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  • The Maltese Falcon

    Größenunterschiede 1
    Größenunterschiede 1

    Sie ist groß, ziemlich groß sogar und bis vor drei Jahren war sie die mit Abstand größte Segelyacht der Welt. Klar, manch ein Windjammer ist größer, aber eine Segelyacht, ein Lustschiff, hat auch andere Ambitionen und nicht den Anspruch, Fracht zu segeln. Höchstens menschliche. Der Malteser Falke, so der Name der Segelyacht, ist 88 Meter lang, 11 Meter breit, hat einen Tiefgang von 6 Metern und trägt an drei Masten über 2400 Quadratmeter Segelfläche. Und da gibt es wieder etwas besonderes darüber zu sagen, die Masten stehen unverstagt, d.h. sie werden nicht von Drahtseilen gehalten oder abgestützt. Jeder Mast ist 58 Meter hoch und steht drehbar in Lagern, die es ermöglichen, die Segel zum Wind auszurichten. Eine grandiose Meisterleistung der Ingenieurskunst. Erfunden wurde dieses Mastensystem in Deutschland und es erinnert ein wenig an das chinesische Dschunkenrigg.

    Größenunterschiede 2
    Größenunterschiede 2

    Der Falke wurde 2005 in der Türkei gebaut und ist seit ein paar Jahren auch zu mieten. Der stolze Mietpreis beträgt 350.000 Euro pro Woche in der Nebensaison. Wer dann Ferien machen muss, wenn jeder dran ist, zahlt nochmal 40.000 Euro extra. Aber dafür gibt es dann 15 Crewmitglieder inklusive, die den maximal 16 Passagieren wahrscheinlich jeden Wunsch von den Lippen ablesen und das Wissen, ein wirklich besonderes Schiff unter den Füßen zu haben.

    Der Blick über die Maddalena-Bucht
    Der Blick über die Maddalena-Bucht

    Gestern ist die “Maltese Falcon” zuerst hinter uns her gesegelt, bei reichlich Wind und allen gesetzten Segeln ein stolzer Anblick. Und obwohl wir nicht langsam unterwegs waren (mit 8 bis 10 Knoten), hat sie uns irgendwann überholt. Wir konnten sie sozusagen aus allen Perspektiven bewundern. So viel Schönheit zieht natürlich an. Bald gab es einen ganzen Tross von Begleitschiffen.

    Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena
    Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena

    Nach dem Spektakel ging es für uns weiter zur größten und namensgebenden Insel des Maddalea-Archipels, La Maddalena selbst. Cornelia hat einen Liegeplatz im Stadtzentrum reserviert und bald schon schlenderten wir durch die schöne Stadt und genossen das mediterrane Flair und das geschäftige Treiben. Abends gab es Livemusik nah beim Hafen in einer netten Kneipe. Um Mitternacht waren unsere Batterien leer und der Ruf der Koje stärker, als der der Musik. Gut gelaunt und gestärkt ging es am nächsten Tag nochmal zum nahegelegenen Supermarkt und zum Metzger.

    Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel
    Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel

    Mit Larissa habe ich dann eine unbewohnte Insel erkundet. Das ganze Ensemble war wohl mal ein Wachtposten gewesen mit Wachturm, Unterkünften und einem Plumpsklo über einem Abhang. Steile Anstiege, schmale Wege mit Gestrüpp und Dornen und sandige Strandabschnitte haben wir erklommen und wurden mit einer herrlichen Aussicht über das Achipel belohnt.

    Wilder Dill
    Wilder Dill auf den Straßen von La Maddalena

    Danach ging es auf die Zielgerade, nur mit dem Vorsegel haben wir die letzten 2 Seemeilen zu unserer Ankerbucht zurückgelegt. Dort waren wir schon vor mehr als einer Woche, als es so heftig aus westlichen Richtungen geweht hat. Und genau das soll es auch in den nächsten zwei Tagen tun. Der Anker ist tief im Grund vergraben und hält unser Schiff hoffentlich sicher.

  • In San Teodoro

     

    Ein sehr schön dekoriertes Haus in San Teodoro
    Ein sehr schön dekoriertes Haus in San Teodoro

    Heute sind wir aus unserer schönen Ankerbucht nach einer viel ruhigeren Nacht aufgebrochen, um in der Marina von Puntaldia Benzin für den Außenborder, Diesel für windschwache Tage und Wasser für die Tage vor Anker zu bunkern, eventuell auch in dem kleinen Supermarkt, von dem Johannes erzählte, Fleisch, Gemüse und Obst einzukaufen. Die ersten drei Ziele haben wir erstklassig erreicht, der Supermarkt ist gescheitert, weil es keinen Platz im Hafen gab, wo wir mal für eine Stunde festmachen konnten. Alle freien Plätze seien Eignerplätze, sagte der freundliche Tankwart, deswegen könnten wir dort nicht festmachen. Wir sollten draußen ankern, und dann mit dem Dingi zurückkommen.

    Nee, das wollten wir nicht, da sind wir die drei Meilen nach San Teodoro gesegelt, das soll ein hübsches Städtchen sein, da gibt es auch einen Supermarkt. In der Nähe der vor zwanzig Jahren begonnenen und nie fertig gestellten Marina finden wir nach einem gescheiterten Versuch einen guten Ankerplatz im weißen Sand. Erstaunlicherweise gibt es hier ganz viele ganz rot-gelbe Quallen, so viele, dass Volker nach dem zweiten Tauchgang zu unserem Anker lieber zurück an Bord schwimmt. Mit den Medusen in diesen Farben ist nicht zu spaßen, das gibt Verbrennungen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Leuchtend gelb schillern die Tentakel.
    Volker bringt Larissa und mich an den Strand, damit wir ins Städtchen zum Einkaufen gehen können, er möchte das Dingi nicht so gerne alleine hier zurücklassen. Wenn das mal geklaut würde, hätten wir ein echtes Problem: Vom Ankerplatz aus ist es unser Kontakt mit der Außenwelt, für Nico die einzige Möglichkeit zum Gassi gehen, das darf nicht wegkommen.
    Das aufblasbare Zelt vor der Kirche
    Das aufblasbare Zelt vor der Kirche

    In der Mittagshitze machen wir uns auf den Weg, das ist aber nicht schlimm, denn der Weg ist gesäumt mit sehr schönen Häusern, hier wohnen laut Sabines Handbuch die wohlhabenderen Italiener, die ihre Ferienwohnungen auf Sardinien haben. Sehr schön, alle mit überdachten Veranden oder Loggien, schön angelegten Gärten, auch mal mit Pool. Im Supermarkt finden wir – außer Fleisch – alles, was wir brauchen, Fleisch gäbe es – laut Verkäuferin – im Ortszentrum, ca. 10 Minuten weiter. Wir bezahlen unsere Einkäufe und lassen sie in der Obhut der Angestellten, damit wir das alles nicht hin- und wieder zurücktragen müssen.

    Sehr kommoder Beichtstuhl
    Sehr kommoder Beichtstuhl

    Der Weg in die Innenstadt ist keine 10 Minuten weit, das Zentrum wirklich sehr klein, aber hübsch. Wir besichtigen die eher karge Kirche mit den sehr kommoden Beichtstühlen. Draußen wird ein aufblasbares Zelt aufgebaut, wofür auch immer, wir setzen uns auf einen Milkshake und ein Bier in die sehr schöne Bar und genießen die Atmosphäre des süditalienischen Ferienortes. Wir finden einen noch viel größeren Supermarkt, der hervorragendes Fleisch anbietet, wir kaufen Koteletts vom sardischen Landschwein, das uns abends auf dem Feuer hervorragend mundet.

    Kleiner Snack beim Lady's Ausflug
    Kleiner Snack beim Lady’s Ausflug

    Zurück am Meer rufen wir unser Wassertaxi, Volker und Hund kommen, bringen die Beute und uns zurück auf die Hexe, nach einem kleinen Snack lichten wir den Anker, und segeln zurück in die Bucht, aus der wir heute morgen aufgebrochen sind. Heute Nacht kann es sein, dass ein starker Südostwind kommt, da sollten wir hier wunderbar geschützt sein.

    Darmstadt 98 hat am heutigen Spieltag gegen Schalke 04 unentschieden 1 zu 1 gespielt.. Super Ergebnis für den Bundesliganeuling!!!
  • Das kleinste Königreich Europas

    IMG_6566liegt gerade mal ein Steinwurf von unserem jetzigen Ankerplatz entfernt. Und heute war es dann soweit, wir, Johannes, Hardy, Cornelia, Larissa, Luise (7), Lotta (8), Emil (8) und ich haben den König besucht. Jedenfalls fast, zumindest waren wir in, oder weil es eine Insel ist, auf seinem Reich. Jetzt erst mal zu den vielen neuen Namen, die bisher noch nicht in unserem Blog erwähnt wurden. Cornelias Freundin Sabine hat mit ihrem Lutz ein schönes Haus auf Sardinien. Beide kommen erst Anfang September nach Sardinien, aber glücklicherweise verbringt der älteste Sohn Johannes mit Kindern (Emil und Luise) und einem Freund (Hardy), ebenfalls mit Kind (Lotta), seine Ferien im elterlichen Ferienhaus.

    IMG_6544Nachdem wir gestern Olbia verlassen haben, hat uns ein flotter Segelwind schnell zum Strand von Porto Taverna gebracht, wo wir die fünf getroffen haben. Der Nachmittag war schnell gemeinsam auf der Hexe mit Baden, Schnacken und Planen verbracht.

    IMG_6545Für abends hat uns Johannes ins Ferienhaus eingeladen und den riesigen Pizzaofen im Garten angeheizt. Lecker, die Pizza, ganz große Klasse und die Aussicht von der Terrasse, einfach umwerfend. Die Nacht schritt schnell und fröhlich voran, bis wir wieder wohlbehalten zum Boot zurückgefahren wurden. Ein großes DANKE an Euch 5.

    IMG_6572Heute haben wir dann mit allen einen Segelausflug geplant um die Tavolara-Insel, diese ca. 6 Kilometer lange und 1 Kilometer breite Insel, die schon seit über 4.000 Jahren von Fischern bewohnt ist. Sie ist das kleinste Königreich Europas. Na,  wenn man bedenkt, wie das gekommen ist, kann man echt nur schmunzeln. Am Anfang des 19 Jahrhunderts kam der Korse Guiseppe Bertoleoni samt seiner Familie auf dieses gebirgige Eiland, die Tavolara, wurde seine Heimat.

    IMG_6562Sein Sohn Paolo war ein aufgewecktes Bürschchen und als im Jahre 1836 der König von Sardinien, Carlo Alberto auf die Insel kam und sich als König vorstellte, erwiderte Paolo, dass er als König der Tavolara den König von Sardinien begrüßt. Soweit die Geschichte, der König Carlo Alberto war darüber so amüsiert, dass er der Familie Bertoleoni die Insel schenkte. Und seitdem ist dieser große Fels im Meer im Besitz der Familie und ein Königreich mit König.und so nennen sich seit dem die Önige Paul, Tomi Guiseppe,… Könige der Tavolara. Sie verwalten ihr Reich wie echte Könige. machen gut Kasse während der Sommermonate mit den täglich einfallenden Touristenströmen, und verlangen eine Anlegegebühr am Steg. Insgesamt 20 Familienmitglieder verwalten die Tavolara,

    IMG_6565Ein kleiner Inselfriedhof ist nur dem Clan vorbehalten. Auch dorthin pilgern die Touristenmassen, wir waren auch alle dort und haben die hübschen Sarkophage bewundert. Neben Segeln stand heute mal wieder Baden, egal ob für Groß oder Klein ganz vorne als Programmpunkt. Nach einem gemeinsamen Abendessen auf unserer Hexe sind die fünf wieder zu ihrem Feriendomizil aufgebrochen.Ein Traumtag geht zu Ende, die Ruhe in der Ankerbucht himmlisch, die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist es auch.

  • Kurznachricht

    Heute gibt es nur einen kurzen Beitrag. wir liegen noch in Olbia, Larissa’s Flugzeug ist eine halbe Stunde früher angekommen als geplant, auch mal gut so rum. Wir haben den kostenlosen Shuttleservice des Hafenbetreibers gleich zweimal genutzt. Einmal haben wir uns zum Supermarkt kutschieren lassen und das zweite mal zum nur fünf Fahrminuten entfernten Flughafen. Der nahegelegene Supermarkt wird von allen passierenden Schiffen zum ausgiebigen Verproviantieren genutzt. Mit zwei gut gefüllten Einkaufswagen ging es die leicht abschüssige Straße zurück zum Hafen, wo der Inhalt seinen Weg in die verschiedensten Stauraumecken unserer Hexe fand.
    Larissa hat für Cornelia noch eine neues Terraband mitgebracht. Dieses elastische Gummiband wird gerne für gymnastische Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur eingesetzt. Das alte Band hatte den Kräften von Cornelia nicht mehr standgehalten. Außerdem hat die Capitania heute 20 Gigabyte Datenvolumen für günstige 30 Euro erworben und damit können wir jetzt das italienische Internet ausgiebig nutzen.

    Heute ist das Thermometer erstmals seit einiger Zeit wieder über die 30-Grad-Marke geklettert, dazu wehte ein stürmischer Wind aus West.  Morgen geht die Reise weiter, wir wollen weiter nach Süden und hoffen ähnlich schöne und ursprüngliche Orte zu finden wie auf Korsika.

    Die Landschaft der nördlichen Aga-Khan-Küste ist schön, die bisher gesehenen Orte und künstlisch angelegten Feriensiedlungen sind es nicht. Aber es gibt, und dies ist wirklich dem Gründer Karim Aga Khan geschuldet, keine hässlichen Hochhäuser, sondern nur viele, halt künstlich angelegte Ferienhaussiedlungen.

    Außerdem nerven hier an dieser Millionärsküste die riesigen Motoryachten, die oft und leider auch sehr zahlreich, rücksichtlos und sehr dicht mit großer Heckwelle unser Schiff passieren. Die Krönung war eine fette amerikanische Motorpratze, die im Fahrwasser kurz vor Olbia unser Schiff dermaßen zum Schaukeln und mich auf die Palme gebracht hat. Absolut rücksichtslos, über 5000 PS, aber kein Funken Verstand. Ärger…

  • Zwei verlockende Einladungen…

    imageinnerhalb von zwei Tagen, von denen wir nur eine angenommen haben. Dazu gleich mehr, jetzt erst mal ein paar Worte zum Wind, der leider immer noch heftig unablässig durch die Bucht pfeift. Genauso wie vorhergesagt, stark böig in Landnähe. Das Schiff ist ständig in Bewegung, dreht sich an der Ankerkette und krängt bei seitlichem Windeinfall.

    Die Fahrt mit dem Beiboot zu einem kleinen, 400 Meter entfernten Strand fühlt sich aufgrund der kurzen steilen Wellen an wie auf der Buckelpiste. Unser Gummiflitzer und wir werden dabei ganz schön durchgeschüttelt. Die eine oder andere Gichtfontäne findet ihren Weg zu uns.

    imageJetzt zur ersten und gestrigen Einladung. Eine Charterbootcrew, bestehend aus zwei russischen Familien mit Kindern, hatten ein Problem mit einer Leine (Spinnakerfall), die sich mehrfach und in unerreichbarer Höhe um den Mast gewickelt hatte. Mit Rat, Tat und geliehenem Bootsmannstuhl war das kleine Problem schnell behoben und der erste Whisky als Dank im Glas. Doch damit nicht genug, Cornelia und ich werden gleich zum Abendessen an Bord eingeladen.
    Alle, auch die Kinder sprechen englisch. Nach der Vorstellungsrunde, wir mussten uns sechs Namen merken, die nur zwei gab es, wie könnte es auch anders sein, erst mal ‘ne Rund Wodka. Russische Tradition, wurde uns erkärt und mit dem zweiten Wodka gab es dann eine leckere Suppe. Suppe gibt es zu jedem Anlass und zur Suppe gehört natürlich Wodka dazu, ebenfalls russische Tradition. Die Hauptspeise war sehr sehr lecker. Es gab dünnes Rindfleisch in Ei gebacken, dazu Käse mit Knoblauch angemacht und matürlich ein Wodka, wegen der Tradition. Danach haben wir uns zumindest von dieser Tradition verabschiedet und sind auf Bier und Wein umgeschwenkt, war nicht ganz leicht, die Überzeugungsarbeit. Danach folgte ein gegenseitiger Informationsaustausch über das “Woher und Wohin”. Beide Familien kommen aus Moskau und segeln seit einigen Jahren immer mal wieder im Mittelmeer, an wechselnden Orten. Die Kinder, auch die 7-jährige, lernen Englisch als erste Fremdsprache in der Schule, der 10-jährige Junge lernt auch deutsch. Unsere russischen Sprachkenntinisse sind leider nicht vorhanden. Die Zeit und der Abend schreiten schnell voran, Nico muss nochmal Gassi gefahren und geführt werden, der Abschied herzlich. Ziemlich müde von Sonne, Seeluft und vielleicht auch von der russischen Tradition geht es schnell in Bett.

    Heute haben wir dann mal ganz konsequent so gut wie nichts gemacht, nur gelesen und gefaulenzt. Am Abend kam ein kleines Motorboot längseits und man lud uns ein, Diesmal nicht zum Essen oder Trinken, sondern um an einer Regatta teilzunehmen, die am Donnerstag stattfindet. 500 Segelschiffe hätten im letzten Jahr teilgenommen, eingeteilt in verschiedene Klassen, inklusive großer Feier am Abend. Diese Einladung werden wir aus- oder besser gesagt in den Wind schlagen. Erstens kommt einen Tag vorher Larissa, zweitens wiill ich mir das Gedränge an der Startlinie bei 500 Schiffen lieber nicht vorstellen. Nicht, dass noch jemand im Adrenalinregattarausch unsere HEXE beschädigt. Nee, nee, die Feier dann mal lieber ohne Meier, oder so ähnlich. Jetzt, zu später Abendstunde hat der Wind nachgelassen und wir genießen die Ruhe, ausgestreckt im Cockpit sitzend.

    Vom Ufer her wehen italienische Schlagerklänge zu uns, schade, es gibt doch so schöne Musik!

  • Kühle Füße

    Milchig gelb scheint die Sonne durch die hochstehenden Zirrenwolken, an ihrem unteren Rand hat sich ein Halo gebildet. Bonifacio liegt achteraus und verschwindet langsam hinterm Horizont. Das Barometer ist in der Nacht 5 Striche gefallen, alle Zeichen stehen auf Wetterverschlechterung.

    Ein Fels wie ein Bär, kurz vor Palau
    Ein Fels wie ein Bär, kurz vor Palau

    Unter dem Einfluss eines beständig zunehmenden Westwindes haben wir unseren Kurs auf das östlich von uns liegende Magdalenaarchipel abgesetzt. Diese Ansammlung von Inseln im Nordosten von Sardinien soll besonders für Segler sehr reizvoll sein und bietet gefühlt unendlich viele gut geschützte Ankerbuchten. Die Fahrwasser schlängeln sich durch ein Inselwirrwarr, fast wie in den schwedischen Schären. Immer stärker wird der Wind, treibt uns und das Schiff voran. Schon nach wenigen Stunden mit sportlichem Segeln liegt die Einfahrt in das Archipel vor unserem Bug. Mehrere Kurswechsel hintereinander sind notwendig, eine Halse folgt der nächsten, kreuzende Segel- und Motoryachten machen unser Leben nicht leichter, voll ist es auf dem Wasser. Mit italienischer Freundlichkeit wird gewunken, wir grüßen zurück, man kommt sich nah, aber nicht bedrohlich. Cornelia plottet unseren Kurs mit, wir folgen den vorher festgelegten Wegepunkten. Wellen gibt es so gut wie keine, viele Inseln halten diese ab, man wähnt sich fast auf größeren oder kleineren Binnenseen. Ein kleiner Abstecher führt uns in einen kleinen Hafen hinter Palau, der Wassertank ist nur noch eindrittelvoll und wir wollen die nächsten vier Tage vor Anker liegen. Ca. 200 Liter Trinkwasser fließen durch den dünnen Schlauch in unseren Wassertank, ein Vorgang, der gut und gerne 15 Minuten dauert. Cornelia spaziert in der Zeit den Hund. Danach legen wir flott ab, ein Italiener möchte an der gleichen Stelle seine Großfamilie zum Tagesausflug mit dem Motorboot einladen.

    Kurze Zeit später fällt unser Anker im “Golfo delle Saline”, gräbt sich ganz tief in den Sand ein, wir liegen fest. Das mit dem Festliegen ist dann auch von großem Vorteil, denn für die nächsten Tage ist Wind angesagt, sehr viel Wind. Bis zu 65 Stundenkilometer. Heute hatten wir da schon einen Vorgeschmack von, Böen bis Windstärke 7 pfiffen durch unser Rigg, das Schiff hing zerrend an der Ankerkette, doch beides hielt, der Anker im Ankergrund die Kette an sich. Wir liegen ganz nah bei einem Campingplatz, gestern Abend haben wir dort mit Nico mal eine Runde über den Platz gedreht und das Camperleben bestaunt. Heute Morgen hat der kleine Campingsupermarkt mit frischen Brötchen gelockt. Ansonsten gibt es “nur” schöne bergige karge Landschaft, eine Feriensiedlung mit Ferienhäusern, einge Strände, aber keine richtige Ortschaft. Es stellt sich dem Auge des Betrachters nicht so viel in den Weg.

    Die Wetterstörung soll bis Montag anhalten, wobei am Montag gleichzeitig der stürmische Abschluss dieser Turbulenz sein soll. Ab Dienstag sind wir in der Marina in Olbia, haben dort schon mal einen Liegeplatz vorreserviert. Larissa kommt uns für eine Weile besuchen. Im Moment blitzt es in den Bergen rund um uns, unser Windgenerator hat Hochbetrieb, es weht kräftig. Gewitter, diese Urgewalt der Natur, an Land ein faszinierendes Wetterphänomen, auf dem Schiff gefühlt bedrohlich/unheimlich irgendwie. Heute war der erste kühle Tag seit Wochen, ich habe dünne Socken und ein langärmeliges Shirt an. Die Sonne ist fast den ganzen Tag hinter dicken Wolken verschwunden.

    Wir haben Günther aus Heidelberg kennengelernt, der durchkreuzt seit mehr als 10 Jahren das Mittelmeer mit seinem Segelschiff und genießt das Herumtingeln auch nach dieser langen Zeit immer noch sehr. Für ein bis zwei Monate im Jahr ist er in Deutschland, ansonsten unterwegs. Es gibt viel zu erzählen und auszutauschen, auch mal wieder Bücher. Lesestoff steht hoch im Handel bei Reisenden.

    Aus aktuellem Anlass, noch der Endstand nach dem ersten Spiel in der Bundesliga: Darmstadt 98 gegen Hannover 96 2:2, ein gelungener Bundesligauftakt der Darmstädter Equipe (leider hat ein Eigentor den Sieg vermasselt, aber das bringt Glück!). Nächstes Wochende geht es gegen Schalke. (Hallo Emil, hallo Jürgen)!

  • Die Jagd nach den Megabytes

    Der kleine Zauber-Domino
    Der kleine Zauber-Domino

    Montag Abend haben wir in Ajaccio – leider erstmal vergeblich – versucht, eine französische Internetkarte für das IPad zu bekommen. Im Orange-Laden war man sehr freundlich und professionell, sie sagen, man muss es mit dem Gerät ausprobieren, weil manche IPads aus dem Ausland mit französischen Simkarten nicht zurecht kommen. Also läuft Volker zum Boot zurück, um das IPad zu holen, und ich gehe die große Einkaufsstraße weiter entlang, ohne einen Blick in die Boutiquen zu werfen, auf der Suche nach anderen Mobilfunkanbietern. Ich finde einen SFR-Laden, frage nach dem Preis, der ist ähnlich wie bei Orange, aber die Mädels scheinen mir von ihrem Job überfordert und nicht halb so professionell. Also probieren wir es bei Orange im arg frequentierten aber netten Servicebereich, doch das Pad will nicht mit der Karte ins Internet. Pech gehabt, wir fragen nach anderen Möglichkeiten, ja, die gibt es, aber da müssen wir uns wieder vorne bei den Verkäufern anstellen.

    Unsere Geduld machte das aber nicht mehr mit, und so sind wir schnell in den – leeren – SFR-Laden gelaufen. Dort verstand man gar nicht, dass wir die Karte ausprobieren wollten, das würde auf jeden Fall klappen. Wir bestehen aber auf der Probe, und nach einigem Hin und Her mit dem Chef holt die eher zurückhaltend-freundliche Verkäuferin eine Simkarte, und siehe da, es klappt nicht. “Ja,” meint der Chef, “da muss man die APN-Einstellungen ändern!” O.k., wir stellen erstmal die Sprache des IPad auf Französisch ein, damit der Chef auch weiß, was er antippt, dann ändert er die APN-Einstellungen, aber es funktioniert trotzdem nicht. Ja, das könne zwei Stunden dauern, aber sie würden jetzt schließen. Wir lassen die nicht funktionerende Karte im Laden und vertagen das Ganze auf Morgen. Dann sollte es funktionieren.

    Am Morgen geht die Jagd auf die Megabytes weiter. Diesmal mache ich mich alleine auf, versuche zuerst mein Glück bei Orange, da will ich es auch mit den APN-Einstellungen nochmal probieren. Außerdem liegt der Laden als erstes auf meinem Weg. Leider hat sich am Servicepoint schon eine Schlange gebildet, und es ist nur ein Techniker im Einsatz. Eine uralte Dame bekommt ihr Telefon neu eingestellt, das scheint nicht so einfach zu sein, der Techniker telefoniert wild in der Gegend rum. Außerdem warten noch zwei Männer vor mir, und einer stellt sich hinter mir an, ganz erschrocken über die Länge der Schlange. Dabei hat er nur ein Problem beim Übertragen eines Fotos von einem Handy auf das andere. Er fragt mich, ob ich was davon verstehe, ich empfehle ihm, das Bild zuerst auf einen Computer und dann auf das zweite Handy zu übertragen, falls die beiden Mobiltelefone nicht miteinander kommunizieren. Er ist glücklich und geht.

    Nach gefühlten Stunden bin ich endlich dran, wir probieren es mit den APN-Einstellungen: wieder nix! Der Techniker empfiehlt, einen Domino zu kaufen, das ist eine Station, die mittels einer Telefonkarte ein Wlan-Netz aufbaut, in das bis zu zehn Geräte können. Das mache ich, da gibt es auch ein Sonderangebot, da bekommt man zwei Gigabyte dazu geschenkt, ich verlasse den Laden, und nach ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten funktioniert es auch tadellos an Bord. Freies Internet für freie Segler!

  • Funkkontakt

    Die Bucht von Tizzano
    Die Bucht von Tizzano

    Wieder einmal mehr hieß es gestern: Leinen los, nicht mit Auslaufmusik und lauten Tuuuut-Tönen wie bei den Kreuzfahrtschiffen, die jeden Tag Ajaccio an- und abends wieder auslaufen. Bei uns geht das leise, nahezu lautlos vonstatten, wenn man mal vom monoton-gleichmäßigen Tuckern unseres 40 PS-Borddiesels absieht. Der Diesel oder eiserne Gustav, wie er auch gerne unter Seglern genannt wird, ist in den letzten 12 Momaten exakt 215,4 Stunden gelaufen. Hört sich viel an für ein Jahr unter Segeln, und wenn ich alle paar Wochen mal auf den Betriebsstundenzähler schaue, wundere ich mich über die neu hinzugekommenen Stunden. Aber ein bisschen muss man die Arbeitszeit unseres “Gustav” relativieren. Bei jedem Einlaufen in einen Hafen läuft der Motor solange, bis die Leinen fest sind am Liegeplatz, jedes Ankermanöver, egal ob Anker auf oder runter, geschieht unter Zuhilfenahme des Borddiesels. Da kommt ganz schön was zusammen, hier mal ‘ne halbe Stunde, bis der Anker wie gewünscht liegt, da mal 40 Minuten bis in den Hafen. Aber es gibt natürlich auch und gerade im Mittelmeer viele Flauten und da haben wir in der Tat einige Seemeilen mit dem Motor zurückgelegt. Die Capitania vermerkt das fleißig im Logbuch und so wissen wir, wie hoch unser Motoranteil, bezogen auf unsere zurückgelegten Seemeilen ist.
    Gestern jedenfalls gab es einen schönen Segelwind von hinten und so wurde der “Eiserne Gustav” kurz nach dem Verlassen des Hafens zum Schweigen gebracht und die Segel haben den Vortrieb übernommen. Südostkurs lag an, die Straße von Bonifacio voraus. Mit 5-7 Knoten Fahrt ging es flott voran. Einige Schiffe kamen uns entgegen, zum Teil kreuzend (gegen den Wind segelnd) zum Teil motorend. Darunter auch ein großer Katamaran mit deutscher Fahne am Heck. Das Schiff hat mein Interesse geweckt, Cornelia auf dem AIS nach dem Bootsnamen geschaut und kurze Zeit später hatten wir einen regen Funkkontakt über UKW – mit dem Eigner der Jonathan. Der Katamaran ist mit seinem stolzen Eigner schon einmal um die Welt gesegelt, hat dabei Kap Hoorn und das Kap der guten Hoffnung gerundet, ist jetzt auf dem Weg zum Ausgang des Mittelmeers und danach soll es In Richtung Grönland gehen. Mehr als 47.000 Seemeilen liegen im Kielwasser des Katamaran “Jonathan”. Nach einer Weile war das Wichtigste ausgetauscht, gegenseitig gut Wünsche für die Weiterreise ausgesprochen und mit einem “Over and Out” die Funkrunde beendet.

    Ptivatstrand in der Bucht
    Ptivatstrand in der Bucht

    Kurz darauf lag die fjordartige Bucht von Tizzano vor unserem Bug. Der Anker fällt auf 5 Metter Wassertiefe in das blaue Nass, gräbt sich nach einer Weile in den sandigen Ankergrund, der Motor verstummt, angekommen. Der übliche Rundumblick – Berge, Strand, Ortschaft in nächster Nähe, alles sieht gut aus, Zeit für einen Sprung ins 24 Grad warme Mittelmeerwasser. Abends grillt der Lotusgrill Rinderfilet und Hähnchenteile, Bier und Wein sind gut gekühlt, die Außentemperatur mit 26 Grad sehr angenehm. Danach noch mit Hund und Beiboot ans Land, ein Wein für Cornelia, ein Eis für mich, dabei die Füße im Sand.
    Danach zahlreiche Sternschnuppen mit langgezogenem Schweif beobachtet, dunkle Neumondnacht, die Milchstraße und endlos viele Sterne über uns. So viele Eindrücke machen müde, Zivilisationsgeräusche gibt es außer einem in der Ferne bellenden Hund keine – stille Nacht.

  • Das Straßenbild…

    wird jetzt nicht mehr von Ferraris, Bentleys, Bugattis oder anderen Luxusschlitten wie an der Cote d’Azur dominiert. Sozusagen zurück zur touristischen Normalität, auch die millionenschweren Megayachten trifft man in oder auf Korsika nur selten. Die Flagge am Heck der normal großen Segelschiffe ist überwiegend “Bleu Blanc Rouge”, oder italienisch “Verde Bianco Rosso”. Andere Gastyachten sind eher selten im Hafenbild vertreten.

    Wir warten im Moment noch immer auf das Gewitter, das eine Wetteränderung für die nächsten Tage einläuten soll. Wir liegen sicherheitshalber im gut geschützten Hafen “Tino Rossi” (ja, dem Schlagersänger ist ein Hafen gewidmet), dem nächsten Hafen zum historischen Zentrum. Die Altstadt von Ajaccio ist ganz dicht bei, eher klein aber fein, und daher schnell entdeckt und erwandert. Platte Füße bleiben aus, das Gefühl, sich zuhause auf bekanntem Terrain zu bewegen, stellt sich so schnell ein.

    Ajaccio ist nicht nur die Geburtsstadt von Napoleon, sondern in der heutigen Zeit ein wichtiger Ausgangspunkt für Mittelmeerfähren aus Frankreich und moderne Kreuzfahrer. Das Geburtshaus von Napoleon steht mitten in der Altstadt, arbeitnehmerfreundliche Besuchszeiten haben bisher einen Besichtigung unserserseits vereitelt, aber wir bleiben dran. Das Nacht- und Tagleben in dem kleinen Stadtkern ist wuselig und lebhaft. Die Außenbezirke sind so, wie man französische Außenbezirke kennt und erwartet. Nur vom Wasser aus sind diese Wohnsilos sichtbar. Aber irgendwohin muss auch so eine kleine Stadt rational wachsen können.

    Cornelia hat sich heute der Kunst zugewandt. Im Museum Fesch gibt es eine großartige  Sammlung italienischer Meister vom 15. – 18. Jahrhundert, die Kardinal Fesch, ein nur unwesentlich älterer Onkel Napoleons, als Kardinal zusammengestellt hatte, und die nach seinem Tod an die Stadt Ajaccio fiel. Sogar ein wunderschönes Gemälde von Botticelli und eine Studie von Tizian gehören zu der Sammlung. Wohltuend waren die mitten in die alten italienischen Meister eingestreuten hervorragenden, modernen Arbeiten kubanischer Künstler, ausgesucht stets passend zum Motiv des jeweiligen Saales, wirklich eine sehr interessante Ausstellungsarchitektur.

    Ich bin derweil einigen Schäkeln und Beschlägen mit Edelstahlpolitur zu Leibe gerückt und habe deren beginnende Korrosion erfolgreich beseitigt. So hatte jeder seine Erfolgsmomente an diesem heißen Sonntag. Nur eine Frage bleibt am Ende des Tages. Kann uns bitte mal jemand erklären, warum Industriewaschmaschinen so schlecht waschen müssen? Die Flecken bleiben drin, bei der Art von Waschmaschinenwäsche. Nur der Geruch der Kleidung ist besser. Sonst ist alles gut an Bord, Korsika ist ein echter Volltreffer. Wenn die Wetterküche weniger heftig köchelt, geht es weiter nach Bonifacio, der Südspitze von Korsika und dem Absprungsort nach Sardinien.

  • Steil nach oben

    07. August 2015, Freitag, Baro 1009, sonnig, warm, leichter Nordwind um die Mittagszeit, nachmittags bis 17 Knoten
    Galéria 10:00 – Scandola – Cargèse 15:30 26 sm

    Gemeinsam unternehmen wir morgens beim Hundespaziergang einen Ausflug zum Supermarkt, um für heute Abend einzukaufen, dann schnell zum Boot, nochmal kurz ins Wasser hupfen, und ab nach Süden. Mit Großsegel, aber unter Motor kommen wir zu den roten Granitfelsen von Scandola, aus der Ferne sagt Volker noch: “Na, was an denen da so besonderes sein soll?!”, aber als wir nahe genug sind, sehen wir uns doch tief beeindruckt von den Gesteinsformationen, den Schluchten und der großartigen Unterwasserwelt. Ankern ist hier verboten, wir lassen uns treiben, denn die Felsen gehen tief ins Wasser hinunter, sodass man quasi bis auf ein paar Meter an die Steinwände heran kann. Wir sind hier auc hnicht alleine, alle Nase lang erscheinen große Ausflugsboote und viele Leute sind einfach mit ihrem Dinghy hierher gekommen. In einer Schlucht gibt es einen richtigen Stau, weil die Gummiboote dem größeren Ausflugsboot keinen Platz machen wollen. Es gibt ein wildes Gehupe, dann ist das auch geregelt. Wir fahren zwischen den Felsen hindurch, sehr beeindruckend, halten an einem kleinen Felsen, und tauchen einmal rundherum, mit Hunderten von kleinen Fischen, die sich hier im Schutz des Steines aufhalten.
    Dann setzen wir Segel, und weil es so schön läuft, schauen wir uns die vielgerühmte Girolata-Bucht nur aus der Ferne an, da sind auch schon ein paar Boote am Anker, aber es ist noch nicht überfüllt. Die Scandalo-Felsen waren so beeindruckend, dass wir jetzt nicht schon wieder Highlights brauchen. Wir können sogar den Spinnaker setzen, und Volker beginnt ein Rennen mit einer anderen Dehler(?), die allerdings kein Beiboot nachzieht und sich leider nicht einholen lässt.
    Am Nachmittag lassen wir den Anker vor dem Hafen von Cargèse fallen, führen den Hund aus und schnorcheln immer wieder in dem kristallklaren Wasser, umgeben von Fischen, insbesondere kleinen und mittleren Doraden, aber auch einer dunkleren Art mit einer zweigeteilten Schwanzflosse und Volker sieht noch andere Fische mit orangefarbenen Augen.

    Wunderschön ist auch die Landschaft, vor der wir liegen: Hier unten der Hafen und eine steinige Küste, hintendran mit Macchia bewachsen, darüber thront der Ort Cargèse mit seinen zwei Kirchen. Griechische Einwanderer hatten hier Mitte des 17. Jahrhunderts eine Zuflucht vor der türkischen Invasion der Peloponnes gefunden, und konnten später eine griechisch-orthodoxe Kirche bauen, die genau wie die römisch-katholische am gleichen Platz im klassizistischen Stil errichtet wurde. Beide Kirchen sind in einem für hiesige Verhältnisse guten Erhaltungszustand, in der katholischen fallen die steinernen Deckenverzierungen und die bunten, sehr weit oben angebrachten Fenster auf, in der orthodoxen natürlich die goldgrundierten Ikonen, die das Kircheninnere dominieren.

    Wir erforschen den Ort noch ein bisschen weiter, kommen zu der belebten Piazza, dabei hören wir immer wieder Musik, es klingt nach Soundcheck. Natürlich gehen wir dem nach und finden, neben einem großartigen Blick über die neben gelegene Bucht und das weite Meer, eine Bühne, wo heute und Samstag Abend ein großes Festival stattfindet, für 25 Euro pro Abend oder 40 für zwei Abende. In der orthodoxen Kirche gibt es auch Musik, polyphone Gesänge, das hatten wir schon in allen Orten auf der Insel gesehen, dass am 7. August in ganz vielen Kirchen solche polyphonen Gesänge dargeboten werden. Muss irgendetwas zu bedeuten haben…

    Ein letzter Blick über die Bucht, dann der steile Heimweg. Der Ort liegt 100 m über dem Meer, und der Weg, den wir gewählt haben, ist kurz und eben extrem steil, auf dem Rückweg geht das gut, der Hinweg war anstregender. Jetzt hat es ein bisschen abgekühlt und wir grillen unsere Supermarktbeute von heute Morgen.