Über die Biscaya, dritter Teil, Petri Heil!

Es bleibt so mit dem Wind, Nord 3-5 Beaufort, 10–16 Knoten, der Gennaker zieht, die See ist tief, die Wellen eher flach, wir kreuzen weiterhin vor dem Wind. Endlich habe ich auch einen brauchbaren Wetterbericht über ZyGrib bekommen, in den Details ist noch ein bisschen Arbeit, aber man kann damit weiter kommen. Es gibt keinen Sturm, eher weniger Wind, und die Richtung bleibt so, vielleicht, wenn wir Glück habe, dreht der Wind ein Stückchen weiter auf Nordwest. Die Stimmung an Bord ist gut, der Käptn schläft endlich mal, wenn er aufwacht, gibt es ein ordentliches Frühstück.
Das üppige Frühstück haben wir alle drei sehr genossen, in der Sonne und windgeschützt ist es auch angenehm warm. Die See ist flach, der Wind mit um die 15 Knoten genau richtig, wundersam ist nur, dass es offensichtlich keine Strömung mit uns gibt, der Geschwindigkeitsanzeiger zeigt bei dem Speed durchs Wasser immer ein bisschen mehr an als beim SOG, der Geschwindigkeit über Grund.
Gerade schreibe ich hier so schön, die beiden Skipper schlafen, da kommt ein ganz komisches Geräusch, so ein helles Klingeln. Ich denke zuerst, es ist der Hydrogenerator, der irgendetwas gefangen hat. Aber nein, das war die Angel, die etwas an der Leine hat. Volker stürzt raus, ich wecke Matthijs, das muss etwas ganz großes sein, denn die beiden Männer kämpfen mit der Angel, um die Leine einzudrehen. Der Gennaker muss geborgen werden, sonst ist das Boot zu schnell, und der Fisch zu schwer.
Und tatsächlich, als die beiden unter gemeinsamer Anstrengung die Angelschnur fast am Boot haben, kann man sehen, dass es ein richtig großer Fisch sein muss. Und tatsächlich, es ist ein Blauflossen-Thunfisch, den wir an der Angel haben. Wir bedanken uns bei ihm, er bekommt unseren besten Cognac hinter die Kiemen, und Matthijs zerlegt den Fisch fachmännisch. Das Tier wiegt bestimmt sieben Kilo, hoffentlich kommen Rob und Abel schnell nach A Coruna, oder wir geben der freundlichen Hafenmeisterin vom Real Club Nautico etwas ab, das können wir gar nicht alleine essen, zumal Volker ja keinen Fisch isst. Ich beginne gleich mal mit einem kleinen Ceviche-Rezept, den rohen Fisch mit Zwiebeln und Zitronenscheiben einzulegen, als Vorspeise für morgen. Außerdem müssen wir natürlich nachher grillen, und dann gibt es, zumindest für Matthijs und mich, Thunfischsteak satt.
Und der Thunfisch war unglaublich lecker, wir können ja nun keinen Alkohol trinken vor der für diese Etappe letzten Nacht auf See, sonst hätten wir dem großartigen riesigen Thunfisch mit einem Glas Champagner gedankt.
Noch vor dem Essen hat der Wind weiter aufgefrischt, der Gennaker wird geborgen, die Genua ist die bessere Wahl für Windstärke fünf. Glücklicherweise ist die See immer noch flach, so ist es ein angenehmes Segeln. Mit Sonnenuntergang kommen ein paar Wolken, mal sehen, wie es morgen früh aussieht. Und wenn alles so gut geht wie von den Wetterberichten her zu vermuten, werden wir morgen sehr früh im Real Club Nautico von A Coruna einlaufen, nach einer hoffentlich ereignislosen Nacht. Die spanische Gastlandflagge haben wir schon gehisst. Buenas noches, amigos!

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2 Antworten zu Über die Biscaya, dritter Teil, Petri Heil!

  1. Schneider Manfred sagt:

    Besser geht nicht ….

  2. Ulrike Anneken Geb Albrecht sagt:

    Fast geschafft… sehe euch auf Marine Radar… prima

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