Abgetakelt

Im Salon der Hexe fehlen schon die Deckenpaneele.

Der Winter streckt jetzt seine kühle Hand auch in den Süden Frankreichs aus, mit Tageshöchstwerten von 13 Grad und Dauerregen deutet sich ein Wetterumschwung an. Der Wind weht  aus dem nördlichen Quadranten, die Warmluftzufuhr aus südlicher Richtung ist auf längere Sicht blockiert. Gestern gab es nochmal so etwas wie ein spätsommerliches Intermezzo und Cornelia und ich haben die Neoprenanzüge angezogen und sind übers azurblaue Meer stehend  gepaddelt.

Seit heute Nacht regnet es und der Himmel ist grau, seit heute Morgen läuft die Webastoheizung, und schickt ihren willkommenen trocken-warmen Luftstrom durchs ganze Schiff.

Gestern war außerdem ein großer Tag für unsere neuen australischen Freunde, Graham und Anna, sie haben ihren neuen Outremer Katamaran, der auf den schönen Namen „Cara Mia“ getauft wird, erhalten. Susanne von der Lunara hat für uns alle ein 3-Gang-Menü gekocht, in großer Runde haben wir das freudige Ereignis ausgiebig gefeiert. Anschließend sind wir noch mit Tam, einem weiteren Australier und Freund von Anna und Graham, in der lokalen Hafenbar gestrandet und erst in den frühen Morgenstunden mit einem leicht schlingernden Kurs aufs Schiff zurück gekommen.

Was fehlt denn hier?

Die Vorbereitungsarbeiten für die anstehenden Lackierung gehen zügig voran. Nach zwei Arbeitstagen, mit zum Teil vier Outremer-Mitarbeitern ist bereits ziemlich viel demontiert und das Deck sieht ungewohnt leer aus – die Bug- und  Heckkörbe, sowie alle Umlenkblöcke, der Scheuerschutz, die Steuerbänke, die Vorschiffswinchen sind abgebaut. Im Inneren des Bootes fehlen überall die Deckenpaneele, und ohne die Relingsstützen mit ihren schützenden Relingsdrähten muss man draußen gut aufpassen, wo man hin läuft.

Die Rigger bei der Arbeit

Die Segel sind abgeschlagen, wobei die Rigger, besonders beim Großsegel echt harte Arbeit leisten mussten, über 100 Kilo wiegt das Segel und es wurde trickreich, sozusagen als zusammen geschnürte „Wurst“ mithilfe des Großfalls vom Großbaum aufs Vorschiff verfrachtet. Dort wurde es dann in üblicher Manier zusammengelegt (in Bahnen gefaltet) und anschließend unter Aufbietung aller Kräfte ins Cockpit geschleppt, gerollt, getragen und gezogen.

über 100 Kilo Segel

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs einen schönen frühwinterlichen Sonntag.

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