Reparaturtag

Sonntag, 11. Februar 2024, Puerto Calero 08:30 – Giniginamar, Fuerteventura 17:30, 58 sm
Baro 1019, sonnig, Wind 1-2 Knoten, die See ruhig

Um 8.30 werfen wir die Leinen los, die Reise nach La Palma startet. Zunächst geht es mangels Wind, nur unter Motor, in Richtung der Ostseite von Fuerteventura, das Meer ist spiegelglatt.

So glatt das Meer, Lanzarote liegt achteraus

Heute scheint Reparaturtag zu sein.

Trotz Windmangels geht das Großsegel nach oben, denn allein schon dessen profilierte und effektive Form, in Kombination mit dem Fahrtwind, ergeben einen halben Knoten schnellere Fahrt als ohne das Segel.

Die Reparaturstücke sind auf das Großsegel aufgeklebt

Danach wird es Zeit, das von der Liekleine am Achterliek des Segels durchgescheuerte Segeltuch zu reparieren. Das wollten wir schon lange tun, aber da es sich um eine kosmetische und zeitaufwändige Reparatur handelt, haben wir das bisher erfolgreich, nach dem Trägheitsprinzip ;-), vor uns hergeschoben. Wir schneiden uns passende Reparaturstücke aus weichem Segeltuch zurecht, bestreichen diese einseitig, mit einem dauerelastischen Silikonkleber und kleben es so auf die hintere Kante des Segels. Da wir noch ein paar Stunden unterwegs sein werden, kann der Kleber schön antrocknen, und wir können mal wieder einen Punkt von der To-Do-Liste streichen. Wie man auf dem Foto gut erkennen kann, ist der Job gelungen. 

Der Wind frischt ein kleines bisschen auf, die Genua wird ausgerollt, während wir mit den Vorbereitungen zum Setzen des bunten Gennakers beginnen. Wir freuen uns nach der Motorfahrt richtig auf eine entspannte Segelpartie mit Leichtwindsegel, wir ziehen den Code D hoch, die Schoten sind gelegt, jetzt muss er nur noch ausgerollt werden. Kaum waren die ersten Meter draußen, da höre ich einen schrecklichen Schrei von der Backbordseite, an der Volker stand: Die Endlosleine am Fuß der Rollanlage hatte sich voll um das Stag gewickelt, der eigentlich leichtgängige Rollmechanismus dreht sich wohl durch den vielen Wüstensand nicht mehr ganz so schnell, wie er sollte.  Mit viel Kraft, List und Tücke, und unter heftigen Flüchen, wird die Leine befreit, und das Segel wieder eingerollt. 

Die Rollanlage

Also rollen wir erst einmal wieder die Genua aus, und trimmen sie schön ein. Mit einem halblauten Padäng werden wir auch hier schnell in die Realität zurück geholt: Das Gummi, das die Holepunktverstellung für die Genua nach oben hält, ist gerissen. Schnell findet sich Ersatz.

Das blaue Gummi hält den Genuaholepunkt oben

Der Rest des Törns verläuft aber zum Glück unspektakulär. Wir setzen den Gennaker, oder besser gesagt den Code D wieder. Im Laufe der Zeit frischt der Wind immer weiter auf, bis wir mit über 8 Knoten übers Meer rauschen. Der Skipper ist glücklich. 

Um 16:00 Uhr müssen wir halsen, unser Wegepunkt zum Ankerplatz für die heutige Nacht liegt weiter westlich an der Küste von Fuerteventura. Hier reicht auch die Genua, zumal der Wind weiter auf 15 – 17 Knoten auffrischt. Wir haben noch 14 Meilen bis zur Ankerbucht.

Unsere Ankerplätze für die nächsten Tage sollten möglichst fern von Ortschaften liegen, da hier bis nächsten Samstag der Karneval mit Umzügen, aber vor allem mit abendlichen Vergnügungen und den entsprechend lauten Bässen gefeiert wird. Und das ist nix für die sensiblen Ohren des Skippers.

In Giniginamar finden wir einen kleinen Ort mit einer schön geschützten Ankerbucht. Um 17:30 fällt der Anker auf 8 m Wassertiefe auf sandigem Untergrund.

Ein weiterer wunderbarer Tag auf dem Wasser liegt hinter uns!

Morgenstimmung in Giniginamare
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Seelen-Striptease

Eigentlich weiß ich garnicht so recht, an welcher Stelle der Ereignisse der zurückliegenden Wochen ich jetzt  für diesen Blogbeitrag sinnvoll anknüpfen kann. 

Es fing mit einem unbestimmten Gefühl bei mir an, das natürlich der Capitania aufgefallen ist. Sie kennt mich ja nun schon einer Weile, und mein zögerliches und ausweichendes Verhalten weckte ihre Aufmerksamkeit. Wir waren noch in Deutschland zu dem Zeitpunkt, der Rückflug war gebucht, der Starttermin für die Atlantikpassage gesetzt, und die Hexe lag bekanntermaßen startklar auf Lanzarote. Nur mir fehlte die Motivation, schon seit Tagen spürte ich keine Lust auf den Rückflug und das bevorstehende Segelabenteuer. Irgendwann offenbarte ich dann meine diffusen Empfindungen gegenüber Cornelia und versuchte alles, was in meinem Kopf vorging, in passende Worte zu fassen: 

  • Der nahende, manchmal schmerzhafte Abschied von den Enkelkindern, 
  • die immer noch außergewöhnlich schlechte Windsituation auf dem Atlantik, die sich auch auf lange Sicht nicht zu ändern schien, 
  • die nur kurze verbleibende Zeit bis in der Karibik bis zum offiziellen Beginn der nächsten Hurrikansaison
  • und last but not least, eine gewisse Reisemüdigkeit. 

Irgendwie habe ich mit dem, was ich ausdrücken wollte, bei Cornelia offene Türen eingerannt, denn auch bei ihr hat das Verlangen nach dem karibischen Abenteuer nur auf Sparflamme gebrannt. 

Zumba zum Mitmachen für alle, in Playa Honda

Damit stand es einstimmig 2:0 gegen die Karibik. Während weiterer Gespräche haben wir uns zunächst für ein alternatives Reiseschema und neue Reiseziele für die Segelsaison 2024 entschieden.

Der Renntrimaran Maserati, der zahlreiche Rekorde gebrochen hat, steht zum Verkauf. Der Ex- Skipper Giovanni Södini, bekommt vom neuen Hauptsponsor Ferrari einen neuen segelnden Untersatz gesponsort. Das sind auch alternative Reisepläne, aber nicht für uns.

Das neue Reiseschema bedeutet nichts anderes, als dass wir einfach zwischendrin mal öfter nach Hause fliegen, um Kinder und Enkel zu sehen. Damit das leichter zu bewerkstelligen ist, bleiben wir im europäischen Raum.

Zu Besuch bei Freunden in La Asamoda, in der Ferne ist Fuerteventura zu sehen

Etwas präziser: Zuerst steht eine Kanarenrundreise an, bei der wir auf jeden Fal, La Palma anlaufen werden. Ab Mitte Mai stehen dann die Azoren und Irland auf dem Plan. Wir freuen uns ganz besonders auf die Reise durch Irland, da wir das schottische Gegenüber von früheren Segelreisen ganz gut kennen und schätzen gelernt haben.

Seit heute ist die Hexe auslaufklar, wir haben Lebensmittel für die nächsten Wochen gebunkert, falls es auf den anderen Kanareninseln nix zu Essen gibt 😉 

Die Kanaren zeigen sich ingesamt noch immer sehr frühlingshaft, mit angenehmen Tagestemperaturen um die 24 Grad, von kühleren Wintertagen kann keine Rede mehr sein. Nur der erhoffte Regen bleibt den Inseln verwehrt und die allgegenwärtige Trockenheit ist weithin sichtbar. Selbst die kleinen, ansonsten immergrünen Büsche oder Bodendecker sind vertrocknet. Es hat jetzt seit 13 Monaten nicht mehr richtig geregnet. 

Die Wüste lebt, Massen von Sand ziehen über die Kanaren, ein seltenes Phänomen im Winter

Morgen werfen wir die Leinen los und segeln erstmal in den Süden von Fuerteventura, dann im Laufe der Woche weiter nach Gran Canaria, Teneriffa und schließlich nach La Palma. Von unterwegs werden wir sicherlich den einen oder anderen Blogbeitrag schreiben.

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Alle Wetter!

Nun haben wir in diesen Winter doch noch Schnee bekommen.

Wir mussten wegen einiger Termine nach Deutschland. Mit der Condor, und der lustigsten Chefstewardess, die wir jemals hatten, sind wir in Lanzarote bei 24 Grad und Sonnenschein los geflogen. Die im Flugzeug zahlreich vertretenen Schulkinder wurden besonders nett begrüßt mit der Nachricht, dass sie dann in der neuen Woche bei minus neun Grad zur Schule gehen dürfen. Tatsächlich waren es „nur“ minus zwei Grad, als wir in Frankfurt gelandet sind, aber ich hatte doch große Sorge, ob unsere Tasche mitgekommen war, da befand sich meine dicke Winterjacke drin. 

Darmstadt empfing uns mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, und Nieselregen, der sich im weiteren Verlauf der Tage zwischendurch auch mal in Starkregen ausweiten konnte. Und der Himmel zeigte sich grau in grau in grau.

Am Mittwoch kam der Eisregen und die Bürgersteige und die Straßen wurden rutschig. Sogar die Schulen fielen aus. Ab wurde es endlich weiß zuhause, und dann stieg die Schneemenge auf Rasen und Bäumen. 

Am Samstag waren die Bäume im Hunsrück wunderschön vereist und glitzerten in der Sonne. 

In den Weinbergen der Mosel lag so viel Schnee, dass einem Nachmittag auf dem Schlitten nichts im Wege stand.

Am Sonntag war auch endlich der „Steinbrücker Teich“ in Darmstadt mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Jetzt konnten endlich alle Darmstädter Schlittschuhfreunde auf den Teichen fahren. Ein Vater nutzte es dafür, mit seinem Sohn Eishockey zu spielen, die Schuhe dienten als Torbegrenzung. Auch Volker genoss diese doch eher seltene Möglichkeit.

Andere, so wie ich, liefen mit Kind und Kegel übers Eis, oder auch mit Hunden!

Ab Montag war der Zauber vorbei, und das graue Wetter kehrt zurück, bis endlich die Frühlingssonne die Gemüter wieder erhellen wird. Wir warten nicht bis dahin, sondern werden hoffentlich bald wieder in wärmeren Gefilden weilen.

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Rennfieber

“Ein Bild (oder auch ein Video) sagt mehr als tausend Worte.”

Deswegen ist es uns eine besondere Freude, endlich mal wieder, ein neues Hexevideo zu präsentieren.

Am vergangenen Sonntag ist in Arrecife das RORC Transatlantik Race von Lanzarote nach Grenada in der Karibik gestartet. 

Hier der Link für Youtube, wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!

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2 minus 2 = 0?

Schön gefeiert, an Sylvester

Seit dem frühen Vormittag heult der Wind in den Masten und Stagen. Die bekannt-vertraute Hafenmusik, die jeder Segler kennt, war in den letzten Tagen komplett verstummt. Absolute Windstille, kein Hauch hat den Atlantik gekräuselt oder gar in Bewegung gebracht, dafür gab es einen makellosen, sattblauen Himmel und spätsommerliche Temperaturen zwischen 24-26 Grad. Und auch das kühle Nass wartet noch mit angenehmen 21 Grad auf und lädt zum Schwimmen ein. 

Der Passatwind ist weg, dafür Gegenwind aus dem Tiefdruckgebiet

Aber das Wetter, und mit ihm speziell der Wind, werfen sowieso gerade unsere ambitionierten (Segel-)Pläne wieder einmal komplett über den Haufen. Denn auch wenn es heute ein bisschen weht, hat der Passat aufgrund der großen atlantischen Tiefdrucksysteme und dem zurückgedrängten Azorenhoch seinen Dienst für die nahe Zukunft komplett eingestellt. Es geht sogar noch weiter, in der kommenden Woche wird sich eines dieser Tiefdruckgebiete, zwei weitere atlantische Tiefs einverleiben und sich so weit nach Süden ausdehnen, dass der Kern dieser Wetterbombe knapp über den Kanaren liegen wird, was zu tagelangen südwestlichen Winden führt. 

Gleichzeitig wird sich jedwede normalerweise vorherrschende nördliche Windströmung zwischen den Kanaren, den Kapverden und weitere 800 Seemeilen in Richtung der Karibik komplett einstellen. Dazu wird es, befeuert von dem Tief, außergewöhnlich hohe Wellen aus nordwestlicher Richtung geben, die dann gegen die südwestliche Windströmung anlaufen. 

Abfluss und Abflusschlauch

Der ausbleibende Passatwind ist schon Grund genug , dass wir wohl noch eine längere Zeit auf Lanzarote bleiben werden, hohe Wellen und Gegenwind sind ein weiterer KO-Faktor. Aber an Bord, beziehungsweise am Boot gibt es ja immer was zu tun, jedoch zum Glück nur der normale Unterhalt und keine großen Reparaturen. 

Die überarbeitete Fallentasche

Gestern hat Cornelia einen Teil der Steuerbord Fallentasche nachgenäht, unsere Nähmaschine ist ein sehr nützlicher Gegenstand an Bord. Bereits vor einigen Tagen haben wir beim reparierten Autopilot das endlich eingetroffene Hydrauliköl aufgefüllt. Heute waren dann der Abfluss und der Abwasserschlauch unseres Waschbeckens in dem Eignerrumpf dran. Bedingt durch die geringe Neigung und Führung des Schlauches muss hier doch häufiger für einen barrierefreien Durchfluss durch entsprechende Reinigung gesorgt werden. 

So ganz unglücklich sind wir jetzt nicht, dass sich die Abfahrt noch ein bisschen verschiebt, da es uns ja bekanntermaßen auf unsererLieblingsinsel gut gefällt. 

Jetzt noch kurz zur Überschrift. Als wir am Flughafen ankamen, hatten wir noch 2 Akkupacks, um unsere Handys und das IPad zu laden. Jedoch bemerkte Cornelia gleich nach dem wir das Gepäck am Schalter der Fluggesellschaft aufgegeben haben, dass sich ein Akkupack im aufgegebenen Gepäck befinden muss. Das ist in sofern schlecht, da Lithium-Ionen-Batterien nur im Handgepäck transportiert werden dürfen, wegen der Gefahr, dass sich diese nützlichen Helfer auch mal selbst entzünden können. Und tatsächlich hat der Sicherheitscheck das Akkupack gefunden und folgerichtig aus dem Gepäck entfernt. Als dann unsere Tasche in Lanzarote ankam, war ein entsprechender schriftlicher Hinweis in der Tasche hinterlassen worden, dass die Akkubank eingezogen worden ist. Der Wert ist so marginal, dass wir es auch nicht zurück fordern können.

Vier Tage später steigt die Capitania abends mit offenem Rucksack über die Bordleiter, als etwas mit einem lauten Platschen im Wasser landet. Wie sich kurz danach herausstellte, war das die zweite Akkubank. Salzwasser und Batterien vertragen sich garnicht. Am Folgetag habe ich dann einen kleinen Tauchgang eingelegt und die Powerbank aus Umweltgründen geborgen. Zum Glück gibt es seit kurzer Zeit einen gut sortierten Mediamarkt auf Lanzarote der eine Auswahl an Akkupacks hat, bei dem wir den Nullbestand, wieder auffüllen konnten.

„Olé, olé, Holanda ya se ve“ „Olé, Holland ist schon zu sehen“, so klingt es in dem Lied, mit dem die Heiligen Drei Könige in ganz Spanien begrüßt werden, wenn sie am Mittag des 5. Januars in den Städten eintreffen. Was genau Holland dabei zu tun hat, ist eher geheimnisvoll, fest steht, dass die Drei Könige nach einer langen und abenteuerlichen Reise eintreffen.

So auch hier auf Lanzarote, in allen Städten und Städtchen gibt es Umzüge mit Wagen, ähnlich unseren Karnevalsumzügen, darauf Kaspar, Melchior und Balthasar, die Bonbons (bei uns „Kamelle“) um sich werfen und die Wunschzettel der Kinder einsammeln. 

Nach den oft Stunden andauernden Umzügen gehen die Familien nach Hause, dort folgt die eigentliche Bescherung, nicht an Heiligabend wir bei uns. Entweder werden die Geschenke am Abend verteilt, oder die Kinder stellen ihre Schuhe raus, und die Könige haben die Wunschzettel gelesen und die Geschenke in der Nacht verteilt. Böse Kinder allerdings bekommen nur ein Stück Kohle …

Danach ist auch hier die Weihnachtszeit vorbei, und die Weihnachtsdekoration wird für nächstes Jahr verstaut. Und wahrscheinlich erscheinen in den Regalen der Supermärkte bald die ersten Ostereier.

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Happy New Year!

Cornelia hat es schon in den letzten paar Zeilen richtig ausgedrückt, wie froh wir sind,  dass unser Internetauftritt endlich wieder sichtbar und vollständig ist. Das Problem dahinter war, dass unser Provider ein angeblich besseres Gesamtpaket versprochen hat, was sich im Nachhinein als Irrtum rausgestellt hat. Der Umzug ins neue Datenpaket wurde als einfach und unkompliziert beschrieben, was es im eben nicht war, im Gegenteil und so wurde Cornelia und Christian, vor und während der Weihnachtszeit, unendlich viel Arbeit beschert, ein kleines Drama. Bei der Gelegenheit fällt einem sofort der Spruch ein, „never change a running system“, an den wir uns wohl besser gehalten hätten, doch Ende gut alles gut. 

Das neue Fenster ist eingebaut
Der neue Code Zero… bei einem kurzen Probeschlag

Aber nicht nur unsere Website hat uns auf Trab gehalten, sondern einmal mehr unser Frontfenster vom Boot. Denn kaum waren wir am 8. Dezember in Deutschland angekommen, traf auch das lang ersehnte Fenster dort ein. Damit wurde es Zeit für mich, abermals einen Flug nach Lanzarote zu buchen um das wichtige Ersatzteil zu unserem Boot zu bringen, damit das letzte Puzzlestück unseres Reparaturmarathons, eingebaut werden kann. Zum Glück waren gerade zwei Monteure von Outremer, mit entsprechender Fachkompetenz, vor Ort in Lanzarote, die unser Frontfenster einbauen konnten. 

Damit ist unsere Hexe nun abfahrtklar und bereit für neue Segelabenteuer. Wir sind es auch und sind aus dem winterlich-grauen Deutschland wieder zurück zu unserer Lieblingsinsel geflogen. Jetzt werden wir die letzten Vorbereitungen zur Segelreise in die Karibik abschließen. 

Schnee auf den Pyrenäen haben wir auf dem Rückflug gesehen

Leider wehen die Passatwinde noch nicht so wie wir das wollen, es gibt zahlreiche Windlöcher auf dem Atlantik. Aber zum Ende des Vorhersagezeitraums, um den 5.-6. Januar, scheint der flaue Passat ein bisschen an Fahrt aufzunehmen. Daher steht ab jetzt ein Blick auf den Atlantikwind ganz oben auf unserer täglichen Prioritätenliste. Wir freuen uns auf das Ende der langen, fast segelfreien Zeit und sehnen uns sehr nach den endlos langen atlantischen Weiten und nach dem tiefen Blau dieses Ozeans. 

Ab Mitte nächster Woche sieht es besser aus

Den Jahreswechsel wollen wir mit Freunden bei uns an Bord feiern, mit einem ausgiebigen Brühefondue, als kulinarischen Höhepunkt.

Von hier aus geht dann mal ein herzliches Dankeschön an alle unseren Blogleser raus. Euer Feedback und Eure Kommentare sind das berühmte Salz in der Suppe, auf das wir uns auch in 2024 sehr freuen.

Und nun wünschen wir allen Lesern ein glückliches neues Jahr 2024!

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Fröhliche Weihnachten

wünschen wir – etwas verspätet – allen unseren Lesern!

Schwiegersohn Christian hat uns eines der schönsten Weihnachtsgeschenke gemacht, dank seiner erfahrenen Hilfe ist unser Blog endlich wieder sichtbar, und wir – vor allem ich – sind sehr sehr erleichtert, weil ich in den letzten Tagen erfolglos an der Webpräsenz gebastelt, und in schlaflosen Nachtstunden über Lösungsmöglichkeiten gegrübelt habe. Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat dazu geführt, dass unser Segelblog nicht mehr erreichbar war.

Jetzt sind wir wieder online und mega erleichtert, morgen folgt dann das Update zu unseren Reiseplänen, die wir schon hoffentlich bald in die Tat umsetzen können.

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Für Leib und Seele

Ein Gambaspieß für kleine Teufel

Am letzten Wochenende im November fand auf Lanzarote ein großes Food Festival statt, die „Saborea“. Auf dem Freigelände rund um die Kirche von Teguise, stellten mehr als 90  Aussteller ihre Produkte vor. Laut Schätzungen sollen es Samstag und Sonntag ungefähr 40.000 Besucher gewesen sein, es war ganz schön voll auf dem Markt. Für den Weg dorthin mussten wir, Elke, Petra, Cerstin, Rolf, und ich ganz schön weit draußen parken, weil fast alle Besucher mit dem Wagen ankamen. Eigentlich war das gut so, denn wir hatten zwar nicht gefrühstückt, aber so kamen wir wirklich mit einem Bärenhunger an, und es dauerte nicht lange, bis wir an einem der ersten Stände deren Köstlichkeiten probieren konnten.

Ein Saucen-Brunnen

Die Aussteller zeigten Waren aus ganz verschiedenen Bereichen, die Bodegas stellten ihre Weine vor, verschiedene Käsereien boten Proben ihrer Kunst an, und zeigten, wie ihre Käse gemacht werden, Spezialisten für die „Süße Küche“ waren ebenso dabei, man konnte die vegane Küche auf die Probe stellen, oder einfach bei über 40 lokalen Restaurants und Gastro-Hotels ihre Spezialitäten probieren.

Daneben gab es ein umfangreiches Programm: Verschiedene Küchenchefs, nicht nur aus Lanzarote, sondern auch aus Portugal und sogar von Island, boten Show Cooking an. Es gab Seminare für die Käseproduktion, „Wie wird Wein angebaut und verarbeitet“, Alternativen für die vegane Küche, etc.. Es wurden Vorführungen abgehalten, z.B. wie man am besten welchen Fisch kocht, oder was man beim Fleischkauf beachten sollte.

“Every Day has a Story” Foto von Dmytro Schnaider

Auch das Kulturprogramm kam nicht zu kurz. Für die kleinen Gourmets gab es einen Geschichtenerzähler, eine Talkshow in Verbindung mit den besten Bodegas von Lanzarote. Bei einem Fotografen, der seine Werke auf große Formate gedruckt anbot, wurde unsere Freundin Elke schwach, und erstand ein sehr besonderes Motiv der Insel aus der Höhe fotografiert. Ich hadere noch mit mir, ob ich nicht ebenfalls ein solches Bild erstehen will, die Motive sind schon sehr besonders.

Das Konzept war unkompliziert: An zahlreichen Stellen rund um die Kirche konnte man Tickets kaufen, für einen Euro pro Ticket, und mit diesen dann an den jeweiligen Ständen bezahlen.

Einfache, kleine Essen wie kleine Scheiben Brot mit köstlichem Belag zwischen einem und zwei Tickets, ausgefallenere Häppchen mit bestem Rindfleisch, Fisch, Meeresfrüchten eher drei Euro. Ebenfalls drei Tickets brauchte man für ein Glas Wein, gut eingeschenkt, und für zwei weitere Euro konnte man das Glas mitnehmen, entweder nur bis zum nächsten Stand, um dort zu probieren, oder auch zum Mit-nach-Hause-nehmen. Wir haben jetzt drei neue Gläser!

Wir haben uns jedenfalls den Bauch voll geschlagen, und zum Abschluss bei zwei Bodegas deren Weine probiert, gut dass Rolf, der Biertrinker uns zum Boot zurück gefahren hat.

Und hier ein paar Fotos, die Cerstin uns zur Verfügung gestellt hat. Danke, Cerstin!

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Schwarzer Freitag?

Cornelia war gestern mit Petra, Cerstin und Ulrike auf Shoppingtour, geeint in dem Gedanken, ein paar Schnäppchen zum Black Friday zu ergattern, der neben Halloween auch über den Atlantik rüber geschwappt ist und sich fest im spanischen (Geschäfts)-Kalender etabliert hat.

Die Spareribs schmecken, und die Currywurst danach weckt Begeisterung

Währenddessen bereitete ich in Ruhe den traditionellen Champagne Friday vor, den wir gestern mal wieder an Bord der Hexe gefeiert haben. Als Snacks gab es ausgelöste und im Ofen gegarte Spareribteilchen sowie Currywurst nach saarländischer Art, also mit Bratensoße und selbst gemachtem Curryketchup. Unser neuer Freund Jörn, der mit seinem Boot in der Marina Rubicon liegt, hat den Abend mit seiner gut gestimmten Gitarre und einer sehr angenehmen Stimme musikalisch untermalt.

Farbenfroh und schöner Stand

In den letzten 14 Tagen haben wir immer mal wieder ein paar Nächte außerhalb des Hafens verbracht und vor den wunderschönen Papagayostränden, die im Südwesten von Lanzarote gelegen sind, geankert. Doch nicht nur das Ankern hat uns erfreut, sondern endlich das zu tun, was der Hexenkat schlichtweg am besten kann, nämlich schön zu segeln. Wir haben nicht nur schön gesegelt, sondern auch unser neues buntes Vorsegel ausprobiert. Das steht wie eine Eins und wird uns hoffentlich noch viel Freude auf den zukünftigen Reisen bereiten. Nicht nur der fehlerfreie Stand des Segels macht Lust auf mehr Seemeilen, gleichermaßen begeistern uns dessen kräftige Farben.

Und nicht nur an dem Punkt schlägt das Freudenbarometer ungewöhnlich weit nach oben aus. Der teilrevisierte Motor auf der Steuerbordseite lief bei den Testfahrten anstandslos und die Kupplung am Backbordmotor wurde ebenfalls erfolgreich ausgetauscht. Jetzt entfaltet sich der Propeller wieder planmäßig und das sorgt damit nicht unerheblich für entspanntere Anlegemanöver.

In den letzten Wochen wurden wir alle paar Tage zu einem neuen Liegeplatz im Hafen geschickt, weil unsere eigentliche Liegeplatzreservierung nur bis Ende Oktober ging, mit der defekten Kupplung war das kein Spaß. Seit sechs Tagen haben wir nun einen festen Platz am Katamaran-Steg. 

Das Regatta-Feld auf dem Weg in die Karibik

Außerdem können wir uns noch mit einer guten Tat rühmen. Als wir am letzten Wochenende für ein paar Stunden vor den Los Lobos Inseln geankert haben, kam der Anruf, dass ein Schwesterschiff von uns in Gran Canaria dringend ein neues Ruderlager braucht, da das alte versehentlich beim Wiedereinsetzen des Ruders zerstört wurde. Wir haben seit dem Werftaufenthalt ein Ruderlager als Ersatz an Bord. Also sind wir sofort Anker auf gegangen und haben unseren Kurs in Richtung der Marina Rubicon abgesetzt. Währenddessen ist ein Crewmitglied der Outremer 5X „Swan“ zum Flughafen in Gran Canaria geeilt, hat den Abendflieger nach Lanzarote bestiegen und ist nach Arrecife geflogen. Die super hilfsbereite Mitarbeiterin von der Marina Rubicon hat das Ruderlager von uns in Empfang genommen, es nach Arrecife gefahren und dort dem Mitsegler von der Swan in die Hand gedrückt, der dann mit dem nächsten Kanarenflieger wieder zurückgeflogen ist. Am nächsten Tag hat die Mannschaft der Swan das Ruderlager eingesetzt, die Ruderquadranten und den Autopiloten neu fixiert und adjustiert. Nun sind sie unterwegs in die Karibik.

Am Folgetag, dem Sonntag, war der Start zur Atlantic Rallye for Cruisers, kurz ARC, bei der die Outremer dann zu ihrer Atlantiküberquerung gestartet ist. Wir sind so zwar selbst noch nicht auf unserer atlantischen Überfahrt, aber immerhin unser Reserveruderlager.

Inzwischen sind unsere Freunde, Rolf und Cerstin, gut mit ihrem Wohnmobil auf Lanzarote angekommen. Die Fähre brauchte 27 Stunden von Cádiz auf dem spanischen Festland bis nach Arrecife. Die beiden wollen jeweils ein paar Wochen auf vier verschiedenen Kanareninseln verbringen, bevor sie wieder mit der Fähre nach Spanien zurückreisen werden. Für alle, die gerne fernab von organisierten Campingplätzen mit dem Wohnmobil reisen, sind die Kanaren sicherlich ein spannendes Reiseabenteuer.

Es ist fast schon weihnachtlich in der “Open Mall”

Von den Temperaturen her hat sich wohl so ein Wetter eingestellt, das sich am treffendsten als Frühherbst umschreiben lässt. Tagsüber ist es mit 24 Grad angenehm warm und nachts mit 18 Grad angenehm kühl. Nur damit nichts schiefgeht, und wenn die Capitania doch mal ein bisschen frieren sollte, habe ich vor zwei Tagen mal die Dieselheizung zum Laufen überredet. Sie hatte drei Starversuche nötig, aber jetzt ist jegliche Feuchtigkeit aus dem Auspuffrohr raus, und falls sowas wie der kanarische Frühwinter Einzug hält, sind wir gerüstet.

Dass wir uns langsam dem Weihnachtsmomat Dezember nähern, sieht man nicht nur am Süßwarensortiment im Supermarkt, sondern auch an der hundertfach installierten Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen und auf den Plätzen, die diese bald im bunten Lichterglanz erstrahlen lassen werden. Wir freuen uns schon sehr darauf!

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Naturspektakel …

… letzte Woche bei 4 m hohen atlantischen Wellen am Charco de Palo im Nordosten von Lanzarote.

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