Autor: Skipper Volker

  • Bzzzzzzzzzzzzz

    summt es die ganze Nacht durch, La Grande Motte, ist, bzw. war ehemals Sumpfgebiet und der Regen der vergangenen Woche hat für ordentlich Fliegenlarven gesorgt. Allein letzte Nacht haben wir 35 stechende Plagegeister erschlagen und, obwohl alles dicht ist, findet immer wieder eines der Stechmückenbiester auf unerklärliche Weise den Weg ins Schiffsinnere. So wenig Schlaf in der Nacht, und trotzdem haben wir viel Energie am Tag. Putzen, waschen, polieren und räumen rum.

    Larissa, Johannes und Nana sind seid gestern  gut in Damstadt angekommen.Nana als Bordhund ist schon ein Schatz, und wie perfekt sich der Vierbeiner ans Bordleben adaptiert hat, ist schon bewundernswert. Klar bewegt man sich auch mehr, wenn ein Hund an Bord ist. Die täglichen Spaziergänge erinnern uns an Nico, gefühlt könnten wir eher heute als morgen wieder einen Hund als ständigen Begleiter haben.

    Den Sonntag hat Cornelia zum Lernen für das große Amateurfunkzeugnis genutzt, sie fühlt sich im Lernrückstand. Ich habe die Motorräume gecheckt und sowohl die Motoren als als auch den Motorinnenraum komplett gereinigt. Kein Salz oder Staubkorn zieht jetzt noch Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft an, alles ist superclean. Eine gute Nachricht dabei ist, dass, trotz segelns nun die Motorenräume komplett trocken sind und kein “feindliches” Salzwasser durch irgendwelche Leckagen mehr eintritt. Für mich ist dieser Zustand sehr wichtig,

    Korrosion am Motor durch Salzwasser ist einen echte Horrorvorstellung. Gespannt schauen wir jetzt auf die kommende Woche und  hoffen sehr, dass alle Probleme rund ums Schiff endgültig beseitigt werden können.

  • Schraube locker

    Die letzten beiden Tage haben wir in Gruissan verbracht. Zum einen, weil uns der alte historische Ortskern gefällt mit dem schönen Wanderweg vom Yachthafen dorthin, und zum anderen, weil für gestern stürmische Winde mit über 35 Knoten vorhergesagt waren. Aber um es zu betonen, es gibt schlechtere Orte, um abzuwarten. Larissa und Johannes hat es gefallen, der Hund war super zufrieden mit den langen Spaziergängen, Cornelia und ich hatten den abendlichen Aperitif – gute Zeiten.

    Der Termin zum neuerlichen Mastlegen wurde seitens Outremer auf den kommenden Montag 14 Uhr festgelegt und heute war ein gutes Wetterfenster, um mit frischem Wind von der Seite nach LGM zu segeln. Das Großsegel ging an der Hafenausfahrt hoch und ein Motor hat plötzlich seine Schubkraft verloren. Warum dann der Propeller verloren ging, weiß der Henker. Schon wieder ein neuer Schocker für uns. Ein Kat mit zwei Motoren ist leicht im Hafen zu manövrieren, mit nur einem Motor ist es ungefähr so, wie auf einem Bein zu stehen.

    Wir haben Outremer und die Hafenmeisterei über den unglücklichen Umstand informiert und sind mit verschiedenen Windrichtungen und Windstärken fix nach LGM gesegelt. Die Spitzengeschwindigkeit des Kats lag bei guten 13,5 Knoten.

    Im Hafen engekommen, wurden wir von zwei Begleitbooten empfangen und am finalen Liegeplatz standen fünf Outremermitarbeiter und haben die Landleinen in Empfang genommen. Alles ging gut, nichts wurde beschädigt, Gott sei Dank. Wir sind jetzt auf das Instandsetzungsprogramm in der nächsten Woche gespannt und hoffen, die Ursache für den Schraubenverlust rauszufinden. Eine Nachfrage bei deutschen Volvo Penta Händlern, ob es denn schon häufiger zu Antriebsschraubenverlusten bei den 4-flügeligen Faltpropellern gekommen ist, brachte jedenfalls keine weiteren eindeutigen Erkenntnisse, außer dass es sehr ungewöhnlich sei..

    fehlende Schrauben

    Ein weiteres Problem ist, dass trotz Locktight-Metallkleber immer wieder mal eine Schraube aus der Aluminiumprofilschiene, der Vorsegelrollanlage rausfällt. Kurz vorm Einlaufen in den Hafen habe ich wieder zwei fehlende Gewindeschrauben entdeckt. Outremer, bzw die Riggfirma kennt das Problem und kann leider keine dauerhaft wirksame Lösung vorschlagen. Nach all den kleinen und großen Problemen mit unserem Kat haben wir uns alle mit einem schönen abendlichen Ausflug nach Aigues-Mortes und einem super leckerem Abendessen auf dem Marktplatz belohnt.

  • Reiseabbruch

    vorläufig zumindestens. Verärgert enttäuscht frustiert, das ist die richtige Beschreibung für unseren momentanen Gemütszustand. Einen Tagestripp von Barcelona entfernt haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere Reise zum Ausgang des Mittelmeers aufgrund technischer Probleme vorübergehend abzubrechen, um nach La Grande Motte für einen vierten Interventionsstopp zurückzukehren.

    Je nach Windrichtung kann es auch kühler sein

    Seit der Abfahrt in LGM knarzt es weiterhin an zwei Stellen im Salon, dieser Umstand allein wäre noch verkraftbar, bzw. eine Reparatur zu einem späteren Zeitpunkt für uns denkbar. Gestern in der Ankerbucht jedoch habe ich ein neues, bzw. altes Knarzgeräusch ganz leise gehört und mir noch nicht soviel dabei gedacht. Heute morgen sind wir gegen kleine Wellen und ein bisschen Wind in Richtung Barcelona motort und es war wieder einmal der Mast, bzw. der Mastfuß, der sich mit unerträglich lauten knarrenden Geräuschen zurückgemeldet hat.

    Eine Tasse Kaffee lang haben wir überlegt, wie es weitergehen soll. Macht es Sinn, die 50 Meilen weiter nach Barcelona zu segeln, ist das Geräusch doch nicht so laut, kann man damit 20 Tage über den Atlantik in die Karibik schippern, warum ist der blödes Mastfuß aus Alu, was hat sich Outremer oder Lorima dabei gedacht… So nach dem Muster schossen mir die Gedanken durch den Kopf und der Capitania die Tränen in die Augen.

    Mein Kommentar im Logbuch dazu:
    “
    NEIIIIIIIIIIIN! Nicht schon wieder!!! Sofort bekomme ich schlechte Laune…”

    Die traurige Vernunft siegte, dabei hatten wir in den letzten Tagen seglerisch viel Spaß am Schiff, besonders durch den neuen Spi. 55 Seemeilen rückwärtsgerichtete Seemeilen haben wir heute abgespult. Dabei konnten wir einmal mehr die Vorteile unseres symetrischen Spis nutzen, bis 12 Knoten Fahrt waren drin bei frischen achterlichen Winden.

    Die Mondlandschaft der Cala de Culip

    Jetzt liegen wir in einer Bucht vor Anker, die uns sehr an norwegische Fjorde erinnert, und steinig karg erscheint, mit ganz wenig grün. Für den, der auch mal hin möchte – Cala de Culip, direkt beim Cabo Creus.

    Auf dem bewährten Lotusgrill bruzzeln ein paar Würstchen und leckere Hamburger, Zivilisationsgeräusche gibt es hier nicht, nur Stille, die Laute der See und der Widerschein des Leuchtturms.

  • (Wetter)-Phänomen

    50 Seemeilen in 5 Stunden, persönlicher Streckenrekord bis jetzt über diese Distanz. Gleich nach der Hafenausfahrt ging der Code D nach oben und mit ihm die Geschwindigkeitsanzeige in den zweistelligen Bereich, über 10 Knoten lagen fast permanent an. Und dann kam der Nebel.

    Jetzt schweife ich erst mal ein bisschen ab, denn besondere Temperaturkonstellationen, sowohl von der Luft, aber auch des Wassers sorgen für ein Wetterphänomen, das man sonst eher vom nebligen England her kennt. Schuld daran, wenn man von Schuld sprechen kann, sind die extrem niedrigen Wassertemperaturen zwischen Barcelona und Marseille. Gerade mal 20 Grad hat dort das Mittelmeerwasser, während auf den Balearen, Korsika und Sardinien mit 25-26 Grad jahreszeittypische Wassertemperaturen herrschen. Genau erklären warum das blaue Meer hier so kalt ist kann keiner. Die Einen vermuten, kalte atlantische Strömungen, die anderen kaltes Tiefenwasser als Ursache. Die Folge dieser Wetteranomalie ist insbesondere abends deutlich zu spüren. Es wird schon kurz vor Sonnenuntergang, draußen total feucht. Überall schlägt sich die Feuchtigkeit sichtbar nieder, normal herrscht in dieser Gegend eine sommerliche Trockenheit.

    Heute gab es bei der Rauschfahrt plötzlich pottendichter Seenebel. Am Ende betrug die Sicht keine viertel Meile mehr, der Wind blieb dabei konstant.

    Eine Stunde vor der Hafeneinfahrt hat sich die Sonne gegen den Nebel durchgesetzt und für gute Sicht gesorgt. Der Wind ist aufgefrischt und mit windigen 28 Knoten ging es durch die enge Hafeneinfahrt von Argeles, das Anlegemanöver gelang trotz Starkwind und sorgenvollen Mienen besser als gedacht.

    Für morgen warten wir mal ab, was Wind und Wetter vorhaben, die Vorhersagen widersprechen sich zum Teil, wir sind ja nicht auf der Flucht.

  • Wieder unterwegs

    Bastelmaterial für Volker

    Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und gestern Abend war unser Kat abreisebereit. Das Radardome war tatsächlich kaputt und wurde durch ein neues Gerät ersetzt, ebenso die externe GPS-Antenne. Wir hoffen, dass das jetzt länger hält. Was uns positiv auffällt ist, wie leicht alles durch die geclipsten Deckenpanele, wenn nötig, erreichbar ist. Ein simples System, das meiner Meinung nach viele Vorteile gegenüber den Innenschalen hat, die wir auf unseren Vorgängerbooten hatten. Die GPS-Antenne war so in einer halben Stunde getauscht, einschließlich Kleberrestentfernung. Die Macke im Badboden wurde von einem eilends herbeigerufenen Outremer-externen Schreiner fachgerecht geflickt und man muss schon ganz genau wissen, wo die vorher war, wenn man sie noch sehen will. (Volker war auch nicht faul und hat zwei Stützen gebaut, eine für unsere dritte Gasflasche und eine weitere für die Rettungsinsel.) Alle haben eine super Arbeit geleistet und wir freuen uns jetzt so richtig auf die vor uns liegenden Segelabenteuer.

    So schön sieht unser neues “Vorwindgesicht” aus

    Um 8 Uhr hat uns heute Morgen der Wecker aus dem Bett geklingelt. Nana wurde von Larissa Gassi geführt, Cornelia hat noch frisches Baguette gekauft und ich habe das Boot klar gemacht. Kurz vor neun Uhr haben wir die Leinen losgeworfen, die Capitania hat trotz Seitenwind bravourös abgelegt, und mit langsamer Fahrt voraus ging es aus dem Hafen. Für mich immer ein bewegender Moment, egal wann und wo. Es ist schon ein besonderes Ereignis, wenn man den sicheren Hafen hinter sich lässt und auf die offene See hinausfährt.

    Kurz nach der Hafeneinfahrt haben wir bei achterlichem Wind erstmals unseren neuen quietschbunten Spinnaker vorbereitet. Bei einem Kat gibt es keinen Spinnakerbaum wie beim Monohull. Aufgrund der großen Breite des Schiffes ist das unnötig, beide Schothörner, die seitlichen Ecken des Spis,  sind schon deswegen gespannt. Dafür braucht man zwei Spischoten auf jeder Seite. Eine davon ist der sogenannte Achterholer, der die Luvseite des Spis in Luv hält. Das neue Segel steht sehr schön und endlich machen tiefe Kurse (Kurse mit Wind von hinten) richtig Spaß. Wir können jetzt genau vor dem Wind segeln, was vorher mit dem Code D nicht ging.

    Und nachher muss der ganze Wust wieder in die Tasche gepackt werden

    Trotz einer unruhigen See steht der Spi ruhig, der Wind schiebt das Boot regelrecht vor sich her. Viele Trimmarbeiten an den Schoten sind dabei nicht notwendig, der Autopilot macht ganz wenig Kurskorrekturen. Bei bis zu 13 Knoten wahrem Wind wurden wir bis zu 8 Knoten schnell, ein gutes Ergebnis.

    Unser heutiger Etappenstopp ist der Hafen von Cap d’Agde, den wir von früheren Besuchen bestens kennen. (Hier ist es voll, viele Urlauber genießen die letzten Ferientage, die Fahrgeschäfte neben dem Vergnügungspark sind gut besucht, ebenso wie die Tauch-, Katamaran und Fischguckfahrten. Und selbst jetzt, zu der späten Stunde, stehen neben unserem Boot einige Angler und versuchen ihr Glück.)

  • Immer noch

    sind wir in LGM, was per se nicht so schlimm ist, da es in den letzten Jahren, seit dem Baubeginn unseres Katamarans, zu einer Art zweiter Heimat geworden ist.Und bekanntlich wächst mit der Zeit die Vertrautheit, im Leben, in der Liebe und gleichfalls bei unserer zweiten Heimat. Wir wollten uns lösen, alte und vor allem neue Horizonte erkunden. Sommersegeln mit Larissa und Johannes, nur der Kat mit seinen Fehlern hält uns hier noch fest. Ein Stückchen weiter als gestern sind die Techniker gekommen, Cornelia hat wieder Zugang mit ihren Computern zum System.

    Die Fäkalientankanzeige zeigt jetzt ebenfalls richtig an, der Gebersensor war verdreckt, wir sollen einfach mal den Fäkalientank an und ab benutzen, damit der empfindliche Sensor in der Kloakenbrühe gespült wird und nicht verkrustet – kein Problem, für gute Ratschläge sind wir offen.

    Von La Rochelle, weit im Norden von Frankreich von hier aus gesehen, ging heute ein Paket mit einem neuen Radardatenkabel, einem neuen Radardome und einer Ersatz-GPS Antenne,zu uns auf den Weg. Unser Elektronikausstatter Pochon hat dort seine Zentrale und liefert von da aus die sehnlichst erwarteten Ersatzgeräte an uns. Der Liegeplatz auf Lanzarote auf den Kanaren ist reserviert und das Zeitfenster, um rechtzeitig dorthin zu segeln wird immer kleiner. Zu allem Unglück ist heute dem Techniker ein Werkzeugteil entglitten und hat eine einen Zentimeter große und tiefe Macke im Boden unseres Bades hinterlassen. Unschön, zumal das gesamte Bodenbrett mit Silikon eingeklebt ist und wahrscheinlich schlecht zu wechseln ist. Morgen soll auch für dieses Problem eine Lösung gefunden werden. Die Uhr tickt!

  • Bastelblues statt Segelfreuden

    Direkt nach dem gestrigen Ankommen gab es gleich einen Riesenschreck für uns. Es war so warm im Schiff, dass wir erstmal alle Luken geöffnet haben und da es kurz vor den moskitofreundlichen Abendstunden war, haben wir auch gleich alles fliegensicher mit den integrierten Mückenrollos verschlossen.

    Noch schaut sie nur mal neugierig…

    Nur Hündin Nana hat das wohl in ihrer Spielfreude nicht richtig erkannt, wild tobend rennt sie übers Deck und war schwupp-di-wupp weg. Kopfüber fällt sie in ein geöffnetes Decksluk, jeder schreit erschrocken auf. Gottseidank war es die Öffnung, die sich über unserem Bett befindet und nicht der 2,5 Meter tiefe Bugstauraum, in die unser Aussiemausi reingefallen ist. Nix ist passiert, Nana fällt weich auf die Matratze. Der Hund hat sichtlich daraus gelernt, heute umgeht sie seemännisch den ganzen Tag die offenen Luken. Das beschädigte Mückenrollo habe ich provisorisch repariert.

    Ganz so schnell wie das Rollo lässt sich unsere Navigationselektronik leider nicht flicken. Zu unserem Erstaunen gibt es immer noch einige Fehler im Navigationssystem und wir fragen uns, warum der Punkt auf der Outremer-To-Do-Liste als erledigt angekreuzt wurde, zumal unser Kat laut AIS Ende Juli für ein paar Stunden auf dem Mittelmeer gesegelt wurde. Das Radar funktioniert absolut garnicht, es empfängt kein Signal, die externe GPS-Antenne war schon in Canet-en-Roussillon defekt und ist es noch immer. Die kleine Wifi-Einheit, mit der Cornelia die Navigationsdaten auf dem IPhone oder IPad empfangen kann, will ebenfalls nicht das tun, wofür sie eingebaut ist und zeigt rot blinkend „Overflow“, was soviel wie Überlastung heißt. Der Werftchef persönlich kümmert sich um unser Anliegen und organisiert, was im ferienzeitgeprägten Land möglich ist, nur unsere Stimmung wird davon gerade nicht besser – wähnten wir uns doch ab morgen auf dem blauen Meer mit Kurs Südwest.

    Ein anderes Elektronikproblem bekommt die Werft wohl auch nicht in den Griff, der Geber, bzw. die Anzeige für den Backbord-Fäkalientank zeigt seit der Schiffsübergabe im März permanent an, was sie will. Und das trotz mehrmaligem Austausch und erfolglosen Kalibrierungsversuchen. Irgendwie will das System im fäkalen Umfeld nicht so richtig arbeiten. wie sagt man so gerne „the Queen is not amused“, wir sind es auch nicht. Hoffentlich gelingt morgen den Technikern der Durchbruch und es geht voran – wir werden berichten

  • Beim Straßenfest in der Schepp Allee

    spricht mein Freund Gerhard mich an und sagt mir, dass ich mal über das zurückliegende Fußballspiel der Darmstädter Lilien gegen den FC St. Pauli schreiben soll. Das mache ich natürlich gerne, auch wenn wir eigentlich einen Segelblog haben. Das St.-Pauli-Match war das dritte Spiel der noch recht jungen Zweitligasaison und insere Lilienelf hat von Anfang an so richtig Gas gegeben und wurde daher in der achten Minute mit dem Führungstreffer gegen die Mannschaft aus dem hohen Norden belohnt. Zwei Tortreffer kamen noch in der zweiten Halbzeit dazu und am Ende führte unser Team verdient 3:0. So weit so gut, so kurz zusammengefasst: Ein Toppspiel der neuen Zweitligamannschaft.

    Es wird in der letzten Zeit unheimlich viel über gewalttätige Fussballfans geschrieben. Sicherlich sind auch in Darmstadt nicht alle der sogenannten Ultras Engelchen. Aber das soziale Engagement unserer Hardcorefans ist herrausragend und die nächste Fanaktion beim nächsten Heimspiel will ich deshalb hier im Blog erwähnen.
    Vor und nach dem Spiel gegen Bielefeld kann sich jeder bei der Deutschen Knochenmarkspende als potenzieller Spender registrieren lassen, frei nach dem Motto “Wir besiegen Blutkrebs gemeinsam”. Super Fans, super Mannschaft, guter Fußball, der SV Darmstadt 98.

    Die südliche Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel

    Jetzt gerade liegt Darmstadt schon ein paar hundert Kilometer hinter uns und La Grande Motte kommt schnell näher. In der Gegenrichtung ist ein unendlich langer Urlaubsrückkehrerstau und das am Montag!? Die Klimanalage kämpft gegen die Hitze des Südens, seit wir an Lyon vorbei sind, klettert das Thermometer unermüdlich nach oben. Für LGM sind lauschige 34 Grad um 15 Uhr vorhergesagt.

    Wir sind gespannt, was die Werksmannschaft von Outremer geleistet hat, und ob alles top in Schuss ist. Wir werden es herausfinden.

    nana mit Hundekissen auf der Rückbank

    Übermorgen wollen wir dann nach Spanien lossegeln, Larissa, Johannes und Hund Nana sind als Verstärkung für zwei Wochen mit an Bord. Der VW-Bus ist dreiviertelvoll, Überlebensanzüge für den Fall der Fälle, ein Iridium “Go”-Satellitentelefon, viele selbstgemachte Geburtstagsgeschenk-Marmeladen, neue Spinlock D5 Rettungswesten, die wir uns aus England haben schicken lassen, eine neue Turnmatte für Cornelia und ein Sonnenschirm für ausgedehnte Strandaufenhalte sind u.a. mit dabei. Wenn alles so läuft, wie wir uns das denken, ist das die letzte Autofahrt zum Boot für die nächste Zeit. Ab den Kanaren kommen wir logischerweise nur noch geflogen, wenn es mal zurück nach Darmstadt geht.

     

  • Verlängerung

    Spontan haben wir am letzten Freitag entschieden, noch eine weitere Woche in Darmstadt zu verbringen. Nicht dass es uns nicht zum Meer hin zieht, doch wir wollen noch ein paar Tage mehr die neue Wohnung und Darmstadt erleben. In den letzten drei Wochen vor dem Umzug haben wir jeden Tag mindestens 12 Stunden lang geackert, gepackt, organisiert und entrümpelt. Jetzt wollen wir das Erreichte ein paar Tage lang ausgiebig genießen, zumal gerade im spanischen Mittelmeerraum eine Hitzewelle mit Tagestemperaturen von 43 Grad und nächtlichen Tiefwerten um die 30 Grad herrscht. Das ist viel zu heiß für uns und normalerweise, so war es zumindest in den letzten beiden Jahren, wird es ab Mitte bis Ende August etwas kühler.

    Sonntagsfrühstück auf dem Balkon nach der Fahrradtour

    In den letzten beiden Tagen haben wir ausgedehnte Fahrradtouren in die umliegenden Regionen unternommen, ausgiebig und lang auf dem kleinen Balkon gefrühstückt und letzte kleine handwerkliche Tätigkeiten, im leergeräumten ehemaligen Zuhause verrichtet. Letzteres ist jetzt klar zur Übergabe an den Vermieter.

    Zur Zeit läuft ja gerade das Fastnet Race und der bekannte deutsche Segler Boris Herrmann hat u.a. einen Journalisten von der Spiegel Onlineredaktion dabei, der live von Bord berichtet. Normalerweise gibt es in den Medien eher Reportagen über Fußball und andere populäre Sportarten, umso bemerkenswerte ist, dass nun ein deutscher Journalist zum ersten Mal live von so einer hochkarätig besetzten Segelveranstaltung berichtet. Ich finde den Artikel sehr gelungen und deshalb gibt es hier den Link: http://www.spiegel.de/sport/sonst/fastnet-race-mit-boris-herrmann-und-pierre-casiraghi-an-bord-der-malizia-a-1161587.html

  • Schöne (Haupt)-Stadt-Momente

    Ich muss zugeben, dass ich eine gewisse Scheu vor Großstädten habe. Scheu bedeutet einfach, dass ich das Gewusel, den Verkehr, die vielen Menschen in den Straßen und die Hektik, die eine richtig große Stadt so mit sich bringt, schon ein bisschen “unheimlich” finde. Umso mehr steigert sich sich mein Reisefieber in den Tagen vor der Hinreise, das war auch diesmal der Fall.

    Reichstag

    Die Capitania macht sich über diesen Umstand immer ein bisschen lustig, da sie im Laufe ihres langen Reiselebens einiges an richtig großen Großstädten besichtigt hat. Gemeint sind damit nahezu alle Megastädte Südamerikas und denen gegenüber ist Berlin natürlich noch eher klein. Egal, für mich und in meinem Kopf ist unsere Hauptstadt megagroß. Glücklicher- und dankenswerterweise habe ich mit unserem Freund Birger einen gleichsam kompetenten wie engagierten Führer, der die Stadt und ihre sehenswerten Ecken aus dem Effeff kennt, und der sich ein anspruchsvolles Besichtigungsprogramm für mich ausgedacht hat. Cornelia war zu dem Zeitpunkt mit dem Rest der Familie zur Diplomverleihung von Leonard in der ungarischen Botschaft eingeladen. Leider war die Teilnehmerzahl aufgrund der beschränkten Räumlichkeiten begrenzt und ich konnte deshalb nicht am Festakt teilnehmen.

    Das Brandenburger Tor

    Doch Berlin und Birger haben mich umso mehr für das entgangene Ereignis entschädigt. Eine Bootsfahrt auf der Spree, der Besuch des Gendarmenmarkts, ein Spaziergang Unter den Linden und durch Tiergarten, den Reichstag und den Bahnhof Friedrichstraße runden das dreistündige Ausflugsprogramm ab. Zusammen mit dem blauweißen Himmel präsentierte sich Berlin von seiner allerbesten Seite und meine Großstadtscheu war wie weggeblasen. Ein mehrtägiger Aufenthalt mit intensivem Kneipen- und Kulturprogramm erscheint mir jetzt lohnenswert, Berlin ist mehr als reizvoll.

    Seit gestern sind  wir wieder in Darmstadt und das Chaos im Haus nimmt weiter zu, überall stehen gepackte  Umzugskartons. Nach einem Megamarathon durchs samstäglich überfüllte Möbelhaus sind wir jetzt um ein Sofa mit Schlaffunktion und ein Sideboard reicher. Nächste Woche werden wir die “Beute” abholen und im neuen Domizil aufbauen.

    Der eigentliche Umzug findet am 3. August statt, damit wir am 5. August wieder in den Süden entfliehen können.