nichts bewirkt, der Zustand von unserem Samy hat sich tagtäglich verschlechtert. Samy hat gekämpft, alle Behandlungen tapfer ertragen, und am Ende hat er doch den Kampf verloren.

    im Gras auf der Mathildenhöhe

    Wir waren so hoffnungsvoll nach der überstandenen Bauchspeicheldrüsenentzündung im vergangenen Oktober, dass uns Samy bis ins hohe Hundealter als  geliebter vierbeiniger Begleiter, egal ob auf dem Wasser oder zu Lande, erhalten bleiben würde. Wer Samy kannte (und das sind sicherlich einige), egal ob in seiner Funktion als Bordhund oder als ruhiges Wesen an unserem Heimatstandort, weiß, was wir nun vermissen müssen.

    Der Abschied schmerzt uns sehr, viele Tränen sind geflossen, als wir Samy auf dem letzten Weg begleitet haben. Wir werden ihn allzeit liebevoll in Erinnerung behalten und wir sind sicher, dass er seinen Weg über die Regenbogenbrücke gefunden hat und gut im ewigen Reich der Hunde angekommen ist.

    Samys Grab in unserem neuen Garten, dort kann er für immer über uns wachen

    Am Ende dieses traurigen Blogbeitrages wollen wir noch ein Gedicht von Pablo Picasso niederschreiben, das unsere Bindung zu Hunden im Allgemeinen und zu Samy im Besonderen widerspiegelt:

    Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben

    Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch,

    wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch

    immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.

    Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.

    Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich

    sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.

    Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.

    Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines

    Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt

    werden möchte. Er tut es einfach.

    Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.