Nachtrag zu Montserrat

Nachdem die Insel in der jüngeren Vergangenheit von einem Hurrikan und zwei Vulkanausbrüchen gebeutelt war, sind heute dort im Wesentlichen kahle Erde, die gerade mal von grünen Flechten bedeckt ist, und die Ruinen von unzähligen Häusern zu sehen. Einst war die Insel als das Irland der Karibik bekannt, die weißen Siedler kamen auch von dort und das Land war grün, die Vegetation üppig.
1989 zerstörte Hurrikan Hugo 95% aller Häuser, 1995 brach der Vulkan La Souffrière aus, und machte weite Teile der Insel völlig unbewohnbar, 1997 legte eine glühende Lavadusche die Hauptstadt Plymouth in Schutt und Asche. Heute leben an die 4.000 Menschen auf der Insel, ein bisschen Landbau gibt es wohl auf der östlichen Seite. Der Süden ist völlig unbewohnbar, die Gefahr weiterer Ausbrüche immer noch vorhanden, deshalb wird von Reisen nach Montserrat abgeraten.
Selbst jetzt, als wir an dem Vulkan vorbei segelten, konnten wir unter den Wetterwolken auch gelbe sehen, und es roch ganz stark nach faulen Eiern, also nach Schwefel.
Matthijs drückte aus, was wir alle fühlten: „Da wird man ganz still, wenn man diese Bilder sieht.““
Mittags waren wir in der Old Road Bay angekommen zum Ankern, leider hatten die Customs Officers am Wochenende nicht frei, sie kamen mit dem Schlauchboot und fragten nach Papieren und Pässen aller Personen an Bord. Nachdem sie verkündet hatten, dass wir wegen Covid nicht an Land dürfen, schickten sie uns tatsächlich nach Little Bay, denn nur dort dürfe man ankern, dort sei man vor dem Vulkan sicher.
Nun gut, wir segelten noch die fünf Meilen bis dorthin, dann fiel der Anker in der leeren Bucht, und wir verbrachten einen netten Abend an Bord.
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