Auf, ins Museum!

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Der Eingang zum Landesmuseum

Der Eingang zum Landesmuseum

“Warum gehen wir immer nur in fernen Orten ins Museum?” haben wir uns am Samstag Morgen gefragt und sind in das wieder geöffnete Hessische  Landesmuseum gegangen. Das Museum war von 2007 – 2014 wegen Umbaus geschlossen, eine lange Zeit, in der sich so mancher Darmstädter nach dem Sinn der Unternehmung fragte. Vorher war es ein hauptsächlich naturkundliches Museum, in dem wir schon so viele Sonntage mit den damals noch jungen Kindern verbracht haben, vor den ausgestopften Tieren und den Skeletten und den Schmetterlingen, die alle in großen Vitrinen ausgestellt waren, eher unprätentiös und unspektakulär. Und wir müssen zugeben: “Der Umbau und die damit verbundene Wartezeit haben sich gelohnt.”

Ritterrüstungen

Ritterrüstungen

Die naturwissenschaftliche Sammlung haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben und erstmal mit Ritterrüstungen angefangen. Das ist eine beeindruckende Sammlung, daneben gibt es auch weltliche und religiöse Schmuckstücke, Kelche, Möbelstücke und Statuen zu bewundern.

Ägyptische Grabbeigaben und Amulette

Ägyptische Grabbeigaben und Amulette

In den Kellergewölben gibt es eine “Japanische Sammlung”, eine “Ägyptische Sammlung”, zahlreiche Gebrauchs- und Kunstgegenstände aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt. Bei den Ägyptern gab es Seth, u.a. als Gott für die Stürme zuständig (mit dem müssen wir uns gut stellen, dass er sie von uns fern hält!). Außerdem – natürlich – eine große Sammlung aus dem Jugendstil, mit Möbeln, Vasen, Gläsern, Geschirr, Besteck und Schmuck von Olbrich, Peter Behrens, van de Velde. Wunderschön und absolut sehenswert!

Martin Luther und seine Ehefrau Margarete

Lukas Cranach der Ältere: Martin Luther und seine Ehefrau Margarete

Eine Gruppe Jugendlicher saß in einem dunklen Raum und skizzierte einige der mit Spotlicht angestrahlten Figuren, die Lehrerin ging herum und gab Tipps, wie jenes Bein oder dieser Arm besser gezeichnet werden könnte. Das animierte uns offensichtlich, denn als nächstes landeten wir in der erstaunlich umfangreichen Gemäldesammlung. Hier finden sich in der Abteilung 13.-16. Jahrhundert ganze Kirchenaltäre, viele Bilder, Portraits, darunter das von Luther, und Szenen aus der Bibel, später auch Stillleben und Landschaften.

Peter Paul Rubens: Dianas Heimkehr von der Jagd

Peter Paul Rubens: Dianas Heimkehr von der Jagd

In der Sammlung des 17.-21. Jahrhunderts wurden wir von einem riesengroßen Gemälde von Rubens “Diana von der Jagd heimkehrend” überrascht. In diesem großformatigen Bild treffen die keusche Diana und ihre Nymphen auf die lüsternen Satyrn (na, das kann ja noch was werden!). Neben vielen, vielen sehenswerten Kunstwerken hängen dort auch Bilder aus Rembrandts Werkstatt, sowie die berühmte “Iphigenie” von Feuerbach, Werke von Lukas Cranach d.Ä. Es gibt kleinformatige Schätze, große “Ölschinken”, Werke der bildhauenden Kunst, ach, so viel zum Anschauen und Staunen!

Max Beckmann: San Francisco

Max Beckmann: San Francisco

Besonders das 20. Jahrhundert und der Expressionismus sind mit zahlreichen Bildern von u.a. Kirchner, Pechstein, Macke und dem letzten Bild von Max Beckmann ausgezeichnet vertreten. Diese Zeit hat besonders mir gefallen. Zwischendurch hängt immer mal ein etwas anderes Bild aus dem 21. Jahrhundert, und stört ein bisschen, aber das ist genau richtig.

Noch Affe oder schon Mensch?

Noch Affe oder schon Mensch?

Präparate eines Huhns im Ei vom Anfang bis zum Schlüpfen

Präparate eines Huhns im Ei vom Anfang bis zum Schlüpfen

Ein Dioskur: Afrikanische Steppe

Einer der Dioramen: Die afrikanische Steppe

Die kleine Druckerei für die Westentasche

Die kleine Druckerei für die Westentasche

Danach ging nur noch die naturwissenschaftliche Sammlung, die großartig aufbereitet worden ist, mit Touchscreens, auf denen man mehr über das jeweilige Tier erfahren kann, großen Dioskuren, also Klimazonen, in denen die entsprechenden Tiere angeordnet sind. Der Beuys-Block und die oberen Etagen müssen bis Dezember warten. Aber wenn Ihr, liebe Leser, mal in der Gegend seid, lasst Euch das Hessische Landesmuseum nicht entgehen!

Oh Lilien, oh Lilien, oh Lilien…

Oh Lilien, oh Lilien, oh Lilien…

Mit platten Füßen und schmerzendem Rücken steigen wir aufs Fahrrad und setzen uns zu einem Abschiedsdrink auf den Darmstädter Marktplatz. Dort wird uns doch tatsächlich noch eine Eintrittskarte für das heutige Fußballspiel der Darmstädter Lilien gegen den HSV angeboten! Volker ist glücklich, jetzt kann er mit den Nachbarn noch einmal zum Fußball, ehe wir am Sonntag wieder Richtung Süden fahren. Und es ist ja immerhin ein “Unentschieden” geworden.

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1 Antwort zu Auf, ins Museum!

  1. Gerhard sagt:

    Schön dass Volker mit im Bölle war. Es gab auch eine richtige Show zum Beginn. Photo haben wir geschickt. 🙂

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