Steil nach oben

07. August 2015, Freitag, Baro 1009, sonnig, warm, leichter Nordwind um die Mittagszeit, nachmittags bis 17 Knoten
Galéria 10:00 – Scandola – Cargèse 15:30 26 sm

Gemeinsam unternehmen wir morgens beim Hundespaziergang einen Ausflug zum Supermarkt, um für heute Abend einzukaufen, dann schnell zum Boot, nochmal kurz ins Wasser hupfen, und ab nach Süden. Mit Großsegel, aber unter Motor kommen wir zu den roten Granitfelsen von Scandola, aus der Ferne sagt Volker noch: “Na, was an denen da so besonderes sein soll?!”, aber als wir nahe genug sind, sehen wir uns doch tief beeindruckt von den Gesteinsformationen, den Schluchten und der großartigen Unterwasserwelt. Ankern ist hier verboten, wir lassen uns treiben, denn die Felsen gehen tief ins Wasser hinunter, sodass man quasi bis auf ein paar Meter an die Steinwände heran kann. Wir sind hier auc hnicht alleine, alle Nase lang erscheinen große Ausflugsboote und viele Leute sind einfach mit ihrem Dinghy hierher gekommen. In einer Schlucht gibt es einen richtigen Stau, weil die Gummiboote dem größeren Ausflugsboot keinen Platz machen wollen. Es gibt ein wildes Gehupe, dann ist das auch geregelt. Wir fahren zwischen den Felsen hindurch, sehr beeindruckend, halten an einem kleinen Felsen, und tauchen einmal rundherum, mit Hunderten von kleinen Fischen, die sich hier im Schutz des Steines aufhalten.
Dann setzen wir Segel, und weil es so schön läuft, schauen wir uns die vielgerühmte Girolata-Bucht nur aus der Ferne an, da sind auch schon ein paar Boote am Anker, aber es ist noch nicht überfüllt. Die Scandalo-Felsen waren so beeindruckend, dass wir jetzt nicht schon wieder Highlights brauchen. Wir können sogar den Spinnaker setzen, und Volker beginnt ein Rennen mit einer anderen Dehler(?), die allerdings kein Beiboot nachzieht und sich leider nicht einholen lässt.
Am Nachmittag lassen wir den Anker vor dem Hafen von Cargèse fallen, führen den Hund aus und schnorcheln immer wieder in dem kristallklaren Wasser, umgeben von Fischen, insbesondere kleinen und mittleren Doraden, aber auch einer dunkleren Art mit einer zweigeteilten Schwanzflosse und Volker sieht noch andere Fische mit orangefarbenen Augen.

Wunderschön ist auch die Landschaft, vor der wir liegen: Hier unten der Hafen und eine steinige Küste, hintendran mit Macchia bewachsen, darüber thront der Ort Cargèse mit seinen zwei Kirchen. Griechische Einwanderer hatten hier Mitte des 17. Jahrhunderts eine Zuflucht vor der türkischen Invasion der Peloponnes gefunden, und konnten später eine griechisch-orthodoxe Kirche bauen, die genau wie die römisch-katholische am gleichen Platz im klassizistischen Stil errichtet wurde. Beide Kirchen sind in einem für hiesige Verhältnisse guten Erhaltungszustand, in der katholischen fallen die steinernen Deckenverzierungen und die bunten, sehr weit oben angebrachten Fenster auf, in der orthodoxen natürlich die goldgrundierten Ikonen, die das Kircheninnere dominieren.

Wir erforschen den Ort noch ein bisschen weiter, kommen zu der belebten Piazza, dabei hören wir immer wieder Musik, es klingt nach Soundcheck. Natürlich gehen wir dem nach und finden, neben einem großartigen Blick über die neben gelegene Bucht und das weite Meer, eine Bühne, wo heute und Samstag Abend ein großes Festival stattfindet, für 25 Euro pro Abend oder 40 für zwei Abende. In der orthodoxen Kirche gibt es auch Musik, polyphone Gesänge, das hatten wir schon in allen Orten auf der Insel gesehen, dass am 7. August in ganz vielen Kirchen solche polyphonen Gesänge dargeboten werden. Muss irgendetwas zu bedeuten haben…

Ein letzter Blick über die Bucht, dann der steile Heimweg. Der Ort liegt 100 m über dem Meer, und der Weg, den wir gewählt haben, ist kurz und eben extrem steil, auf dem Rückweg geht das gut, der Hinweg war anstregender. Jetzt hat es ein bisschen abgekühlt und wir grillen unsere Supermarktbeute von heute Morgen.

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