Kreisende Störche, startende Flugzeuge und die Knochenkapelle

Haus in der Altstadt von Faro

Haus in der Altstadt von Faro

Heute war es leider soweit, die Abreise von Leonard und Allegra stand bevor. Allegra musste relativ früh am Flughafen in Faro sein, Leonard erst am späteren Nachmittag. Und so haben wir mehrere Fliegen mit der berühmten Klappe erschlagen. Allegra haben wir um 10 Uhr am Flughafen abgesetzt und nur zu dritt die naheliegende Altstadt von Faro besucht.

Ein Blick über die Lagune

Ein Blick über die Lagune

Cornelia und Leonard haben die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ein 35-minütiges Fado-Konzert in einem alten Klostergemäuer besucht. Ich hätte natürlich auch mit reingedurft, Nico leider nicht, manche Wahl ist dann eigentlich keine und fällt dann folgerichtig auch nicht so schwer. Anschließend sind wir zusammen durch die bezaubernde Altstadt gebummelt, haben ins an den alten Gemäuern erfreut, den sichtbaren maurischen Einfluss bewundert und den Block über die weitläufige Lagune schweifen lassen.


IMG_1350Faro ist u.a. für seine Bauwerke berühmt, eins davon ist
die Kirche Nossa Senhora de Carmen mit einer Knochenkapelle. Es gibt Kapellen, Kirchen, und Mahnmale in denen Knochen lagern, klar, aber die kleine Knochenkapelle ist nahezu einzigartig. In die Wände, an der Decke und auch am Eingang sind tausende Knochen eingemauert, noch mehr stechen jedoch die Schädel deutlich hervor. Ein Mönchsorden soll die Knochen von einem nahen Friedhof ausgraben- und diese dann in der Kapelle eingemauert haben. Bizarr, aber gar nicht schaurig (naja).

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IMG_1338Auf den Giebeln des Kirchturmdaches nisten und brüten zahlreiche Störche. Der eine oder andere Landeanflug auf die Nester geht  schon mal schief, die Landebahn ist gerade mal ca. 1 Meter lang. Und so ein Storch hat auch sooooooo lange Beine. Ein lustig schönes Schauspiel!

Zum Mittagessen waren wir in Olhao, einem Nachbarort von Faro, der an der gleichen Lagune liegt. Wir haben den Eindruck, dass hier in Portugal mehr Menschen mittags essen gehen als abends. Preisgünstige einfache Gerichte zwischen 3 und 8 Euro schonen den Geldbeutel.
Um 15 Uhr hat Leonard für seinen Flug eingecheckt, ein kurzer herzlicher Abschied, und wir waren wieder in Richtung Lagos mit unserem Leihwagen unterwegs. Auf dem Rückweg haben wir kurz in Alvor gestoppt, ein kleiner Ort direkt am Meer mit hübscher Altstadt und sicheren Ankerplätzen direkt davor.
Jetzt sind wir wieder zu zweit allein auf unserem Schiff, ein bisschen ruhig, ein bisschen ungewohnt, im Moment.

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Strand, Land und Leute

Heute haben wir die Regenpause genutzt, um uns ein wenig am Strand zu bewegen und den Aktivitäten der Wellensurfer zuzuschauen. Surfen ist in Portugal fast schon Volkssport. An allen Stränden, die eine surfbare Welle haben, stürzen sich Menschen mit ihren Brettern in die brechenden Wellen. Zu dieser Jahreszeit mit schützendem Neopren, das Wasser hat im Moment 17 Grad.

Wir haben Frisbee gespielt, Nico fand die fliegende Scheibe auch lustig und ist ihr einige Male hinterhergerannt. Irgendwann war ihm das aber zuviel und das Frisbee gehörte uns wieder allein. Der Sand an Portugals Stränden ist grobkörnig, das einzelne Sandkorn rund, Bauwerke von Kinder sind deshalb nicht sehr durabel.
Joachim von der “Atanga” hat heute Geburtstag und ab 14 Uhr haben wir zusammen mit ihm gefeiert. Sabine und Joachim leben auf und segeln mit ihrem schönen Schiff, einer Hanseat 42, um die Welt. Mit viel Zeit und ohne Druck.
Jens und Martina von der “Maje” sind nach Alvor gesegelt, um ein paar Tage in der Lagune zu ankern und die Ruhe dort zu genießen. Die Lagune erstreckt sich über mehrere Kilometer und ist nur über eine schmale Einfahrt erreichbar. Dadurch ist der Ankerplatz bei allen Windrichtungen und -stärken gut geschützt.
imageAllegra und Leonard genießen die Zeit an Bord. 500 Meter entfernt ist eine große Kirmes mit Fahrgeschäften aller Art und die Stimmen der Fahrkartenverkäufer geleiten uns im Moment allabendlich in den Schlaf. Heute mittag ist ein ganzer Bündel Luftballons hoch über den Hafen Richtung Meer geflogen, den hat wohl eine Böe losgeworfen, nicht schön für den Luftballonverkäufer, aber es sah cool aus, zuerst dachten wir, da käme Münchhausen auf der Kanonenkugel.

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Von oben betrachtet

AlliiWir haben die Gelegenheit und das schlechte Wetter genutzt und sind gestern mit unserem Auto zum südwestlichsten Punkt von Europa gefahren. Von unten betrachtet hat das Cabo Sao Vicente schon einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen, als wir es mit unserer Hexe umrundet haben. Gleichzeitig war diese Umrundung auch ein wichtiger Meilenstein unserer atlantischen Reise. So ist denn nach der Rundung des Kaps einiges angenehmer für den durchreisenden Segler? Die Wellen sind weniger hoch, die Lufttemperatur ist meistens 2 bis 3 Grad höher als an der offenen atlantischen Küste und der Wind weht deutlich weniger aus Süd, wo wir gerne hinwollen. Gestern am, bzw. auf dem Kap war von besser und angenehmer aber keine Rede. Um es kurz zu machen, es hat geschüttet und gestürmt. Wir sind von oben bis unten klatschnass geworden und nicht nur Nico war froh, als wir wieder im Auto saßen, natürlich mit aufgedrehter Heizung. Der Blick von oben war schon gigantisch! Das Brechen der Wellenberge an den Steilwänden, die zurückgeschleuderte, aufgeworfene weiße Gischt, das laute Getöse der Brandung, aber auch die bescheidene Vegetation von Flechten und kleinen, zum Teil blühenden Pflanzen und der Blick hinaus auf die ewige See.

Nach der Wiederankunft auf unserer schwimmenden Herberge hat sich der Himmel nochmal so verdunkelt und ein Gewitter, mit allem was dazugehört, ist über den Hafen hinweggefegt. Wassermassen haben sich über unser Schiff ergossen und der stürmische Wind hat kräftig an der Regenplane gezerrt. Der hier ins Meer mündende Fluss bringt mittlerweile allerlei Sediment, Holz und Gestrüpp mit sich und hat durch die Regenmassen deutlich an Breite zugelegt. Das Wasser im Hafen ist dreckig braun statt klar, und vor der Hafeneinfahrt hat sich eine ansehnliche Welle aufgebaut.
Auch heute bleibt die versprochene und vorhergesagte Sonne leider aus, dunkle Wolken wechseln sich mit nicht ganz so dunklen Wolken ab.
Das Leihauto haben wir zurückgegeben. Generell ist hier auf den Straßen nicht viel Verkehr, weder auf der Autobahn noch auf der Landstraße, Hektik und Gedränge gibt es folglich nicht, entspanntes Dahincruisen ist angesagt.
Wir haben die besten Kapbilder zusammengestellt und wünschen viel Spaß beim Anschauen.

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Und hier noch ein paar Bilder aus Lagos Beach:

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Sundowner

Leonard und Allegra sind gut angekommen, der eine morgens, die andere spät abends um 23 Uhr. Leonard wurde noch mit portugiesischer Sonne in Faro begrüßt, Allegra mit Regen und Starkwind. Der letztgenannte Wetterteil hat heute den ganzen Tag unser Handeln bestimmt. Es regnet wie aus Kübeln und dazu weht ein stürmischer Wind, der kraftvoll an unserer Cockpitplane zerrt. Selbst Nico war nach 3 Minuten Morgenspaziergang bedient und ist in einem Affentempo zum Schiff zurückgerannt. Und amit der graue Tag nicht grau endet, haben wir zur Sundownerparty eingeladen. Ein Sonnenuntergang ist zwar nicht sichtbar, aber dunkel wird es trotzdem. Und irgendwie hat das auf Schiffen ja auch eine gewisse Tradition mit dem standesgemäßen Drink bei einsetzender Dunkelheit. Für die Kinder gibt es was Alkoholfreies und für die Erwachsenen Cuba Libre.

Mit netten Menschen ist das schlechte Wetter dann aich gleich besser zu ertragen. Für morgen ist wieder Regen angesagt und dann lädt sicher jemand zum abendlichen Drink ein. Und jetzt noch mal ein Spruch von Martina zum beinahe Ende des Abends: “Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, hat die Badehose schuld”.

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Am Strand

Den gestrigen Tag haben wir nicht, wie sonst üblich, mit Frühstück und dem einen oder anderen Schnack mit den Nachbarn begonnen, wir haben uns gleich darangemacht, die To-Do-Liste abzuarbeiten. Vorgestern ist beim Segeln eine Edelstahlschraube gebrochen und in der Folge ist ein Beschlag aus dem Deck ausgerissen. Beim Reparaturversuch sind uns drei Edelstahlbohrer abgebrochen, was nicht gerade zur Stimmmungserheiterung beigetragen hat. Aber nach eingen Versuchen, saß die kurzfristig entheimatete Fockleitöse wieder an ihrem angestammten Platz. Neue Edelstahlschrauben und reichlich Epoxid werden hoffentlich dafür sorgen, dass die Leitöse dauerhaft dort bleibt. Mit dem überschüssigen angemischten Epoxid haben wir auf unserem und den Nachbarsbooten die eine oder andere lose Schraube dauerhaft befestigt.

Ab und an, zufällig gerne auch mal sonntags, haben wir mittags einen Riesenhunger, Bärenhunger wäre das treffendere Wort. Da reicht kein Sandwich oder Obst, es muss was Handfestes Warmes her. Gestern war so ein Tag, wir haben unsereGemüsevorräte geplündert und ein leckeres Gemüserisotto gekocht, fein abgeschmeckt mit Brühe, Olivenöl und einem Schuss Limoncello. Und damit wir die volle Pfanne nicht alleine leeressen müssen, hatten wir noch tatkräftige Unterstützung von Martina und Jens angefordert. Das Risotto war dann auch sooooooo lecker!
Wir wissen nicht wer, aber irgendwer hatte die super Idee, den Nachmittag am Strand zu verbringen, mit Grillen und anschließendem Lagerfeuer. Der Blick zur Hafeneinfahrt über die Bucht und auf die untergehende Sonne war schon richtig gut. Kleine brechende Wellen am endlos langen Strand bildeten die akustische Untermalung zu dem fast schon kitschigen Ambiente – Postkartenidylle pur. Die Kinder, die Erwachsenen und auch Nico hatten ihren Spaß an diesem kleinen Strandausflug. Danach sind Cornelia und ich noch zur Saxophon-Livemusik ins Irish Pub und schon war auch dieser Sonntag vorbei.
Morgen kommen Allegra und Leonard nach Faro geflogen, wo wir sie mit dem Leihauto abholen werden. Beide bleiben ein Woche hier, eigentlich war angedacht, dass wir hier gemeinsam rumsegeln und ein paar neue Häfen und Ankerbuchten erkunden. Leider wird das Wetter nicht mitspielen, Sturm, hohe Wellen und Starkregen stehen auf dem Programm. Ein Sturmtief über dem Atlantik wirbelt alles durcheinander und bleibt ein paar Tage stationär. Ab acht vorhergesagten Windstärken dürfen wir auch nicht mehr auslaufen, sonst würden wir unseren Versicherungsschutz verlieren. Wenn uns Starkwind draußen unverhofft trifft, ist das kein Problem, die Vorhersage ist der Kernpunkt in den Versicherungsbedingungen!
Wir bleiben noch einige Tage hier in Lagos liegen, die Stadt ist schön, das Livemusikangebot ist super und wir haben soooooooo nette Segelfreunde hier am Steg.
Der Hafen selbst ist absolut schwellfrei und bietet guten Schutz bei Sturm und Unwetter und ist garantiert frostfrei ;-)) Ein guter Platz zum Abwettern und zum Bleiben.
Anfang Dezember wollen wir dann mit großen Schritten ins Mittelmeer segeln und dort das diesjährige Weihnachtsfest mit unseren Kindern feiern. Portugal rüstet auch schon auf für das anstehende Weihnachtsfest, entsprechende Straßenbeleuchtung, meist künstliche Tannenbäume, weihnachtlich dekorierte Geschäfte wollen für die entsprechende Stimmung sorgen. Bei 20 Grad Tagestemperatur kommt zumindest bei uns noch keine besinnliche vorweihnachtliche Stimmung auf.
Also eher Cocktail statt Glühwein und Shorts statt langen Baumwollunterhosen.

gestrigen Tag haben wir nicht, wie sonst üblich, mit Frühstück und dem einen oder anderen Schnack mit den Nachbarn begonnen, wir haben uns gleich darangemacht, die To-Do-Liste abzuarbeiten. Vorgestern ist beim Segeln eine Edelstahlschraube gebrochen und in der Folge ist ein Beschlag aus dem Deck ausgerissen. Beim Reparaturversuch sind uns drei Edelstahlbohrer abgebrochen, was nicht gerade zur Stimmmungserheiterung beigetragen hat. Aber nach eingen Versuchen, saß die kurzfristig entheimatete Fockleitöse wieder an ihrem angestammten Platz. Neue Edelstahlschrauben und reichlich Epoxid werden hoffentlich dafür sorgen, dass die Leitöse dauerhaft dort bleibt. Mit dem überschüssigen angemischten Epoxid haben wir auf unserem und den Nachbarsbooten die eine oder andere lose Schraube dauerhaft befestigt.
Ab und an, zufällig gerne auch mal sonntags, haben wir mittags einen Riesenhunger, Bärenhunger wäre das treffendere Wort. Da reicht kein Sandwich oder Obst, es muss was Handfestes Warmes her. Gestern war so ein Tag, wir haben unsereGemüsevorräte geplündert und ein leckeres Gemüserisotto gekocht, fein abgeschmeckt mit Brühe, Olivenöl und einem Schuss Limoncello. Und damit wir die volle Pfanne nicht alleine leeressen müssen, hatten wir noch tatkräftige Unterstützung von Martina und Jens angefordert. Das Risotto war dann auch sooooooo lecker!
Wir wissen nicht wer, aber irgendwer hatte die super Idee, den Nachmittag am Strand zu verbringen, mit Grillen und anschließendem Lagerfeuer. Der Blick zur Hafeneinfahrt über die Bucht und auf die untergehende Sonne war schon richtig gut. Kleine brechende Wellen am endlos langen Strand bildeten die akustische Untermalung zu dem fast schon kitschigen Ambiente – Postkartenidylle pur. Die Kinder, die Erwachsenen und auch Nico hatten ihren Spaß an diesem kleinen Strandausflug. Danach sind Cornelia und ich noch zur Saxophon-Livemusik ins Irish Pub und schon war auch dieser Sonntag vorbei.
Morgen kommen Allegra und Leonard nach Faro geflogen, wo wir sie mit dem Leihauto abholen werden. Beide bleiben ein Woche hier, eigentlich war angedacht, dass wir hier gemeinsam rumsegeln und ein paar neue Häfen und Ankerbuchten erkunden. Leider wird das Wetter nicht mitspielen, Sturm, hohe Wellen und Starkregen stehen auf dem Programm. Ein Sturmtief über dem Atlantik wirbelt alles durcheinander und bleibt ein paar Tage stationär. Ab acht vorhergesagten Windstärken dürfen wir auch nicht mehr auslaufen, sonst würden wir unseren Versicherungsschutz verlieren. Wenn uns Starkwind draußen unverhofft trifft, ist das kein Problem, die Vorhersage ist der Kernpunkt in den Versicherungsbedingungen!
Wir bleiben noch einige Tage hier in Lagos liegen, die Stadt ist schön, das Livemusikangebot ist super und wir haben soooooooo nette Segelfreunde hier am Steg.
Der Hafen selbst ist absolut schwellfrei und bietet guten Schutz bei Sturm und Unwetter und ist garantiert frostfrei ;-)) Ein guter Platz zum Abwettern und zum Bleiben.
Anfang Dezember wollen wir dann mit großen Schritten ins Mittelmeer segeln und dort das diesjährige Weihnachtsfest mit unseren Kindern feiern. Portugal rüstet auch schon auf für das anstehende Weihnachtsfest, entsprechende Straßenbeleuchtung, meist künstliche Tannenbäume, weihnachtlich dekorierte Geschäfte wollen für die entsprechende Stimmung sorgen. Bei 20 Grad Tagestemperatur kommt zumindest bei uns noch keine besinnliche vorweihnachtliche Stimmung auf.
Also eher Cocktail statt Glühwein und Shorts statt langen Baumwollunterhosen.

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Lehrgeld und Live-Musik

Vor zwei Tagen ging der Thermostat von unserem Kühlschrank kaputt. Die Folge davon war, dass der Kühlschrank nur auf höchster Leistungsstufe gekühlt hat und die Butter von streichzart in steinhart verwandelt hat. Die einzige Möglichkeit, um unser Kühlmonster zu zähmen, war, es dann komplett auszuschalten – auch keine dauerhafte Lösung. Also haben wir erst mal Joachim angerufen und uns technisch beraten lassen, wie denn so ein Thermostat funktioniert und wie er von innen aussieht. Dann kam noch Carsten dazu und zusammen haben wir den Übeltäter in seine Einzelteile zerlegt und wieder gangbar gemacht, leider ist dabei das Kapillarrohr mit dem Kühlgas gerissen, und dadurch war das eigentlich reparierte Kühlthermostat ein Totalschaden. Dumm gelaufen, aber nicht mehr zu ändern, wenn einmal das Gas aus dem Kapillarrohr raus ist, ist buchstäblich die Luft raus.

Gestern morgen sind wir hier zum gut ausgestatteten Händler gepilgert, haben unser Lehrgeld bezahlt und ein neues Thermostat erstanden. Zwar von einem anderen Hersteller als das Original, aber mit gleicher Funktionsweise. Mit Jens zusammen haben wir dann das Ersatzteil auch noch an einem besseren Platz im Kühlschrank eingebaut als den Vorgänger. Jetzt kühlt der Kühlschrank wieder, wie er soll, Operation geglückt, der Patient lebt! Herzlichen Dank an alle Helfer.

Und um das Wochenende einzuläuten, sind wir gestern abend dann so richtig schön auf die Piste gegangen. Erster Stopp war eine Kneipe hier im Hafen, in der von der Band “The Bottles” Musik von den Beatles dargeboten wurde. Nach zwei Bier oder zahlreichen Beatlessongs mit Mitsingeffekt sind wir dann zu einem Irish Pub mit Gesangsduo gepilgert. Dort wurden zahlreiche Klassiker der Musikgeschichte von Armstrong bis Madonna dargeboten. Jens und Martina haben auch gekonnt getanzt und einen Extraapplaus von Publikum und Künstlern bekommen. Auf dem Rückweg zum Hafen sind wir dann noch in einer Cocktailbar mir handfester Rockmusik hängengeblieben. Aller guten Dinge sind bekanntlich 3! Nico noch kurz Gassi geführt und ab in die Koje.
Heute scheint hier wieder die Sonne, es weht ein angenehmer Wind dazu und wir wollen mit ein paar Freunden unsere HEXE ein bisschen bewegen. Einfach ein paar Meilen aufkreuzen und mit Spinnaker zurücksegeln, ohne festes Etappenziel – just for fun. Einige Segler hier am Steg konnten dazu nur den Kopf schütteln: “Wie, Ihr geht zum Spaß segeln?” Uns macht es immer noch soviel Spaß, dass wir nach ein paar Hafentagen irgendwie Hummeln im Hintern haben und unbedingt ein bisschen segeln müssen. Es waren dann fast 25 Meilen, und es hat uns allen vieren sehr viel Spaß gemacht, es gab Westwind bis 18 Knoten, und wir sind zum Erstaunen von Jens und Martina in der Spitze 8,7 Knoten geschafft.

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Gutes Timing

13. November 2014, Donnerstag, Baro 1010, wind S um 4 Beaufort
Vilamoura – Lagos 28 sm
Punkt halb neun kommt das Taxi für Trevor und Kay, die jetzt zum Flughafen fahren, um nachhause ins kalte England zu fliegen. Wir überlegen, ob wir in Vilamoura waschen, und morgen nach Lagos kreuzen, weil für heute Nachmittag soviel Regen angesagt ist. Aber erst für heute Nachmittag, wir haben ja ein schnelles Boot, da könnten wir schon im Hafen sein. Punkt neun haben wir abgelegt, die Zugangskarten zurückgegeben, und segeln mit halbem Wind zurück Richtung Lagos. Geiler Segeltag, nicht ganz so heiß wie gestern, aber wunderschön.
Und dann haben wir an Jens und Martina geschrieben, dass wir nach Lagos kommen, und ich dachte, sie würde meine Nummer kennen, und hab keinen Namen hingeschrieben. Dann kam eine SMS zurück, dass sie sich endlos freuen, und dass auch noch eine nette Familie hier ist, die den Weg nach Madeira noch nicht geschafft haben. Ich frage, ob es die “Kellys” oder noch eine andere Familie ist, ja, es sind die Kellys, und in Lagos ist es so schön, es gibt samstags einen Bauernmarkt und am Sonntag Livemusic im Pub. Da wird mir klar, dass Martina annimmt, ich sei Jens Schimmelpfennig, von dem sie nicht wissen, wo er im Moment ist, nun, da müssen wir sie leider enttäuschen, wir sind nur die “Hexe”. Sie empfangen uns trotzdem freundlich, und wir bekommen auch gleich den “Schietwettertee” auf der Maje, denn kaum haben wir angelegt, öffnen sich die Himmelsschleusen.

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Abschied und Wiedersehen

Abzulegen, die Leinen vom Steg zu lösen, aufzubrechen zu neuen und manchmal bekannten Zielen, bedeutet oft viel mehr für uns, als einfach nur loszufahren. Es ist auch der bewusste Abschied von einem liebgewonnenen Ort, der Abschied von Freunden und Bekannten, aber auch eine gewisse Nervosität und Anspannung vor dem Bevorstehenden. Sei es ein anspruchsvolles Seestück, das Wetter, navigatorische Hindernisse und Schwierigkeiten und am Ende des Reiseabschnittes wartet der unbekannte Hafen.
Gestern war wieder einer der zuvor beschriebenen Momente. Wir haben uns von Jens und Martina, von Carsten, Monika, Hanna, Frieda und Emma und von Udo und Regin verabschiedet, bevor wir unsere Leinen losgeworfen haben. Bewegende Momente, den einen oder anderen werden wir im Laufe der nächsten Wochen wiedersehen, wir freuen uns schon darauf, andere eher nicht mehr.
Seglerisch war die kurze Fahrt nach Portimao nicht sehr anspruchsvoll, das Ziel war direkt ansteuerbar, Untiefen und andere Unbillen gab es nicht, der Wind wehte nicht zu stark und im Hafen von Portimao gab es genügend Raum zum Manövrieren.
Die Hexe liegt mit vielen Leinen verspannnt am Steg, fast wie in einem Spinnennetz, es ist mal wieder Starkwind angesagt.
Und bei soviel Abschieden darf das Wiedersehen natürlich auch nicht fehlen und gestern war es dann soweit. Unsere Segelfreunde Anke und Wolfgang mit Katze Flöcki, die im April mit ihrer Segelyacht “Lili” von Hoorn zu einer mehrjährigen Reise um die Welt aufgebrochen sind, liegen hier mit uns im Hafen. Wir hatten in den letzten Wochen schon regen E-Mail-Kontakt und jetzt konnten wir zwei Tage lang Erfahrungen austauschen und einander über die anstehenden Pläne informieren.
Natürlich darf auch der Spaziergang in die Stadt nicht fehlen, Volker war nicht wirklich begeistert von ihr, es gibt keine schöne Altstadt, aber viele verwahrloste Gebäude und auf der anderen Seite eine eher prachtvolle Uferpromenade und große Plätze. Wir stellen uns vor, dass es hier im Sommer nur so von Touristen wimmelt, die die kleinen Andenkenläden stürmen, oder Taschen, Portemonnaies und Schuhe aus Kork kaufen. Der Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses sieht viel hübscher aus, dort sollte man einmal mit dem Dingy hinfahren,
Heute Morgen haben wir uns auch von der Lili verabschiedet und die Leinen losgeworfen, noch im Hafen Großsegel gesetzt, auf 110 Grad Richtung Vilamoura. 12:20 Spi gesetzt, 12:35 Uhr Spi wieder geborgen, der Wind lässt immer weiter nach, und die Wellen, die vom gestrigen Starkwind noch auslaufen müssen, schaukeln Boot und Segel so sehr, dass es dem Tuch nicht gut tut. 13:10 Uhr der Spi steht wieder, es sind zehn Knoten Wind und der Skipper ist glücklich. Mal sehen, wo wir heute Abend sind….

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Deutschland in Portugal

Am Samstag Nachmittag machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden, laufen an der Flussmündung entlang zur Kirche Sta. Maria, die ganz anders ausgestattet ist als die Kirchen, die wir bisher angeschaut haben, die fast alle über prächtige Barockaltare und goldene Säulen verfügten, aber außen schrecklich verfallendes Mauerwerk hatten. Diese hier war sehr gut erhalten und innen ganz schlicht, aber hell, es gab eine Empore, die sich rund um das ganze Kirchenschiff zog und eine schöne Decke.
Ein paar Straßen weiter fanden wir den deutschen Bäcker, von dem man uns schon im Hafen erzählt hatte, tranken Filterkaffee, Bitburger Bier und aßen Biskuitrolle, Schwarzwälderkirschtorte und Apfelstrudel. Außerdem gab es für die Capitania Kürbiskernbrot!
Am Samstag hatten wir uns mit der Darmstädter Vorhang-auf-Gruppe zum Abendessen verabredet, Treffpunkt sieben Uhr an der lustigen Statue des Infanten. Gerade als wir losgegangen waren, fing der Regen an, und hörte auch nicht mehr auf. Wir versuchten, unter den Vordächern der Läden Schutz zu finden und trafen, halb durchweicht, an der Bushaltestelle auf dem Infatenplatz auf eine Gruppe mit bekanntem Dialekt, ja, das mussten die Darmstädter sein. Auf der anderen Deite des Platzes stand dann auch Pippo, der Reiseleiter, völlig ohne Regenschutz im triefend nassen Hemd. Aber all das war im Restaurant schnell vergessen, wir haben Freunde getroffen, neue Bekannte gemacht, köstlich gegessen und getrunken.
Und am Sonntag Morgen sitze ich mit Kay gemütlich im Cockpit, als Jana vorbeikommt, Jana, die schon ein paar Jahre in der Gegend mit dem Boot unterwegs ist und aus Berlin kommt, sie will wissen, ob wir uns bewusst sind, was für ein besonderer Tag heute ist. Ich sage: “Ja, Sonntag. ” Aber sie meinte das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls, und lud uns alle ein, am Abend in das Pub “O Artista” zu kommen, um es dort zu feiern. Im Endeffekt waren es viel mehr Engländer als Deutsche, die der Aufforderung gefolgt sind, sodass der Mauerfall ein bisschen in den Hintergrund geriet, aber wir hatten einen großartigen Abend mit Luis, dem Saxophonisten, der zu später Stunde, nach vielen Rock-, Pop- und Jazz-Klassikern, extra für uns eine Bach-Toccata im Stil von Jacques Loussier spielte.

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Alle Mann an Bord

Trevor, Kay, Martina, Jens, Carsten und Monika mit ihren Kindern Hanna, Frieda und Emma, Udo und Regin haben gestern Abend mit uns gegrillt, reichlich Fleisch, Fisch, leckere Salate und Gemüse genossen. Auch in der kleinsten Hütte ist bekanntlich Platz für viele! Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Es gibt hier in Lagos eine deutsche Bäckerei mit erlesener Kuchenauswahl und davon hatten wir reichlich, wunderbar.

Die Höhlen von Lagos

Die Höhlen von Lagos

Jetzt machen wir noch mal einen kleinen Zeitsprung: Bereits vor zwei Tagen haben wir zu viert mit unserem Schlauchboot, einen Ausflug zu den beeindruckenden Felsen und Grotten direkt vor der Küste gemacht. Bizarre Felsformationen, steile Felsabrüche, Bögen umd Höhlen haben wir uns angeschaut und waren davon total beeindruckt. Manches erinnert fast an Mondlandschaft. Leider habe ich dabei mein betagtes Handy gewässert, schade vor allem um die verlorenen Telefonnummern, die waren alle auf dem Telefon und nicht auf der Simkarte gespeichert.

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Heute ist hier großer “Darmstädter Tag”, die Reisegruppe des Darmstädter Veranstaltungsmagazins “Vorhang auf” kommt nach Lagos, um den hiesigen Fischmarkt, die attraktive Innenstadt, den ehemaligen Sklavenmarkt und eine folkloristische Musikveranstaltung zu besuchen. Mit dabei sind ein paar liebe Freunde von uns, die wir auf diesem Weg, weit entfernt von der Heimat treffen wollen. Ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant, zusammen mit der Gruppe aus der Heimat wird dann der krönende Abschluss sein. Morgen fliegen die Darmstädter zurück.

Zur Zeit ist das Wetter hier sehr unbeständig, Wolken wechseln sich in kurzen Abständen mit der Sonne ab, Regen gibt es immer mal und die Temperaturen bewegen sich zwischen 17 und 23 Grad. Ein wechselhafter herbstlicher Mix! Die Blätter bleiben dennoch an den Bäumen, es wachsen hier überwiegend Hartlaubgewächse, die auch im Winter grün bleiben. Ein paar Palmen stehen dazwischen rum und damit wirkt das Ganze recht freundlich.

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