Sturmwarnung: Am Signalmast des Hafenmeistergebäudes werden am späten Vormittag zwei rote Flaggen übereinander gesetzt. Nichts Gutes bedeutet dieses Doppel-Rot, und beim direkten Abgleich mit dem Internetwetterbericht wird klar, dass ab dem Nachmittag alle Zeichen auf Sturm stehen.Bis in die Abendstunden tobt der Sturm, manche Böen erreichen selbst im Hafen über 35 Knoten Wind, und ein paar Schauer sind auch dabei. Die luvseitigen Fender haben wir auf Deck gelegt, damit sie nicht ständig an die Bordwand trommeln.
Cornelia nutzt die Gunst der Stunde, um unseren ersten Drohnenfilm, den wir vom Boot aus in der zurückliegenden Woche gedreht haben, zu schneiden, zu untertiteln und mit passender Musik zu umranden.
Schreiben könnte ich viel, zum Beispiel davon, welche Probleme mit unserem Schiff uns, abgesehen von der Starkwindvorhersage, noch hier in La Grande Motte halten. Lust dazu habe ich eigentlich keine, denn wir würden viel lieber von tollen Erlebnissen erzählen und nicht von nervigen Defekten, die fast zwei Jahre nach der Bootsübergabe eigentlich keiner mehr erwarten würde. Aber unser Outremerkat ist anscheinend immer wieder für Negativüberraschungen gut.
Eines von diesen Negativerlebnissen ist, dass die am Montag in Betrieb genommene Entsalzungsanlage gestern gleich an zwei Stellen geleckt hat. Die Anlage war während des zurückliegenden Werftaufenthaltes ausgebaut worden, um ein Leck im Heck abzudichten. Der herbeigerufene Monteur zog die Überwurfschrauben der Zuleitungen nach und jetzt hoffen wir, dass das Problem gelöst ist.
Sonnenuntergang über LGM
Heute fand ich dann ausgelaufene Heizungsflüssigkeit in zwei Bilgenabteilungen. Da ich mir anfangs nicht sicher war, um welche Art von Flüssigkeit es sich handelt, und weil man ja als Bootsfahrer darauf konditioniert ist, den Salz- bzw. Süßwassertest zu machen, hab ich gleich meinen Finger darin getaucht und das probiert. Ich kann nun hier mitteilen, dass ich noch nie so was ekelhaft Schmeckendes im Mund hatte. Grund für die Undichtigkeit waren in dem Fall lockere Schlauchschlellen vonden Schlauchverbindern.
Dazu gibt es noch ein paar, ebenfalls heute entdeckte, Gelcoatprobleme.
Fazit: Samstag los segeln ist gestrichen. Martin und Susanne freuen sich, dass wir ihnen. noch ein paar Tage länger hier in LGM erhalten bleiben, folglich verbringen wir die Abende zusammen. Und daher gibt es glücklicherweise nicht nur Negatives zu berichten. Ein Highlight am heutigen Tag war, dass uns Raphael das Spleißen von Dyneema (Material, aus dem Schoten und Fallen hergestellt werden) geduldig und anschaulich erklärt hat. Wir sind sehr froh darüber, da dieses Material an vielen Stellen im Riggbereich an Bord verwendet wird und bei Verschleiss ersetzt werden muss.
Morgen machen Cornelia und Susanne einen Ausflug nach Port du Rhône, um Silvia und Jürgen das Auto zurückzugeben. Das Schiff ist im Decksbereich jetzt komplett poliert, das erfreut mein Auge und am Wochenende sollen die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich zurück klettern, das ist ja auch etwas Positives.
In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern viele positive Momente und schon jetzt ein schönes Wochenende.
Wer hat sie gesehen, die totale Mondfinsternis des rötlich schimmernden Morgenmondes? Um 5:20 Uhr hab ich mich still und leise, ohne die Capitania zu wecken, winterlich warm angezogen, um das Mondspektakel an einem sternenklaren Himmel zu bestaunen. Langsam schob sich der Mond nordwestwärts in den Erdschatten bis zur völligen Mondfinsternis, es dauerte eine ganze Weile bis dahin. Die Finsternis hielt dafür auch eine gute Stunde an, um dann von dem oberen Mondrand aus langsam wieder zu weichen. Cool und kalt gleichzeitig, bei minus 1 Grad Celsius Außentemperatur, auf französisch heißt Mondfinsternis übrigens „Eclipse de Lune“.
Die Leine fürs Seitenschwert ist kalibriert
Heute haben wir mit Raphael, dem engagierten Aftersalesmitarbeiter von Outremer, die noch zu erledigenden Punkte auf der To-Do-Liste besprochen und heute Nachmittag, ging es gleich mit dem Abarbeiten los. Cornelia und ich waren währenddessen nicht untätig und haben die neuen Leinen die bei den Seitenschwertern installiert wurden, mit Knoten so kalibriert, dass die Schwerter auf der einen Seite bei Nichtgebrauch hoch genugaufgewincht, andererseits auf einem Kurs gegen den Wind tief genug abgesenkt werden können.
Samy hat mit dem ganzen Trubel nichts zu tun…
Dann haben wir unsere Meerwassentsalzungsanlage wieder in Gebrauch genommen und den rechten Wassertank mit dem kostbaren Nass aufgefüllt – ab jetzt brauchen wir wieder keine Mineralwasserflaschen mehr zu schleppen. Später kam noch der Servicemitarbeiter von Delta Voile vorbei und hat unser Leichtwindsegel zur kleinen Nachbesserung mitgenommen. Es geht also voran an Bord.
Nur die zukünftige Wettersituation betrachten wir mit Sorge, ab Mittwoch ist ein länger andauernder Wintersturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometer aus West bis Nordwest vorhergesagt. Geduld ist gefragt, mal schauen, wann wir hier aus LGM wegkommen.
Schneefall bei HeidelbergSonne hinter der französischen Grenze
Gestern war es soweit, unsere unbeabsichtigt verlängerte Wintersegelpause ging zu Ende und nach einer achteinhalbstündigen Autofahrt, die, abgesehen von ein paar Schneeschauern im badischen Verkehrsraum, ereignislos verlief, standen wir endlich wieder vor unserem Boot. Unser erster Blick galt natürlich dem neuen Antirutschbelag und gleich beim ersten Anbordsteigen war der berühmte Vorher-Nachher-Unterschied mehr als deutlich spürbar. Die Sandkörnung ist jetzt so aggressiv, dass ein unbeabsichtigtes Ausrutschen an Deck eigentlich ausgeschlossen werden kann.
Wintersonne über der Bucht von Aigues Mortes
Hellweiß blinkt der neue Decksbelag in der Sonne, denn nach den grauen Tagen in Darmstadt scheint hier im Süden endlich die Sonne von einem superblauen Mittelmeerhimmel. Das Autothermometer zeigte kurz vor der Ankunft wärmende 10 Grad, nicht schlecht. Noch besser als das Wetter war die Einladung der Lunaracrew zum Abendessen. Und Überraschung, nicht nur Martin und seine Frau Susanne waren an Bord ihrer „Lunara“, sondern auch Sylvia und Jürgen von der „Graskarpfen“ fanden sich bald ein. Die beiden hatten wir mehr als ein Jahr nicht gesehen und entsprechend groß war die Wiedersehensfreude.
Heute hat mich eine innere Unruhe irgendwie schon um 6.30 Uhr geweckt und um 8 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett. Zuviel galt es zu erledigen, wir wollten noch vom glücklichen Umstand des Mietwagens profitieren. Also ging es mit einer Wasserpumpenzange gleich in die vordere Backskiste, um zwei von den drei großen 13-Kilogramm-Butangasflaschen auszubauen. Einer der Spanngurte zum Fixieren war so korrodiert, dass nur der finale Schnitt mit dem scharfen Messer die Gasflaschen freigab.
Hundespuren im Sand
Auch der Dieselvorrat im Steuerbordtank war ziemlich im Keller, ich tanke gerne, wann immer möglich, mit den Reservekanistern von der Autotankstelle, den Dieselkraftstoff ohne Bioquotenpflichtanteil (das ist der teurere Diesel!). Der Vorteil liegt dabei auf der Hand, dieser Diesel der DIN En Norm 590 neigt deutlich weniger zur Algen-, bzw. Bioschlammbildung im Tank als der normale Diesel. Das macht beim Auto nix aus, da das Zeug so schnell verbraucht wird, dass sich keine schädliche Biosuppe bildet. Jedenfalls haben wir 190 Liter in Kanistern rangekarrt und eingefüllt, war auch gleichzeitig ein Krafttraining, gell.
LGM hat uns wieder
Die frisch gefüllten Gasflaschen, stehen wieder an ihrem Platz, gesichert mit einem neuen Spanngurt mit Edelstahlschließe!!! Wenn so ein Arbeitstag mal anfängt und die Motivation da ist, macht man weiter. Sechs Stunden lang haben wir Gelcoat poliert, den Salon grundgereinigt, die Eignerkammer komplett gestaubsaugt, die Betten frisch bezogen, und das Leihauto am Flughafen abgegeben.
Dazu noch ein Wort, wir hatten einen Ford Kuga, Benziner, mit Allradantrieb und Automatikgetriebe. Dieser kleine SUV hat mehr als 10 Liter im Durchschnitt verbraucht und das bei ruhiger Autobahnfahrt, wie „en France“ üblich mit 130 km/h. Ich hab das Suv gleich mal in Suf(f) umgemünzt. Mein alter Mercedes Diesel mit Achtzylindermotor, der bald nicht mehr alle Straßen in meiner geliebten Heimatstadt befahren darf, verbraucht bei ruhiger Fahrt nicht mehr als acht Liter im Schnitt. Wo ist der Fortschritt?
Zum Schluss gehen noch ganz schnell herzlichste Grüße von uns an die Vereinsmitglieder des Segel-Club-Saar und des Yachtclub Saarbrücken, die heute ihren gemeinsamen Jahresempfang feiern, wozu wir ganz viel Spaß und Erfolg aus LGM wünschen.
Die Spitze des Turms verschwindet im NebelDer graue Himmel schluckt den GoldglanzDüster schaut die Figur über das Becken
Wenn wir in Darmstadt sind, gehe ich jeden Morgen mit Samy über die Mathildenhöhe. Je nach Jahreszeit und Wetterlage zeigt sie sich in gänzlich unterschiedlichem Licht, das ist sehr spannend. Waren es im Sommer bereits vor acht Uhr kräftige Farben, die das Bild ausmachten, so sind es momentan eher Schwarzweiß-Bilder, die ich zu sehen bekomme. Der Hochzeitsturm verschwindet im morgendlichen Dunst, die goldenen Kuppeln der russischen Kirche schimmern nur noch verhalten. Dazu ist es still hier oben. Zwar dringt aus der Stadt und den Einfallstraßen ein gleichmäßiges Verkehrsbrummen, aber hier oben gehen nur ein paar einzelne Menschen mit ihren Hunden spazieren.
Hinter dem Schwanentempel geht der Blick Richtung OdenwaldSommerwolken schmücken den Himmel über dem EnsembleEin schöner Ort für Hochzeitsfotos
Im Sommer ist das anders, da gibt es auch schon frühe Touristen, die, mit Handys oder Fotoapparaten bewaffnet, wild in der Gegend herum knipsen. Im Winter sind die Steinfigurinen im Platanenhain in schmucklosen Holzkisten verpackt, damit der Frost ihnen nichts anhaben kann. Der vom Sommer ausgedörrte Rasen wird langsam wieder grün. Noch einen Unterschied gibt es: Im Winter bleiben die Wiesen auch am Samstag und Sonntag sauber, während dort im Sommer unzählige Flaschen und Dosen von den abendlichen Feierstunden Darmstädter Jugendlicher liegen bleiben, schade, dass sie dafür kein Gefühl haben, und ihren Dreck noch abends nicht aufräumen. So machen es die städtischen Angestellten, die schon früh morgens hier sauber machen, sehr löblich. Aber die Mathildenhöhe möchte ja auch Weltkulturerbe werden, da muss sie sich schon ordentlich präsentieren.
Der Hochzeitsturm, auch schön im kalten Winterhimmel
Mir gefällt mein Morgenspaziergang, der freie Blick bis hin zum Odenwald und auf der anderen Seite in die Rhein-Main-Ebene tut gut, und ich bin gerüstet für den Tag.
Nachdem wir in der vergangenen Woche unserem Oberbürgermeister bei seiner Rede zur Eröffnung des Darmstädter Weihnachtsmarktes zugehört, und die Schönheit der diesjährigen Glühweinkönigin bewundert haben, haben wir uns an den Folgetagen so richtig weihnachtlich eingegroovt.
Nikoläuse, Lichterketten, Weihnachtssterne und anderer vorweihnachtlicher Dekoschmuck wurde aus tiefen Kellerräumen hervorgekramt und an exponierter Stellen in unserer Wohnung drapiert. Doch das war nur der erste Schritt beim Zünden der Vorweihnachtsrakete.
Für uns…… für Larissa… für den Friedhof
Massen von Tannenzweigen wurden besorgt, Stumpenkerzen in der Drogerie gekauft und Wickeldraht im Baummarkt erworben. Vorgestern war es soweit, und in einem mehrstündigenArbeitseinsatz habe ich aus dem Material drei komplette Adventskränze gewickelt und dekoriert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Viele Englein
Gestern haben wir das regenfreie Wetterfenster genutzt und sind zusammen mit Larissa zum kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt nach Altsaarbrücken aufgebrochen, der dort bereits 44 mal, wie üblich am ersten Adventswochenende stattfand. Engel aus Metall und Schwemmholz, weihnachtliche Gestecke, Schickes in Strick, Silber sowie Silberschmuck werden ausgestellt und angeboten. Auch saarländisch-kulinarische Highlights wurden an den Buden im historischen Altsaarbrücker Ortskern präsentiert. Heute Abend treffen wir uns mit unseren Freunden aus der Allee zum alljährlichen Gänse- und Entenessen in der Linzer Stube.
Viel Neues vom Boot, bzw. von Outremer gibt es nicht, wir haben nur erfahren, dass es einen Schaden am Masttop gibt, der repariert werden muss, nur bei der Garantiefrage gibt es bis jetzt noch keine Einigkeit. Wir sind der Meinung, dass der Schaden durch den Großfallblock entstanden ist, nachdem der Lümmelbeschlag auf dem Atlantik gebrochen war. Lorimar, der Mastenbauer, verneint dies und will die Sache auf uns abwälzen, weil wir das Vorliek des Segels bei der provisorischen Reparatur nicht tief genug festgebunden hätten. Diese Argumentation finden wir sehr fragwürdig, da wir ja aufgrund eines Materialfehlers des Lümmelbeschlages, der zudem bekannt war, zu dieser Notreparatur gezwungen wurden. Wir werden zeitnah berichten. wie diese Sache ausgeht.
Fünf Messer vom Boot brauchen dringend neue Klingen, ich habe recherchiert und schließlich noch jemand gefunden, der in Silbermesser neue hochwertige Klingen einsetzt bzw. sie einsetzen lässt in Solingen. Der Laden ist in Frankfurt auf der Berliner Straße, und hat im Schaufenster hunderte Messer liegen, in allen möglichen Formen und Farben, innen drin gibt es auch Pistolen und Munition, Waffen-Bock macht seinem Namen alle Ehre. Mit Samy bin ich dort hingefahren, habe vorher noch unsere Glasenuhr vom Uhrmacher Nickel in der Mainzer Landstraße abgeholt, da mussten die Rädchen und Federn mal überprüft werden.
Logo von „Blutsgeschwister“
Es ist natürlich nicht gerade einfach, am Römer in Frankfurt zur Weihnachtsmarktzeit einen Parkplatz zu finden, die Parkhäuser waren schon vor elf Uhr besetzt, einen kleinen Platz für meinen Kangoo habe ich in den kleinen Straßen kurz vor dem Main trotzdem gefunden, hab für ein dreiviertel Stündchen ein Parkticket geholt, und bin mit Samy durch die Gassen geschlendert. Man merkt schon, dass man in einer Großstadt ist! Allein die Fülle, Verschiedenheit und Größe der Läden unterscheidet Frankfurt deutlich von der kleineren Provinzschwester Darmstadt. Ein großer Laden mit fantasievoller Frauenmode heißt „Blutsgeschwister“, hatte ich noch nie gehört, ist aber voll trendy!
Der Nussknacker vor dem LadenDie Krippe
Am Römer steht auch das Museum für Moderne Kunst (leider keine Option mit Samy) und die Schirn Kunsthalle und der Kunstverein und das historische Museum und das Stolze-Museum, Wahnsinn. In einer Galerie entdecke ich Radierungen von Picasso und Miró. Der Weihnachtsmarkt ist schön und bereits am Vormittag gut besucht, , hat wohl auch einen Käthe-Wohlfahrt-Laden, ist aber nicht wirklich bedeutender als unser geliebter Darmstädter Weihnachtsmarkt, ein Trost.
Absolut fasziniert war ich von dem neu angelegten Viertel rund um Römer und Dom, mit den wieder aufgebauten oder renovierten alten Fachwerkhäusern, in denen Geschäfte, Restaurants und Cafés untergebracht sind. Neben dem Dom steht ein großer Kran, es wird noch immer gebaut, aber dieses Viertel ist wirklich einen Besuch wert. Mal sehen, ob ich Volker mal animieren kann, es bei wärmeren Temperaturen mit mir zu besuchen. Ich werde berichten.
Justitia-BrunnenAuch hier die Waage der JustizDom mit KranDas Eckhaus ist das „Haus zum Engel“
Tatsächlich hat am Mittwoch alles geklappt. Schon vor acht Uhr kam der rasterlockige Fahrer mit ersten Utensilien für den geplanten Bootslift unserer Hexe. Allerdings hatten wir uns am Vorabend noch gewundert, dass gar keine Elektriker von Outremer da waren, um die elektrischen Verbindungen am Mastfuß zu kappen. Die waren aber nicht informiert worden und kamen halt erst am Mittwoch früh, war ja aber noch ausreichend. Leider hat auch der in Strömen fallende Regen des Vorabends aufgedeckt, dass nicht alle durch das Abnehmen verschiedener Blöcke an Deck entstandenen Löcher ausreichend verschlossen worden waren. So standen überall im Boot Schüsseln rum, um das eindringende Wasser aufzufangen.
Der gelbe Kran
Als ich gegen 09:00 Uhr mit Kaffeestückchen für alle bewaffnet vom Bäcker zurück kam, fuhr gerade der gelbe Kran neben die Hexe, und los ging es. Die Jungs von Agreement hatten schon alles vorbereitet, nun sollte zuerst der Mast abgenommen werden. Das ist ein hartes Stück Arbeit, bis hier auch alles gut klappt und das lange Ungetüm sicher auf den rollbaren Böcken liegt.
Da kommt der Mast
Danach dauerte es nicht mehr lang, dann wird auch das Boot an sich aus dem Wasser gehoben. Das ist schon immer sehr aufregend und alle Beteiligten sind hochkonzentriert bei der Sache. Erst als die Hexe sicher an Land steht, verlassen wir unseren Beobachtungsposten und steigen ins Auto für die 950 km lange Heimfahrt.
Von einer früheren Ausfahrt hat Martin ein hübsches Video gemacht, das hier zu sehen ist.
Vorgestern war Feiertag, nicht bei den Franzosen, sondern für Martin. Der hatte Geburtstag und das musste natürlich standesgemäß zelebriert werden. Ich sag jetzt auch nicht, wie alt er wird, nur Udo Jürgens sang da irgendwie sowas, dass ab dann das Leben richtig anfängt. Es gab auch ein Gericht, das Martin besonders gern mag, das wir jedoch so nicht kannten und das mir sehr gut geschmeckt hat. Senfeier, das sind hartgekochte Eier, dazu wird apart eine Mehlschwitze mit Senf angerührt, fertig ist die Lauge… Schmeckt klasse und geht schnell, für mich als Fleischliebhaber, da hat der Rest der Runde zugestimmt, kann man das auch mit Tafelspitz zusammen in Kombination essen.
Gestern waren früh morgens Raphael vom Outremeraftersalesservice und Julienne, der Chef der Lackierhalle an Bord um festzulegen, welche Beschläge, Relingssegmente, Winchen, Cockpitzeltbefestigungen etc. vorm Antirutschbelagspritzen abgebaut werden müssen. Heute morgen kam François, der für den Bereich „Accastillage“, also Decksanbauten und Beschläge verantwortlich ist, um noch einmal die Details zu besprechen. Morgen früh kommt er mit seinen Mannen und beginnt mit den Vorbereitungsarbeiten. Wir werden in den nächsten Tagen immer wieder mal berichten, was an Bord passiert.
Gestern Mittag ging es mit dem Stand-Up-Paddleboard raus aufs Meer zum Wellenreiten. Die Stürme der letzen acht Tage haben eine schöne Dünung mit coolen Wellen zum Runtersurfen hinterlassen. Da ich das noch nie gemacht habe, habe ich mich auf das Board gekniet und trotzdem haben mich die Wellen das eine oder andere Mal hinunter gespült und ordentlich durchgewirbelt. Der Ziel ist es, heil durch die brechende Brandung, ob kniend oder auf dem Brett liegend zu paddeln und dort draußen auf die richtigen Wellen zu warten, um sich dann aufzustellen und so richtig los zu surfen. Wie oft haben wir den Wellenreitern schon zugeschaut, besonders auf dem Atlantik. Doch Selbermachen ist gar nicht so einfach! Eine Stunde lang habe ich es kniend probiert und ein paar mal bin ich in einem gefühlt „entfesselten Surf“ bis zum Strand zurück gesurft. Coole Geschichte mit Suchtpotenzial.