Funkkontakt

Die Bucht von Tizzano

Die Bucht von Tizzano

Wieder einmal mehr hieß es gestern: Leinen los, nicht mit Auslaufmusik und lauten Tuuuut-Tönen wie bei den Kreuzfahrtschiffen, die jeden Tag Ajaccio an- und abends wieder auslaufen. Bei uns geht das leise, nahezu lautlos vonstatten, wenn man mal vom monoton-gleichmäßigen Tuckern unseres 40 PS-Borddiesels absieht. Der Diesel oder eiserne Gustav, wie er auch gerne unter Seglern genannt wird, ist in den letzten 12 Momaten exakt 215,4 Stunden gelaufen. Hört sich viel an für ein Jahr unter Segeln, und wenn ich alle paar Wochen mal auf den Betriebsstundenzähler schaue, wundere ich mich über die neu hinzugekommenen Stunden. Aber ein bisschen muss man die Arbeitszeit unseres “Gustav” relativieren. Bei jedem Einlaufen in einen Hafen läuft der Motor solange, bis die Leinen fest sind am Liegeplatz, jedes Ankermanöver, egal ob Anker auf oder runter, geschieht unter Zuhilfenahme des Borddiesels. Da kommt ganz schön was zusammen, hier mal ‘ne halbe Stunde, bis der Anker wie gewünscht liegt, da mal 40 Minuten bis in den Hafen. Aber es gibt natürlich auch und gerade im Mittelmeer viele Flauten und da haben wir in der Tat einige Seemeilen mit dem Motor zurückgelegt. Die Capitania vermerkt das fleißig im Logbuch und so wissen wir, wie hoch unser Motoranteil, bezogen auf unsere zurückgelegten Seemeilen ist.
Gestern jedenfalls gab es einen schönen Segelwind von hinten und so wurde der “Eiserne Gustav” kurz nach dem Verlassen des Hafens zum Schweigen gebracht und die Segel haben den Vortrieb übernommen. Südostkurs lag an, die Straße von Bonifacio voraus. Mit 5-7 Knoten Fahrt ging es flott voran. Einige Schiffe kamen uns entgegen, zum Teil kreuzend (gegen den Wind segelnd) zum Teil motorend. Darunter auch ein großer Katamaran mit deutscher Fahne am Heck. Das Schiff hat mein Interesse geweckt, Cornelia auf dem AIS nach dem Bootsnamen geschaut und kurze Zeit später hatten wir einen regen Funkkontakt über UKW – mit dem Eigner der Jonathan. Der Katamaran ist mit seinem stolzen Eigner schon einmal um die Welt gesegelt, hat dabei Kap Hoorn und das Kap der guten Hoffnung gerundet, ist jetzt auf dem Weg zum Ausgang des Mittelmeers und danach soll es In Richtung Grönland gehen. Mehr als 47.000 Seemeilen liegen im Kielwasser des Katamaran “Jonathan”. Nach einer Weile war das Wichtigste ausgetauscht, gegenseitig gut Wünsche für die Weiterreise ausgesprochen und mit einem “Over and Out” die Funkrunde beendet.

Ptivatstrand in der Bucht

Ptivatstrand in der Bucht

Kurz darauf lag die fjordartige Bucht von Tizzano vor unserem Bug. Der Anker fällt auf 5 Metter Wassertiefe in das blaue Nass, gräbt sich nach einer Weile in den sandigen Ankergrund, der Motor verstummt, angekommen. Der übliche Rundumblick – Berge, Strand, Ortschaft in nächster Nähe, alles sieht gut aus, Zeit für einen Sprung ins 24 Grad warme Mittelmeerwasser. Abends grillt der Lotusgrill Rinderfilet und Hähnchenteile, Bier und Wein sind gut gekühlt, die Außentemperatur mit 26 Grad sehr angenehm. Danach noch mit Hund und Beiboot ans Land, ein Wein für Cornelia, ein Eis für mich, dabei die Füße im Sand.
Danach zahlreiche Sternschnuppen mit langgezogenem Schweif beobachtet, dunkle Neumondnacht, die Milchstraße und endlos viele Sterne über uns. So viele Eindrücke machen müde, Zivilisationsgeräusche gibt es außer einem in der Ferne bellenden Hund keine – stille Nacht.

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2 Antworten zu Funkkontakt

  1. Grè & Kees sagt:

    zo lang we in Berlijn zijn .zijn we online via m/s pelikan .
    maar gaan 17 aug weer varen en kan ik de verhalen niet lezen tot in Hoorn.
    wij kijken jullie vorderingen op de voet.ga zo door.
    na 11 oct weer in Hoorn.

  2. Grè & Kees sagt:

    zijn zojuist in Haren(D) afgemeerd en blijven morgen een dag over en gaan dan Holland in en zijn dan weer zonder internet tot hoorn .
    hoe is het met de verwonding van je hand of hebben jullie nu een bruin tuig staan op het schip . ?? wel makkelijk , altijd te herkennen.
    bij ons gaat alles naar wens en hoop weer wat van jullie te vernemen?.

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