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  • Haltlos

    Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass wir in den letzten Tagen in den Genuss von weißem Spargel gekommen sind?

    Harald und seine Söhne haben zweieinhalb Kilo besten Spargels aus der lippischen Region mitgebracht, der hat schon mal ausgezeichnet geschmeckt. Meine Tochter Larissa hatte dann noch neben einem Schlagdrehschrauber, der in meinem Werkzeugsortiment gefehlt hat, den ich brauche, wenn sich mal eine Schraube festgefressen hat oder der Schraubenkopf vermurkst ist, noch weitere zwei Kilo Weiterstädter Spargel mitgebracht.

    Die letzte Stange gibt es heute Abend zum Abschiedsgrillen als Spargelsalat. Morgen segeln Martina und Jens mit ihrer Maje weiter nach Teneriffa, und Larissas und Johannes’ Zeit auf der Insel ist schon  wieder vorbei.

    Doppelabschied also, so schöne Tage gehen mir persönlich immer wieder viel zu schnell vorbei, aber wir sind ja noch nicht am Ende unserer Reise und deshalb will ich keine bluesige Stimmung aufkommen lassen. Zumal wir seit heute Mittag das schönste Wetter haben, was man sich wünschen kann. 25 Grad im Schatten, dazu ein frischer Wind und ein blauer Himmel wie er blauer nicht sein kann.

    Heute habe ich mit Verwunderung festgestellt, dass unsere Haltestangen für die Rückenpolster im Cockpit nur mit Spaxschrauben eingeschraubt sind anstatt mit Gewindeschrauben, Mutter und Unterlegscheiben, weil eine der Edelstahlstangen  samt Schrauben aus dem Laminat  rausgebrochen ist, haltlos…

    Sonst ist das Schiff jetzt technisch und optisch auf Vordermann und bereit für die nächste Reise.

    Nur der Wind, bzw. dessen Richtung macht uns noch einen Strich durch die Rechnung, denn der weht sich präzis auf die Richtung ein, in die wir hinwollen, nämlich auf Nord. Wir denken schon darüber nach, eine atlantische Schleife nach Westen zu segeln, bis wir in den Bereich der Südwinde kommen, aber dazu bei einem späteren Blogbeitrag mehr.

  • Klasse war’s

    Die Capitania hat es am Ende ihres letzten Blogbeitrags schon passend zusammengefasst, dass wir insgesamt einen super Segeltörn hatten.

    Wenn wir unserer kleinen Atlantikpassage von Gibraltar nach Lanzarote nach dem klassisch-deutschen Schulsystem eine Note geben wollten, wäre es eine glatte Eins. Das aus mehreren Gründen: Der Wind war von Anfang an so konstant, sogar nachts, dass abgesehen von ein paar Knoten mehr oder weniger, man durchaus von perfekten Segelbedingungen sprechen kann. Aber nicht nur der Wind war auf unserer Seite, der Vollmond hatte ebenso seinen Anteil an dem schönen Segelerlebnis. Eine mondhelle Nacht auf dem Meer fühlt sich rein subjektiv für uns sehr positiv an, mehr Horizont, weniger bedrohlich-dunkel erscheinendes Meer, mehr Orientierung.

    Mond an Bord

    Der nächste positive Punkt ist das Boot selbst. Wir haben relativ früh in der Passage ein Reff ins Großsegel gebunden und es auch bis zum Ende drin gelassen. Bei Windgeschwindigkeiten von 18-33 Knoten waren wir damit perfekt unterwegs. Die Windschwankungen haben wir mit der Rollgenua ausgeglichen, mal mehr, mal weniger Vorsegelfläche. Nichts geht schneller, als das Rollvorsegel zu reffen. Das Boot lief dabei wie auf den buchstäblichen Schienen, stoisch-ruhig. Das hat wiederum einen weiteren schönen Effekt, an den man zuerst so garnicht denken mag. Bei einem gut ausbalancierten Schiff verbraucht der Autopilot weniger Strom, da nur kleine Kurskorrekturen notwendig sind. Dadurch gibt es auch weniger Querbeschleunigungen, die Mann/Frau gerne als besonders unangenehm empfindet. Zudem konnten wir wegen des guten Winds ohne großen Aufwand eine schnelle Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen.

    Der einzige Negativpunkt der Reise war, falls man denn davon reden will, dass die Delfine sich nicht blicken liessen, und das kennen wir so garnicht. Normalerweise kommen jeden Tag, besonders auf dem Atlantik, ein paar fröhlich-spielende Delfine angeschossen und schwimmen mit unserem Schiff um die Wette.

    Vogel auf Schwert

    Unser tierischer Ausgleich kam aber in Form einer Seeschwalbe, exakt kitschig-romantisch zum Sonnenuntergang, die es sich auf unserem Leeschwert bequem gemacht und trotz Rauschefahrt dort fast eine Stunde verbracht hat. Es hat mich total berührt, dass so ein Vogel, der sonst in den Weiten des Atlantiks seinen Lebensmittelpunkt hat, bei uns an Bord einen Rast- oder Ruheplatz, wenn auch nur für kurze Zeit, gefunden hat.

    Zudem haben wir innerhalb eines vollen Tages gut acht Stunden schlafen können, nicht am Stück, jedoch über den Tag verteilt. Auch kürzere Schlafsequenzen reichen wohl vollständig aus. Dadurch haben wir uns zu keinem Zeitpunkt der Reise gestresst oder ermüdet gefühlt. In den 48 Stunden nach unserer Ankunft in Puerto Calero haben wir das Boot komplett entsalzen, einige Waschmaschinenladungen gewaschen, alles komplett durchgesaugt. Wir waren mit Evelyn und Horst italienisch essen, haben unsere Lieblingsteinbucht besucht, ich habe meine ersten Runden  2019 mit dem Stand-up-Paddle-Board gedreht. Samy hat seinen wohlverdienten Auslauf erhalten, wir hatten einen schönen Pubabend mit Doris und Erik und einiges mehr.

    Samy schnuffelt Landluft

    Wir sind sehr froh, auf Lanzarote zu sein, irgendwie geht von diesem kleinen atlantisch-vulkanischen Eiland ein besonderer Reiz aus.Wir werden sicherlich ein paar Wochen hier auf der Insel verbringen, zumal es ein paar Punkte an Bord zu reparieren gibt, bevor wir weiter segeln können. Dazu jedoch mehr im nächsten Blogbeitrag…

  • Nach Lanzarote – Tag 4: Ankunft

    Donnerstag, 21. März 2019, Baro 1015, auf See
    02:00 Uhr Wind NO um 6, Vollmond, Position 30°25′ N, 012°19′ W, noch 118 sm bis Puerto Calero

    Wir haben wieder gehalst, der Vollmond erleuchtet die Nacht wunderbar. Er begleitet uns durch de ganze Nacht. Ab 04:00 Uhr nimmt der Wind ab auf 20 – 24 Knoten, die Wellen werden ruhiger, dann kann man auch besser schlafen.
    Um 07:20 MEZ haben wir wieder nach Backbord gehalst, jetzt merkt man, dass wir eigentlich in einer anderen Zeitzone sind, denn noch erhellt der Mond die Nacht, während in Gibraltar bereits um 07:24 die Sonne aufgegangen ist, und vorher deutliche Dämmerungszeit war. I m Osten wird es hier nun um 07:35 Uhr langsam rötlich am Himmel.
    Der Wind bleibt uns treu, 30 – 23 Knoten heute morgen, um 10:00 Uhr haben wir ein neues Tagesetmal von 206 sm, und schon wieder ist der Skipper zufrieden. Der Wetterbericht für die nächsten Stunden sagt ebenfalls ordentlichen Nordostwind voraus, sodass berechtigte Hoffnung besteht, dass wir nach unserer Zeit vor 20:00 Uhr ankommen sollten. Hier ist ja UTC, also eine Stunde früher, da bleibt genug Zeit, um mit Samy spazieren zu gehen, sich umzuziehen, und rechtzeitig um 20 Uhr in einem der schönen Restaurants in Puerto Calero zu sitzen und das erste Bier zu trinken. Auf der Überfahrt trinken wir immer nur „Zero San Miguel“, also das alkoholfreie Bier, zum Sundowner.
    Zum Frühstück gibt es heute wieder selbst gebackene Foccacia und Rührei mit Speck, so sind wir für den letzten Tag gerüstet. Mit ordentlich Wind, um die 20 – 24 Knoten, geht es weiter. Um 16:30 Uhr MEZ liegt Arrecife querab, jetzt sind es noch 12 Meilen bis zur Marina Puerto Calero. Seit einigen Stunden haben wir Handy-Empfang, der Skipper hat sein Internet wieder, ich glaube, das hat er während der Überfahrt am meisten vermisst. Und die Whatsapps fliegen durch den Äther. Samy wittert Land, freut sich, dass kein Seegang mehr ist, und er sich alleine draußen bewegen kann, ohne Leine, sich einfach so im Trampolin wälzen!
    Vor 18:00 Uhr sind die Leinen fest am gewohnten Liegeplatz in Puerto Calero, eine super Überfahrt mit 640 Seemeilen!

  • Planänderung

    Gestern waren wir noch davon überzeugt, dass wir heute Nacht, zwar bis Sonntag bei wenig Wind,  aber doch immerhin unter Motor Europa hinter uns lassen würden, entlang der marokkanischen Küste Richtung Kanaren segeln würden. Aber dann hat ein heimtückischer Virus den Skipper hinterrücks befallen und seit gestern Abend liegt er danieder. Statt die irischen Pubs am gestrigen St. Patrick’s Day unsicher zu machen, waren wir brav an Bord, und haben alte Filme geschaut.

    Heute ging es schon ein bisschen besser, aber mit so einem Skipper wollte ich keine Nachtschichten machen, vor allem nicht auf dem Atlantik, man weiß ja nie, was dort passiert…

    Ab morgen weht der Wind in der Straße von Gibraltar aus Westen, eine denkbar schlechte Situation, um nach Westen zu fahren, selbst mit einem gesunden Skipper, also müssen wir mindestens bis Dienstag warten. Dann werden wir die gesamte Wettersituation neu einschätzen, und mitteilen, wann und wohin wir weiter fahren. Bis dahin wünschen wir allen ein schönes Wochenende!

  • Der vorerst letzte Tag im Mittelmeer?

    Pünktlich, wie vorhergesagt, geht der Wind um 16:30 Uhr schlafen, von gut 13 auf 10 auf 6 Knoten, bis es nur noch zwei bis drei sind. Der Code D muss weg, und der Motor muss uns weiter schieben. Um 18:00 Uhr nehmen wir die alte Gewohnheit wieder auf, und trinken unser 0-Alkohol-Bier als Sundowner, diesmal zusammen mit Samy, der in Spiel- und Schmuselaune ist, auf dem Vorschiff. Danach gibt es Abendessen, klassisch deutsch heute, mit Schnitzel, Kartoffeln und Salat. Um 21:20 Uhr lege  ich mich hin, leider will der Schlaf sich nicht einstellen, also ruhe ich nur Augen und Rücken aus, und löse Volker um 23:00 Uhr wieder ab. Der hat zwischendurch mal einen Segelversuch gestartet, das ging ungefähr 15 Minuten gut, und auch jetzt schauen wir, ob der Wind mehr als sechs Knoten aus 65° zustande bringt, aber auch das dauert keine zehn Minuten. Bei zweieinhalb Knoten Wind segelt auch die schnellste Outremer nicht.

    Gerade sind wir am Cabo de Gata vorbei gefahren, das Cap ähnelt wirklich einem Katzenkopf, aber bei Nacht kann man das natürlich nicht erkennen, wir wissen es von früheren Törns her. Der Leuchtturm vom Kap schickt alle vier Sekunden seine weißen oder roten Blitze aus, je nachdem aus welchem Winkel man es betrachtet. Die spanische Küste ist gut zu sehen mit all den Straßen- und sonstigen Lichtern. Über uns leuchten die Sterne vom wolkenlosen Nachthimmel, nur die schmale Sichel des zunehmenden Mondes hat sich leider schon wieder verabschiedet.

    Da wir außer den großen beleuchteten Tankern, Frachtschiffen und Fähren keine Boote auf dem Wasser sehen würden, läuft natürlich das AIS, das einen Warnton erklingen lässt, wenn es ein Signal erhält, das in 12 Minuten näher als zwei Meilen zu unserer Schiffsposition wäre. Alle zehn Minuten macht das Radar zwanzig Umdrehungen, und würde ebenfalls warnen, wenn es ein Signal in der Überwachungszone feststellen müsste. Der Windmesser zeigt, 0,8 Knoten wahren Wind an, das ist gar nichts mehr.

    Sonnenaufgang auf See

    So geht es im Zwei-Stunden-Takt durch die Nacht, kurz vor sieben färbt sich der Himmel im Osten ganz rot, um halb acht geht die Sonne auf, und die Nacht ist um.

    Delfine kommen vorbei, sind aber offensichtlich auf der Jagd, denn sie bleiben nicht lange, auch nicht die Mutter mit dem Kleinen.

    Leider hat der neue Wetterbericht nicht mehr Wind gefunden, wir motoren weiter.

    Schneebedeckte Berge im Hintergrund der Costa del Sol
  • Gute Stimmung

    Die Freunde sind da

    Seit gestern sind sie da, über 2.200 Kilometer mit dem Auto liegen hinter ihnen und jetzt feiern wir zusammen ausgelassen unseren zweiten Abend an Bord. Die Rede ist von unseren langjährigen Freunden, dem Winterhafenmeister aus Hoorn, vom WSV Hoorn, nördlich von Amsterdam, die uns für 4-5 Tage hier in Cartagena besuchen. Die Idee, uns zu treffen, ist wohl relativ kurzfristig entstanden, obwohl 24 Stunden Autofahrt auch kein Pappenstiel sind. Wir freuen uns natürlich riesig und entsprechend enthusiastisch fiel das Wiedersehen mit Gre, Kees und Boris aus. Wir kennen uns jetzt mehr als 20 Jahre und haben uns seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Nach einem späten Grill-Abend  haben wir gestern noch ein bisschen die Altstadt von Cartagena unsicher gemacht und ein paar Mal auf unser Wiedersehen angestossen.

    Oliven am Markt

    Heute früh schien die Sonne für unsere holländischen Freunde (und uns) und die Temperaturen kletterten so schnell nach oben, dass wir ein ausgiebiges Frühstück im Cockpit geniessen konnten. Windmäßig war in den frühen Tagesstunden absolut nicht los und darum gingen Gre, Cornelia und ich erstmal zum lokalen Markt, um lecker einzukaufen. Lammkoteletts, Rosenkohl, Oliven und schöne große dunkelrote Erdbeeren wanderten in den mitgebrachten Rucksack.

    Nebel am Hafen

    Leider hat sich zum Nachmittag  hin das Wetter verschlechtert, Seenebel zog auf und ein kühler Wind wehte vom Meer her.

    Den Plan, gemeinsam in eine schöne Badebucht zu gehen, warfen wir schnell über den Haufen und entschieden uns dazu, gemeinsam dem römischen Museum einen Besuch abzustatten. Bilder sprechen hier mehr als Worte, ich glaube, es gibt keinen Ort zwischen Italien und Gibraltar, an dem die alten Römer nicht gewesen sind. Trotzdem beeindruckend, was die italienischen Vorfahren alles so gebaut, respektive architektonisch hinterlassen haben.

    Teatro Romano
    The actors on stage
    Kees und Cornelia auf der Rolltreppe

    Abends fanden die leckeren Lammkoteletts ihren Weg auf den Grill, dazu gab es Bohnen, Rosenkohl und Kartoffelpüree. und ich will mich ja nicht selbst loben, aber es war soooo lecker.

    Die ganze Runde

    Morgen werden wir ein paar Stündchen segeln gehen, abends bummeln wir dann zum großen Karnevalsumzug in die Innenstadt. Den kennen wir von früher her und freuen uns schon jetzt auf die große stundenlange Parade der unzählig vielen Karnevalsgruppen.

  • Ausflug nach Murcia

    Jetzt bin ich seit Donnerstag Mittag allein an Bord, nein, natürlich nicht ganz allein, Samy ist ja bei mir. Außerdem verfüge ich über den Luxus eines kleinen Leihwagens. Ein Opel Corsa in schlichtem Grau, da musst Du Dir echt die Autonummer merken, um das Fahrzeug wieder zu finden!

    Gestern haben wir nur einen kleinen Probe-Ausflug gemacht, zum Decathlon (erfolgreich, ein Midlayer-Shirt für kalte Segeltage und -nächte), zu Desigual (erfolglos, neue Kollektion, keine Winterröcke mehr, die ich wollte) und Carrefour (ebenfalls eher erfolgreich, mit frischem Gemüse, Wein und Käse) an den Outskirts von Cartagena.

    Heute Morgen haben wir es gewagt und sind nach Murcia gefahren, 45 km nordöstlich von Cartagena, die Hauptstadt der Region, Studentenstadt und mit fast 500.000 Einwohnern die siebtgrößte des Landes. Ich war gespannt, hatte Lust auf etwas Neues. Von Beate war ich gewarnt, dass es eigentlich keine schöne Stadt ist, aber sie hat wohl Pech gehabt, ich war total begeistert!

    Tante Google lotst mich anders als die Straßenschilder zum Centro Ciudad, ich glaube den Straßenschildern und letztendlich dem guten alten Katholizismus: Wo die Kathedrale ist, befindet sich die Mitte der Stadt. Ich finde einen Parkplatz, ein Dunkelhäutiger weist mich ein, ich gebe ihm zwei Euro, er freut sich, und zeigt mir die Himmelsrichtung, in die ich gehen muss.

    Der Turm der Kathedrale kommt in Sicht

    Nach zehn Minuten stehe ich vor der überwältigenden Kathedrale, Samy und ich machen erstmal Kaffeepause. Bei den Nachbarn am Tisch darf ich den Hund lassen, um für eine kurze Zeit die Kathedrale zu erkunden, dann mäandern wir unseren Weg durch die Fußgängerzone der Stadt, mit wunderschönen Geschäften, Cafés und kleinen Restaurants. Vor lauter Schauen und Staunen vergesse ich das Essen und bin nach 13 Uhr kurz vor dem Kreislaufkollaps, da rettet uns ein nettes kleines Restaurant, wieder in der Nähe der Kathedrale vor dem Hungertod und der Pfotenabnutzung.

    Auf dem Heimweg finden wir noch einen sensationellen Platz mit einem Mega-Springbrunnen, dann streikt Samy nach über zehn Kilometern gelaufenem Weg heute.

    Hier unsortiert die Bilder von heute:

    Arena
    Green Life
    Graffiti-Kunst
    More
    Graffiti
    und noch eine
    mit dem grünen Daumen
    quadratisch
    Ensemble
    Fassade
    noch ’ne Kirche
    theater ganz…
    Theatereingang
    Theater
    Kunst im öffentlichen Raum
    mal so.
    Mal so
    Installation aufm Platz
    neue Prachtbauten

    Orangenbäume überall
    Der Turm der Kathedrale kommt in Sicht
    Häuserfront
    noch ’n‘ Turm
    neue Prachtbauten
  • Lieferkrimi

    Die Lieferung der Batterien ist irgendwann zur echten Thriller-Story geworden.

    Die Vorgeschichte: Ein aufgeregter Telefonanruf informierte uns darüber, dass Larissa vom Pferd gefallen ist und sich mindestens zwei Bänder gerissen hat, worst case für eine junge Frau, die gerade beginnt, sich eine Existenz als Pferde- und Hunde-Physiotherapeutin und -Osteopathin aufzubauen. Die Pferde wohnen ja nicht mal eben in „Mit-dem-Stock-Laufdistanz“. Und Hündin Nana sowie Pferd Merlin möchten auch bewegt werden, richtiger Mist, um es vorsichtig auszudrücken. Genügend Gründe für den Papa, nervös zu werden, und für mich, ihm einen Flug zu buchen.

    Selbst Samy ist angesteckt und wartet

    Aber zuerst müssen die Batterien kommen! Gregorius von Autosolar hat gemeint, vielleicht brauchen sie auch nur einen Tag, aber am Mittwoch sind sie bestimmt da. Gut, der Dienstag geht vorbei, leider keine Batterie-Lieferung, am Mittwoch Morgen beobachten wir die zahlreichen Lieferdienste, die den Hafen anfahren, zum Teil mit bekannten, zum Teil unbekannten Namen, aber immer mit mindestens VW-Bus-großen Lieferwagen. Nix!

    Um 11 Uhr telefoniere ich mit Gregorius, der gibt mir die Telefonnummer der Spedition, die wiederum sagen, „ja, die Batterien sind in Murcia angekommen, aber wann sie umgeladen und ausgeliefert werden, dafür musst Du eine andere Telefonnummer anrufen“. Mache ich, aber der Typ am Telefon ist unfreundlich und sagt. er habe keinen Auftrag mit dieser Nummer oder meinem Namen, und legt dann einfach auf. Ich probiere es erneut bei Gregorius, der ist gerade zu Tisch. Wieder eine halbe Stunde warten, dann das nächste Telefonat. Gregorius verspricht, sich darum zu kümmern, und will mich zurückrufen, sobald er mehr weiß. Warten…

    Inzwischen ist es nach 15 Uhr, wer weiß, wann die bei Autosolar Feierabend machen, ich probiere es erneut, dort anzurufen. Freundlich wird mir beschieden: „Gregorius ist gerade am Telefon, und er hat alle Informationen, aber gib mir Deine Nummer, er ruft zurück“. Das ist mir nach einer halben Stunde zu lange, endlich komme ich zu ihm durch, „Mach Dir keine Sorgen, die Batterien kommen heute noch, sie werden heute Nachmittag geliefert!“ Wow, tatsächlich? Noch während wir daran zweifeln, steht der Lieferwagen der Spedition Dachser beim Boot und lädt eine Palette mit vier Batterien aus! Bernhard kommt sofort herbei geeilt (unser großer Dank geht an Beate und Bernhard!) und noch vor der Dämmerung sind die alten Batterien an Land und die neuen vorbildlich eingebaut, der Strom kann wieder fließen, Bernhard rechtzeitig, geduscht und gekämmt zur Abendeinladung, und Volker am nächsten Tag am Flughafen sein.

    Just in Time! Super Service von Autosolar.es!

  • Schöne Zeit

    Downtown Denia

    Denia kennen wir schon von unserem ersten Zwischenstopp vor knapp vier Jahren und schon damals hat uns der schöne Yachthafen mit seinen gepflegten Anlagen, Restaurants und der ewig langen Seepromenade sehr gut gefallen. Das quirlige Stadtzentrum ist gut 20 Gehminuten vom Hafen entfernt und allabendlich eine beliebte Flaniermeile für die Spanier und die Touristen.

    Denias Burg

    Alle paar Meter gibt es in der Fußgängerzone, neben den üblichen Geschäften, Tapasbars mit verlockenden regionaltypischen Tapas, die zu einem Einkehrschwung einladen. Da der Frühling in Spanien bereits Einzug gehalten hat, sind die Sitzplätze im Freien schon gut frequentiert, auch wir lassen uns vom mediterranen Flair gerne anstecken und genießen leckere Chipirones, das sind kleine panierte und frittierte Tintenfische, vorzüglich…

    Die Palmen sind schön beleuchtet

    Gestern Abend waren wir dann in einem der durchweg hübschen und modern gestalteten Hafenrestaurants, dem „Republica“, herausragend gut essen. Wir bekamen einen Sitzplatz mit schöner Aussicht auf das Meer und den heimelich warmen offenen Kamin. Das Essen war hervorragend und mein gut 400 Gramm schweres „Roasted Pork“ war so opulent, dass noch was für Samy übrig blieb.

    Zum ersten Mal 2019 in kurzen Hosen

    Wir haben alle anstehenden Jobs, die es noch so an Bord zu tun gab, bei schönstem Sonnenschein erledigt, und ich konnte das bei milden 20 Grad sogar in Shorts tun. Heute haben wir uns nach einigem Abwägen dazu entschieden, trotz widersprüchlicher Wetterberichte abzulegen. Der eine sagte heftigen Gegenwind, der andere segelbaren Nordwestwind voraus. Fakt ist, dass beide Vorhersagen nicht stimmen, es ist gar kein Wind zurzeit und wir motoren. Heute Nacht wollen wir in der Nähe von Alicante ankern und morgen bis Cartagena weiter segeln, und endlich Beate und Bernhard dort wieder zu sehen.

    Alle ehemaligen Probleme an Bord scheinen gelöst zu sein, die Motorräume sind endlich knochentrocken, die Heizung läuft nicht mehr aus, wir sind sehr froh, dass es so ist, toi, toi, toi…

    Kunst auf der Promenade
    „Good vibes“ Café
  • Tag 3: Bis Denia

    Freitag, 8. Februar 2019, Baro 1022, bewölkt, später sonnig, Wind 2 – 18 Knoten
    auf See, 17:30 Marina de Denia

    Beim ersten Tageslicht habe ich in meiner Wache den Teig für ein Hefe-Baguette angesetzt, am Ende der Wache wurde es, schön geformt auf ein Backblech gelegt. Ich durfte mich anschließend hinlegen, das Brot musste aufgehen, dann gab es zum späten Frühstück frisch gebackenes Brot, lecker.

    Bis 15:00 Uhr wehte der Wind mit 3 – 10 Knoten von vorne, dann,  ca. 15 Seemeilen vor dem Cabo de la Nao frischt er auf, immer noch von vorne, und es baut sich eine unangenehme Welle auf. Zunächst motoren wir gegenan, aber das ist ganz furchtbar, wir rollen lieber die Genua bis Reff 1 aus und kreuzen. So richtig Spaß macht das aber auch nicht, nach fast zwei Stunden beschließen wir, dass wir nach Denia ablaufen, wir wollen nicht die ganze Nacht, so sagt es der Wetterbericht, gegenan kreuzen und das Boot in die Wellen fallen lassen.

    17:30 machen wir die Leinen in der Marina de Denia fest. Am heutigen Samstag verbringen wir einen angenehmen Tag mit kleinen Instandhaltungsarbeiten, Wäsche und Ausruhen. So wie es in den Wetterberichten aussieht, können wir am Montag mit Ostwind nach Cartagena fahren. Vamos a ver!