Von Lanzarote nach Martinique – Tag 2

Die Überfahrt
Von Lanzarote nach Martinique

Tag 2, Montag 24. Januar 2022
24-Stunden-Etmal um 12:00 Uhr: 161 sm

Barometer 1021, sonnig, im Südosten bewölkt, Wassertemperatur 19,4 Grad, Wind NE 12-14 Knoten ab 0300, See ruhig, Temperatur ab Sonnenaufgang angenehm warm

In der Nacht werde ich um 03:00 Uhr wach, denn plötzlich wird der Motor leiser, und schließlich ganz ausgeschaltet. Wir segeln! Bei um die 14-15 Knoten geht es mit 6,5 Knoten zügig voran, und ist es sehr angenehm, dass wir ohne Motor deutlich leiser unterwegs sind. Am Morgen übernehme ich die Wache ab 06:30 Uhr, ab 09:00 Uhr sind wir an dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen Gran Canaria vorbei, nun sind nur noch kleine Boote im AIS zu sehen, die großen Frachter sind nach LasPalmas gefahren.

Wir fahren nahe genug an Gran Canaria vorbei, dass wir tadellose Internetverbindungen haben, wir können noch einmal in Ruhe alle Wetterberichte und Windvorhersagen checken. Am Ende haben wir entschieden, dass wir, solange der Wind so leicht ist, am besten die kürzeste Strecke nehmen, das ist zwar eher unkonventionell, aber wir wollen es probieren.

Um 10:00 Uhr höre ich in die Intermar-Runde hinein, leider bin ich nicht gut zu verstehen, weil die Berge von Gran Canarias Süden die Verbreitung der Wellen gestört haben, das wird sich in den nächsten Tagen ändern, wenn wir auf dem großen Meer sind ohne störendes Land ;-))

Für kurze zehn Minuten schiebt der Motor um 11:00 wieder mit, ehe wir wieder segeln können und nach einer Halse auf Kurs 230 Grad gehen. Laut Wetterbericht erwartet uns spätestens ab morgen früh eine stabile Windlage, um 11 Uhr scheint die Brise sich schon zu stabilisieren, bei über 16 Knoten Wind sind wir immerhin mit 7,5 Knoten Fahrt unterwegs.

Die Schönheit hält sich, wir frühstücken entspannt im Cockpit, für heute hatten wir noch Brot von gestern, das ich nur aufbacken musste. Und zwei Croissants waren auch noch da. Ab morgen mache ich uns die Brötchen selber, wir haben ganz viel frische Hefe, außerdem Trockenhefe und Backpulver in Mengen, mit denen wir in der Karibik locker eine Bäckerei aufmachen könnten.

Anschließend haben wir die zusätzlichen Solarpanele ausgepackt und ins Trampolin gelegt, weil Volker Bedenken hatte, dass die Solarpanele auf dem Geräteträger am Heck die Batterien nicht genügend aufladen, wenn wir segeln, weil doch ein paar Verbraucher an sind, vor allem der Autopilot, die Instrumente und der Kühlschrank. Anschließend haben wir in weiser Voraussicht, bei der jetzt eher ruhigen See, jeweils zwei Kanister Diesel in die beiden Tanks gefüllt. Direkt danach, ca. 14:00 Uhr, wurde der Wind auch wieder schwächer, so motoren wir wieder übers leere leere Meer. Ganz hinten in der Ferne ist noch ein bisschen Land von Gran Canaria zu erahnen, ansonsten nur das weite blaue Meer und der ebenfalls blaue Himmel mit kleinen weißen Wölkchen.

18:00 Uhr: Inzwischen ist die See spiegelglatt, nur am Himmel sind ein paar Wolken. Doch der Wetterbericht verspricht Besserung, ab morgen mittag soll es einen schönen Wind geben, um die 15 Knoten zunächst aus Nordost, weiter im Westen dann bis 20 Knoten auffrischend. Wäre schön, also „Schau’n mer mal“

19:30 Uhr gibt es Abendessen, heute Frikadellen mit Bratkartoffeln und Broccoli, sehr lecker, und zu den Frikadellen das von Jana für uns gemachte Ezre (?), eine scharfe Mischung aus Zwiebeln, Paprika, Minze und Koriander – zumindest hab ich das so geschmeckt ;-)) – Danach ist es auch schon wieder stockdunkel, nur die Südspitze von Teneriffa ist noch in der Ferne zu sehen, mit den abendlichen Lichtern von Los Christianos oder den Hotels an den Buchten von Las Galletas. Leider haben uns die Delfine heute nicht besucht, nur einmal haben wir kurz ein paar Rücken in der Ferne gesehen, aber die Tiere waren wohl mit der Jagd nach Essbarem beschäftigt.

Um 22:00 Uhr ist doch tatsächlich ein weiteres Boot im AIS zu sehen! Die „Annie Sellmer“ wird mit zehn Knoten Fahrt in vier Seemeilen Entfernung in einer halben Stunde an uns vorbei fahren, das ist ja ein aufregendes Ereignis!

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