Rundfahrt durch eine vielseitige Insel

Am Donnerstag ist zuerst unser langjähriger Segelfreund Carl-Martin aus Holland angekommen, und nachmittags landete dann auch Ulrike aus Lanzarote hier in Madeira. Die Landebahn von Funchal ist schon sehr speziell, eine unglaubliche Brückenkonstruktion, eine Ingenieursleistung der Spitzenklasse. Aber auch, wie unser Pilotenfreund Matthijs uns erklärte, eine der schwierigsten Landebahnen für die Flugzeugführer.

Am Freitag nun wollten wir einen Ausflug über die Insel machen, ich hatte schon verschiedene Routen mit den wichtigsten Attraktionen zusammengestellt, je nach Wunsch etwas länger oder kürzer. In unseren Clio würden wir alle reinpassen, wenn wir uns ein bisschen zusammenfalten, aber dann war in der Nacht so viel Wind und solche schrecklichen Böen, dass Volker es vorzog, beim Boot zu bleiben. Das war auch gut, denn die kleinen Gummis, die das Cockpitzelt spannen, gaben irgendwann der Kraft des Windes nach.

Ein typisches Dreieckshäuschen

… mit Inneneinrichtung

dieses ist noch bewohnt

So machten wir uns zu dritt auf, fuhren zunächst über eine der hervorragend ausgebauten Schnellstraßen der Insel, mit denen schwierige Steigungen einfach untertunnelt werden, zu der im Norden gelegen kleinen Stadt Santana. (Nein, Carlos kommt nicht von dort!). Da stehen die kleinen strohgedeckten Dreieckshäuschen, die auch das Wahrzeichen der Insel sind. Wir konnten in ein paar reinschauen, dort hatte man es so eingerichtet, wie es vielleicht tatsächlich mal benutzt wurde, in anderen wurden Souvenirartikel wie Korktaschen oder gewebte Tücher angeboten.

Trompetenblumen

Handtellergroße Hortensienblüten

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleichzeitig blühten dort Sträucher und Blumen, wie Hortensien, Dahlien, Trompetenblumen und andere in so vollendeter Pracht und mit riesig großen Blüten. Unglaublich schön!

Ausblicke auf die Küste

Nach einem kleinen Kaffee, zu dem uns Carl-Martin eingeladen hatte, ging es weiter, zurück aus dem Ort, über Straßen, die in einem gefühlten 45°-Winkel nach oben und auch wieder nach unten führten, danach fuhren wir wieder auf einer etwas ausgebauteren Straße an São Jorge vorbei. Von dort hat man unglaubliche Aussichten auf die Steilküste und die kleinen Buchten mit dem schwarzen Lavagestein, in denen sich zum Teil natürliche Schwimmbecken bilden. Außerdem ist die Gegend um São Jorge berühmt für den Lorbeerwald, der sogar unter dem Schutz der UNESCO steht. Weiter ging es bis São Vicente, immer entlang der Küstenstraße, vorbei an üppig grünen Hängen, die Straße gesäumt von blauen und weißen Blüten.

Üppiges Pflanzenwachstum

An einem der Miradores, der Aussichtspunkte, stand ein kleiner Lastwagen mit einem Menschen, der uns leckeres Obst von der Insel verkaufte, eine kleine Wegzehrung aus leckeren Bananen, Kiwi, Maracujas und Chirimoyas. Gut, das meiste haben wir mit zum Boot genommen und dort gegessen. Auffällig war, dass es auf der Nordseite der Insel so unglaublich feucht war, immer wieder viel leichter Nieselregen aus den tiefhängenden Wolken, naja von nichts kommen auch keine blühenden Sträucher entlang der Straße.

Durch die Inselmitte schenken wir uns die Panoramastraßen, denn da fährt man durch eine Haarnadelkurve nach der anderen, und es würde sicher zwei Stunden länger dauern, um auf die südliche Seite Madeiras zu kommen. Endlos lange Tunnelstrecken, hervorragend ausgebaut, sind in die Berge eingebaut und führen uns schnell nach Ribeira Brava.

Sonnenschein

Unser Erstaunen ist groß, denn nach der letzten Tunnelausfahrt sind wir im Sommer angekommen. War es auf der Nordseite kühl, feucht und grau, so scheint jetzt hier die Sonne, blühende Blumen gibt es weiterhin, aber nicht in solch überbordender Fülle, die Bananen wachsen an den Sträuchern. Weinstöcke gab es auf beiden Seiten der Insel, das sind im wesentlichen die Trauben für den berühmten Madeirawein.

Durch Ribeira Brava spazieren wir, an der Kirche vorbei zum Strand, unglaublich, wie warm es jetzt ist. Aber natürlich auch viel trockener, wenn es hier nicht permanent aus den tiefhängenden Wolken regnet. Dort erreicht uns ein Anruf von Volker, dass wir uns doch einmal die Marina in Calheta anschauen sollten, ob wir vielleicht mit der Hexe dorthin könnten, um endlich dem Wind in Quinta do Lorde zu entfliehen. Das ist gut, denn dort wollte ich sowieso gerne vorbei fahren, die Praia de Calheta ist der einzige helle Sandstrand der Insel, und somit auch ein „Must-See“. Die Marina hat uns gut gefallen, mit vielen kleinen Restaurants und Geschäften, aber leider ist dort kein Liegeplatz für uns frei. Naja, dann reservieren wir das nächste Mal einfach ein paar Tage früher.

Auf dem Rückweg schenken wir uns den Abstecher in die Inselhauptstadt, inzwischen ist es schon spät geworden, und wir wollen noch einkaufen, solange wir das Leihauto haben.

So kehren wir nach einem ausgiebigen Ausflug durch die verschiedenen Klimazonen von Madeira, mit zumTeil abenteuerlichen Straßen, und wunderschönen Eindrücken, zufrieden und mit den Händys voller Photos, zurück zum Boot.

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