Nach A Coruna, erster Tag

Mittwoch, 23. Juni 2021, Baro 1025, sonnig,
Wind NNO um 4

Um 05:45 klingelt der Wecker. Trotz des üppigen, sehr sehr leckeren Abendessens von gestern in geselliger Runde sind wir alle drei fit und freuen uns auf die Fahrt, denn die Sonne ist endlich da, sie geht gerade hinterm Horizont auf.

Der halbe Hafen ist auf den Beinen,unser spät gekommener französischer Nachbar mit der schönen Halberg Rassy fährt raus, auch die ältere Outremer 55 legt mit voller Mannschaftstärke, ordentlich angezogen, in Ölzeug und
Schwimmwesten, mit einem kunstvollen Springleinenmanöver ab. Dann sind wir an der Reihe, der Weg durch die Steggasse ist endlich frei und um kurz nach sechs Uhr sind wir aus dem Hafen raus.

Mit meinen zwei Profiskippern an Bord muss ich wenig tun, außer mich um die Navigation zu kümmern. Mit zwei ehrgeizigen und erfahrenen Seglern steht auch schon um 07:00 der Gennaker. Bei 12 – 14 Knoten Wind und einem Windeinfallswinkel von 135° segeln wir mit 8 – 10 Knoten Fahrt nach Südsüdwest, Ziel für
morgen Nacht ist A Coruña. 350 atlantische Meilen liegen vor unserem Bug.

Nach der Hafenausfahrt müssen wir uns ein bisschen durch die Steinbrocken der Nord-Bretagne manövrieren, hier liegen so viele Wracks neben den Menhiren auf dem Meeresboden, dass auch wir lieber einen größeren Bogen um die aus Asterix und Obelix bekannten, kleinen Felsen im Meer machen.

Es war sehr gesellig im Hafen von Camaret, wir haben unglaublich viele andere Segler getroffen, die Zeit verging wie im Flug. Gestern ließen wir uns, zum Abschied von Frankreich, in einem Restaurant mit einem üppigen und leckeren 3-Gänge-Menü verwöhnen, die Crew von der Liberté war mit von der Partie.

Vor 08:00 hat der Wind auf gut 15 Knoten aufgefrischt, wir segeln mit über 10 Knoten Fahrt über die noch kurzen, aber nicht mehr hohen Wellen. Nun sind wir auch schon so weit vom Land entfernt, dass die Küste im Morgendunst verschwindet und auch das letzte mobile Empfangsgerät, sprich Handy, den Kontakt zu seinem jeweiligen
Netzbetreiber verloren hat.

Über die Kurzwelle kommen kommt die Intermar-Funkrunde um 10:00 Uhr,Uwe, den Moderator konnte ich meist ganz gut verstehen, nur die anderen Teilnehmer gingen in einem undefinierbaren Rauschen unter.

Besonders erfreulich waren nach all den atlantikabstinenten Monaten die geliebten Delfine, die um 10.30 in einer größerer Horte angeschwommen kommen, aus den Wellen springen, das Schiff umspielen und uns mächtig mit ihrer Anwesenheit erfreuen. Was für ein großartiges Spektakel, endlich, was gibt es Schöneres als diese
grazilen Meeresbewohner in ihrem Element zu bewundern.

12:35 gehalst
12:40 Der Wind wird stärker und geht über 18 kn, der Gennaker wird geborgen, Genua ausgerollt, zurückgehalst und weiter geht es, mit den Segeln im „Schmetterling“ vor dem Wind. Leider gegen die Strömung, trotz Wind frustrierend langsam.
Dazwischen, um 12:42 kommt ein DSC Notruf, ein Segelboot in der Bucht vor Camaret hat einen Ruderbruch, aber es ist
auch sofort ein anderes Boot im Funk, das zu der angegebenen Position fährt.
15.35 Uhr ist Schluss mit der Vorwindsegelei, wir gehen zurück auf Raumschotkurs und die Hexe wird wieder flotter.
17.20 Der Luftdruck ist stabil bei 1025 Millibar, keine Änderung seit heute früh, die Gezeit kentert, die Strömung geht mit, wir segeln konstant zwischen acht und neun Knoten. Wer kann und will, schläft schon mal für die Nacht vor, ruhiges Segeln, die See ist maximal einen Meter hoch, Wind und Dünung laufen in die gleiche Richtung.

Volker flickt unsere Trampoline mit Takelgarn, die leiden immer mehr unter der Sonne und werden löchrig, frei nach dem Motto “Loch an Loch und hält doch” Die neuen sind bereits an Bord, der Austausch soll auf Lanzarote erfolgen. Seit heute früh sind wir über 90 Meilen gesegelt.

Beitrag vom Skipper und sin Fru

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2 Antworten zu Nach A Coruna, erster Tag

  1. Rolf sagt:

    Vielen Dank für den schönen Bericht

  2. Ulrike Anneken sagt:

    prima dass ihr gut losgekommen seid.. weiterhin gute Fahrt..
    Beso la rubia con el perrito

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