Autor: Skipper Volker

  • Kurz vor…

    Grau, grau und grau
    Grau, grau und grau

    Gerade kam Cornelia, laut schimpfend, vom Nachmittagsgassigang mit Nico zurück. Grund ihrer Beschwerde ist das heutige Wetter. 1 Grad kalt, Regen, grau, vollflächig bewölkt, von Sonne keine Spur. Mit ihren kalten Händen versucht sie, unter mein Shirt zu kommen, um mir zu zeigen, wie kalt es wirklich draußen ist.

    Cornelia hat sowieso in den letzten Wochen so ihre Anpassungsprobleme an das kühle Klima Darmstädter Klima. Viel lieber wäre sie im Moment im relativ warmen Mittelmeersüden. Ich für meinen Teil bin heilfroh, meine superdicke Daunenjacke bei Decathlon gekauft zu haben, die bis minus 33 Grad getestet ist.

    Das Pfötchen ist verbunden
    Das Pfötchen ist verbunden

    Mit Nico waren wir am letzten Samstag wieder bei unserer Tierärztin, weil er erneut so einen schnell wachsenden Tumor am linken Bein hatte, wie im letzten Sommer. Der Beschluss zur neuerlichen OP war schnell gemeinsam gefasst, da alternativlos. Das Gewächs ist innerhalb weniger Wochen auf über zwei Zentimeter Größe angewachsen und wurde gestern bei unserer hiesigen versierten Tierärztin, Frau Dr. Schuba, in Griesheim, herausgeschnitten.

    Die OP verlief planmäßig und heute ist Nico schon wieder ganz munter unterwegs. Die Tierärztin betreut Nico schon seit dessen Kindesbeinen an und das nun schon über 14 Jahre. Wie die Zeit vergeht…

    Nana und Nico teilen die Decke
    Nana und Nico teilen die Decke

    Larissa’s Welpenmädchen wächst und gedeiht prächtig und hat mit seinen vier Monaten unseren Nico größenmäßig fast eingeholt. Erstaunlicherweise freut sich Nico mittlerweile jedesmal schwanzwedelnd, wenn er sie sieht, obwohl er sonst spielende und quengelnde Hundewelpen eher nicht mag. Beide zusammen geben im Park ein gutes Gespann ab.

    Da kann man schon eine Küche erkennen
    Da kann man schon eine Küche erkennen
    Hier kommt das Radio hin
    Hier kommt das Radio hin

    Gestern war es mal wieder soweit – wir haben frische” Fotos vom Baufortschritt unseres Katamarans aus LGM bekommen. Es  geht mit Riesen-Schritten voran, soviel steht fest, trotzdem gibt es noch genug am Boot zu tun.

    Anker und Trampolin sind schon am Platz
    Anker und Trampolin sind schon am Platz

    Wir hoffen sehr, dass es beim 4. Januar 2017 bleibt, und dass der Kat dann endlich, wie vorgesehen, ins Wasser kommt. Auf Nachfrage hin bei Outremer, stehen im Moment wirklich alle Lichter für das avisierte Datum auf grün.

    Die Darmstädter Fußballequipe, die Lilien, befindet sich seit zwei Spieltagen als Schlusslicht im tiefsten Tabellenkeller der Bundesliga und alle Fans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde nach der Winterpause und auf den Klassenerhalt. Wir haben gestern mit Freunden das Spiel gegen Hertha BSC-Berlin gesehen, das aber leider auch 2:0 verloren ging. Oh Fuballblues!

    Die Weihnachtsgeschenke sind fast vollzählig, nur für die Capitania muss ich gleich nochmal los. Und das ist doch gut, so kurz vor dem Heiligen Abend.

  • Laufplanke für die Capitania

    img_1434So langsam weihnachtet es in unserem Wohnzimmer. Die in Kisten gelagerte und verstaute Weihnachtsdeko, haben wir wieder aus den Stauräumen unseres Firmengebäudes rausgekramt und hübsch im Wohnzimmer drapiert. Die vier Lichterketten illuminieren bereits den Weihnachtsbaum, der seit gestern endlich an seinem angestammten Platz steht.

    Alle Jahre wieder: ein Traum von Weihnachtsbaum
    Alle Jahre wieder: ein Traum von Weihnachtsbaum

    Das war nicht so einfach, wie es sich liest, denn unser grüner Tannenfreund hat eine kleine “Behinderung”, einen sog. Bodenzwiesel. Wenn ein Hauptstamm sich in zwei Stämme teilt, spricht man bei einem Baum von Zwieseln. Dadurch war der Stamm ganz unten so dick, das ich ihn mit der Kettensäge mehrfach ausdünnen musste, bis er in unseren Christbaumständer reingepasst hat.

    Nur die Wachskerzen und die Kugeln oder Strohsternchen oder Lametta müssen noch warten, die dürfen erst am 23. Dezember an den schönen Baum. Aber so können wir uns schon am Morgen an dem Weihnachtsfeeling erfreuen.

    Bereits vor ein paar Tagen hat Cornelia ein, ich nenne es mal “vorweihnachtliches Geschenk” erhalten.

    Die Hexen pflastern den Weg aufs Boot
    Die Hexen pflastern den Weg aufs Boot

    Damit die Capitania auch bei dem neuen Kat einfach und elegant an Land gehen kann, haben wir bereits im Vorfeld direkt beim Hersteller in Slowenien eine Gangway bestellt. Die ist 2,6 Meter lang, 35 Zentimeter breit und aus leichtem superstabilen Carbon hergestellt. Gerade einmal 7,6 Kilo wiegt die Laufplanke und ist zudem mit einem praktischen Handlauf für ein sicheres An-, bzw. Von-Bord-gehen ausgestattet. Zudem hatten wir die Möglichkeit, die Gangway zu personalisieren und so ist sie jetzt dank der Hexensymbole und dem Namenszug ein ansehnliches Unikat, das bald seiner Bestimmung zugeführt wird.

    Auch Nico übt schon den Gang über die Planke
    Auch Nico übt schon den Gang über die Planke

    Apropos Bestimmung, wir müssen uns noch ein bisschen gedulden, bis unser Kat ins Wasser kommt. Vor zwei Tagen haben wir von Outremer mitgeteilt  bekommen, dass der Krantermin auf den 4. Januar verlegt wurde, damit noch einige Details in der trockenen Produktionshalle installiert werden können. Uns soll es recht sein, das gibt uns hier in Darmstadt ein paar Extratage, um wichtige Dinge zu regeln. Wir haben jetzt den 2. Januar als Abreisetag nach Südfrankreich eingeplant.

    Ich weiß nicht, wer in der letzten Woche die Vendée-Globe-Regatta verfolgt hat. Ein Teil des Regattafeldes ist durch ein Gebiet mit Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern und Wellen von über 10 Metern Höhe durchgesegelt, diesmal Gott sei Dank ohne größere Schäden an Schiff oder Skipper. In der Woche davor hatte eine Starkwindfront sowie ein paar  Kollisionen mit unbekannten Unterwasserhindernissen, sog. “UfOs” (Undefined floating Object), zu einigen Ausfällen geführt, mit der Folge, dass von den einst gestarteten 29 Teilnehmern, nach 41 Segeltagen nur noch 22 Segler im Rennen sind. Hier findet man einen Film darüber: http://www.vendeeglobe.

    Das mehrwöchige extrem spannende Kopf-an-Kopf-Duell zwischen dem Franzosen Armel le C’leac’h mit seiner “Banque Populaire” und dem Engländer Alex Thompson auf der “Hugo Boss” hat leider vor ein paar Tagen ein zumindest zwischenzeitliches Ende gefunden. Alex Thomson hat sich in einem Tiefdruckgebiet mit wenig Wind festgefahren und kann diesem, wie es scheint, im Moment nicht entfliehen, mit der Folge, dass sich der Abstand zwischen den beiden auf fast 400 Seemeilen vergrößert hat. Neun der Teilnehmer haben das Kap Leeuwin umrundet und damit bereits die Hälfte der Weltumsegelung in ihrem Kielwasser. Es ist sicher noch verfrüht, davon zu sprechen, dass diese Topsegler nun auf dem Heimweg sind, denn noch gilt es, das berüchtigte und häufig sturmumtoste Kap Hoorn zu runden.

  • Weihnachtsgänse, Tannenbaum …

    Nachbarschaftstisch, besetzt
    Nachbarschaftstisch, besetzt

    Zahlreiche Ereignisse reihen sich aneinander. Am Sonntag war unser jährliches traditionelles vorweihnachtliches Nachbarschaftsessen in einer fröhlichen Runde. Zwei von der Capitania vorbereitete Gänse schmorten im Ofen einige Stunden vor sich hin und 22 selbstgemachte Semmelknödel mit Speck und Lauch wurden liebevoll von mir gerollt. Zudem wurden in den Nachbarschaftshaushalten leckeres Rotkraut und schwäbische Spätzle zubereitet. Zudem gab es zum Dessert Kuchen und Mousse au Chocolat. Was für eine Gaumenfreude, was für ein schönes Zusammentreffen

    Nebenbei bemerkt habe ich heute bei einem Weihnachtsartikel bei Spiegelonline gelernt, dass der menschliche Körper bis zu 60 Stunden an so einem feudalen Mahl verdaut, wer hätte das gedacht.Aber solange habe ich es natürlich nicht bis zum nächsten Essen ausgehalten.

    Weihnachtsbaumlieferant
    Weihnachtsbaumlieferant

    Ja, und alle Jahre wieder steht das Weihnachtsfest vor der Tür und es wird Zeit, einen Christbaum zu kaufen. Und wie alle Jahre üblich, kaufe ich den bei meinem Tannenbaumhändler aus dem angrenzenden Odenwald, der mir diesmal mitgeteilt hat, dass er seine Bäume nun nicht mehr chemisch düngt, sondern Schafe durch die Baumreihen laufen lässt. Ich habe ihm gesagt, das es mir egal ist, ob der Baum biomäßig angebaut wird, da ich nicht vorhabe, ihn zu verspeisen 🙂

    Es gibt schon lustige Trends heutzutage…

    Wie alle Jahre üblich ist der Baum zu groß und muss erst wohnungsgerecht gestuzt werden. Nur, im Gegensatz zu den anderen Jahren, war Cornelia mit dabei beim Baumkauf und hat mit guten Vorschlägen nicht gegeizt und für einen kleineren Baum votiert, allerdings erfolglos. Nach einem ausgiebigen Schnack mit dem Bioweihnachtsbaumzüchter und ein paar flotten Sprüchen, haben wir das grüne Monstrum sicher verzurrt auf das Dach unseres Kangoos gepackt.

    Der wundervoll restaurierte Eingangsbereich des Museums
    Der wundervoll restaurierte Eingangsbereich des Museums

    Heute Abend waren wir zu einer Führung durch eine Sonderausstellung mit Werken des englischen Bildhauers Tony Cragg in das hessischen Landesmuseum eingeladen. Der Kurator der Ausstellung dozierte sehr bildlich und verständlich über die ausgestellten Exponate des Künstlers, der in Wuppertal sein Atelier hat. Uns haben besonders die Skulpturen aus Schichtholz sehr fasziniert, und damit sind wir wohl nicht alleine, denn gerade diese Werke sind bei Sammlern sehr beliebt und werden im 6-stelligen Eurobereich gehandelt. Die Capitania und ich waren uns nicht nur aus monetären Gründen einig, dass ein Schiff kein geeigneter Ort für eine 2 Meter große Skulptur ist. Anschließend haben wir auf eigene Faust noch kurz eine Sonderausstellung über historische Reiseplakate in der oberen Museumsetage angeschaut – schöne Werbeposter aus längst vergangenen Zeiten, sehr sehenswert.

    Hier sind die Links:

    Tony Cragg

    Plakatausstellung

  • Bootsbau

    In genau 10 Tagen, am 19. Dezember 2016, soll unsere neue HEXE “geboren”, in ihr Element, in das Meer gekrant werden. Vor ein paar Tagen kam die Bestätigung von unserem Katamaranbauer Outremer. Wir sind natürlich schon entsprechend aufgeregt und planen unsere Anreise nach LGM, damit wir dieses einmalige Ereignis filmen und vor allem angemessen würdigen können. Ein Traum wird bald für uns wahr werden, auch wenn nach dem Krantermin noch erhebliche Restarbeiten an unserem neuen Schiff auszuführen sind, für die dann jedoch kein Hallenplatz mehr benötigt wird. Bis zur finalen Übergabe sind es dennoch mehr als zwei Monate.

     

    …der Wahl
    …der Wahl
    Die Qual…
    Die Qual…

    Den Kaufvertrag für unseren Kat haben wir im Januar 2016 auf der “Boot” in Düsseldorf unterzeichnet, Baubeginn war Anfang Mai. Jetzt geht es Schlag auf Schlag mit der Fertigstellung weiter. Vielleicht ist das Ganze mit einem Hausbau zu vergleichen, am Anfang ist nicht viel zu sehen, erst, wenn der Rohbau steht, geht es endlich mit sichtbaren großen Schritten voran. Ein wichtiger Bauabschnitt, bei dem in den letzten Wochen große Fortschritte sichtbar wurden, war bei unserem Kat der Innenbau. Und der unterscheidet sich dann maßgeblich vom besagten Eigenheim. Das Eigenheim wird mit gekauften Möbeln dekoriert, an der Wand sieht man den Putz oder die Tapete. Beim Boot wird die Wand schon mit Holz verkleidet und die Möbel sind integriert und nicht nur einfach hingestellt. Dadurch prägen die Holzelemente im Schiff maßgeblich dessen Gesamtdesign. Die gestalterischen Möglichkeiten der stolzen Bootseigner sind damit, zumindest bei Serienschiffen, begrenzt, weil die “Möbel” mit eingebaut sind. Je größer die Werft und je mehr Boote produziert werden, umso weniger kann der Eigner mitbestimmen. Weil eben jeder Produktionsschritt auf höchste Effizienz ausgerichtet ist.

    Die Schränke sind schon eingebaut
    Die Schränke sind schon eingebaut

    Bei unserem Kat war da Spielraum, obwohl es sich auch um eine Serienproduktion handelt.  Es kann jedoch eher von einer relativ kleinen Serie die Rede sein, da pro Monat ca. zwei Katamarane fertiggestellt werden. Das lässt dem Kunden einen gewissen Gestaltungsspielraum, was möglich ist, wird werftseitig realisiert. Gerade diese begrenzte Mitgestaltung fördert von Anfang an die Bindung zum Schiff, da die individuellen Ideen spätestens am Ende der Bauphase sicht- oder erlebbar sind. Auch wir haben einiges an Ideen und seglerischer Erfahrung in der Bauzeit einfließen lassen und sind sicherlich nicht nur deswegen sehr gespannt, wie das Endprodukt aussehen wird

    img_4472Wir wünschen Euch allen ein schönes Wochenende, mit einem geruhsamen 3. Advent.

  • Im Norden unterwegs

    Nach zwei schönen Tagen bei Barbara und Joachim haben wir Rostock hinter uns gelassen und uns nach Hamburg aufgemacht, um unseren Sohn Leonard zu besuchen. Der hat seit ein paar Tagen eine neue Wohnung gemietet und wir waren natürlich neugierig, wie diese aussieht. Zentrumnah in Eimsbüttel befindet sich die schöne 3-Zimmer-WG-Wohung in einem belebten Viertel.

    das Restaurant, wunderschön
    das Restaurant, wunderschön
    … und Fleischvorräte
    … und die Fleischvorräte
    Tim Wälzers Hexenhaus
    Tim Mälzers Hexenhaus

    Zum gemeinsamen Mittagessen ging es in die Bullerei, das über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannte Restaurant von dem berühmten Fernsehkoch und Buchautor Tim Mälzer. Die Bullerei liegt zwischen dem Messegelände, dem Schlachthof und dem kultigen Schanzenviertel. Die Speisekarte bietet vom kreativen Fischburger über herbstliche Kohlspezialitäten bis hin zu bodenständigen Nudelgerichten eine breitgefächerte Auswahl in einem echt schönen ehemaligen Industrieensemble. DiePreise pro Gericht variieren zwischen 10 und 18 Euro und die Portionen sind mehr als ausreichend und superlecker. Nach einem kurzen  Rundgang mit Leonard als Führer durchs Schanzenviertel haben wir uns auf den Weg nach Kiel gemacht, um Patrick und Annett zu besuchen, die wir im letzten Frühjahr in LGM kennenlernten.

    U-Boot-Mahnmal in Heikendorf
    U-Boot-Mahnmal in Heikendorf

    Gleich nach der Ankunft haben wir einen ausgiebigen Spaziergang an der Kieler Förde gemacht und dabei das Mönkendorfer U-Bootmahnmal besichtigt, das an die 30.000 U-Bootfaher erinnert, die in beiden Weltkriegen ihr Leben gelassen haben und deren Namen auf Bronzeplatten verewigt sind. Ein beklemmendes Erlebnis.  Ansonsten ist der Ausblick über die Förde hin zur Schleuse vom Nord-Ostseekanal einzigartig schön.

    Abends gab es ein wohlschmeckendes Boeuf-Bourgignon und nach einem schnackintesivem Abend und einer ruhigen Nacht war es auch hier an der Zeit, Abschied von unseren Freunden zu nehmen, um nach Darmstadt zurück zu fahren.

    Sunset an der Förde
    Sunset an der Förde

    Insgesamt haben wir in den vier Tagen mehr als 1.800 staufreie Kilometer zurückgelegt-eine unglaublich große Entfernung in kurzer Zeit, wenn man es mit der Langsamkeit des Segelns vergleicht.

    Morgen geht es mit unserer alten Schiffsuhr zum Uhrmacher nach Frankfurt, der die kaputte Mechanik wieder zum Gehen bringen soll. Wir sind heilfroh, dass wir dank dem Hinweis von Joachim endlich einen Uhrmacher gefunden haben. Zahlreiche Uhrmacher haben bereits beim Anruf ablehnend reagiert und uns wissen lassen, dass sie keine Schiffsuhren reparieren wollen. We will see. Und vielleicht auch den Weihnachtsmarkt in Frankfurt.

    Aufschrei im Hafen
    Aufschrei im Hafen

     

  • Ostseewochenende

    Gruppenfoto mit Weihnachtsbaum
    Gruppenfoto mit Weihnachtsbaum

    Leise dringen die Fangesänge der Hansa-Rostock-Fans aus dem nahegelegenen Ostseestadion zu uns hinüber und begleiten uns bei unserem Spaziergang entlang der winterlichen Warnow. Wir sind für ein Wochenende in Rostock, um unsere Freunde Barbara und Joachim zu besuchen, die seit fast zwei Jahren ihren Lebensmittelpunkt in der schönen Hansestadt Rostock haben.

    Die weltgrößte Weihnachtspyramide mit Restaurant im ersten Stock
    Die weltgrößte Weihnachtspyramide mit Restaurant im ersten Stock

    Gestern Abend waren wir auf dem größten Weihnachtsmarkt im Norden Deutschlands, wie es werbewirksam aus dem Autoradio zu vernehmen ist.  Über 250 Buden reihen sich dicht an dicht beginnend am Kröpeliner Tor, vorbei am Universitätsplatz bis hin zum Neuen Markt und bieten neben traditionellem Kunsthandwerk zahlreiche regionale Köstlichkeiten an. Der Rostocker Weihnachtsmarkt ist nicht nur bei den Bewohnern der Hansestadt sehr beliebt, sondern auch bei den Schweden. Einige zehntausende Besucher kommen mit Reisebussen aus dem fernen hohen Norden und genießen den vorweihnachtlichen Budenzauber – insgesamt sind es über eine Million Besucher.

    Früher hat man an den Bäumen Harz gewonnen.
    Früher hat man an den Bäumen Harz gewonnen.

    Heute haben wir einen Ausflug an die leeren Strände der Ostsee unternommen und uns vom kühlen Nordwind einmal so richtig durchpusten lassen. Beim abschließenden Besuch auf der Seebäderbrücke von Graal Müritz fanden wir einen erleuchteten Weihnachtsbaum am Ende der hölzernen Brücke vor. Sehr stimmungsvoll! Auf dem Rückweg ging es mit der Autofähre zurück über die Warnow nach Rostock, wunderschön!

    Wir haben noch garnicht erzählt, dass unsere spanischen Käufer Last-Minute-mäßig vom Kauf unserer Hexe Abstand genommen haben, was uns mehr als verwundert hat. Zumal sie uns noch am Vortag eine Strafklausel im Kaufvertrag aufs Auge drücken wollten, wenn wir das Schiff an einen anderen vertickern. Ebenso war als Ergänzung zum Kaufvertrag eine Pflegeliste erwünscht, auf der ich alle Produkte vermerke sowie  einen Fahrplan erstellen sollte, mit denen ich die HEXE auf Hochglanz halte. Mehr als seltsam, das Benehmen der Spanier. Unser Makler und wir haben unzählige Stunden mit dem Vertragshinundher der Spanier zugebracht, die zudem ihrerseits unnötigerweise einen Anwalt bemüht haben. Was für ein Aufwand, nur um letztendlich eine fadenscheinige Absage zu bekommen. Wir sind total gefrustet – deswegen – oh Ärger…

  • Auf der Nordsee

    Schön war das Segeln auf der Nordsee, fast wie früher. Wenn nur der Anlass für diesen kleinen Törn nicht so traurig gewesen wäre. Abschiede tun weh, besonders wenn sie entgültig sind. Klar geht das Leben weiter und die Zeit heilt sicher viele Wunden, aber trotzdem…
    Vorgestern Morgen waren die kleinen Kanäle, die sogenannten Grachten in Holland von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Die Nacht von Sonntag auf Montag war richtig kalt, früh morgens hat das Thermometer bei eisigen minus 5 Grad gestanden. Gut, wenn im Schiff eine funktionierende Dieselheizung eingebaut ist. Damit kann man das Wintersegeln auf dem einsamen Ijsselmeer genießen und abends gemütlich zusammensitzen. Passend zum kalten Wintermorgen ging die Sonne grell scheinend im Osten auf und hüllte die Landschaft in ein goldenes Licht.

    Ende dieser Woche fahren wir nochmal für ein paar letzte Tage nach LGM. Der Verkaufsprozess unserer Hexe an die Spanier geht langsam, aber seit heute stetig voran und wir glauben, dass er bald über die Bühne geht. Momentan ist der 6. Dezember als Übergabetag gedacht. Wir wollen dann am 5. Dezember unser gesamtes Hab und Gut in Umzugskartons packen und bei Outremer bis zur Bootsfertigstellung zwischenlagern. Nur die Kleider und das Bettzeug gehen mit nach Darmstadt, damit die wenigstens garantiert trocken und staubfrei bleiben. Dann kommt die bootlose Zeit, bis Ende Februar.

    Unseren Blog werden wir in reduzierter Form weiterschreiben und über die Baufortschritte bei unserem Katamaran berichten. Auch die Internetadresse (und der Bootsname) wird die gleiche bleiben, da wir uns so mit dem Namen “Hexe” verbunden fühlen. Kurz prägnant, mit schönem Logo, leicht für die Hafenbehörden dieser Welt zu verstehen. Was will man mehr beim Bootsnamen. Alles geht natürlich als Name, und viele Gedanken werden sich um Schiffsnamen gemacht, fast wie bei der Namenswahl der eigenen Kinder.

  • Lausekalt

    Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang
    Der Turm in Hoorn bei Sonnenuntergang

    ist es heute Abend in Hoorn am Ijsselmer, nördlich von Amsterdam und trotz dicker Plolarjacke kühlt der Wind mich aus. Morgen segeln wir nach Ijmuiden, vorbei am historischen Leuchtturm von Marken bis zur Oranjeschleuse, die als Tor zum Nordseekanal dient, der dann bis zur Nordsee führt. Auf dem Kanal werden wir die historische Innenstadt von Amsterdam zu unserer Linken lassen, um anschließend die Öllager von Amsterdam zu passieren. Berufsschiffahrt gibt es auf dem Nordseekanal reichlich, kleine Frachtschiffe, Fähren, Ausflugschiffe, Ozeanriesen und natürlich auch Sportschiffe bevölkern den vielbefahrenen Kanal.

    img_2201Kurz vor Ijmuiden geht es in die Seeschleuse und danach befindet man sich am gezeitenumspülten Ende des Nordzeekanals und der Retortenbadeort Ijmuiden liegt vorm Bug. Die einen bezeichnen die Kanalfahrt als eintönig, Cornelia und ich genießen derlei.
    Wir segeln, zur Aufklärung unserer Leser, auch nicht mit der Hexe, sondern mit der Old Salt, einer Bavaria 390 und deren Eignerin, ein paar Tage im kalten Norden. Der kalte Norden ist es erst seit heute, wie uns glaubhaft umd mehrfach versichert wurde. In Köln, auf der Hinfahrt, hatten wir noch schnucklige 15 Grad, in Düsseldorf waren es dann nur noch zehn und bei der Ankunft in Hoorn blies uns der kalte Ostwind frische 7 Grad entgegen.

    Wir haben alle warme Kleidung, die unser Kleiderschrank hergibt, in Taschen gepackt, einschließlich warmer Skihandschuhe und Kunstfellmützen. Im Laufe des Wochendes soll es dann der Nullgradgrenze entgegen gehen, aber die Sonne und der blaue Himmel werden uns den Wintersegelspaß versüßen.

  • Was für ein Verkehr

    covilleIm Moment ist auf den Weltmeeren seglerisch so viel los, das ich morgens erstmal gar nicht weiß, welche Website man anschauen sollte. Bei der Vendée-Globe-Regatta haben die Führenden jetzt so richtig Fahrt aufgenommen und segeln Stundendurchschnittsgeschwindigkeiten von über 20 Knoten. Selbst die hinteren im Feld der 29 Starter haben den Äquator und die windarme Zone der Kalmen durchquert. Zwei Teilnehmer mussten bereits wegen Materialfehlern aufgeben. Seit ein paar Tagen ist noch ein Solosegler unterwegs, allerdings auf 3 Rümpfen. Thomas Coville will mit seinem Trimaran “Sodebo” den Einhandrekord für die schnellste Weltumsegelung brechen, die bisher bei 59 Tagen lag. Mittlerweil hat Coville nach 14 Tagen Segelzeit das Kap der guten Hoffnung umrundet, und liegt rechnerisch einige hundert Seemeilen vor alten Rekordzeit. Mehr hier:

    idecUnd noch ein Trimaran ist unterwegs, um einen bestehenden Rekord zu brechen, nur nicht im Solobetrieb, sondern mit kompletter Mannschaft. Es handelt sich um eine alte Bekannte, dem Trimaran “Idec” mit dem deutschen Boris Herrmann als Navigator und Taktiker an Bord. Idec will den Weltumsegelrekord, die Lues-Vernes-Throphy, brechen. Es ist der zweite Anlauf nach 2015, beim ersten Versuch wurde die angestrebte Rekordzeit nur um einige Tage verfehlt.
    Es ist also richtig viel los auf dem Wasser und auf den Webseiten der Veranstalter oder Teilnehmer.

    Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen
    Mitten im Herbstlaub blühen die Gänseblümchen

    Wir sind seit gestern wieder in Darmstadt, um ein paar Punkte auf unserer langen To-Do-Liste abzuarbeiten. Freundlicherweise haben wir die Wärme des Südens nach Hessen mitgenommen – 16 Grad beim Start in LGM und 15 Grad bei der Ankunft zu Hause, dank starken Winds aus Süd. Im Radio wird wegen des komischen Wetters vor Erkältungen gewarnt, und grad kitzelt es in der Nase ;-(( .

  • Eiserne Kugeln

    Neben viel Beton in allen Facetten,gibt es in LGM auch ganz viel grün. Laubgrün und kieferngrün und grasgrün, in Parks, in Alleen, am Straßenrand und auf zahlreichen Spielplätzen. Nico liebt LGM, es gibt sooo viele Auslaufmöglichkeiten, die Capitania nimmt jeden Tag einen anderen Weg für den morgendlichen Rundgang. Es gibt auch einen endlos lang erscheinenden Strand, der sich von LGM bis nach Palavas erstreckt. Insgesamt sind es fast 15 Kilometer Strand, mit einem reizvollen Dünengebiet dahinter, der zum Spazieren, zum Kitesurfen, zum Sandburgenbauen oder einfach nur zum Relaxen einlädt. Vordergründig ist LGM eine Betonferienwüste. Doch bei näherem Hinschauen gibt es doch sehr viel Schönes zu entdecken.

    Die letzten Tage haben wir den regionalen Bouleplatz für uns entdeckt. Eigentlich sind es mehrere Bouleplätze die sich langgestreckt aneinanderreihen. Bereits um 15 Uhr sind die Plätze voll mit Spielbegeisterten, voller Leidenschaft und Vergnügen wird um den Sieg gekämpft. Wir bestaunen eine Weile lang das Können der Spieler. Zentimetergenau, mal mit einem Wurf in einem hohen schwungvollen Bogen, mal mit einem flachen Rollen werden die Kugeln rund um das “Schweinchen” platziert . Manchmal beobachten wir auch einen eleganten Hüft- oder Beinschwung, der noch nach dem Abwurf die Boulekugel in die richtige Richtung dirigieren soll, was einer gewissen Situationskomik nicht entbehrt.

    Es gibt Gott sei Dank zwei alte Bouleplätze, die ein Stück abseits des ganzen Trubels liegen, und dort spielen wir. Auch mit Spaß und Leidenschaft, aber dafür mit weniger Können als die Profis. Manchmal schaut auch dort jemand zu, man steht aber nicht unter ständiger Beobachtung wie auf den Hauptplätzen.

    Für die baldige Heimfahrt nach Darmstadt habe ich mir gestern im Decathlon eine extradick gefütterte Winterjacke zugelegt, die mich gegen die Unbillen der nördlich-heimatlichen Natur schützen soll. Beim kurzen Anprobieren im geheizten Geschäft hatte ich schon einen Schweißausbruch.

    Mit dem Verkauf der Hexe geht es leider nicht so flott voran wie gedacht, weil die potenziellen Käufer einen eigenen Kaufvertrag unbedingt mitbringen wollen, anstelle den Standardvertrag von unseres gemeinsamen Yachtmaklers zu nehmen.