Oase der Ruhe

Unsere Webseite war zerstört, wie wahrscheinlich viele von unseren treuen Lesern gesehen haben, und ohne Schwiegersohn Christian würde die Capitania heute noch an der Wiederherstellung rumbasteln.
Vielen Dank an Christian, Du bist unser Held!

Das ist unser erster Blog seit langer Zeit, die anderen kommen bald.

Little Harbour, der kleine friedliche Ort mit seiner, zumindest unter Seglern, berühmten „Pete`s Bar and Restaurant“, war unser Ziel nachdem wir aus Nassau weg sind. Die dazugehörige Bucht bietet einen Rundumschutz gegen alle Unbillen des Wetters und Pete`s Bar stellt gut gesicherte Mooringbojen kostenlos zur Verfügung. Der kleine Ort schmiegt sich harmonisch ins Landschaftsbild ein, ein wunderbarer Anblick und ein Ruhepol für gestresste Seelen.

Abendessen mit Blick aufs Boot

Nachdem wir an der Mooringboje festgemacht haben, klaren wir die Hexe auf, wassern das Dinghy und tuckern langsam zum Dinghysteg. Zu Pete`s Bar sind es nur ein paar Schritte durch feinsten Sand und kurz darauf fließt ein gut gekühltes goldgelb schimmerndes Kalik Bier durch unsere durstigen Kehlen. Wir sind angekommen an diesem Platz, der schon von so vielen durchreisenden Seglern besucht wurde, und an dem einige ein T-Shirt mit Unterschriften an der Decke der Bar als Erinnerung hinterlassen haben. Das einfache aber frisch zubereitete Abendessen schmeckt hervorragend und dem ersten Bier folgen noch ein paar weitere.

Pünktlich zum Sonnenuntergang stellen sich die Bahamas-typischen Stechmücken ein. Rauchende Kokosnusschalen, Anitmückenspray und Rauchdosen auf dem Tisch helfen nur bedingt bei der Stechfliegenabwehr. Irgendwann wird es uns zuviel und wir flüchten auf unseren Kat. Dort hatten wir leider vergessen, eine offenstehende Luke zu schließen, und wir müssen deshalb erstmal ein paar Moskitos klatschen. Nachdem alle Fliegenrollos am Platz waren, kehrte Ruhe im Schiff ein.

Handgeschriebene Speisekarte

Nach einer sehr erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen um sieben Uhr schon los, denn die Fahrrinne in die Bucht ist zwar betonnt, aber nur 1,3 Meter tief, und die hochwasserzeit lag schon zwei Stunden zurück. Teilweise blieben bei der Ausfahrt nur 10 Zentimeter Wasser unter den Rudern, und alle Blicke richteten sich gebannt auf den Tiefenmesser. Aber selbst eine kleine Grundberührung sollte keine Folgen haben, denn der Untergrund ist weicher Sand.

Unser nächstes Ziel lag nach einer Strecke mit zahlreichen Untiefen und Sandbänken, was für viele Manöver und Spaß and Bord sorgte. Am frühen Nachmittag liefen wir dann in Marsh Harbour ein, und ankerten nahe bei der Zollbehörde, denn unsere Zeit in den Bahamas ist vorbei, wir wollen ausklarieren und weiter nach Amerika segeln.

Cornelia macht sich auf den Weg zum Zoll und zur Immigration, Wes und Roisin kaufen noch ein paar fehlende Lebensmittel im großen lokalen Supermarkt und ich erledige letzte Vorbereitungen für die gut 300 Seemeilen lange Überfahrt, Um 15 Uhr sind Schiff und Mannschaft klar zum Auslaufen in die 10 Seemeilen entfernte Bucht vor Guana Cay, wo wir noch eine nacht ankern wollen, bevor es nach Amerika geht.

Ab hier folgt demnächst das bewährte Segeltagebuch von Cornelia, und die will ich an dieser Stelle gerne einmal gebührend und ausführlich für ihre akribische Navigation, durch die Gewässer der Turks and Caicos und der Bahamas loben. Man umschifft in diesem Seegebiet, dem in früheren Zeiten endlos viele Schiffe zum Opfer gefallen sind, tagtäglich unzählige Untiefen, Riffe, Sände und Felsbrocken. Mit Hilfe des Kartenplotters und der dazugehörigen elektronischen Navionics Seekarten, auch unter Zuhilfnahme von Google Maps, muss man jeden Segelabschnitt akurat planen und anpassen. Zudem braucht man bei einigen Passagen eine hochstehende Sonne für die sogennante Augapfelnavigation. Cornelia hat uns und das Boot allzeit sicher durch dieses äußerst anspruchsvolle Fahrtgebiet geführt. Ein wahres Meisterstück, das musste mal erwähnt werden!

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