Mein allererstes Mal

Der Wasserläufer

Der Wasserläufer

Es hat geklappt, ich durfte mit, auf den reinrassigen Renntrimaran, dem Rahmenprogrammschiff der Katamaranmesse in La Grande Motte. Mal kurz vorab, schnell wie der Wind waren wir, der deshalb spürbar immer von vorne ins Gesicht geweht hat. Die Bedingungen am gestrigen Tag: ideal, 10 bis max. 18 Knoten Wind aus Nordwest, dazu flaches Wasser – keine Wellen. Um 15 Uhr ging der Trip vom Messesteg los, neben mir gab es den Skipper und seinen Maat sowie noch weitere fünf Mitsegler an Bord des optisch stark an einen Wasserläufer erinnernden Gefährts. Gleich vorm Hafen gingen die Segel hoch, das Leeschwert nach unten und die Luzie ab.

So spritzt das Wasser am Leerumpf

So spritzt das Wasser am Leerumpf

Nach ein paar Eingewöhnungsminuten und -erklärungen waren alle Manöverpostionen besetzt. Ich war für die Steuerbordvorschotwinsch eingeteilt und bei den Wenden und Halsen für das Absenken und bzw. Aufholen der Schwerter verantwortlich. 90 Quadratmeter Segelfläche am Wind, bei gerade mal 1,8 Tonnen Bootsgweicht, plus Crew. Bereits nach dem ersten Segeltrimm standen 13 Knoten auf der Logge und die erste kleine Bö beschleunigte uns schon ganz flott auf über 15 Knoten. Der Leerumpf durchpflügte mit kleinen, aufstiebenden Wasserfontänen filigran das tiefblaue Meer, der Luvrumpf war ca. einen Meter hoch freischwebend in der Luft. Das Ganze gefühlt – und hoffentlich real – ein stabiler Zustand. Der Wind nahm zu, unsere Geschwindigekeit dito. Topspeed waren flinke 18,7 Knoten am späten Nachmittag.

Platz für einen Steuermann

Platz für einen Steuermann

Einmal nur haben die Hydrodynamik  des Leerumpfs und der Großsegeltrimmer gleichzeitig gepatzt, ersterer tauchte daraufhin tief ins bremsende Blau ein und es gab einen abrupten Stopp. Verwunderte und fragende Blicke bei uns Trimarannovizen, ein  gedeuteter „nicht-so-tragisch“-Blick vom Käpt’n und weiter gings im Gleichtakt.

Ein enger Einstieg in die Kabine

Ein enger Einstieg in die Kabine

Kurz danach wurde der Wind schwächer, aber das Leistungsvermögen des Dreirumpfers war noch deutlicher sicht- und spürbar. Wie das? Wir haben die Fock gegen das deutlich größere Leichtwindsegel, den Gennaker, getauscht und das Geschoss segelte immer auf Windgeschwindigkeit. 6 Knoten Wind – 6 Knoten Fahrt, 9 Knoten Wind – 9 Knoten auf der Logge, 12 Knoten – schwupp auf 12 Knoten beschleunigt. Die Aufzählung ließe sich jetzt noch bestimmt beliebig fortsetzen, aber leider erschien allzuschnell die Hafeneinfahrt vor unserem Bug und drei Stunden adrenalinhaltiger Segelspaß waren vorüber.

Trampolin

Trampolin

Nur mal ‘ne kleine Zahl noch am Rande: Mit Gennaker und Großsegel stehen fast 200 Quadrameter Segelfläche für den schnellsegelsüchtigen Skipper parat. Unglaublich. Und wer jetzt denkt, dass es sich  bei der Formula 40, so die Klassenbezeichnung, um ein neumodisches Schiff handelt, der liegt falsch. Das Spaßding wurde bereits 1986 gebaut und ist somit schon ein echter Segeloldtimer, wenn auch ein ganz schneller. Anstrengend ist die Segelei auf so einem Schiff, ständig wird getrimmt, die Segel nach oben zu ziehen ist eine Plackerei und bei richtig Welle bockt der Wasserläufer bestimmt wie wild. Trotzdem: Supergeil war es und ein nachhaltiges Erlebnis, das ich nicht missen möchte, bestimmt nicht vergessen werde und jederzeit gerne widerholen würde!

Kein Job für schwache Hände

Kein Job für schwache Hände

Zurück am Ufer, voll mit Adrenalin und Euphorie, habe ich erstmal minutenlang Cornelia zugetextet und hatte ein Riesengrinsen auf dem Gesicht.

Heute ging es dann bei moderaten bis böigen Amwindbedingungen ins 20 Seemeilen entfernte Sète. Schönes Segeln, sehr intensiv, sonnenreflektiertes Glitzerwasser und bis acht Knoten Speed. Das Ruder ruhig, kein Lagerspiel mehr spürbar, die Reparatur war ein Erfolg.

Ein Besuch in Sète soll lohnen, so die Empfehlung unserer Freunde,sowohl in der Stadt, als auf dem Friedhof und beim Leuchtturm, der hoch über Stadt drohnt.

Morgen gibt es mehr Infos über Sète, jetzt erstmal viel Spaß mit dem Video vom Trimarantrip.

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