Kategorie: Logbuch

  • Back to Europe Tag 5

    Was gestern Abend noch so passiert ist ….

    Um 20 Uhr steht wieder die Kurzwellen-Funkrunde mit Bernd von der Hullu Poro an, Rainer und er wollen, wenn die Wettervorhersage stimmt, ebenfalls zu den Azoren aufbrechen, von Bermuda aus. Diesmal ist auch Jan von der Sutje mit von der Partie, aber heute scheinen die Ausbreitungsbedingungen sehr schlecht zu sein, Bernd kann ich fast gar nicht verstehen. Ich höre nur seine Stimme im Rauschen, Jan kommt besser durch, aber auch er ist nicht klar aufzunehmen. Wir verabreden uns für morgen, eine Stunde früher, 23 Uhr UTC.

    Ich weiß noch, wie oft ich geflucht habe, weil ich keine Verbindung bekommen habe, doch dringend einen Wetterbericht haben wollte, oder der Download desselben so lange Zeit brauchte, dass entweder, wie bei den Stationen von Winlink, meine Minuten verbraucht waren, oder es über Sailmail so lange währte, dass entweder eine Time-out Meldung kam, oder meine Geduld erschöpft war. Aber eigentlich ist es ein tolles Hobby, wenn man über Funk mit Menschen aus anderen Teilen der Welt kommunizieren kann.

    Unser icom Funkgerät

    Anschließend nimmt Volker sein Telefon zur Hand, wählt erst Jan, später auch Bernd an, mit glasklaren Verbindungen, dank Starlink. Das Telefonat mit Bernd mussten wir etwas abrupt beenden, der Wind hatte wieder zugenommen. Um 20:45 Uhr haben wir Reff 1 ins Großsegel gebunden.

    Tag 5 Sonntag, 30. April 2023
    Baro 1016, sonnig mit Wolkenfeldern, Wind ONO 7-10 Knoten
    Etmal um 09:20 159 sm, deutlich besser als die letzten beiden Tage

    Heute Morgen, auch gestern Abend schon, war es etwas kühler, man kann ein Langarm-Shirt durchaus brauchen. 

    Um 05:00 übernehme ich die Wache, Volker muss jetzt mal länger als immer nur 15 Minuten schlafen, die Nacht war anstrengend, obwohl wir am späten Abend das Großsegel gerefft hatten. Er musste häufig den Kurs korrigieren, weil der Wind gerne mal ein paar Grad raumte oder wieder weiter von vorne kam. Manchmal frischt es auf, dann muss die Genua ein kleines Stück eingerollt werden und wieder ausgerollt, wenn es wieder weniger wird. Kurzfristig ist der Wind so schwach, dass der Motor mitschieben muss, die leichte Brise kommt genau von vorne. Erst ab ca. 04:00 Uhr ist es beständiger, Volker kehrt zu seinem 15-minütigen Schlafpausen zurück, bis ich ihn um 05:00 Uhr ablöse. 

    Sonnenaufgang

    „Wenn die Sonne, bezeichnenderweise im Osten und rot hinter Wolken aufgeht“ (das war ein Zitat aus der „Erschröcklichen Moritat vom Kryptokommunisten“ von  Dieter Süverkrüpp, das ich in meiner rebellischen Jugend gerne gehört habe, können die Navigationslichter aus,  die kleine Solar-Flammenlampe und die Solar-Powerbank müssen auftanken und werden an die Südostseite des Bootes gestellt, und ich bekomme einen Kaffee.

     Als der Skipper erwacht, gegen 07:00 Uhr, wird erst einmal ausgerefft, aber der Motor  bleibt an, denn der Wind ist schwach, und wir sollten bis heute Abend 19 Uhr 75 sm geschafft haben. Jetzt kann auch die Heizung ausprobiert werden, falls es auf den Azoren noch richtig kühl ist, müssen wir nicht frieren, denn sie läuft einwandfrei. Bald danach kann der Motor ausgeschaltet werden und wir segeln gemächlich, mit sechs Knoten Fahrt bei sieben bis acht Knoten Wind über das heute flache Meer.

    blau, wohin man schaut

    Man soll es ja nicht beschreien, aber heute ist einer der entspanntesten Segeltage überhaupt. Wind zwischen sieben und zehn Knoten, Windeinfallswinkel zwischen 100 und 120 Grad, Sonne, glattes Wasser. Dabei läuft die Hexe mit guten sieben bis acht Knoten Fahrt. Von uns aus könnte das so bleiben bis zu den Azoren. Ich fürchte nur, dass das Wunschträume sind.

    Gerade haben wir einen neuen Wetterbericht geholt, es sieht immer noch sehr gut aus für uns, die Winde scheinen uns gewogen, sie sollen uns mit zuweilen bis zu 20 Knoten von achtern anschieben.

    Seit über zwei Stunden beobachte ich einen Tanker, der auf Kollisionskurs zu uns von Backbord ankommt. Zwanzig Minuten, bevor wir uns wirklich zu nahe kommen, rufe ich die „Golden Ray“, sie ist auf dem Weg nach Antwerpen, der freundliche Mensch am Funk verspricht sofort, ein Auge auf unsere Route zu haben, und dreht schnell ab, um hinter uns statt vornedran durch zu gehen. 

    Inzwischen sind wir tatsächlich so schnell geworden, denn seit 15:50 steht der Gennaker  und zieht uns bei elf Knoten wahrem Wind mit über acht Knoten Geschwindigkeit übers Meer. So werden wir bis zur  Dunkelheit weiter fahren, in der Nacht segeln wir lieber etwas konservativer, denn mit dem großen Segel können wir zwei nicht so schnelle Manöver ausführen. 

  • Bocksprünge am 4. Tag

    unserer atlantischen Überfahrt, heute ist Samstag, der 29. April 2023

    Seit ein paar Wochen haben wir Starlink an Bord und dank der mittlerweile 3.000 Satelliten, die Elon Musk ins nahe Weltall geschossen hat, sind wir in der Regel permanent mit dem weltweiten Netz an Bord verbunden. Für die Traditionalisten unter den maritimen Liebhabern ist das sicher ein Grauen, immer erreichbar oder online zu sein, für uns ist es ein Segen, um es leicht überspitzt auszudrücken.

    Können wir doch endlich, immer und jederzeit Wetterberichte mit allen erdenklich wünschenswerten Inhalten abrufen. Ein wahrer Quantensprung für das tägliche Wetterrouting und die gesamte Törnplanung, zumindest für uns normalsterbliche Segler ohne meterologisches Hintergrundstudium.

    Aber trotz aller verfügbaren Informationen und der Planbarkeit dank der „schönen neuen Welt“, hält das Wetter immer noch ein paar Überraschungen für den Segler bereit. Manche davon leicht genießbar, weil erfreulich, andere, die zum K(r)ampf mit den Elementen führen. Gestern hatten wir die bevorzugte Variante aus der ersten Kategorie…. Es gab den ganzen Tag über einen wunderbar leichten, segelbaren Wind an der Stelle, wo absolute Flaute herrschen sollte. Der Gennaker stand den ganzen Tag am hohen Karbonmast und zog uns immer weiter nach Nordosten, genau dahin, wo wir hin wollen.

    Durch die moderatere Fahrweise erhöht sich der Radius, den wir mit dem Volvo zurücklegen können, auf sagenhafte 1.390 Seemeilen erhöht, unter Einbehaltung einer Notreserve von 100 Litern, wenn die beiden Dieseltanks und alle Reservekanister bis oben hin gefüllt sind. Ich war selbst von dem Rechenergebnis überrascht.

    Nur in der Nacht verabschiedete sich der Wind. Unsere neue Strategie ist es, bei Flaute mit nur noch maximal 5 Knoten Fahrt und einem Motor, statt wie bisher mit 6 Knoten Geschwindigkeit zu fahren. Der Vorteil ist, dass sich der Verbrauch unseres 75 PS Motors glattweg von 5 Liter pro Stunde auf 2,5 L/h halbiert. Und das bei nur einem Knoten Geschwindigkeitsverlust.

    Seit heute früh heult der Wind wieder um den Mast, er kommt aus Ost-Nord-Ost, mit einem Reff im Großsegel und zwei Reffs in der Genua, geht es in Bocksprüngen über die Wellen, weiter nach Norden. Der stampfende Rumpf schreckt die fliegenden Fische auf, denen ich bei ihren akrobatischen Flugstunts stundenlang zuschauen kann.

    Ein kleiner fliegender Fisch lag unter dem Steuerrad

    Bedingt durch die Windrichtung and den Amwindkurs ist es auch gefühlt kühler an Bord, die Langarmshirts werden ausgepackt, Cornelia zieht sich eine dünne Daunendecke in den Bettbezug ein, und die Füße werden in wärmende Socken gepackt.

    Heute ist für uns  ein besonderer Tag, wir segeln, unter dem nördlichen Wendekreis der Sonne durch, den diese am 21. Juni erreicht, dem Tag der Sommersonnenwende, der zugleich den Sommeranfang markiert und der, auf der Nordhalbkugel der längste Tag des Jahres ist. Man merkt schon an der Menge der Informationen, die im letzten Satz stecken, wie wichtig der 23,26te Breitengrad, der Wendekreis des Krebses, ist.

    Und weil Cornelia in jeden Beitrag reinschreibt, was es am Vorabend zu essen gab, will ich das ebenfalls nicht unterschlagen. Gestern Abend haben wir leckeres Ratatouille mit selbstgemachten Hackfleischbällchen und Reis genossen.

    Hier noch ein Ausblick auf das Wetter der kommenden Nacht und für den morgigen Sonntag; schwacher Wind, aus östlichen Richtungen, langsam Südost drehend. „Vamos a ver, schaun mer mal!“ sagt die Capitania dazu.

    Sonnenuntergang nach dem Abendessen gestern
  • Back to Europe Tag 3

    Tag 2 continued

    Der Gennaker steht

    Gerade als wir den Gennaker ausrollen wollen, erblickt Volker am Horizont einen Squall mit Regen. Da warten wir lieber, ehe wir nachher unser schönes buntes Segel schlagartig wieder einrollen müssen, damit es nicht nass wird. Wir fahren ja keine Regatta.

    Irgendwann ist es dann doch soweit, der Gennaker steht und zieht das Boot für vielleicht eine halbe Stunde, doch gegen 16:00 Uhr wird der Wind so schwach, dass wir motoren müssen.

    In der Intermar-Runde um 16:30 UTC habe ich leider gar nichts gehört, nicht einmal ein fernes Murmeln, das scheint im Moment noch nicht zu funktionieren. Aber Bernd von der Hullu Poro, DL9BS konnte ich auf den Frequenzen  12.353,
    und 16.528 hervorragend empfangen, und er konnte mich auch klar aufnehmen.

    Nach dem Abendessen, Nudeln mit Gulasch, lecker, wurde dann doch der Motor ausgeschaltet, es sind um fünf Knoten Wind, das Boot fährt bei einem Einfallswinkel von um 90 Grad knapp unter Windgeschwindigkeit, nach dem Motto: „Besser gut gesegelt, als laut motort“.

    In der Nacht sieht Volker ein anderes Segelboot in 12 Meilen Entfernung

    Halbtagesetmal um kurz nach 21 Uhr: 74 sm, vier mehr als gestern, der gute Wind von heute Vormittag hat das Ergebnis verbessert, der heutige Abend jedenfalls nicht.

    Tag 3, 28. April 2023

    Baro 1012,  sonnig-bedeckt, Wind um 09:00 WSW um 2-3
    Position um 09:00: 21° 25’N / 59° 51’W
    Etmal um 09:15 – 130 sm

    Die Nacht verlief ruhig, meist unter Motor, einen Teil mit Segel, insgesamt war es eher schwachwindig. Gegen Morgen wurde auch die Höhe der atlantischen Dünung geringer.

    Wettervorhersage für morgen

    Am frühen Morgen habe ich während meiner Wache verschiedene Wetterberichte herunter geladen. Natürlich unterschieden sie sich deutlich von den gestrigen  Vorhersagen, aber leider auch waren sich die verschiedenen Wetterfrösche nicht einig über die Aussichten für die nächsten Tage.

     Wir führen einem längeres Telefonat mit Matthijs, dem Regatta erfahrenen Freund aus den Niederlanden, er ist einer unserer Wetterberater, die anderen beiden, zwei Uwes aus der Intermar Funkrunde,  kommen erst später über die Kurzwelle durch. Wir  beschließen als heutige Strategie, zunächst unseren Kurs ein bisschen weiter östlich zu fahren, unter Gennaker geht das mit fast sechs Knoten Geschwindigkeit, später oder morgen dann nördliche Richtungen einzuschlagen.

    Die Logge zeigt nichts mehr an, das bedeutet, dass sich in dem kleinen Rädchen, das die Geschwindigkeit des Bootes durch das Wasser misst, irgendwelcher Dreck oder Kraut sitzt. Es bedeutet aber auch, dass die Anzeigen von wahrer Windgeschwindigkeit und -winkel nicht mehr stimmen, was uns bei der Navigation irritiert, da wir nicht nach den scheinbaren Wind navigieren. 

    Volker zieht in der SB Vorschiffskabine die Logge raus, dann muss ganz schnell der Blindstopfen rein, der erstmal mit Fett eingerieben wurde, das Rädchen wird gesäubert. Volker probiert aus, es zu drehen, und siehe da, die Anzeige am Kartentisch zeigt wieder die Geschwindigkeit durchs Wasser an. Dann geht der Prozess wieder rückwärts, Blindstopfen raus, Logge rein, und schon stimmt alles wieder!

    Wolkenpanorama

    Seit dem Vormittag segeln wir unter Gennaker, der Wind ist viel besser als vorhergesagt, wir erreichen zuweilen zehn Knoten Geschwindigkeit, so kann das weiter gehen. Aber leider dreht der Wind soweit, dass wir den Kurs nicht mehr halten können, der Gennaker muss weg. Außerdem bauen sich am Horizont dunkle Wolken auf, bei denen man nicht weiß, was sie mit sich führen, ob darin viel Regen oder heftige Böen lauern.

    So geht das weiter bis zum Abend, seit 16:00 Uhr fahren wir mit der Genua. Bei leichtem Wind erreichen wir immer zwischen fünf und sieben Knoten Fahrt. Hoffen wir, dass das die Nacht über durchhält, dann kann der Motor ruhen, und wir abwechselnd auch.

  • Back to Europe Tag 2

    Logbuch von Tag 1 continued:

    Unter vollen Segeln …

    Tatsächlich konnte der Motor seit Anguilla viel ruhen, nur das blöde Sargasso-Gras, das hier leider in großen Teppichen vorkommt,  den gemeinen Segler plötzlich abbremst. Das Boot lässt sich nicht mehr steuern und die Geschwindigkeitsanzeige fällt ins Bodenlose. Dann muss der Motor her, mal Vollgas voraus, zur Seite oder nach hinten, anschließend ist es wieder für eine Weile in Ordnung, und wir können segeln.  Bis zum nächsten Mal.

    Inzwischen hat auch der Wind zugenommen, der wahre Wind bläst mit 10-14 Knoten ausOstnordost, der scheinbare Wind ging sogar auf über 17 Knoten, sodass wir für die Nacht die Genua ein bisschen gerefft haben.

    In der Pantry wird fleißig geschnippelt und eingekocht

    Volker hat den ganzen Nachmittag in der Küche gestanden und aus dem gestern gekauften frischen Hackfleisch Bolognese und Albondigas, kleine Hackbällchen in Ratatouillesauce, zum Einwecken gekocht. Aus dem Rindfleisch wurde Gulasch gemacht, ebenfalls in Gläser abgefüllt, um es haltbar zu machen, und für morgen steht u.a.noch Schweinegeschnetzeltes auf dem Plan. 

    Kleine Überreste, die nicht mehr ins letzte Glas passten, durfte ich kosten, und es war sehr lecker. Nur die Küche sah hinterher aus, als hätte der rote Blitz eingeschlagen, aber wir hatten ja durch die Motorstunden ausreichend warmes Wasser zum Spülen und Putzen.

    Um 18:30 wird gegrillt, ja, das machen wir auch gerne an Bord, wenn es nicht zu ruppig ist, eingelegte Schweinesteaks und Cevapcici, dazu einen netten Eichblattsalat, damit wir – wie gesagt – dem Skorbut vorbeugen.

    um 19:30 ist es stockdunkel, nur der noch nicht halbe Mond lächelt freundlich vom Himmel. Bis 00:30 wird er noch zu sehen sein. Wir freuen uns schon auf den Vollmond am 5. Mai.

    Der Wind frischt um 21 Uhr immer weiter auf, es muss ein weiteres Reff in die Genua, aber jetzt geht es ein bisschen flotter voran. Das Zwölf-Stunden-Etmal beträgt 70 sm.

    Jetzt kommt Tag 2

    Baro 1011, am Horizont ist eine umlaufende Wolkenschicht, Wind um 3 Beaufort
    Tagesetmal um 09:15: 148 sm

    Alarm für gefährliche Ziele ist eingeschaltet

    Volker hat um 23:30 Uhr die Wache übernommen, alle 20 Minuten ruft ihn der Wecker seines Telefons zur Pflicht: Einmal schauen, ob alles in Ordnung ist, der Windwinkel zum Segel stimmt, keine gefährlichen Schiffe in der Nähe sind. Sollten andere Boote in unserer Nähe auftauchen, würden sowohl das AIS als auch das Radar dieses mit lauten Geklingel vermelden. Auch die Genua wird in der Nacht wieder ausgerefft, als der Wind abgenommen hatte.

    Um 05:00 löse ich den Skipper ab, jetzt kann er ohne Unterbrechungen schlafen. Inzwischen ist es nicht mehr stockdunkel, die Dämmerung zeigt sich am Horizont. Um 05:40 geht die Sonne auf, aber noch ist sie zu schräg, um mittels unserer Solarpaneele die Batterien aufzuladen. Der Autopilot, das Radar, und die vielen Instrumente verbrauchen in diesen Nächten natürlich sehr viel mehr Strom als in unserer Zeit vor Anker.

    Der Skipper darf auch mal schlafen

    Eine angenehme atlantische Dünung mit ihren Wellentälern und -bergen hebt und senkt die Hexe sanft, manchmal lässt der Wind auf acht Knoten nach, dann werden wir langsamer, wir machen nur noch um die 6 Knoten Fahrt, sonst läuft das Boot um die sechseinhalb bis sieben Knoten. Zwei fliegende Fische haben heute Nacht zur „Freude“? des Skippers ihren Weg auf unser Vordeck gefunden. 

    Ab 07:30 frischt der Wind auf 11-13 Knoten auf, der Windeinfallswinkel dreht auf 90-100 Grad, nun läuft die Hexe mit 8-9 Knoten Fahrt. Das hält sich so bis zum Frühstück um 10:30 Uhr, dann flaut die Brise wieder ab. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen …

    flott unterwegs

    Tag 2 continued kommt morgen.

  • Back to Europe Tag 1

    Mittwoch, 26. April 2023
    Baro 1011, sonnig mit einzelnen Wolkenfeldern, Wind um 3 Beaufort, die See ist flach

    Bye bye St. Martin

    Volker ist früh morgens noch einmal an Land gefahren, weil eine unserer Einkaufstaschen vom gestrigen Großeinkauf verschwunden ist. Und das Obst, das da drinnen war, brauchen wir ja unbedingt gegen den Skorbut auf unserer mindestens 14-tägigen Reise über den Atlantik.

    Dort, wo die Windpfeile Richtung Osten zeigen, wollen wir hin, um schneller zum Ziel zu kommen

    Um 09:06 geht der Anker auf, acht Minuten später wird das Großsegel gesetzt. Leider müssen wir noch motoren, der Wind ist so schwach, und kommt aus der falschen Richtung. Der direkte Kurs zu den Azoren wäre 60 Grad, aber wir werden anfangs versuchen, etwas weiter nach Norden zu halten, um möglichst schnell an den unteren Rand des Tiefs zu kommen, ab dort schiebt der Wind uns in die richtige Richtung.

    Letzte Landsicht vor den Azoren oder den Kanaren, die Nordspitze von Anguilla

    Ab der Nordspitze von Anguilla wird der Motor wird ausgeschaltet, um 12:27, ab jetzt wird gesegelt. Wir müssen Diesel sparen, denn es kann gut sein, dass wir die letzten drei Tage keinen Wind mehr haben werden, und der Motor wieder die Aufgabe der Segel übernehmen muss.

    Wer unsere Reise verfolgen will, kann das auf folgenden Internet-Seiten tun:

    https://forecast.predictwind.com/tracking/display/syHexe/

    Vom roten Punkt aus geht unsere Reise los

    oder

    https://my.yb.tl/syHexe5x

    Das ist unsere bisherige Route seit Januar 2022, hier sind wir der gelbe Punkt

    Wir werden möglichst täglich neue Berichte in unseren Blog stellen, damit unsere Freunde und Follower wissen, wie es uns in den Weiten des Atlantiks ergeht. 

  • Ein wilder Ritt – Logbuch von Ostersonntag

    Deshaies Sud 07:00 – 11:40 Falmouth Bay, 43 sm
    Baro 1014, bedeckt, manchmal Sprühregen, Wind Ost 6-7 Beaufort, die See um 2 m

    Um sieben Uhr geht der Anker auf in der Bucht südlich von Deshaies, wo wir heute Nacht ganz alleine waren. Um 07:25 waren die Segel gesetzt.

    Im Schatten der Insel sind Wellen und Wind noch human, 1,5 m Höhe und 18 Knoten Wind. Aber als wir aus der Abdeckung raus sind, in derPassage zwischen Guadeloupe und Antigua frischt der Wind auf, ganz schnell sind 30 Knoten auf der Logge, die Wellen werden ruppiger. Erst kommt Reff 2 in die Genua, dann Reff 3, anschließend Reff 2 ins Groß. Das erste Reff im Großsegel haben wir schon seit längerem nicht mehr ausgeschüttet. 

    Bei einem Einfallswinkel von 90 Grad und 24 bis über 30 Knoten Wind fliegt die Hexe mit 11 bis über 13 Knoten ihrem Ziel, der Bucht von Falmouth bei English Harbour entgegen. Das Boot ist komplett versalzen, denn immer wieder spritzt die Gischt durch das Trampolin und ruppige Wellen erschüttern das Boot. 

    Ich habe Mühe, beim Schreiben die richtigen Tasten zu finden, immer wieder muss ich vertippte Wörter korrigieren.

    Im Bad haben die Bierdosen-Paletten – der Schwerkraft geschuldet – ihren Platz unter dem Waschtisch verlassen.

    Auch die Kakteen haben sich diesmal den Tatsachen ergeben,

    und sogar die kleine Hulla-Tänzerin hat ihren Platz am Backbord-Fenster verlassen.

    Nur die Agave und die Orchidee sind standhaft geblieben.

     Ab 09:30 lässt der Wind ein bisschen nach, es sind nur(!) noch um die 20 Knoten, allerdings sinkt damit auch die Geschwindigkeit und wir segeln gerade mal mit 10 Knoten ;-). Auch die Wellen sind niedriger geworden. 

    Nur die vorderen 2 Boote müssen noch überholt werden, die anderen haben wir schon im Kielwasser.

    Ab 10 Uhr wird es mit um 18 Knoten fast schwachwindig, der Skipper wird nervös, wir brauchen mehr Segelfläche. Es war mir schon klar, dass das zu einer Regatta ausartet, denn bekanntlich sind zwei Boote bereits eine Regatta.  Und hinter uns segelt eine – zumindest während der Zeit der großen Böen – übertakelte, neuere Outremer 51 mit Foliensegeln, die uns, nachdem der Wind nachgelassen hatte, immer näher kam. Das geht natürlich nicht! Nun muss definitiv ausgerefft werden. „Das Boot lief doch nicht mehr, hast Du das nicht gemerkt?!“. Ab dem Zeitpunkt kommt der Skipper alle fünf Minuten zur Navigation, um zu schauen, wie weit die „Kalyma“, so heißt der Konkurrent, von uns entfernt ist, ob wir Strecke gutmachen oder verlieren. Nach dem Ausreffen wurde der Abstand zu Kalyma wieder größer, zur Freude des Skippers. Zwei Boote, eine Regatta! Lange vor dem Konkurrenten treffen wir in English Harbour an, Volker ist zufrieden.

    Wir schaffen es tatsächlich, an der gleichen Stelle wie vor 14 Tagen zu ankern. Es waren 43 sm in viereinhalb Stunden, mit Reffen und Ausreffen und Segel setzen und bergen. Ein guter Schnitt, wir sind stolz auf unsere Hexe und ihre Performance.

  • Wie die Zeit vergeht!

    Nun waren wir tatsächlich fast einen Monat auf Martinique, zugegeben, es war Februar, der kürzeste Monat des Jahres, aber es ist doch erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Das sagt auch unsere Freundin Susanne von der Hullu Poro. Wir haben viel zusammen unternommen, geschnorchelt, den tropischen Regenwald besucht, gemeinsam zum Abend gegessen, oder Bernds Kuchen-Variationen getestet.
    Susanne antwortet in einem Telefonat mit ihrer Mutter auf die Frage, ob wir denn ab und zu mal abends zusammen seien: “Ach, das ist ein bisschen anders, normalerweise essen wir abends zusammen und nur ab und zu mal nicht.”
    Nun muss Susanne zurück nach Deutschland ins Büro, Bernd wird wieder zum Solo Sailor. Doch unsere Segelpfade werden sich noch oft kreuzen, wir haben die gleichen Pläne für die Weiterreise, auch für die Rückfahrt zu den Kanaren.
    Jetzt sind wir auf dem Weg nach Dominica, und werden weiter berichten, was wir dort erleben.

  • Auf nach Süden – ein Fazit von der Capitania

    Die Facts:
    Reisezeit insgesamt 12  x 24 Stunden, 11 Tage unterwegs, 1 Tag Ruhezeit
    Meilen: 1806, Tagesschnitt ca. 155 sm
    Wenn ich eine gute Statistikerin wäre, hätte ich die Manöver mitgezählt z.B. 15 x Genua reffen, 3 x Großsegel Verkleinerung auf Reff 2, hab ich aber nicht, das waren zu viele, und manche hab ich auch verschlafen, weil der Skipper sie ganz alleine ausgeführt hat. Das Großsegel war auch, abgesehen von einem Tag, immer mindestens im 1. Reff.

    Planung unter Berücksichtigung des Golfstroms (hellgrau)

    Natürlich war uns bewusst gewesen, dass uns da draußen kein Spaßegeln erwartet. Für mich war dies nicht unbedingt eine der schöneren Überfahrten, was natürlich auch daran liegen mag, dass ich zwischendurch so krank war. Außerdem konnte ich mich nur noch hangelnd durch das Boot bewegen, jeder Gang auf die Toilette im Rumpf wurde zu einer  Herausforderung. Am ersten Tag ging es besonders hoch her, beim wilden Wellenrodeo; und später beim Hoch-am-Wind-Segeln gegen die gut 2,5 Meter hohen atlantischen Wellen in den letzten fünf Tagen unserer Überfahrt von Amerika in die Karibik.

    Gut gegessen haben wir trotzdem immer, Volker hat jeden Tag zur Abendzeit etwas Leckeres auf den Tisch gezaubert. Und wenn es nichts am Boot zu tun gab, haben wir die Tage mit Lesen, Schlafen und Rätseln verbracht. Leider war es in den Nächten nicht so verlockend, den Sternenhimmel zu studieren, er zeigte sich auch nicht immer, sondern verschwand gerne hinter Wolken.

    Der Trimm des Vorsegels

    Eine kleine Anekdote zwischendrin:

    Wir hatten ja, wie berichtet, in Rudee Inlet eine Pause eingelegt, um die für Camp Hatteras vorhergesagten starken Winde abzuwarten.Am Nachmittag bin ich dort mit einem „Uber“, das ist so etwas wie ein günstigeres Taxi, nach Norfolk gefahren, um den gebrochenen Bolzen des Lümmelbeschlages schweißen zu lassen.

    In der nahen Marina hatte man mir diese Adresse gegeben, und versichert, dass Larry uns hervorragend helfen könne. Bevor ich wegfuhr, legte Volker mir nahe, „ordentlich Geld einzustecken“, Schweißer seien teuer. Und in den Staaten wahrscheinlich sowieso. 

    Ein freundlicher älterer Mann, eben Larry, empfängt mich, bittet mich höflich herein, hört sich mein Anliegen an. Dann verschwindet er mit meinem Bolzen ein bisschen weiter in die Halle hinein, „Ich muss dabei nachdenken“ sagt er, vorher setzt er mich auf einen Besucherstuhl, ich solle mich entspannen. 

    Nach weniger als einer halben Stunde kommt er mit dem perfekt reparierten Teil, es ist noch warm. Von Volker vorbereitet frage ich ihn nach dem Preis, höhere Zahlen erwartend. „Ach weißt Du, nimm es als Geschenk, ich will nichts dafür.“ Ich glaube, ich sah nicht sehr intelligent aus, als er geendet hatte. Mir stand der Mund offen. Natürlich versuchte ich zu protestieren, er solle doch an seine Kinder und Enkelkinder denken, aber es half nichts.

    Das T-Shirt kommt sofort zum Einsatz

    Und zu allem Überfluss gab er mir am Ende, nachdem wir eine Weile charmant geplaudert hatten, noch ein T-Shirt seines Betriebes für Volker mit. Und als der Uber kam, der mich zurückbringen sollte, begleitete Larry mich bis zum Auto, „um zu schauen, ob der Fahrer auch ordentlich ist“. So ein schönes Erlebnis! Thank you so much, Larry!!!

    Anmerkungen von Volker

    Gesplitterte Segellatten

    Was ging kaputt/bereitete Probleme:

    • Der obere Teil vom Lümmelbeschlag, an dem gleichzeitig das Vorliek vom Großsegel angebunden ist, ist abgebrochen.
    • Bei einer Patenthalse hat es die obersten zwei Segellatten zerbröselt.
    • Der Geschwindigkeitsgeber, die Logge, hat ihren elektronischen Geist aufgegeben.
    • Der Mantel der Reffleine vom ersten Reff ist kurz vorm Ziel durchgescheuert.
    • Der Steuerbordmotor musste entlüftet werden (woher die Luft im Treibstoffsystem kam, bleibt ein Rätsel).

    An der Stelle müssen wir unbedingt mal unsere Outremer loben.

    Squall im Anzug

    Die ist wirklich steif und solide von ihrer Struktur her gebaut, wir sind über so viele Wellenkämme geflogen und in so viele Wellentäler gekracht, das hätten wir manch anderem Serienschiff nicht zumuten wollen. Alle Schotten und alle Verbindungen haben gehalten, auch alle Möbeleinbauten sind schadensfrei an ihrem Platz geblieben, vorbildlich. Zudem saßen wir in einem absolut wasserdichten Kokon, keine Luke hat geleckt, keine Fenster auch nur einen Tropfen Salzwasser nach innen gelassen. Wir können uns momentan kein besseres Fahrtenboot  für schwierige Seegangsverhältnisse vorstellen. Anmerkungen Volker Ende.

    Als wir im ersten Morgenlicht des letzten Tages Land sahen, St. Martin mit seinen Bergen war hinter Anguilla, der vorgelagerten Insel, in der Ferne gut zu erkennen, ließ die Vorfreude auf die Insel bereits alle Strapazen vergessen.

    Werden wir weiterhin lange Etappen segeln? Natürlich! Aber wenn ich mir was wünschen dürfte, könnte der Wind ruhig ein wenig achterlicher kommen, und die Wellen ein bisschen kleiner sein. 

  • Der letzte Tag auf See und die Ankunft

    Und dann ging es doch ganz schnell , auch wenn die Windvorhersage nicht wie erhofft eingetreten ist und die letzten 52 Seemeilen, der Motor   ran musste, weil der Wind genau von vorne kam. Die letzte Nacht auf See passte zum Rest vom Törn; nicht die schönste Nachtfahrt unserer Segelkarriere, trotzdem gut zu händeln, insgesamt eher mittelklassig. Umso größer war die Freude, als sich Saint Martin, kurz vorm Sonnenaufgang, mit dem ersten Büchsenlicht, klar erkennbar am Horizont abzeichnete.

    Da sind wir zwar noch sechs Motorstunden von entfernt, doch das Ziel liegt klar vor den Augen und auch die flache, nicht vulkanische Nachbarinsel Anguilla ist im Vordergrund klar zu erkennen. Nun heißt es bloß nicht zu leichtsinnig werden, die Flachs im Süden von Anguilla und zwei weitere kleinere Steinhaufen im Meer müssen mit gebührendem Abstand umschifft werden. 

    Danach liegt die Marigot Bay hindernisfrei voraus, nur ein letzter Squall mit Starkregen lässt die komplette Insel noch einmal komplett verschwinden. Dankenswerter Weise bleiben wir von dem himmlischen Nass verschont. Dafür rücke ich schon mal der dicken Salzkruste auf unserer Hexe mit dem Wasserschlauch und der Decksbürste zu Leibe. Der Wassermacher spendiert das dafür notwendige Süßwasser und die laufenden Motoren laden die Batterien voll, heile Welt, solange alles funktioniert…

    Geschafft!

    Gegen 13 Uhr fällt der Anker und gräbt sich tief und fest in den sandigen Untergrund. Wir fallen uns in die Arme und schießen ein Ankunftsfoto. Was sind wir froh, endlich hier hier zu sein. 12 Tage waren wir nonstop auf dem atlantischen Wasser unterwegs, 13 Tage, seit wir in Newport die Leinen losgeworfen haben.

    Ein Fazit gibt es in den nächsten Tagen (das will die Capitania so), ebenso einen Film, und ein paar Fotos von unterwegs. Doch jetzt müssen wir erst Mal feiern, schlafen, ausruhen, kommunizieren, reparieren und im Hier undJetzt ankommen.

    Eines muss ich als Capitania noch sagen: 

    Ich bin beeindruckt, wie gut mein Volker all die unvorhergesehenen kleinen und größeren  Katastrophen gemeistert hat, egal ob es um die kaputte Logge oder die gebrochenen Segellatten  oder um die gerissene Großsegelreffleine oder den gebrochenen Lümmelbeschlag ü ging.  Ich habe ganz großen Respekt davor, und muss das hier  einmal kundtun, auch wenn er das vielleicht nicht will. 

    Volker, Du bist mein Held, Danke!

  • Auf nach Süden Tag 12

    24. November 2022, auf See
    Baro: 1010 Hektopascal, Etmal 12:00 Uhr 145 Seemeilen, sonnig mit Wolkenfeldern, Wind OSO 14-24 Knoten, Position um 13:30 19°34.785N, 64°38.926W
    Cornelia hat mich gebeten, den gestrigen Tag von ereignislos auf einen Tag mit einzelnen Ereignissen umzuschreiben.
    Die Fernbedienung vom Autopilot wollte am späten Nachmittag nicht mehr mit ihrer Basisstation kommunizieren, also haben wir uns als Gegenmaßnahme einen kompletten Shutdown der Navigationselektronik erdacht. Ich steuere das Schiff von Hand und die Capitania, ganz in ihrem Element, schaltet die besagte Elektronik nach und nach aus. Beim wieder Hochfahren zeigt das Instrumentarium keine Winddaten mehr. Es dauert eine ganze Weile mit ausprobieren, bis wir kapieren, dass nur der wahre Wind nicht mehr angezeigt wird, weil wahrscheinlich das System erst jetzt erkannt hat, dass die Logge schon seit Tagen kaputt ist, das soll man mal verstehen. (Wahrscheinlich hatten wir es seit dem nicht mehr ausgemacht, so merkte die Windanzeige erst jetzt, dass nur der scheinbare Wind angezeigt werden kann.) Der scheinbare Wind wird, Gott sei Dank, mit Stärke und Richtung tadellos angezeigt. Nach dem Schreck mache ich einen meiner täglichen Kontrolltrollgänge rund ums Boot und sehe, dass die Niederholerleine vom Hydrogenerator gerissen ist, und dass der pinnenähnliche Schenkel mit dem Propeller halb oben schwimmt. Schwimmweste und Lifeline werden angelegt und ab geht es auf die, mal immer wieder von Wellen geflutete Badeplattform. Kurze Zeit später ist der Wassergenerator im geschützten Cockpit, und die defekte Niederholerleine gegen eine neue ausgetauscht, fröhlich surrend lädt er bald danach wieder unsere Bordbatterien. Da in den letzten Beiträgen leider wegen Vergessens, hier die noch nicht niedergeschriebenen Abendessen:
    Vor drei Tagen gab es angebratene Chorizowurst mit Weißkohl, Paprika und Fenchel, in einer Wein-Sahne-Soße gekocht, ein neu ausprobiertes Gericht, das es nun immer wieder mal geben wird. Vor zwei Tagen gab es einen Klassiker, Bratwurst, Bratkartoffeln und in Brühe gekochter Blumenkohl, ein Hoch auf die deutsche Küche. Gestern, wegen zuviel gekauften Blumenkohls, köchelte eine Ingwer-Kartoffel-Blumenkohl Suppe in unserem großen Topf, die Capitania war begeistert.
    So langsam sieht man auch wieder den Boden in unseren großen Auszugfächern vom Kühlschrank. Wir waren anscheinend sehr hungrig, als wir für diese atlantische Segelreise eingekauft haben.
    Doch nun zur wichtigsten Nachricht, Cornelia geht es wieder deutlich besser und ihr Wach-Schlaf-Rhythmus ist fast wieder normal. Richtiggehend Pech hatte vorhin ein fliegender Fisch, der wohl den Katamaran als einen bösen Feind identifiziert hat, dem man, koste es was es wolle, ausweichen muss. Nur die Flugshow ging leider nach hinten los und endete für das Fischlein tödlich. Denn er prallte zuerst auf dem Vordeck, gegen das Kutterfall, dann gegen den Mast und dann auf das Gangbord an Steuerbord. Es tut mir immer sehr leid, wenn ich diese wunderbaren Fischwesen tot an Deck finde.
    Es sind jetzt noch 130 Seemeilen bis zum angepeilten Ankerplatz in Saint Martin, in der Marigot Bay, der Wind weht immer noch aus Ost, mit einer kleine Tendenz nach Südost. Wir segeln so hoch am Wind wie es geht und steuern jeden Winddreher zu unserem Vorteil aus. Ziel ist es eine m
    Es sind wie seit Tagen keine Schiffe um uns rum, genauer gesagt seit der Querung des Golfstromes, nur selten taucht mal eins in weiter Entfernung als AIS-Signal im Kartenplotter auf. Wir leben einsam, wie in einer menschenleeren Welt in unserem kleinen segelnden Kokon, nur wir, das Schiff und der Atlantik. Nachrichten und Ereignisse, bleiben außen vor.