Kategorie: Logbuch

  • Die Hexe segelt wieder weiter

    Tatsächlich haben wir es geschafft: Am Samstag haben wir in Bristol den Anker gelichtet, haben unsere geliebte kleine Stadt verlassen. Mit ein bisschen Wehmut, schon …

    In voller Schönheit am Abend

    Am Freitag hatte uns – also eher mir – Tom, der Theker aus dem Irish Pub „Aidan’s“ in Bristol, in dem wir viele Abende verbracht haben,  Clams gebracht, die hiesige Form der Venus-Muscheln, allerdings im Vergleich zu den eher kleinen Muscheln, die wir von den Spaghetti-Soßen bei uns kennen, in gigantischer Größe. Da unsere kanadischen Freunde am Vortag schon Richtung New York aufgebrochen sind, und wir am Abend bei Gif und Chris mit noch einem anderen Ehepaar auf deren Motorboot „Patriot“ eingeladen waren, musste ich mich wohl alleine der 50 Muscheln annehmen. 

    Auf der Patriot hatten wir einen wunderschönen Abend, mit leckerem Salat und Bolognese-Nudeln, Wein und Bier flossen sozusagen in Strömen. Volker und ich waren vernünftig und haben uns um zehn Uhr verabschiedet, weil wir doch am nächsten Tag früh aufstehen wollten. Die vier Freunde aber haben noch bis drei Uhr weiter gefeiert …

    Kaum hatten wir also abgelegt, früh, kurz nach Sonnenaufgang und bei leider bewölktem Himmel, wurde der Sack mit den Muscheln von der Badeplattform in die Küche gebracht, nachdem ich bereits die Ingredienzien für zwei verschiedene Soßen geschnippelt hatte. Es handelte sich einmal um die klassische Soße mit Weißwein, Zwiebeln und englischem Sellerie für einen Clamchowder, eine hiesige Spezialität, die anschließend noch mit einer nicht unerheblichen Menge Sahne zur dickflüssigen Suppe aufgekocht wird. Die zweite mediterrane eine eher schärfere Variante mit demselben Gemüse, aber auch ordentlich Knoblauch und Tomatenmark, hervorragend geeignet als Spaghettisoße.

    Kalt ist es heute auf dem Atlantik

    Während ich in der Küche also die Wohlgerüche des Meeres genoss, stand Volker, dick eingehüllt am Rad und schimpfte nicht nur über den ständig wechselnden Wind – Genua wegrollen, Motor an – Motor aus, Genua ausrollen – sondern auch über die Geschwindigkeit unseres sonst so schnellen Bootes. Wir hatten so viele Muscheln unter dem Rumpf und am Ruder, dass eine Najad, ein kleineres Einrumpferboot ohne Mühe mit uns mithalten konnte.

    in voller Montur

    Auf Block Island, unserem Ziel, so hatte man uns versichert, sei die Bucht so klar, der Ankergrund Sand, also könne man da ohne Schwierigkeiten das Boot von dem Bewuchs befreien. Je geringer die Wassertiefe, desto besser ist die Sicht. Deshalb hatten wir uns eine flache Stelle in der Bucht zum Ankern ausgesucht. Leider ankerten dort so viele andere Boote, dass wir an eine tiefere Stelle ausweichen mussten. Hier wurde Kolumbus-Tag gefeiert, ein richtiger Feiertag in den USA, deswegen waren, obwohl es Sonntag Mittag war, noch viele andere Boote in der schönen Bucht. Am nächsten Nachmittag würden sie zurück in den Heimathafen fahren, aber nun waren sie halt hier. 

    Kurz nach unserer Ankunft zog Volker mutig den Neoprenanzug an, und ging ins Wasser. Neben der eher schlechten Sicht sorgten Strömung und Wellen für extrem schwierige Bedingungen. Fast eine Stunde hat er es trotzdem im 17° kalten Wasser ausgehalten, den Steuerbord-Rumpf, ebenso wie einen Teil des an Backbord frei zu schaben, von unglaublichen Anwüchsen. Kein Wunder, dass die Hexe wie eine lahme Ente gesegelt ist, wie der Skipper es nannte.

    Das war doch eine kräftezehrende Prozedur, für mich natürlich nicht so arg, ich musste nur eine Leine oben führen, damit Volker nicht auch noch gegen die Strömung ankämpfen musste. So hatten wir uns nach einem frühen Abendessen eine Komödie von der Festplatte geladen, den Film – ohne einzuschlafen – bis zum Ende geschaut und wollten unmittelbar danach zu Bett gehen. Bei einem kurzen Rundgang nach draußen stellt Volker fest, dass wir nicht mehr an derselben Stelle lagen, der Anker wohl geslippt war. Natürlich passiert das am späten Abend, wenn es dunkel ist, glücklicherweise hat der Vollmond geleuchtet. Also Motoren an, vielleicht reicht es, wenn wir ein bisschen mehr Kette geben. Das war es leider nicht, im Rückwärtsgang zeigt sich, dass der Anker offensichtlich nicht im Untergrund hält. Wir gehen Anker auf, und versuchen es erneut, diesmal von vornherein mit mehr Kette. Hält? Pustekuchen! Wir bewegen uns immer noch, wenn wir rückwärts fahren. Im dritten Anlauf und an einer anderen Stelle hat es dann geklappt, aber das hätten wir uns gerne erspart.

    Die Nacht war ruhig, am nächstem Tag ist Volker gegen Mittag wieder in den inzwischen getrockneten Anzug geschlüpft, um die Reste von der Backbord-Seite ebenfalls von dem hartnäckigen Bewuchs zu befreien.  Es war dies der Zeitpunkt, an dem die Strömung nicht ganz so stark wie am Vortag war, aber die Wellen hatten sich noch weiter aufgebaut und ihm zu schaffen gemacht.

    eines der wunderschönen Häuser in sensationeller Lage

    Nachdem Volker wieder umgezogen und aufgewärmt war, haben wir uns mit dem Dinghy aufgemacht, um wenigstens ein bisschen Block Island zu erkunden. Schon bei der Anfahrt am Vortag war uns aufgefallen, dass die Insel eine große Ähnlichkeit mit der niederländischen  Nordsee-Insel Vlieland aufweist, Vlieland war immer unsere Lieblingsinsel, seit wir mit der „Sherazade“ ganz am Anfang und später mit unseren „Hexen“ unseres gemeinsamen Segelabenteuers alle Urlaube und viele Wochenenden am Ijsselmer und der Nordseeküste verbracht hatten.

    Und tatsächlich erinnern auch die Wege durch die Dünen, überhaupt die ganze Landschaft an die Nordseeküste, nur die Häuser sind in der amerikanischen Südstaaten-Architektur der Eastcoast gebaut, wunderschön, auf mehr als großzügigen Grundstücken.

    Am Montag – an besagtem Kolumbus Day – segelten wir, der Strömung wegen, wieder früh los. Nach Mystic, einer kleinen Stadt an einem Inlet zwischen Newport und New Haven, hervorragend geschützt vor allen Winden, fährt man zunächst durch eine Eisenbahnbrücke, eine Drehbrücke, die meist offen steht, nur wenn Züge kommen, wird sie geschlossen. Danach sollte es weitergehen durch die Autobahnbrücke zu einem netten kleinen Ankerplatz.

    Die Eisenbahnbrücke, gedreht

    Das hat nicht so hingehauen, wie wir uns das vorgestellt hatten, aber darüber mehr im nächsten Blog-Beitrag.

  • Viele Tage, viele Buchten

    Dienstag, 13. September, Onset Bay nach Martha’s Vineyard, 20 Seemeilen

    Pünktlich um 08:00 Uhr sind wir an der Bootstankstelle, denn in der Seekarte stand, das diese mit Abstand die günstigste Tankstelle der Region ist. Tatsächlich haben wir für 92 Gallonen 425 Dollar bezahlt, das sind 4,62 Dollar pro Gallone, meist kostet die hier 5 Dollar.

    Die Onset Bay hatte uns gut gefallen, ein kleines verschlafenes Nest, mit einem Pub am Hafen und einem Pizza-Restaurant. Dort haben wir sehr leckeren Salat und Pizza gegessen, und uns mit den Damen am Nebentisch unterhalten. Alle sind immer so interessiert, fragen uns, woher wir kommen, wollen mehr von unserer Reise wissen und finden es “awesome“, fantastisch!

    Dann geht es los, immer brav an den Bojen entlang die Onset Bay hinaus bis zu der schmalen Durchfahrt bei dem Nonamesset Island (ist bestimmt ein indianischer Name) über die Bucht von Falmouth Harbour bis nach Martha’s Vineyard, das uns sehr empfohlen wurde. Für heute war dies die ideale Entfernung, denn kurz vor dem Ankern fängt es an zu regnen. Im VHF kommen Warnungen der Coastguard vor Gewitter, schwerer See, plötzlichen Böen und Windhosen, die kleinere Boote umwerfen und andere schwer beschädigen könnten. Tatsächlich braut sich hinter uns was zusammen, eine dunkle Wolkenfront kommt immer näher, wir hören auch schon mal ein Donnergrollen.

    Von hinten kommen die dicken Wolken

    Vorsorglich lässt Volker uns alles wegpacken, die Cockpitpolster wegen des kommenden Regens, das Cockpit-Zelt, um eventuellen Böen keine Angriffsfläche zu bieten, die Abdeckungen auf den Winschen, alles was irgendwie durch die Luft fliegen könnte wird im Innern des Bootes verstaut.

    Glücklicherweise kommen die bösen Sturmböen und Windhosen nicht zu uns, aber der Regen! Das ist kein Regen, sondern Petrus hat da oben ein Schwimmbad leer laufen lassen. Dabei verschwimmen Wasser und Horizont zu einer einzigen grauen Fläche, auf dem Dach prasselt es, und es grummelt immer mal wieder, aber nun sitzen wir trocken im Boot und lauschen dem aufs Dach prasselnden Regen. Mal sehen, wie lange das dauert, laut Wetterberichten soll es gegen 17 Uhr aufhören. Hoffentlich weiß Petrus das auch …

    Tatsächlich wird es abends trocken, wir machen uns auf in den Ort, von dem wir so tolle Sachen gehört haben. Obama macht hier Urlaub und noch andere amerikanische Celebrities. Aber ehrlich: Der Ort ist ausgestorben und langweilig. Es gibt ein paar Kleidergeschäfte, die obligatorischen Galerien und hochpreisige Souvenir-Läden.

    Lecker Sushi

    Ganze zwei Restaurants haben an diesem Dienstg geöffnet, eines davon serviert (für mich) sehr leckeres Sushi, Volker ist von seinem Essen weniger begeistert. Am nächsten Abend essen wir lieber auf dem Boot, aber danach finden wir tatsächlich ein Pub, das berühmte Black Dog, in dem wir nur etwas trinken dürfen, und Volker einen unglaublich leckeren Schokoladenmousse-Nachtisch bekommt.

    Den schwarzen Hund gibt es in allen Varianten, auf sämtlichen Gläsern und Tellern hier im Pub. In den Black-Dog-Läden findet man ihn sogar auf T-Shirts, Hoodies und vielem mehr.

    Donnerstag, 15. September, Martha’s Vineyard nach Newport, 44 Seemeilen

    Um den Gezeitenstrom, der hier mit bis zu vier Knoten stark ist, auszunutzen, sind wir früh auf den Beinen. Der Wind ist noch stärker als vorher gesagt, gut dass Volker schon gleich Reff 2 eingebunden hat. In der Bucht von Martha’s Vineyard mussten wir noch unter Motor fahren, denn es ging genau gegenan, und hier verkehren zahlreiche Fähren, sodass man nicht gut kreuzen kann. Kurz vor Ende der Bucht wird das Großsegel gesetzt, nach dem Abbiegen zunächst auf 280° kommt die Genua im 4. Reff hinzu. 

    Der nächste Kurs ist mit fast 210° ein Halb- bis Am-Wind-Kurs. Dank des mit 28 Knoten wehenden  Windes und  der Böen bis 32 Knoten sind wir rasend schnell, oft über 12 Knoten, am Ende sind wir einen Schnitt von neun Knoten gesegelt.

    Nach fünf Stunden biegen wir in die Bucht von Newport ein, hier wird gesegelt. Ein paar Regatta segelnden Booten müssen wir ausweichen, nachdem wir vor der letzten Bucht das Segel geborgen haben. Die Bucht vor der Stadt ist voll mit Mooring-Feldern, die Ankerplätze sind gefüllt wie in der Marigot Bay. Aber wir finden einen guten Platz, und können bald mit dem Dinghy in die Stadt fahren.

    Am nächsten Tag sind wir früh im Ort, denn hier findet gerade eine Boat Show statt, mit ganz vielen Motor- und auch einigen Segelbooten im Wasser, und auch Zubehör in zwei Hallen. Wir genießen es, dass man hier ganz unproblematisch auf jedes Boot gehen kann, ohne gleich ein festes Kaufinteresse zu zeigen. Schuhe ausziehen und ab!

    Samstag, 17. September, Newport nach Bristol, 12 Seemeilen (gekreuzt wahrscheinlich eher 14, aber die Logge funktioniert nicht)

    Früh legen wir ab, es sind zwar nur 12 sm bis Bristol, aber Volker möchte heute noch in das Herreshoff-Museum. Ohne Frühstück und vor allem ohne Kaffee für mich motoren wir zunächst bis zur Newport oder auch Claiborne Pell Bridge (das scheint nicht so klar) und, obwohl sie mit den 194 Fuß mehr als genug Durchfahrtshöhe für uns hat, sieht es immer wieder spektakulär aus. Zumindest von unten.

    Wie in Holland im Winter …

    Der Wind ist kalt, wir ziehen eine Schicht nach der anderen an, sogar Handschuhe. Aber die Sonne scheint und verspricht wärmere Temperaturen für heute Mittag.  Es ist sehr schön hier und nicht ganz so voll wie in Newport auf den Ankerplätzen und  den zahlreichen Regatten.

    Vor Bristol liegen auch zahlreiche Boote, die meisten an Moorings, aber wir finden einen großartigen Ankerplatz.  vor wunderschönen Villen am Ufer mit großzügigen Grundstücken. „Bei der Garten-Größe rentiert sich ein Aufsitzrasenmäher!“, sagt Volker.

    Das Herreshoff-Museum ist interessant anzuschauen, wir bewundern die verschiedenen Modelle, und man kann sogar in manche reingehen. Die sind wunderschön gebaut, mit allem, was man auf längeren Törns braucht, Toiletten, Betten und eine funktionierende Küche mit Dieselherd. 

    Bristol gefällt uns gut, mit zahlreichen Kneipen und Restaurants, wir genießen die kleine Stadt. Anthony Quinn hat in Bristol gelebt und ist sogar auf dem hiesigen Friedhof beerdigt. Auch hier finden wir überall nette Leute, die uns mit Tipps zu der Gegend versorgen, und mehr über unsere Reise wissen wollen.

    Am Sonntag findet in einer Straße ein Event statt, mit verschiedenen Bands auf den Porches, den Veranden an der Vorderseite, tausende Menschen sitzen auf mitgebrachten Stühlen, oder stehen vor den jeweiligen Bands, und manche, so wie wir, laufen die ganze Straße entlang, um alle Bands und die wunderschönen Häuser anzuschauen.

  • Auf zur Chesapeake Bay!  Tag 2

    27. Juni 2022, auf See – Hampton 14:38, 220 sm
    Baro 1011, sonnig mit Wolkenfeldern, Wind OSO 12 – 17 Knoten

    Schnell sind wir unterwegs

    So segeln wir durch die Nacht, abwechselnd wachend, entspannt. Im Laufe des Morgens kommt auch der Gennaker wieder dran, der Wind ist immer noch südöstlich.

    Nachdem unser Funkgerät in der Nacht immer nur Störgeräusche aufgenommen hatte, wurde es am Morgen wieder lebendig, es kam immer wieder die gleiche Meldung an „all stations“ mit einer „navigational warning“, aber leider sind die Kanäle, auf denen man die Details abhören sollte, auf unserem Funkgerät nicht vorhanden. Also ignorieren wir die Funksprüche. 

    Das Segel ist rot!

    Wir hören, dass ein Boot mit den roten Segeln gerufen wird, das können wir ja nicht sein. Auch als später die nordgehende Segelyacht sich melden soll, fühlen wir uns nicht angesprochen, denn unseren Namen kann man im AIS sehen, man würde uns direkt ansprechen können. Warum das nicht geschehen ist, wissen wir beide nicht, später fällt mir auf, dass wir ja mit Gennaker segeln, und der hat schon rot mit drin. Wir aber segeln fröhlich weiter, das Wetter ist gut, das Boot ist flott. 

    Plötzlich sagt Volker: „Schau mal, da kommt jemand zu Dir!“ Wieso eigentlich zu mir? Das heißt es immer, wenn irgendetwas komisch oder kaputt ist, dann ist MEIN Kabel zerstört, oder MEINE Leine angerissen, und so kam eben dieses Schnellboot auch zu MIR.

    Das U-Boot

    Aber Volker redet mit den beiden in dem Boot, sie sagen, nun käme eine richtige Drohne über uns geflogen. Okay, das klingt ja spannend, wir beobachten den Himmel, aber wir hören und sehen nur die ganz normalen Flieger, die auf dem nahegelegenen zivilen Airport landen wollen. Vielleicht haben wir auch etwas falsch verstanden, denn nach ungefähr einer Stunde ruft Volker plötzlich: „Das ist ja großartig, das ist ein U-Boot, das da vorne kommt!“ Tatsächlich, es muss ein großes Boot sein, man sieht einen ziemlich hohen Turm mit den Antennen, der langsam an uns vorbei gleitet. 

    Vor uns, nahe der Einfahrt in die Chesapeake Bay, liegt das offensichtlich zu der Übung gehörende riesengroße Militärschiff, das wir eigentlich an Steuerbord liegen lassen wollten, denn das wäre der kürzere Weg. Plötzlich sieht Volker, dass dort vor dem Schiff ganz viele kleine Boote im Wasser sind, also halten wir auf die andere Seite zu. Da kommt auch schon wieder ein schnelles Boot auf uns zu, diesmal ist es ein großer Jetski, und der Mann bedeutet uns, in ausreichendem Abstand um den grauen Riesen herum zu fahren. Hätten wir sowieso getan. 

    Na, das war ja mal ein aufregender Vormittag auf See!

    Der Hafen von Norfolk (unten links) ist voller großer Schiffe

    Unser Ziel in der Chesapeake ist Hampton, ein kleiner Ort gegenüber von Norfolk. Norfolk selbst war uns zu groß, riesige Containerhäfen und Wolkenkratzer in der City. Wir liegen wir jetzt vor Hampton gut geschützt mit anderen Booten in einer kleinen Bucht gegenüber einer Marina, bei der man gegen eine Gebühr den Dinghy-Steg, sowie die Sanitärbereiche und die Waschmaschinen benutzen kann. 

    Die Hexe liegt verankert vor der Marina

    Ansonsten ist hier bis auf ein altes Fort, das man besichtigen kann, nichts los, mal sehen, ob wir  heute Nachmittag mit einem „Uber“ (das ist so etwas wie ein Taxi, nur günstiger) nach Downtown Hampton fahren können. Auf jeden Fall sind wir nun in der Chesapeake Bay angekommen und liegen über 37° Nord, der magischen Zahl, um – versicherungstechnisch – außerhalb der Hurrikanzone zu sein.

    37 Grad!
    Aus dem Dinghy muss das Wasser geschöpft werden

    Am Abend probieren wir das Restaurant an der Marina aus, draußen wird es mir zum Essen zu windig, drinnen erschafft die Klimaanlage ein Eishaus, das Essen ist gut.

    Auf dem kurzen Weg zum Dinghy werden wir von dem plötzlich einsetzenden Regen pitschnass, aber wir sind gut angekommen und lassen den Abend mit einem Film aus der Mediathek ausklingen.

  • Auf zur Chesapeake Bay! Tag 1

    26. Juni 2022 Cape Lookout 05:15
    Baro 1018, sonnig mit Wolkenfeldern, Wind morgens 3 – 8 Knoten NO, zunehmend auffrischend bis 12 Knoten, auf O bis SO drehend

    Wunderschöne Muscheln am Strand

    Gestern sind wir aufgebrochen aus unserer Anker-Idylle vor Beaufort (Volker wird nnoch separat darüber berichten), nachdem wir einen Spaziergang auf der Insel gemacht haben, leider ohne die dort lebenden wilden Ponys zu sehen, nur ihre Hinterlassenschaften in Form von angetrockneten Knödeln lagen auf den schmalen Pfaden im Inneren der Insel. Als wir am Wasser entlang gingen, brachten sich tausende kleiner Einsiedlerkrebse vor unseren Tritten in Sicherheit, ein lustiges Schauspiel, ihnen dabei zuzusehen.

    Skipper mit Leuchtturm

    Doch am späten Nachmittag, nachdem wir die 10 Meilen zu der kleinen vorgelagerten Bucht Cape Lookout gekreuzt waren, sah ich plötzlich vom Beiboot aus einen braunen Flecken am Strand. Und tatsächlich, da standen vier Ponys und machten sich über die Reste her, die von den Lunchpaketen der Strandbesucher übrig geblieben waren. Wir landeten das Beiboot, und Volker ging zu ihnen hin, aber streicheln liessen sie sich doch nicht.

    Auch den über 14 Seemeilen sichtbaren schwarz-weißen Leuchtturm haben wir besichtigt, von außen zumindest. Zurück am Boot besuchten uns auch Delfine, die hier in der Gegend zahlreich vorkommen, sogar in den Ankerbuchten vor den Städten. Nach einem frühen Abendessen mit den köstlichen Resten des Vortagsgrillens gingen wir zeitig zu Bett, denn wir wollten ja früh aufbrechen für die fast 200 Meilen bis zu einer kleinen Bucht vor dem Eingang zur Chesapeake Bay.

    Das haben wir auch geschafft, um vier Minuten nach fünf Uhr waren wir auf den Beinen, Motoren an, Navigationslichter an, Instrumente an, der Anker wird hochgeholt, und wir motoren mangels Wind Richtung Cap Hatteras.

    Um 09:30 wird immerhin das Groß gesetzt, der Wind kommt mit acht Knoten aus 15°, das kann man nicht segeln, und zum gemütlichen Kreuzen, wie gestern auf den zehn Meilen, ist der Weg zu lang. Noch vor dem Frühstück werden beide Motoren gestoppt, Volker geht ins Wasser, nein, nicht aus Kummer, sondern um die von irgendwelchen Ablagerungen zugesetzte Logge zu befreien, die die Geschwindigkeit durchs Wasser misst. Denn ohne diesen Wert sind die Berechnungen für die Windwinkel nicht nicht korrekt. Nach zwei Tauchgängen – nicht so einfach hier draußen mit der Strömung – ist es viel besser, es fehlen nur noch zehn Prozent, die rechnen wir einfach drauf.

    Kap Hatteras gerundet

    Ab 12:20 Uhr, zwei Stunden früher als in den Wetterberichten vorhergesagt, frischt der Wind auf und dreht weiter nach Osten, wir können segeln! Das geht ziemlich flott, mit sieben bis acht Knoten Fahrt pflügt die Hexe durch die kabbeligen Wellen. Die werden immer wilder, je näher wir Cap Hatteras kommen, das – wie Volker sagt – berüchtigt ist fast wie Kap Hoorn, weil dort der warme Golfstrom und der kalte Labradorstrom aufeinander treffen. Tatsächlich ist die Wassertemperatur bei uns von gemessenen 27° bei Cape Lookout auf 25° nach dem Cap Hatteras efallen. Immer noch nix zum Jammern für Mitteleuropäer, aber für Karibik verwöhnte Segler schon.

    Wir haben Glück, der Wind weht uns mit 12 Knoten und einem guten Einfallswinkel um das Cap herum, unspektakulär, aber das finden wir sehr gut und freuen uns, dass das so einfach geklappt hat. Denn ein bisschen Respekt hatten wir beide schon, wir kennen die „Kap-effekte“ von anderen Stellen unserer Reise. Auf dem neuen Kurs nach dem Cap brauchen wir mal wieder den Code D, denn hier haben wir fast achterlichen Wind.

    Bis jetzt hatten wir genug Zeit, abwechselnd ein bisschen auszuruhen und für die Nacht vorzuschlafen oder den versäumten der letzten Nacht nachzuholen. Vor längeren Strecken schlafen wir nicht so gut, diesmal allerdings war nur ich es, die sich mit lauter Gedanken im Bett gewälzt hat.

    Nun zieht der Gennaker die Hexe, der Wind kommt genau von hinten, wir kreuzen mal wieder vor dem Wind bis zur Dunkelheit. Das ist das gute, wenn man im Sommer weiter nach Norden kommt. War es in der Karibik fast noch Tag- und Nachtgleiche, 13 Stunden hell und 11 Stunden dunkel, hier ist es selbst um 21 Uhr noch ein kleines bisschen hell, und ab fünf Uhr ist die Nacht vorbei. Heute wird es aber eine sehr dunkle Nacht werden, denn der Mond geht erst um kurz vor vier Uhr auf, und es snd nur 4 % zu sehen, in zwei Tagen ist Neumond.

    Der Gennaker zieht uns bis 22:30 Uhr, danach segeln wir nur noch mit dem Großsegel, je nach Wind und -Einfallswinkel zwischen 4 und 6,5 Knoten, schnell genug, um vorwärts zu kommen, und trotzdem kurze Schlafperioden einzulegen, die berühmten zehn Minuten.

    Noch ein Sonnenuntergang

    Kurz vor dem Wegepunkt am Oregon-Inlet halst Volker, danach übernehme ich die Wache. Die Einfahrt zu dem Inlet gebärdet sich wie eine Lightshow, rote, weiße und grüne Lichter blitzen und funkeln um die Wette, glücklicherweise alle an Backbord und weit genug entfernt. Nur die beiden weiß blitzenden Bojen, die den „Navy Air Combat Manaeuvering Range“ markieren (was immer das beudeuten soll, mitten vor der Küste an einer gut besuchten Einfahrt), liegen an Steuerbord, aber auch sie in unbedrohlicher Entfernung.

    Und der Sternenhimmel!!! Da ja – wie oben erwähnt – der Mond heute nur in sehr schlanker Form und erst sehr spät aufgehen wird, ist der Blick nach oben grandios. Die Milchstraße leuchtet orange und nicht zu übersehen, ich finde als erstes die gut zu erkennende Cassiopeia, auch den großen und den kleinen Bär, den Skorpion und die Waage, die Leier sowie die hell leuchtenden Sterne Altair, Arktur und den rötlichen Saturn. Der Sternenhimmel ist beeindruckend in seiner Vielfalt und Schönheit.

    Außerdem müssen wir uns wieder an ein fast vergessenes Gefühl gewöhnen, wir frieren! Volker bittet mich vorhin, die Tür vom Cockpit zum Salon zu schließen: „Mir ist eiskalt!“ Okay, zugegeben ist das Jammern auf hohem Niveau bei 23° Nachttemperatur, aber die karibischen Nächte waren mit 28° doch deutlich angenehmer. Und der Fahrtwind macht es auch kälter. Dafür schläft man besser bei geringerer Wärme – man kann sich einfach alles schönreden.

  • Segeln in die USA

    Tag 1

    Baro 1012, sonnig, leicht bewölkt, warm, Wind SW 3-4
    an Bord: Roisin, Wes, Volker und Cornelia

    Um 08:00 Uhr, früher als geplant, sind wir unterwegs, der Skipper hatte – ausnahmsweise – keine Geduld, bis zur geplanten Abfahrtszeit um 10:00 Uhr abzuwarten. Wir haben ca. 300 sm vor uns bis St. Augustine, unserem geplanten Einreiseort in Amerika. Das sind, je nach Windbedingungen, anderthalb bis zwei Tage. Es sind ideale Bedingungen für gemütliches Segeln, flache See, um zehn Knoten Wind, zunächst segeln wir mit dem Gennaker, die Geschwindigkeit ist 7-8 Knoten. Der Hefeteig steht am Fenster, und soll gehen, Kaffee ist von Wes ganz früh gekocht worden, der Wellengenerator sowie die Solarpanele liefern mehr als ausreichend Energie, so kann es weitergehen.
    Tatsächlich ist es zunächst Sommersegeln vom Feinsten! Es ist warm, manchmal so warm, dass wir uns in den Wind stellen, um abzukühlen. Es gibt selbst gebackene Brötchen zum späten Frühstück, gekochte Eier und – wie fast jeden Morgen – unglaublich leckeres Obst. Mangos, Ananas, Papayas, fast alle Früchte kommen aus der Karibik oder den Bahamas selbst, vieles aus Guatemala und der Dominikanischen Republik, und es schmeckt einfach gut, weil es vor Ort gereift ist. Achtung, der Verzehr von reifen Ananas kann süchtig machen!
    Seglerisch geht es erst einmal unspektakulär weiter.

    Die Kapitäne planen die Fahrt

    Anfangs hat kurz der Gennaker gestanden, aber der Windwinkel wurde zu spitz, weiter geht es mit der Genua, bei einem Windeinfallswinkel zwischen 100 und 120 Grad wird unsere Hexe richtig schnell, und der Skipper ist glücklich. Leider baut sich eine kabbelige See auf, wir einigen uns darauf, dass es vom Golfstrom kommt, der an der amerikanischen Küste für eine starke Strömung nach Norden sorgt. Eigentlich kann der Golfstrom hier – wir sind ja immer noch in den Bahamas – keinen wichtigen Einfluss haben, aber wenigstens bekommen wir so eine Erklärung für die ruppige See. Am Nachmittag wechseln wir uns alle ein bisschen ab mit Schlafen, damit wir für die Nacht gut vorbereitet sind.
    Das Abendessen verteilen wir heute auf die jeweiligen Ehepaare, denn da wir unterschiedliche Essgewohnheiten haben, was die Zutaten angeht, ist das Kochen etwas aufwändiger und bei dem Geschaukel muss man Töpfe und Pfannen auf dem Herd sichern. Zuerst essen Volker und ich kleine Nuggets von der Hühnerbrust mit selbst gemachtem Kartoffelpüree und einer kleinen Gemüsepfanne, unsere Gäste bereiten für sich Kürbispüree mit Kartoffeln zu.
    Danach legen sich Wes und Roisin für eine Weile hin, Volker beobachtet Wind und Segel, damit der Windeinfallswinkel optimal ausgenutzt wird, ich versuche unseren Blog, Positionen und Wetterberichte über die Kurzwelle zu versenden und zu empfangen. Es wird langsam dämmerig, um uns herum stapeln sich die dunklen Wolken, es beginnt zu grummeln, und natürlich zucken auch leuchtende Blitze durch die Gegend. Im Radar schauen wir nach, ob sich die Wettergebilde uns zu bewegen, oder ob sie verschwinden werden. Der Regen aus den Gewitterfronten erzeugt ein Echo in der Radaranzeige, und man kann den Zug dieser manchmal sehr umfangreichen Regengebiete gut verfolgen.
    Nun beginnt eine wilde Jagd: Der Wind hat zugenommen, klar in gewittrigen Zonen, und wir versuchen, einer breiten Regenfront angefüllt mit Donner und Blitz zu entkommen. Die Genua ist schon ganz klein gerefft, aber wir fliegen mit bis zu 14 Knoten Fahrt dahin, eigentlich ist der Skipper, trotz dicker Regenjacke, ganz glücklich, wenn da nicht solche runden Dinger voller Wasser auf dem Bildschirm drohten. Mein Blick jedenfalls ist starr auf die Radaranzeige gerichtet. In Böen haben die Fronten bis zu 35 Knoten Wind dabei, bei vollem Großsegel nicht so spaßig, deswegen ist Volker dann immer weiter abgefallen, vom Wind weg, bis die Böen vorbei sind.

    Dunkle Wolken drohen


    Irgendwann können wir einer Front nicht mehr entkommen, das ist der Zeitpunkt, an dem wir doch das Großsegel reffen. Wes und Roisin hören natürlich den Lärm, das Anspringen der Motoren und die unruhigen Schritte auf Deck, und kommen zum Helfen. Es ist immer spektakulär und aufregend, weil das Boot in den Wind gedreht werden muss, der scheint dabei stärker zu werden, weil er von vorne kommt. Das Segel muss schnell abgelassen werden, dazu geht Volker an den Mast und zieht es nach unten, auch nicht wirklich spaßig, wenn wegen zuviel Wind gerefft werden muss. Dabei müssen die Reffleinen nachgezogen werden, diese schlagen gerne mal, bis sie wieder fest sind, und gleichzeitig wird das Großsegel wieder hochgewinscht. Also eine eher stressige Situation.
    Aber danach kommt – natürlich – eine Periode mit wenig Wind, aber nur kurz, anschließend geht es, gerefft, mit 8 – 10 Knoten Speed bei 12 – 14 Knoten Wind flott voran.

    Tag 2

    Sonnenuntergang

    Baro 1011, bewölkt mit Aufheiterungen, Wind SW um 4, auf See
    Tagesetmal um 08:00 Uhr: 175 sm, noch 131 bis St. Augustine
    War das ein Geschaukel heute Nacht! Der Gang zur Toilette fühlt sich an, als versuche man, auf einem wilden Pferd beim Rodeo zu reiten. Bei der anschließenden Rückkehr in den Salon wird man zum Bergsteiger, vier Stufen hoch. Zähne putzen, Kaffee kochen und den Frühstückstisch zu decken, wird zum Abenteuer, denn für alle Tätigkeiten habe ich nur eine Hand frei, mit der anderen muss ich mich festhalten. Ausnahmsweise werden mal bei einem Katamaran die Schubladen gesichert, Flaschen und Gläser in die Spüle oder an einen sicheren Ort gestellt, damit sie nicht umfallen. Auch der Drehstuhl am Kartentisch, auf dem ich immer dieses Logbuch schreibe, erfordert Beweglichkeit im Rücken und in den Beinen, um weiterhin die Finger auf der Tastatur zu platzieren. Nur im Bett und auf dem für die Überfahrt zur großen Liegewiese ausgezogenen Sofa liegt es sich bequem. Dort hat Volker sein Bett aufgeschlagen, prinzipiell macht er nach alter Gewohnheit die Nachtwachen, deshalb liegt er oben und schläft dann hier richtig, wenn ich in der Früh komme und die Wache übernehme.

    Wes und Roisin auf Wache

    Aber jetzt sind wir zu viert, Wes und Roisin übernehmen auch Wachen, da muss Volker während der Nacht nicht alle 15 Minuten nach den Rechten sehen.Gegen Morgen wird das Geschaukel etwas besser, mal sehen, wieviele blaue Flecken ich morgen haben werde.
    Halbwegs ausgeschlafen treffen wir uns alle zum Frühstück um 10:30 Uhr, wieder mit selbst gebackenen Brötchen, heute Spiegelei mit Püree oder Avocadocreme, und ebenfalls wieder jede Menge Früchte. Gut, dass wir soviel Zeit haben, die bissfertige Zubereitung von Ananas und Mango ist schon zeitaufwändig.
    Danach holen alle nacheinander noch ein bisschen Schlaf nach, während die Hexe, in ihrer Geschwindigkeit auch begünstigt vom Golfstrom, weiter nach St. Augustine segelt. Um uns herum türmen sich leider wieder einige Schlechtwetterwolken auf, drohen mit Regen und Starkwind, sonst würde Volker sofort den Code D setzen, und wir könnten schneller unserem Ziel entgegenstreben. Wir werden auf jeden Fall im Dunkeln ankommen, aber die Karten zeigen keine wesentlichen Hindernisse, und die Einfahrt scheint gut betonnt zu sein. Außerdem war Wes schon hier und kennt – zumindest am Tag – die Gegebenheiten.Ab 15 Uhr kommen die dicken Wolken näher, ab 16 Uhr ist der Regen im Radar gut zu sehen, wir binden Reff 1 ins Großsegel, die Genua ist ja schnell weggerollt. Heute sind wir besser organisiert, wir müssen nicht erst reffen, wenn es schon Starkwind hat. Leider sieht es nur so aus, dass wir diesmal den Squalls mit dem vielen Regen nicht entkommen werden.

    Die Fronten liegen um uns herum

    Und so war es auch, leider. So viele große Regenfronten um uns herum habe ich noch nie auf dem Radar gesehen, es wurden immer mehr und sie vereinigten sich zu großen Gebilden, aus allen blitzte es, und dazu fiel unglaublich viel Niederschlag . Die Genua war schon nur ein Taschentuch, doch Böen von über 36 Knoten veranlassten Volker, das Großsegel ganz zu bergen, und nur mit dem Motor zu versuchen, den kräftigsten Fronten und Gewittern auszuweichen. Die Gewitter haben wir so – glücklicherweise – umfahren können, nur der Regen ließ sich nicht vermeiden. Fast zwei Stunden hat das Spektakel gedauert, das Boot ist mehrfach gewaschen worden, der Skipper und Wes aber auch, nur Roisin und ich haben die Entwicklungen am Radarbildschirm verfolgen dürfen, wir haben ab und zu Kursänderungen empfohlen, um den wildesten Gebilden auszuweichen, sowie bei stärkeren Donnern und Blitzen in der Nähe Laptops und Telefone im Backofen verstaut.
    Es gab einen wilden Sonnenuntergang um 20 Uhr, der Wind ist immer noch viel stärker als vorhergesagt, und wir fahren gerefft in die zweite Nacht.

    Tag 3

    Kurz vor Sonnenaufgang kommen wir vor St. Augustine an, legen uns auf den ersten besten Ankerplatz und schlafen erstmal. Nach zwei Nächten und 320 Seemeilen sind alle ein bisschen müde, später werden wir zu den Bojen vor der Marina fahren, um dort ein paar Tage die wunderschöne Stadt zu erkunden. Aber darüber schreibt Volker im nächsten Beitrag.

  • Sailing to the USA: Tag 2, Samstag, 11. Juni

    Baro 1011, bewölkt mit Aufheiterungen, Wind SW um 4, auf See
    Tagesetmal um 08:00 Uhr: 175 sm, noch 131 bis St. Augustine
    War das ein Geschaukel heute Nacht! Der Gang zur Toilette fühlt sich an, als versuche man, auf einem wilden Pferd beim Rodeo zu reiten. Bei der anschließenden Rückkehr in den Salon wird man zum Bergsteiger, vier Stufen hoch. Zähne putzen, Kaffeekochen und den Frühstückstisch zu decken, wird zum Abenteuer, denn für alle Tätigkeiten habe ich nur eine Hand frei, mit der anderen muss ich mich festhalten.
    Ausnahmsweise werden mal bei einem Katamaran die Schubladen gesichert, Flaschen und Gläser in die Spüle oder an einen sicheren Ort gestellt, damit sie nicht umfallen. Auch der Drehstuhl am Kartentisch, auf dem ich immer dieses Logbuch schreibe, erfordert Beweglichkeit im Rücken und in den Beinen, um weiterhin die Finger auf der Tastatur zu platzieren. Nur im Bett und auf dem für die Überfahrt zur großen Liegewiese ausgzogenen Sofa liegt es sich bequem.
    Dort hat Volker sein Bett aufgeschlagen, prinzipiell macht er nach alter Gewohnheit die Nachtwachen, deshalb liegt er oben und schläft dann hier richtig, wenn ich in der Früh komme und die Wache übernehme. Aber jetzt sind wir zu viert, Wes und Roisin übernehmen auch Wachen, da muss Volker während der Nacht nicht alle 15 Minuten nach den Rechten sehen.Gegen Morgen wird das Geschaukel etwas besser, mal sehen, wieviele blaue Flecken ich morgen haben werde.
    Halbwegs ausgeschlafen treffen wir uns alle zum Frühstück um 10:30 Uhr, wieder mit selbstgebackenen Brötchen, heute Spiegelei mit Püree oder Avocadocreme, und ebenfalls wieder jede Menge Früchte. Gut, dass wir soviel Zeit haben, die bissfertige Zubereitung von Ananas und Mango ist schon zeitaufwändig.
    Danach holen alle nacheinander noch ein bisschen Schlaf nach, während die Hexe, in ihrer Geschwindigkeit auch begünstigt vom Golfstrom, weiter nach St. Augustine segelt. Um uns herum türmen sich leider wieder einige Schlechtwetterwolken auf, drohen mit Regen und Starkwind, sonst würde Volker sofort den Code D setzen, und wir könnten schneller unserem Ziel entgegenstreben. Wir werden auf jeden Fall im Dunkeln ankommen, aber die Karten zeigen keine wesentlichen Hindernisse, und die Einfahrt scheint gut betonnt zu sein. Außerdem war Wes schon hier und kennt – zumindest am Tag – die Gegebenheiten.
    Ab 15 Uhr kommen die dicken Wolken näher, ab 16 Uhr ist der Regen im Radar gut zu sehen, wir binden Reff 1 ins Großsegel, die Genua ist ja schnell weggerollt. Heute sind wir besser organisiert, wir müssen nicht erst reffen, wenn es schon Starkwind hat. Leider sieht es nur so aus, dass wir diesmal den Squalls mit dem vielen Regen nicht entkommen werden.
    Und so war es auch, leider. So viele große Regenfronten um uns herum habe ich noch nie auf dem Radar gesehen, es wurden immer mehr und sie vereinigten sich zu großen Gebilden, aus allen blitzte es, und dazu fiel unglaublich viel Niederschlag . Die Genua war schon nur ein Taschentuch, doch Böen von über 36 Knoten veranlassten Volker, das Großsegel ganz zu bergen, und nur mit dem Motor zu versuchen, den kräftigsten Fronten und Gewittern auszuweichen.
    Die Gewitter haben wir so – glücklicherweise – umfahren können, nur der Regen ließ sich nicht vermeiden. Fast zwei Stunden hat das Spektakel gedauert, das Boot ist mehrfach gewaschen worden, der Skipper und Wes aber auch, nur Roisin und ich haben die Entwicklungen am Radarbildschirm verfolgen dürfen, wir haben ab und zu Kursänderungen empfohlen, um den wildesten Gebilden auszuweichen, sowie bei stärkeren Donnern und Blitzen in der Nähe Laptops und Telefone im Backofen verstaut.
    Es gab einen wilden Sonnenuntergang um 20 Uhr, der Wind ist immer noch viel stärker als vorhergesagt, und wir fahren gerefft in die zweite Nacht.
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  • Sailing to the USA: Freitag, 10. Juni

    Baro 1012, sonnig, leicht bewölkt, warm, Wind SW 3-4
    an Bord: Roisin, Wes, Volker und Cornelia
    Um 08:00 Uhr, früher als geplant, sind wir unterwegs, der Skipper hatte – ausnahmsweise – keine Geduld, bis zur geplanten Abfahrtszeit um 10:00 Uhr abzuwarten. Wir haben ca. 300 sm vor uns bis St. Augustine, unserem geplanten Einreiseort in Amerika. Das sind, je nach Windbedingungen, anderthalb bis zwei Tage.
    Es sind ideale Bedingungen für gemütliches Segeln, flache See, um zehn Knoten Wind, zunächst segeln wir mit dem Gennaker, die Geschwindigkeit ist 7-8 Knoten. Der Hefeteig steht am Fenster, und soll gehen, Kaffee ist von Wes ganz früh gekocht worden, der Wellengenerator sowie die Solarpanele liefern mehr als ausreichend Energie, so kann es weitergehen.
    Tatsächlich ist es zunächst Sommersegeln vom Feinsten! Es ist warm, manchmal so warm, dass wir uns in den Wind stellen, um abzukühlen. Es gibt selbst gebackene Brötchen zum späten Frühstück, gekochte Eier und – wie fast jeden Morgen – unglaublich leckeres Obst. Mangos, Ananas, Papayas, fast alle Früchte kommen aus der Karibik oder den Bahamas selbst, vieles aus Guatemala und der Dominikanischen Republik, und es schmeckt einfach gut, weil es vor Ort gereift ist. Achtung, der Verzehr von reifen Ananas kann süchtig machen!
    Seglerisch geht es erst einmal unspektakulär weiter. Anfangs hat kurz der Gennaker gestanden, aber der Windwinkel wurde zu spitz, weiter geht es mit der Genua, bei einem Windeinfallswinkel zwischen 100 und 120 Grad wird unsere Hexe richtig schnell, und der Skipper ist glücklich.
    Leider baut sich eine kabbelige See auf, wir einigen uns darauf, dass es vom Golfstrom kommt, der an der amerikanischen Küste für eine starke Strömung nach Norden sorgt. Eigentlich kann der Golfstrom hier – wir sind ja immer noch in den Bahamas – keinen wichtigen Einfluss haben, aber wenigstens bekommen wir so eine Erklärung für die ruppige See. Am Nachmittag wechseln wir uns alle ein bisschen ab mit Schlafen, damit wir für die Nacht gut vorbereitet sind.
    Das Abendessen verteilen wir heute auf die jeweiligen Ehepaare, denn da wir unterschiedliche Essgewohnheiten haben, was die Zutaten angeht, ist das Kochen etwas aufwändiger und bei dem Geschaukel muss man Töpfe und Pfannen auf dem Herd sichern. Zuerst essen Volker und ich kleine Nuggets von der Hühnerbrust mit selbstgemachtem Kartoffelpüree und einer kleinen Gemüsepfanne, unsere Gäste bereiten für sich Kürbispüree mit Kartoffeln zu.
    Danach legen sich Wes und Roisin für eine Weile hin, Volker beobachtet Wind und Segel, damit der Windeinfallswinkel optimal ausgenutzt wird, ich versuche unseren Blog, Positionen und Wetterberichte über die Kurzwelle zu versenden und zu empfangen.
    Es wird langsam dämmerig, um uns herum stapeln sich die dunklen Wolken, es beginnt zu grummeln, und natürlich zucken auch leuchtende Blitze durch die Gegend. Im Radar schauen wir nach, ob sich die Wettergebilde uns zu bewegen, oder ob sie verschwinden werden. Der Regen aus den Gewitterfronten erzeugt ein Echo in der Radaranzeige, und man kann den Zug dieser manchmal sehr umfangreichen Regengebiete gut verfolgen
    Nun beginnt eine wilde Jagd: Der Wind hat zugenommen, klar in gewittrigen Zonen, und wir versuchen, einer breiten Regenfront angefüllt mit Donner und Blitz zu entkommen.
    Die Genua ist schon ganz klein gerefft, aber wir fliegen mit bis zu 14 Knoten Fahrt dahin, eigentlich ist der Skipper, trotz dicker Regenjacke, ganz glücklich, wenn da nicht solche runden Dinger voller Wasser auf dem Bildschirm drohten. Mein Blick jedenfalls ist starr auf die Radaranzeige gerichtet. In Böen haben die Fronten bis zu 35 Knoten Wind dabei, bei vollem Großsegel nicht so spaßig, deswegen ist Volker dann immer weiter abgefallen, vom Wind weg, bis die Böen vorbei sind.
    Irgendwann können wir einer Front nicht mehr entkommen, das ist der Zeitpunkt, an dem wir doch das Großsegel reffen. Wes und Roisin hören natürlich den Lärm, das Anspringen der Motoren und die unruhigen Schritte auf Deck, und kommen zum Helfen. Es ist immer spektakulär und aufregend, weil das Boot in den Wind gedreht werden muss, der scheint dabeistärker zu werden, weil er von vorne kommt. Das Segel muss schnell abgelassen werden, dazu geht Volker an den Mast und zieht es nach unten, auch nicht wirklich spaßig, wenn wegen zuviel Wind gerefft werden muss. Dabei müssen die Reffleinen nachgezogen werden, diese schlagen gerne mal, bis sie wieder fest sind, und gleichzeitig wird das Großsegel wieder hochgewinscht. Also eine eher stressige Situation.
    Aer danach kommt – natürlich – eine Periode mit wenig Wind, aber nur kurz, anschließend geht es, gerefft, mit 8 – 10 Knoten Speed bei 12 – 14 Knoten Wind flott voran.
  • Oase der Ruhe

    Little Harbour, der kleine friedliche Ort mit seiner, zumindest unter Seglern, berühmten „Pete`s Bar and Restaurant“, war unser Ziel nachdem wir aus Nassau weg sind. Die dazugehörige Bucht bietet einen Rundumschutz gegen alle Unbillen des Wetters und Pete`s Bar stellt gut gesicherte Mooringbojen kostenlos zur Verfügung. Der kleine Ort schmiegt sich harmonisch ins Landschaftsbild ein, ein wunderbarer Anblick und ein Ruhepol für gestresste Seelen. (Bilder folgen)
    Nachdem wir an der Mooringboje festgemacht haben, klaren wir die Hexe auf, wassern das Dinghy und tuckern langsam zum Dinghysteg. Zu Pete`s Bar sind es nur ein paar Schritte durch feinsten Sand und kurz darauf fließt ein gut gekühltes goldgelb schimmerndes Kalik Bier durch unsere durstigen Kehlen. Wir sind angekommen an diesem Platz, der schon von so vielen durchreisenden Seglern besucht wurde, und an dem einige ein T-Shirt mit Unterschriften an der Decke der Bar als Erinnerung hinterlassen haben. Das einfache aber frisch zubereitete Abendessen schmeckt hervorragend und dem ersten Bier folgen noch ein paar weitere.
    Pünktlich zum Sonnenuntergang stellen sich die Bahamas-typischen Stechmücken ein. Rauchende Kokosnusschalen, Anitmückenspray und Rauchdosen auf dem Tisch helfen nur bedingt bei der Stechfliegenabwehr. Irgendwann wird es uns zuviel und wir flüchten auf unseren Kat. Dort hatten wir leider vergessen, eine offenstehende Luke zu schließen, und wir müssen deshalb erstmal ein paar Moskitos klatschen. Nachdem alle Fliegenrollos am Platz waren, kehrte Ruhe im Schiff ein.
    Nach einer sehr erholsamen Nacht ging es am nächstren Morgen um sieben Uhr schon los, denn die Fahrrinne in die Bucht ist zwar betonnt, aber nur 1,3 Meter tief, und die hochwasserzeit lag schon zwei Stunden zurück. Teilweise blieben bei der Ausfahrt nur 10 Zentimeter Wasser unter den Rudern, und alle Blicke richteten sich gebannt auf den Tiefenmesser. Aber selbst eine kleine Grundberührung sollte keine Folgen haben, denn der Untergrund ist weicher Sand.
    Unser nächstes Ziel lag nach einer Strecke mit zahlreichen Untiefen und Sandbänken, was für viele Manöver und Spaß and Bord sorgte. Am frühen Nachmittag liefen wir dann in Marsh Harbour ein, und ankerten nahe bei der Zollbehörde, denn unsere Zeit in den Bahamas ist vorbei, wir wollen ausklarieren und weiter nach Amerika segeln.
    Cornelia macht sich auf den Weg zum Zoll und zur Immigration, Wes und Roisin kaufen noch ein paar fehlende Lebensmittel im großen lokalen Supermarkt und ich erledige letzte Vorbereitungen für die gut 300 Seemeilen lange Überfahrt, Um 15 Uhr sind Schiff und Mannschaft klar zum Auslaufen in die 10 Seemeilen entfernte Bucht vor Guana Cay, wo wir noch eine nacht ankern wollen, bevor es nach Amerika geht.
    Ab hier folgt demnächst das bewährte Segeltagebuch von Cornelia, und die will ich an dieser Stelle gerne einmal gebührend und ausführlich für ihre akribische Navigation, durch die Gewässer der Turks and Caicos und der Bahamas loben. Man umschifft in diesem Seegebiet, dem in früheren Zeiten endlos viele Schiffe zum Opfer gefallen sind, tagtäglich unzählige Untiefen, Riffe, Sände und Felsbrocken. Mit Hilfe des Kartenplotters und der dazugehörigen elektronischen Navionics Seekarten, auch unter Zuhilfnahme von Google Maps, muss man jeden Segelabschnitt akurat planen und anpassen. Zudem braucht man bei einigen Passagen eine hochstehende Sonne für die sogennante Augapfelnavigation. Cornelia hat uns und das ScBoot allzeit sicher durch dieses äußerst anspruchsvolle Fahrtgebiet geführt. Ein wahres Meisterstück, das musste mal erwähnt werden!
  • Cruising the Exumas

    Montag, 30. Mai 2022; Georgetown Exuma 08:55 – Staniel Cays 15:40, 67 sm, Baro 1013, bedeckt, leichte Schauer, Wind zuerst um 13, später um 18 Knoten

    Mit an Bord sind Roisin und Wes, die nun bis in die Chesapeake Bay mit uns segeln werden.Um 08.00 Uhr, als wir eigentlich losfahren wollten, schüttet es, und es gewittert mal wieder über uns. Aber eine halbe Stunde später hört der Regen langsam auf,  wir machen uns auf den Weg Richtung Staniel Cay, wo wir am Abend die Relax mit Carmen und Ralph von der Relax treffen wollen.

    Schnell genug!

    Kurz nachdem wir aus der Ausfahrt von der Lagune sind, setzt Volker mit Wes die Segel, aber nach einer Weile ist das meinem Käpt’n zu langsam, der Code D wird rausgeholt und gesetzt. Diesmal habe ich Glück, heute ist Wes bei uns, da muss ich nicht mit arbeiten und wieder überlegen, welche Leinen wie durch welche Augen müssen. Der Gennaker gibt uns viel mehr Speed; wenn die Geschwindigkeitsanzeige zweistellig ist, ist der Skipper zufrieden.

    Der Code D steht

    Um den Batteriestatus zu verbessern – denn bei dem bedeckten Himmel können die Solarpaneele nur wenig Strom liefern – bringt Volker den Watt&Sea am Heck an, vorschriftsmäßig (Bedingung der Capitania) mit Schwimmweste und eingepickt. Dieser Wellengenerator liefert Strom aus der Fahrt durch das Wasser, während wir segeln.

    Währenddessen frischt der Wind weiter auf, über 18 Knoten sind nicht gut für den Code D, er muss weg. Der Windeinfallswinkel wird auch immer besser, jetzt fährt die Hexe weiterhin mit deutlich über 10-11 Knoten. Natürlich wird der Wind anschließend ein bisschen weniger, und es gibt die Überlegung, wieder den Gennaker zu setzen, so geht das auf einem sportlichen Segelboot mit zwei Kapitänen. Zuerst aber wird das Großsegel ausgerefft, das gibt schon mal ein bisschen mehr Geschwindigkeit, und tatsächlich steht um 15 Uhr der Code D wieder. Dem Katamaran Relax mit Carmen und Ralph, die eine Stunde vor uns gestartet sind, rücken wir immer weiter auf die Pelle, da sie sich hier auskennen, lasse ich mich gerne anleiten, welche Einfahrt durch durch die Inselkette die beste ist, und wohin wir dann zum Ankern gehen. Von dort aus wollen wir zu dem Schweinestrand fahren, an dem man mit den auf der Insel heimischen Schweinen schwimmen kann, und Carmen von der Relax will uns beim Schnorcheln den Fischreichtum in der Thunderball-Grotte zeigen, in der Szenen des James-Bond-Films “Thunderball” gedreht wurden. 

    Der Skipper und die Capitania auf dem Weg zu neuen Begegnungen

    Die Zeit in der Lagune vor Georgetown war angefüllt mit einer unglaublichen Menge schöner Begegnungen. Angefangen hatte es ja mit dem Pottluck (wir berichteten im letzten Beitrag), dann gab es jeden Morgen im Funk auf Kanal 72 die Ankündigungen weiterer Aktivitäten. An einem Nachmittag sind wir zufällig in eine größere Seglerrunde am Beach gekommen, und erst mit dem Angriff der Mücken zum Boot zurück gefahren. Abends waren wir fast immer mit neuen Freunden und Bekannten zusammen, ob bei uns oder auf anderen Booten, es war immer was los. Wir haben Familien mit Kindern kennengelernt, wie die kleine Pia, die wir ins Herz geschlossen haben, und die musikalischen Töchter des Ballet-tanzenden Ehepaares. Auch drei allein segelnde Männer, außerdem mit ihrem Booten Mareike von der Moana, die seit vielen Jahren mit Gästen Charter fährt und die Bahamas wie ihre berühmte Westentasche kennt. Es gab viele Paare, die meisten sind schon länger unterwegs. Einige werden nach Süden fahren zum „Übersommern“, die anderen wollen nach Amerika, so wie wir. Klar, dass es tränenreiche Abschiedsszenen gab.

    Nun sind Roisin und Wes, unsere Freunde aus Lanzarote bei uns, sie werden mit nach Amerika und in die Chesapeake Bay fahren. Wir sind auf dem Weg nach Norden, mit ein paar touristischen Stopps bis an der Ostküste der USA.

  • Long Island

    Ankunft am Government Dock, zum Einklarieren