Verschoben

aber nicht aufgehoben, ist unsere Atlantiküberquerung fürs Erste.

Die ganze letzte Woche waren wir noch mittendrin in den Vorbereitungen. Weitere Reparaturen sind dazugekommen, die Logge ging kaputt und wurde bestellt, der Temperatursensor am Backbordmotor war auf magische Weise abgebrochen und sorgte für einen Daueralarmton beim Motorlauf und das Schloss von der Salontür weigerte sich plötzlich, dieselbe zu verschließen. Dazu kamen Wes und der Kran, und das ehemalig delaminierte und jetzt reparierte Schwert wurde wieder eingebaut. Auch die ausstehenden Opferanoden für die Kielkühlung der Kühlschränke kamen endlich an und wurden von mir bei einem Tauchgang unter den Rümpfen an ihren vorgesehenen Plätzen angeschraubt.

Unsere Treibstofftanks sind bis oben hin gefüllt, und noch 180 Liter Diesel fanden ihren Weg in diverse Reservekanister. Cornelia hat mit Irene und Peter von der Zapoli noch Gastlandflaggen für einige karibische Inseln gekauft und schlussendlich haben wir uns für Martinique, als erste Anlaufstelle, entschieden. Heute wollten wir bei der Policia Frontera ausklarieren und für den Sonntag war die Abfahrt geplant.

Cornelia checkt das Wetter…

Gestern war in Spanien ein Feiertag, Heilige drei Könige, und für uns ebenfalls so eine Art  Ruhetag und endlich Zeit, damit wir uns eingehend mit der aktuellen und zukünftigen Wettersituation auf dem Atlantik befassen konnten. Was ich da sah, lies mich zuerst staunend und dann zunehmend wütend zurück. Da geht doch tatsächlich ab der kommenden Woche, dem ewig treuen Passatwind die Puste aus und zwar nicht nur lokal beschränkt, sondern auf einigen tausend Quadratkilometern.

… Windfinder hat keinen Wind …

Und damit nicht genug. Wir reden hier nicht nur von einer kleinen Flaute für ein paar Tage. Diese ungewöhnliche Wetterlage soll mindesten für den ganzen Vorhersagezeitraum von 7 Tagen andauern und erstreckt sich fast gänzlich über die 3000 Seemeilen bis nach Martinique.

… und bei Passage Weather sieht es auch nicht besser aus

Es hat schon eine Weile gedauert, bis ich mich abgeregt habe und die Enttäuschung abgeebbt ist. Wir haben nochmals unsere maximale Reichweite unter Motor kalkuliert, die neuesten Wetterberichte von heute gecheckt und dann schweren Herzens die Entscheidung getroffen, die Abfahrt auf zunächst unbestimmte Zeit zu verschieben.

Wir wollen in die Karibik, aber nicht motorend, wir wollen segeln und nicht bei 3-5 Knoten Wind,  der zudem noch aus der falsche Richtung kommt, dahindümpeln. Wir wollen das typische Passatwetter, 15-20 Knoten Wind aus der richtigen Richtung und schöne Surfs im endlos-blauen atlantischen Ozean.

Das werden wir irgendwann bekommen und darauf werden wir warten, zur Not auch länger. Und was kann es schöneres geben, als auf unserer Lieblingsinsel Lanzarote auf ein geeignetes Wetterfenster zu warten.

Dieser Beitrag wurde unter Leben an Bord veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Verschoben

  1. Rolf sagt:

    Schade aber ihr werdet noch „ euer „ Fenster finden.
    Genießt die Zeit …..

  2. Sven Dreher sagt:

    Schade, dass ihr die Passage verschieben müsst, aber Lanzarote ist ja auch nicht schlecht. Hoffentlich verzögert sich eure Abwesenheit aus der Heimat in Darmstadt deswegen nicht. Marlon schaut jedesmal, wenn wir bei euch vorbei laufen, durch euer Gartentor, wedelt und schaut zu eurem Haus Viele Grüße von Sven und Gaby

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.