Wer weiß,

was uns Samstag Nacht auf See so alles erwartet hätte, viel Wind oder Flaute, Kälte, Sternschnuppen, Fährschiffe, Delfine vielleicht… Angedacht war, in einem Rutsch die 230 Seemeilen nach Mallorca abzusegeln, um von dort aus den Kurs nach Málaga abzustecken. Der Wind hätte mitgespielt, wenn man den Wetterberichten trauen kann, kühle Luft aus dem Norden Europas hätte uns in warme Bekleidung gezwungen, zumindest nachts.

Frohen Mutes und mit noch mehr gutem Willen haben wir Samstag früh den Hafen von LGM hinter uns gelassen. Der anfänglich leichte Wind ist um die Mittagszeit schön aufgefrischt, mit 8 – 9 Knoten Fahrt, ist der Hafen schnell immer weiter achteraus im gurgelnden Kielwasser zurück geblieben.

Nach einer Stunde war Ende mit der guten Stimmung bei uns an Bord. Der Mast gab wieder, zuerst zaghaft und kaum vernehmbar, später aufdringlich und permanent, die altbekannten hässlich lauten Knarzgeräusche von sich. Von der gleichen Stelle, außen, wie schon vor dem Mastfußwechsel. Wir waren und sind immer noch fassungslos und es brauchte eine Weile, bis die bittere Realität zu ins durchgedrungen ist. Wir haben wieder ein ungelöstes Problem, das uns zum Umkehren zwingt. Was wird Outremer jetzt unternehmen? Wird es der Werft jetzt endlich gelingen, die Mastenbauer von Lorima nach LGM zu locken? Anscheinend gab es Seitens Lorima bisher keine Bereitschaft dazu.

Uns ist das jetzt egal. Unsere Grenze ist erreicht, wir haben absolut keine Lust mehr auf irgendein Problem an unserem Katamaran aus Frankreich. Entweder das Problem wird jetzt kurzfristig, kreativ, mit Einsatz und Willen von allen Beteiligten gelöst oder wir werden uns entsprechende Konsequenzen überlegen. So kann es nicht weitergehen, die Klingen sind gewetzt, Schluss mit lustig.

Klar braucht ein Schiff nach der Übergabe ein bisschen Zeit, inzwischen wird aber seit beinahe sechs Monaten an der Mängelliste gearbeitet, wovon vieles, unser Ansicht nach, bereits im Herstellungsprozess vermeidbar gewesen wäre. Also hier ist erst Mal nix mit Dolce Vita im Süden, sondern eher Frust auf’m Schiff. Und wir sind nicht die Einzigen, alle Outremer-Eigner, die wir kennengelernt haben, verfügen ebenfalls über eine ellenlange Problemliste, der Spitzenreiter „führt” die Rangliste mit über 200 Mängelpunkten an. Sehr schade, dass das so ist, ein Trauerspiel.

Dabei segeln diese Boote soooo schön, nur der ewige Kampf mit Mängeln verdirbt einem die Laune, am Schiff, am Segeln, an Outremer.

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