Plus oder Minus

verkabelt!

miteinander zu verbinden, Reihen-oder Parallelschaltung, das waren heute die Fragen, die uns u.a. beschäftigt haben. Worum es geht? Ganz einfach um unsere Solarpaneele, die wir von unserer alten Hexe mit gebracht haben und bei denen es sich um zwei 12-Volt-Solarpaneele zu je 100 Watt handelt. Unser Kat hat, entgegen den Vorgängerbooten, ein 24-Voltsystem an Bord, verschiedene Vorteile – und, wie das bei Vorteilen so ist, auch Nachteile hat. Wir wollen da jetzt nicht zu tief einsteigen, aber um mal ein paar Nachteile zu nennen, muss z.B der 24-Volt-Strom durch spezielle Umwandler wieder in 12-Volt umgewandelt werdenn für alle handelsüblichen Navigationsinstrumente. Es braucht also spezielle Geräte, die das tun, was das ganze System  teuer und natürlich bei Elektropannen auch anfällig macht. Ein Vorteil ist, dass nur halb so hohe Ströme fließen und Kabeldurchschnitte verwendet werden müssen wie beim 12-Volt-Sysrem und das dadurch Kabelgewicht eingespart wird.

Jetzt zurück zum Solarpaneel, wir mussten also aus den 12-Volt-Paneelen 24-Volt-Paneele machen. Wir haben also ganz einfach die beiden 12-Volt-Paneele in einer sog. Serienschaltung miteinander verbunden, weil  2 mal 12 Volt schon rein mathematisch 24 Volt ergeben (aber nur, wenn sie in Reihe geschaltet werden, nicht etwa parallel!)

Schließlich haben wir wegen der Größe des Bootes noch die Anschlusskabel mit ein paar Kabelverbindern und Solarstromkabeln auf gut 20 Meter verlängert, damit wir unsere mobile Solarpaneeleinheit immer und überall ohne irgendeine Beschattung netreiben können. Natürlich nur, wenn die Sonne scheint 😀⚓️😀.

Rollos, angebracht

Und wenn die Werkzeugkiste schon mal offen ist und wir arbeitswütig sind, haben wir gleich weitergemacht. Die Standardverdunklung der großen Panoramafenster in den Rümpfen hat uns nicht so ganz zugesagt und wir haben uns “Faltverdunklungen/Jalousien” auf Maß von der Firma Oceanair anfertigen lassen. Heute kamen die mit viel Sorgfalt und gutem Augenmaß an ihren angestammten Platz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das ganze Schiff wird nicht zu letzt dank solcher Aktivitäten immer mehr zu unserem Zuhause. Zu guter Letzt haben wir die (Hexen)-Gangway klargemacht und können nun ganz bequem über diesen Laufsteg an Bord gelangen.

Jetzt ist Feierabend mit kühlem Feierabendbier, wir senden herzliche Geburtstagsgrüße an Volkers Mama, an Bord der Mittelmeerkreuzfahrt. Morgen ist ein neuer Tag

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Schiffstaufe

Sonntag, 02.04.2017, Bart 1013, bewölkt, kalt, Wind NW um 3
La Grande Motte 11:00 – LGM 13:50 ca. 6 sm

Poisson du jour

An diesem regnerischen Sonntag geht es weiter mit dem Eingewöhnen in das neue Boot. Nachdem wir gestern Abend vorzüglich im Entre Potes gegessen haben, sind wir gestärkt und bereit, uns den neuen Aufgaben zu stellen.

Zunächst versuchen wir eine andere Art des Ablegens von unserem Platz, indem wir über die Backbord-Achterleine drehen, statt über die Steuerbord-Vorleine. Das geht, aber nicht ganz so gut wie die Alternative.

Jetzt soll Trevor die Hafenmanöver fahren, die Jean-Pierre mich hat fahren lassen, einen Vollkreis, an dem langen Gummiponton anlegen, in Sackgassen wenden. Draußen in der Bucht fährt dann erstmal Kay erst einmal einen 360-Grad-Kreis, dann versuchen wir ein Boje-über-Bord-Manöver nach dem anderen, legen später längsseits an der Capitainerie an und manövrieren das Boot im Hafenbecken. Auch das Anlegemanöver an unserem Steg , das diesmal Trevor steuert, klappt hervorragend, es ist ein gutes Gefühl, dass mehrere das Boot  einigermaßen beherrschen. Und es ist wichtig, ganz oft ganz viele verschiedene Wege des An- und Ablegens auszuprobieren, das Vorwärts- und das Rückwärtsfahren zu üben, damit irgendwann alles wie im Schlaf abgerufen werden kann.

Die Taufgesellschaft

beim Feiern

und Staunen

Endlich, der erste Gast-Hund an Bord!

Ute, Wolfgang und Aljoscha kommen uns auf ihrem Weg in die Osterferien nach Malaga besuchen und bringen dankenswerterweise noch ein paar Utensilien mit, die wir zuhause vergessen haben, und die Larissa ihnen gestern noch vorbeigebracht hat. Allen an dieser Stelle herzlichen Dank dafür.

Jetzt sind so viele Menschen an Bord, dass wir denken, es wäre ein guter Moment für die Bootstaufe, schließlich wollen wir ja nicht mit einem ungetauften Katamaran über die Meere segeln!

Wir taufen Dich …

… auf den Namen “Hexe”

Wir gönnen der Hexe ein paar Schlucke zur Feier des Tages, den Rest des Champagners trinken wir aber lieber selber aus, schließlich war das ein Geschenk von Trevor und Kay, die ja sozusagen als Schiffspaten fungieren, indem sie uns auf unseren ersten Törn begleiten. Jetzt ist unsere vierte Hexe eine offizielle „Hexe“ geworden!

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Auf eigenen zwei Beinen

Samstag, 01.04.2017, Baro 1018, bewölkt, vereinzelte Schauer, kalt, Wind NNO um 4
La Grande Motte 10:30 – La Grande Motte 15:00, ca. 35 sm

Kay, cold

Am Montag soll der Monteur für den Motorservice kommen, d.h. wir müssen noch ein paar Maschinenstunden machen, denn die Motoren sollen mindestens 25 Stunden gelaufen sein vor der ersten Revision. Kein Problem, wozu haben wir schließlich die vielen Winter- und Frühjahrstörns in Holland und auf der Nordsee gemacht? Damit wir über entsprechende Kleidung für Schlechtwetter verfügen, klar. Auch Trevor und Kay, unsere lieben englischen Freunde, die gestern Nachmittag noch bei strahlendem Sonnenschein in Montpellier gelandet sind, haben an alles gedacht und die warme und wetterfeste Segelkleidung mitgebracht.

Unter Skippern

Bevor wir starten, weist Volker unsere Gäste, vor allem Trevor in die Bedienung der elektrischen Anlage ein, und wir erklären die Navigationselektronik, wie wir unser Ablegen vorbereiten, und was beim Segelsetzen zu beachten ist.

Heute morgen bin ich schon im Geiste die diversen An- und Ablegemanöver durchgegangen, nun wird sich zeigen, ob das bei Jean-Pierre Gelernte hängen geblieben ist. Zunächst lasse ich mich von Volker verwirren, und drehe das Boot genau falsch herum, das funktioniert nicht so gut, aber tatsächlich dank krasser Ruderlage doch. Wir kommen trotz Wind von der Seite unbeschadet vom Liegeplatz weg, motoren langsam aus dem Hafen und lassen uns dann ganz viel Zeit, um in Ruhe und ohne gravierende Fehler die Segel zu setzen.

Hexe mit Stagsegel und grauem Himmel

Bei den herrschenden 16 Knoten Wind versuchen wir es mit einem Reff im Großsegel und dem eher kleinen Stagesegel, trotzdem sehen wir bei 230 Grad über Grund und halbem Wind schnell die 10 Knoten Geschwindigkeit, Volker ist zufrieden. Kurz vor Sète ist genug Seeraum, keine Sperrgebiete, der Wind hat nachgelassen, nun wird die KUtterfock eingeholt, das Reff aus dem Großsegel ausgeschüttet, und die Genua ausgerollt. Jetzt geht es bei wahren 50 – 60 Grad am Wind zurück Richtung LGM, immerhin noch mit über sieben Knoten, und dank der komplett flachen See liegt die neue Hexe total ruhig im Wasser.

Der Watt+Sea im Einsatz

Der Watt+Sea-Generator hängt am Backbordrumpf, zunächst scheint er nicht zu laden, aber das kann er auch nicht, die Batterien sind voll. Erst als wir einige Verbraucher ans Netz hängen, kann man sehen, dass er seinen Dienst tut. Wir versuchen uns mit allen Features vertraut zu machen, Volker stellt sich sogar auf den Baum, ich spiele mit der Elektronik, es gibt ja so viel zu lernen und einzustellen.

Vor LGM bereiten wir ganz in Ruhe das Manöver zum Segelbergen vor, erst wird die Genua eingerollt, das machen Kay und ich an der elektrischen Winch, dann müssen die Stopper vom Großfall geöffnet werden, Volker und Trevor gehen auf das Bimini, Kay lässt das Fall ab. Sehr erstaunlich für unsere Segelmanöver läuft das Ganze äußerst ruhig ab, hier ist aber auch genug Raum.

Wer steht denn da?

Nachdem die Segel geborgen sind, werden noch die Schwerter auf Hafenhöhe, d.h. grad so tief wie die Schwerter abgesenkt, dann übernehme ich das Rad und steuere in die Einfahrt. Ein bisschen nervös bin ich schon, ob das von Jean-Pierre gelernte Anlegemanöver klappt, aber heute habe ich Glück, außerdem hilft der Wind mit und drückt die Hexe, nachdem die rechte Vorlegen fest ist, sanft auf den Liegeplatz, uff, geschafft. Und trotzdem sind dank der Hafen- und Segelmanöver bereits 25 Seemeilen auf der Logge.

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Die Waschmaschine,

Clementine wartet brav im Schrank auf ihren Einsatz

die wir jetzt auf dem Boot haben, ist ja schon an sich ein Luxus und macht uns in Zukunft unabhängig von den Waschsalons dieser Welt. Bei denen wird die Wäsche eine halbe Stunde gewaschen und kommt danach nicht wirklich sauber aus der Maschine, nur der Duft der Wäsche ist besser. Unsere Waschmaschine hingegen hat das mit dem gründlich Waschen heute mehr als ernst genommen und sich anscheinend in ihrem Waschprogramm so wohl gefühlt, dass sie einfach nicht mehr aufgehört hat. Macht zwar sogar tagelang getragene dunkle schmutzige-weiße Socken wieder blütenrein strahlend, aber acht Stunden Waschzeit sind dafür doch ganz schön lang, vor allem an Bord.

aber sie macht es uns nicht leicht

Da es sich um ein französisches Modell mit eben jener Beschriftung handelt, war das vielleicht nur ein Kommunikationsfehler zwischen dem Nutzer, also uns, und der französischen Waschfee. Dafür kam am frühen Abend die Wäsche sogar wohlduftend und schranktrocken aus der silbernen Trommel. Wir haben uns jetzt die Bedienungsanleitung vorgenommen und tauchen in die Geheimnisse der französischen Waschtechnik ein,  morgen früh werden wir einen neuen Versuch wagen.

Brüder im Geiste…

Heute gab es das Abschlusstraining mit Jean-Pierre, und die Capitania hat tapfer den großen Kat im engen Hafengewässer bewegt. Am Ende gab es ein ganz dickes Lob vom Trainer und jetzt sind wir selbst an der Reihe, mit unserem zweibeinigen Segelgerät die sieben Weltmeere unsicher zu machen. (Unsicher machen wir mit mir am Steuer eher die Häfen als die Meere:-) Aber Danke an Jean-Pierre für die Geduld, es wird sich auszahlen!!!)

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Erste Berührungen

La cuisine

Es ist jetzt schon zwei Tage her, aber es gab so unendlich viel zu tun und auszuprobieren, dass wir noch garnicht dazu gekommen sind, einen neuen Blogbeitrag über die Katamaranübergabe zu schreiben. Zunächst einmal die gute Nachricht an alle Leser, alles ging gut und das Schiff ist schlichtweg eine Wucht -sowohl von den Dimensionen her, was jedoch viel wichtiger ist, von den inneren Werten. Wie man einen Katamaran optisch von außen her empfindet, ist persönliche Geschmacksache. Der eine mag mehr schlanke alte klassische Holzyachten mit ihren großen Überhängen, des anderen Herz schlägt für moderne Rennyachten mit steilem Steven und überbreitem Heck. So ein Kat hat schlichtweg Platz und Raum, gefühlt grenzenlos.

Einräumen

volle Kisten

Obwohl wir jetzt beinahe alles, was wir von Deutschland aus mitgenommen und darüberhinaus bei Outremer gelagert hatten, an Bord verstaut haben, gibt es noch Platz ohne Ende an Bord. Und ein wichtiges Argument, das uns überhaupt zum Katkauf “verführt” hat, trifft voll und ganz zu – wenn man abends, oder egal wann, im Salon sitzt, hat man einen 360-Grad-Rundumblick über den ganzen Hafen. Doch dafür bleibt im Moment leider nicht viel Zeit.

Morgenblick

Morgens haben wir Theorieunterricht und werden in alle Systeme eingewiesen, die sich an Bord befinden. Um 14 Uhr steht  pünktlich Jean-Pierre vorm Boot und dann gibt es praktischen Unterricht im Bootshandling und es geht hinaus aufs azurblaue Mittelmeer. Obwohl man den letzten Satz natürlich ein bisschen revidieren muss. Denn nicht nur auf dem Meer werden Segelmanöver einstudiert, vor allem im sicheren Hafen steht das Bootshandling an oberster Stelle.

Die Capitania mit Lehrer-Unterstützung am Steuer

Die Capitania muss ein Anlege- oder Drehmanöver nach dem anderen fahren und dabei die riesigen Dimensionen des Bootes im Auge behalten um “Feindberührung” zu vermeiden und zentimetergenau zu fahren. Dass dazu noch neugierige Landurlauber vom sicheren Ufer aus alles genau betrachten, trägt nicht zur Nervositätsminderung bei. Doch unser französischer Segellehrer bleibt stets ruhig und souverän und am Ende gelingen Cornelia alle Manöver. Die Manöverkritik von Jean-Pierre fällt daher erwartungsgemäß sehr positiv aus und bestärkt uns im vorher beschlossenen Rollentausch, was ganz simpel meint, dass ab jetzt Cornelia alle Hafenmanöver fährt, während ich das Leinenhandling übernehme. Macht auch Sinn, weil ich ich ein bisschen schneller und stärker bin, die schweren Leinen mir nichts ausmachen und ich flotter hin und her huschen kann als sie.

Wie groß ein Genacker sein kann

und wie schön

und wie verpackt?

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Unterwegs im Zeichen der Lilie

Als wir heute morgen die Augen aufschlagen, ist es, dank der Umstellung auf die Sommerzeit in der Nacht, schon sieben Uhr. „Zeit zum Aufstehen“, beschließt Volker. In den letzten zwei Tagen haben wir beide ununterbrochen gewuselt, Handwerker organisiert, Verträge fertig gemacht, Larissa instruiert, damit sie in unserer Abwesenheit die Handwerker an den verschiedenen Baustellen instruieren und kontrollieren kann, die letzten Überweisungen ausgeführt, notwendige Papiere ausgefüllt und zur Post gebracht, und, und, und…

… voll bis unters Dach!

Der VW-Bus ist…

Den VW-Bus haben wir gestern schon bis in die letzte Ritze gefüllt, er steht im Wendehammer der kleinen Siedlung bereit, nun wird noch schnell ein Kaffee zum Mitnehmen gekocht,und in den wunderbaren Starbucks-Becher gefüllt, die Lebensmittel aus dem Gefrierfach soll Larissa abholen, eine Fünf-Tage-Grableuchte steht für Nico im Garten, dann schließe ich die Haustür ab, und es geht auf die Autobahn, Hexe, wir kommen!

Im Rhein-Main-Gebiet ist am Wochenende der Frühling ausgebrochen, in Darmstadt und entlang der Autobahn Richtung Karlsruhe blüht jeder Strauch, der dies kann. sowie die Obstbäume in den Feldern, dabei strahlt die Sonne vom Himmel, sehr prächtig. Um Straßburg herum füllen sich leider die heute morgen noch sehr leeren Straßen, was vielleicht auch an der Uhrzeit liegt, inzwischen sind offenbar die Sonntagsausflügler ebenfalls unterwegs. Hier ist die Natur noch nicht so weit, das Blütenmeer ist einem zaghafteren Frühlingserwachen gewichen, um ab dem südlichen Zipfel des Schwarzwalds wieder in voller Pracht  und mit grünenden Bäumen dazustehen.

Das Steuer fest in der Hand

Die Autobahngrenze nach Frankreich ist immer noch einspurig und mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 20 kmh versehen, danach geht es mal mit 110, mal mit 130 kmh gemütlich über die leeren Autobahnen. Wir fahren durch das Land der tausend Seen „les milles étangs“, weiter zwischen Mulhouse und Besançon durch die milde Hügellandschaft entlang der Doubs, Richtung Westen. Je weiter wir ab dem Abbiegen auf die A39 nach Süden kommen, desto grüner wird die Landschaft, es herrschen auch angenehme Temperaturen, aber das ist ja an diesem Wochenende in ganz Europa so ähnlich. An einer Tankstelle bekommen wir ein Elsässer Baguette und Schoko-Suisses (so etwas ähnliches wie Schoko-Croissants, nur noch leckerer) für Volker, dann geht es weiter durch die Région de Bresse, und kurz vor Lyon sieht die Windschutzscheibe aus wie im Hochsommer, voller Fliegen- und Mückenleichen!

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Merry old England

Ganz am Ende unserer Zeit auf dem Trockenen sind wir in die Luft gegangen, um unsere lieben englischen Freunde Trevor und Kay in der Nähe des Flusses Humber zu besuchen. Zunächst bescherte uns das Wetter ein paar Stunden Schlaf, weil wegen Sturms der frühe Flug von Amsterdam nach Humberside ausgefallen war, und wir nicht um sechs Uhr am Flughafen sein mussten. In einem kurzen Telefonat mit KLM konnten wir problemlos auf den späteren Flug umbuchen. Allerdings war immer noch viel Wind, und es wurde immer mehr. Der Start in Frankfurt war schon ganz schön wackelig, bis wir über den Wolken waren, aber die Landung in Amsterdam war eine Glanzleistung des Piloten, bei Nebel und 6-8 Windstärken sicher auf dem Boden aufzusetzen. Schade, dass es zu einem solchen Anlass keinen Applaus mehr gibt, ich erinnere mich noch an Flüge, bei denen alle Passagiere nach der gelungenen Landung laut geklatscht haben. Dieser Flugkapitän jedenfalls hätte es verdient.
Auch der Start in Amsterdam war eine Herausforderung an das Können des Piloten, wegen des Sturms stand nur eine Startbahn zur Verfügung, wir mussten 15 Minuten warten, bis wir die Starterlaubnis bekamen. Währendessen wackelten selbst an dem Standplatz die Flügel der Maschine so arg, dass man hätte meinen können, man befinde sich bereits in der Luft. Bis wir dann tatsächlich abgehoben hatten, war der Himmel aufgeklart, und wir konnten die Wellen vor Ijmuiden sehen, Bohrinseln in der Nordsee und große Frachter. An der Humbermündung gab es noch mehr Schiffsverkehr, wir hatten ja auch schon an Höhe verloren und konnten so auch kleinere Boote erkennen, hier war deutlich weniger Wind als in Holland.
Am Flughafen warteten bereits Trevor und Kay auf uns, und, um Volker eine Freude zu machen, verbringen wir die erste Nacht in England auf der Moonbow, ihrem Segelboot, das gut vertäut im Hafen von Grimsby auf die Sommertörns wartet. Ein leckeres Mahl im indischen Restaurant, ein Besuch im nahe gelegenen Pub runden den Abend ab. Überhaupt, die Pubs! So viele! Und so schön! Schade, dass drei Tage nur 72 Stunden haben, sonst hätten wir noch viel mehr dieser hübschen Lokale aufsuchen können.
Am Dienstag machen wir einen Ausflug nach Lincoln, besuchen die überaus sehenswerte riesige Kathedrale, deren Chor so aussieht, als hätte man die Szenen im großen Saal von Hogwarts dort gedreht, sensationelle Holzarbeit. Auch die Steinmetzarbeit ist beeindruckend, und die alten Bleiglasfenster. Die Burg ersparen wir uns heute, der stürmische Wind macht es draußen eiskalt. Wir laufen durch die wunderschöne Altstadt, vorbei an kuriosesten Läden, echt englisch! Es geht steil bergab, und Volker bekommt langsam Hunger und Durst. Wir können ihn überreden, noch so lange abzuwarten, bis wir die steilen Straßen wieder raufgekraxelt sind. Oben finden wir ein Pub mit Namen “Magna Charta”, die ist nämlich hier in Lincoln unterzeichnet worden und ein Exemplar der alten Handschrift wird in der Kathedrale ausgestellt.
Zu Trevors Geburtstag gab es am Abend eine kleine Grillfeier, bei der wir auch Freund Steve wiedersahen und seine neue Frau treffen konnten. Trevors Bruder Dee war mit Tochter und Enkelsohn erschienen und nach dem Essen spielten wir Liederraten mit Hilfe von kleinen Tröten, gar nicht so einfach, aber sehr lustig.
Am Mittwoch war kein Ausschlafen angesagt, dafür sorgt Enkelsohn Reuben, ein echter Frühaufsteher, der schon um sechs Uhr wieder auf den Beinen war. Für uns war das auch in Ordnung, nach einem ausgiebigen Breakfast machten wir uns wieder auf den Weg. Für mittags war Regen angesagt, deshalb legten wir den Stadtrundgang in einer weiteren mittelalterlichen Stadt auf den Vormittag, um am Nachmittag “The Deep”, das meereskundliche Museum in Hull noch einmal zu besuchen.
Beverley ist eine hübsche Stadt, mit einem beeindruckenden Münster, nicht ganz so groß wie die Kathedrale von Lincoln, aber ebenfalls im gothischen Stil erbaut, und mit einem fast identischen Grundriss. Und in der Altstadt reiht sich Pub an Pub, ein ideales Pflaster für einen gemütlichen Kneipenrundgang, den wir uns aber gespart haben. The Deep ist toll, auch beim zweiten Besuch, verdiente eher einen eigenen Beitrag, aber am besten schaut man es sich live an.
Am Donnerstag ging es dann wieder über Amsterdam nach Hause, diesmal mit einem längeren Aufenthalt dort, aber deutlich angenehmeren, weil viel ruhigeren Flügen. Es waren wunderbare drei Tage, (many thanks to Kay and Trev) und wir freuen uns schon sehr darauf, unsere beiden lieben Freunde bald auf unseren neuen Hexe begrüßen zu dürfen.

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Der Countdown

läuft seit heute um 15 Uhr 28. Genau zu diesem Zeitpunkt kam die erlösende Mail von Claudine aus der Outremer Werft, auf die wir so lange gewartet haben. Unser neues Boot, unser Traum auf zwei Rümpfen, unser neues schwimmendes Zuhause und was nicht noch alles, ist beinahe klar zu Auslieferung. In dieser zurückliegenden Woche wurde das Boot erfolgreich seitens der Werft probegesegelt, und einer Auslieferung zum 27. März an uns steht nun fast nichts mehr im Wege. Kurz nach dem  Eintreffen der Mail macht sich spontan bei uns beiden eine innere Unruhe breit. Wir sollen zum letzten Mal die mitgesandte Optionsliste durchchecken, damit auch keines der bestellten Extras irgendwo in irgendwelchem E-Mail-Verkehr oder anderen dunklen Datenkanälen verloren gegangen ist. Zudem benötigt die Werft für den Eintrag ins französische Schiffsregister den Versicherungsnachweis von uns, sowie eine Meldebestätigung aus Darmstadt. Der wiehernde Bürokratieschimmel macht auch vor der heiligen Seefahrt nicht halt.

Die Capitania ist kräftig am Wirbeln, und stellt die Unterlagen zusammen, damit alles glatt geht. Ich ziehe erst mal meine Laufschuhe an und und jogge die Aufregung im nahegelegenen Westwald ab – Aufgabenteilung kann man das offensichtlich nicht nennen. Doch wie wohl bei allen Paaren, die länger zusammen sind, haben auch wir gemäß unseren Stärken, oder auch den Schwächen, getrennte Aufgabengebiete. Das hat sich eingeschliffen, das hat sich bis jetzt bewährt und jeder von uns beiden ist damit zufrieden. Überwiegend jedenfalls.

Nun wird es also bald wirklich ernst mit der Zweirumpfsegelei, wer hätte das gedacht? Immerhin sind jetzt seit Vertragsunterzeichnung gut 14 Monate ins Land gegangen. Aber allein, dass es zurück zum Meer, zurück aufs Boot, und zurück in die Wärme des Südens geht, ist fantastisch – wir sind, wie man so schön sagt, total aus dem Häuschen.

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Wie lange noch???

In der zurückliegenden Woche gab es ein kurzes Update von Outremer, dass am kommenden Montag der Mast von unserem Katamaran wieder gestellt werden soll, der glücklicherweise vom Blitzschlag nicht betroffen war. Danach werden die Segel angeschlagen und das Werftteam wird erste Probeschläge auf dem blauen Mittelmeer unternehmen und alle Systeme an Bord überprüfen. Das soll nach Aussage vom Werftdirektor bis zum Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein, wenn beim Probesegeln keine weiteren gravierenden Elektronikfehler gefunden werden. Das heißt auch im Umkehrschluss, dass wir bis zum Ende der nächsten Woche noch auf glühenden Kohlen sitzen werden und nur hoffen können, dass der angepeilte Bootsübergabetermin am 27. März vbestehen bleibt. Situativ passend geht mir der Megahit, “sit and wait” von Sydney Youngblood nicht mehr aus dem Sinn, der hat sich seit ein paar Wochen als Ohrwurm tief in meinem Kopf eingenistet. Dieses doch relativ monoton gesungene, sit and wait – sitzen und (ab)warten – passt emotional ganz gut zu der seglerischen Leerlaufphase, in der wir uns seit einiger Zeit befinden.

Das zweite “wie lange noch” scheint seit dem letzten, bzw. vorletzten Bundesligaspiel doch entschieden zu sein. Wunder gibt es – besonders beim Fußball  – ja immer wieder und von einigen hat der SVDarmstadt 98 in den letzten Jahren auch kräftig profitiert. Nur momentan sieht es danach aus, dass der Verbleib im Oberhaus der Liga nur bis zur Ligasommerpause geht und dass danach das Darmstädter Fußballmärchen in der zweiten Bundesliga weitergehen wird. Abschieds- oder Abstiegsblues gibt es trotzdem nicht, und die Lilienequipe will es den Gegnern bis zum buchstäblichen (Saison)-Ende so schwer wie möglich machen.

Heute geht es gegen Mainz – Regionalderby sozusagen. Hoffentlich ist das Spieleresultat so, dass die Mainzelmännchen am Ende des Spiels traurig sein werden. (Oder wenigstens nicht zu fröhlich ,-)) )

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Ausquartiert

In den zurückliegenden kalten und dunklen Wintertagen hat sich ein unliebsamer raumgreifender Mitbewohner eingeschlichen, den wir nun nach und nach aus dem Haus werfen. Wenig habe wir getan, in sportlicher Hinsicht, dafür keine Feier ausgelassen und reichlich gutes Essen konsumiert und einigen alkoholischen Getränken zugesprochen. Und das, leider, leider, bei gleichzeitiger Bewegungsstarre, wer will schon bei kalter Winterluft zum Lauftreff, um dann durch den Winterwald zu hecheln, oder wer läuft schon gerne auf Schusters Rappen, dick vermummt und eingepackt, zum Shopping-Bummel, in die eigentlich nahegelegene Innenstadt? Wir sicherlich nicht.

So hat der Schweinehund immer mehr Besitz von uns ergriffen und sich so richtig bei uns eingenistet. Doch wie wird man diesen unliebsamen fest eingenisteten Bewohner wieder los? Gut, dass die Natur da kräftig mithilft, mit steigenden Temperaturen, Sonnenschein und Glückshormonen. Und so fällt es nicht sonderlich schwer, dem Schweinehund so richtig in den Hintern zu treten und ihn endgültig auszuquartieren, und damit die teuer bezahlten Speckröllchen abzutrainieren. Praktisch gesehen heißt das, das ich zweimal in der Woche den regionalen Lauftreff aufsuche und dass die Capitania und ich bei jeder möglichen Gelegenheit kräftig in die Pedale treten, statt das bequeme Automobil zu benutzen. 24 Kilometer haben wir seit Sonntag zu Fuß zurückgelegt, einmal eine Stunde Squash gespielt und damit ist der solide Grundstein für weitere sportliche Aktivitäten gelegt. Der Winterschweinehund hat sich getrollt und macht sich mit eingekniffenem Schwanz von dannen  – wir werden seiner gedenken😀

Hier noch ein Link, dass auch bei Segelprofis was schiefgehen kann. (Für die Nichtsegler: Das Boot, das von links kommt, hat Vorfahrt! Backbordbug vor Steuerbordbig, danke Patrick!) YOUTUBE

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