Brückenzeiten

Was für ein Tag!

Mit der Old Salt unterwegs

Mit der Old Salt unterwegs

Pünktlich sind wir aufgestanden heute morgen in Hoorn, ich habe den Hund ausgiebig Gassi geführt, damt er bis heute spätnachmittag durchhält. Es war ein wunderschöner Sonnenaufgang über dem Ijsselmer, nachts hatte es offensichtlich Minusgrade, denn auf den Vorschiffen und auf den dünnen Ästen der kahlen Bäume sowie auf den Exponierten Rasenflächen lag Raureif. Der Wind weht frisch aus Nordost, und auf dem Weg zu meiner Lieblingsecke in Hoorn, die ich immer die “Südseeinsel” genannt habe, muss man sich gut einmummeln, denn der Wind kommt von vorne. Leider hatte ich kein Handy und somit auch keine Kamera dabei, deshalb müsst ihr euch diese Schönheit einfach selbst vorstellen.

Gre und Kees winken

Gre und Kees winken

Wieder pünktlich vor halb zehn legen wir ab, Kees und Gre winken uns zum Abschied, und mit halbem Wind und später raumschots schießen wir mit weit über sieben Knoten mit der “Old Salt” Richtung Nordzeekanal.

Der Leuchtturm von Marken

Der Leuchtturm von Marken

Alles passt gut, wir wissen, dass die Schellingwouderbrug zur ganzen Stunde und zwanzig Minuten NACH und zwanzig Minuten VOR der vollen Stunde öffnet. Kurz vor 12 sind wir an der Einfahrt des Kanals, noch wenige Meilen bis zur Brücke, wir rechnen uns aus, dass wir genau zwanzig nach dort sind.

Besatzung der Old Salt

Besatzung der Old Salt

Schaffen wir locker, 10 nach sind wir da, gehen an den Wartesteiger, es wird 19 nach, leine Aktivität ist auf der Brücke zu erkennen, um 23 nach werden wir nervös, um 25 nach schauen wir nach den Marifoon-Kanälen, und um kurz vor halb versuche ich zuerst die Brücke und später die Schleuse zu erreichen, Die Brücke antwortet nicht, die Oranjesluizen informiert uns, dass die Brücke derzeit nur viermal am Tag bedient wird, um 09:00, um 12:00,um 16:00 und um 20:00 Uhr. Super! Um 10 Minuten haben wir diese dämliche Brückenöffnung um 12 Uhr verpasst, und jetzt müssen wir über drei Stunden warten! An einer Schleuse ohne Landzugang für Nico zum Spazierengehen! Um dann anschließend in die Dunkelheit hineinzufahren, gut drei Stunden bis Ijmuiden! Und das alles nur, weil sie das nicht im Internet publizieren, wir haben ja gestern versucht, uns über die Öffnungszeiten zu informieren.

En rauchender Schornstein

En rauchender Schornstein

Wir sind frustriert und enttäuscht, aber es hilft ja nichts, also grillen wir unser Abendessen an Schleuse, machen das Boot klar und erholen uns eine halbe Stunde. Halb vier sind wir alle hellwach und alert, weil wir diese Brückenöffnung auf keinen Fall verpassen wollen.

Amsterdam

Amsterdam

Amsterdam liegt noch im Abendsonnenschein, auch die Afrika-, Amerika- und Australienhäfen liegen schön im Abendrot, wir beeilen uns, dass wir nicht zu spät in Ijmuiden ankommen werden.
Jetzt passt alles, für die 17 Seemeilen brauchen wir deutlich unter drei Stunden. Ich rufe die Zuidersluis, der Schleusenwärter antwortet eher knapp, wir hoffen, dass es klappt, und ja, es passt.
Die Schleuse öffnet direkt, als wir kommen, um 18:45 sind wir im Salzwasser. Und fast im Hafen. Der ist schrecklich schlecht beleuchtet, aber wir finden die optimale Box längsseits am Steg, lassen endlich den Hund mal an Land.

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Lausekalt

Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang

Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang

ist es heute Abend in Hoorn am Ijsselmer, nördlich von Amsterdam und trotz dicker Plolarjacke kühlt der Wind mich aus. Morgen segeln wir nach Ijmuiden, vorbei am historischen Leuchtturm von Marken bis zur Oranjeschleuse, die als Tor zum Nordseekanal dient, der dann bis zur Nordsee führt. Auf dem Kanal werden wir die historische Innenstadt von Amsterdam zu unserer Linken lassen, um anschließend die Öllager von Amsterdam zu passieren. Berufsschiffahrt gibt es auf dem Nordseekanal reichlich, kleine Frachtschiffe, Fähren, Ausflugschiffe, Ozeanriesen und natürlich auch Sportschiffe bevölkern den vielbefahrenen Kanal.

img_2201Kurz vor Ijmuiden geht es in die Seeschleuse und danach befindet man sich am gezeitenumspülten Ende des Nordzeekanals und der Retortenbadeort Ijmuiden liegt vorm Bug. Die einen bezeichnen die Kanalfahrt als eintönig, Cornelia und ich genießen derlei.
Wir segeln, zur Aufklärung unserer Leser, auch nicht mit der Hexe, sondern mit der Old Salt, einer Bavaria 390 und deren Eignerin, ein paar Tage im kalten Norden. Der kalte Norden ist es erst seit heute, wie uns glaubhaft umd mehrfach versichert wurde. In Köln, auf der Hinfahrt, hatten wir noch schnucklige 15 Grad, in Düsseldorf waren es dann nur noch zehn und bei der Ankunft in Hoorn blies uns der kalte Ostwind frische 7 Grad entgegen.

Wir haben alle warme Kleidung, die unser Kleiderschrank hergibt, in Taschen gepackt, einschließlich warmer Skihandschuhe und Kunstfellmützen. Im Laufe des Wochendes soll es dann der Nullgradgrenze entgegen gehen, aber die Sonne und der blaue Himmel werden uns den Wintersegelspaß versüßen.

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Was für ein Verkehr

covilleIm Moment ist auf den Weltmeeren seglerisch so viel los, das ich morgens erstmal gar nicht weiß, welche Website man anschauen sollte. Bei der Vendée-Globe-Regatta haben die Führenden jetzt so richtig Fahrt aufgenommen und segeln Stundendurchschnittsgeschwindigkeiten von über 20 Knoten. Selbst die hinteren im Feld der 29 Starter haben den Äquator und die windarme Zone der Kalmen durchquert. Zwei Teilnehmer mussten bereits wegen Materialfehlern aufgeben. Seit ein paar Tagen ist noch ein Solosegler unterwegs, allerdings auf 3 Rümpfen. Thomas Coville will mit seinem Trimaran “Sodebo” den Einhandrekord für die schnellste Weltumsegelung brechen, die bisher bei 59 Tagen lag. Mittlerweil hat Coville nach 14 Tagen Segelzeit das Kap der guten Hoffnung umrundet, und liegt rechnerisch einige hundert Seemeilen vor alten Rekordzeit. Mehr hier:

idecUnd noch ein Trimaran ist unterwegs, um einen bestehenden Rekord zu brechen, nur nicht im Solobetrieb, sondern mit kompletter Mannschaft. Es handelt sich um eine alte Bekannte, dem Trimaran “Idec” mit dem deutschen Boris Herrmann als Navigator und Taktiker an Bord. Idec will den Weltumsegelrekord, die Lues-Vernes-Throphy, brechen. Es ist der zweite Anlauf nach 2015, beim ersten Versuch wurde die angestrebte Rekordzeit nur um einige Tage verfehlt.
Es ist also richtig viel los auf dem Wasser und auf den Webseiten der Veranstalter oder Teilnehmer.

Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen

Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen

Wir sind seit gestern wieder in Darmstadt, um ein paar Punkte auf unserer langen To-Do-Liste abzuarbeiten. Freundlicherweise haben wir die Wärme des Südens nach Hessen mitgenommen – 16 Grad beim Start in LGM und 15 Grad bei der Ankunft zu Hause, dank starken Winds aus Süd. Im Radio wird wegen des komischen Wetters vor Erkältungen gewarnt, und grad kitzelt es in der Nase ;-(( .

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Eiserne Kugeln

Neben viel Beton in allen Facetten,gibt es in LGM auch ganz viel grün. Laubgrün und kieferngrün und grasgrün, in Parks, in Alleen, am Straßenrand und auf zahlreichen Spielplätzen. Nico liebt LGM, es gibt sooo viele Auslaufmöglichkeiten, die Capitania nimmt jeden Tag einen anderen Weg für den morgendlichen Rundgang. Es gibt auch einen endlos lang erscheinenden Strand, der sich von LGM bis nach Palavas erstreckt. Insgesamt sind es fast 15 Kilometer Strand, mit einem reizvollen Dünengebiet dahinter, der zum Spazieren, zum Kitesurfen, zum Sandburgenbauen oder einfach nur zum Relaxen einlädt. Vordergründig ist LGM eine Betonferienwüste. Doch bei näherem Hinschauen gibt es doch sehr viel Schönes zu entdecken.

Die letzten Tage haben wir den regionalen Bouleplatz für uns entdeckt. Eigentlich sind es mehrere Bouleplätze die sich langgestreckt aneinanderreihen. Bereits um 15 Uhr sind die Plätze voll mit Spielbegeisterten, voller Leidenschaft und Vergnügen wird um den Sieg gekämpft. Wir bestaunen eine Weile lang das Können der Spieler. Zentimetergenau, mal mit einem Wurf in einem hohen schwungvollen Bogen, mal mit einem flachen Rollen werden die Kugeln rund um das “Schweinchen” platziert . Manchmal beobachten wir auch einen eleganten Hüft- oder Beinschwung, der noch nach dem Abwurf die Boulekugel in die richtige Richtung dirigieren soll, was einer gewissen Situationskomik nicht entbehrt.

Es gibt Gott sei Dank zwei alte Bouleplätze, die ein Stück abseits des ganzen Trubels liegen, und dort spielen wir. Auch mit Spaß und Leidenschaft, aber dafür mit weniger Können als die Profis. Manchmal schaut auch dort jemand zu, man steht aber nicht unter ständiger Beobachtung wie auf den Hauptplätzen.

Für die baldige Heimfahrt nach Darmstadt habe ich mir gestern im Decathlon eine extradick gefütterte Winterjacke zugelegt, die mich gegen die Unbillen der nördlich-heimatlichen Natur schützen soll. Beim kurzen Anprobieren im geheizten Geschäft hatte ich schon einen Schweißausbruch.

Mit dem Verkauf der Hexe geht es leider nicht so flott voran wie gedacht, weil die potenziellen Käufer einen eigenen Kaufvertrag unbedingt mitbringen wollen, anstelle den Standardvertrag von unseres gemeinsamen Yachtmaklers zu nehmen.

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Weiter geht’s!

Ein prächtiger Sonnenuntergang verheißt gutes Wetter

Ein prächtiger Sonnenuntergang verheißt gutes Wetter

Es sieht so aus, als ob unsere Hexe verkauft ist. Gestern kam das entsprechende okay aus Spanien, und wir steigen jetzt in die Vertragsgestaltungsphase ein. Keine Ahnung, wie lange sich das so hinzieht, aber wir sind sehr optimistisch, dass wir auf einem guten Weg sind. In trockenen Tüchern ist so etwas natürlich erst, wenn 1. die Unterschrift beider Parteien unterm Vertrag ist und 2. das Geld auf dem Konto.
Schön ist es jedenfalls zu lesen, wie sehr die Hexe den Spaniern gefallen hat. Komplimente kommen halt meistens gut an, oder? Und wie schön unser Boot ist, haben wir wirklich oft genug betont – also Schluss damit.

Herbststimmung in LGM

Herbststimmung in LGM

Gestern haben wir erfahren, dass sich die Lieferung unseres Katamarans um knapp vier Wochen nach hinten verschieben wird. Ein bisschen zu meinem Leidwesen, andererseits zur Freude von Cornelia. Die hatte nämlich keine richtige Lust, im Januar, dem Mittelmeerwinter, das Boot ausgeliefert zu bekommen. Ende Februar fängt der Frühling hier an und die Chance, dass zur Probesegelzeit die Temperaturen moderater sind als im Januar, ist groß. Die neue zweibeinige Hexe soll dann hier in der Gegend exzessiv getestet werden, um anschließend die anscheinend unvermeidlichen “Kinderkrankheiten” zu beheben.

img_4126Gestern waren wir mit Sylvia und Jürgen in einem nahen kleinen Hafenrestaurant, dem “Bourrique” zu Abend essen. Jürgen und ich haben das Fleischgericht des Hauses gewählt – ein ganzes Kilo Rinderkotelett vom Chef des Hauses höchstpersönlich am Tisch tranchiert für 2-3 Personen. Wir sind erwartungsgemäß mehr als satt geworden und lecker war es obendrein. Das Tranchiermesser war ein gut 50 Zentimeter langes Opinel-Klappmesser. Der Klappmesserklassiker mit Holzgriff schlechthin, hier in Frankreich. Cornelia und mich hat das stark an unsere Frankreichskifahrerzeit erinnert. Das Messer wird genau dort hergestellt, wo wir sonst immer zum Skifahren waren, nahe bei St. Jean de Maurienne in den Savoier Alpen. Jetzt wollen wir mal nicht die Damen vergessen, für die gab es Tintenfisch und Krustentiere. (Und aus der zweiten Hälfte des Fleischstücks hat Volker heute mittag ein Gulasch gekocht, mehr als ausreichend für uns beide!)

hugobossDas Vendéeglobe-Rennen um unseren blauen Planeten ist spannend wie nie zuvor, täglich verfolgen wir die Positionskämpfe der Segelhelden, meistens morgens beim Frühstück. Schon jetzt wurde eine lang gehaltene Rekordzeit aus dem Jahr 2004 eliminiert. Die Rede ist von der schnellsten Zeit vom Starthafen bis zum Äquator. Alex Thomson, der englische Skipper, erreichte diese magische Linie mit seiner “Hugo Boss” bereits nach schnellen 9 Tagen, 7 Stunden und 2 Minuten. (Und das wäre mein Favorit gewesen, hätte ich mich entschlossen, das zeitraubende Spiel “Virtual Regatta” bei der Vendée Globe mitzuspielen, seitdem sagt Volker immer: “Dein Hugo Boss liegt vorne”. Und ich freue mich dann. Hier geht es zu dem Video.)
Doch dazu demnächst mehr.

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Wechselhaft bis schön

Strandleben im November

Strandleben im November

gestaltet sich derzeit das Wetter in Südfrankreich. Sonnige Stunden folgen auf Regen, abends wird es eher kühl, mittags ist es so warm, dass die Menschen am Strand mit den Beinen ins Wasser gehen, die Cafés und Restaurants sind voll, die Leute sitzen in der Sonne und genießen die freien Tage. Am Freitag ist in Frankreich Feiertag, „Armistice“, der Waffenstillstand, der das Ende des 1. Weltkrieges einläutete. Dieses Jahr lag der 11. November, bei uns eher als St. Martins Tag gefeiert, passend auf einem Freitag, und nach den kalten Regentagen zuvor mit strahlendem Sonnenschein gekrönt. Außerdem findet an diesem langen Wochenende in La Grande Motte die „Fête du vin à la plage“ statt, dadurch ist der ansonsten kostenfreie Parkplatz zum Bersten voll, und auch nicht mehr kostenlos. Heute Nachmittag wollen wir mit Silvia und Jürgen von der „Graskarpfen“, einer gerade ausgelieferten Outremer 45, auch mal einen Gang durch das Weinzelt machen.

Alles bereit zum Probesegeln

Alles bereit zum Probesegeln

Freitag und Samstag sind wir mit den spanischen Interessenten gesegelt, auch hier hatten wir mit dem Wetter Glück. Am Samstag wehte ein ordentlicher Wind aus Nordwest bis Nord, die alte Welle von den zwei Tagen Westwind sorgte für Bewegung in dem “Pudding”, die Sonne schien, und die Hexe hat gezeigt, was sie kann. Amwindkurs, halber Wind, raumschots, vor dem Wind mit ausgebaumter Fock, auf allen Kursen zeigte der Speed nie unter sechs, meist mehr als sieben, und immer wieder deutlich über acht Knoten an. Der Skipper war glücklich, die Gäste hoffentlich auch. Nico war es auch zufrieden, wie immer hatte ich ihm sein Körbchen zu uns an den Niedergang gestellt, und er konnte beruhigt seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und – schlafen.

Zurück im Hafen ging es daran, alle – zunächst nur die seemännischen – Einzelheiten unseres Bootes zu zeigen, und ihre Handhabung zu demonstrieren, von A wie Anker über K wie Klampen bis Z wie … Die umfangreiche Elektronik haben wir uns für den nächsten Tag aufgehoben.

Abendstimmung

Abendstimmung

Gegen sechs Uhr hatten Volker und ich keine Stimmen mehr, die spanische Aufnahmefähigkeit war erschöpft, schließlich waren sie um drei Uhr zuhause losgefahren. Mit einem Feierabendbier läuteten wir die Entspannungsphase ein, jetzt war es Zeit zu plaudern und ein bisschen mehr und persönliches übereinander zu erfahren. Wir haben für die drei in unseren Achterkajüten die Betten bereitet, wurden dafür zum Essen eingeladen (muchas gracias otra vez a ustedes) und danach wir fielen alle erschöpft in die Kojen.

Das Unterwasserschiff präsentiert sich tadellos sauber

Das Unterwasserschiff präsentiert sich tadellos sauber

Am Samstag morgen ging es auch früh los, schließlich musste der Krantermin organisiert werden. Das ging wirklich sehr schnell und unproblematisch, äußerst professionell hat man unsere Hexe in die Gurte gehängt, und das Unterwasserschiff konnte inspiziert werden. Volker hat noch sechs kleine Muscheln gefunden, diese mit einer Spachtel abgekratzt, aber ansonsten gab es keine Beanstandungen.

Danach haben wir – bei dem gestern eher leichten Wind – noch unseren Spinnaker vorgeführt, gezeigt, wie das Großsegel gerefft wird (die anderen Boote in der Bucht dachten auch, die spinnen die Deutschen, bei 5 Knoten Wind mit zwei Reffs im Großsegel zu fahren!), und alle Kurse noch mal durchprobiert. Auch hier zeigte die Hexe sich von ihrer besten Seite, schnell wie der Wind, egal auf welchem Kurs, und die Spanier waren sehr angetan. In den nächsten Tagen werden sie sich entschieden haben, dann wissen auch wir, wann wir uns in den kalten Norden begeben werden.

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Ein guter Start

Sonnenuntergang bei LGM

Sonnenuntergang bei LGM

mit idealen Wind- und Wetterbedingungen innerhalb der ersten vier Tage,sorgte für ein zügiges Vorankommen,des gesamten Teilnehmerfeldes der diesjährigen Vendée Globe-Regatta. Der Führende Armel le Cleach mit seiner Banque Populaire hat in vier Tagen bereits 1.200 Seemeilen im Kielwasser und befindet sich zwischen Madeira und den Kanaren, die auch als taktische Schlüsselstelle zählen für den weiteren Rennverlauf. Zwischen dem Erst- und dem Acht-Platzierten liegen gerade mal 64 Seemeilen Distanz. Es war also bisher eine sehr enge und manöverreiche Wettfahrt im vorderen Führungsfeld. Nur kann man schon jetzt wohl von einer Dominanz der Schiffe sprechen, die mit Foils ausgerüstet sind. Das war so im Vorfeld nicht absehbar, von den acht Bestplatzierten sind sechs teilnehmende Yachten mit Foils ausgestattet. Ein klares Signal für die Zukunft, wenn, ja wenn die Foils bis ins Ziel durchhalten und keine Materialschwächen auftreten. Zahlreiche Videos mit Live-Kommentaren vor Ort bringen uns die Segelbilder auf den heimischen Bildschirm.
Bei uns wird jetzt morgens immer erst einmal die Vendeeglobe.org website aufgerufen und nach den neuesten Entwicklungen der vergangenen Rennnacht geschaut.

Nico, sturmumtost

Nico, sturmumtost

Ansonsten ist alles gut an Bord. Gestern morgen hatten wir einen kurzfristigen Wintereinbruch mit nasskalten 3°, aber heute im Tagesverlauf ist das Thermometer wieder auf anständige 16° geklettert. Jetzt, heute abend, pfeift der Wind ums Boot, das will er die ganze Nacht noch tun, morgen ab zehn Uhr soll er nachlassen.

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Zwei Seelen wohnen, ach …

Abendsonne-Spiegelungen an Deck der Hexe

Gelcoatglanz mit Abendstimmung

Wir sind gerne auf unserer Hexe, das haben wir immer versucht, in unseren Blogbeiträgen zu vermitteln, weil das genau so der Fall ist. Doch unsere Tage im Mittelmeer sind gezählt. In Darmstadt warten noch so viele Dinge darauf, erledigt zu werden. In Südfrankreich schreitet der Bau unseres Katamarans immer weiter voran. Für unsere jetzige Hexe kommen am Wochenende Kaufinteressenten aus Spanien. Wir freuen uns schon darauf, unser schönes Schiff zu präsentieren.

Shoe shine

Shoe shine

Es wird Zeit, finale Entscheidungen zu treffen, oder, wie man so sagt, “Nägel mit Köpfen zu machen”, bevor unsere Reise im Februar mit neuem Katamaran weitergeht. Weiter gehen im wörtlichen Sinne, raus aus dem Mittelmeer, hinein in den Atlantik. Aber der letzte Satz ist noch Zukunftsmusik. Ein Teil unserer Habe haben wir schon vom Schiff geholt, in Kisten verpackt und bei der Katamaranbauwerft abgestellt. Vieles wird noch folgen. Wenn unsere Dehlerhexe jetzt nicht verkauft wird, lassen wir sie in 14 Tagen nach Holland transportieren. Aber auch das ist Aufwand, der Mast muss gelegt und verpackt werden, das Spritzverdeck muss runter, der Geräteträger muss auch abgebaut werden, innen drin muss alles doppelt und dreifach sicher gestaut werden, damit bei dem Rücktransport per LKW über die Straße bloß nichts beschädigt wird. Da das Ganze wegen der Breite und Höhe unseres Schiffes als Schwertransport mit Begleitfahrzeugen eingestuft wird, dauert die Rückfahrt nach Holland drei Nächte. Denn gefahren werden darf nur nachts.

Hexymama mit Hund

Hexymama mit Hund

Einfacher wäre es natürlich, hier vor Ort unsere jetzige Hexe zu verkaufen. Aber, so ganz ehrlich gesprochen, fällt es uns auch nicht leicht, die Hexe herzugeben. Wir haben uns schon sehr an unser flottes schwimmendes Zuhause gewöhnt und unendlich viel Positives damit erlebt. Wie mir die Zweirumpfsegelei allgemein gefallen wird, kann ich momentan noch nicht definitiv sagen. Klar ist der Wohnraum üppiger und es gibt keine Schräglage. Wie es hingegen um die eigentliche “Sensation des Segelns” steht, wird sich noch rausstellen. So das sportliche “Rumcruisen” mit unserer Hexe ist schon der Knaller. Der oder die potenziellen Käufer werden daher von unserer Dehler 41 sicher nicht enttäuscht werden – egal ob sie nun hier in Südfrankreich oder später in Holland den Besitzer wechseln wird.

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Einmal um die Welt

über 24.000 Seemeilen, nonstop, auf extremen Rennsegelyachten, mit nur einem Segler an Bord. Alle vier Jahre ist es soweit, heute startet im französischen Les Sables d’Olonne das Vendée Globe Race, eine Einhand-Regatta, die die 29 teilnehmenden Segler in ihren Yachten nonstop um die Erde führt. Die schnellsten werden nach gut zweieinhalb Monaten auf See die Erde umrundet haben und die Ziellinie, wiederum vor Les Sables d’Olonne kreuzen. Es wird sicher wie bei jeder Auflage dieses Hochseeklassikers zahlreiche Ausfälle geben, die meisten aufgrund technischer Schwierigkeiten.

Plakat in Palavas

Plakat in Palavas

Die Vendée Globe gilt als die härteste Regatta der Welt und wird auch gerne als der “Mount Everest” des Segelns bezeichnet. Sicher nicht ganz zu unrecht, denn ein großer Teil der Strecke, den die Segler absegeln müssen, befindet sich im sturmumtosten Südpolarmeer, zudem sind, zumindest die Boote der Favoriten, extrem hochgezüchtet. Erstmalig in der Geschichte der Vendée Globe sind sieben der teilnehmenden Yachten mit seitlichen Tragflächen, den sog. Foils ausgestattet, die die Rümpfe fast zur Gänze aus dem Wasser heben. Diese Technik führt zu extremsten Belastungen, zum einem an den Stellen, an denen die Foils an den Rümpfen befestigt sind, zum anderen aber auch beim Skipper selbst. Durch die Foils werden die Boote so nervös und trimmsensibel, dass schon kleinste Einstellungsfehler, beispielsweise zuviel Segelfläche, gravierende Folgen haben können und das Schiff damit kurzfristig unbeherrschbar machen. Man kann diesmal also sehr gespannt sein, wer am Ende des Rennens die Nase, oder besser gesagt, den Bug vorne hat, die Teilnehmer mit Foils, oder die “Traditionalisten”. Theoretisch berechnet sollen die Foils einen Vorteil von maximal 50 Seemeilen am Tag, bei viel Wind, erbringen.
Egal, wer gewinnt, im segelbegeisterten Frankreich, wird jeder als Held verehrt, der es bis zur Startlinie schafft, und den Mut hat, teilzunehmen. Es werden auch diesmal wieder mehr als 300.000 Menschen zum Starthafen in Les Sables d’Olonne pilgern und die Hochseehelden gebührend verabschieden.

Wer vom Trockenen und warmen Zuhause aus, das Rennen mitverfolgen möchte, sollte sich die Veranstalterwebsite www.vendeeglobe.org/en/ regelmäßig anschauen. Dort gibt es täglich zahlreiche Berichte zu lesen und Livefilme von Bord der Teilnehmer zu sehen.

Schade ist nur, das es wieder kein deutscher Teilnehmer, trotz einiger löblicher Versuche, an die Startlinie geschafft hat. Vielleicht würde sich mit einem deutschen Teilnehmer der Fokus der heimischen Presse endlich mehr auf dieses wirklich spannende Segelereignis richten.

Der Hexenkatamaran wächst weiter

Der Hexenkatamaran wächst weiter

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Die schöne Magelone

3. November 2016, Donnerstag, Baro 1013, sonnig, Wind N um 2
Palavas-les-Flots 13:00 – La Grande Motte 15:30, 6,5 sm

Gestern sind wir erst so spät losgesegelt, weil es zum einen nur 6,3 sm bis La Grande Motte sind, und wir zum anderen noch den Ort Palavas mit dem hohen begehbaren ehemaligen Wasserturm besteigen wollten. Also, besteigen ist übertrieben, ein Außenfahrstuhl mit Sicht fährt uns rasch in die elfte Etage, wo sich ein Café oder einen Bar, je nach Tageszeit und Appetit befindet. Von hier aus hat man einen sensationellen Blick über den Kanal, die Binnenseen bis hin zur Kathedrale von Magelone. Die Geschichte von der “schönen Magelone” stammt tatsächlich von hier. Das ist ein Prosaroman aus dem Frankreich des 15. Jahrhunderts, der sehr populär war, eine ergreifende Liebesgeschichte, die sich durchaus lohnt.

Wir segeln bei ganz leichtem Wind, aber angenehm warmen Sonnenstrahlen, es geht noch ohne Strümpfe, und im T-Shirt. Mal sehen, wie lange noch. Zunächst ist wenig Wind, das Hexchen segelt so schnell wie der Wind selbst bläst. Zwei Seemeilen vor dem Hafen besinnt sich der Wind, und wir können dieses letzten Meilen mit fünf Knoten bis direkt vor den Hafen segeln. Dort gehen wir erstmal an einen niedrigen Steg an der Capitainerie, denn Volker will noch den Rumpf polieren.

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