Autor: Hexymama

  • Von Cassis auf die Île des Embiez

    IMG_4767Zwei Tage haben wir in Cassis verbracht, da, wo andere Urlaub machen. Wir haben uns auch an den Strand gelegt, Frisbee gespielt (die Bloulekugeln sind keiner zuhause liegen geblieben), sind durch die kleinen pittoresken Straßen geschlendert, haben direkt am Hafen, direkt vom Fischer, ganz frischen aber sauteuren Fisch gekauft. IMG_4765Nur in den kleinen Cafés und Restaurants waren wir nicht, wir lagen mit unserem Boot so schön, dass wir aus dem Cockpit die bessere Sicht hatten, und das Bier oder der Apéritif ist bei uns auch günstiger!

    Aber wir haben es sehr genossen, den anderen beim Schlendern, Essen, Trinken, Einkaufen oder Schwimmen zuzusehen, und das eben vor dieser malerischen Kulisse bei schönstem Sonnenschein.

    IMG_4777Am Freitag haben wir uns dann aber losgerissen und sind, weil der Wind aus Südost kam, wunderbar bis zur Île des Embiez, die gegenüber von Sanary-sur-mer liegt, gekreuzt. Doof dabei ist nur, dass es durch den Wind bitterkalt ist. Volker hatte wieder mal die Segelkleider an, am liebsten hätte er auch noch die dicke Mütze und Handschuhe angezogen, aber er war lieber tapfer und hat gefroren. Ich bin ja nicht so fanatisch und muss nicht immer steuern, so konnte ich es mir im Schutze der Sprayhood mit meinem Kreuzworträtsel gemütlich machen, und hatte es deutlich wärmer. Blöd, dass man zum Segeln Wind braucht, ansonsten war es nämlich ein großartiger Segeltag, mit flachem Wasser und voller Sonnenschein. Und ein paar andere Segler haben wir auch überholt, das freut des Skippers Herz.

    IMG_4875Aber sobald wir am Liegeplatz in der recht großen Marina (750 Plätze) lagen, war die Kälte vergessen, windgeschützt liegen wir am Steg.

    IMG_4794Die Île des Embiez wurde 1957 von Paul Ricard, dem Gründer der gleichnamigen Pastis-Firma, erworben und schnell den erholung-suchenden Touristen geöffnet. Eine große Bilderausstellung im Freien erzählt alles über das Leben und Wirken dieses hochbegabten Unternehmers, der aber auch die Entwürfe für die Werbeplakate auf seinen Lastwagen selbst zeichnete, seine Familie und seine Freunde portraitierte, und offensichtlich an vielen Stellen Gutes tat. Es gibt drei Hotels und ca. acht Restaurants, Tennis-Courts, einen Pétanque-Platz, eine Tauchschule, ein Aquarium des ozeanographischen Instituts, und viele kleine Strände, die manchmal etwas Kletterei erfordern, aber idyllisch sind. Ach ja, und es gibt inseleigene Weinberge und eine Kelterei, die Weiß-, Rosé und Rotwein herstellt, der aber relativ teuer ist, weil es ja wirklich nur eine kleine Menge gibt.

    IMG_4867IMG_4871IMG_4866Die Insel ist auch berühmt für ihre Vielfalt an mediterraner Flora, jetzt ist das alles besonders schön, weil so viel in so vielen verschiedenen Farben blüht.

    IMG_4791IMG_4847IMG_4790IMG_4789Die Pinien beugen sich dem Mistral, und sind ganz schön schief. Und es riecht ganz vorzüglich, nach Pinien und Waldboden und und und…

    IMG_4837IMG_4844 IMG_4807Gestern sind wir am späteren Nachmittag aufgebrochen zum großen Inselrundgang, sind über sieben Kilometer gewandert, haben mehrere Hügel erstiegen, und großartige Ausblicke genossen. Nico war danach nur noch hundemüde…

    IMG_4851Heute sind wir zunächst mit dem Beiboot zu den kleinen Buchten gefahren, haben uns in einer zum samstäglichen Sonnenbad niedergelassen, und ich war, zum ersten Mal in diesem Jahr, im Meer schwimmen, in einem unglaublich türkisfarbenem Wasser, sensationell. Nico fand das Sonnenbaden auch gut, er konnte, wenn es ihm zu heiß wurde, mal eben ins Wasser, sich abkühlen, und sich dann wieder in den Steinen und Blättern wälzen, so ein Hundeleben!

  • Hier waren wir schon mal mit ‘nem Boot

    25. Mai 2015, Pfingstmontag, Baro 1011, sonnig, Wind NW 3-4, ab 11:00 um 5
    Saintes-Maries 08:35 – 16:00 Marseille, 44 sm

    Wir sind früh wach, zahlen die Hafengebühr von 39 € incl. Touristentaxe und legen gleich ab. Draußen muss nach dem Großsegelsetzen direkt der Spi hoch, das zieht gut, bis wir schiften müssen. Dabei verwickelt er sich, leider, oder Gottseidank, denn während ich noch dabei bin, den Spi zu packen, frischt der Wind auf, und wir hätten ihn sowieso runterholen müssen.
    11:30 Uhr: Der Wind frischt immer weiter auf, wir reffen zunächst die Fock, ziehen die Gummihosen an, und schlussendlich binden wir noch Reff zwei ins Groß. So ausgestattet, fahren wir wunderbar in die Bucht von Marseille, Port St. Louis liegt an Backbord.
    12:40 Uhr: Der Wind lässt wieder nach, wir schütten erst Reff zwei aus, zehn Minuten später auch Reff eins und die Fock, ruhiges Segeln zum Mittagessen. Danach wird es so wenig, dass Volker schon ans Motoren denkt, aber bei den anderen Seglern weiter in der Bucht sehen wir, dass da noch Wind kommen muss. Es sind erstaunlich viele Segelboote unterwegs, vielleicht segeln die eine Regatta. Wie es aussieht, führen sie keine Nationalflagge, das könnte darauf hindeuten.

    IMG_0143Wir haben Besuch an Bord. Schon am Vormittag kam so ein Urviech, und ruht sich immer noch unter der Sprayhood aus, und jetzt kam ein zweites angeflogen, das sitzt allerdings noch im Wind an der Außenseite, mal sehen, wie lange es sich da hält. Auch eine große Hummel hat sich auf unsere blaue Fockschot gesetzt, ich hab dann versucht, sie von dem doch eher gefährdeten Platz wegzuscheuchen, jetzt hat sie den grünen Wasserschlauch gewählt.

    Larissa rief gerade an und erzählte, dass ganz Darmstadt in blau-weiß erstrahlt, es scheint keine anderen Kleiderfarben mehr zu geben. Nun war gerade auch die Siegesfeier der Lilien am Karolinenplatz mit Autokorso, Darmstadt im Ausnahmezustand. Wahrscheinlich steigen direkt die Immobilienpreise ;-))

    14:30 Uhr: wir müssen weiter abfallen, um das Verkehrstrennungsgebiet, das die großen Schiffe nach Marseille führt, regelkonform rechtwinklig zu queren. Anscheinend sind wir die einzigen, die anderen Segler nehmen das nicht so genau, aber vielleicht haben die kein AIS, und denken, sie würden nicht gesehen. Danach sind es nur noch fünf Seemeilen bis zur Hafeneinfahrt.
    Und wir sind im Sommer angekommen. Angefangen haben wir heute morgen mit (ich) Strumpfhose, Rock und langärmeligem Funktionspulli. Später kamen noch die Segelhose und eine Windjacke hinzu. Vor einer Stunde haben wir bereits Segelhosen und Windjacken ausgezogen, jetzt fallen auch Strumpf- und lange Hose (bei Volker). Funktionsshirt und Longsleeve, bis wir mit T-Shirt und kurzer Hose, und Spaghettiträgern und Röckchen (jetzt dürft Ihr dreimal raten) Richtung Marseille segeln.

    Dort saß auch der Graf von Monte Christo im Gefängnis
    Dort saß auch der Graf von Monte Christo im Gefängnis

    In der Bucht macht leider der Wind schlapp. Zuerst fragen wir uns, warum der Segler vor uns auf dem anderen Bug fährt, dann merken wir, dass der Wind verschwindet und scheinbar aus allen Richtungen kommt. Zwei Meilen vor der Hafeneinfahrt ist er wieder da und wir können bis in den Hafen segeln.

    In der Société Nautique Marseille werden wir freundlich empfangen, sie haben uns nach meinem morgendlichen Anruf einen Platz reserviert. Der Hafenmeister kommt aus Guadeloupe, aber die Hitze in Marseille macht ihm zu schaffen, er zeigt mir unseren Liegeplatz und hat auch sonst noch einige nützliche Tipps parat.

    Da schaut die Kirche durch die Häuserschluchten hindurch
    Da schaut die Kirche durch die Häuserschluchten
    Der Aufstieg ist ganz schön anstrengend, so viele Stufen und Höhenmeter sind zu überwinden…
    Der Aufstieg ist ganz schön anstrengend, so viele Stufen und Höhenmeter sind zu überwinden…
    … aber man wird mit einem großartigen Ausblick belohnt, 360° Rundumsicht über die Bucht und das Hinterland
    … aber man wird mit einem großartigen Ausblick belohnt, 360° Rundumsicht über die Bucht und das Hinterland

    Nach demAufklaren und Abwaschen unserer Hexe machen wir uns auf – zu der hoch gelegenen Kirche “Notre Dame de la Garde”. Es geht endlos nach oben, erst winden sich die Straßen hoch, dann kommen noch unzählige Stufen dazu, ich bin fertig, als ich endlich oben ankomme. Aber wir werden belohnt mit einem großartigen Blick über das gesamte Tal, das Meer, die Inseln, das Stadion, unglaublich. Und auch die Kirche selbst ist wunderschön, mit reich geschmückten Kuppeln, Mosaiken, vielen Bildern, und einem Kreuzweg im Freien. Wie immer zünden wir eine Kerze an, (diesmal sogar zwei, weil ich nur ein 2-Euro-Stück im Portemonnaie hatte, und die kleinen Kerzen jeweils einen Euro kosteten), für die sicheren Überfahrten und die gesunde Heimkehr aller Segler.

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    Dann haben wir unten am Hafen noch ein Irish Pub gefunden für ein wohlverdientes Bier und einen Rosé und da hing doch wirklich so ein Schal (All the Best from Marseille to Trevor, Kay, Sarah and Ruben!)

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  • Doch noch Seebeine

    24. Mai 2015, Pfingstsonntag, Baro 1013, sonnig, Wind NW zuerst 20 Knoten, apäter weniger
    Cap d’Agde 09:35 – Saintes-Maries-de-la-Mer 16:35 42 sm

    Endlich machen wir die Leinen los! Nach fünf Tagen mit Wind in Sturmstärke weht es heute angenehm und es ist auch nicht so bewölkt wie vorhergesagt, sondern die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Der Wind kam immer aus West oder Nordwest, daher hat sich draußen keine große Welle aufgebaut.

    Wegen dreier Sperrgebiete müssen wir uns entscheiden, ob wir weiter raus fahren oder unter der Küste bleiben wollen. Wir nehmen den kleinen Umweg dicht unter der Küste gerne in Kauf, da kann man auch mehr vom Land sehen, unter die See bleibt flach. Schnell fährt die Hexe mit einem Fast-Amwind-Kurs bis zum Ende des Sperrgebiets, dann kann die ganze Fock raus und wir haben Halbwind, fahren 80 Grad, noch 35 Meilen bis Saintes-Maries-de-la-Mer. Dort sollen heute und morgen Prozessionen von Zigeunern zu der Kirche stattfinden und Umzüge. Angeblich liegt man auch mitten im Ort mit dem Boot. Hoffentlich hält der Wind durch.

    12:00 Uhr: Der Wind wird immer schwächer und dreht auf Ost, der Motor muss mitschieben. Es scheint, als hätten wir Bewuchs unterm Boot, selbst bei Vollgas ist die Hexe zu langsam. Wir konsultieren die Wetterberichte, ab morgen soll es wieder Wind geben, Dienstag und Mittwoch richtig viel. Jetzt müssen wir uns entscheiden, ob wir die vor uns liegenden 28 Seemeilen motoren wollen, oder ob wir 17 Seemeilen nach Port Camargue motoren, da ist es aber nicht wirklich schön, Saintes-Maries hingegen lockt mit einer angeblich wunderschönen Altstadt…

    13:30 Uhr: So langsam hat der Wind auf Süd gedreht und wieder aufgefrischt, ich stelle die Segel auf Halbwind ein und drehe den Motor langsamer. Das weckt natürlich den Skipper aus seinem Mittagsschlaf und wir können die letzten drei Stunden bis in den Hafen segeln.

    IMG_4556 IMG_4549 IMG_4547Noch vom Wasser aus sehen wir Trauben von Menschen am Strand und auf der Mole, das hat bestimmt mit den Zigeunerprozessionen zu tun, die hier zu Pfingsten stattfinden. Richtig, im Hafenbüro erfahre ich, dass es tatsächlich eine Prozession zu Ehren der “Vierge Noir”, der “Schwarzen Maria” ist, die von den Zigeunern ans Meer und ins Wasser gebracht wird.

    IMG_4557Es sind aber auch mindestens genauso viel Touristen dabei, und der kleine Ort läuft fast über von den Menschenmassen. Offensichtlich findet im Anschluss an die Prozession eine Messe in der Kirche statt, innendrin und rund um die Kirche herum singen, tanzen und beten die Gypsies, machen Musik auf uralten Geigen, Gitarren und Kontrabässen.

    IMG_4563Später setzen wir uns auf einen Drink in eins der vielen Restaurants hier. Eigentlich besteht der ganze Ort nur aus der Kirche, der Arena, zahlreichen Andenkenläden und unzähligen Restaurants, die fast alle mit riesigen Paella-Pfannen locken, auch die Miesmuscheltöpfe und die Pizzen sehen lecker aus. Am Nebentisch sitzen zwei Frauen, die manchmal urplötzlich anfangen, rhythmisch zu klatschen und zu singen.

    An der Rückseite von Saintes-Maries, nur zwei Straßen weg von der Uferpromenade, liegt der Etang des Launes. An dessen Ufer stehen mehrere hundert Wohnwagen, die jetzt völlig ausgestorben sind, weil ihre Bewohner alle in der Kirche oder im Ort sind. Ein Fest auch für Nico: Überall liegt etwas zu essen auf der Straße!

    IMG_4653Und noch ein Fest: Dank der freundlichen Informationsversorgung durch unsere Nachbarn Gerhard und Axel (vielen Dank euch beiden hierfür) waren wir, obwohl auf See, live dabei beim 1:0-Sieg der Darmstädter Lilien über St. Pauli, und damit in der Bundesliga angekommen. Volker hat schon überlegt, ob wir die Reise abbrechen müssen, damit er bei allen Spielen in der nächsten Bundesliga-Saison dabei sein kann 😉

    Heute morgen haben wir früh abgelegt und sind jetzt, bei strahlendem Sonnenschein, mit Spinnaker unterwegs nach Marseille.

    (Bilder folgen)

  • Die entfesselte Hexe

    09.03.2015, Baro 1016, sonnig, leichter Wind später Sturm bis 8 Beaufort
    Estartit 08:20 – Cap d’Agde 19:30, 80 sm

    Die Maje läuft aus
    Die Maje läuft aus

    Ich wache rechtzeitig auf, um der Maje zu winken, die sich auf die Fahrt nach Port Napoleon machen, 120 Meilen liegen vor ihnen. Wir legen auch bald danach ab, noch ist wenig Wind, und wir treiben gemütlich über kristallklares Wasser. Dann muss der Motor mitschieben, bei zwei bis drei Knoten Wind von hinten ist das nicht mehr schön.

    Um 10:00 Uhr sieht man, wie sich die Wasseroberfläche kräuselt, es kommt Wind, wir setzen den Spinaker. Eine Stunde später sind es über zwanzig Knoten, die Logge zeigt schon mal über neun Knoten Fahrt an, der Spi muss wieder runter. Ab 18 Knoten wahrem Wind wird bei uns der Spinnaker wieder eingeholt, zu groß sind die Kräfte, die auftreten, bei 150 Quadratmetern Segelfläche.
    Aber auch nur mit ausgebaumter Fock und Großsegel machen wir locker sieben bis acht Knoten Fahrt. Den Wind von hinten und die Sonne im Cockpit, ein Gefühl von Sommer. Es kommt immer mehr Wind, und Volker refft die Fock. Wir beschließen, nicht nach Canet-en-Roussillon zu fahren, sondern noch zwanzig Seemeilen weiter nach Gruissan. Dazu müssen wir halsen, und reffen vorher schon mal das Großsegel, denn der Wind hat auf über vierundwanzig Knoten zugenommen.

    Und dann frischt es schnell immer weiter auf. Mannomannomann! Der Windmesser pendelt bei 30 Knoten und klettert auch schon mal auf 35, das ist Windstärke 8.
    Zuerst wird das Boot immer schneller, fast immer über 10 Knoten und in einigen spektakulären Surfs werden die 15 Knoten überschritten. Volker refft die Fock auf ein handtuchgroßes Stück. Nachdem der Großbaum das dritte Mal im Wasser war, kommt auch das 2. Reff ins Großsegel. Vor dem Wind zu reffen ist nicht ganz einfach und kostet viel Muskelkraft, aber jetzt in den Wind zu fahren, würde das komplette Chaos auslösen und wir hätten die perfekte Salzwasserdusche. Und mit ein paar kleinen Tricks und Kniffen ist diese Art der Segelreduzierung ganz praktikabel! Mit den zwei Reffs im Groß und der kleinen Fock sind wir immer noch rasend schnell.

    Und jetzt bauen sich auch die Wellen auf eine respektable Höhe auf. Volker hat natürlich wieder seinen Einsatz: Er jauchzt vor Freude, wenn die Hexe die Wellen hinunter surft, schneller und immer schneller wird. Selbstverständlich muss auch die GoPro heute wieder arbeiten, den Film dazu gibt es hier zu sehen. Wenn die Hexe lossurft, wird zuerst das Heck von der Welle angehoben, der Wind drückt in die Segel, das Schiff beschleunigt, wird immer schneller und rast dem vorhergehenden Wellental entgegen. Ein magischer Moment! Ist der Surf vorbei, spürt man förmlich die Welle unter dem Boot entlang laufen, so ein bisschen wie Schlittenfahren durch Neuschnee, zu den Seiten spritzt das Wasser weg, und am Heck gurgelt laut rauschend das zurückströmende Wasser. Unser Top-Geschwindigkeit: 18,5 Knoten SOG ( Speed over Ground).

    Nico ist nicht ganz so begeistert, ihm machen die wilden Bewegungen eher ein bisschen Angst. Das kann man aber auch verstehen, er weiß ja gar nicht, was das alles bedeutet, dieses Gewackel und das Heulen des Windes.

    Bei dieser Wellenhöhe scheint uns die Einfahrt nach Gruissan nicht ideal zu sein. Ich telefoniere mit der Capitainerie, die meinen, dass man reinfahren könne, aber Volker gefällt die Einfahrt auch nicht, und so suchen wir eine Alternative. Cap d’Agde würde sich anbieten, da ist noch eine Insel vor der Einfahrt, es sind aber auch nochmal 20 Seemeilen mehr. Wir rechnen damit, dass der Wind abends nachlässt, uns der Kurs auf Steuerbordbug aus dem stürmischen Sektor herausbringt und das damit einhergehend die Wellenhöhe abnimmt. Ich rufe dort bei der Capitainerie an und die Antwort von dort bestätigt unsere Erwartungen. Wir setzen unseren Kurs ab nach Cap d’Agde.
    Nach weiteren drei Stunden anspruchsvollen Segelns nimmt tatsächlich der Wind ein bisschen ab, wir können in kleinen Schritten wieder ausreffen. Um 18:30 Uhr sind wir wieder mit voller Seegelfläche unterwegs. Der Wind weht nur noch mit zehn bis zwölf Knoten.

    Cap d’Agde ist gut zu sehen, der massive große Leuchtturm auf dem Felsen, mit demschwarz-gelbem Gefahrenzeichen davor, zeichnet sich gut vorm Horizont ab. Kurz darauf passieren wir die Hafeneinfahrt, bergen die Segel, starten den Motor und bereiten Fender und Leinen zum Anlegen vor. 19:30 Uhr sind die Leinen fest an dem Steg vor der Capitainerie. Was für ein Tag!

    Danach folgt noch ein bisschen Routine, die Segel werden ordentlich aufgeklart, die Leinen hübsch aufgeschossen (in Buchten gelegt), das Landstromkabel wird angeschlossen, das ganze Schiff wird mit dem Wasserschlauch entsalzt und ich gehe natürlich direkt mit Nico spazieren.

    Dann lassen wir den Segeltag Revue passieren, trinken ein Anlegebier, kochen etwas, das schnell geht und fallen müde in unsere Kojen. Denn bei solchen anspruchsvollen Wetterbedingungen ist Segeln zwar reizvoll, aber auch sehr anstrengend!

    Es grüßen der Skipper und die Capitania

  • Sonne, Felsen, Wald und mehr

    07.03.2015, Dienstag, Baro 1024, sonnig, Wind Nord 4-5
    Puerto Blanes 09:00 – Estartit 16:00 37 sm

    Glücklicherweise wirft mich der Hund früh raus, so haben er und ich die Gelegenheit, den kleinen Ort Blanes zu erkunden, dessen schönste Seite die Strandpromenade ist, mit zahlreichen Restaurants. Der Strand erstreckt sich unendlich weit nach Süden, wir gehen nur bis zu dem großen Felsen, dann kehren wir um und laufen durch die Stadt zurück zum Hafen. Es gibt sogar eine Fußgängerzone mit einem Calzedonia-Laden, vielen Cafés und Banken. Auch das Rathaus passieren wir, aber es gibt kaum wirklich schöne Häuser.

    Nico, halbgekentert im Körbchen
    Nico, halbgekentert im Körbchen

    Kaum bin ich wieder an Bord, Nico auch, nicht ohne kurz zuvor noch mit dem holländischen Hund zu spielen, da will Volker ablegen. Wir rufen den Marinero, denn der hat sich gestern, sozusagen als Unterpfand, unsere Schiffspapiere geben lassen, bezahlen 30€ für die Nacht, und legen ab. Der Nordwind ist kühl, das Termometer zeigt mittags um zwölf tatsächlich zwölf Grad, aber am Steuerrad im Wind fühlt sich das noch deutlich kühler an. Dafür gibt es heute zunächst keine Wellen, das Land hält sie ab, das Wasser ist ruhig und wir segeln hoch am Wind, soweit uns die Segel tragen…

    IMG_4085Die Landschaft ist schön, leicht hügelig, und abwechslungsreich. Schöne kleine Orte und Häuser auf den Hügeln tauschen mit doofen Hochhausketten am Strand.
    13:00 Uhr, Baro gestiegen auf 1027, der Wind hat pünktlich auf Ost gedreht, uns passt das genau, denn jetzt fahren wir 20 Grad Richtung Estartit. Nach der Wende ist die Sonne schön im Cockpit, der Wind hat auch ein bisschen nachgelassen, wir konnten die Fock ausreffen.

    Burg und Leuchtturm auf einem Felsen
    Burg und Leuchtturm auf einem Felsen

    Um 14:00 Uhr ist der Wind so schwach geworden, dass der Motor mitschieben muss, eine gute halbe Stunde lang, dann reicht es gerade so zum Segeln, und wir dümpeln die letzten sechs Meilen an dieser wunderschönen Costa brava entlang. “Brava” heißt “wild, feurig” und so sind viele der Buchten, mit scharfkantigen Felsen, bewaldeten Hügeln, dünn besiedelt mit ein paar Häusern und großen Hotels, oft in exponierter Lage oben auf einem solchen Felsen.
    In Estartit erwarten uns Martina und Jens von der Maje, die hier schon seit einer Woche “Urlaub” machen, denn bisher war der Wind viel zu stark, um über den Löwengolf, den Golfe du Lion zu segeln. Wir freuen uns alle sehr, dass wir uns noch einmal sehen, bevor die beiden nach Norddeutschland zurück müssen. Und wir haben noch mehr Glück, denn Jens hat ja ausgesprochen gut sortiertes Werkzeug und entsprechende Schrauben etc., sodass sich die beiden Männer an die Reparatur unserer Rollanlage machen. Volker zieht Jens in den Mast, damit der dort das Profil am Vorstag wieder zusammensetzen kann, das geht auch ganz fix, und dann kommt das Gepussel, um die richtigen Schrauben an der richtigen Stelle so zu fixieren, dass die Rollanlage wieder funktioniert. Gut, dass es inzwischen lange hell ist, denn es wird nach sieben Uhr, bis alles fertig ist. Zum Dank laden wir die beiden zum Essen ein, wir gehen in ein kleines Lokal im Ort, wo auch gerade eine Hochzeitsgesellschaft feiert, und bekommen leckeres spanisches Essen und Trinken für kleines Geld. Hier nochmal vielen Dank an Jens!

    Die Kraxelei wir mit einem großartigen Blick belohnt
    Die Kraxelei wir mit einem großartigen Blick belohnt
    … auch über den Hafen
    … auch über den Hafen

    Ich verbringe den nächsten Vormittag mit Korrekturlesen am Computer, Volker bleibt lieber aus der Sonne, er hat sich die beiden letzten Tage ganz schön die Nase verbrannt. Nachmittags laufen wir mit Martina und Jens zu einem kleinen Hochplateau über dem Ort Estartit, man muss ganz schön kraxeln, die Wege sind oft von gefallenen Bäumen versperrt. Nico findet den Ausflug großartig, er hat ja auch einen Allradantrieb. Oben werden wir mit großartiger Aussicht entschädigt.

    Die Blätter sind weich und faserig
    Die Blätter sind weich und faserig
    Und die Blüte ähnelt der einer Rose
    Und die Blüte ähnelt der einer Rose

    Der Pfad führte durch Pinienwälder, die wunderbar rochen, und auf dem Plateau wachsen Rosmarinbüsche, soweit das Auge reicht, durchmischt mit kleinen Stauden, die rosa Blüten haben wie Wildrosen, aber die Blätter fassen sich an wie Salbeiblätter.

     

    Thymian
    Thymian
    Rosmarinbüsche everywhere
    Rosmarinbüsche everywhere

    Wir entdeckenTymianpflanzen, davon kommt heute Abend etwas an den Salat, und der Rosmarin wird das Fleisch würzen.

    Die Iles de Medes, ein Naturschutzgebiet, und ein Tauch-Eldorado
    Die Iles de Medes, ein Naturschutzgebiet, und ein Tauch-Eldorado

    Am Ende des Plateaus schaut man nach rechts über den Ort und den Hafen, und links liegen die Iles de Medes, ein Naturschutzgebiet, das ein Tauchparadies sein muss, denn selbst jetzt, außerhalb der Saison, fahren täglich mehrere Tauchboote dorthin. Das waren wirklich wunderbare Aussichten, im wahrsten Sinne des Wortes!

  • Barcelona, adios

    06.03.2015, Ostermontag, Baro 1018, bedeckt, später sonnig, 10 Grad, Wind Nordost 3 – 5
    Barcelona 09:00 – Blanes 18:00, 44 sm
    Allegra und Löwi fahren um halb neun mit dem Taxi zum Flughafen, es war eine wunderschöne Zeit, und ich war froh, die beiden über Ostern bei uns zu haben. Wirl egen auch bald danach ab, motoren ein Stück aus dem Hafen und setzen noch in der Einfahrt die Segel. Als er das Vorsegel ausrollt, wundert sich Volker schon, warum es so schwergängig rollt. Wir wenden auch bald, damit wir nicht in das Verkehrstrennungsgebiet vor Barcelona einfahren, und kurz danach ruft Volker mich raus, weil er gesehen hat, dass an der Furlex-Rollanlage Schrauben losgegangen sein müssen, denn die ist ganz komisch am Vorstag nach oben gezogen. Mit Bangen rollen wir die Fock weg, glücklicherweise funktioniert es noch, vorher hat Volker Fotos gemacht, die ich eben mal an Ralf “Malwieder” schicke, unseren Ferndiagnostiker in Bootsbaufragen, damit Volker ihn um Rat bitten kann. An dieser Stelle ein großer Dank an Ralf und Inge für die kompetente Hilfe!
    Im Internet finden wir heraus, dass es in Puerto de Mataró und in Balís Seldén-Händler gibt, die hoffentlich die Reparatur machen können. Also motoren wir jetzt nach Mataró, einen Liegeplatz habe ich schon angefragt. Die Wellen sind sehr unangenehm, immer wieder haut die Hexe in sie hinein, und alles scheppert. Das ist so das Motoren, das ich gar nicht mag… (Und der Nico auch nicht, aber der schläft jetzt).
    Volker hat nachgedacht, und will probieren, die fehlende Schraube während der Fahrt einzudrehen, damit wir noch nicht in den Hafen müssen und ein bisschen mehr Strecke machen können. Wir lassen die Fock ab, und er schaut sich das Malheur genauer an, als er plötzlich sieht, dass das Fockfall beim Bergen am Schäkel abgerissen ist, und frei in der Luft rumschwingt. Wir versuchen, es zu packen, aber es ist schon zu hoch gerutscht. Also nehmen wir doch Kurs auf Mataró, um in Ruhe zu reparieren.
    Dort halten wir an der Pier, volker zieht mich hoch, und ich bekomme das Fall zu packen, dann schneiden wir den bösen Schäkel ab, denn der hat seinen Bolzen verloren, und knoten das Fall, nach dem Vorbild des Spifalls fest. Zu zweit finden wir heraus, wie dieser komische Knoten geht, von dem wir noch nicht einmal den Namen wissen, aber es scheint zu funktionieren.
    Jetzt muss die Fock wieder nach oben, aber irgendwo klemmt was, und als wir nach oben schauen, sehen wir, dass die Nut auch oben auseinander gegangen ist. So kann man die Fock nicht hochziehen. Also muss Volker in die Mastspitze, das ist mir zu hoch, und wir bitten einen vorbeifahrenden Radfahrer, uns dabei zu helfen, in der Hoffnung, dass Radfahrer kräftig sind. Aber auch er kann Volker nicht hochziehen, also winschen wir ihn gemeinsam nach oben. Das geht erstaunlich gut, und nach einer weiteren halben Stunde ist auch die Fock oben, und Volker kann wieder runterkommen. Wir bedanken uns bei dem Radfahrer, der weder Wasser, noch Bier oder Wein annehmen mag, er habe gerade mit dem Trinken aufgehört, sagt er. Wir räumen kurz auf und legen um 13:30 Uhr wieder ab.
    Jetzt heißt es aber richtig kreuzen. Der Wind nimmt weiter zu, hat in Böen schon mal über zwanzig Knoten. Er kommt leider immer noch genau von daher, wo wir gerne hinwollen, und die Wellen bauen sich auf über drei Meter auf. Nico bleibt meistens in seinem Körbchen, gut geschützt bei uns liegen, aber für uns ist es ziemlich anstrengend, Volker steuert die meiste Zeit, aber jede Bewegung erfordert Muskelkraft und das Ab- und Aufsteigen nach unten zur Navigation oder so ähnelt einer Bergbesteigung.
    In Puerto Blanes werden wir von freundlichen Marineros empfangen, ein ganz neu angelegter Hafen, mit sehr hohen Betonstegen, Strom, Wasser, alles, was das Seglerherz begehrt nach einem langen Tag auf dem Meer. Volker spritzt das Boot ab, um das Salzwasser abzuwaschen, ich führe den Hund aus, erkunde ein bisschen die Gegend, es ist ein netter kleiner Ort mit einem hohen Felshügel, den wir nach dem Abendessen an Bord halb besteigen, um bald danach müde ins Bett zu fallen.

  • Barcelona – mi amor

    Ostern in Barcelona
    Ostern in Barcelona

    Am Sonntag, dem 31. März sind wir hier angekommen, morgen, Montag, am 6. April, werden wir wohl weiter segeln. Allegra und Leonard sind zu Besuch über Ostern bei uns, und wir haben uns redlich bemüht, viele Facetten dieser faszinierenden Stadt kennenzulernen. Aber Barcelona ist so groß und voller Sehenswürdigkeiten, es gibt über dreißig Museen, ich weiß nicht wie viele Kirchen, Theater, Parks, Statuen, etc., dass man wirklich gar nicht alles in so kurzer Zeit anschauen kann.

    In der Altstadt sind die Gassen eng
    In der Altstadt sind die Gassen eng

    Am Mittwoch, dem Tag der Ankunft der Kinder, waren wir abends mit ihnen in der Altstadt in einer kleinen Tapasbar, dort durfte auch Nico mit rein. Da gab es köstliche kleine Spezialitäten zum Bier oder zum Wein, und am Ende bekam Volker noch einen Setzling eines Basilikum-Pflänzchens geschenkt. Dem mussten wir dann erst einmal ein Gefäß besorgen, dafür haben wir, schneller als geplant, ein Glas mit Silberzwiebeln geleert und zudem brauchte das Gewächs Erde. Die hat Allegra aus einem Blumenbeet hier am Hafen besorgt, und jetzt hegen und pflegen wir die kleine Pflanze, mal sehen, wie ihr das Segeln bekommt.

    Ein Mittagssnack nach langer Stadt-Wanderung
    Ein Mittagssnack nach langer Stadt-Wanderung

    Am Gründonnerstag folgten ausgedehnte Spaziergänge durch die wirklich hinreißenden Gassen und Plätze der Altstadt, auch dort waren wir natürlich nicht allein, aber es war noch nicht wirklich überfüllt. Es gibt natürlich alle Ketten-Läden, und besonders Desigual, der Modeladen, scheint omnipräsent, mit vielen Ladenlokalen in der Innenstadt zu sein. Aber es gibt auch pfiffige kreative kleine Läden, mit schönen Keramikarbeiten oder ein Geschäft, in dem man sich seine Schuhe aus den Einzelteilen Sohle, Bänder und Schnallen selbst zusammenstellen kann. Glücklicherweise gibt es auch kleine Cafés und Bars, in die man sich zu einer Pause zurückziehen kann.

    Für das Abendessen hatte Volker schon bei einem Spaziergang ein entzückendes kleines Restaurant ausgesucht, das hervorragendes, sehr gesundes Essen bot, ebenfalls eher in Tapas-Form. Wir verbrachten dort einen sehr schönen Abend in ausgesprochen angenehmer Atmosphäre.

    IMG_3970Wir haben uns immer ein bisschen vom Wetter leiten lassen, waren am Karfreitag bei strahlendem Sonnenschein am Strand, denn Allegra und Leonard mussten unbedingt ins Meer abtauchen. Dabei waren sie durchaus nicht allein, es gab einige mehr oder weniger ausdauernde Schwimmer, trotz der 14 Grad Wassertemperatur. Aber die meisten Menschen saßen auf dem warmen Sand, ja, tatsächlich, der Strand war voller Leute.Es kamen leider ununterbrochen Verkäufer vorbei, die „Beer, Cerveza, Bier“, oder „Mojito, Caipirinha“ oder „Massage, Massaje“ oder Strandtücher an verkaufen wollten. Das war schon ein bisschen nervig. Die Cafés und Restaurants im Carrer de Sant Carles, das direkt zwischen Strand und Hafen liegt, und ein ganz entzückender Stadtteil ist, waren so voll, dass Volker lieber eine Paella an Bord gekocht hat.

    Der Kirchturm von Santa Maria del Mar, die "Kathedrale der  Armen"
    Der Kirchturm von Santa Maria del Mar, die “Kathedrale der Armen”
    Ein Turm hnter der Kathedrale von Barcelona
    Ein Turm hnter der Kathedrale von Barcelona
    Der Eingang zur Kathedrale am Ostersamstag, mit Menschenschlange
    Der Eingang zur Kathedrale am Ostersamstag, mit Menschenschlange
    Typisches Gehsteigmuster
    Typisches Gehsteigmuster

    Ostersamstag haben wir uns noch einmal an der Altstadt versucht, da musste man schon die Gassen suchen, die ein bisschen neben den Haupt-Touristenrouten lagen, denn in den anderen Straßen war es so voll, dass man nur ganz langsamen Schrittes vorankam. An der Kathedrale standen die Touristen Schlange, und auch in den anderen Kirchen waren die Eingänge voller Menschen.

    Ein Gaudí-Bau in einer kleinen Seitenstraße
    Ein Gaudí-Bau in einer kleinen Seitenstraße
    Die Casa Batlló von Gaudí entworfen
    Die Casa Batlló von Gaudí entworfen

    Antoní Gaudí (1852-1926) war ein großartiger Architekt und Künstler, der Barcelona massgeblich mit seiner Architektur und Kunst geprägt hat. An ihm kommt man in Barcelona nicht vorbei, die Stadt ist voll von seinen Gebäuden, Skulpturen, Parks, der Sagrada Familia, einer großartigen Basilika, und, sozusagen, seiner Lebensaufgabe. Seine Werke haben, ebenso wie die Stadt Barcelona, einen Hang zum Monumentalen, aber auch die Detailverliebtheit auf der andere Seite vereint die Stadt und ihren Künstler.

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    Die Arkaden im Parque Güell
    Die Arkaden im Parque Güell

    Am Ostersonntag haben wir uns zu einem großen Marsch aufgemacht, wir wollten die fünfeinhalb Kilometer zum Park Güell laufen, ein Park, den Gaudí auf Veranlassung seines Gönners, des Industriellen Eusebi Güell entworfen und gebaut hat. Auch hier war der Weg das Ziel, er führte uns, vorbei an der Altstadt, durch großzügig angelegte Stadtviertel mit riesigen Parks und großen breiten Straßen, mit schönen Häusern, kurz, trotz über 20.000 Schritten, die wir zurückgelegt haben, war es nie langweilig.

    Die Schlange an der Kasse beim Park war gar nicht so lang, wie ich erfreut feststellte, aber die Freude war kurz, denn eine freundliche Frau informierte die Wartenden, dass die Karten, die man jetzt, um 13:00 Uhr kaufen kann, für eine Besichtigung der Monumente um 18:00 Uhr gelten. Aber im restlichen Park konnten wir auch so herumlaufen, nur dass das ungefähr auch gefühlt 10.000 weitere Menschen taten.

    Die Sagrada Familia gibt es wohl nicht ohne Gerüst
    Die Sagrada Familia gibt es wohl nicht ohne Gerüst

    Beim Rückweg haben wir noch einen Umweg in Kauf genommen, um die Sagrada Familia, eine von Gaudí entworfene Kirche zu sehen, die immer noch eingerüstet ist, weil sie, mehr als neunzig Jahre nach Gaudís Tod, immer noch nicht fertig gestellt ist. Wir waren vom vielen Laufen hungrig und durstig, und dachten, es sei eine gute Idee, vor dem langen Weitermarsch (denn an eine Besichtigung musste man heute auch nicht denken), uns ein bisschen zu stärken, großartiger Platz, mit Blick auf die Basilika. Das mussten wir bei der Abrechnung büßen, die Preise waren gegenüber dem Rest der Cafés exponentiell in die Höhe geschossen (neun Euro für ein Bier), aber wann sitzt man auch schon mal vor so einer Kulisse.

    Es gibt auch einen Triumphbogen
    Es gibt auch einen Triumphbogen

    Überall in den Parks sitzen Menschen, führen Hunde, Kleider, Kinder aus, und genießen den Feiertag, es herrscht eine freundlich-fröhliche Atmosphäre insgesamt. Wir werden gerne wieder nach Barcelona kommen, nicht unbedingt am Osterwochenende, eher außerhalb von solchen Feiertagen.

    Selbst das Schild sieht aus, als hätte Gaudí es entworfen
    Selbst das Schild sieht aus, als hätte Gaudí es entworfen
    Außerhalb der Altstadt …
    Außerhalb der Altstadt …
    … sind die Straßen breit …
    … sind die Straßen breit …
    … und lang
    … und lang
    wunderschöne Erker an einem Wohnhaus
    wunderschöne Erker an einem Wohnhaus
    am Park Güell
    am Park Güell
    auch sehr schön
    auch sehr schön
    Auch der Bahnhof ist ein architektonisches Kunstwerk
    Auch der Bahnhof ist ein architektonisches Kunstwerk
  • Good morning, Barcelona!

    30.03.2015, Montag, Baro 1018, leicht bewölkt, 20 Grad,
    Puetro d’Andratx 12:35 – Barcelona, 0755, 119 sm, davon 13 Motorstunden

    Nach Frühstück und letzten Einkäufen bringen wir Larissa und Johannes zum Bus, winken noch mal, und gehen schnell zurück aufs Boot, lösen die Leinen und ab geht’s. Ich bin vor solchen längeren Distanzen immer noch ein bisschen aufgeregt, aber es wird schon weniger. Man denkt dann drüber nach, was der Wind wohl so machen wird, wie die Wellen sind, und ob alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Aber wenn es denn soweit ist, die Leinen los sind, und sozusagen die See ruft, dann macht es Spaß, und ich freue mich auf die Zeit ohne Land.
    Leider kommt der Wind zuerst mit 10 Knoten genau von vorne, und wir motorsegeln zwischen Mallorca und der kleinen vorgelagerten Isla Dragonera, die tatsächlich die Form eines Drachens hat, durch, dabei sind die Wellen kabbelig und der Wind dreht in alle Richtungen. Der Wind wird häufig durch Kap-und Küstenlinien abgelenkt. Nach dem Cap de Formentor, dem nordöstlichsten Ende der Dracheninsel, dreht der Wind auf West, wir rollen die Fock aus und segeln. Das Glück dauert aber nur knapp zehn Minuten, dann lässt der Wind auf unter vier Knoten nach, und dreht sich einmal ums ganze Schiff herum. Also muss doch wieder der Motor mitschieben. So geht die Fahrt natürlich nicht so schnell, und das Gewackel der Wellen lässt die Segel schlagen, das ist nicht so angenehm.
    Nun entspannt sich eine Diskussion zwischen uns beiden über das anzusteuernde Ziel. Volker würde am liebsten soweit nordöstlich halten, wie es irgend geht, um möglichst nah an Perpignan zu sein, solange der Mistral mal pausiert. Macht natürlich auch Sinn aus seglerischer Sicht, aber: Ich dagegen bin ja mehr für die Kultur zuständig und würde gerne zumindest den Karfreitag in einer größeren spanischen Stadt verbringen, damit wir uns die großartigen Ostersonntagszüge anschauen können. Das ist hier in Spanien Kult. Alle Heiligenstandbilder, die sonst in den Kirchen verstauben, werden von Männer, die mit einer Art “Klu-Klux-Klan”-Kutte bekleidet sind, durch die Gassen getragen, dazu wird getragene Musik gespielt. So sind die Heiligen auch mal an der frischen Lift und die Gläubigen erfreut’s. Außerdem möchte ich gerne Allegra und Leonard ein bisschen spanische Städte bieten und die Aussicht auf mehrere Tage in dem langweiligen Canet-en-Roussillon lockt mich gar nicht.
    Um 14:30 Uhr quittiert der Tiefenmesser seinen Dienst, er sagt, die letzte gemessene Tiefe betrug 180 Meter ( mehr kann der nicht anzeigen)demnächst geht es noch weiter runter hier mit dem Meeresboden auf über 2.000 Meter. Mallorca und auch die Dracheninsel sind gut zu erkennen, langsam setzt sich die Sonne durch die Wolken durch, aber es bleibt diesig. Ab und zu ist eine Fähre zu sehen, die fahren ja fast den gleichen Weg, brauchen dafür allerdings nur sechseinhalb Stunden. Für uns sind es jetzt noch 97 Seemeilen bis Barcelona.
    Der Wind dreht immer achterlicher und die Wellen bleiben bei ca. anderthalb Meter, wir stellen die verkleinerte Fock in die Mitte zum Stabilisieren und reffen das Großsegel auf Reff 2, damit es nicht immer am Achterstag vorbei schlägt.
    16:00 Uhr, Baro 1017, nun wirkt Volkers Meereszauber. Ich hab ihn gefragt, ob er sich nleicht bekleidet aufs Vorschiff legt, um die Seejungfrauen anzulocken, aber er meinte, die seien jetzt moch in der Karibik, ihnen sei das Wasser hier noch viel zu kalt… Aber die Windsbraut, ja die wolle er anlocken! Und siehe da, kaum sind zehn Minuten vergangen, dreht der Wind auf West und bläst auf einmal mit 15 Knoten, die Windsbraut hat den schönen Segler gesehen und seine Bitte erhört. Was ein Seefraugarn!
    Direkt danach tauchen Delfine auf, zuerst jagen sie irgendetwas in der Ferne, aber dann kommen sie plötzlich zum Bug und spielen mit umserer dahinrauschenden Hexe. Wir hatten schon lange keine mehr gesehen. Immer wieder wundervoll! Nun sind wir schon auf über 1.000 Meter Wassertiefe.
    17:38 Uhr, Baro 1014,5 der Wind frischt weiter auf, wir reffen das Vorsegel ein bisschen ein.
    18:00 Uhr, Baro steht, der Wind ist auf unter sieben Knoten gefallen, wir motoren.
    18:15 Uhr, Baro steht, der Wind frischt auf, wir segeln, ich koche “Krautfleckern à la Toni”. Hat nicht ganz so geschmeckt, aber es ging.
    20:00 Uhr, Baro 105,5, Wind ist wieder bei 17 Knoten, Volker ist zufrieden mit dem Speed seiner Hexe. Tiefe über 1.800 Meter.
    20:15 Uhr Sonnenuntergang, der Windeinfallswinkel wird immer spitzer, nicht, dass wir nachher noch kreuzen müssen….
    21:50 Uhr, Baro 1018, noch 50 Meilen bis Barcelona, Wassertiefe 2.000 Meter, der Wind schläft wieder mal ein, da muss der Motor nochmal ran. In einer Stunde treffen wir die Fähre aus Barcelona, die sehe ich schon seit anderthalb Stunden auf uns zukommen, so ein AIS ist genial!
    22:45 die Fähre ist keine Fähre, sondern das Kreuzfahrtschiff Costa Diadema, es fährt auch in ausreichendem Abstand an uns vorbei, nur so ein Frachter mit Namen Warnow Jupiter ( bestimmt aus Warnemünde) kommt schrecklich nah heran, der Abstand soll laut AIS nur 90 m betragen, das ist uns viel zu nah, man weiß ja nie, ob die gerade Karten spielen oder schlafen… Also rufe ich auf Kanal 16 die Warnow Jupiter, bekomme aber keine Antwort, allerdings sieht es so aus, als würde er den Kurs ändern. Da höre ich plötzlich, wie das Kreuzfahrtschiff die Warnow Jupiter über Kanal 16 ruft, und ihm sagt, dass das Segelboot zu seiner Rechten ihn auf 16 gerufen hat. Dann antwortet der Funker der Warnow Jupiter mit slawischem Akzent dem Kreuzfahrer, dass er uns mehr Raum geben wird. Wahrscheinlich ist das so einer, dem Ratten in der Bilge lieber sind als eine Frau auf einem Schiff…( vermutet Cornelia)
    00:14 Uhr, Baro 1019, der Wind hat auf Ostnordost gedreht und wir segeln wieder, noch 38 sm, die Lichter der Großstadt erleuchten den Horizont.
    02:00 Uhr, Baro bleibt, Volker motort seit einer halben Stunde, ich übernehme die Wache. Es bleibt schaukelig, ich will das Großsegel reffen, aber irgendwie gelingt das nicht, da nehmen wir es ganz runter. (wenn es nur Wellen und keinen Wind gibt, lassen wir gerne das Großsegel stehen, weil es die Rollbewegung des Schiffes dämpft. Manchmal schlägt es dabei jedoch so heftig hin und her, dass man seine Fläche verkleinern muss. Das schont die Nerven und das Material).
    Man sieht total viele Sterne (auch den Jupiter), ich vergnüge mich zwischendurch mit meiner Sternen-App. Es ist so feucht, dass man denkt, es regnet, aber das geht ja bei dem Himmel gar nicht.
    04:15 Uhr, wir wechseln wieder, damit jeder noch eine Stunde Schlaf bekommt. Das klappt für mich, aber als ich meine Wache antrete, sind so viele Schiffe um uns herum, dass wir lieber zu zweit schauen, Volker draußen und ich am AIS.
    Mit Sonnenaufgang laufen wir in den Hafen von Barcelona ein, zuerst nur Öl- und andere Industrie, und dann die großartige Kulisse der Stadt. Der Sportboothafen liegt direkt bei den Ramblas, im Zentrum von Barcelona. Aber jetzt wird erst mal ausgeschlafen.

  • Adiós Palma

    28.03.2015, Samstag, Baro 1020, sonnig, Wind um Süd, später West, 7-23 Knoten
    Palma de Mallorca 11:10 – Puerto Andratx 16:00 Uhr, ca. 25 sm

    Schweren Herzens reißen wir uns nach vierzehn Tagen in Palma los, bei schönstem Sonnenschein und leichtem Wind kreuzen wir aus der Bucht von Palma heraus, damit wir ein bisschen weiter nach Westen kommen, für den großen Absprung Richtung Barcelona. Mit dem leichten Wind kommen wir heute sicher nur bis Puerto Andratx, vielleicht morgen dann weiter nach Sóller, je nachdem, wie der Wind sich gebärdet.

    Astrid aus der Marina ist sozusagen die gute Seele einiger Segler hier, sie kümmert sich um deren Boote, hält sie sauber, und lüftet, während die Eigner nicht an Bord sind. Vorgestern Abend hat sie uns einen guten Tipp gegeben, sie war nämlich – mitsamt Hund – auf dem Weg zu ihrem Lieblingsitaliener, gleich hier in Santa Catalina. Das hätten wir mal früher wissen müssen, dass man da den Hund mit reinnehmen darf. Wir waren gestern Abend auch dort und haben köstliche Pasta und Pizza gegessen, und mussten uns nicht drum grämen, dass Nico allein an Bord bleibt.

    IMG_3839 IMG_3846Und weil ja Freitag DER Ausgehabend der Spanier ist, sind wir nach dem Essen noch in die Altstadt gegangen, um im English Pub einen „Good Night Drink“ zu nehmen. Wir haben auf dem Weg in die Ausstellung von Rebecca Horn geschaut, in einem wunderschönen Saal waren verschiedene Spiegelobjekte mit Totenköpfen platziert, wer’s mag, und ein großes, sich langsam drehendes Karussell-ähnliches Objekt, das ebenfalls mit Spiegeln operierte.

    13:10 Uhr liegt das Cap de Cala Figuera querab, der Wind dreht mit, sodass wir jetzt nicht schön abfallen können und Spi setzen, sondern es geht weiter mit der Kreuz. Johannes fotografiert alles, und Larissa lernt brav Chemie. Es dauert allerdings nicht mehr lange, dann muss sie damit aufhören, denn der Wind frischt ordentlich auf, geht oft auf über 20 Knoten, und die Wellen werden kabbelig. Da kommt Larissa lieber raus, damit ihr unten nicht schlecht wird. Volker refft zuerst die Fock und dann auch ganz bald das Großsegel, dadurch fühlt es sich wieder angenehmer an. Und weil die Sonne scheint, ist es sowieso eigentlich ganz toll.

    IMG_3849Und immer weiter dreht der Wind, immer kommt er genau aus der Richtung, in die wir wollen, so kreuzen wir die 19 Seemeilen, und es werden sicher über 25, nur unsere Logge (die misst die Fahrt durchs Wasser) hat sich verabschiedet. Als wir im Hafen an kommen, zeigt sie an, dass wir 0,0 Seemeilen zurückgelegt hätten. Was ein Unfug!

    IMG_3851Unter dem Schutz der Felsen werden die Wellen wieder kleiner, und der Wind etwas schwächer, so können wir kurz vor dem Anlaufen der Zielbucht wieder ausreffen, und segeln, immer noch bei strahlendem Sonnenschein, in die Bucht von Andratx hinein. Hier bieten sich spektakuläre Ausblicke auf die Felsen, auf die Häuser darauf und über die gesamte Bucht. Im Hafen werden wir von den Mariners, wie fast immer, nett empfangen, wir haben einen wunderbaren Platz mit Blick auf die Bucht, und stärken uns erst einmal mit einem kleinen Imbiss.

  • Das “Zuhause-Gefühl“

    27.03.2015, Freitag, Baro 1023, sonnig, Wind Nord um 5, Palma de Mallorca

    Nun sind wir schon fast zwei Wochen in Palma, und allmählich kommt wieder das „Zuhause-Gefühl“ auf.

    Auf dem Weg vom Hafen zur Stadt
    Auf dem Weg vom Hafen zur Stadt

    Man erkennt es daran, dass der Weg aus dem Hafen bis zum Park, der am Anfang so lang schien, immer kürzer erscheint, weil er zur Gewohnheit geworden ist, und man dabei an alles Mögliche andere denkt, und nicht daran, wie lange man denn wohl noch braucht, bis man endlich mit dem Hund auf der Wiese ist, oder beim Bäcker, oder in der Markthalle.

    Und man merkt es auch daran, dass die Bäckersfrau mich begrüßt mit: „Olá, como estas hoy día?“ (Wie geht es Dir heute?). Und der mallorquinische Olivenverkäufer weiß, welche Sorte Oliven man bevorzugt. Wenn er mir am Ende des Einkaufs eine Olive für den Weg mitgibt, dann weiß er, dass ich morgens die grünen und nachmittags die schwarzen Oliven mag. Heute Morgen habe ich dann gesagt, dass wir wahrscheinlich bald mit dem Boot wegfahren, und er fragte ganz betroffen, wann wir denn wiederkämen. Er ist sehr stolz auf seine Insel und ihre originalen Produkte, sodass er sich gar nicht vorstellen kann, dass man Mallorca freiwillig verlassen würde. Auch bei dem Obst- und Gemüsestand, wo ich morgens Tomaten oder Mango oder Mandarinen zum Frühstück kaufe, bekomme ich immer eine Erdbeere zum Kosten. Manchmal eine von den kleinen mallorquinischen, die sehen nicht so ansehnlich aus wie die großen gezüchteten Erdbeeren, schmecken aber viel besser.

    Uns gefällt es hier ganz ausgezeichnet. Natürlich ist es noch außerhalb der Saison, obwohl jetzt, zur „Semana Santa“, der Karwoche, viele Besucher erwartet werden. Die Parkplätze im Hafen werden langsam knapp, und viele Bootseigner fliegen ein zum ersten Frühjahrssegeln. Wahrscheinlich muss man die Monate Juli und August meiden, aber in der restlichen Zeit ist die Insel so schön, und es gibt noch sooo viel zu sehen.

    Die Cala Sa Nau
    Die Cala Sa Nau

    Viele Teile der Insel haben wir mit dem Auto erkundet. Wir waren bei Sprühregen in der sonst so idyllischen Cala Sa Nau, haben bei Regen am Ballermann ein Bier in einer hübschen holländischen Kneipe getrunken.

    Brandung in ÜPorto Cristo
    Brandung in Porto Cristo

     In Porto Cristo waren wir vor fast einer Woche, da hatten die Wellen ganz viel Dreck und Algen aus dem Meer auf die Uferpromenade gespült, es sah grauenvoll aus. Eine Gruppe Spanier wurde offensichtlich gerade zu Strandrettern ausgebildet, mit Sofortmaßnahmen und Training auf Surfbrettern und mit Rettungsbojen, um Ertrinkende zu retten. In Santanyi haben wir hervorragend (zumindest ich) einen Mittagsimbiss (Lammstrudel) bei einem deutschen Restaurant  genommen, ebenso Chipirones (kleine Tintenfische) am Paseo Maritimo in Palma und das traditionelle Pa Amb Oli (Brot mit Schinken, Käse, Oliven und eingelegten Algenzweiglein) in Puerto Soller auf der westlichen Inselseite.

    Kacheln, die das Leben der heiligen Catalina zeigen
    Kacheln, die das Leben der heiligen Catalina zeigen
    entzückender Durchblick
    entzückender Durchblick
    wunderschöne Eingänge
    wunderschöne Eingänge

    In Valldemossa haben wir gefroren, obwohl es uns dort so gut gefallen hat, es gibt ganz entzückende kleine Straße, wunderbar dekoriert, mit Kacheln von der heiligen Catalina, die hier geboren ist.

    Der hochgepriesene Mittwochsmarkt in Sineu war leider komplett verregnet und kalt, daher waren wohl auch die traditionellen Stände nicht da. Außer ein paar Unterständen, wo ein Esel, eine Kuh, Hundebabys (Larissa wollte gleich eines mitnehmen), zahlreiche Hühner und Hennen feilgeboten wurden, war der Markt von schwarzafrikanischen Ramschständen dominiert.

    Die Küstenstraße hingegen gehört den Radfahrern. In Pulks oder alleine strampeln sie die Berge hoch, fahren entspannt die Hügel wieder  runter, aber bei den schmalen Straßen ist das Überholen für Autos manchmal schwierig, dann wird die Weiterfahrt etwas langsamer. Dafür hat man von oben grandiose Ausblicke auf das Meer oder die Bucht von Palma.

    Und wenn wir jetzt weiterfahren, gibt es immer noch so viele Sehenswürdigkeiten, die wir nicht besichtigt haben. Wir waren noch nicht in dem Castello auf dem Hügel nahe des Hafens, wir waren auch noch nicht in der berühmten Kathedrale von Palma. Das Museo de Arte Moderna wartet ebenfalls noch auf einen Besuch. Das Gute daran ist, dass das ein hervorragender Anlass ist, wiederzukommen, vielleicht auf dem Rückweg in Richtung Westen.

    Aber ein bisschen wehmütig wird es schon sein, wenn wir Mallorca den Rücken kehren werden…