Schlecht gespielt

Die Terrassen der Restaurants am Meer sind noch leer

Die Terrassen der Restaurants am Meer sind noch leer

hatten die Capitania und ich beim Pubquiz. Zumindest dem Ergebnis nach. Insgesamt 17 Mannschaften hatten um die ausgelobten 100 Euro Preisgeld mitgequizt. 5 Wissensgebiete zu je 10 Fragen wurden abgefragt. Die größeren Teams hatten am Ende die Nase vorn. (Dabei fing alles gut an, das erste Gebiet waren Musikinstrumente, da hatten wir fast alles richtig, nur der englische Name für das Becken am Schlagzeug ist uns zu spät eingefallen.) Wenn es um Kino oder lokalpolitische Fragen ging, mussten wir beide leider passen. Am Ende aind wir irgendwo abgeschlagen auf Platz 11-17 gelandet, erst ab Platz 10 wurde der Teamname genannt. Macht nix, war trotzdem ein schöner Abend im Pub und vielleicht können wir beim nächsten Anlauf ein besseres Ergenis erzielen, Versuch macht klug.

Schlicht und doch so bequem

Schlicht und doch so bequem

Heute war dann Schuhkauftag für und mit der Capitania. Das ist an sich bei der großen Auswahl an Schuhgeschäften kein Problem. Nur, da meine Liebste auf großen schlanken Frauenfüßen lebt und läuft, ist das Thema “Schuhkauf” meistens nicht ganz so trivial und konnte in der Vergangenheit aich schon mal etwas länger dauern (und ist, verständlicherweise, darum auch nicht meine große Leidenschaft). Heute jedoch ging alles ganz fix vonstatten, ins Schuhgeschäft rein, zwei Paar anprobiert, eins passte davon, passte und gefiel, fertig. Glück gehabt! Danach sind wir mit dem Schuhverkäufer noch ins Gespräch gekommen, der im Auftrag der Schuhmarke “Camper” die Verkaufsfiliale in Cannes betreibt. Camper ist für Segelbegeisterte keine unbekannte Marke, der weltweit agierende Schuhhersteller aus Mallorca sponsort einge Segelteams, u.a. beim weltbekannten Volvo Ocean Race.

Jedenfalls wissen wir jetzt, dass der kleine, 30 qm große Laden monatlich sagenhafte 15.000, in Worten fünfzehntausend Euro Miete kostet. Was ein Ding und das in der 2. Reihe! Auf der berühmten Croisette, der Edelshoppingmeile schlechthin, soll die Ladenmiete um ein Vielfaches höher sein.

Die Mädels warten auf den Couturier

Die Mädels warten auf den Couturier

Da es jetzt schon nach 20 Uhr ist, können wir noch ein paar nackte Tatsachen hier im Blog einstellen, die uns in Cannes begegnet sind. Splitterfasernackte Schaufensterpuppen zeigen ganz unverblümt ihr Antlitz.

Der 2 m große Kristallkopf schmückt den Eingang

Der 2 m große Kristallkopf schmückt den Eingang

Und auch ein anderes Schaufenster zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Ein Laden mit Edelpunkklamotten und entsprechend ansprechender Deko und mit gesalzenen Preisen.

Wir haben auch endlich die Zeit gefunden, unser Darmstadt-Memory auszupacken und eine Runde zu spielen. Unsere Merkfähigkeit ist bestimmt noch ausbaufähig ;-)) (Ich weiß gar nicht, was er will, der Skipper hat haushoch gewonnen!)

Ganz schön hoch sind die Wellen in der Bucht

Ganz schön hoch sind die Wellen in der Bucht

Morgen sollen die stürmischen Winde der letzten drei Tage endlich passé sein. Wir wollen dann eventuell zu unserem “Heimathafen” Villeneuve Llobet segeln, um am Montag  endlich mal wieder Wäsche zu waschen. In Nizza wurde das Hafengebäude umgebaut und die Waschmaschine war nicht zugänglich. Hier in Cannes ist der Waschvollautomat abgestellt, weil er angeblich Löcher in die Wäsche macht. Und nach drei Wochen quillt unser Wäschebeutel beinahe über.

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Schön und berühmt: Die Dschäklass

Die Treppe am Palais des Festivals, illuminiert für die Nacht

Die Treppe am Palais des Festivals, illuminiert für die Nacht

Cannes ist ein echter Hotspot für die Schönen, Reichen und Berühmten. Für sie bietet Cannes neben dem angenehmen Mittelmeerklima alles, was das Herz begehrt, erlesene Sterneküche, alle bekannten Modelabels der Welt haben ein Geschäft auf der Shoppingmeile, 5-Sterne-Hotels dicht an dicht, die Filmfestspiele und natürlich das blaue Meer mit endlosen Stränden.

Doch diese Spezies wollen wir heute mal außer acht lassen und eine maritime Weltberühmheit näher betrachten, die zwar von Menschenhand geschaffen wurde, aber deren Eleganz auf dem Wasser schwerlich von den „Landmenschen” zu überbieten ist.

Die "Shamrock" in Cannes

Die “Shamrock” in Cannes

Schon in den frühen Jahren des Americas Cup, der berühmtesten und ältesten Segelveranstaltung der Welt, wurde mit so eleganten Yachten um die Wette gesegelt, wie sie weder davor noch danach auf dem Wasser anzutreffen waren. Bei diesen Yachten floss das gesamte Wissen der berühmten damaligen Yachtdesignergrößen in die Konstruktion dieser segelnden Augenweiden mit ein. Die Rede ist von der sogenannten J-Class (Dschäklass, ausgesprochen).

Von 1930–1937 segelten diese Megasegelyachten um die „Kanne”, den Pokal des Americas Cup, Unternehmerberühmtheiten wie Vanderbilt, Sopwith und Lipton, der mit dem (Eis)-Tee, waren die Treiber der Veranstaltung und die Bauherren dieser teuren Yachten.

  • Das Zahlenwerk:
    Gesamtlänge 40-42 Meter
    Breite 6,36 Meter
    Tiefgang 4,57 Meter
    Segelfläche ca. 700 Quadratmeter
    Verdrängung max 160 Tonnen
  • Die Namen der Schiffe lesen sich wie das Who-is-Who des Segelsports:
    Velsheda, Schamrock, Enterprise, Endeavour, nur um einige zu nennen.
Bronzefarben glänzen die Beschläge in der Sonne

Bronzefarben glänzen die Beschläge in der Sonne

Doch dann kann der Weltkrieg und mit ihm der Untergang und Abgesang der J-Class und auch der tatsächliche physische Untergang einiger Schiffe. Bis zur Renaissance der  J-Class sollte es dann einige Jahrzehnte dauern. In den späten achtziger Jahren wurde die Multimillionärin, Unternehmerin und spätere Yachtrestaurateurin Elisabeth Meyer auf die J-Class aufmerksam. Als erstes Schiff der Klasse wurde die 1930 gebaute Endeavour, von Grund auf restauriert und später an vielen Orten der Welt präsentiert. Das Interesse von potenziellen Eignern wuchs und schon kurz danach wurde die ebenfalls in 1930 auf Kiel gelegte Shamrock komplett renoviert. Diese dann schon in der von Meyer gegründeten Yacht Restauration School, wo bis zum heutigen Tag mehr als 400 Studenten ihren Abschluss im Yachtrestaurierungsbereich erlangt haben.

Da waren es schon zwei Schiffe und die segelten wo sie konnten gegeneinander. Das Interesse an der Klasse wuchs weiter. Alte, original erhaltene Yachten der J-Class wurden zum Teil im Schlick vergammelt gefunden und restauriert, oder gerade noch so schwimmfähig in irgendwelchen Flussläufen entdeckt und vom Kiel bis zu den Spanten, mit viel Liebe und noch mehr Geld, zu segelnden Schönheiten wiederbelebt.

Die Shamrock segelt unter der Flagge der Isle of Man

Die Shamrock segelt unter der Flagge der Isle of Man

Doch neben den wiederauferstandenen Schiffen aus der damaligen Zeit gab und gibt es eine Reihe von Neubauten, die alle nach den Originalplänen und Maßen aus der damaligen Zeit entstanden sind, oder aktuell noch entstehen. Die J-Class ist daher eine zwar langsam aber stetig wachsende Klasse. Egal, wo dieses Schiffe auftauchen, sie ziehen begeisterte Zuschauer massenhaft an. Aktuell gibt es acht Yachten und drei weitere sind im Bau.

Das Beste kommt jetzt zum Schluss, wer bis hierhin gelesen hat, schafft noch ein paar weitere Zeilen, es ist ja Wochenende.

Das Deck, so schön und gepflegt

Das Deck, so schön und gepflegt

Eine dieser besonderen Schönheiten, die Shamrock V, liegt hat hier in Cannes ihren Dauerliegeplatz und wird, natürlich mit Crew, an solvente Chartergäste vermietet. Gestern, beim nachmittäglichen Nicospaziergang haben Cornelia und ich gerne mal einen kleinen Umweg gemacht und die glänzende Segelyacht (leider nur von außen) besichtigt und, wie es sich für Berühmtheiten gehört, von allen Seiten paparazzimäßig abgelichtet. Beim Hinschauen geht einem echt das Seglerherz auf, bei soviel Anmut und Eleganz.

Wer noch mehr schöne Segelbilder sehen will, dem sei die Seite www.jclassyachts.com ans Herz gelegt.

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Boah, wie das glänzt!

wie ein Spiegel

Hinterher: wie ein Spiegel

Zwei warme Frühlingstage, die nicht nur Lust auf kommende wärmere Zeiten machen, sondern die auch die Nachlässigkeiten des zurückliegenden Winters offenbaren. An einigen Stellen spiegelt sich die Sonnen hell glänzend auf den verschiedenen Oberflächenmaterialien unseres schwimmenden Untersatzes. Wie gesagt, aber nur auf einigen.

Es blitzt wieder

Es blitzt wieder

Zahlreiche Edelstahloberflächen sind so matt und an einigen wenigen Stellen auch korrodiert, dass der ARBEITSEINSATZ auch mit an den Fingern herangezogenen Gründen nicht mehr aufschiebbar war. Cornelia hat an Ihrem Laptop noch ein paar Arbeiten für den Verlag erledigt und ich habe mich mit einer  Zahnbürste, Politur und Polierlappen bewaffnet. Keine Angst, wir haben mehrere ausgediente, abgelegte Zahnbürsten für solche Jobs in Reserve.

So schön retro

So schön retro

Ja, und dann ging es los, mit ganz viel Muskelkraft und meinem “Wundermittel”. Also auch ohne dass mich die Firma für diesen kleinen Werbeauftritt bezahlt: Die Metallpolitur von Autosol wirkt wahre Wunder, wenn es um Edelstahloberflächen geht. Zudem finde ich die Aufmachung der Tube ziemlich cool, so klassisch, das nur nebenbei. Ein bisschen mit dem Lappen poliert oder ein wenig mit der Zahnbürste gerubbelt und 1-2-3 glänzt der Stahl wieder Edel – genau so muss es sein.

Der Leuchtturm von Nizza begrüßt und verabschiedet die Boote

Der Leuchtturm von Nizza begrüßt und verabschiedet die Boote

Was ist sonst noch so los bei uns an Bord? Gestern sind wir von Nizza nach Villeneuve-Llobet mehr getrieben als gesegelt. Zumindest am Anfang, als der Flughafen von Nizza querab und nah war, gab es noch ein bisschen Segelwind. Den wir, bzw. unsere flotte Hexe gleich in Vortrieb umgesetzt hat. Und dann gab es noch einfliegerische Einlage, der Canadères, der Feuerbekämpfungsflugzeuge. Meistens findet eine Übung mit Anflug, Sinkflug, Wassertanken, Wiederabheben und Wasserablassen mit zwei Flugzeugen gleichzeitg statt. Gestern waren gleich vier launig brummende Propellerflugzeuge der Feuerbekämpfungshelden daran beteiligt. Im Formationsflug, kurz hintereinander flogen  die Maschinen in die Bucht,  max. einen Kilometer von uns entfernt. So nah, so lärmend laut, so gewaltig das Brummen der leistungsstarken Motoren, dass alle Gräusche des nahen Flughafen nicht mehr wahrgenommen werden. Die Fliegerflotte absolviert drei Übeanflüge, perfekt getimt, so wie man es von diesen in Frankreich allseits sehr verehrten Piloten kennt.

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Stillarbeit

Stillarbeit

Dann war nach dem Anlegen erst mal Kleiderwechsel angesagt und die langbeinigen Beinkleider gegen Shorts getauscht. Ja, es war so warm, blos kein Neid, nur für ein paar Stunden. Als die Sonne nachmittags hinter den Hochhäusern verschwunden war, ging mit Sonnenuntergang auch die Quecksilbersäule in den Keller.

Wir begegnen der Aquijo, der viertgrößten Segelyacht der Welt mit deutscher Flagge an der Saling

Wir begegnen der Aquijo, der viertgrößten Segelyacht der Welt mit deutscher Flagge an der Saling

Heute sind wir dann relativ früh los und nach Cannes geschippert. Am Anfang mit Motorkraft und die letzen anderthalb Stunden mit Wind von hinten. Dann kam das mit dem Polieren und jetzt pfeift ein stürmischer Wind durchs Hafenbecken und wahre Wolkenberge kämpfen gegen die Sonne. Der Luftdruck ist im Freifall. Der Wetterdienst warnt vor Windboen bis 100 Stundenkilometern und bis Freitag soll es so bleiben, ehe es dann am Samstag eventuell Regen gibt. Aber bei angenehmen 14 Grad. Na Klasse, oder?

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Grausiger Fund

 

Ich weiß nicht, in wie weit die “normalen” Nachrichtensender von diesem schrecklichen Ereignis berichtet haben. Vor der philippinischen Küste ist eine treibende 44-Fuß-Yacht mit einer mumifizierten Leiche, mit gebrochenem Mast entdeckt worden. Bei dem Segler handelt es sich um einen 59-jährigen Deutschen, der bereits seit mehreren Jahren mit seinem Schiff auf den Weltmeeren unterwegs war. Es kursieren Fotos im Netz, die den vollständig mumifizierten Leichnam, sitzend am Kartentisch zeigen.

Bei den bisherigen Ermittlungen zur Todesursache konnte keine Fremdeinwirkung festgestelllt werden, sondern es wird ein plötzlicher Herzstillstand vermutet. Das Schiff sieht innen ziemlich verwüstet aus und die Bilder vom Äußeren zeigen einigen Algenbewuchs an Rumpf und Unterwasserschiff, so dass davon auszugehen ist, dass die Yacht schon mehrere Monate führerlos übers Meer getrieben ist.

Hier zwei Links zu weiterführenden Artikeln:

www.yacht.dewww.ybw.com

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Der Barbier von Nizza

Nun haben wir uns für das „Schietwetter“-Wochenende ja extra eine größere Stadt wie Nizza ausgesucht, das war eine gute Idee. Der Samstag präsentiert sich schon in bleiernem Grau, immer wieder fällt Wasser vom Himmel, gut, dass wir ein trockenes Schiff haben.

Karnevalsfiguren bei Regen

Karnevalsfiguren bei Regen

Zwar machen wir uns auf, eine Runde durch die Stadt zu laufen, wir wollen mal sehen, wie der hier immer noch tobende Karneval gefeiert wird, und außerdem versuchen, eine Karte für die Sonntagsvorstellung von Rossinis „Barbier von Sevilla“ zu ergattern. Tatsächlich sieht man einige Karnevalswagen, aber die eigentliche Strecke ist abgesperrt und man muss sich eine Karte kaufen. Es gibt sogar Tribünenplätze, da sitzen auch tatsächlich Leute, das muss man sich dann aber wirklich „schöntrinken“.

Ich habe Glück, entgegen der telefonischen Aussage von der Theaterkasse gibt es nicht nur noch Stehplätze mit schlechter Sicht auf dem „Olymp“, im allerobersten Rang, sondern noch eine einzige Karte in einer Loge im 1. Rang. Ich freue mich wie ein Schneekönig!

… Gewalten

… Gewalten

… Meeres …

… Meeres …

Brutale…

Brutale…

Am Sonntag Morgen kommt Volker vom Joggen zurück und meint, wir müssen unbedingt zur Hafeneinfahrt gehen und die Wellen fotografieren, die sich dort in atemberaubender Weise brechen. Das sieht wirklich sehr spektakulär aus, wie diese ungeheuren Wassermassen auf die Felsen treffen.

Jugendstilfenster im Foyer

Jugendstilfenster im Foyer

Um kurz nach zwei mache ich mich auf, den Weg am Wasser entlang zur Oper zu laufen. Da es relativ kalt ist, habe ich noch die grauen Stulpen an, ziehe sie aber vor der Oper aus und stopfe sie in die Jackentaschen. Auch meinen orangefarbenen Ski-Anorak gebe ich schnell an der Garderobe ab. Das Opernhaus von Nizza stammt eigentlich aus dem frühen 19. Jahrhundert, wurde jedoch durch einen Brand Anfang des 20. Jahrhunderts komplett zerstört und wieder aufgebaut. Es ist wunderschön, und bietet Platz für über 1000 Menschen im Parkett und den vielen Logen in den Rängen, einschließlich des Olymps, oder, wie es hier heißt, im “Paradies”, d.h. Stehplätze.

Der Orchestergraben

Der Orchestergraben

Gespannt bin ich direkt nach der Garderobe von einer netten jungen Platzanweiserin zu meinem Logenplatz geführt worden, bekam auch – weil ich die erste war – von ihr den besten Platz zugewiesen, wenn auch auf einem etwas klapprigen Stuhl, bei dem die – zugegebenermaßen sehr schönen – Stuhlbeine immer mal etwas wegklappten. Ich hatte einen großartigen Blick auf das Orchester und die Bühne, lediglich das Geschehen am rechten Rand war nicht so einfach zu verfolgen. Und dann kam der sehr junge Dirigent und das Orchester fing an zu spielen!

Almaviva bringt ein Ständchen mit der Unterstützung einer kleinen Kapelle

Almaviva bringt ein Ständchen mit der Unterstützung einer kleinen Kapelle

Um es vorwegzunehmen: Es war großartig! Musikalisch ganz große Klasse – das Orchester war präzise, präsent und unglaublich musikalisch – und als Opera buffa, als komische Oper, lustig inszeniert. Die Stimmen der Sänger, voran ein exzellenter Figaro und eine ausdrucksstarke Rosina, begeisterten allesamt, und alle Sänger, bis hin zur kleinsten Rolle, zeigten so viel Spielfreude auf der Bühne, dass die Zeit wie im Flug verging. Ich hatte ja gerade erst den “Barbier” in Darmstadt gesehen, das war auch eine sehr witzige Aufführung, als Fernseh-Soap inszeniert, aber – vielleicht lag es auch an dem besseren Sitzplatz in Nizza – ich fand die französische Aufführung noch besser als die hessische. O.k., das Bühnenbild war nicht so einfallsreich, aber es gab witzige Details, wie die Eröffnung mit Don Basilio beim Golfen…

Die Logen in den Rängen des Opernhauses Nizza

Die Logen in den Rängen des Opernhauses Nizza

Auf jeden Fall kam ich gut gelaunt aus dem schönen Opernhaus raus, und Volker, der Gute, stand draußen mit Hund und zwei Regenschirmen, um mich abzuholen. Leider fing es in diesem Moment erst so richtig an zu schiffen, wir strichen unseren Plan, in der Altstadt einen Apéritif trinken zu gehen und rannten fast zur Marina zurück. Der Wind drehte den Schirm um, und schlussendlich kamen wir – völlig durchnässt – mit einem klatschnassen Hund, der sich schon unterwegs dauernd schüttelte, beim Boot an.

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Tribute an den Schwell

 

Brunnen in den italienischen Farben

Brunnen in den italienischen Farben

Bei Sonnenschein und leichtem Ostwind segeln wir von Imperia nach Alassio. genau gegen den Wind, aber das ist bei dem schwelligen Seegang der stabilste und angenehmste Kurs. Nach zahlreichen Wenden und Windrehern machen wir im schönen aber ausgestorbenen Hafen von Alassio fest. Wir sind, zumindest für heute, das einzige Gastschiff im Hafen. Blut tropft von meinen Fingern, nachdem ich die Muringleine belegt habe. Schuld sind kleine scharfkantige Muscheln, die sich an der länger unbenutzten Muringleine angesetzt haben.. Nach Reinigung und Desinfektion der Wunden spazieren wir in den Ortskern. Das schönste für Nico und für uns ist der frei Kilometer lange Natursandstrand, der sich von Ost nach West, genau vor Alassio, erstreckt.

lecker, lecker…

lecker, lecker…

Der Ort selbst ist ein eher mondänes Seebad. Eine ebenso kilometerlange Fußgängerzone mit zahlreichen Läden aller Art durchzieht den alten Ortskern. So eine Art Sylt des Südens. Nach einigem Umherwandern landen wir in einer Vinothek, die eine so schöne einladende Atmosphäre ausstrahlt, nicht zuletzt durch die sehr feundlichen Gastgeber. So genießen wir nicht nur unseren wunderbaren Weißwein, sonder auch eine erlesene Tapasplatte mit Schinken, Speck, ringelten Gemüsen, Oliven, Käse und knusprigem Brot. Einige Weine später vergeht der 20-minütigeRückweg zum Hafen beinahe wie im Flug.

Reise, Reise, aufstehen hieß es dann frühmorgens um 7.30. Eine Stunde später war Nico Gassi geführt und die Hexe klar zum Ablegen. Nach einer flauen halben Stunde setzt ein segelbarer Wind von achtern ein. Der Spinnaker ging hoch und der Motor aus. Kein ganz beständiger Segelwind war uns für die 44 Seemeilen nach Nizza beschieden. Mal drehte er 20 Grad nach links, mal 30 Grad nach rechts. Wie bei einer Marionette musste ständig an den Leinen gezupft werden, damit das bunte Vorwindsegel stand. Dazu der Schwell, der unser Schiff ständig anhob, um es gleich danach, mit einem Knall auf einer anderen Welle abzusetzen. Kein ruhiges gemächliches Dahinsegeln. Eher ein ständiges Auf und Ab.

Das war's

Das war’s

Und dann noch ein Knall und das Ende unseres trikolorischen Spinnakers war besiegelt. Herausgerissen aus dem Ganzen stand nur noch ein Teil des Vorwindsegels, der Rest flattert zerissen im Wind. Der häufige Gebrauch in Verbindung mit der hohen UV-Strahlung im Mittelmeer, dazu das Gerüttel umd Geschüttel durch die Wellen, waren wohl zu viel des Guten.

Danach ging es nur mit dem Standardvorsegel, der Genua, um einiges langsamer voran. Aber immerhin, um 17.45 Uhr war der sichere Hafen von Nizza erreicht. Segelpause für die nächsten Tage. Es soll ein Sturmtief durchrauschen, mit enorm viel Wind, Regen und fallenden Temperaturen im Gepäck. Also nix mit Segeln in den nächsten Tagen, bis Montag mindestens. Der Hafen ist von  Wohnhäusern komplett umsäumt und bietet so guten Schutz gegen die vorhergesagten Widrigkeiten.

Aber da Wetter ja hin und wieder gerne als Sensation verkauft wird, lassen wir uns mal überraschen und wünschen von hier aus allen unseren Lesern ein schönes Wochenende .

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Gestern und Heute

Gestern war großer Wandertag, und der war dem Erkundungsgeist unserer Capitania geschuldet. selbst Nico war am Ende der (Tor-)Tour dem Zusammenbruch nahe. Mal kurz zur Einleitung, Imperia hat lt. Wikipedia ca 42.000 Einwohner. So, nur die sind auf ganze acht Stadteile verteilt, die kilometerweit auseinanderliegen. Die zwei ältesten Ortsteile Porto Maurizio, wo auch der Yachthafen liegt, und  Oneglia sind durch die Flussmündung des Impero getrennt, aber natürlich durch Brücken miteinander verbunden.

Prunkgebäude der Regierung

Prunkgebäude der Regierung

Gestern meinte dann Cornelia , dass es an der Zeit wäre, ein paar Stadtteile dieser Flächenstadt zu erkunden. Also auf geht’s bei schönstem Sonnenschein und Segelwind. Vorbei an der ganzen Betonwüste der Hafenanlage, die Prunkgebäude der Post und der Regierung bleiben links liegen und nach einer halben Stunde haben wir den Flusslauf überquert. Oneglia ist kurz darauf erreicht und ziemlich schnell verlieren wir uns mehr und mehr in den engen Gassen der Altstadt. Von der Ferne sah Oneglia mehr nach Industriebrache mit stillgelegten Fabriken aus, beim Näherkommen enpuppte es sich als Juwel.

Leider sinkt der Kahn

Leider sinkt der Kahn

Die Hafenfront ist ein Mix aus renovierten alten bunten Häusern, nur der schon versunkene Fischkutter im Hafenbecken stört das harmonische Bild. (der liegt da wohl schon länger…

Hafen von Oneglia

Hafen von Oneglia

Restaurant reiht sich an Restaurant und lädt zum Verweilen ein. Wir jedoch wollen weiter und finden dann so eine Art historische Fußgängerzone mit kleinen Läden, echt schnuckelig. Nach knapp zwei Stunden laufen suchen wir noch nach einem weiteren Ortsteil der ja auch historisch wichtig sein könnte, und landen dabei in einer eher kargen Siedlung. Von der aus treten wir dann den langen Rückweg in Richtung Heimathafen an.

Schöne Villa auf dem Hügel über der Stadt

Schöne Villa auf dem Hügel über der Stadt

Wir laufen lange Straßen mit sensationellen Ausblicken übers Meer und wunderschönen Villen. Nach insgesamt drei Stunden kommen wir bei unserer Hexe an. Die Füße qualmen und Nico fällt, sichtlich gerädert, in einen langen Schlaf.

Wir grillen das erstandene Kalbskotelett, dazu gibt es leckere Spaghetti Alio-Olio und danach eine Mütze voll Mittagsschlaf. 12 Kilometer, zeigt Cornelias Laufapp an, die haben wir zurückgelegt.

Einer der vielen "Fiat Unos" im Stadtbild

Einer der vielen “Fiat Unos” im Stadtbild

Abends geht es trotz Müdigkeit für ‘ne Stunde durch die Altstadt, und dann zum Fußballgucken ins Irish Pub. Ein munteres Championsleaguespiel lässt die Zeit wie im Flug vergehen. Und mit dem Endstand von 2:2 können die Fans im Pub von Bayern München und dem FC Turin  gleichermaßen zufrieden sein.

Heute stand mal wieder Segeln auf dem Programm und Ventimiglia als Zielhafen fest. Beim Start wehte es mit 3-4 Windstärken aus Ost und wir freuten uns auf einen schönen Segeltag. Doch bereits nach 40 Minuten Segelei war Schluss mit Schön und dem Wind. Hinter uns leuchtete der Altstadthügel von Imperia verführerisch in der Sonne, voraus war alles grau in grau bewölkt. Nachdem wir in einem Telefonat mit Ventimiglia festgestellt haben, dass der Hafen immer noch in Konstruktion ist, hatte die Capitania die Initialidee und meinte, dass wir einfach umdrehen sollten und in die Sonne zurücksegeln könnten. Logisch gut, gesagt getan. Hoch am Wind, bei leichter Brise zwar ging es zurück und doch voran. Nach knapp drei Stunden waren die Leinen wieder am alten Liegeplatz fest und das Schiff aufgeklart.

Prächtiger Hausflur

Prächtiger Hausflur

Senza parole…

Senza parole…

Eins noch zum Schluss dieses Beitrags, der dann doch wieder länger als gedacht geworden ist. Das Leben hier in Italien erinnert uns ein bisschen an die Zeit in Nordspanien, Gallizien. Wir finden es total angenehm hier und erfreuen uns des Lebens, alles ist sehr entspannend. Abwechslungsreiche Landschaften mit hohen Bergen, alten Orten und Flussdeltas erfreuen den Betrachter. Vieles ist zudem viel preiswerten als an der Côte d’Azur. Ein Abendessen im Restaurant kostet zwischen 5 und 10 Euro, Obst und Gemüse sind günstig und das beste Rindfleisch beim Metzger kostet gerade mal 20 Euro pro Kilo. Zudem gibt es zumindest jetzt ganz ganz wenige Touristen. auch das ist anders als an der populären Côte. Die sogenannte Blumenküste hier ist ein echtes Idyll, vielleicht ist das anders im Sommer. Wir hatten früher nie daran gedacht, an diesem Küstenabschnitt zu segeln oder länger zu verweilen. Bella Italia vom Feinsten!!!

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Imperia, gestern und vorgestern

Kino-Plakat???

Kino-Plakat???

Aus der Nachmittagserkundung wurde nichts, wegen sonntäglichem Mittagschlaf des Skippers. aber dafür ging es dann abends mit viel Schwung die steilen Stufen hinauf ins historische Zentrum. Und das ist wirklich historisch, mittelalterlich mit allem, was so dazugehört. Mit engen typischen Gassen, Gebäuden und Gemäuern mit Kreuzgewölbe und einem riesigen Dom, der so gar nicht recht zu dem kleinen Stadtteil passen will.

Ein Flipper, wie er damals war…

Ein Flipper, wie er damals war…

Von ganz oben hatten wir dann einen malerischen Ausblick über das vollmondbeschienene Meer. Am Ende des 2-stündigen Rundgangs ging es wieder alle Stufen an anderer Stelle hinab. Da die Capitania ein gutes Auge für gute Kneipen hat, sind wir auf dem Rückweg noch in ein eher unscheinbares italienisches Irish-Pub hineingestolpert. Ein Uraltflipper der ersten Generation steht spielbereit dekorativ in der Kneipe rum, der Wirt offeriert selbsthergestellte Salami und luftgetrocknete Rinderlende. Das Bier kommt aus Schottland, was für ein gelungener Abschluss eines schönen Abends.

Das beste vom Rind…

Das beste vom Rind…

Gestern hat der Skipper die Capitania, nach einem eher faulen Tag zum Essen in ein kleines familiengeführtes landestypisches Restaurant ausgeführt. Es gab für Cornelia Spaghetti alla marinaria mit ganzen Muscheln aller Art und allerlei anderem Seegetier … Ein echter Augen- und Gaumenschmaus. Leider haben wir vor lauter Hunger vergessen, ein Foto davon zu machen.

Vollmond vor Riviera-Kulisse

Vollmond vor Riviera-Kulisse

Ach noch eins, in vielen Restaurants gibt es, sozusagen zur Einstimmung, aufs Haus kleine Schnittlauchknödel,  frittiert. So lecker… Erinnert mich zudem an meine saarländische Herkunft und Kindheit, in der es öfter leckere Schnittlauchpfannkuchen gab.

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Der Winterspeck muss weg

Die Laufschuhe sind an Deck, es kann losgehen!

Die Laufschuhe sind an Deck, es kann losgehen!

Lange dunkle Wintertage mit scheußlichem nasskalten Wetter, bei denen man nicht mal den  Nico vor die Tür jagt (zumindest nicht für längere Spaziergänge) haben einen gewissen Bewegungsmangel mit sich gebracht. Natürlich bei bekannt guter Versorgungslage mit zahlreichen Süßigkeiten, festlichem Essen und einigen prozentreichen Getränken haben diese Tage des Wenigtuns ihre sichtbaren Spuren auf meiner Hüfte, bzw auf der Waage hinterlassen. 3,5 Kilo zeigt die Messeinrichtung mehr an als üblich, nicht schön von dem Ding, und leider spannt sich der Bauch auch deutlich sichtbar. Nur ungerechter Weise ist bei der Capitania kein Unterschied erkennbar, wo steckt die das nur hin? Egal wie, mein Speck muss weg, und da Verzicht nicht meine Stärke ist, muss der Kalorienumsatz eben drastisch gesteigert werden. Die Laufschuhe sind schnell aus den Tiefen der Hexenstauräume rausgekramt und ab geht es auf den schwarzen Asphalt. Die ersten Meter fallen noch schwer und der innere Schweinehund scheint alle Hebel zum Umdrehen in Bewegung setzen zu wollen. Aber so nach einem Kilometer ist der richtige Laufrhythmus gefunden  und es macht sogar richtiggehend Spaß.

Pfiffig: als Stütze für ein Brett dienen zwei alte Nähmaschinen an der Capitaneria von Imperia

Pfiffig: als Stütze für ein Brett dienen zwei alte Nähmaschinen an der Capitaneria von Imperia

Ob jetzt die Pfunde so dahinschmelzen, lässt sich auf der Hexe leider nicht feststellen. Wir haben keine  Waage an Bord und die Capitania hat optisch eh nichts an mir auszusetzen. Sagt sie zumindest. Wenn das keine wahre Liebe ist…

Heute hatte der Skipper ein anderes Sportprogramm, Fock setzen, Fock bergen, Spi setzen, Spi bergen, zwischendurch ein Sonnenbad, oder anfangs, wegen des fehlenden Windes und der trotzdem vorhandenen Wellen ein Rumpelstilzchentanz…

Bei schönstem Sonnenschein verlassen wir San Remo und wollen die italienische Küste, alles Neuland für uns ab hier, erkunden. Der Skipper ist schon wieder an der Grenze zum Fluchen, weil der wenige Wind sehr raum kommt, die Dünung lässt dann die Segel schlagen, und das nervt. Ich werde mir mein ZKWR (Zeit-Kreuzworträtsel) nehmen, und mich in die Sonne setzen. Wenn wir mal ein bisschen weiter draußen sind, wird sicher der Spinnaker gesetzt. Leider lässt der wenige Wind immer weiter nach, und statt Spi muss ab 11:45 die eiserne Genua mitschieben.

Das Regattafeld der 420er vor San Sebastian al mare

Das Regattafeld der 420er vor San Sebastian al mare

Irgendwo da vorne ist ein riesiges Regattafeld, es sind 420er, die offensichtlich eine internationale Regatta fahren, denn man sieht Segelzeichen aus verschiedenen Ländern. Gut für das Regattafeld und für uns, der Wind frischt etwas auf, wir setzen den Spinnaker und wieder freut sich ein Italiener über die Farbwahl, das Motorboot des Yachtclub San Remo fährt an uns vorbei und der Spi wird fotografiert.

Trotz drehender Winde und andauernder Trimmvorgänge halten wir durch bis kurz vor Imperia, erst zwei Meilen vor dem Hafen bergen wir das bunte Segel, und freuen uns auf eine neue Stadt. Es ist eine riesige Marina, mit Liegeplätzen für die ganz großen Boote. Jetzt sind sooo viele Plätze frei, ob die im Sommer wohl alle gefüllt werden?

Die Altstadt von Imperial ist vom Wasser aus deutlich sichtbar

Die Altstadt von Imperial ist vom Wasser aus deutlich sichtbar

Wir machen an der Pier direkt vor der Altstadt fest und freuen uns schon drauf, diese heute nachmittag zu erkunden.

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Mustergültig

Es ist nicht ganz so einfach mit dem Segeln an der Côte. Häufige Flauten wechseln sich mit noch häufigeren Flauten. Trotz Winterzeit ist es überwiegend schwachwindig, genau wie im November. Stetige und beständige Segelwinde, die durch Hoch- oder Tiefdruckgebiete enstehen, scheinen wohl eher die Ausnahme zu sein. Umso erfreulicher ist es, dass sich in den letzten drei Tagen so eine Art Tageswindmuster erkennen lässt. Wer morgens um acht Uhr den Kopf in den Nacken legt, und den Blick zur Mastspitze streifen lässt, wird eine langsam drehende Windanzeige sehen. Das Ende des sogenannten Landwindes naht, Zeit für die neu einsetzende Tagesthermik. Bis zur Mittagszeit tut sich nichts, garnichts, alles steht, hängt oder ist sonstwie bewegungslos. Kein Windhauch kräuselt die spiegelglatte Meeresoberfläche, nur erste Wolken über den vorderen küstennahen Bergketten lassen erahnen, dass da noch was drin ist mit dem Wind.  Ab so ca. 13 Uhr zeigen alle Windrichtungsanzeiger in die gleiche Richtung, es herrscht eine geordnete Einigkeit der Windmesseinrichtungen in luftiger Masthöhe.

Und dann beginnt er zu wehen, der Motor, der unsere weißen Segel füllt und unser Schiff vorantreibt. Erst ganz sachte, kaum erahnbar, manchmal noch zu leicht, sodass das Boot mehr ein Spielball der alten Dünung ist und heftig rollt. Dann etwas stärker, sodass unsere Hexe schön voraus fährt, so wie gestern und heute. das macht echt Laune, es geht voran, es passiert etwas. Wenn dann das Ziel noch in der richtigen Richtung liegt, wie an den letzten beiden Segeltagen, steht einem schönen Segeltag nichts mehr im Weg. Gegen 18 Uhr erreicht die thermische Brise ihren Höhepunkt, um dann einer abendlichen Flaute zu weichen. Meistens jedenfalls.

Passend zur italienischen Flagge

Passend zur italienischen Flagge

Nachdem wir gestern in Menton die Leinen losgeworfen und die Segel gesetzt hatten, war nach 15 Minuten die auf dem Wasser unsichtbare Grenze zu Italien übersegelt. Der Wind kam von hinten, der Spinnaker wurde aus dem Winterschlaf rausgeholt und kurze Zeit später stand das bauchige Vorwindsegel in den italienischen Farben grün, weiß, rot. Sehr zur Freude der Crew einer entgegenkommenden Yacht, die von soviel Lokalpatriotismus sehr angetan waren und uns zujubelten. Dabei hätten sicher auch die Ungarn viel Spaß an unserer Farbwahl. Wir wollten nur ein richtig buntes Segel, das auch an grauen Tagen ein wenig Farbe ins Spiel bringt, Länderfarben hin oder her.

Das sieht böse aus…

Das sieht böse aus…

Nur ein tiefes Donnergrollen lies uns dann aus dem seglerischen Wunschkonzert aufschrecken. eigentlich war nichts zu sehen außer sehr dunklen Wolken über der hinteren Bergkette. War da ein Gewitter im Anmarsch oder eine Gefechtsübung weit entfernter Kreuzereinheiten? Kurz nach dem Anlegen löste sich das Rätsel auf, ein schweres Gewitter hatte sich in der Bergwelt zusammengebraut, Blitze zuckten am frühabendlichen Himmel nervös hin und her, schnell gefolgt von einem tiefen Donner.

Weihnachtsbeleuchtung am Casino

Weihnachtsbeleuchtung am Casino

Nach dem abendlichen Grillen, es gab leckere Hähnchenschenkel und Tomaten mit Mozzarella, dazu gegrilltes Foccacia, ging es nochmals in die freitäglich schön belebte Stadt. Während in Nizza Prinz Carneval herrscht, in Menton das Zitronenfest mit Umzügen gefeiert wird, hängt hier noch in allen Gassen die Weihnachtsbeleuchtung. Andere Länder, andere Sitten 🙂

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