Fuerteventura and back

Samys Lieblingsplatz beim Segeln

Als Samy merkt, dass wir Vorbereitungen zum Ablegen treffen, geht er ins Trampolin und schubbert sich erstmal kräftig. Nach dem Segelsetzen liegt er gemütlich dort vorne, lässt sich den leichten Wind um den Bauch wehen und schläft. Das ist wirklich sein Platz, wenn wir unterwegs sind. Mit einer leichten Brise aus Nordost, um die sieben Knoten, segeln wir gemütlich dahin.

Wie immer startet bei „Kap Hoorn“ der Wind, von jetzt auf gleich weht es mit 16 Knoten aus West, das Meer ist weiß von den kleinen Schaumkrönchen, an Ankern vor Papagayo oder Los Lobos ist bei dieser Windrichtung gar nicht zu denken.

Schnell haben wir ein neues Ziel im Auge: Puerto del Rosario liegt fast in der Mitte von Fuerteventura und bietet angeblich eine gute Ankerbucht mit Schutz vor allen Winden außer dem südöstlichen Quadranten. Bis dorthin kreuzen wir geschwinde vor dem Winde, das kann die Hexe gut, und das Meer ist flach, sehr angenehm.

Tatsächlich hatte ich heute Glück, in der Funkrunde von Intermar um 16:30 UTC konnte ich jemand hören, kurz ehe der Moderator offensichtlich wegen fehlender Beteiligung aufgeben wollte. Ich konnte mich mal wieder melden, nicht, dass die denken, die Hexe würde gar nicht mehr mitspielen!

Due Hexe und ihr Dinghy

Um 18:00 Uhr fällt der Anker in der Bucht neben dem Hafen von Puerto del Rosario, Volker macht sofort das Beiboot klar, damit wir noch im Hellen die Stadt erkunden können. In den einschlägigen Seglerforen hieß es, dass man an der Slipbahn des Club Nautico das Dinghy parken kann, das machen wir auch, auf Anraten von ein paar gerade heimkehrenden Kanuten, ganz am Rande bei den Felsen fest.

Treppenaufgang zur Innenstadt

Von See aus gesehen ist Puerto del Rosario eher hässlich, viel Industrie, dazwischen Ferienwohnungssiedlungen, und wieder Industrie. In dem großen Hafen legen die Versorgungsschiffe, aber auch Kreuzfahrtschiffe an, allerdings werden die Touristen dann zu anderen Zielen auf der Insel gefahren, die Stadt bietet wohl nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Wir aber wollen der Hauptstadt von Fuerteventura die Gelegenheit geben, doch noch unser Wohlwollen zu erlangen.

blühender Baum in der Fußgängerzone

akkurat beschnittene Benjamini

Puerto del Rosario ist bekannt für seine Wandmalerien

Zur Innenstadt geht es über ein paar Treppen nach oben, dort verläuft eine kleine Fußgängerzone, die mit wundervoll blühenden Bäumen bestückt ist. An den größeren Straßen hingegen stehen riesige Benjamini, adrett in Form geschnitten. Es gibt ein größeres Einkaufszentrum, Supermärkte, auffallend viele Fahrschulen, und einen wunderhübschen Platz vor der Kirche. Drinnen sitzen Gläubige und beten Fürbitten, aber nicht mit einem Pfarrer aus Leib und Blut, sondern mit einer Mikrophonstimme, eher seltsam.

Hahnenkampf-Denkmal an der Uferpromenade

Nach einem kleinen Feierabendbier in der Fußgängerzone laufen wir an der Hafenmole zum Strand, dort fallen uns drei schwarz gekleidete Polizisten der Policía local auf. Wir freuen uns jetzt auf unser Abendessen an Bord, und auf die beschauliche Ruhe, die so ein Abend am Anker bieten kann. Eher könnte. Denn: Kurz bevor wir mit unserem Dinghy die Hexe erreicht haben, gibt es ein wildes Hupkonzert und Blaulichtgewitter an der Slipbahn aus eben jenem Polizeiwagen. Was wollen die denn? Kurz sind wir unschlüssig. Was sollen wir jetzt machen? Zurückfahren? Nee, wenn die was wollen, sollen sie doch kommen! Der Platz ist in allen Seekarten eindeutig als Ankerplatz ausgewiesen, es kann höchsten sein, dass man das Dinghy nicht dort parken darf. Aber irgendwo muss man es ja schließlich lassen, wenn man an Land geht.

Mit dem aufgehenden Vollmond segeln wir zurück nach Puerto Calero

Nach einigen Überlegungen gehen wir Ankerauf und motoren davon, auf nächtliche Auseinandersetzungen haben wir keine Lust. Wenn Fuerteventura uns nicht haben will, dann fahren wir halt wieder zu unserem geliebten Lanzarote, da sind wir immer willkommen… Um 01:00 nachts liegen wir wieder an unserem Platz mit 59 Seemeilen im Kielwasser.

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3 Antworten zu Fuerteventura and back

  1. ULRIKE ANNEKEN sagt:

    Schade, schlecht gelaufen. Aber ich freue mich dass ihr zurück seid. Beso la rubia Ulrike

  2. Hallo ihr beiden,
    schade, ihr habt wohl das Highlight von Puerto del Rosario, die Gastro Bar La Jaira nicht besucht und die für uns besten Tapas der Kanaren verpasst. Wir denken immer gerne daran zurück.
    Viele Grüße von
    Dörte u Felix
    SY Festina lente

  3. Pia Åhlund sagt:

    Liebe Hexymama,

    solch ein Abenteuer!

    Viele Grüsse an Hexypapa 😀

    /Pia

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