Nach Lanzarote – Tag 1

Die Intermarfunkrunde um 11:00 UTC, 12:00 Uhr MEZ bekomme ich nicht gut rein, ich höre mal kurz ein Rufen: „CQ CQ hier ist…“, aber das wars dann auch schon, vielleicht hab ich ja bei der Abendrunde um16:30 UTC mehr Glück. Wir versenden noch Whatsapps an Familie und Freunde, ich stelle den kleinen Blog, dass wir abgelegt haben, online, irgendwann haben wir nur noch marokkanisches Netz, dann wird das teuer. Unsere Kommunikation beschränkt sich jetzt auf den SSB-Funk, Emails und Wetter per Pactor, und zur Not das Satellitentelefon.
Um 14:00 Uhr sind wir am Ende des Verkehrstrennungsgebietes, jetzt gilt es, gut aufzupassen, dass wir beim Abbiegen nicht in den Weg von einem Tanker oder Frachter kommen, denn wir haben zwar das Großsegel oben, aber wir motorsegeln, der Wind reicht mit 4 Knoten nicht annähernd zum Segeln. Auch ist die Strömung noch sehr gegen uns.Mit den Tankern, Frachtern und Autotransportern ist es ein kleines Zickzacklaufen, aber schließlich haben wir die großen Verkehrswege hinter uns gelassen und freie Fahrt. Wir füllen 70 l in die beiden Dieseltanks, denn die Fahrt mit den zwei Motoren auf 2200 Umdrehungen schluckte beträchtlich Diesel.
Um 16:00 Uhr dreht der Wind weiter, und frischt auf 11 – 12 Knoten auf, der Code D darf in die Sonne, jetzt wird gesegelt! Schnell fährt die Hexe trotz Gegenstrom mit über elf Knoten über Grund, der Skipper ist glücklich.
In der Intermarfunkrunde höre ich Uwe klar und deutlich, und auch DL4TJ, der zwischendurch übernimmt, kommt klar an, und bestätigt mir, dass wir selber hervorragend zu hören sind. Währenddessen nimmt der Wind weiter zu, 16, manchmal auch über 17 Knoten, da sind wir immer noch vorsichtig und rollen den Code D lieber weg. So steht es in den Empfehlungen von Outremer, mit größerer Crew könnte man da sicher noch was reizen, aber wir zwei segeln dann eher konservativ. Aber auch mit der Genua läuft die Hexe über zehn Knoten Speed, was wollen wir mehr?
Vor der Dunkelheit wollen wir den Wassergenerator anbringen, denn dazu muss Volker ganz unten auf die Backbord-Badeplattform. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass er dabei über Bord geht, deshalb geht das hier draußen nur mit Schwimmweste und Lifeline. Der Hund wird im Cockpit festgemacht, damit er nicht mit kommt, Volker holt den Watt&Sea aus der Backskiste. Das schwere Ding ist bald gut angebracht, zu Wasser gelassen, ich schaue nach, ob es lädt, aber nein, es funktioniert nicht, und außerdem ist in dem kleinen Stecker vom Hydrauliköl etwas kaputt. So ein Mist, bei der Fahrt nach Süden wäre dies eine wichtige Energiequelle gewesen!
Mit Genua und Groß fahren wir bis zum Abend, zum Essen gibt es Chicken Nuggets und Reis, danach wird das „Wachbett“ bereitet im Salon, dann beginnen die Nachtwachen. Volker hatte kurz darüber nachgedacht, ob wir nicht doch den Code D wieder setzen, aber als ich da unten im Bettchen lag und auf die Windanzeige schielte, war ich froh, dass wir es nicht getan hatten. Der Wind weht konstant mit 16 – 20 Knoten, etwas raumer als bisher, aber doch zuviel für das Leichtwindsegel.

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