21. Januar 2015, Mittwoch, sonnig, eher kühl, Baro 1011, Wind SW um 15 Knoten

IMG_2323Ablegen 10:40 Uhr, nachdem ich bezahlt habe und der Hafenmeister das Mädel an der Kasse ganz besorgt fragte, wo wir denn hinwollten. Für das Cabo de Gata seien am Nachmittag sieben Windstärken vorausgesagt, wir sollten uns das doch noch mal überlegen. Ich meinte, wir würden nur bis San José segeln, da wären wir schon am frühen Nachmittag. Sie haben mir dann noch den Wetterbericht vom Cabo ausgedruckt, in San José angerufen, wie es momentan da aussieht und mich mit meiner Versicherung entlassen, dass wir wirklich jetzt gleich lossegeln. Das Cabo de Gata ist für die Andalusier so ein kleines Kap Hoorn, und tatsächlich habe ich in vielen Hafenführern gelesen, dass dort der Wind immer besonders stark sein soll.
imageWir sind jetzt auf dem Weg dorthin, mit achterlichem Wind und leichter Welle ist es bei Sonnenschein sehr angenehm, der Skipper hat es sich im Bugkorb gemütlich gemacht.

Um 13:00 Uhr sind wir am Cabo de Gata, tatsächlich frischt der Wind auf bis zu 20 Knoten auf, aber das Cabo liegt wunderschön in der Sonne, wir fragen uns, ob die weißen Flecken echt sind, oder man-made.

Nach dem Kap halsen wir, und diskutieren noch ein bisschen, ob wir in San José bleiben wollen, oder weiter nach Carboneras oder nach Garrucha, aber in beiden Häfen wollten sie uns nicht, und San José liegt idyllisch in den Felsen, also fahren wir dorthin, machen um 13:45 Uhr längsseits fest, auf dem Logenplatz!

Logenplatz - längsseits

Logenplatz – längsseits

San José ist wirklich ein sehr hübscher Ort, im Moment ist natürlich nicht viel los, fast alle Restaurants sind jetzt geschlossen, aber wir wandern durch das ganze Dorf, alles weiße Häuschen mit Balkonen und Terrassen, bei denen die Geländer bunt angestrichen sind, und fast alle haben Meerblick über die große Bucht von San José.

Nico findet den Strand auch gut

Nico findet den Strand auch gut

Nico findet den Strand auch gut, an dem er sich zu dieser Jahreszeit frei austoben kann, während es ihm im Sommer verwehrt ist. Rundherum liegen Berge, fast ohne Vegetation, manche sehen schon aus wie Mondlandschaften. Viele Westernfilme sind hier in der Gegend gedreht worden, nicht nur die klassischen Karl-May-Filme, auch Szenen aus “Der Schuh des Manitou” und “Laurence of Arabia”.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Kleine schmerzhafte Pflanzenbekanntschaft

Wenn andere Fahrtensegler über ihre Arbeits- und To-Do-Listen diskutieren, können wir meist nur staunend zuhören. Da müssen noch Instrumente eingebaut, Inneneinrichtungen umgebaut, Unterwasserschiffe komplett aufbereitet werden, Stahl muss gebogen und Kunstharze zum Laminieren angerührt werden; diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Manchmal werden wir bestaunt wie Außerirdische, dass wir keine ernsthafte Arbeiten an unserem Boot mehr zu erledigen haben, bei unserem Serienkunststoffschiff ist eben in aller Regel nahezu nichts zu tun.
imageNahezu nichts hat uns dann aber sozusagen vor zwei Tagen kalt erwischt. Die Batteriespannung der Verbraucherbatterien ist bei der kurzen Überfahrt von Almerimar nach Almería deutlich zu weit in den Keller gerutscht, nämlich von beständigen 12,8 Volt auf 12,3 Volt. Hört sich nach nicht viel an, aber bei 12,3 Volt ist eine Batterie nur noch zu 60 Prozent voll und das hat uns sehr verwundert. O.k., schon bei der Abfahrt in Holland war am Minuspol der einen Batterie Sulfataustritt sichtbar, auch hat der holländische Elektriker angemerkt dass es der besagten Batterie nicht ganz so gut geht. Aber jetzt mal ehrlich, wer lässt sich schon von ein bisschen Sulfat ins Boxhorn jagen und wenn man es entfernt hat, ist es ja auch nicht mehr da, oder? Diese, nennen wir es mal leichte Schludrigkeit, hat uns jetzt eingeholt. Die eine von insgesamt zwei Verbraucherbatterien ist definitiv kaputt.
Der lokale Händler hat glücklicherweise flott reagiert und die Original AGM-Batterie 165 Amperestunden von Victron gestern bestellt und heute wurde sie schon geliefert. Leider ist es eine negative Eigenschaft von AGM-Batterien generell, dass sie sehr teuer sind. Dafür sollen sie dann länger als herkömmliche Bleiakkus durchhalten. Davon hat unsere Batterie wohl nichts gehalten und ist nach 3,5 Jahren viel zu früh nun „von uns gegangen“. Schade, und so wechselten über 400 Euronen den Besitzer. Eine Stunde später war die alte Batterie ausgebaut und der neue Akku eingebaut. (Gruß an Ralf, die To-Do-Liste ist schon wieder leer.-)).

Die maurischen Zinnen der Alcazaba

Die maurischen Zinnen der Alcazaba

In Almería gibt es eine große alte mehrteilige maurische Festunganlage, der Tag war noch jung, Beine und Geist willig, das Hochgefühl der erfolgreichen Reparatur noch da, langer Rede kurzer Sinn, wir strebten flugs noch zu der Festung hin.
Durch das Gewirr der Altstadtgassen fanden wir zielstrebig und zielsicher unseren Weg. Nur das kleine Hinweisschild zum Festungsaufgang lies nichts Gutes ahnen, der Rundgang ist mit Hunden nicht gestattet und eben diesen hatten wir – wie fast immer – dabei. Hätten wir uns denken können, haben wir aber nicht und von außen sieht das Ganze gut und imposant aus.
Die Alcazaba ist ist eine sehr weitläufige Anlage auf einem Hochplateau und die Aussicht über Almería und die dahinter gelegenen Berge lässt auch das Hundeverbot schnell vergessen. Auf dem Rückweg lag eine wunderbar rote Frucht sozusagen auf dem Weg, aus der, beim Pressen, herrlich roter Fruchtsaft lief. Leider war es eine Kaktusfeige und zahlreiche kleine Stacheln erinnern abends schmerzhaft daran. Cornelia hat vor einiger Zeit, in weiser Voraussicht, eine Pinzette mit LED-Licht erworben und zupft einen kleinen Stachel nach dem anderen.

Wie die wilden Katzen sich auf unser Futter stürzen...

Wie die wilden Katzen sich auf unser Futter stürzen…

Am Strand, wo wir und viele andere ihre Hunde spazieren führen, leben auch zahlreiche Katzen. Das ist in ganz vielen Häfen und Hafenstädten in Spanien so, und diese Katzen werden umsorgt, sie bekommen meistens genügend Futter. Volker war sich da aber nicht so sicher, und hat im nahegelegenen Supermarkt ein bisschen Katzenfutter besorgt, die Tiere fanden es gut, waren aber nicht sonderlich aufgeregt, deswegen.

Die Alcazaba und im Vordergrund eine der zahlreichen Bausünden

Die Alcazaba und im Vordergrund eine der zahlreichen Bausünden

Almería hat zahlreiche schöne Ecken und ebenso zahlreiche Bausünden, unser Fazit fällt daher zweigeteilt aus. Wenn man schon mal hier ist, lohnt sich ein Blick auf die Sehenswürdigkeiten, wer eine längere Anreise hat, sollte noch weitere Ziele in petto haben.
Morgen segeln wir nach San José, umrunden dabei Capo Gato (das Katzen-Kap) und freuen uns auf die schöne dahinter liegende Landschaft.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Hoher Besuch

Unser Autor Wil Offermans gehört zu den ganz eifrigen Lesern unseres Blogs und so stehen wir schon seit Beginn der Reise in regem E-Mail-Kontakt, um zu diskutieren, wann wir uns denn in Südspanien treffen werden. Gestern war es dann endlich soweit.

Die Uraufführung von "Eternal Winds" mit 585 Flötisten

Die Uraufführung von “Eternal Winds” mit 585 Flötisten

Wil ist Holländer und hat es vor ein paar Jahren vorgezogen, mit seiner japanischen Frau Junko Ueda die holländische Kälte mit der andalusischen Sonne zu vertauschen. Von einem kleinen Dorf nahe Granada fliegt er in alle Welt, um als bekannter Flötist und begnadeter Flötenpädagoge Konzerte und Workshops in aller Welt zu geben. Wil ist schon seit mehreren Jahrzehnten dem Musikverlag Zimmermann verbunden, wir haben viele Notenausgaben von ihm herausgebracht, und nun ging es, neben dem freundschaftlichen Besuch, um zwei neue Ausgaben, die sehr spannend werden, eine ist die auf acht Flötisten reduzierte Notenausgabe eines Konzertes, bei dem bei der Uraufführung am 9. November 2014 585 Flötisten mitspielten, renommierte Solisten, Orchestermusiker aus allen großen Orchestern Hollands, Lehrer mit ihren Schülern, usw.
Junko ist eine der wenigen Satsuma-biwa-Spielerinnen in der westlichen Welt und singt dazu die traditionell japanische Geschichten erzählende Biwa-Musik, oder sie singt buddhistische Gesänge. Auch ist es ihr gelungen, das Traditionelle mit zeitgenössischer Musik zu verbinden.
Im Sommer veranstalten die beiden einen “International Flute Summer Course”, zu dem die großen Hoffnungen der nächsten Jahre kommen, um eine Woche von Wil zu lernen, und sich von Junko bekochen zu lassen.

Jedenfalls sollte es jetzt endlich klappen, dass wir uns hier in Spanien treffen. Klar wären wir auch gerne nach Granada gefahren, u.a. damit ich die Alhambra besichtigen kann, Volker hat diese vor ein paar Jahren schon mit den Kindern besucht, aber da hätten wir wieder ein Auto leihen müssen. Nun kamen Wil und Junko zu uns, sie sind morgens mit ihrem Auto bei null Grad bei Granada gestartet, mussten sogar durch Schneefall; dann aber, auf dem Weg zur Küste, wurde es immer wärmer und schließlich kamen sie um zwölf Uhr bei unserem Boot bei 18 Grad an. Wir verbrachten einen guten Tag, wir hatten soviel zu erzählen, und – auch kurz – ein bisschen etwas zu arbeiten. Als die beiden uns um sieben Uhr wieder verließen, waren die Stunden wie im Flug vergangen. Für sie ging es dann mit den Temperaturen wieder bergab, bei Granada war es um neun Uhr wieder null Grad!
Wen es interessiert, hier die Links zu den Seiten der beiden:
http://www.wiloffermans.com
http://www.junkoueda.com

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Die Reise geht weiter…

Der Leuchtturm von Almería

Der Leuchtturm von Almería

So jedenfalls haben wir uns das für heute gedacht. In aller Herrgottsfrühe (um 8 Uhr :-)) waren wir schon wach und hatten die buchstäblichen Hummeln im Hintern. Nur der Wind hat noch tief und fest geruht und das Wasser war glatt wie ein Kinderpopo. Der Windmesser in unserer Mastspitze stand wie festgenagelt. Auch das Bemühen mehrerer Wetterberichte, die eigentlich Wind für uns vorhersagten, half nicht. Aber irgendwann folgte Aeolus wohl den Vorhersagen und leichter Westwind setzte ein und mit ihm wurden wir auch gleich betriebsam. Schnell folgte ein kurzer aber heftiger Abschied von Inge und Ralf, Jens und von Robert und Iris. Gestern lagen wir alle noch sozusagen nebeneinander, haben viele fröhliche Momente miteinander verbracht und im nächsten Moment löst sich die kleine Gemeinschaft auf. Robert und Iris segeln heute nach Gibraltar weiter, die anderen irgendwann ins Mittelmeer. Wir wünschen Euch allen eine gute Reise und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

Kontrollturm am Hafen von Amlería, schon von weitem ein guter Landmark

Kontrollturm am Hafen von Amlería, schon von weitem ein guter Landmark

Noch in der Hafeneinfahrt haben wir schnell und euphorisch das Großsegel gesetzt.
Ein angenehmer Wind von hinten hat uns dann stetig und flott nach Almería geschoben. Nach nur dreieinhalb Stunden Seefahrt haben wir unsere Leinen im ruhigen und gut geschützten Hafen von Almería festgemacht. Die Überraschung war nicht schlecht, als wir feststellten, dass zwei Schiffe weiter die belgische Familie mit ihren vier Kindern liegt, die wir schon mehrfach getroffen haben und so gab es erstmal ein großes Hallo. Morgen wollen wir Almería erkunden, das historische Zentrum liegt direkt gegenüber vom Yachthafen. Cornelia hat das ehrgeizige Ziel, die etwas weiter entfernt liegende Festung Alcazaba aus der Maurenzeit zu erwandern.

Dann, so ist zumindest der Plan, wollen wir mit ein paar Zwischenstopps weiter nach Cartagena segeln. Das Wetter scheint aber noch einige Überraschungen parat zu halten und wir werden daher unsere Weiterfahrt sehr konservativ planen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Nächtliche Störung!

Nachdem der gestrige Zahnarzttermin beim hiesigen lokalen Dentisten, gelinde gesagt, ein absoluter Reinfall war, haben Cornelia und ich das Internet bemüht und mit Erfolg einen deutschen Zahnarzt im 25 Kilometer entfernten Roquetas de Mar gefunden. Um 19.30 war noch der letzte Termin des Behandlungstages frei und so haben wir uns (Ralf, Inge, Cornelia und ich) auf den Weg gemacht. Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich mich vor dem Zahnarzt fürchte, und trotzdem war das Begleitteam nicht zu meiner persönlichen Verstärkung gedacht. Nein, die drei wollten einfach währenddessen den nahegelegenen Hafen anschauen und genüsslich Essen gehen.

Man hat mich also abgesetzt und ist weitergefahren :-((

Eine gute Stunde lang wurde meine Wurzel behandelt, der Wurzelkanal aufgefeilt, erweitert und gereinigt. Anschließend wurde der Zahn wieder verschlossen. Die nette Ehefrau vom Zahndoc hat mich dann noch zum Hafenrestaurant gefahren, guter Service. Mein Begleittross hatte schon ein ausgiebiges Mahl inklusive Nachttisch hinter sich, war aber so freundlich und hat die Limoncelli, die die Wirtin ausgegeben hat, sämtlich für mich aufgehoben. Mit einem kleinen Rausch, leichten Schmerzen im Kiefer und leerem Magen ging es zurück durch die stockfinstere Nacht nach Almerimar.

Cornelia und ich führten Nico für eine nächtliche Runde aus und in einem nahegelegegen Pub bekam ich dann noch ein leckere Chili con Carne.

Nico sturmumtost

Nico sturmumtost

Den ganzen Tag über hat es heftig geweht und in der Nacht legt der Wind nochmals kräftig auf. Windgeschwindigkeiten bis zu 90 Kilometern ließen unsere Hexe an ihren Leinen tanzen und rucken. Zudem erzeugen solch hohe Windgeschwinigkeiten in Häfen generell eine dermaßen laute Geräuschkulisse, dass an ruhigen Schlaf nicht zu denken ist. Der Wind, der um die Masten und Stage heult und kreischt, schwingt sich auf zu infernalischen Höhen. Heute weht es immer noch mit 50- 60 Stundenkilometern und vor der Hafeneinfahrt hat sich eine respekteinflößende brechende See aufgebaut. Kein Schiff fährt rein oder raus.

Noch eine kurze Anmerkung: Seit gestern ist Jens mit seinem 8,5 Meter langen und 2,2 Meter breiten Schärenkreuzer Linda auch hier im Hafen. Jens haben wir in Lagos kennengelernt, er ist mit seinem Schiff in Deutschland losgesegelt und hat damit schon zahlreiche Abenteuer bestanden. In den Häfen schauen immer alle ganz neugierig nach “dem kleinen Boot”. Aber auch mit kleinen Schiffen sind bei guter Planung ausgiebige sichere Seereisen, ja sogar Weltumsegelungen möglich. So beschränkt nicht unbedingt das persönliche finanzielle Budget die Reiselust mit einem Schiff.

Heute Abend wird mal wieder gegrillt, es ist schließlich Wochenende 😉

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar

Adieu la France, Eviva España

Nach einem weiteren Zwischenstopp in Perpignan und zwei sehr interessanten Werftbesichtigungen haben wir gestern Frankreich Adieu gesagt und die spanische Grenze kontrollfrei überquert. Frankreich hat seine Grenze in der Gegenrichtung dicht und kontrolliert jedes Fahrzeug, sie suchen ja auch immer noch nach Mittätern an dem Anschlag auf Charlie Hebdo. Wir freuen und erfreuen uns sehr über unsere Reisefreiheit, generell. Freiheit ist ein wichtiges Gut und muss doch manchmal beschützt, gehegt und gepflegt werden. Grenzenloses Segeln scheint in Europa sehr einfach, Kontrollen gibt es fast keine, hoffentlich werden das auch zukünftige Seglergenerationen so  genießen können wie wir. Klar, “Big Brother” oder wer auch immer, wacht über uns, solange sie uns weitestgehend in Ruhe lassen… Genug Politik, aber auch wir leben nicht in einem Kosmos der Glückseligkeit und sind von den aktuellen Ereignissen ganz mitgenommen.

Ein Denkmal auf den Ramblas von Tarragona

Ein Denkmal auf den Ramblas von Tarragona

Die letzte Nacht vor Almerimar haben wir in der berühmten spanischen Stadt Tarragona verbracht, die zum Weltkulturerbe erklärt ist und die schon mal die Schlagzeilen der Weltpresse beherrscht. Ein Tanklastzug ist im Sommer1978 in der Nähe eines Campingplatzes explodiert und hat über 200 Menschen mit in den Tod gerissen. Cornelia konnte das noch gut erinnern. Die Stadt war, wie Nimes, von den Römern besiedelt, und entsprechende Bauwerke sind, noch heute gut erhalten, sichtbar. Die Altstadt ist klein und übersichtlich, aber versprüht einen Charme, der auch auf uns wirkt.

Heute Morgen sind wir dann früh aufgebrochen,  haben die letzten 800 Kilometer abgespult und sind staufrei um 16 Uhr, bei unserer Hexe eingetroffen. Großen Dank an Inge und Ralf, die sind mit ihrem Leihauto im Gefolge mit zum 40 Kilomteter entfernten Flughafen gefahren, wo wir unseren Seat Ibiza an der Europcar Leihstation zurückgegeben haben. Und nicht nur das, die beiden laden uns heute Abend auch noch zum Abendessen ein, schön, dass es so viele gute Menschen gibt 🙂

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Begegnung mit “Je suis Charlie”

Wer kennt diesen Baum?

Wer kennt diesen Baum?

Gestern Morgen war es soweit, es hieß Abschied zu nehmen von unseren Freunden und von unseren Kindern. Die Skiwoche war zu Ende, die Zeit ist wieder mal dahingerauscht, gemeinsame schöne Stunden liegen hinter uns. Das Petit Chalet verschwindet schnell in unserem Rückspiegel, teils kahle, aber auch schneebedeckte Berge begleiten uns noch eine Weile. Auf einer mahezu leergefegten Autobahn fahren wir mit angeschaltetem Tempomat gemütlich Richtung Südfrankreich. Und dann, so plötzlich wie die Berge verschwinden, klettert das Thermometer nach oben und bleibt kurz vor Nimes bei traumhaften 19 Grad stehen. Nimes, die von Römern gegründete Stadt, mit ihren zahlreichen historischen römischen Ausgrabungsstätten und römischen Monumentalbauten ist unser heutiges Etappenziel. Cornelia hat im Vorfeld fleißig nach Hotels gesucht und für uns das alte und traditionsreiche Imperator Hotel zu einem sehr günstigen Preis gebucht. Ernest Hemingway, Ava Gardner und Jean Cocteau waren hier schon zu Gast und auch Jaques Chirac, der frühere französische Präsident hat schon im Imperator genächtigt.

Der Jugendstil-Aufzug ist ein echter Hingucker!

Der Jugendstil-Aufzug ist ein echter Hingucker!

Der Glanz früherer Zeiten ist in diesem Haus überall spürbar. Der Jugendstil-Aufzug mit seiner sichtbaren Mechanik und Technik ist für mich das Highlight. Cornelia war von dem weitläufigen Loungebereich mit riesigem Spiegel über dem großen Kamin und dem weitläufigen Garten sehr angetan. Leider nagt der Zahn der Zeit ebenso deutlich spürbar und sichtbar an Gebäude und Einrichtung.

 

 

Der Wasserturm in Montpellier

Der Wasserturm in Montpellier

Nimes selbst ist ebenfalls sehr prachtvoll mit seinen zahlreichen Prunkbauten, sehr gepflegten und weitläufigen Parks sowie drei herausragenden römischen Bauwerken.

Nur ein Eindruck aus dem Inneren des Gebäudes von Norman Foster

Nur ein Eindruck aus dem Inneren des Gebäudes von Norman Foster

Der Palais d’Art wurde von Lord Norman Foster entworfen, der auch das Commerzbank-Hochhaus in Frankfurt gezeichnet hat, und ist, ebenso wie dieses, lichtdurchflutet und ganz offen. Kulinarische Köstlichkeiten gibt es allerorts in der Innenstadt auf relativ engem Raum.
Da wir es nicht ganz so eilig haben, wollen wir noch eine weitere Nacht auf unserer Rückreise nach Spanien in Montepellier verbringen, das als die Perle des Languedoc schlechthin gilt. Da weite Teile der Innenstadt für den öffentlichen Verkehr schlecht zugänglich sind, und zudem ganze Straßenzüge wegen Pflasterarbeiten gesperrt sind, gestaltet sich die Anreise ähnlich schwierig wie ein Hindernissparcours. Kaum wähnten wir uns nahe beim Hotel, schon gab es wieder eine Umleitung. Unsere Dame vom Navi ist jedenfalls irgendwann total ausgestiegen und hat jegliche weitere Zusammenarbeit verweigert. Doch Ende gut, alles gut, wir sind im schön gelegenen Hotel angekommen.
Umso neugieriger waren wir auf die Sehenswürdigkeiten, wie den Triumphbogen, die Kathedrale, den Place de la Comédie, der als einer der größten Fußgängerzonen Europas gilt, die Gärten, der Aquaeduct und vieles mehr.
IMG_2268IMG_0080IMG_0059Aber was uns erstmal vielmehr gefesselt hat, war der heutige Marsch der Republik in Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris. Hier in Montpellier waren über 70.000 Menschen zu dem Solidaritätsmarsch in der Innenstadt unterwegs, zum Teil ausgestattet mit Plakaten und “Je suis Charlie”. So viele Menschen liefen durch die Dtraßen, junge und alte, mit Kindern, mit Gehhilfen, mit Plakaten und Fahnen, und immer wieder fing irgendwo eine Gruppe an zu klatschen, und das Klatschen setzte sich über die ganze friedliche Menschenmenge fort. Beeindruckend!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar

Wir würden nie wieder…

…ohne diese 3 Dinge segeln, aus heutiger Sichtweise natürlich und auch passend zur Umgebung.

Auch bei Schräglage bleiben die gefüllten Teetassen stehen

Auch bei Schräglage bleiben die gefüllten Teetassen stehen

Wir beginnen mal mit den Antirutschmatten. Jeder Segler kennt das, bei Schräglage und entsprechenden Wellen gerät alles in Bewegung auf einem Schiff, auch das, was sich partout nicht bewegen soll. Sind es die Teller, Tassen und Pfannen im Schapp (=Schrank für Nichtsegler), die Hafenhandbücher und Almanache auf dem Kartentisch und andere auch nur mal kurzzeitig abgelegte Gegenstände. Wir denken dabei an Fotoapparate, Sonnenmilch, die frisch gefüllte Tasse Tee, alles hat die Tendenz zum Rutschen, Stolpern und Umkippen. Wer von den Nichtseglern sich das nicht ganz so gut vorstellen kann, stelle einfach mal eine gut gefüllte Schale oder ein Glas mit egal welchem Inhalt auf einen Tisch und hebt diesen an einer Seite an. Die Scherben müsst ihr dann aber selbst zusammenkehren! Wir haben seit Beginn unserer Reise ca. 6 Meter Antirutschmatten an den verschiedensten Stellen in unserem Boot ausgelegt. kürzlich in Lagos kamen nochmals zwei neue Rollen dazu, und wir sind gespannt, wann der endgültige Bedarf gedeckt sein wird. Wirkt aber auch bei dem angehobenen Tisch, probiert es aus.

Der nächste nützliche Helfer in dem klimatischen Übergang zwischen Herbst und dem nächsten Frühjahr ist unser geliebter Heizlüfter. Örtlich veränderbar erfüllt er unseren Anspruch nach Wärme und Geborgenheit im Schiff ohne Murren und Knurren, egal, wo wir uns gerade aufhalten. Nur Strom braucht er, den gibt es in den Yachthäfen, die Dieselheizung kann dann ausbleiben und wird nur gestartet, wenn es mal richtig feucht und kalt ist, oder eben auf hoher See, wenn der nächste Stromkasten weit entfernt ist.

IMG_1979Und seit kurzem haben wir einen Wasserkocher mit 1,7 Liter Fassungsvermögen und den wollen wir auch nicht mehr missen. Klar kann das Wasser auf dem Gaskocher erhitzt werden, ganz einfach ist das, aber Gas und speziell unser Campinggas ist echt sehr teuer. Zwischen 17 und 30 Euro zahlen wir für die kleine 3,4-Kilo-Flasche. Platz für die deutlich günstigeren Propangasflaschen bietet unser Gasbehälter leider nicht und so kochen wir das Wasser für den Tee, die Nudeln und die Kartoffeln, zukünftig mit unserem froschgrünen Wasserkocher, natürlich auch nur, wenn wir am Strom hängen…
Und das mit dem Strom und der Energie auf so einem Boot ist ein neues Thema, das wir dann auch mal in einem der folgenden Beiträge beschreiben werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar

Bohrende Zahnschmerzen!

Am Montag hatten wir unseren wunderbaren “Chamois-Abend“, ein Restaurant mit typisch savoyardischen Spezialitäten. Dort kann man wählen zwischen Reblochonade, Fleisch auf dem heißen Stein, verschiedenen Fondues, Raclette oder Kartoffelspezialitäten. Alles sehr gehaltvoll und immer reichlich. Dieses Jahr gab es an unserem Tisch nur zwei Ecken, die Käsefondue-Ecke und die Tartarenhut-Ecke.

Der Tartarenhut, vorher …

Der Tartarenhut, vorher …

… währenddessen …

… währenddessen …

… und nachher.

… und nachher.

Den hatten wir schon letztes Jahr entdeckt, es ist ein eiserner spitzer Hut, mit kleinen hinterhältigen Haken, der von einem dreiflammigen Rechaud erwärmt wird. An die Haken hängt man das dünn geschnittene Fleisch, vom Kalb, vom Rind und Entenbrust (mein Favorit); in die Hutkrempe kommt vorgegarter Reis, und ein bisschen Gemüse, wie Pilze oder Zwiebeln, und wenn das Fleisch an den kleinen hinterhältigen Haken baumelt, wird von ganz oben ein wenig Gemüsebrühe darübergegossen. Das gibt dem Fleisch einen wunderbaren Geschmack, und dem Reis, der dann in der Brühe gart, eine raffinierte Note.

Am Ende fand noch der eine oder die andere Platz für ein kleines Dessert oder einen Café und hochbefriedigt stapften wir zum “Petit Chalet”. Nur Volkers Backenzahn, der sich am Nachmittag schon gemeldet hatte, wollte keine Ruhe geben, und so war ihm eine eher blöde Nacht beschert.

Am Dienstag Morgen probierten wir dann, bei sämtlichen Zahnärzten in Saint-Jean-de-Maurienne einen Termin zu bekommen, die erste Nummer hatte zwar nichts frei, versprach aber einen Rückruf, falls sich etwas ergeben sollte. Die weiteren Nummern sahen überhaupt keine Chance auf einen Termin in den nächsten drei Tagen. Nach mehreren Nachfragen kam am Nachmittag der ersehnte Rückruf, und jetzt sitzt der Skipper auf dem Folterstuhl, und wird hoffentlich geheilt.

Jetzt erzähl ich dann mal aus der „Patientenperspektive und, wie schon erwähnt, hat der üble Backenzahn die letzten 24 Stunden gepocht, pulsiert und geschmerzt. Beim Liftfahren und den anschließenden Abfahrten war es, wohl bedingt durch den unterschiedlichen Luftdruck, besonders schmerzhaft. Ursache des Übels war ein entzündeter Nerv mit Eiteransammlung unter einer alten Füllung. Die junge gutaussehende bulgarische Zahnärztin bohrte gekonnt die alte Füllung raus, reinigte und desinfizierte den Nerv und verschloss das Ganze gekonnt mit einer provisorischen Füllung. Ob die Zahnärztin gut aussieht oder nicht, ist natürlich in so einer schmerzhaften Notlage absolut nicht wichtig, es sei nur erwähnt. Ihr Handwerk hat sie in Bulgarien erlernt, ebenso ihre sehr guten französischen Sprachkenntnisse. Respekt!

Am Ende bekam ich noch ein Rezept für Schmerzmittel und Antibiotikum, das wir in der nahe gelegenen Apotheke für günstige 7 Euro in Medikamente umtauschten.

Aber auch sonst macht das eine oder andere Virus oder Bakterium vor unserer Skihüttentür nicht halt. Merle kämpft gegen ein Magen-Darm-Virus  und Max hat sich eine kräftige Erkältung mit Husten, Halsschmerzen und allgemeiner Schlappheit eingefangen. Die skifahrende Truppe ist jetzt so deutlich reduziert wie die diesjährige Schneehöhe. 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Viel Schnee…

IMG_2134… ist hier im Moment leider nicht. Viele Pisten sind zwar offen, einige sind künstlich beschneit, aber in dieser Wintersaison ist der weiße Untergrund schon ziemlich dünn. So ist auch der eine oder andere Kratzer in der Lauffläche unserer Skier leider unvermeidlich.

Der guten Stimmung tut das keinen Abbruch, tagsüber scheint zu unser aller Freude die Sonne, abends werden die Spiele oder die Musikinstrumente ausgepackt und selbstgekochte Leckereien verwöhnen unsere Gaumen.

Ein Weihnachtsbaum, umgekehrt aufgehängt in einer Skihütte

Ein Weihnachtsbaum, umgekehrt aufgehängt in einer Skihütte

Seit 16 Jahren ist La Toussuire “unser” bevorzugtes Skigebiet, seit 12 Jahren  sind wir im Petit Chalet untergebracht. 12 Menschen passen in diese kleine gemütliche Hütte mit ihrem urigen Interieur. Ehemals, das ist aber schon lange her, war das Gebäude ein Viehstall mit Wohnmöglichkeit für den Viehhirten.

Das Skigebiet ist über die Jahre gewachsen und durch Verbindungslifte zu benachbarten Skiorten stehen insgesamt über 300 Pistenkilometer für uns Skifahrer zur Verfügung. In den überwiegend kleinen Restaurants auf der Piste gibt es nicht wie andernorts “Après Ski” mit Gaudimusik, es geht eher ruhig zu. Das angebotene Speisenrepertoire ist typisch savoyardisch – deftig mit kräftigen Käsen, Speck, und Kartoffeln. Schlange stehen an den Sessel- oder Schleppliften  kennt man hier nicht, zumal wenn man, wie wir, in der “3. hessischen” Winterferienwoche herfährt.

IMG_2139Die Skifahrambitionen in unserer 12-er Gruppe sind unterschiedlich, der eine ist schon morgens um 9 Uhr auf der Piste, andere schlafen lieber ein bisschen länger, die ersten haben schon um 14 Uhr schwere Beine und andere fahren bis zur letzten Abfahrt weiter. Viele Abfahrten machen wir jedoch gemeinsam und das macht richtig viel Spaß.

Schnee ist halt nur eben ein anderer Zustand des Wassers und abends brennen die Backen von der vielen Sonne, genauso wie beim Segeln. Nur den Wind, den brauchen wir beim Skifahren gar nicht und folglich sind wir sehr froh, wenn keiner weht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar