Flugalarm!

Am Montag wollte Larissa zu uns kommen. Da es montags keinen Direktflug von Frankfurt nach Lanzarote gibt, haben wir bei British Airways einen Flug via London gebucht, nur leider bei der Buchung nicht aufgepasst, dass man den Flughafen in London wechseln muss, und zwar von London City nach Gatwick. So ein Mist!

Na gut, ich habe einen Shuttleservice gefunden, der sie vom Terminal in City zum Terminal South in Gatwick fahren soll. Und dreidreiviertel Stunden Aufenthalt sollten genügen, um die Stunde nach Gatwick gefahren zu werden, denn Larissa musste auch noch die von uns zu ihr nach Hause bestellte Hundebox (66 x 44 x 55 cm groß) zu den Kanaren mitbringen. Und die muss man tragen, weil sie keine Rollen hat, damit sie auf dem Boot nicht wegrutschen kann.

Soweit so gut. Überaus rechtzeitig starten Larissa und Johannes am frühen Morgen in Darmstadt. Am Terminal 1 steigt Larissa aus, um festzustellen, dass British Airways ab Terminal 2 fliegt. Aber es gibt ja die Skytrain, die unsere Larissa samt Hundebox zum richtigen Terminal bringt. Dort ist auch schon Betrieb, der Check-in-Schalter hat gerade geöffnet, allerdings steht da bereits eine lange Schlange. Eine halbe Stunde später ist sie am Schalter, der freundliche Herr sagt: „Sorry, wir haben Sie nicht auf der Liste nach Lanzarote“. „Aber ich fliege zunächst nur nach London!“ „Wir fliegen über Dublin, nicht über London“. Das war leider der Schalter von AirLingus, der irischen Fluglinie, also auf an die Schlange vorm Nachbarschalter.

Ohne Hundebox, aber auch ohne Frühstück schafft Larissa es gerade noch rechtzeitig zum Boarding, das bereits begonnen hat, also nicht mal mehr Zeit, irgendwo ein kleines Brötchen zu erstehen. Die Busse stehen bereit, die Passagiere im ungeheizten Zwischenraum, und es passiert nichts, nichts, nichts.

„Der Flug BA8633 wird wegen des schlechten Wetters in London ca. zwei Stunden später starten, wir bitten um Geduld.“ Das ist ja wohl nicht wahr, fieberhaft versucht Larissa mit zahlreichen anderen Fluggästen herauszufinden, ob denn dann die Umsteigezeit noch reicht, und was passiert, wenn der Anschlussflieger bereits weg ist. „Im Notfall müssen Sie in London übernachten, dann stellen wir Ihnen ein Hotelzimmer zur Verfügung und buchen Sie auf einen Flug am nächsten Tag um“, sagt die freundliche Dame am British Airways Schalter. Halbwegs beruhigt steigt Larissa in den Flieger, dort dauert es noch lange Zeit, bevor das Flugzeug endlich abhebt. Es wird ein ungeheuer wackeliger Flug, schon beim Start, und später in der Luft werden die Passagiere durchgeschüttelt, und die Landung ist eine Bravourleistung des Piloten.

In London angekommen geht alles sehr schnell, die Hundebox kommt direkt aufs Band, der Shuttle-Fahrer steht bereit und fährt, so schnell es eben geht nach Gatwick. Noch sind es zwanzig Minuten bis zum Start, aber jetzt kommt die ganz herbe Enttäuschung: Larissa darf nicht mehr mit, die Maschine hat schon die Parkposition verlassen!

Und herb geht es weiter: „No, am nächsten Morgen gibt es keinen Flieger nach Lanzarote, zumindest nicht British Airways und auch nicht bei einer Star Alliance Partner Airline.“ Und: „No, das Hotel zahlen wir Ihnen nicht, und Sie müssen sich auch selber darum kümmern.“ „No, ein Taxi kann ich Ihnen auch nicht rufen.“ Was ist das denn für ein Service??? Das ist ja wohl eine Katastrophe!!! In Frankfurt hat man ihr das alles versprochen, sonst wäre Larissa am nächsten Morgen aus Frankfurt mit dem Direktflieger gekommen.

Angeblich gibt es Hotelschalter am Terminal, aber dort sind alle Zimmer ausgebucht. Klar, wenn in London so schlechtes Wetter ist, gibt es hier mehrere gestrandete Passagiere. Über Booking finde ich von Bord aus noch ein freies Zimmer in einem anderen Hotel am Airport, buche dieses für Larissa, und schicke ihr die Buchungsbestätigung aufs Handy. Leider ist am 30.4. gerade ihr Datenvolumen aufgebraucht, das fehlte jetzt auch noch!

Larissa findet einen Shuttlebus zum Hotel, checkt ohne Probleme ein, und findet sogar eine Badewanne vor. Dort kann sie die Kälte abschütteln, auf 2° und Regen war sie für die Nacht doch nicht vorbereitet. Mit List und Tücke hat sie auch die etwas altmodische Heizung des Hotelzimmers zum Wärmen überredet. Dann noch schnell eine halbe Pizza im Hotelrestaurant, und früh ins Bett, denn am nächsten Morgen heißt es um halb vier Aufstehen.

Natürlich ist sie schon vor mehreren Weckern wach, und, wieder mit Hundetransportbox unter dem Arm, rechtzeitig in der Hotel-Lobby, um auf den Shuttlebus zu warten. Einchecken klappt, der EasyJet hebt mit 40 Minuten Verspätung ab, und landet pünktlich auf Lanzarote, dank des Rückenwindes. Überglücklich und todmüde steht Larissa am Gepäckband, um auf die Hundebox zu warten, wir haben sie bereits erblickt und einander zugewunken, ja, sie ist da! Die Box lässt auf sich warten, schließlich findet sie sich am Sperrgutband… halb zerstört, eingerissen, auf jeden Fall nicht mehr zum Fliegen zu gebrauchen. Und dafür hat Larissa das sechs Kilo schwere und sperrige Ungetüm hierher geschleppt! Das war dann der krönende Abschluss einer seltsamen Anreise.

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Ein Kommentar zu Flugalarm!

  1. Bernhard sagt:

    Hallo Cornelia & Volker,
    habe gerade das Bild mit dem Öl- und Dieselfilter vergrössert und bei genauerem Hinsehen bemerkt, dass das Motorlager verdreht montiert wurde. Das ist Murks! Solltet Ihr schnellstens ändern lassen. Auch alle anderen Motorlager kontrollieren.
    Ansonsten hoffen wir, dass es Euch gut geht und wir uns bald wiedersehen.
    Viele Grüsse aus Cartagena,
    Bernhard

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