Bis die Wolken wieder lila sind

05. November 2014, Baro 1003, sternenklar, Wind Nord um 4 Beaufort
Sines – Lagos, 76 sm in weniger als 10 Stunden! Top-Speed waren 11,4 Knoten!

Ablegen in Sines um 06:00 Uhr Ortszeit, noch ist es stockfinstere Nacht, der fast volle Mond ist um halb fünf untergegangen. Jetzt darf uns keine Fischerboje in den Weg kommen, wir würden sie einfach nicht sehen. Kurz nach der Hafenausfahrt gehen wir auf Kurs 189 Grad, für die nächsten 55 Seemeilen. Langsam wird der Himmel im Osten rötlich, konkurriert noch mit den Lichtern der Orte an der Küste, aber schon bald hat er gewonnen, und es ist nur noch eine Frage von dreißig Minuten, bis der rote Feuerball der Sonne hinter den Hügeln an der Küste auftauchen wird. Die Wellen kommen aus Nordwest, also von rechts hinten und sind ca. dreimagei Meter hoch, die eine oder andere auch etwas höher. Das ist ein bisschen schaukelig, aber wir haben alles gut festgemacht, in den Fächern das Geschirr mit extra Handtüchern gesichert, sodass nichts kaputt geht.
Trevor und Volker erfreuen sich an der See und dem guten Wind von hinten, Kay und Nico haben sich ins Bett verkrochen, und gleich sind die Wolken wieder lila und die Sonne ist da. Und das Ganze bei einem Speed zwischen acht und elf Knoten!
08:45 Uhr, der Wind hat zugelegt auf um die zwanzig Knoten, Volker ist am Ruder und steuert uns duch die schaukelige See. Nach weniger als drei Stunden haben wir schon über zwanzig Meilen gemacht!
Der Wind frischt noch mehr auf, und auch die Wellen haben mittlerweile eine Höhe von mindestens vier Metern erreicht, Volker ist glücklich über die Geschwindigkeit, mit der die Hexe die Wellen runtersurft. Dabei scheint auch noch die Sonne.
13:00 Uhr, wir runden den südwestlichsten Punkt Europas, das Cabo São Vicente, langsam werden die Wellen kleiner, leider fließt der Ebbstrom gegen uns, sodass wir nicht mehr sooo schnell sind. Die Delfine haben sich heute auch nur einmal ganz kurz gezeigt, ich glaube, die springen lieber bei weniger Welle.
Nach dem Cabo lassen die Wellen deutlich nach, der Wind allerdings nicht und so machen wir weiterhin schnelle Fahrt bei strahlendem Sonnenschein. Wenn man sich hinter der Sprayhood verkriecht, sodass der Wind und die manchmal überkommende Gischt der Wellen einem nichts anhaben können, ist es unglaublich warm.
Heute haben wir an einem einzigen Tag so viele Segelboote auf dem Wasser gesehen, wie sonst in einer ganzen Woche nicht. Darunter so ein berühmtes Boot, wie die Whitbread-Gewinnerin “Flyer”, das Boot des legendären holländischen Skippers Corneliusz van Ritschoten, offensichtlich auf dem Weg zu den Kanaren.

Jetzt liegen wir sicher in Lagos im Hafen, haben schon Elisabeth und Pippo aus Darmstadt zum Apéritif hier an Bord begrüßen können und freuen uns auf eine schöne neue Stadt.

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Die Lady braucht Unterhalt

Sines Waterfront

Sines Waterfront

Heute war das Wetter deutlich besser als sein Wetterbericht, kein Regen, kein Sturm, dafür Sonne-Wolken-Mix und ein strammer Wind aus West. Wir hätten weitersegeln können, ganz klar, diese Bedingungen hätten uns sicher sehr viel Spaß gemacht. Der Wind weht aber noch die nächsten sieben Tage aus dem nördlichen Quadrant und mit dieser guten Windrichtung werden wir auch immer entspannter. Heute, morgen, übermorgen, egal, es gibt nur wenig, was uns verpflichtet, die Leinen loszuwerfen. Ende nächster Woche werden Trevor und Kay abmustern und auf ihre große Insel zurückfliegen, das ist so ein wichtiger Termin. Bis dahin wollen wir in Vilamoura sein, 85 Seemeilen entfernt von hier, genug Zeit, um dahin zu segeln.

Gestern hatten wir noch ein kleines technisches Problem, eine unserer Winschen, auf der die Großschot (Schoten sind die Leinen, mit denen ein Segel von einer auf die andere Seite bewegt wird, Großschot = Schot vom Großsegel) drüber läuft, gab nur noch ein quietschendes Geräusch von sich und dreht sich fast nicht mehr. Trevor hat die lahmende Winsch heldenhaft zerlegt, das alte Fett entfernt und ein festgefressenes Teil mit Öl und Gleitspray wieder gangbar gemacht. Heilende Hände am richtigen Ort können wahrhaft “Wunder” vollbringen, ich war dabei nur der Lehrjunge. Falls das wieder mal vorkommt, weiß ich nun, was ich tun muss.

Der Taucher

Der Taucher

Das Wasser ist so klar, dass wir uns entschieden haben, hier im Hafen die berühmt-berüchtigte Opferanode zu wechseln. Dafür habe ich mich heute in meinen engen Taucheranzug gezwängt, Tarierweste und Tauchflasche klargemacht, noch Flossen und Maske dazu, fertig war der Taucher.

Volker taucht ab, und Trevor hält den Eimer mit dem Werkzeug fest

Volker taucht ab, und Trevor hält den Eimer mit dem Werkzeug fest

Cornelia und Trevor standen sehr hilfreich zur Seite und ordneten die Ersatzteile und Werkzeuge. Nach einem kurzen Tauchgang war die alte Anode ab und die neue Zinkanode angeschraubt (zwei Schrauben und ein kleiner Imbussschlüssel haben uns leider verlassen und auf dem Hafengrund hoffentlich eine neue Heimat gefunden). Das muss jetzt für ca. 1 Jahr reichen – hoffentlich.
Noch ein bisschen das Unterwasserschiff vom Algenschleim ( erster Anwuchs) befreit, schwupps war auch schon die Luft in der Flasche alle und die Arme schwer und es war an der Zeit wieder an die Oberfläche zurückzukommen.

Nico lässt das ganze Treiben kalt

Nico lässt das ganze Treiben kalt

Kleines Mittagessen, kurze Mittagsruhe, mit Nico ‘ne Runde gedreht, Hafengebühr bezahlt, Tauchflasche im Tauchshop aufgefüllt, Martina und Jens von der Maje begrüßt, die heute hier angekommen sind und schon ist der Tag wieder fast rum.

Abends spielen wir häufig Karten, im Moment steht es ganz klar 3:1 für Cornelia und mich. Früher war das meistens umgekehrt, Cornelia und ich finden das deutlich besser so!

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Katzenjammer

Gegenüber von Setúbal gibt es eine sechs Jahre junge Retortenstadt mit Ferienwohnungen, Yachthafen, ein paar Restaurants, aber rundherum und das ist echt wunderschön, ganz ganz viel Strand und Vegetation. Wir sind dann alle zusammen zum Strand getigert. Nico ist wie ein junger Hund auf und ab gerannt, hat Haken geschlagen wie ein Hase und ist total abgegangen.

Sand, Meer und Sonne

Sand, Meer und Sonne

Wir waren im Meer schwimmen und haben danach im weißen Sand gefaulenzt. Das portugiesische Fernsehen hatte dort in der Nähe gerade eine Serie gedreht, um die Region ein bisschen zu fördern. Danach sind wir die Retortenstadt abgegangen und haben die meist hübschen Appartmentanlagen positiv beurteilt und die wenigen weniger hübschen Häuser mit Kopfschütteln bedacht.

Not a Fox on the Run

Not a Fox on the Run

Beim Sundownerdrink in der Hafenanlage kam noch ein wohlgenährter Fuchs vorbei, der von den Restaurantbesitzern gefüttert wird, was wohl die meisten Gäste auch beeindruckt und zum Fotografieren animiert.

Die arme schwarze Katze

Die arme schwarze Katze

Ja, und dann gab es da noch drei süße Babykatzen in der Hafenanlage, zwei davon wohlgenährt und proper und ein Kätzchen, das wirklich erbärmlich aussah. Das Kleine war offensichtlich blind und wir maßen ihm wenig Überlebenschancen zu – blödes Gefühl. Nico hat dann großzügig zwei Dosen seines Hundefutters für die Samtpfoten gespendet, aber das wird die Kleine auch nicht retten, zu groß ist der Unterschied zu den dominanten Geschwistern, zu erbärmlich das Aussehen.
Heute war der Tagesplan, mit Rückenwind die 35 Seemeilen nach Sines zu segeln. Aber dem Gott des Windes ging die Puste aus und so wurde es bis kurz vorm Ziel eine Motorfahrt bei Sonnenschein. Die letzten zwei Stunden konnten wir segeln, mit Wind von hinten, Spinnaker oben und reichlich Welle – perfekt. Jetzt liegen wir hier in Sines und wähnen uns beinahe in Frankreich. Außer uns gibt es zahlreiche französische Schiffe mit überwiegend jungen Seglern, teilweise schon mit jungem Nachwuchs – gut zu sehen.
Wegen angekündigten Sturms in den nächsten Tagen werden wir wohl ein paar Tage hier bleiben. Aber ist gibt viel schlechtere Plätze, um den Durchzug der Front abzuwarten.

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Neues aus Setúbal

Trevor hat gestern erst einmal die Touristeninformation gestürmt und massenweise Wissenwertes über unseren momentanen Aufenthaltsort mitgebracht. Setúbal war ein Zentrum des Sardinenfangs, es wurde hart gearbeitet in der Fischfabrik, auch Kinder mussten mit anpacken. Ruhetage zur Fangsaison gab es nicht, 16 Arbeitsstunden pro Tag waren die Regel, nicht die Ausnahme.

Sardinen ausnehmen, waschen, einlegen in Öl und Gewürzen, und schließlich in die teilweise sehr hübschen Sardinendosen verpacken, das war hier einmal der Haupterwerbszweig und bestimmte das tägliche Leben. Das Ganze wird anschaulich im Museo do Trabalho (Museum der Arbeit) dargestellt.
Heute sind es die Touristen, die wie der berühmte Sardinenschwarm hier in der Hochsaison einfallen und die Kasse klingeln lassen. Momentan ist absolute Nebensaison und auf der Shoppingmeile in der Innenstadt geht es eher entspannt zu.
Die Fußgängerzone ist wird den ganzen Tag mit Musik aus Lautsprechern beschallt, die im Abstand von 10 Metern an den Hauswänden hängen, das muss man mögen.
Gestern Abend haben wir den Bordgrill nicht bemüht und stattdessen einmal erste Klasse selbst gekocht. Es gab ein ganzes Hühnchen in einer leckeren Weißwein-Lauch- Ananassoße, leicht abgebundenden mit Maismehl, dazu Reis mit Olivenöl – hervorragend. Die Capitania, der Skipper und unsere englischen Gäste waren maßlos begeistert. Mit ein wenig Zeit und Kreativität lassen sich auch auf unserem Zweiflammengasherd leckere Gerichte zaubern.
Seit ein paar Tagen haben wir unsere trockenen Brötchen für einen weiteren kulinarischen Höhepunkt gesammelt. Heute Abend gibt es Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödeln in einer Dunkelbiersoße, denn gestern haben wir in einem Supermarkt Köstritzer Schwarzbier gefunden.

Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg

Zwei volle Einkaufswagen auf dem Steg

Das war auch so eine Aktion, Mineralwasser, Bier, Cola und Säfte wurden langsam knapp. Ca. 10 Laufminuten entfernt gibt es einen großen Supermarkt und der Plan war eigentlich, dort groß einzukaufen und alles mit einem Taxi zum Boot transportieren zu lassen. Der Taxikilometer kostet hier nur 50 Cent.
Nachdem wir dann zwei Einkaufswagen, komplett voll bis oben hin, durch die Kasse geschoben haben, stand kein Taxi mehr an Taxihaltestelle. die Entscheidung fiel schnell und leicht, wir haben die prallvollen Wagen direkt und ohne Problem über die Straße zu unserem Schiff geschoben. Die letzte Hürde war dann der ziemliche steile Zugangsteg zum Hafen. Aber bald war auch diese Hindernis überwunden und die Beute wanderte in den prallen Bauch unserer “Hexe”, die kann ziemlich viel Ballast vertragen und liegt damit noch nicht mal tiefer im Wasser.

Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber

Die einsamen Einkaufswagenzurückschieber

Heute geht es auf die andere Seite des Flusses auf die Halbinsel Troja. Warum die so heisst, haben wir noch nicht herausgefunden. Wir bekommen dadurch aber einen sprichwörtlich anderen Blickwinkel auf Setúbal und den Fluss Sado.
Ab morgen soll es dann für mehrere Tage Nordwind geben, also Wind von hinten für uns. Das wollen wir ausnutzen und zur Wochenmitte das Cabo São Vincente runden und in der Algarve ankommen.
150 Seemeilen Rückenwind, unglaublich, wir freuen uns sehr darauf ;-)) Dass es dabei ein bisschen kühler wird, können wir verschmerzen.

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Sesimbra und Setúbal

Ein früher Sonnenuntergang in Sesimbra

Ein früher Sonnenuntergang in Sesimbra

So, jetzt ist mal wieder ein längerer Bericht fällig. Das mit dem Schreiben hat auch hin und wieder so seine Tücken, wenn nicht ganz so viel passiert. Wir wollen Euch und uns mit den Berichten nicht langweilen, so nach dem Motto: Wir sind um 8 Uhr aufgestanden, Zähne geputzt, angezogen, Hund Gassi geführt – dabei reichlich Smalltalk mit Stegnachbarn, gefrühstückt, danach noch mehr Talk umd tapfer nichts gemacht, Spaziergang durch den Ort oder an der Promenade, und so weiter und so weiter.

Viele Tage sind schön gleichförmig und Gott sei Dank nicht zu ereignisreich.
Für den Blog ist das aber nicht so der Bringer. Deswegen gibt es nicht jeden Tag einen Beitrag und manchmal fehlt uns auch die Verbindung zum großen Internetz.

Das Kap vor Sesimbra

Das Kap vor Sesimbra

Vorgestern haben wir, und das hat Cornelia schön ausgedrückt, früh die Leinen gelöst, direkt an der Hafeneinfahrt noch die Segel gesetzt. Mit angenehmen Wind von der Seite hat unser Schiff Fahrt aufgenommen und mit dem langsamen Auf und Ab des atlantischen Ozeans erreichten wir nach ein paar Segelstunden Sesimbra.

Das schön restaurierte Fort von Sesimbra

Das schön restaurierte Fort von Sesimbra

Der Hafen ist einer der größten Fischereihäfen von Portugal mit einer beachtlichen Fangflotte. Gleichzeitig spielte der eher kleine Ort wohl eine wichtige historische Rolle bei der Landesverteidung, wie an den ausgeprägten Fortanlagen heute noch gut zu erkennen ist. Das Fort ist sehenswert und beherbergt ein Café mit schöner Aussicht über den Atlantik und die Stadt, sowie die Touristeninformation.
IMG_1087Ein breiter und langer Sandstrand bildet die Grenze zwischen Uferpromenade mit Cafés und Restaurants und dem Atlantik. Der Yachthafen ist modern und bietet ausreichend Gastplätze. Ein französisches Schiff und wir waren jedoch die einzigen Gastlieger. Ein sicheres Zeichen, dass Nachsaison ist!

Das tote Walkalb

Das tote Walkalb

Gestern haben wir bei ziemlich frischen Wind, mit gerefften Segeln, unseren Weg nach Setúbal fortgesetzt. Doch der frische Wind wurde bald weniger und wir haben unsere volle Segelfläche entfaltet.Nach einer Stunde segeln hat Trevor uns auf ein großes schwimmendes Objekt in einiger Entfernung aufmerksam gemacht, das genau auf unserer Kurslinie lag. Als wir dann noch ca. einen Kilometer entfernt waren, wehte ein immer stärker werdender Gestank von Verwesung und Fäulnis zu uns hinüber. Wir passierten einen toten Walkadaver. Meines Wissens nach handelte es sich um ein totes ca. sieben Meter langes Buckelwalkalb, das aufgedunsen durch Faulgase hoch auf dem Meer schwamm – kein schöner Anblick.

Setúbal von der Marina aus gesehen

Setúbal von der Marina aus gesehen

Bei der Einfahrt nach Setúbal wurden wir dafür von spielenden Delfinen begrüsst – in der Situation eine sehr willkommene Abwechslung. Setúbal liegt am Anfang einer 20 Kilometer langen Lagune, die breite Wasserfläche wird von dem Fluss “Sado” durchströmt, die Farbe des Wassers ist eher grün durch den Fluss statt atlantisch blau. Die Stadt ist berühmt für die langen Sandstrände, und eine wunderbare Unterwasserwelt, weshalb es auch rundherum unzählige Tauchbasen gibt. Nach Auskunft des Hafenmeisters zählt der Strand zu den Top-10-Stränden der Welt.
Uns haben gestern bei einem abendlichen Rundgang die verwinkelten, dunklen und engen Gassen der Altstadt sehr gut gefallen. Wir fühlen uns hier ein bisschen an Porto erinnert. Außer uns gibt es im Hafen keine weiteren Gastlieger – damit entfällt auch das übliche Steggespräch.
Heute geht es in die weitläufige Altstadt, ins Arbeitsmuseum und in die städtische Galerie – genug zu tun also! Und morgen gibt es dann auch wieder Neuigkeiten von Bord, Land und Menschen.

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“Frank is back to his old self”

IMG_9030sagte Trevor, als Volker vor acht Uhr an seine Tür klopft und sagt: “We will sail in half an hour”. (Trevor nennt alle Männer “Frank”) Kay meinte zwar, dass ihr der andere Volker besser gefallen habe, aber da gab es kein Mitleid, irgendwann muss es ja auch mal weitergehen. Und so haben wir uns von den anderen Seglern verabschiedet, vielleicht treffen wir die einen oder anderen ja auch bald mal an der Südküste wieder, haben die Leinen losgemacht und segeln bei erst gutem, jetzt ein bisschen wenig Wind, aber strahlendem Sonnenschein nach Süden, vielleicht nach Sesimbra oder nach Setubal, das wird sich weisen.

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Herrlichkeiten der See

Eduardio, der Gründer des Restaurants

Eduardo, der Gründer des Restaurants

Um es vorweg zu nehmen, unser Ausflug mit dem Marinamobil zur Cervejaria “Eduardo Dos Santos“ nach Parede war ein Toperlebnis. Das fing schon mit einem kleinen Aperitif hier im Hafen sehr gut und entspannt an, und was uns dann an Herrlichkeiten aus dem Meer dargeboten wurde, war einfach Weltklasse.

Das Restaurant selbst war von der Inneneinrichtung eher landestypisch schlicht, mit weißen Bodenfließen, Papiertischdecke und Plastikstühlen.

Als wir hinkamen, waren schon alle ca. 40 Sitzplätze außer dem für uns reservierten Tisch besetzt  mit fröhlichen portugiesischen Menschen. Aufgrund fehlender Sprachkenntnisse orderten wir anhand anschaulicher Photos, Runde um Runde, Leckeres aus dem Meer, wir wurden soooo verwöhnt.

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Unser freundlicher Fahrer vom Yachthafen ist ein ausgesprochener Benfica Lisboa Fußballfan, deshalb hatten wir alles so getimed, dass er uns vor dem Sonntagspiel der ersten Liga hingefahren hat und nach dem Spiel abholte. Leider verlor „seine Mannschaft“ an diesem Abend mit zwei zu eins.

Nach dem Essen haben wir dann noch ein wenig weitergefeiert. Unsere fröhliche Runde wurde durch John und Jane, ein segelndes englisch-kanadisches Pärchen, ergänzt. Viel Seglerlatein wurde ausgetauscht und manche Welle wuchs, retrospektiv betrachtet, ins Unermessliche. Aber so sind sie halt, die Segler, und ein bisschen Seglerlatein gehört dazu wie das Salz in der Suppe.

Mittwoch oder Samstag wollen wir nach Sesimbra weitersegeln, einem kleinen Hafen ca. 15 Seemeilen südlich von hier. Die weitere Wettersituation müssen wir wohl noch mal abwarten, fünf Vorhersagen – fünf verschiedene Windrichtungen. Seit Tagen haben wir hier schönes Wetter, aber nahezu keinen Wind, allenfalls ein wenig Morgenthermik.

Große Wäsche mit bunten Kleidern

Große Wäsche mit bunten Kleidern

Neben ein paar Meerestierbildern haben wir noch ein paar schöne Photos von einem norwegischen Segelboot mit 5-jähriger Tochter geschossen. Die Photos spiegeln ziemlich gut einen Teil des Alltags wider von segelnden Eltern mit Kindern. Sieht doch irgendwie nett aus…

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Kunst am Tejo

Kunst am Tejo

war die höchste Startnummer, die ich bei einem Volkslauf in Lissabon gesehen habe. Diese hohe Zahl spiegelt auch die sportlichen Ambitionen der Portugiesen wider. Die Uferpromenade, die dicht an unserem Hafen vorbeiführt, ist von früh morgens bis spät in die Nacht mit Sportlern aller Altersklassen belebt. Es wird gejoggt, gelaufen, Inliner-und Skateboard gefahren, nur für die Fahrradfahrer ist irgendwie wenig Platz.
Man sieht ja sonst an dem einen oder anderen Urlaubsort schon mal zahlreiche bewegungswillige Menschen, aber so viele wie hier sind mir sonst noch nirgends begegnet. Ich weiß leider nicht, ob da die Politik nachgeholfen hat oder die Mentalität.
Ist aber irgendwie ansteckend und so ziehen wir zumindest schwimmend auch unsere täglichen Runden im Freibad und absolvieren in der Regel mindestens 300 Meter.

Der große Platz mitten in Lissabon

Der große Platz mitten in Lissabon

Heute gab es natürlich nicht nur die Läufer in Lissabon zu bestaunen, wir waren in der Altstadt, bis zur riesigen aber innen sehr einfach gehaltenen Kathedrale, dem Einkaufs- und Prunkviertel Chiado und natürlich an der Wasserfront. Das alles bei Sonnenschein und 26 Grad, da sieht eine schöne Stadt gleich noch schöner aus.
Heute Abend werden wir, (Martina, Kay, Cornelia, Jens, Trevor und ich) vom marinaeigenen Fahrdienst zum Meeresgetieressen gefahren, was für ein Service! Die haben hoffentlich auch noch was Fleischiges für mich, denn ich kann jede Krabbe, jeden Fisch, eben jedes Meerestier mit gutem Gewissen anlächeln 😉

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Verstärkung

Hier ist es immer noch sehr warm und mit spätsommerlichen 27 Grad spielt sich unser Leben von morgens bis abends draußen ab. Von unserem Cockpit aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Brücke von Lissabon, die den Tejo überspannt. Die Brücke ist von den gleichen Konstrukteuren und Erbauern wie die “Golden Gate Bridge” in San Francisco und leuchtet in dem gleichen satten Rot der untergehenden Abendsonne wie das amerikanische Vorbild. Am östlichen Ende der Brücke steht die gleiche Jesusstatue wie in Rio de Janeiro, ein Vorgeschmack auf Brasilien, unser geplantes Etappenziel für 2016.
Täglich ziehen wir schwimmend unsere Runden im Freibad, erkunden die gepflegten Parkanlagen von Oeiras und sitzen mit alten und neuen Segelfreunden zusammen. Alles sehr harmonisch und sehr angenehm.
Seit zwei Tagen wird hier an Bord fast nur noch englisch gesprochen, unsere lieben Freunde Trevor und Kay aus Grimsby sind eingeflogen. Bis Mitte November werden wir nun zu viert Portugal zu Land und zu Wasser erleben und und entdecken. Ebenfalls vor zwei Tagen hat hier im Hafen eine deutsche Familie mit drei Mädchen ihr Zuhause auf Zeit gefunden. Die drei blonden Mädels sind 7, 5 und 3 Jahre alt, putzmunter und aufgeweckt. Die Familie ist vor zwei Monaten mit ihrem 9,5 Meter langen Boot in Husum aufgebrochen und will für mindesten zwei Jahre damit die Welt erkunden.
Für die Segler: Das Schiff ist eine topsolide Beryll 31, ein kleines Raumwunder mit ausgewogenen Segeleigenschaften.
Heute gab es bei uns an Bord daher Englischunterricht für die Siebenjährige. Dinge des Alltags, wie Messer, Gläser, Schere und ähnliches wurden in die Hand genommen und von Kay ins Englische übersetzt. Im Gegenzug hat Hanna den Wortschatz von Kay um einige deutsche Wörter erweitert – man kann also von einer Win-Win-Situation sprechen, um bei der englischen Sprachweise zu bleiben. Sonntag ist schulfrei und am Montag steht Englisch wieder auf Hannas Stundenplan.
Morgen Abend wollen wir zum Fado, eine musikalische Veranstaltung mit landestypisch schwermütigem Gesang, wir sind gespannt. Fado wird hier in zahlreichen Kneipen und Restaurants dargeboten.
Wind gibt es wenig oder gar nicht und das bleibt wohl so die nächsten Tage, egal, wir haben es nun auch wirklich nicht mehr eilig. Der kalte und windige Norden liegt nun endgültig hinter uns. Bis nach Gibraltar sind es nur noch 300 Seemeilen!

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5-Sterne-Tag

Die Bucht von Cascais

Die Bucht von Cascais

Hier waren wir schon mal und das ist noch nicht so lange her – Cascais war für uns schon einmal der Absprungort, als wir im Februar einen brandneuen Katamaran mit überführt haben. Unsere damalige 800-Seemeilen-Reise startete in Cascais und führte uns über die Meerenge von Gibraltar bis nach Mallorca. Acht Tage waren wir mit der Helia 44 “Yakira” unterwegs.

Bevor wir auf den Katamaran übergestiegen sind, hatten wir eine Nacht in dem 5-Sterne-Hotel “Pusada de Cascais” übernachtet, das stilvoll in die ehemalige Festungsanlage von Cascais integriert ist. Außerhalb der Saison ist das Hotel zudem für einen erstaunlich günstigen Preis buchbar! Passend zu dem Gesamtambiente gab es morgens ein Frühstück mit 5-Sterne-Blick über den Yachthafen, die Ankerbucht und den Atlantik – einfach umwerfend. Deswegen stand für uns schon seit unserer Abreise in Holland fest, dass wir dort noch einmal frühstücken wollen.

5-Sterne-Frühstück mit Blick über den Hafen

5-Sterne-Frühstück mit Blick über den Hafen

Gestern morgen sind wir dann mit Jens und Martina nach einem kurzen Spaziergang im Hotel angekommen. Cornelia hatte am Vortag einen Tisch reserviert und wir wurden dann auch sehr freundlich empfangen. Das Ganze war ein echtes Highlight, es gab alles, was das Herz begehrt, heiße und kalte Köstlichkeiten, leckere Säfte, Sekt und Heißgetränke.
Leider ist auch irgendwann der größte Seglermagen gefüllt. Wir haben kurz danach unsere Leinen losgeworfen und sind wegen Windmangels ins fünf Seemeilen entfernte Oeiras motort. Der Ort liegt an der Mündung des Tejo, dem Fluss, der durch Lissabon fließt.
Die kleine, aber neue und feine Marina bietet ihren Besuchern einige sehr angenehme Besonderheiten.

IMG_0927Es gibt einen Gratisbrötchenservice, jeden Morgen um 8.30 wird eine Tüte mit frischen Brötchen an Bord – mit einem Kleintransporter kann man sich zum Supermarkt fahren lassen (und vor allem wieder nach Hause mit vielen Flaschen Wasser und Säften und Wein und Bier, man muss das nicht schleppen) – ein hundert Meter entferntes Seewasserfreibad mit Sprungturm steht zur kostenfreien Verfügung und ein gratis Willkommensdrink ist ebenfalls im günstigen Übernachtungspreis inbegriffen – einfach Wahnsinn. Auch Martina und Jens haben nach Oeiras verholt.

1625 Kubikmeter Wasser für 4 Menschen!

1625 Kubikmeter Wasser für 4 Menschen!

Nachdem alle Leinen fest waren, sind wir dann zu viert auch erst einmal die paar Meter, mit Badesachen ausgerüstet, zum Pool gepilgert. Den hatten wir dann für uns ganz alleine, denn offiziell ist die Anlage schon geschlossen und steht nun exklusiv den Hafenliegern zur Verfügung. Über 1600 Quadratmeter Schwimmbadlandschaft nur für uns vier, nahezu unvorstellbar. Die Wassertemperatur lag mit 21 Grad eher im kühlen, aber nicht unangenehmen Bereich.
Abends sind wir in die eine halbe Stunde Fußmarsch entfernte sehenswerte Altstadt gepilgert. Ein bisschen Bewegung für die Seglerbeine!
Glücklich und zufrieden, nach so einem 5-Sterne-Tag, haben wir einen Schlummertrunk mit Aussicht auf die nächtliche Skyline von Lissabon von unserem Cockpit aus genossen.

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