“Have some Madeira, my dear”…

Zielsicher steuern wir die Captains’ Bar an, nach einem mehr oder minder missglückten Badeausflug, der darin mündet, dass Cornelia wieder von einem neuerlichen Hexenschuss beim ins Wasser steigen heimgesucht wird, und nur unter Mühen und fluchend, dem Nass wieder entstiegen ist. Doch freundlich lächelnd winken Walter und Eva, die wir bis dahin noch nicht kennengelernt hatten, vom Nachbartisch her, und sagten, dass da die Hexenbesatzung kommt. Womit sie natürlich Recht hatten, und schnell sind wir ins Gespräch verwickelt, später gesellen sich noch Tom und Hajo von dem Boot mit dem schönen Namen „Segel.bar“ dazu und wir entscheiden spontan, dann auch gleich in der Bar das Abendessen zu bestellen. Es wird ein sehr schöner und geselliger Abend in froher Seglerrunde.

Schnell gleitet die Hexe übers blaue blaue Meer

Früh morgens hatten wir vor Porto Santo den Anker aufgeholt und waren, mit einem wunderbaren  Raumschotkurs, unter vollem Großsegel und dem bunten Gennaker, nach Madeira aufgebrochen, wahrlich traumhafte Segelbedingungen. Cornelia hatte vorab, in der Marina Quinta do Lorde, am östlichen Ende von Madeira, einen Liegeplatz für uns reserviert. Der Yachthafen ist Teil eines Ferienressorts, mit Appartements, Villen und Hotel; die Anlage ist aber schon seit einer Zeit geschlossen und steht zum Verkauf.

Wir wurden schon vor der Hafeneinfahrt von den Marineros im Schlauchboot begrüßt und zu einem Platz im Hafen geleitet, der aber windmäßig für uns nur mit einem erheblichen Risiko für Schäden am Schiff erreichbar war. Ich rief daher den Marineros zu, dass wir den Hafen direkt wieder verlassen werden, und dann zeigten die Hafenmitarbeiter direkt zu einem anderen Liegeplatz am Kopfende eines Stegs, der ideal gelegen ist.

So schön war einst der Eingang zum Hotel

Nachdem die Leinen fest waren, ging Cornelia uns ins Hafenbüro anmelden. Um die Füße ein bisschen zu vertreten, spazierten wir im Anschluss durch die weitläufige und schöne Ferienanlage. Wir begegneten einer Blütenpracht in den parkähnlichen Gartenanlagen, die wir so von anderen Inseln her in dieser Vielfalt noch nicht kannten.

Funchal, dicht besiedelte Hauptstadt

Seit heute haben wir ein Mietauto und nach dem leider notwendigen, und glücklicherweise erfolgreichen Termin für Cornelia beim Physiotherapeuten in Funchal, sind wir gleich noch auf Entdeckungstour in der Inselhauptstadt gegangen.

Das Rathaus,

Es gibt neben der Altstadt mit den verwinkelten Gassen noch einige größere Plätze mit großen Gebäuden, wie dem Regierungsgebäude, dem Museum für sakrale Kunst,

Kirchenpracht…

und der prunkvollen Kirche, die dem Evangelisten Johannes gewidmet ist und zudem eine Jesuitenschule beheimatet.

und Verfall, das kennen wir schon von Porto

Abschließend bummelten wir noch einmal zum großen Boulevard am Ufer, mit dem Yachthafen in der Nähe und dem doch relativ schwelligen Ankerplatz für Yachten, steuerbords vor der Hafeneinfahrt. Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, Funchal zu besuchen. Wohin man schaut, auch bei der Rückfahrt zum Boot, es grünt und blüht in einer Pracht  und in allen Farben, auf der gesamten Atlantikinsel. Prächtig.

Ja und dann hatten wir noch einmal ein Riesenglück, dass die Marineros so gut über den Hafen wachen. Denn während wir heute früh ein paar Lebensmittel in Machico bunkern waren, hat sich unser am Heck festgemachtes Beiboot samt Motor irgendwie losgemacht und ist, an der Hafenausfahrt vorbei, in Richtung offener Atlantik getrieben. Die Marineros haben es dann gleich mit dem Hafenboot wieder eingefangen und bei uns am Liegeplatz festgemacht. Wie konnte  uns nur so ein Kardinalfehler unterlaufen, dass unser Beiboot davon schwimmen konnte??? Das Seil an der Schleppöse ist seit Jahren dort festgeknotet und trotzdem hat der Palstek sich unbemerkt gelöst und das zweite Sicherungsseil hatte ich diesmal nicht befestigt. Fahrlässig – das soll uns hoffentlich nicht nochmal passieren. Bei den Hafenmitarbeitern haben wir uns großzügig bedankt, nicht auszudenken, wenn unsere schwimmende Gummilandverbindung davon getrieben wäre.

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1 Antwort zu “Have some Madeira, my dear”…

  1. Das hört sich wunderschön an. Gute Besserung liebe Cornelia

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