Autor: Skipper Volker

  • In den Calas von Mallorcas Norden

    29. Juli 2016, Baro 1012, sonnig, warm, Wind ONO um 3
    Cala Xucla 09:00 – Cala d’Estellencs 19:00, 60 sm

    Es wird doch eher Mallorca, ab zehn Uhr reicht der Wind aus, ca. acht Knoten sind es, leider immer noch ONO, da kann man Andratx nicht ganz anlegen, aber immerhin segeln wir – hoch am Wind – mit um die fünf Knoten Fahrt in die richtige Richtung, 46 Grad statt 58. Barcelona könnten wir anlegen, aber mit dem wenigen Wind würde es eher eine Motorfahrt, und darauf haben wir nicht so viel Lust.

    Die meiste Zeit können wir wunderbar segeln, nachmittags machen wir uns ein bisschen Schatten, indem wir unser Sonnensegel am Heck aufspannen. Wir lassen Andratx aus, denn hier in die Buchten kommen genau die Wellen rein, und segeln zwischen Festland und Dragonera Richtung Norden auf der Suche nach einer Bucht, in der wir schön ankern können, und die vor allem irgendeinen Zugang zum Wasser hat, damit auch Nico seinen lange ersehnten Spaziergang bekommt. Das ist hier an der Nordküste gar nicht so einfach, weil diese unglaublichen Felsformationen bis hinunter zum Wasser reichen und keinen Raum für Strände und entsprechende Zugangswege lassen.

    IMG_1627An der Platja der Cala d’Estellencs findet sich endlich eine künstlich angelegte Möglichkeit, es gibt einen kleinen Fischerhafen, in dem die Boote auf dem Trockenen liegen und über runde Hölzer ins Wasser geschoben werden. Wir ankern direkt vor der kleinen Badeanstalt, rudern mit dem Dinghy zur Slipbahn und machen uns auf den Weg, zuerst um die kleine Bucht herum, dann steil nach oben Richtung Ort.

    IMG_1626Belohnt werden wir bei einem Drink in der kleinen Bar mit einem großartigen Blick übers Meer und hin zur Hexe.

    30. Juli 2016, Samstag, Baro 1010, sonnig, warm, kein Wind
    Cala d’Estellencs 10:50 – Cala Sa Calobra 15:00 22 sm

    IMG_1639Am Montag müssen wir wegen des vorhergesagten Nordwinds in der Bucht von Pollença sein, deshalb motoren wir heute bei Null Wind in Richtung Nordosten. Vorbei an dem sehr pittoresken Küstenort Banyalbufar, der steil zur Küste hin abfällt und eine ähnliche kleine Badeanstalt hat wie Estellencs. Weitere winzige Siedlungen folgen, manche sogar mit Strand.
    Zwischendurch können wir mal ein kleines Stückchen segeln, kurz vor Puerto Soller verlässt uns der Wind aber wieder und wir motoren die restliche Strecke. Wir versuchen, uns und den Hund im Schatten etwas Kühle zu verschaffen. Dabei können wir lesen oder die Fragen für den Amateurfunkschein lernen, oder schlafen (natürlich immer nur einer, hier sind jetzt einige Motorboote, aber auch ein paar Segler unterwegs), oder essen und trinken, oder nur hinausschauen.

    IMG_1650Nach einem wiederum sehr beeindruckendem Felsen tut sich die Cala Sa Calobra auf, noch kann man nicht ganz hineinschauen, aber Volker sagt schon: “You are not alone”, und das stimmt natürlich. Ein paar Segler, aber vor allem viele Motorboote in allen möglichen Größen liegen im linken Teil der Cala, rechts ankert niemand, anscheinend ist das da nicht erlaubt.
    Also suchen wir uns auch links ein Plätzchen, es ist kein Wind, im Moment muss man sich keine Sorgen machen, und heute Abend werden Mehr als die Hälfte der jetzt ankernden Boote die Bucht verlassen haben. Ich fahre mit dem Beiboot und Nico schnell zu dem ein bisschen größeren Strand im rechten Teil der Bucht. Dort ist das Anlanden nicht ganz trivial, es gibt eine Kaimauer, aber die ist ziemlich hoch, das traue ich mich nicht, da alleine mit dem Hund anzulegen, ich fahre zur Slipbahn, die auch wieder aus runden Baumstämmen besteht (so wie die Ägypter ihre Pyramiden gebaut haben), wir steigen dort aus und ziehen das Boot an die Mauer.

    IMG_1653Auch hier ist ein kleiner Strand, hauptsächlich aus Kieselsteinen bestehend, voll natürlich an einem Samstag in der Hauptsaison, und viele Restaurants, die fast alle mit “Self-Service” werben, auch voll. Wir suchen einen netten Feld- oder Waldweg, leider vergebens, am riesigen Parkplatz gibt es ein Stück naturbelassene “Wildnis”, aber der Hund ist zufrieden. Auf dem Rückweg frage ich, misstrauisch geworden, in den Restaurants, ob sie des Abends geöffnet haben, aber überall bekomme ich abschlägige Antworten.
    Zurück an Bord bekommen wir bald Besuch von Gerard und Martine, ebenfalls stolze Dehler 41-Besitzer, wir wollen ein bisschen plauschen und die Tipps für die besten Strände austauschen. Das ist immer gut, man bekommt gute Ratschläge für die schönsten Calas, die besten Versorgungsmöglichkeiten, Volker kann mal wieder für seinen Lotus-Grill Werbung machen, Gerad schwärmt von seinem Marseiller Dehler-Händler, typisches Seglergespräch.
    Abends ist der tagsüber so wuselige Ort total ausgestorben, kein Restaurant, kein Laden, nicht mal eine Bar ist geöffnet, dabei laufen noch ganz viele Menschen umher, die den Sonnenuntergang genießen wollen. Wir stapfen durch einen fast ausgetrockneten Flusslauf, es sieht aus, als könne man hier auch Winnetou-Filme drehen, der Grand Canyon ist nur ein bisschen größer, die Felsformationen sind wirklich beeindruckend.
    Zurück beim Boot bewundern wir noch den beleuchteten Durchgang, der zu dem Fußgängertunnel führt, der hier durch den Fels getrieben wurde, damit auch der kleine Strand mit dem schönen Flusslauf für die Sonnenhungrigen zugängig ist.

  • Netzlos

    So ganz genau wissen wir noch nicht, wo heute unsere Reise hingeht. Entweder wird es Mallorca, dort der Inselnorden, den wir noch nicht per Boot besucht haben, oder wir setzen den Kurs ab nach Barcelona. Die finale Entscheidung hängt zum einen vom Wind ab und zum anderen von uns. So schnell wollen wir die Balearen eigentlich nicht verlassen. Nur es gibt eine Deadline, wann wir in Darmstadt sein müssen. Spätestens am 22. August müssen wir aus geschäftlichen Gründen für ca. drei Wochen in die heimatlichen Gefilde zurück. In Südfrankreich ist der Liegplatz für unsere Hexe schon reserviert und die verbleibenden drei Wochen wollen wir noch ausnutzen.

    Egal, ob wir uns für die Insel oder das Festland entscheiden, irgendwann ist Schluss mit dem Netzempfang auf See. Maximal 15 Meilen, also knapp 30 Kilometer, sind drin und dann gibt es keinen Empfang mehr für Mobiltelefon und I Pad. Auch schlechte Nachrichten können einen dann nicht mehr erreichen. Ist doch praktisch eigentlich, oder? Vielleicht sollte man nur weit weg von der Küste bleiben und schon ist man verschont von negativen Nachrichten. So einfach könnte es sein.

    Die Segel sind jetzt schon mal oben, der Wind ist noch morgendlich schwach, die See ganz ruhig und der Motor schiebt noch mit. In ein bis zwei Stunden soll die Tagesthermik einen segelbaren Südostwind produzieren. Ibiza liegt, hellbeleuchtet von der Morgensonne, achteraus, andere Segler sind noch nicht unterwegs. Das Meer erscheint leer und verwaist. Wir wünschen allen an Land und auf See ein friedlich-schönes Sommerwochenende.

  • Sonn(en)tag(e)

    Vorgestern Nacht hat eine kleine Wetterstörung viel Wind und viel Schwell ins Bojenfeld gebracht. Unsere Hexe ist so an der Boje rumgetanzt, dass an einen erholsamen Schlaf nicht zu denken war. Doch die Turbulenz war nur von kurzer Dauer und schon gestern morgen ab drei Uhr war der nächtliche Spuk vorbei. Still und starr ruht die See.

    Der zugelaufene Hahn bei der Tierarztfamilie
    Der zugelaufene Hahn bei der Tierarztfamilie

    Um 13 Uhr treffen wir dann zur letzten Kontrolluntersuchung von Nico bei Dr. Heissenberg ein und der ist mit der Wundheilung mehr als zufrieden. Wir sind es auch. Insgesamt drei Wochen sollen die Fäden drinbleiben und wenn wir wollen, können wir die danach ziehen, oder das Nahtmaterial löst sich nach zwei Monaten selbst aus, wird uns mitgeteilt. Mal sehen, wie sich Nico dann verhält, wenn er ständig dran rumknippelt, greifen wir zu Pinzette und Schere. Nach der Kontrolle waren wir zum späten Mittagessen bei Doc Heissenberg und seiner Familie im Landesinneren eingeladen.

    Was für ein Hundeleben!
    Was für ein Hundeleben!

    OK, Landesinnere ist bei Formentera sicher nicht ganz korrekt. Die Insel ist nur 18 Kilometer lang und in der Mitte ziemlich dünne und kein Anwesen ist wirklich weit weg vom Wasser. Wir alle hatten unglaublich schöne Stunden mit Paella, Obststicks, Kuchen und dem einen oder anderen Getränk. Die 8-jährige Tochter forderte uns immer wieder zum Spielen im Pool heraus und die Zeit verging wie im Flug. Der frühe Nachmittag wurde zum frühen Abend und Wolfram hatte noch einen Hund und eine Katze in seiner Praxis zu versorgen. Danach wurden wir bei unserem wartenden Beiboot abgeliefert. Vielen Dank für die vielen schönen Stunden bei Euch dreien und den vielen Tieren!!!

    Seit mehr als drei Wochen sind wir nun ohne Hafen unterwegs. Bereits zweimal mussten wir den 12-Liter-Tank von unserem Beiboot nachtanken, weil wir so viel damit rumschippern. In der letzten Saison hat eine Tankfüllung mehr als ausgereicht. Wirklich nervig ist nur die Wasserversorgung, weil man da jemanden im wahrsten Sinne des Wortes anpumpen muss und das ist normal nicht so unser Ding. Auch hier kammen einige Liter dankenswerter Weise aus der Tierarztpraxis.
    Strom auf der Insel kommt übrigens von Ibiza, die Telefonleitung hingegen vom Festland. Die wird wohl hin und wieder bei unvorsichtigen Ankermanövern gekappt und muss dann aufwendig unter Wasser geflickt werden. Beim Trinkwasser auf Formentera gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder hat man zufällig Grundwasser unterm Haus, das ist dann je nach Jahreszeit mehr oder minder salzig, oder man bezieht Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz. Letzteres wird in großen Entsalzungsanlagen gewonnen und dann auch nachgechlort. Wir hatten gestern das Grundwasser, das in eine große Zisterne hochgepumpt wird, probiert. Wie erwähnt ist es ein bisschen salzig, aber angenehm kühl und trinkbar. Eigentlich ist es Meerwasser, was sich tief im Gestein unter den Grundstücken einlagert, vermischt mit Oberflächenwasser, sprich Regen. Nur da gibt es kleines Problem. Der Herbst- und der Frühjahrsregen der letzten beiden Jahre ist größtenteils ausgeblieben. Dadurch ist der Salzgehalt höher. Seit Wochen ist jeder Tag ein Sonnentag. In Barcelona oder Südfrankreich regnet es hin und wieder, hier kommt von dem kostbaren Nass nichts an.

    Den heutigen Sonntag haben wir zum chillen, schlafen und späten Grillen genutzt und ansonsten nichts gemacht.
    Man(n) muss ja nicht immer was tun…

  • Gute Kunde in die Runde

    Nach einer ganzen Woche Warten haben wir endlich die Untersuchungsergebnisse von Nico’s Gewächsen erhalten. Alle entfernten Tumore waren nicht bösartig, selbst der schnellwachsende vom Vorderlaufgelenk. Diese Mail von Dr. Heissenberg hatten wir so sehr erwartet!
    Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass unser kleiner Leichtmatrose keinen bösen Krebs in sich hat. Wir hatten richtiggehend Schiss, dass es etwas Schlimmes gewesen sein könnte. Übrigens, Leichtmatrose deshalb, weil der liebe Kleine in der letzten Woche dreimal auf den Salonteppich gepullert hat und dadurch natürlich wieder degradiert werden musste. Gestern hat er dann noch nasse Spuren in seinem Körbchen hinterlassen, das wir dann heute Morgen mit viel Energie und Handwaschmittel gründlich von Hand gewaschen haben.
    Cornelia hatte den rettenden Einfall zu dieser unglückseligen Misere und sich erinnert, dass nach Nico’s letzter OP vor 3 Jahren schon mal ein ähnliches Problem aufgepoppt ist. Vielleicht eine kleine Narkosenachwirkung als Ursache, wer weiß. Jedenfalls hatte damals ein Medikament gut dagegen geholfen und genau das bekommt Nico seit heute.
    Jetzt heißt es ein bisschen abzuwarten und Daumen zu drücken, dass es wirkt. Heute war schon mal alles in “trockenen Tüchern”.
    4-5 Mal gehen wir mit Nico täglich Gassi, meist sehr ausgedehnt, genügend Auslauf hat er also, trotz Bordhunddasein.
    Und jetzt hoffen wir noch, dass der angekündigte Starkwind für Mitternacht nicht zu arg ausfällt, damit wir an unserer Boje beüleiben können, und uns nicht mitten in der Nacht an einen unbekannten Ankerplatz verlegen müssen. 😏

  • Schroff ist ein Riff,

    und schnell geht ein Schiff zugrunde, sang schon Hans Albers in seinem wohl bekanntesten Lied “La Paloma”. Und dazu muss nicht immer das Kreuz des Süden leuchten.

    imageHeute morgen wurden wir zufällig zum Rettungsboot für eine zehn Meter lange Segelyacht mit Motorausfall, wegen einer Leine in der Schiffsschraube.
    Kurz nach 9 zieht sich ein unbekannter junger Mann an unserer ausgeklappten Badeplattform nach oben und steht total aufgeregt vor mir. Seine Worte “Help me, quick” lassen den ersten Schreck über den nicht erwarteten Besucher bei uns an Bord schnell vergehen. Mit ausgestrecktem Arm zeigt er auf sein treibendes Schiff, das keine 20 Meter mehr von der nahen hochaufragenden Felswand weg, zusammen mit seinen beiden Mitseglern an Bord, treibt. Atemlos erzählt er mir, dass seine Beibootleine beim Ankeraufgehen unglücklicherweise in die Schraube geraten ist und den Schiffsdiesel abgewürgt hat, während ich schon den Motor starte.

    Ich schicke ihn zu unserer Ankerwinsch, damit er schnell den Anker aufholt, während ich mit leichter Vorausfahrt die Kette entsprechend entlaste. Gefühlt eine Ewigkeit braucht der Anker, bis er oben ist, während sein Schiff keine 10 Meter mehr von dem vernichtenden Fels weg ist. Noch bevor unser Grundeisen ganz oben ist, drücke ich den Gashebel bis zum Anschlag, dreh das Ruder und und mach mich auf den kurzen Weg zur havarierten Yacht. Mein neues Crewmitglied steht kurz darauf neben mir am Steuer und ich weise ihn an, unsere Steuerbordachterleine schnell klarzumachen, damit wir eine passende Schleppleine klar haben, um sein Schiff unmittelbar in den Schlepp nehmen zu können. Keine Minute später und noch gerade rechtzeitig erreichen wir sein Schiff.

    Seine Crew belegt gekonnt die zugeworfene Schleppleine. Langsam, ganz langsam, setzt sich der Schleppzug in Bewegung. Aufgrund der sehr nahen Felsenwand habe ich mich entschieden, sein Schiff über das Heck, also von hinten, zu schleppen. Cornelia kommt just in dem Moment mit dem Beiboot an, und wundert sich, was wir da so treiben. Schnell hat sie jedoch die Situation erkannt und sichert den kleinen Schleppverband gekonnt mit unserem Dinghy zur Seite hin. Nachdem wir uns mit 2-3 Stundenkilometern langsam, aber beständig vom Ufer entfernt haben, bespreche ich mit meinem Mitfahrer das weitere Vorgehen und erkläre ihm in Französisch, dass wir jetzt den Schleppverband langsam, vom Wind angetrieben, zur Seite driften lassen und dass er sich mit Taucherbrille und scharfem Messer klarmachen soll, um die Leine vom Propeller freizuschneiden.

    Gesagt getan, er springt über Bord und macht sich an die harte Arbeit. Wer schon einmal eine Leine von einer Schraube losgeschnitten hat, weiß, dass dem Körper dabei einiges abverlangt wird – ein Knochenjob. Der Propeller ist ca. 1 Meter unter Wasser, in der Bootsmitte. Das treibende Schiff ist ein Spielball der Wellen, es rollt wild von einer Seite zur anderen und wird dabei auch immer wieder angehoben und wild klatschend abgesenkt. Oft sind mehrere Tauchanläufe notwendig, weil man zwischendurch immer wieder an die Oberfläche zum Luft holen muss.
    Auf jeden Fall glückte die Mission und nach vier Tauchgängen war die Leine frei. Mein mittlerweile Exmitfahrer klettert bei sich an Bord, startet den Motor und nimmt das Ruder in die Hand, bemerkt aber entsetzt, dass es klemmt und sich nur mit Gewalt bewegen lässt. Ein kurzer Blick achteraus brachte die Erklärung, eine weitere Leine hatte sich unbermerkt zwischen seiner Ruderoberkante und und dem Bootsrumpf eingeklemmt. Mit Geschick und Glück konnten die drei jungen Franzosen diese Leine jedoch vom sicheren Cockpit aus losbekommen. Nachdem der französische Skipper alle Systeme überprüft hatte, konnte endlich unsere Schleppleine losgeworfen werden. Mit Dank und lautem Jubel wurde zur Hexe rübergerufen und gewunken.

    Kurze Zeit später hatte sich unser Anker an gleicher Stelle wieder fest in den sandigen Meeresgrund gegraben. Cornelia kam bald mit Nico und dem Beiboot angetuckert und hat als Dankeschön eine große Flasche Martini Bianco, unbemerkt von mir, von der glücklichen Mannschaft überreicht bekommen.

    Ende gut alles gut! Und wer jetzt zu uns an Bord kommt, kann einen Martini gerührt oder geschüttelt genießen, je nach Gusto 🙂

  • Vor ein paar Tagen

    haben wir bei Nico am linken vorderen Knie ein kleines Geschwulst ertastet und uns erstmal nicht soviel dabei gedacht. Es kam in seinem 14-jährigen Hundeleben schon mal vor, dass er sich irgendwo draußen in der “Wildnis” verletzt hat und das daraus der eine oder andere Knubbel entstand, der wieder verschwand.

    Leider war das mit dem Gewächs am Knie nicht der Fall, erst war es erbsengroß und vor zwei Tegen schon auf gut anderthalb Zentimeter angewachsen. Zudem hat sich unter dem einen Geschwür noch ein anderes, kleineres rausgebildet. Von unserem letzten Aufenthalt in Formentera her konnten wir uns noch an eine deutsche Tierarztpraxis in La Savina erinnern. Die haben wir gestern mit umserem treuen vierbeinigen Begleiter aufgesucht und nach einer kurzen eingehenden Umtersuchung war klar, dass das Geschwür dort nicht hingehört und schnellstmöglich wegoperiert werden muss.

    Zum Glück liegen wir mit unserem Boot nicht soweit von der Praxis und zudem noch völlig sicher an einer Mooringboje des lokalen Nationalpark. Der Ranger des Parks mag Hunde generell und hat uns die Boje trotz fehlender üblicher Reservierung, überlassen.
    Heute früh sind wir dann mit Hund und Beiboot zum Tierarzt motort. Sofort nach unserem Eintreffen hat Nico als Vornarkose eine Schlafspritze bekommen und ist danach augenblicklich in meinen Armen weggedöst. Über drei sehr sehr lange Stunden mussten wir warten, bis wir wieder zu ihm durften. Die OP selber ist gut verlaufen, alles was weg musste, ist entfernt worden, und wird nun in der nächsten Woche in einem Labor untersucht werden.

    Nico war bis 18 Uhr noch ziemlich schläfrig, aber schon beim Spätabendspaziergang wieder fast der Alte. Erst auf drei Pfoten und nach einer Weile wieder vierpfotig waren wir gut 20 Minuten unterwegs. Morgen früh geht es zum Verbandswechsel und zur Kontrolluntersuchung.

  • Irgendwie

     

    ist es gut sein, auf Formentera. Man ist entspannt, egal, ob Tourist oder Einheimischer, keine Verbotsschilder, beispielsweise an den Stränden, schränkt die gefühlte und erlebte Freiheit ein.
    Die Küste bietet dank der vielen Einschnitte zahlreiche Ankermöglichkeiten, und, wer länger sucht, fiindet auch die vielleicht ersehnte Einsamkeit, im Inselinnern zumindest. Leere Ankerplätze gibt es hingegen nicht so viele, aber mit ein bisschen Glück und Geduld hatten wir gestern so ein einsames Postkartenidyll gefunden. Als einziges Schiff lagen wir vor der Cala Es Ram. Von Land aus ist diese kleine Bucht schwer zugänglich und bis zum Einsetzen der nächtlichen Finsternis haben wir nur 4 sonnenhungrige Menschen am kleinen ” Strand” entdeckt. Das mit dem Strand ist in Anführungszeichen gesetzt, weil das kleine Buchtenende mit seinen aufgestapelten sichtbaren Felsschichten eher ein offenes Fenster in die Erdentstehungsgeschichte ist, als das, was man gemeinhin umter einem Strand versteht. Bildlich gesehen, ist es so vielschichtig wie beim Blätterteig. Sehr interessant!
    Kurz vor Mitternacht war es dann mit der Ruhe am einsamen Ankerplatz leider vorbei, als sich ein historisches Dampfschiff mit dröhnendem Dieselgenerator in unsere Nähe vor Anker gelegt hat. Laut wummernd zerstörte das weit hörbare Motorengeräusch die Magie der dunklen ruhigen Nacht.
    Doch so leicht lassen wir uns diese Ruhe nicht rauben und gehen unsererseits ankerauf, um kurz darauf, eine Seemeile weiter, erneut einsam und ohne Fremdgeräusch zu liegen. Am nächsten Morgen ist dann endgültig Schluss mit lustig und ruhig. Der Wind und das Meer haben Fahrt aufgenommen und unsere Hexe schlingert und stampft heftig an ihrer Ankerkette. Nach ein paar Minuten sind wir und das Schiff seeklar und es geht wieder ankerauf.
    Bei soviel Wind und Welle genügt das ausgerollte Vorsegel, um flott voranzukommen. Zwischen 5 und 6 Knoten zeigt die Logge an. Nach 12 gesegelten Seemeillen kommt uns eine “neue” gut geschützte Bucht in den Weg und gut zu Pass, die Cala Saona. Der Anker fällt und hält dort, das Beiboot wird klargemacht, Nico fordert sein Landrecht ein. Cornelia macht einen ausgiebigen Landgang mit unserem vierbeinigen Seehund, während ich das Schiff aufklare. Die Sonne wandert am Himmel, der Tag geht seinen Gang, eher wolkenverhangen, nicht ganz so heiß, mit angenehmen 25 Grad. Am frühen Abend kommt es uns in den Sinn, die Hexe ins Buchteninnere zu verlegen, aber der Anker klemmt scheinbar wie festgewurzelt am Ankergrund. Unsere elektrische Ankerwinsch erscheint machtlos, das Grundeisen in eigentlich gewohnter Manier nach oben zu ziehen. Ein Blick, der Ratlosigkeit ausstrahlt, wechselt zwischen uns beiden hin und her.
    Warum – und vor allem was – hält den Anker auf dem Meeresgrund fest? Da hilft nur noch der Sprung ins kühle Nass mit Maske und Schnorchel. Schnell ist im superklarem Wasser erkennbar, dass unser Pflugscharanker unter einem Unterwasserkabel liegt, und nahezu zeitgleich erkennt die Capitania beim Blick auf den Kartenplotter dass das vermaledeite Kabel in der Seekarte eingetragen ist. Doch alle Erkennitnis kommt erst Mal zu spät, es gilt den Anker durch geschicktes Manövrieren freizubekommen. Der erste Anlauf misslingt, aber mit mehr Gas, mehr Entschlossenheit und höherer Geschwindigekit kommt der Anker endlich klar und unter dem Unterwasserkabel heraus. Erleichterung macht sich breit, der neue Ankerplatz wird daraufhin mit Bedacht und Kennerblick ausgesucht. Falls wir es vergessen haben zu erwähnen, wir sind nicht das einzige Schiff in der kleinen, gegen die vorherrschenden Winde, gut geschützten halbrunden Bucht. Nach Sonnenuntergang leuchten mehr als 60 langsam hin- und umhertanzende Lichter, im Rhytmus der Meeresdünung. Eins davon ist unseres!
    Für die nächsten Tage, sind für hiesige Verhältnisse kühlere Lufttemperaturen angesagt und es soll mit 24 Grad relativ kühl bleiben.

  • Cala Xuclà, meine Bucht

    Die Hexe vor Anker
    Die Hexe vor Anker

    Die Überfahrt von Mallorca nach Ibiza haben wir schon fast verdaut, zumal wir jetzt gefühlt in einer der schönsten Buchten liegen, seit Beginn unserer Reise, vor 23 Monaten. Ich versuche mich mal an einer Umgebungsbeschreibung. Sanfte Hügel aus Vulkangestein umschließen die Bucht von Nord-Nordost bis West-Nordnordwest. Die höchsten Hügel sind ca. 80 Meter hoch und mit einem dichten Plateaukieferwald bewachsen. Von der Ferne wirkt die Umgebung fast wie ein heimischer Wald, sehr grün. Bei näherem Hinschauen entdeckt man aber, dass unter dem Baumbestand nur  nackter Fels liegt. Kein Pflänzlein sprießt.

    Sonnenschein über der Bucht Xuclà
    Sonnenschein über der Bucht Xuclà

    An drei Stellen über die Bucht verteilt gibt es tiefere Einschnitte, an deren Ende Sandstrände liegen. Zwei davon mit ganz einfachen Holzhütten, die tagsüber als Snackbar bewirtet werden und eine mit einem Restaurant. Man erreicht diese Orte der Erfrischung per Pedes oder halbwegs robustem Auto, oder eben mit dem Beiboot von See aus.

    Volker kommt mit Beiboot
    Volker kommt mit Beiboot

    Die Bucht selbst ist vielleicht einen halben Kilometer tief und einen Kilometer breit. Die Wassertiefen variieren zwischen 35 und 4 Metern, der Ankergrund ist ist teilweise sandig, stellenweise felsig oder mit Seegras bewachsenem Untergrund. Wir liegen auf acht Meter Wassertiefe mit ca. 38 Meter Ankerkette draußen. Super schön ist an unserer Bucht, dass es so viele Fische zahlreicher im Mittelmeer vertretener Arten gibt, die sich beim Schnorcheln gut beobachten lassen und dass die ganze Cala ein Ort der Ruhe ist, der wenig frequentiert wird. Ich habe ganz viele Fischschulen gesehen, oder Fischkindergärten, jedenfalls Schwärme mit minderjährigen kleinen Fischen, total süß!

    Die gut gefüllte Bucht vo Portinatx
    Die gut gefüllte Bucht vor Portinatx

    Letzte Nacht haben neben uns nur noch zwei weitere Segelschiffe die Nacht über dort geankert. Anders als in dem nahen Portinax mit seinen Ferienanlagen. In Portinax liegen die Schiffe dicht an dicht und die überwiegend englischen Touristen sonnenverbrannt am Stand. Wir nutzen die guten Einkaufsmöglichkeiten von Portinax  und die öffentlich aufgestellten Mülltonnen, um unseren Bordmüll loszuwerden, oder die Halbfinalspiele im Pub zu schauen. Mit dem Beibbot sind es knapp 3 Kilometer oder 15 Minuten, immer am Ufer lang zwischen der Cala Xuclà und Portinax.

    Die Tage in so einer Ankerbucht sind sehr geruhsam und wir verbringen sie meistens mit lesen, schwimmen, kochen, Hund ausführen und ein wenig Sport. Letzteres tut jeder auf seine Art, Cornelia macht gerne Yogaübungen und ich schwimme täglich 600 Meter im Kraulstil.

    Naturgewalten auf dem Weg
    Naturgewalten auf dem Weg

    Wie lange wir hier liegen bleiben, ist noch nicht abschließend entschieden. Der limitierende Faktor bei einem längeren Aufenthalt  vor Anker ist für uns das Trinkwasser. Wenn wir gut haushalten, ohne uns allzusehr zu beschränken, könnte es bis zum kommenden Sonntag reichen. Dann hätten wir in acht Tagen, seit dem Ablegen in Palma, rund 300 Liter verbraucht.

  • Grund zum Feiern

    Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung
    Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

    Mittlerweile haben nicht nur die Balearenkinder Schulferien, sondern weite Teile von (Nord-)Europa und das macht sich auch in der Balearen-Landeshauptstadt bemerkbar. Wo wir abends vor zwei Wochen noch durch leere beschauliche Altstadtgassen gebummelt sind, drängen sich nun dicht an dicht die Besuchermassen. Urlaubszeit –Touristenzeit. Über zwei Millionen Touristen pro Monat verbringen ihren Urlaub auf Mallorca in der Hauptferienzeit.

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    Das schafft, wie man der Inselzeitung entnehmen darf, neben den gewünschten Einnahmen einige logistische und verkehrstechnische Schwierigkeiten. Die Zufahrten zu beliebten Buchten sind schon frühmorgens blockiert, teilweise werden dort aber zur Entlastung ab diesem Jahr Shuttlebusse eingesetzt. Wochentags staut sich der Verkehr in Palma mehr als er fließt und beim sehr beliebten Wochenmarkt in Sineu hätte man am besten ein Auto zum zusammenfalten, bei der Parkplatzsuche.

    IMG_1235Ein paar Kritiker würden den Besucherandrang auf der Ferieninsel am liebsten limitieren. Probleme bereiten wohl die Wasserver- und die Müllentsorgung bei so vielen Menschenmassen. Andererseits freut man sich über die sprudelnden Einnahmequellen und auch in diesem Jahr soll die Gesamttouristenanzahl die vorjährige übertreffen. Was wohl auch unter anderem auf die schwierigen Situationen in Griechenland und in der Türkei zurückzuführen ist.

    Oh Schreck, oh Schreck, gestern waren Cornelias Daten auf unserer externen Festplatte weg umd wir mussten zum Datenretten bei einem lokalen PC-Doktor vorbeischauen. Tony residiert im 7. Stock auf einer der beliebten Straßen, in einem Kämmerchen voller Technik, ist irgendwann mal aus den USA hierher gekommen und hier geblieben. Auffällig blass, sitzt er wahrscheinlich den ganzen Tag hier und kümmert sich um die Technik. Unsere Probleme konnte er jedenfalls innerhalb von 24 Stunden lösen, ein voller Erfolg!

    Heute gibt es dann noch mehr Grund zum Freuen und feiern, die Capitania hat Geburtstag.

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    Als Höhepunkt ihres heutigen Jubeltages geht es zum Klassik-Openair-Concert ins Schloss Belver. Das Symphonieorchester der Balearen spielt leichtverdauliche Klassik mit stimmlicher Sopranunterstützung. Hingegen das Viertelfinalspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft muss deshalb ohne unser Zusehen stattfinden. Vielleicht kann ja mal jemand ‘ne Kurznachricht mit dem Spielstand schicken und uns so auf dem Laufenden halten, wäre nett 🙂

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  • Geänderter Lebensrhythmus

    Lieber im Schatten warten
    Lieber im Schatten warten

    Tagsüber klettert die Quecksilbersäule regelmäßig über 33 Grad. So wie heute, ist es schon ab 11 Uhr mit über 30 Grad im Schatten im Cockpit, viel zu heiß. Am kühlsten ist es tagsüber unter Deck. Unsere Sonnenrollos verdunkeln die sonnenzugewandten Fenster und durch die Dachluken fächelt meist ein kühler Wind. Scheißtreibende Tätigkeiten werden während den heißesten Stunden des Tages tunlichst vermieden. Mit Nico war ich heute beispielsweise schon vor 7 Uhr unterwegs. Frühstück entfällt, meistens gibt es tagsüber Obst oder irgendeinen Snack. Wo wir früher schon mal gerne mittags etwas deftig-leckeres gekocht haben, bleibt jetzt die Küche regelmäßig kalt, weil es viel zu warm zum Essen ist. Und auch für die nächsten sieben Tage ist keine Abkühlung in Sicht, im Gegenteil. Die Temperaturen sollen tagsüber bis auf 36 Grad steigen. Wir wollen nicht klagen, nur unser Aktivitätsdrang, mit dem wir sonst gerne und häufig unterwegs sind, sinkt mit den steigenden Sommerwerten. Das richtige Leben findet abends statt

    Am Hundestrand
    Am Hundestrand

    Dazu passend hat uns Nico gestern Abend nochmal auf Trab gebracht. Sein rechtes Auge tränte sehr stark und die Bindehaut war stark gerötet. Wir haben erst überlegt ob wir das mit unserer reichhaltig ausgestatteten Bordapotheke selbst behandeln können, oder ob wir uns auf den Weg zum Tierarzt machen sollen. Glücklicherweise haben wir uns für Letzteres entschieden, denn die Tierärztin fand einen kleinen Dorn im durch eitrige Tränenflüssigkeit verzottelten Fell, dicht unter dem rechten Auge. Der Übeltäter hatte nicht nur für die Augenrötung gesorgt, sondern, von uns unbemerkt, auch für eine kleine offene Wunde. Jetzt bekommt Nico drei mal täglich, unter entsprechendem Protest Augentropfen eingeträufelt und eine antibiotische Salbe auf die Wunde gestrichen. Kein Spaß für ihn und auch nicht für uns, diese notwendige Prozedur.

    Auf den Balearen sind seit einer Woche Schulferien. Nicht wie in Deutschland üblich für 6 Wochen, sondern für volle 3 Monate. Das stellt wohl viele Eltern erstmal vor ein „Betreuungsproblem”, da der normale Arbeitnehmer in der Ferien-/ Hauptsaison keinen Urlaub nehmen kann. Angeblich gäbe es aber genug Feriencamps und Institutionen auf der Ferieninsel, die für ausreichende Betreuung von den lieben Kleinen sorgen. Olé