Wasserstandsmeldung

An der Tür zur Steuerbord-Toilette klafft noch eine große Lücke

So, jetzt gibt es mal einen kleinen Zwischenbericht von unserer Hexenbaustelle. Nachdem jetzt drei Arbeitstage vergangen sind, ist einiges geschehen und nur noch weniges bleibt zu tun. Die beiden Stellen im Innenbereich, die knarzen, wurden von zwei versierten Schreinern genauestens unter die Lupe genommen. Im vorderen Bereich, auf der Steuerbordseite, der über unserem Wandschrank vom Bad liegt, wurde an einer Stelle ein expansiver Schaum injiziert, damit Plastik nicht mehr auf Holz reibt, an der Spiegelschrankumrandung wurde ein Kunstleder als Trennmaterial zum Holz aufgebracht und zur Sicherheit wurden zwei Holzleisten voneinander getrennt. Eine insgesamt aufwendige Maßnahme, damit sollte jetzt an der Stelle aber auch nix mehr zu hören sein. Der Salonwandschrank an der Backbordseite wurde innen verstärkt und mit einem doppelseitigen Klebeband, das als Distanzstück zur Kunststoffwand dient, von derselben isoliert. Egal wie man jetzt am Schrank rüttelt oder schiebt, er bleibt still. Warum diese letztgenannte bekannte Geräuschquelle nicht schon beim letzten Mal genau so repariert wurde, ist uns ein Rätsel.

Der neue Mastfuß ist montiert

Parallel arbeitete ein Team am Mastfuß und hat den mit viel Verstand und einem sehr heißen Heißluftföhn von seinem Untergrund ablösen können. Gestern Abend hat eine Taucherin vorbeigeschaut und die Antriebswelle gecheckt, ob außer dem verlorenen Propeller noch ein weiterer Schaden entstanden ist – gute Nachricht, dem war nicht so. Ein paar Dinge gibt es weiterhin zu tun, das Ende der (Bastel)- Fahnenstange ist jedoch absehbar.

Noch eine kurze Anmerkung: Bei den ausgefallenen Schrauben aus dem Profilvorstag waren ausgeschlagene Gewinde die Ursache, da kann auch der beste Loctite-Kleber nicht halten. Das Profilvorstag wurde zerlegt – die defekten Innenprofile heute durch neue ersetzt. Sachen gibt es…

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Neue Videos

Während heute draußen viele Jungs beschäftigt waren, unseren Mast – diesmal komplett – herauszuheben, und an Land fachgerecht zu verstauen, habe ich die Zeit genutzt, und Volkers Videos von letzter Woche geschnitten und ins Netz gestellt.

Im ersten Video erklärt er, wie man unseren Code D, das schöne große bunte Vorsegel fachgerecht führt, wie es geschotet wird, und wie schnell wir damit sein können. Dabei kann man auch mal sehen, wie das Boot sich bewegt, wenn ruppige kleine Wellen es durchrütteln. Leider war es ziemlich bewölkt, die Sonne wollte sich überhaupt nicht zeigen.

Im zweiten Video kam der Seenebel, pottendichter Seenebel, aus dem Nichts heraus auf, und auch das ist spannend zu sehen, denn die Hexe segelt immer noch schnell. Und mit AIS und Radar sehen wir auch hoffentlich alle Hindernisse, die sich uns in den Weg stellen bzw. darin herum schwimmen könnten.

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Bzzzzzzzzzzzzz

summt es die ganze Nacht durch, La Grande Motte, ist, bzw. war ehemals Sumpfgebiet und der Regen der vergangenen Woche hat für ordentlich Fliegenlarven gesorgt. Allein letzte Nacht haben wir 35 stechende Plagegeister erschlagen und, obwohl alles dicht ist, findet immer wieder eines der Stechmückenbiester auf unerklärliche Weise den Weg ins Schiffsinnere. So wenig Schlaf in der Nacht, und trotzdem haben wir viel Energie am Tag. Putzen, waschen, polieren und räumen rum.

Larissa, Johannes und Nana sind seid gestern  gut in Damstadt angekommen.Nana als Bordhund ist schon ein Schatz, und wie perfekt sich der Vierbeiner ans Bordleben adaptiert hat, ist schon bewundernswert. Klar bewegt man sich auch mehr, wenn ein Hund an Bord ist. Die täglichen Spaziergänge erinnern uns an Nico, gefühlt könnten wir eher heute als morgen wieder einen Hund als ständigen Begleiter haben.

Den Sonntag hat Cornelia zum Lernen für das große Amateurfunkzeugnis genutzt, sie fühlt sich im Lernrückstand. Ich habe die Motorräume gecheckt und sowohl die Motoren als als auch den Motorinnenraum komplett gereinigt. Kein Salz oder Staubkorn zieht jetzt noch Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft an, alles ist superclean. Eine gute Nachricht dabei ist, dass, trotz segelns nun die Motorenräume komplett trocken sind und kein “feindliches” Salzwasser durch irgendwelche Leckagen mehr eintritt. Für mich ist dieser Zustand sehr wichtig,

Korrosion am Motor durch Salzwasser ist einen echte Horrorvorstellung. Gespannt schauen wir jetzt auf die kommende Woche und  hoffen sehr, dass alle Probleme rund ums Schiff endgültig beseitigt werden können.

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Schraube locker

Die letzten beiden Tage haben wir in Gruissan verbracht. Zum einen, weil uns der alte historische Ortskern gefällt mit dem schönen Wanderweg vom Yachthafen dorthin, und zum anderen, weil für gestern stürmische Winde mit über 35 Knoten vorhergesagt waren. Aber um es zu betonen, es gibt schlechtere Orte, um abzuwarten. Larissa und Johannes hat es gefallen, der Hund war super zufrieden mit den langen Spaziergängen, Cornelia und ich hatten den abendlichen Aperitif – gute Zeiten.

Der Termin zum neuerlichen Mastlegen wurde seitens Outremer auf den kommenden Montag 14 Uhr festgelegt und heute war ein gutes Wetterfenster, um mit frischem Wind von der Seite nach LGM zu segeln. Das Großsegel ging an der Hafenausfahrt hoch und ein Motor hat plötzlich seine Schubkraft verloren. Warum dann der Propeller verloren ging, weiß der Henker. Schon wieder ein neuer Schocker für uns. Ein Kat mit zwei Motoren ist leicht im Hafen zu manövrieren, mit nur einem Motor ist es ungefähr so, wie auf einem Bein zu stehen.

Wir haben Outremer und die Hafenmeisterei über den unglücklichen Umstand informiert und sind mit verschiedenen Windrichtungen und Windstärken fix nach LGM gesegelt. Die Spitzengeschwindigkeit des Kats lag bei guten 13,5 Knoten.

Im Hafen engekommen, wurden wir von zwei Begleitbooten empfangen und am finalen Liegeplatz standen fünf Outremermitarbeiter und haben die Landleinen in Empfang genommen. Alles ging gut, nichts wurde beschädigt, Gott sei Dank. Wir sind jetzt auf das Instandsetzungsprogramm in der nächsten Woche gespannt und hoffen, die Ursache für den Schraubenverlust rauszufinden. Eine Nachfrage bei deutschen Volvo Penta Händlern, ob es denn schon häufiger zu Antriebsschraubenverlusten bei den 4-flügeligen Faltpropellern gekommen ist, brachte jedenfalls keine weiteren eindeutigen Erkenntnisse, außer dass es sehr ungewöhnlich sei..

fehlende Schrauben

Ein weiteres Problem ist, dass trotz Locktight-Metallkleber immer wieder mal eine Schraube aus der Aluminiumprofilschiene, der Vorsegelrollanlage rausfällt. Kurz vorm Einlaufen in den Hafen habe ich wieder zwei fehlende Gewindeschrauben entdeckt. Outremer, bzw die Riggfirma kennt das Problem und kann leider keine dauerhaft wirksame Lösung vorschlagen. Nach all den kleinen und großen Problemen mit unserem Kat haben wir uns alle mit einem schönen abendlichen Ausflug nach Aigues-Mortes und einem super leckerem Abendessen auf dem Marktplatz belohnt.

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Reiseabbruch

vorläufig zumindestens. Verärgert enttäuscht frustiert, das ist die richtige Beschreibung für unseren momentanen Gemütszustand. Einen Tagestripp von Barcelona entfernt haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere Reise zum Ausgang des Mittelmeers aufgrund technischer Probleme vorübergehend abzubrechen, um nach La Grande Motte für einen vierten Interventionsstopp zurückzukehren.

Je nach Windrichtung kann es auch kühler sein

Seit der Abfahrt in LGM knarzt es weiterhin an zwei Stellen im Salon, dieser Umstand allein wäre noch verkraftbar, bzw. eine Reparatur zu einem späteren Zeitpunkt für uns denkbar. Gestern in der Ankerbucht jedoch habe ich ein neues, bzw. altes Knarzgeräusch ganz leise gehört und mir noch nicht soviel dabei gedacht. Heute morgen sind wir gegen kleine Wellen und ein bisschen Wind in Richtung Barcelona motort und es war wieder einmal der Mast, bzw. der Mastfuß, der sich mit unerträglich lauten knarrenden Geräuschen zurückgemeldet hat.

Eine Tasse Kaffee lang haben wir überlegt, wie es weitergehen soll. Macht es Sinn, die 50 Meilen weiter nach Barcelona zu segeln, ist das Geräusch doch nicht so laut, kann man damit 20 Tage über den Atlantik in die Karibik schippern, warum ist der blödes Mastfuß aus Alu, was hat sich Outremer oder Lorima dabei gedacht… So nach dem Muster schossen mir die Gedanken durch den Kopf und der Capitania die Tränen in die Augen.

Mein Kommentar im Logbuch dazu:
NEIIIIIIIIIIIN! Nicht schon wieder!!! Sofort bekomme ich schlechte Laune…”

Die traurige Vernunft siegte, dabei hatten wir in den letzten Tagen seglerisch viel Spaß am Schiff, besonders durch den neuen Spi. 55 Seemeilen rückwärtsgerichtete Seemeilen haben wir heute abgespult. Dabei konnten wir einmal mehr die Vorteile unseres symetrischen Spis nutzen, bis 12 Knoten Fahrt waren drin bei frischen achterlichen Winden.

Die Mondlandschaft der Cala de Culip

Jetzt liegen wir in einer Bucht vor Anker, die uns sehr an norwegische Fjorde erinnert, und steinig karg erscheint, mit ganz wenig grün. Für den, der auch mal hin möchte – Cala de Culip, direkt beim Cabo Creus.

Auf dem bewährten Lotusgrill bruzzeln ein paar Würstchen und leckere Hamburger, Zivilisationsgeräusche gibt es hier nicht, nur Stille, die Laute der See und der Widerschein des Leuchtturms.

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Costa Brava – einmal anders

Zuerst sieht es komplett nach Motorfahrt aus, aber dann kommt doch ein bisschen Wind, der Gennaker darf aus dem Sack, und flott geht es bei zehn Knoten Wind mit acht Knoten Fahrt voran. Am Cap de Begur fällt unser Kurs weiter nach Westen ab, nach einer kurzen Motorfahrteinlage steht der schöne neue Spi und zieht uns bei achterlichem Wind an Palamos vorbei. Nana findet das alles großartig, am liebsten würde sie ununterbrochen ums Boot laufen, aber das darf sie nur in Begleitung, nicht auszudenken, was alles passiert, wenn jetzt der Hund ins Wasser fallen würde, gleichzeitig Spi und Großsegel geborgen werden müssten, um sie überhaupt so schnell wiederzufinden. Nein, da sind wir  doch lieber vorsichtig.

In der Bucht von S’Agaró, nordöstlich von Sant Feliu de Guixols, fällt der Anker, die Kinder springen mit Nana ins Beiboot, um sie nach dem langen Segeltag Gassi zu führen. Es ist aber gar nicht so einfach, hier an Land zu kommen. Ein geldgieriger Wassertaxi-Besitzer schickt sie wieder weg, nein, hier darf man nicht einfach mit dem Beiboot an Land, man muss für 20 Euro ein Wassertaxi bestellen, das einen an Land bringt. So ein Humbug! Larissa kommt ganz genervt zurück mit dem Beiboot, daraufhin bringt Volker die beiden samt Hund, sozusagen als privates Wassertaxi an Land, und holt sie eine halbe Stunde später wieder ab. Am Abend, als die Badegäste beim Apéritif sitzen, kann Larissa auch einfach mit dem Beiboot hinfahren und es auf den Strand ziehen.

Volker und ich übernehmen die Spätabendrunde und laufen einmal die komplette Strandpromenade entlang. Es gibt einen hübschen kleinen Park mit bewässerten Rasenflächen und gepflegten Wegen. Am Strand neben dem eher teuren Restaurant „S’Agarò“stehen putzige Holz-Umkleidehäuschen, und die exklusive Wohnanlage am äußersten Ende kann man zwar zu Fuß und mit Hund an der Leine betreten, aber den Autos sind Schranken mit darüber wachenden Wächtern vorgeschaltet.

Auch die Hotels, Restaurants und Bars strömen einen eher gediegenen, etwas hochpreisigeren Charme aus. Dennoch sind sie alle mehr als gut besucht, kein Wunder, es ist ja auch Hochsaison und Spanien hat noch zwei Wochen Ferien, wie und zwei junge Mädchen versichern, die am Nachmittag mit ihrem Stand-Up-Paddleboard an unserem Boot vorbei gekommen waren.

Tante Wikipedia (englisch) weiß dann mehr, nämlich dass in den 1920er Jahren ein reicher Industriellen-Sohn aus Girona seinen Vater überzeugen konnte, hier Land zu kaufen, und es, anders als große Teile der Costa Brava, wie z.B. Lloret del mar, in einer dem Zauber der Gegend angemessenen Art und Weise zu bebauen und zu vermarkten. Auch bei dem flüchtigen Abend-Blick hatten Volker und ich, selbst ohne Tante Wikis Wissen, das Gefühl, dass es sich hier um eine ganz besondere kleine Enklave handelt.

Jetzt sind wir wieder an Bord, und leise Pianomusik dringt an unsere Ohren, auf jeden Fall angenehmer als die wummernden Bässe der Diskotheken von Cap d’Agde, auch wenn das spießig klingt…

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Cadaquès

Nana vorher…

Nach einem so schönen Segeltag wie gestern bescherte uns der Wettergott heute leider einen Tag ohne Wind, also mussten wir motorsegeln, mit Großsegel und Motor sind wir spät gestartet, haben das von uns so geliebte Argeles mit seinem entzückenden Nebenort Le Racou verlassen, um nach Spanien zu kommen. Rechtzeitig wurde die spanische Gastlandflagge gehisst, wieder die spektakulär schmale Meerenge bei Cap Creuse durchfahren, und schon waren wir vor der Bucht von Cadaquès.

Cadaquès war ursprünglich nur ein eher unbedeutendes Fischernest mit Weinbau vor einer spektakulären Kulisse. Die Kirche, der heiligen Maria gewidmet, stammt aus der Gotik, ist aber mit einem monströsen Barockaltar verziert, und sieht von außen kein bisschen gotisch aus.

Bougainvillea-Pracht

Die Gassen sind eng und pittoresk, mit ungeheuren Bougainvilleas bewachsen, und die Pflaster sind aus kleinen Natursteinen, die das Gehen, vor allem das steile Hinuntergehen nicht einfacher machen. Der große spanische Maler Salvadore Dalí hat hier Teile seiner Jugend verbracht, und ist nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten im Alter hierher zurückgekehrt. Alles in der Stadt orientiert sich an ihm, obwohl doch auch so viele andere bedeutende Künstler aus allen Sparten diesen Ort besucht und bewundert haben.

Ein Blick über die Bucht …

… und noch ein Blick

Wir haben an einer der teuersten Bojen unseres Segler-Lebens (90 €) festgemacht, den Ort erkundet und ihn gleich ins Herz geschlossen. Hund Nana fand ihn nicht so toll, weil es wenig Auslauf für Hunde gab, aber das Bad im Mittelmeer nach dem Festmachen hatte schon für so viel Aufregung im Hundeleben gesorgt, dass sie nach dem Hundespaziergang am Abend jetzt völlig erschöpft im Cockpit liegt und schläft.

Alle diskutieren aufgeregt…

Nach der Ortserkundigung am Nachmittag waren wir noch auf einen Apéritif in einer kleinen Bar am Hafen, als plötzlich ein heftiger Knall das ganze Lokal aufschreckte: Ein kleines weißes Auto hatte beim Ausparken aus Versehen heftig zurückgesetzt und war gegen die Mauer der Hafenbar gefahren, wo dummerweise auch noch eine der Gäste mit den Beinen nach außen auf eben dieser Mauer saß. Nun sah es so aus, als wolle die Fahrerin direkt ganz schnell wegfahren, heldenhaft stürmte ein Spanier vor und stahl den Zündschlüssel aus dem Schloss. Daraufhin entspann sich für uns Zuschauer eine dramatische Situation: Die nicht gnaz leichtgewichtige junge Fahrerin sprintet hinter dem eher schmalen aber offensichtlich sportlichen Schlüsselräuber, um ihm das vermeintliche Diebesgut wieder abzujagen, sie drehen sich im Kreise, es gelingt natürlich nicht, und ein paar Passanten greifen ein. Schnell ist auch die Gendarmerie da und regelt den Fall, glücklicherweise ist ja nicht wirklich jemand zu Schaden gekommen, außer das Auto der Fahrerin. Aber das hat dann ein Polizist weggefahren…

… Nana fertig

Wir verbringen den restlichen Abend mit Spaghetti carbonara an Bord, und schauen zu, wie sich die Hexe im Wind um die Boje dreht, mal haben wir die schön erleuchtete Stadt als Ausblick vom Cockpit, mal stockdunkle Nacht.

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(Wetter)-Phänomen

50 Seemeilen in 5 Stunden, persönlicher Streckenrekord bis jetzt über diese Distanz. Gleich nach der Hafenausfahrt ging der Code D nach oben und mit ihm die Geschwindigkeitsanzeige in den zweistelligen Bereich, über 10 Knoten lagen fast permanent an. Und dann kam der Nebel.

Jetzt schweife ich erst mal ein bisschen ab, denn besondere Temperaturkonstellationen, sowohl von der Luft, aber auch des Wassers sorgen für ein Wetterphänomen, das man sonst eher vom nebligen England her kennt. Schuld daran, wenn man von Schuld sprechen kann, sind die extrem niedrigen Wassertemperaturen zwischen Barcelona und Marseille. Gerade mal 20 Grad hat dort das Mittelmeerwasser, während auf den Balearen, Korsika und Sardinien mit 25-26 Grad jahreszeittypische Wassertemperaturen herrschen. Genau erklären warum das blaue Meer hier so kalt ist kann keiner. Die Einen vermuten, kalte atlantische Strömungen, die anderen kaltes Tiefenwasser als Ursache. Die Folge dieser Wetteranomalie ist insbesondere abends deutlich zu spüren. Es wird schon kurz vor Sonnenuntergang, draußen total feucht. Überall schlägt sich die Feuchtigkeit sichtbar nieder, normal herrscht in dieser Gegend eine sommerliche Trockenheit.

Heute gab es bei der Rauschfahrt plötzlich pottendichter Seenebel. Am Ende betrug die Sicht keine viertel Meile mehr, der Wind blieb dabei konstant.

Eine Stunde vor der Hafeneinfahrt hat sich die Sonne gegen den Nebel durchgesetzt und für gute Sicht gesorgt. Der Wind ist aufgefrischt und mit windigen 28 Knoten ging es durch die enge Hafeneinfahrt von Argeles, das Anlegemanöver gelang trotz Starkwind und sorgenvollen Mienen besser als gedacht.

Für morgen warten wir mal ab, was Wind und Wetter vorhaben, die Vorhersagen widersprechen sich zum Teil, wir sind ja nicht auf der Flucht.

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Wieder unterwegs

Bastelmaterial für Volker

Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und gestern Abend war unser Kat abreisebereit. Das Radardome war tatsächlich kaputt und wurde durch ein neues Gerät ersetzt, ebenso die externe GPS-Antenne. Wir hoffen, dass das jetzt länger hält. Was uns positiv auffällt ist, wie leicht alles durch die geclipsten Deckenpanele, wenn nötig, erreichbar ist. Ein simples System, das meiner Meinung nach viele Vorteile gegenüber den Innenschalen hat, die wir auf unseren Vorgängerbooten hatten. Die GPS-Antenne war so in einer halben Stunde getauscht, einschließlich Kleberrestentfernung. Die Macke im Badboden wurde von einem eilends herbeigerufenen Outremer-externen Schreiner fachgerecht geflickt und man muss schon ganz genau wissen, wo die vorher war, wenn man sie noch sehen will. (Volker war auch nicht faul und hat zwei Stützen gebaut, eine für unsere dritte Gasflasche und eine weitere für die Rettungsinsel.) Alle haben eine super Arbeit geleistet und wir freuen uns jetzt so richtig auf die vor uns liegenden Segelabenteuer.

So schön sieht unser neues “Vorwindgesicht” aus

Um 8 Uhr hat uns heute Morgen der Wecker aus dem Bett geklingelt. Nana wurde von Larissa Gassi geführt, Cornelia hat noch frisches Baguette gekauft und ich habe das Boot klar gemacht. Kurz vor neun Uhr haben wir die Leinen losgeworfen, die Capitania hat trotz Seitenwind bravourös abgelegt, und mit langsamer Fahrt voraus ging es aus dem Hafen. Für mich immer ein bewegender Moment, egal wann und wo. Es ist schon ein besonderes Ereignis, wenn man den sicheren Hafen hinter sich lässt und auf die offene See hinausfährt.

Kurz nach der Hafeneinfahrt haben wir bei achterlichem Wind erstmals unseren neuen quietschbunten Spinnaker vorbereitet. Bei einem Kat gibt es keinen Spinnakerbaum wie beim Monohull. Aufgrund der großen Breite des Schiffes ist das unnötig, beide Schothörner, die seitlichen Ecken des Spis,  sind schon deswegen gespannt. Dafür braucht man zwei Spischoten auf jeder Seite. Eine davon ist der sogenannte Achterholer, der die Luvseite des Spis in Luv hält. Das neue Segel steht sehr schön und endlich machen tiefe Kurse (Kurse mit Wind von hinten) richtig Spaß. Wir können jetzt genau vor dem Wind segeln, was vorher mit dem Code D nicht ging.

Und nachher muss der ganze Wust wieder in die Tasche gepackt werden

Trotz einer unruhigen See steht der Spi ruhig, der Wind schiebt das Boot regelrecht vor sich her. Viele Trimmarbeiten an den Schoten sind dabei nicht notwendig, der Autopilot macht ganz wenig Kurskorrekturen. Bei bis zu 13 Knoten wahrem Wind wurden wir bis zu 8 Knoten schnell, ein gutes Ergebnis.

Unser heutiger Etappenstopp ist der Hafen von Cap d’Agde, den wir von früheren Besuchen bestens kennen. (Hier ist es voll, viele Urlauber genießen die letzten Ferientage, die Fahrgeschäfte neben dem Vergnügungspark sind gut besucht, ebenso wie die Tauch-, Katamaran und Fischguckfahrten. Und selbst jetzt, zu der späten Stunde, stehen neben unserem Boot einige Angler und versuchen ihr Glück.)

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Immer noch

sind wir in LGM, was per se nicht so schlimm ist, da es in den letzten Jahren, seit dem Baubeginn unseres Katamarans, zu einer Art zweiter Heimat geworden ist.Und bekanntlich wächst mit der Zeit die Vertrautheit, im Leben, in der Liebe und gleichfalls bei unserer zweiten Heimat. Wir wollten uns lösen, alte und vor allem neue Horizonte erkunden. Sommersegeln mit Larissa und Johannes, nur der Kat mit seinen Fehlern hält uns hier noch fest. Ein Stückchen weiter als gestern sind die Techniker gekommen, Cornelia hat wieder Zugang mit ihren Computern zum System.

Die Fäkalientankanzeige zeigt jetzt ebenfalls richtig an, der Gebersensor war verdreckt, wir sollen einfach mal den Fäkalientank an und ab benutzen, damit der empfindliche Sensor in der Kloakenbrühe gespült wird und nicht verkrustet – kein Problem, für gute Ratschläge sind wir offen.

Von La Rochelle, weit im Norden von Frankreich von hier aus gesehen, ging heute ein Paket mit einem neuen Radardatenkabel, einem neuen Radardome und einer Ersatz-GPS Antenne,zu uns auf den Weg. Unser Elektronikausstatter Pochon hat dort seine Zentrale und liefert von da aus die sehnlichst erwarteten Ersatzgeräte an uns. Der Liegeplatz auf Lanzarote auf den Kanaren ist reserviert und das Zeitfenster, um rechtzeitig dorthin zu segeln wird immer kleiner. Zu allem Unglück ist heute dem Techniker ein Werkzeugteil entglitten und hat eine einen Zentimeter große und tiefe Macke im Boden unseres Bades hinterlassen. Unschön, zumal das gesamte Bodenbrett mit Silikon eingeklebt ist und wahrscheinlich schlecht zu wechseln ist. Morgen soll auch für dieses Problem eine Lösung gefunden werden. Die Uhr tickt!

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