Autor: Skipper Volker

  • Passt …

    passt gut in unser Wohnzimmer

    beinahe wie angegossen, gemeint ist damit der neue Teppich, den wir auf dem Salonfußboden verlegt haben. Ein paar Zentimeter hier und dort mussten wir nachträglich mit dem Teppichmesser korrigieren. Alles im allem hat sich der tagelange Aufwand der Capitania bei der Schablonenherstellung mehr als gelohnt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ein Profi hätte es wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen besser hingekriegt, aber wir als Gelegenheitsteppichverleger sind zufrieden, der Teppich ist sooooo flauschig!. Und mit allem was wir selbst tun, verändern wir die neue Hexe mehr und mehr zu unserem Zuhause, auf und in dem wir uns wohl fühlen.

    Nana findet den Teppich auch bequem

    Den Dienstag haben wir zusammen mit Larissa genutzt, um einen ausgiebigen Stadtbummel durch die wundervolle Altstadt von Montpellier zu unternehmen. Die historische Innenstadt ist so groß, dass wir bei jedem Besuch neue Plätze, Gassen und Sehenswürdigkeiten entdecken. So auch gestern, einmal anders abgebogen als beim vorhergehenden Spaziergang und schon gibt es wieder etwas zu entdecken, schön, wenn eine Stadt so vielseitig ist.

    Zum Mittagessen haben wir uns auf einem kleinen Platz unter einer großen Kiefer niedergelassen und spanische Tapas genossen. Dabei hatten wir die Rechnung ohne die kleinen Käfer gemacht, die diese Kiefer anscheinend als ihr Revier ansehen und nach und nach über uns „hergefallen“ sind. Das Dessert haben wir unter diesen tierischen Umständen lieber ausgelassen.

    Der nachmittägliche Spaziergang am leeren Strand hat nicht nur Nana viel Spaß gemacht, obwohl die so getobt hat und dem Ball hinterher gejagt ist, dass es eine reine Freude war, ihr dabei zu zusehen.

    Ein langer  glücklicher Tag geht vorbei, der Fastvollmond spiegelt sich im Wasser und ein wolkenfreier Himmel zeigt seine Sternenshow…

  • Erste Hundeschritte auf dem Kat

    Nanas Fressplatz an Bord

    Nana hat gestern mit uns ihre ersten Mittelmeer-Segelmeilen absolviert und sich bestens ans Bordleben auf dem Katamaran angepasst. Schon nach dem sonntäglichen Ankommen hat sich der Hund ganz ganz schnell ans Boot gewöhnt, ist überall herumgelaufen, hat die neue Umgebung für sich entdeckt, ist nach anfänglichem Zögern ins Trampolin gesprungen und hat kurz darauf sogar ganz entspannt mit ihrem Lieblingsspielzeug gespielt.

    Larissa an der Pinne

    Der gestrige Segelausflug, war trotz einer gut 1,5 Meter hohen Welle, die durch eine Tiefdruckstörung über Mallorca verursacht wurde, für Hund und Mannschaft ein sehr schönes Erlebnis und Larissa hatte auf den ersten Meilen den großen Kat souverän und entspannt mit der Pinne gesteuert. Gelernt ist eben gelernt, obwohl sie nie irgendwelche Segelscheine absolviert hat, kann Larissa doch alle Kurse zum Wind exakt steuern, bzw. den Kurs halten.

    Das Einzige, was uns  leider mal wieder Sorge bereitet hat, war der Mastfuß, der weiterhin laute knarzende Geräusche von sich gegeben hat, obwohl er mühevoll umgetrimmt (vom Winkel her anders hingestellt) wurde.

    Hier ein Beispiel für das Knarzen:

    Heute morgen haben wir Outremer über das anhaltende Problem informiert und am Abend die Mitteilung bekommen, dass am Donnerstag der Mast gelegt werden soll. Das ist sehr sehr aufwendig, aber leider unumgänglich. Beim Mastlegen müssen die Segel abgeschlagen werden, alle Fallen und Strecker (damit sind die Leinen gemeint) müssen ausgeschoren werden und schlussendlich muss die gesamte Verstagung und auch alle elektronischen Kabel plus Antennenkabel, die im Mast laufen und mit dem Schiff verbunden sind, gelöst werden. Donnerstag morgen geht es los mit den Vorbereitungen und ab 13 Uhr steht der eigens angeforderte Kran bereit. Wenn der “Spargel” erst mal unten ist wollen die Experten klären, wie weiter verfahren werden soll. Entweder wird der Mastschuh, in dem der Mast steht mit Teflon ausgekleidet, oder eventuell ein anderer Mastfuß eingesetzt. Egal, was gemacht wird – wir hoffen sehr, dass mit dieser Maßnahme eine finale Lösung für das nervende Knarzgeräusch gefunden wird, damit endlich „Ruhe im Schiff“ beim Segeln ist.

    Und hier der Skipper in entspannter Position:

    Skipper und Hund an der Pinne
  • Mit Nana und Teppich zurück zum Boot

    Die Auswahl ist groß

    Ganze zwei Tage hat die Capitania gebraucht, um aus den von ihr gemessenen Werten und dem Aufmaßplan der Werft eine 1:1-Papierschablone des Salonfußbodens herzustellen. Wir wollen nämlich, genau wie bei unseren bisherigen Schiffen, einen Teppich ins “Wohnzimmer” legen. Der Teppich schützt den Salonboden vor Beschädigungen, Larissas Hund kann darauf rumtoben und wir lieben das Hochflorteppichgehgefühl.

    Professionell wird die Schablone aufgelegt und kritisch beurteilt

    Das mit der Schablone in Eigenleistung war sozusagen die Grundvoraussetzung, um überhaupt beim Teppichhändler einen maßgeschneiderten Teppich bekommen zu können. Dem haben wir ein paar Tage zuvor den Grundriss per Mail geschickt, doch dort meinte man, dass man aus so einem verwinkelten Grundrissplan garantiert keinen später passenden Teppich ausschneiden kann. Beim ersten Teppichhandelbesuch h haben wir noch ein bisschen hin und her diskutiert, doch gegen 40 Jahre Berufserfahrung kamen wir richtigerweise mit unserem Laiendenken nicht an. Die Capitania biss in den sauren Apfel und schneiderte die Schablone.

    Stolz wie Oskar sind wir damit zu Teppich Hinze in Darmstadt gefahren und, ehe wir uns versahen, war der neue Teppich mithilfe der Schablone rausgeschnitten. Wir haben uns für einen superweichen Hochflorteppich entschieden, der mit seiner hellgrauen Farbe gut zu unserer Einrichtung passen sollte.

    Zwischen Koffer und Teppich: Nana auf Reisen

    Seit heute morgen um kurz vor 8 Uhr sind wir wieder “on the Road” nach Süden. Larissa sitzt am Steuer und Nana liegt neben mir und macht mir den Platz auf der Rückbank streitig, Lyon liegt gerade hinter uns, es sind noch gut 300 Kilometer bis zum Meer. Heute abend treffen wir Astrid und Jörg mit Kindern in LGM, die eine Outremer 45 zum intensiven Probesegeln für eine ganze Woche gemietet haben. Und wir wollen mit Larissa und Hund ebenfalls eine kleine Woche entspannt cruisen.

  • Zähne und ihre Wurzeln …

    Wie ein kleiner Specht – der Wurzelbohrer

    Noch ein kurzes Update zur zahnlichen Situation. Nachdem der Zahn nach dem Zahnärztinnenbesuch für zwei Tage Ruhe gegeben hat, obwohl dort ja nichts verändert wurde und ich schon von einer Art Wunderheilung ausging, hat sich  der Übeltäter leider schmerzlich zurückgemeldet. Denn voller guter Hoffnung habe ich den freitäglichen Termin bei Madame la Dentiste abgesagt. Und Madame hat beim Absagen schon mal prophylaktisch angekündigt, dass es in dieser Woche terminlich total schlecht aussieht.

    Egal wie, mit dem Zahn ist das irgendwie ein Auf und Ab und irgendwann muss mal Schluss damit sein. Wenn  ich an die herbstliche Atlantiküberquerung denke, möchte ich nicht dabei an eventuelle Zahnkomplikationen denken.

    Heute war großer Zahnbehandlungstag, nein nicht “en France” sondern in Goddelau, bei meiner jungen und super qualifizierten Zahnärztin, Frau Dr. Piepenbrock. Wie der Name schon ahnen lässt, kommt sie aus dem Norden der Republik, hat Salzwasser im Blut und weiß, was zahnkranke Segler brauchen – nämlich ‘ne gute lokale Betäubung, damit man bloß von der Behandlung nichts spürt.

    “Düsen” war nicht immer
    So hoch ist zuhause das Gras gewachsen

    Dienstag sind wir von LGM für ein paar Tage nach Hause gedüst, Sonntag oder Montag geht es zurück zum Boot, hier in Darmstadt gibt es noch einiges zu regeln. Wenigstens spielt das Wetter mit und bereitet uns in Good old Germany ein paar schöne heiße Tage, Biergartenwetter!

    So viele hübsche Folterinstrumente…

    Jetzt noch ein Satz zum Zahn, dann soll Schluss mit dem leidigen Thema sein -heute gab es eine einstündige Wurzelbehandlung mit anschließender provisorischer Füllung, die nach ca. 6 Wochen final verschlossen werden soll. Wir suchen jetzt schon mal das passende spanische oder portugiesische Vokabular für eine Wurzelabschlussbehandlung raus.

    Nana, müde

    Larissa will ab dem Wochenende ein paar Tage mit uns segeln und Nana, ihr Hund, soll auch dabei sein. Zum ersten Mal mit aufs Boot. Wir sind schon jetzt sehr gespannt, wie die junge Hündin mit der neuen Umgebung zurecht kommt.

  • Wettbewerb auf allen Ebenen

    Die Capitania und unsere Freundin Astrid sind gerade super beschäftigt, weil es neben den normalen Segelwettfahrten beim Outremercup auch noch einen Kochwettbewerb gibt. Jede Crew soll bei der heutigen Wettfahrt ein leckeres Essen mit Bordmitteln kochen oder zusammenstellen, das heute Abend von einer unabhängigen Jury bewertet wird, bevor es danach von der Allgemeinheit verkostet wird.

    Die Wettfahrt hat zumindest uns einen riesengroßen Spaß, gemacht trotz der leichten wechselhaften Winde . Wir haben uns gut an der Startlinie platziert und sind mit als erste ins Rennen gestartet. Bei moderaten Windbedingungen ging es gut los, aber nach 30 Minuten Segelzeit fehlte dem Wind die Puste und mit 3-4 Knoten Brise ging es zur Luvtonne. So schnell wie das hier geschrieben ist, ging es natürlich nicht voran. Die 17-18 Tonnen Schiff sind dann wirklich langsam, sehr langsam unterwegs. Und entsprechend lang hat es auch gedauert, bis wir dort angekommen sind, wo wir hin sollten. Was natürlich gut ist, dass unter den 13 Mitseglern an Bord nicht nur eine super gute coole Stimmung geherrscht hat und jeder bei Bedarf bei den Manövern angepackt hat, sondern dass wir auch eine gute Taktik hatten und als viertes Schiff von 21 teilnehmenden Katamaranen schließlich die Ziellinie übersegelt haben. Gekonnt ist gekonnt und obwohl wir schon einige Jahre keine Regatta mehr gesegelt ging, klappte alles wie am buchstäblichen Schnürchen. Jetzt mach ich erst mal Nickerchen, das Küchenteam gibt richtig Gas und ab 18 Uhr präsentiert die Hexencrew die lukullischen Leckerbissen der Bordküche der Jury und den anderen Seglern.

    Morgen gibt es noch Wettbewerbe um das schönste Bild, die besten Vorträge (Singen, Tanzen, etc.) und am Sonntag müssen die besten Fotos der Regattatage abgegeben werden, auch die werden prämiert und zählen wie die gesegelten Meilen.

    Bilder folgen nach der Kochorgie!

  • Mittendrin,

    statt nur dabei, könnte das Motto seit drei Tagen hier in La Grande Motte sein. Im Mittelpunkt der Handwerker, im Mittelpunkt von Outremer und im Mittelpunkt von Menschen, die unser schönes Schiff sehen, stehen bleiben und es sich dann gerne zeigen lassen.

    Jetzt mal eins nach dem Anderen. Täglich sind in den letzten Tagen bis zu 10 Handwerker an Bord und geben alles, damit die Hexe bis zum gestrigen Himmelfahrtstag fertig ist. Das ist zum einem natürlich gut, dass es voran geht und der Wille da ist, das Schiff in einen perfekten Zustand zu versetzen, andererseits fallen da, wo viel gehobelt wird, bekanntermaßen viele Späne. Entsprechend sieht das Boot abends aus und muss teils erst mal wieder in einen bewohnbaren Zustand zurückversetzt werden-halt eben so wie ein bei einer Hausrenovierung, wenn man drin wohnt.Meistens sind wir dann schlapp kaputt und gehen mit Patrick und Anett von der Pastis noch schnell was essen, um todmüde in einen tiefen Schlaf zu fallen.

    Umso mehr haben wir uns gestern auf einen arbeitsfreien Tag gefreut und zudem war es der erste Tag des Outremer Cup – einer Veranstaltung von Outremer für ihre Eigner, oder einfach ausgedrückt, eine Werftregatta. Heute am ersten Tag hatten alle Werftmitarbeiter, Zulieferbetriebe und Kooperationspartner die Möglichkeit, auf den verschiedenen Outremermodellen mitzusegeln. Wir waren auch beteiligt und hatten über 13 fröhliche Menschen an Bord. Mit gut 20 Schiffen mit insgesamt 250 Menschen an Bord ging es hinaus in die Bucht von Aigues Mortes. Am gestrigen Tag gab es noch keine Wertung, es war mehr eine Geschwaderfahrt, mit tollen Bildern, wenn die bunten Vorwindsegel oben waren. Die Stimmung bei uns an Bord war ausgezeichnet und einige wollten sofort mit uns um die Welt segeln. Mittags gab es ein nordafrikanisches Gericht, ein sog Mechoin, mit sechs gegrillten Ziegen und leicht scharfer Hirse mit Rosinen. Wer wollte. konnte anschließend noch das Mittelmeer, als Rahmenprogramm, mit kleinen Hobbiekat-Katamaranen unsicher machen.

    Uns knallte die Sonne zu brutal vom Himmel, sodass wir erst mal zum Boot zurück gegangen sind. Dort angekommen sind wir dem Mediateam von Outremer in die Arme gelaufen, die mit uns ein Interview über unsere zukünftigen Segelpläne mit unserer Hexe gemacht haben. Danach hatten wir mit Jörg und Astrid zukünftige Outremereigner an Bord und kurz danach lernten wir noch Carsten und Siggi kennen und saßen in fröhlicher Runde im Cockpit zusammen.

    Am Freitag gibt es die ersten regulären Wettfahrten und für die Hatz um die Bojen bekommen wir vier erfahrene Regattasegeler von Outremer zugeteilt, damit wir die großen Segelflächen zügig händeln können.

    Seit drei Tagen habe ich leider Zahnschmerzen, mal mehr und mal weniger stark. Gestern bin ich einfach in eine Zahnarztpraxis gegangen, denn, egal wen wir angerufen haben, entweder gesagt keine Zeit hatte, oder der Anrufbeantworter die frohe Kunde vom langen arbeitsfreien Wochenende abgespult hat. Bei “meiner Zahnärztin wurde ich ziemlich wirsch willkommen geheißen, anschließend jedoch freundlich untersucht. Sie wollte nach einer Röntgenaufnahme gleich ohne Narkose losbohren, damit sie Zeit spart, denn so eine Betäubungsprozedur braucht ja ein paar Minuten. Aber da ist bei meiner Zahnarztangst nix zu machen, jetzt habe ich heute um 18 Uhr einen neuen, regulären Termin. Fortsetzung folgt…

  • Segel- und Arbeitstage

    Den Samstag haben wir ausgiebig zum Testsegeln in der Bucht zwischen La Grande Motte und Sète genutzt und mal so ganz nebenbei 30 Seemeilen in weniger als drei Stunden abgesegelt. Testsegeln, warum das? Ganz einfach, zum Einen, weil eine kleineUndichtigkeit im Abteil hinter dem Motorraum seitens der Werft beseitigt wurde, und wir das ausprobieren wollten,  und um noch einmal die Bewegungen des Mastfußes in der Welle zu filmen und zu schauen, ob dort irgendwo Metall auf Metall reibt. Viel Welle war nicht, weil der Wind ablandig über die Bucht wehte. Die Wasserbewegung hat doch ausgereicht, um den Mast in Bewegung zu setzten und das störende Geräusch “provozieren” zu können. Morgen kommt der Rigger, der den Mast ein bisschen gerader stellen und die seitlichen Wanten nachspannen möchte. Wir hoffen, dass damit das Problem abgestellt ist.

    Immer wieder über 23 Knoten ist die Yssabeau gesegelt!

    Wind gab es reichlich am Samstag und trotz des kleinem Unterwasserpelzes (Algenbewuchs), den unser Schiff angesetzt hat, erreichten wir Spitzengeschwindigkeiten von über 14 Knoten, ganz ohne Wellen. Den Rekord muss man jedoch relativ betrachten, da Freunde von uns mit dem gleichen Katamaran heute eine Nachricht aus Südsardinien geschickt haben, dass sie häufig über 20 Knoten schnell waren bei mitlaufender Welle und achterlichem Wind und ihr Top-Speed bei fabelhaften 27,8 Knoten lag.

    Achtung, nicht hinsetzen…
    … und hier ist frisches Gelcoat, nicht betreten!

    Die Arbeiten an Bord gehen voran und viele fleißige Outremermitarbeiter bevölkern tagsüber das Schiff und arbeiten die To-Do-Liste ab. Morgen früh sind sogar schon ab 7 Uhr die ersten Handwerker angesagt, was uns sehr recht und mit uns so abgestimmt ist, damit die Arbeiten zügig vorangehen.

    Das Wasser wird wärmer, und die Quallen größer

    Zudem soll der Sommer in LGM Einzug halten und für die Folgetage sind dauerhaft Temperaturen von über 30 Grad vorhergesagt, sodass wir hoffentlich bald auch mal wieder im Meer schwimmen können. Denn noch ist das Wasser mit seinen 17 Grad zu frisch für uns, aber am nächsten Wochenende, wer weiß …

  • Einblicke und Ausblicke

    Die Hexe

    Der Lebensraum auf so einem Katamaran ist riesig, im Vergleich zum Einrumpfer, in jeder Hinsicht. Durch die große Außenfläche ist auch die Windangriffsfläche enorm groß. D.h., wenn wir mit unserem Katamaran irgendwo ankern wollen, brauchen wir einen Anker, der besonders gut hält und sich aufgrund seiner Bauform schnell und zuverlässig bei allen Untergründen eingräbt. Gibt es überhaupt so einen Allrounder, der ein 17-Tonnen-Boot mit seinen Aufbauten, die eine riesengroße Windangriffsfläche darstellen, sicher am Ankerplatz halten kann?

    Wir habe uns für einen Anker der Firma Spade entschieden. Spade (gesprochen Spääd“) heißt soviel wie Spaten und in dem Wort steckt auch schon die Erklärung drin. Die Flunken, also die Haupteile des Ankers, die sich eingraben sollen, sehen den Seitenteilen des Spatens sehr ähnlich. Ähnlich wie ein Spaten gräbt sich der Spadeanker fantastisch schnell in den Untergrund ein.

    Der “Spade”-Anker

    Der Anker auf der alten Hexe hat schon hin und wieder mehrere Anläufe gebraucht, bis er fest im Untergrund war, beim Spade geht das zügiger. Der Anker wiegt 44 KG, wir haben uns für eine Kettenlänge von 100 Meter entschieden, plus nochmal l25 Meter Ankerleine. Heute war ich unserem Anker mal ganz nahe, ich habe alle Edelstahlteile unter dem Kat poliert, die dem direkten Einfluss des Salzwassers ausgeliefert sind. Da gibt es schnell kleine Rostspuren, die wegpoliert werden müssen.

    Die Ankerwinsch

    Der Anker bei unserem Kat ist in einem massiven Edelstahlgalgen solide gelagert, eine 2000-Watt-Ankerwinsch an Deck senkt den Anker ab, oder holt ihn vom nassen Meeresgrund wieder ein und nach oben. Ein Meter unserer Ankerkette wiegt gut 2,5 Kilo, der Anker wie erwähnt 44 Kilo, d.h. Insgesamt haben wir ein 300 Kilo schweres Grundgeschirr dabei, das uns sicher am Platz halten sollte – das ist beruhigend. Soweit der Einblick in ein kleines aber immens wichtiges Detail an Bord.

    Die Ankerkette

    Nun zum Ausblick. Wir werden noch gut zwei Wochen in LGM bleiben, bevor unsere Reise weitergehen wird. Es gibt ein paar Mängel und Probleme, die in den folgenden Arbeitstagen durch Outremer im Rahmen der Garantie behoben werden müssen und hoffentlich am Ende behoben sein werden.

  • Karla Kolumna berichtet:

    Der Arbeitsponton schleppt das havarierte Motorboot in den Hafen

    In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist ein Motorboot auf den Wellenbrecher der Hafeneinfahrt gefahren und danach teilweise gesunken. An Bord waren drei Erwachsene und zwei Kinder. Alle fünf Bootsinsassen mussten anschließend im Krankenhaus von Montpellier behandelt werden. Der Schiffsführer trug wohl schwere Verletzungen im Thoraxbereich davon, als er beim Aufprall auf das Steuerrad knallte.

    Gerätselt wird zur Zeit über die eigentliche Unfallursache. Denn zum Unglückszeitpunkt herrschten eigentlich Idealbedingungen, die Sicht war gut, das Meer spiegelglatt und die Navigationslichter der Hafeneinfahrt sind von weitem sichtbar. Ist der Schiffsführer eingeschlafen, gab es einen technischen Defekt oder schlichtweg einen Navigationsfehler?

    Da liegt es nun

    Gestern wurde das geflutete 10,8 Meter lange Sportboot durch einem Arbeitsponton von den Steinen gezogen und im halb versunkenen Zustand langsam in den Hafen von LGM eingeschleppt. Im Moment liegen der Arbeitsponton und das mit Leinen gesicherte Sportboot am gegenüberliegenden Ufer von uns. Umweltgefährdende Stoffe scheinen derzeit nicht auszutreten, trotzdem wurde ein Ölschlängel um das Wrack herum gelegt.

  • Zurück in LGM

    Skippers Ruhezeit

    Nach einer ganz ruhigen langen Nacht in Embiez, wie Cornelia bereits geschrieben hat und einem wundervollen Segeltag, vorbei an Cassis und den weltberühmten Felsbuchten, den Calanques haben wir diesmal kurz vor Marseille ein richtiges Nadelöhr durchsegelt, das ihr uns mit der Dehler nie getraut haben zu besegeln, wegen deren großen Tiefgangs.

    Und wo ist jetzt die Durchfahrt?

    Jetzt haben wir mit dem Katamaran zum Glück ein Schiff, das bei aufgeholten Schwertern nur 1,20 Meter tiefgeht, was nicht wirklich viel ist für ein so großes Segelboot. Jedenfalls sind wir die enge Passage mit dem schönen Namen “Cap Croisette” souverän mit vollen Segeln und Wind von hinten durchsegelt. Das war schon sehr imposant, weil der Abstand zum felsigen Ufer nur ein paar Meter betragen hat und zudem die enge Durchfahrt mit Paddlern, Motorbootfahrern und einer kleinen Fähre gut frequentiert war. Cornelia hat einen kleinen Film gemacht, den sie noch bearbeiten muss. Speziell diese Gegend ist landschaftlich besonders schön und touristisch gut frequentiert.

    Der Hafen von Carro

    Nach dem spannenden Teil hatten wir noch 15 Seemeilen bis Carro, einem kleinen und sehr schönen Fischerort, mit zwei gut geschützten Ankerbuchten. Wir haben die größere Bucht ausgewählt und unser Beiboot für einen Landausflug vorbereitet. Trotz einigen kurzen harten Wellen, die in die Bucht reinstanden, sind wir mit unserem doch recht kleinen Beiboot “trockenen Fußes” im Fischerhafen angekommen.

    Carro ist wirklich einen Besuch wert, touristisch nicht überlaufen, anscheinend dennoch sehr gefragt. Denn die aufgerufenen Immobilienpreise beim Makler hatten durchaus Côte-d’Azur-Niveau. Wer noch nicht in Carro war, kann ruhig mal den kleinen  Umweg von der Autobahn dorthin machen, der Ort ist echt eine kleine Perle.

    So schön liegt sie in der Bucht

    Irgendwann hingen dann unseren Mägen so tief und der heimische Kühlschrank mit leckerem Grillfleisch lockte uns an Bord zurück. Die Nacht vor Anker war geräuschmäßig total still, nur die alte Welle vom Vortag rollte unangenehm in die Bucht. Da ist man mit einem Kat mit „zwei Beinen” fein raus. Die nachbarliche Segelyacht rollte jedenfalls zum Gotterbarmen.

    Boje am Verkehrstrennungsgebiet vor Carro

    Am nächsten Morgen ging es früh ankerauf und bei fehlendem Wind unter Motor in Richtung LGM. Der große Windgott hatte später ein Einsehen und blies seine Backen wenigstens zum Teil auf. Unser Kat ist auch mit wenig Luftbewegung zufrieden und zog seine glitzernde Bahn durchs Mittelmeer. Mit 5-6 Knoten Fahrt näherten wir uns La Grande Motte, wo wir um 17 Uhr 30 am Gästesteg festmachten. Danach folgte ein Anlegebier dem nächsten, dann der Restaurantbesuch und schließlich ging es in die Cocktailbar. Mit ein bisschen Schlagseite erfolgte der Rückweg zum waagerecht-stabil schwimmenden Schiff.

    Wer uns mal Live sehen will, kann dies dank der gut platzierten Webcam vom Hafen gerne tun. Das Bild wird alle 10 Minuten erneuert. Hier ist der Link