Der andere Teil


Anfänglich waren wir nicht so begeistert von der Idee, eine Tour in einem Township zu machen. Ist es nicht vermessen, dass wir mit all unserem Reichtum das Elend anderer besichtigen? Aber am Ende war ich doch überzeugt, dass beide Seiten von solchen Besuchen profitieren, für die Bewohner, weil die geführten Touren natürlich Geld in das Township bringen, und für uns, weil wir so viel lernen können.

Heute Vormittag musste ich allein mit unserem Guide zu den Townships fahren, Volker hatte es in der Nacht erwischt, in Süd- und Mittelamerika heißt das Montezumas Rache oder Inka-Quickstep, keine Ahnung, wie man in Afrika dazu sagt. Unseren Guide hatte es auch erwischt, aber er bestand darauf, mich zum Khayelitsha Township zu fahren. So musste ich heute alles Neue allein im Kopf behalten, naja, zumindest habe ich es versucht.

Es war eine lange Fahrt von Camps Bay auf die andere Seite der Halbinsel, vorbei an der Innenstadt, über den Motorway, an dessen Rändern schon die Wellblechhütten der Townships sichtbar wurden. Schließlich kommen wir in Khayelitsha an. Khayelitsha, zu Deutsch „Neue Heimat“ ist eines der größten Townships Südafrikas. Laut Nomande, der jungen Frau, die mich den ganzen Vormittag über durch das Viertel begleiten wird, sind es über drei Millionen Menschen, die hier und in den angrenzenden Gebieten Khayelitshas leben. 

Ab dem Ende des letzten Jahrtausends hat die Regierung Südafrikas begonnen, in den Townships Steinhäuser zu bauen, die dort für bessere Lebensbedingungen sorgen sollen. Es ist nicht ganz einfach einen Platz in ebendiesen Steinhäusern zu erhalten, so ganz habe ich die Bedingungen nicht verstanden, aber soviel, dass man dort auch eine, wenn auch geringe, Miete zahlen muss.

Die Wellblechhütten werden auf freien Plätzen gebaut, das Land gehört zwar der Stadt, aber die Bauten sind irgendwie geduldet. Es dauert ca. zweieinhalb Stunden, solch eine Hütte zu bauen, da kann man sich vorstellen, wie fragil diese Häuser sind. Immerhin stellt die Regierung Strom und Wasser, sodass die hygienischen Verhältnisse ziemlich gut sind. Auch gibt es Krankenhäuser, Ärzte mit eigenen Praxen, Schulen und Kindergärten.

Und so begann mein Morgen: Überpünktlich, um Viertel vor neun Uhr sind wir angekommen, im „Gartencenter“ von Juma. Juma ist der Selfmademan schlechthin. In seinem großen Garten werden Gemüse, Kartoffeln und Kräuter angepflanzt, um so den Menschen klar zu machen, dass das Essen nicht nur aus dem Supermarkt kommt, oder in isolierten Warmhalteverpackungen wächst. Auch ich durfte, bevor die eigentliche Tour beginnen sollte, ein paar Paprikapflänzchen in die Erde bringen. Und Juma sagt, da ich nun afrikanische Erde in meinen Händen gehalten habe, werde ich auch immer wieder kommen.

Nun übernimmt Nomonde die Führung der Tour, Henrik fährt uns mit seinem Auto zu einer besonderen Garage ein paar Straßen weiter. Dort betreibt Sikelela mit seinem Barista Thulani ein kleines Café, mit einer professionellen Kaffeemaschine, der Kuchen wird vom Besitzer selbst aus der   Küche des angrenzenden Häuschens gebracht. Hier kommen offensichtlich ganz viele Touristen mit ihren Tourguides vorbei, Sikelela ist inzwischen so erfolgreich, dass er auf der anderen Stadtseite, in einem viel reicheren Stadtteil, ein zweites Café eröffnet hat.

Nach dem – sehr guten – Kaffee fahren wir wieder ein Stück weiter, zu einer winzigen Galerie, die von Nomondes Bruder mit dem Künstlernamen Maninzi betrieben wird, eine kleine Wellblechhütte neben der Wohnhütte des Künstlers selbst. auch Nomonde lebt dort in einer weiteren Hütte mit ihrer sechsjährigen Tochter. (Ich glaube, einen Mann gibt es auch dazu, aber der war nicht so ein großes Thema.)

Am Eingang ist eine große Landkarte von Deutschland gemalt, jeder deutsche Besucher wird nach dem Wohnort gefragt, danach wird der Ort mit einem Punkt in der Karte eingetragen. Viele  Bilder hängen in der kleinen Galerie, von Künstlern aus der Nachbarschaft, zu jedem weiß Christopher, wie Maninzi mit bürgerlichem Namen heißt, eine Geschichte zu erzählen. Auch er malt, und ich kaufe von ihm einen farbenfrohen Hahn, der auf Wellpappe gemalt ist, sozusagen als „recycling art“.

Das Township ist – wie andere Städte – in verschiedene Viertel aufgeteilt, viele sind – warum auch immer – nach Covid-Vokabeln getauft, Level one, Vaccination, social distancing, Quarantine. In „social distancing“ würde ich eher nicht wohnen wollen, aber das ist hier eigentlich auch ein Fremdwort für die Menschen hier. Man geht zum Nachbarn, um ein Ei oder Kaffee zu leihen, trifft sich neben den Hütten am Abend, manchmal legen viele Familien auf einer Feuerstätte ihre Mahlzeiten auf.

Weiter ging es auf sandigen Wegen zu dem hiesigen Kindergarten, wo mich die Chefin durch alle Gruppen führt. Hier musste ich mich wirklich an Volkers Ermahnung erinnern, keine kleinen süßen Kinder mitzubringen. Wir gingen durch alle Altersgruppen, sie hat mir die Räumlichkeiten gezeigt, für jedes Alter gibt es eine Gruppe, die 1-2jährigen, die  Dreijährigen, usw. In der Küche werden die Mahlzeiten zubereitet, morgens gibt es Porridge, mittags ein warmes Essen. Die Kinder können – und sind – in den meisten Fällen von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends dort, sie werden betreut, bis sie mit ca. sieben Jahren in die Schule kommen. Die Schule beginnt im Januar, klar, hier sind die Sommerferien rund um Weihnachten.

Danach gehen wir – zu Fuß – durch die reinen Wellblechhütten-Township Häuser. Es sind keine halbwegs richtigen Wege mehr, sondern ganz schmale, vielleicht einen halben Meter breite Fußwege, die sich zwischen den Hütten durchschlängeln. Aber auch dort fühle ich mich zu keinem Punkt unsicher, oder gefährdet, das hatte ich mir so nicht vorgestellt.

Am Ende schloss sich ein Gang durch die dortige Mall an, da gibt es Supermärkte und „normale“ Geschäfte, aber auch jede Menge einfache Stände mit Waren aller Art, von Obst und Gemüse über kleine Werkzeuge und Kram aller Art. Natürlich sind diese Geschäfte außerhalb jeder Steuer…

In dem zweiten Fahrradladen von Juma endet diese Tour. Man kann dort Fahrräder kaufen, klar, aber nur für Mädchen oder junge Frauen gibt es Kurse im Fahrradfahren auf Trainingsrädern, und eine Lern-Werkstatt, wie man Räder repariert. Schon drei von seinen Schülerinnen waren bei großen Radrennen in Europa erfolgreich. Daneben gibt es Wlan in dem Geschäft, und die Mädchen sollen nach der Schule vorbei kommen können, und hier ihre Hausaufgaben machen.

Wir tauschen Mailadressen aus, und ich möchte gerne Jumos unglaubliche Kraft und Alternative für seine Mitbewohner honorieren, dass ich hier seine Kontakte weitergebe. Googelt einfach  „Juma Mkwela“, und Ihr werdet eine Menge interessanter Dinge über seine Aktivitäten erfahren, die von Wandmalereien über die Gemüseanbau bis zu seinen  pädagogischen Aktivitäten reichen. zu den 

And to Nomonde: If I ever wrote something wrong here or missed something out, please forgive me, it was an immense lot of information to remember. 

Thank you all for having me to get an idea about your life!

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Sonntags in Südafrika

leichte Wellen nur heute am südlichsten Punkt Afrikas

Nachdem wir gestern einige der städtischen Highlights in Kapstadt besichtigt haben, wurden wir heute früh schon um acht Uhr von Henrik für eine Landpartie abgeholt. U.a. stand das Kap der Guten Hoffnung, der äußerste südwestliche Zipfel des afrikanischen Kontinents und der Southern Point, der ein paar hundert Meter weiter liegende südlichste Punkt Afrikas, auf dem Programm

Mit dem Auto ging es auf der zweitältesten Straße Südafrikas, unterhalb der beeindruckenden Felsformation der 12 Apostel, in Richtung Hout Bay (Holz Bucht) und dann weiter auf der beeindruckenden Chapmans Road, die zu einer der schönsten Straßen der Welt zählt. Fast alle bekannten Autohersteller haben dort schon Werbevideos für neue Automodelle gedreht. Der Bau der Straße hat neun Jahre gedauert. Größere Baumaschinen wurden dazu jedoch nicht genutzt, da der bröcklige, sandige Untergrund händisch bearbeitet werden musste. 

Mr. Baboon

Im Verlauf der Fahrt hat uns Hendrik erklärt, dass wir uns nun in der Wildnis befinden, und wir deshalb auf die freilaufenden Paviane, sowie die zahlreich vorkommenden Giftschlangen und Skorpione achten müssten, wenn wir rumlaufen  Letztere sind uns nicht begegnet, Paviane jedoch schon. Diese Affenart wird hier Baboons genannt, und sie haben  einen etwas zweifelhaften Ruf. Sie suchen aus Futtergründen die Nähe der Menschen, sind in der Lage, Türen und Reißverschlüsse zu öffnen und klauen schon gerne mal eine da stehende Tasche. Vor allem sind sie an allem interessiert, was essbar ist. Wer leichtsinnigerweise Haus- oder Autofenster offen lässt, muss sich nicht über den tierischen Besuch wundern.

Eine hügelige und waldfreie Landschaft, die mich an die spanische Macchia erinnert, zieht an uns vorbei. Nach ein paar Kilometern wird der Küstenabschnitt weniger steil, und immer wieder laden Sandstrände zum sonntäglichen Bad im Atlantik ein. Die Sklavenzeit wird zum großen Thema der Autofahrt. 

Henrik berichtet uns, dass es im Großen und Ganzen drei Ethnien in Südafrika gibt. Die Weißen, die Farbigen und die Schwarzen. Die Schwarzen hatten die wenigsten Rechte, weil die Weißen sie am Anfang schlichtweg als dumm und als nicht bildbar beurteilt haben. Versklavt und an die Weißen verkauft wurden sie jedoch von brutalen und profitorientierten afrikanischen Stammesführern. Als Farbige oder Coloured galten gebildete Sklaven und Arbeiter, sowohl aus dem afrikanischen als auch aus dem asiatischen Raum. Alles, was man sich als abscheulich und diskriminierend vorstellen kann, ist in den 300 Jahren der dunklen Sklavengeschichte von den Weißen gegen die Schwarzen etabliert und institutionalisiert worden. 

Die Schwarzen hatten keine Rechte und wohnten in den ärmlichsten und am schlechtesten gebauten Townships. Es wurde insgesamt auf eine strikte Trennung zu den Weißen, in allen Lebensbereichen, geachtet. Dazwischen standen die Farbigen, die in besser gebauten Barracken wohnten, zur Schule gehen und frei arbeiten durften sowie Dienstleistungen für die Weißen anbieten konnten. Es wurden Polizeistellen zwischen den verschiedenen Wohnvierteln der Ethnien errichtet, die sehr strikt darauf geachtet haben, dass es keinen Austausch zwischen den Volksgruppen gab, außer der (Sklaven)-Arbeit.

Die Sklavenzeit wurde offiziell erst im Jahre 1992 abgeschafft. Das ist natürlich geschichtlich betrachtet noch nicht lange her. Doch das Land sei auf einem guten Weg, auch dank des bereits gestern erwähnten politischen System, erwähnt Henrik, der sich sehr in die Geschichte und die Politik Afrikas eingearbeitet hat. In den Townships gäbe es heute eine kostenlose Gesundheitssorge und Ärzte,zweimal täglich warmes Essen für Bedürftige, freien Wohnraum, Kleidung oder für alle anderen Bedürfnisse des täglichen Bedarfs, und natürlich Schulen und Bildung.

Nach soviel Informationen sind wir irgendwann mitten im Naturschutzgebiet drin und schon ganz nah am Kap der Guten Hoffnung dran. Das wurde von  Bartolomeo Dias 1487 mit dem Schiff São Cristó vāo, entdeckt, und von ihm zuerst als Kap der Stürme benannt. Denn sein Schiff und zwei weitere Schiffe der Flotille hatten beim Entdecken gleich richtig Pech, und sind nachts in einen schweren Sturm geraten und alle drei Schiffe sind auf dem Bello Rock auf Grund gelaufen. Es gab ja noch kein GPS. Ein Schiff ist gesunken, ein Schiff ist abgetrieben und erst 16 Monate später wieder gefunden worden. Die Mannschaften haben sich mit den Beibooten an den nahen Strand retten können. Das Schiff von Dias konnte einige Tage später wieder vom Fels befreit und in der nahen False Bay auf einem Ankerplatz repariert werden. 

Der portugiesische König befahl das Kap der Stürme in das Kap der Guten Hoffnung umzubenennen, damit sich zukünftige Seefahrer und Entdecker auch weiterhin angstfrei auf die gefährliche Kapumrundung machen und Länder entdecken oder besetzten wollen. Klingt ja auch echt besser, Cape of good Hope! Stürme beziehungsweise Monsterwellen gibt es dort öfter. Die hohen Wellen entstehen, weil der arktisch kalte Benguela Strom und der tropisch warme Aguhlhas Strom aufeinander treffen.

Natürlich haben wir dann das Kap der Guten Hoffnung und South Point besucht: Steile Klippen, der weiße Dias Strand, eine Herde Delfine, die vorbei schwimmt, der Leuchtturm, die Kelpwälder, die sich im Rhythmus der Wellen wiegen. Wir haben, so gut es ging, versucht, alle Eindrücke in uns aufzunehmen. Gut, dass wir uns dorthin aufgemacht haben. 

Danach ging es entlang der Küste, nach Simons Bay, einem Badeort in der False Bay, mit schneeweißen Stränden, großen runden Felsformationen im Meer und einer Pinguinkolonie, den sogenannten Afrika Pinguinen. 

Drollige Bewegungen der kleinen Pinguine auf dem Weg zum Meer

Danach  stand noch der obligatorische Besuch eines Weingutes auf dem Programm, genießt doch der Rebensaft aus der Kapregion ein hohes Ansehen auf der Welt. Leider gab es nur einen Weißwein, keinen Sekt, dafür viele Rotweine zum Probieren, aber für uns war es eigentlich auch ein bisschen zu früh am Tag, um das wirklich genießen zu können.

Der Tag hat uns wieder mit so vielen wundervollen Eindrücken gefüttert, dass wir erst nach dem sehr sehr leckeren Abendessen im Hussaren Grill in der Lage sind, diesen Blog zu veröffentlichen, es gibt einfach zu viel zu berichten.

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Lets go Afrika – Viel Text für Lesefreudige!

8,5 gegangene Kilometer zeigt der Schrittzähler des Telefons nach unserem ersten Ausflugstag durch Kapstadt und Umgebung an. Es ist noch nicht mal 48 Stunden her, dass wir in den Lufthansaflieger am Frankfurter Flughafen gestiegen sind, der uns in das über 13.000 Kilometer entfernte Kapstadt fliegen sollte. Pünktlich um 22:25 Uhr heben wir ab, nass glänzt der Asphalt, genauso wie es Reinhard Mey in seinem Song vor einigen Jahrzehnten beschrieben hat. Nach 11,5 Stunden, einer fast durchwachten Nacht und einem, Gott sei Dank, ereignislosen Flug landen  wir in Kapstadt. Dort reihen wir uns, wie alle außer den Einheimischen, in die Warteschlange zur Grenzbehörde ein. Eine Stunde später sind wir da, mit gestempeltem Reisepass, offiziell in Südafrika eingereist. Eine weitere halbe Stunde lang halten wir Ausschau nach unserem Gepäck am Gepäckband und machen uns dann mit Gepäcktrolley und unseren Koffern auf den Weg zum Ausgang. 

Kaum sind wir dort aus der Tür raus, finden wir auch schon Debbie unter den Wartenden, die uns heute zum Hotel fährt. Der Weg dorthin macht uns schon klar, dass wir uns in einem fremden Land mit vielen Abweichungen zum deutschen Alltag befinden. Debbie erzählt von ihrer Stadt, und wir werden, im positiven Sinne, mit Informationen und neuen äußeren, visuellen Eindrücken geflutet.

Wir sehen die Townships, also die Häuser und Viertel mit ihren kleinen Buden und Wellblech-Baracken, in denen der schwarze Teil der Bevölkerung lebt, die Bürohochhäuser, die Klinik, in der Professor Barnard 1967 das erste Herz erfolgreich transplantiert hat, und das Stadion, in dem 2010 das Eröffnugsspiel zur Fußballweltmeisterschaft stattfand. Weiter geht unsere Fahrt zu den hügeligen, äußeren Bezirken von Kapstadt, wo der wohlhabendere Teil der Bevölkerung in mit Zäunen gesicherten Häusern lebt. Und schließlich sind wir über den Berg, Camps Bay mit seinen Hotels und Villen liegt im Tal direkt am Meer. Der in der Mittagssonne daliegende Ozean zeigt sich in seinen schillerndsten Farben, mit seinen einladenden Stränden.

Sehr freundlich und zuvorkommend werden wir im Hotel willkommen geheißen, und nach dem auspacken der Koffer folgt eine fast schon als komatös zu bezeichnende Schlafphase von zwei Stunden. Eine durchwachte Nacht fordert ihren Tribut. Um 17:20 Uhr machen wir uns auf, an den Strand und zur Uferpromenade zu gehen . Alles hier wirkt wie man es ebenso von anderen typischen Ferienorten am Meer kennt. Es gibt einen endlos langen Strand, mit Beachvolleyball Feldern, sonnenbadenden Menschen, brandenden Wellen und hohen Palmen. Auf der anderen Straßenseite tobt das Leben in Bars, Restaurants und Shoppingläden, dazu gibt es noch wild trommelnde, singende und tanzende Musikgruppen mit aufgestellter Kasse. Uns zieht es zu schön geformten Felsen hin, an denen die Brandung spektakulär bricht und aufsteigt.

Sonnenuntergang

Wir mischen uns unter die Spazierenden und flanieren mit offenen und manchmal staunenden Augen durch das Gedränge der Menschenmenge, machen dazu erste Fotos und Videoaufnahmen, und lassen die sehr positive Atmosphäre auf uns wirken. Dabei fällt sofort jede Müdigkeit von uns ab. Nach einer Weile gehen wir zurück ins Hotel, duschen dort, ziehen uns etwas Wärmeres zum Abendessen an, und stürzen uns abermals ins Gewusel. Mit viel Glück und nach mehreren erfolglosen Versuchen finden wir einen Tisch in einem kleinen Restaurant, dort sitzen wir in der ersten Reihe.

Vor uns ziehen fröhliche Menschen aus aller Herren Länder vorbei, Luxus- und normale Autos fahren auf und ab, und die Sonne nähert sich ihrem allabendlichen Untergangs – Urlaubskulisse und Urlaubsfeeling pur. Kurz nach 21 Uhr ist die Luft raus, die Müdigkeit greift bei uns um sich,und wie das bei lang zusammenlebenden Paaren wohl üblich ist, wird die Übereinkunft zur Heimkehr nonverbal beschlossen.

Am nächsten Morgen geht es früh aus den Federn, denn für 9 Uhr haben wir eine ganztägige Ausflugstour gebucht. Hendrik, der sympathische Däne, der seit 16 Jahren hier lebt, steht überpünktlich auf der Matte. 

Hoch geht es zum Tafelberg, mit vielen Erklärungen und detaillierten Beschreibungen zu Mothercity, wie Kapstadt liebevoll von den Einheimischen genannt wird. Eine sich langsam, bei der Fahrt drehende Gondel bringt uns dann auf den fast wolkenfreien Tafelberg. Wenn der Berg wolkenverhangen ist, sagt man hier, es läge eine Tischdecke darüber. Dort angekommen genießen wir erstmal die spektakuläre Aussicht auf Kapstadt, die Bucht, den Hafen und die sich östlich angrenzenden Wohnbezirke. In Kapstadt leben 8 Millionen Menschen, davon fast 5 Millionen in den sogenannten Townships. Mit den angrenzenden Bezirken, sagt Hendrik, leben insgesamt 19 Millionen Menschen in der Kapstadtregion, die sich über 30 Kilometer in der Breite und 45 Kilometer in der Länge erstreckt.

Es schließt sich ein halbstündiger Spaziergang über das flache Hochplateau des Tafelberges an. Auf der Südseite blicken wir dann auf Camps Bay. Der Tafelberg zählt zu den modernen 7 Weltwundern…. Manche laufen oder erklettern auch den Tafelberg, der natürlich das beliebteste Ausflugsziel in der Region ist. 

Als nächstes Ziel hat Hendrik das moslemische Viertel ausgesucht, das in der Geschichte eine historisch relevante Bedeutung zum Ende der Sklavenzeit hatte. Dort siedelten die ersten freien, vormaligen Sklaven aus dem malaysischen Raum, im Laufe der Zeit wurden die weißen Häuser, als ein äußeres Zeichen der Selbstbestimmung, quietschebunt gestrichen und präsentieren sich heute in einem sehr gepflegten Zustand, nebst zwei dazugehörigen Moscheen. Hendrik lotste uns dort zu einem wunderbaren kleinen Restaurant, bei dem Speisen angeboten wurden, die einen Mix aus der malaysischen und holländischen Küche darstellen. Diese kleinen Restaurants hier haben sich entwickelt aus einer Sitte, dass man, wenn es aus einem Haus gut nach Essen gerochen hat, einfach reingehen konnte, und man bekam etwas von dem Essen ab, oder man gab eigene Zutaten ab  und ein Gericht wurde zubereitet. Cornelia hatte eine Fischcurry, Hendrik ein Hühnchencurry, und ich ein Hackfleischgericht mit überbackenen Eiern aus dem Ofen. sehr lecker!

Danach haben wir noch eine kleineAusstellung von einem lokalen Künstler, Nathan Chicoto, besichtigt, der aus Müll, z.B. Blechdosen oder Kronenkorken, etc., Kunst macht. Der Künstler selbst ist am Straßenrand geboren worden und auch dort aufgewachsen und hat glücklicher Weise schon in Kinderjahren sein Talent erkannt und aus Blechdosen, Flieger und Spielzeugautos hergestellt. Heute gibt es sogar in Belgien eine Ausstellung mit den von ihm gefertigten Kunst- und Alltagsgegenständen.

Danach ging die Fahrt weiter zur innerstädtischen Festung von 1655. Die Festung war natürlich nicht immer in der Innenstadt, sie lag früher direkt am Meer. Durch Landgewinnung ist die Stadt im Laufe der Zeit weiter in Richtung Meer gewachsen, denn die Holländer sind ja die wahren Meister in diesem Metier. Kapstadt wurde 1650 von den Holländern entdeckt und als menschenleere Gegend wahrgenommen und von da an besiedelt. Erst ein paar Monate nach der Erstbesiedelung sollte sich herausstellen, dass Kapstadt schon von heimischen Nomadenvölkern besiedelt war. Aber die Nomaden waren halt genau zu der Zeit weiter im Norden, weil es Winter und damit kalt in Südafrika war. Danach begann das dunkle Kapitel der Sklavenzeit, und die Besiedlung sowie der Ausbau der Region durch die Holländer. Zwischendurch haben die Engländer in Kriegen, die Holländer vertrieben. Aber wir wollen jetzt nicht in die wechselvolle und manchmal schwarze Geschichte abtreiben.

Jetzt wird Südafrika von insgesamt acht Parteien, einschließlich der afrikanischen Freiheitspartei ANC, regiert. Hendrik sagt, dass das ein wirklich gut funktionierendes System ist, weil auch jeder jeden überwacht, und keine Partei die volle Macht hat. Schön zu hören, dass es auch gut funktionierende Koalitionen gibt…

Anschließend sind wir dann zur sogenannten Victoria Wharf an der Waterfront gefahren. Einem total wuseligen Mix aus Restaurants, Shoppingcenter und Einzelläden, das von Menschenmassen (nicht im negativen Sinne) besucht wird. Uns zieht es aber nicht zum Einkaufen dorthin, denn da liegt auch hinter zeei zu öffnenden Brücken (es war ja mal alles holländisch),der große Yachthafen. Segelschiffe aus aller Welt haben da festgemacht, wir finden sogar eine Outremer, auf der aber gerade anscheinend keiner wohnt.

Ich unterstütze noch die lokale Seerettung mit dem Kauf eines hübschen Shirts. Danach gucken wir am nahen Ufer einer weiter draußen stattfindenden Regatta, mit ca 35 Schiffen, zu. Das letzte Highlight des Tages ist dann der Park der ehemaligen VOC, der mächtigen Handelsgesellschaft, die Vereinigte Ostindische Compagnie der Holländer, die damals in weiten Teilen der Welt den Handel bestimmt hat. Der Park diente seinerzeit dem Anbau von Gemüse und Kräutern. Heute grenzt das historische Nationalmuseum, die Nationalgalerie, die Staatsbibliothek und das Parlamentsgebäude daran an. Ein wunderschöner Baumbestand und Büsche  aus der ganzen Welt, ein  Rosengarten, sowie der aus alten Plänen wiederhergestellte Gemüseanbau, prägen heute das Bild dieses vielbesuchten Parks.

Jetzt sitzen wir bis zum Abendessen im Hotelzimmer und verarbeiten die vielen Eindrücke und bearbeiten unseren Blog.

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Fernreise

Kurz, schön und abwechslungsreich waren unsere sieben Tage an Bord. Wir haben am Playa Chica angebadet fürs Jahr 2025, ein sehr leckeres Abendessen mit unseren Freunden, Jan und Ria, auf deren Boot genossen, dazu noch schöne und unterhaltsame Stunden im Upperdeck mit Franz und Claudia verbracht, und die liebe Ulrike in Arrecife getroffen.

Der Haubentaucher

Dazu habe ich, weil das immer wieder Sinn macht, an drei Nachmittagen das komplette Unterwasserschiff gereinigt. Der neue 5 mm dicke Neoprenanzug mit Haube von Cressi,den wir schon seit drei Jahren unbenutzt an Bord hatten, hat mich dabei sehr schön warm gehalten.Denn die neueren Neoprenanzüge haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Vorgängern. Bei ihnen ist eine wasserdichte Nylonschicht eingearbeitet und so wird viel weniger Wasser zwischen den Körper und dem wasserdurchlässigen Neoprenmaterial ausgetauscht, das sorgt dafür, dass man, selbst nach über einer Stunde im Wasser, noch muggelig warm bleibt. Die atlantische Wassertemperatur beträgt zwar immer noch 19 Grad, und selbst mein geliebter 3 mm dünner Neoprenanzug würden ausreichen, aber so eine angenehme, gefühlte Wärme im Wasser ist schon was tolles. Jedenfalls liegt die Hexe jetzt geschniegelt und gestriegelt da, in ihrem Element.

Jetzt probiere ich mal die Kurve von der eigentlich geplanten Segelreise in die Karibik zur jetzt startenden Landreise nach Südafrika zu bekommen und zu erklären, wie es zur Planänderung kam. Und das, obwohl die äußeren Bedingungen ideal sind, d.h. dass ein beständiger Passatwind weht.

Schon seit Jahren möchte ich gerne mal eine Rundreise durch den Süden Afrikas machen, mit einem Besuch des Tafelberges, einem Ausflug zum südlichsten Punkt Südafrikas, dem Kap der Guten Hoffnung und einer Safari in einem der zahlreichen Nationalparks. Also habe ich Anfang Januar mal einfach so – und ohne das Wissen der Capitania – mit der Planung begonnen. Ab diesem Punkt gab es kein Halten mehr, und nach einer Flasche Sekt im Skiurlurlaub hab ich dann Cornelia in meine Pläne eingeweiht. Und wie sie so ist, war die Capitania, gleich Feuer und Flamme für die neuen Reisepläne.

Heute Nacht geht die Reise los, für knapp vier Wochen fliegen wir in das Land, in dem die Wiege der Menschheit liegt, wir sind schon ganz aufgeregt. 

Wir werden unsere Erlebnisse, wie immer, hier im Blog mit Euch teilen, ein paar Bootstouren sind auch schon eingeplant. So ganz ohne Wasser geht es ja nicht!

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Das neue Jahr beginnt – anders

Zunächst wünschen wir allen unseren Lesern ein fröhliches, gesundes erfolg- oder erlebnisreiches neues Jahr, zu Hause oder an Traumzielen, ganz so, wie jeder es sich individuell wünschen mag. Wir haben – nach gemütlichen Weihnachtstagen mit Kindern und Enkelinnen –  in der Gesellschaft von lieben Freunden das neue Jahr willkommen geheißen.

Unmittelbar danach haben wir uns auf eine ganz andere Reise gemacht, wir sind – zunächst – nicht zu den wärmeren Gefilden am Salzwasser aufgebrochen, sondern haben das Wasser in einem anderen Aggregatzustand vorgezogen: Wir waren in Österreich zum Skifahren.

Mit Morgensonne auf den Bergen begrüßt uns Maria Alm

Volker hatte eine schöne Unterkunft für uns gefunden, so waren wir fast eine ganze Woche mit unseren lieben Freunden Ute und Wolfgang auf und neben der Piste unterwegs. Mit den beiden haben wir schon zahlreiche – nicht nur im Winter- – Urlaube verbracht, wir waren also schon ein eingespieltes Team.

An unserem ersten Tag in Maria Alm spielte das Wetter mit, es war kalt und komplett sonnig, Winterwetter vom Feinsten. Nach fünf Jahren Abstinenz vom Wintersport habe ich mich am Anfang trotz jahrzehntelanger Erfahrung (schließlich habe ich damals Volker das Skifahren beigebracht) ganz schön schwer getan, einfach so den Skiern und meinen Beinen zu vertrauen. Es war nicht so ganz entschieden, ob ich den Buckel runter rutschen, oder das Ganze mir den Buckel runter rutschen sollte.

im klassischen Stil

Glücklicherweise hat sich irgendwann der Knoten in meinem Kopf gelöst und schlussendlich bin ich mit viel Spaß in meiner alten Form die Pisten hinuntergefahren, in dem eher klassischen Stil, wie Volker und unsere Freunde das nennen. Meine Skier waren nun auch über zwölf Jahre alt, und ich habe es mir gegönnt, ein paar neuere geliehene Skier auszuprobieren. Auch das hat geholfen. Volker hat mich während der gesamten Zeit liebevoll begleitet, mit guten Ratschlägen und manchen Ermutigungen, auf seinem Snowboard, natürlich.

souverän
Volker beim Aufstieg

Freund Wolfgang war mit voller Ausrüstung angereist: Neben dem obligatorischen Snowboard hatte er auch Tourenski sowie Schneeschuhe dabei, und so machten die beiden Herren sich an dem sehr bewölkten Tag mit Schneefällen, an dem das Pistenfahren keinen Spaßfaktor beinhaltete, auf, und sind bergauf gegangen. Wolfgang auf seinen Tourenskiern und Volker mit den Schneeschuhen, das Snowboard auf den Rücken, damit er – oben angekommen – nach der Anstrengung die Freude der Abfahrt genießen können möge.

Es war, wie anschließend Ute und mir berichtet wurde, ein überaus anstrengendes Unterfangen, vor allem für Volker, der mit diesen sehr ungewohnten Fortbewegungsmitteln, den Schneeschuhen, mit dem tiefen Schnee zu kämpfen hatte, und zeitweise nur mit großer Anstrengung vorwärts kam. Die anschließende Abfahrt war dann wohl ein bisschen Lohn für die Mühe.  Ute und ich haben diesem Tag mit Training im Resort eigenen Fitnessstudio und dem 25 m langen Schwimmbad verbracht.

Auf der Hochkönigstour

Am letzten Tag vor der Abfahrt hat Volker die gesamte Hochkönigtour gemacht, also das gesamte Skigebiet abgefahren, von Maria Alm bis Mühlbach, eine anspruchsvolle Strecke, die er bravourös gemeistert hat. Die Enttäuschung kam zum Schluss, seit einiger Zeit fährt der ansonsten sehr kommode Skibus nicht ab Mühlbach, und bei dem Versuch, auch den Rückweg auf dem Snowboard anzutreten, musste er feststellen, dass ein Teil der Bindung fehlte. Nun half nur noch ein Anruf bei mir, dass ich ihn mit dem Auto dort abholen solle. Was ich natürlich direkt getan habe.

heißer Bombardino

Eines durfte beim Skifahren in Österreich natürlich nicht fehlen: Mit „Anton aus Tirol“ und dem „roten Pferd“ haben wir so manche nette Stunde beim Après-Ski auf der Terrasse vom „Bachwirt“ verbracht. Natürlich durften dabei auch so kleine innere Wärmflaschen nicht fehlen wie die „Heiße Witwe“, warmer Pflaumenlikör mit üppigem Sahnehäubchen, oder „Bombardino“, von der Kneipe selbst gemachter warmer Eierlikör mit ebensolchem Häubchen. Die Krönung aber war der „Haxen Spreizer“ (ein Schelm, wer Böses dabei denkt – oder für unsere frankophilen Freunde „Honi soit qui mal y pense“), dabei wird ein Päckchen Zucker in den Mund geschüttet, anschließend ca. ein Esslöffel Zitronensaft und zum Schluss 2 cl Wodka ebenfalls in den Mund genommen, dann erst darf geschluckt werden, lecker! Auch die österreichische eher deftige Küche haben wir sehr genossen, Blutwurst Gröstl, Schnitzel, Kaspressknödel in der Suppe und Kasnocken aus der Pfanne haben uns Kraft gegeben für den nächsten Tag auf der weißen Piste.

So beginnen wir erst jetzt, etwas verspätet, zurück in Darmstadt, mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr. 

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Weihnachtsmodus

Der erste Schnee

Leise rieselt(e) der Schnee, einen Tag nach unserer Ankunft in Deutschland, just in dem Moment, als Cornelia vom Einkaufen hurück kam, auf die Erde. Erst fielen vereinzelt super dicke Flocken, dann wurde es ein richtig gehendes Schneegestöber, um uns herum wurde alles weihnachtlich weiß. Doch hier im Rhein Main Gebiet, eine der wärmsten Regionen von Deutschland, hält es der Schnee nicht lange aus und schmilzt fast genau so schnell wie er kommt. Zumal, wenn es sich bei dem Schneefall um den Durchzug einer Warmfront des atlantischen Tiefdruckgebiets handelt. Schade, dass der weiße Zauber so schnell vergeht.

Kinderpunsch und Pommes auf dem Weihnachtsmarkt

Wir haben die Wärme Lanzarotes gegen das kühl-graue, nahezu komplett sonnenbefreite Winterwetter von Deutschland getauscht. Ein heimlicher Hang zum Masochismus? Nein, soviel sei versichert. Unsere Enkelkinder haben uns (an-) gelockt, wir wollten mit ihnen das Nikolausfest gefeiern. Ich (Volker) habe mich als Nikolaus versucht, jedoch fiel die Maskerade auf (“… das ist doch Opa, den habe ich an der Hose erkannt!”) und ich wurde von dem scharfen Verstand meiner 5-jährigen Enkeltochter, schneller entlarvt, als dass ich ihr die Geschenke, reichen konnte. Da muss ich wohl noch bis zum nächsten Jahr die Verkleidung optimieren und die Stimme trainieren.  Trotzdem hatten die große und die kleine Enkeltochter, sowie die anwesende Verwandschaft, einschließlich mir, viel Spaß am Nikolausabend

Festlich war die Stimmung ebenso am ersten Advent auf der Hexe. Wir haben eingeladen, unsere Freunde sind dem Ruf gefolgt. Es gab ein festliches Miteinander am ersten Adventssonntag, bei 27 Grad, mit selbst gebackenem Kuchen, selbst gebackenen Plätzchen von Cerstin und einem vorgetragenen Gedicht. Im späteren Verlauf des Nachmittags schwenkte die Gemeinschaft von Kaffee zu alkoholischen Getränken um, und die eine oder andere Flasche Cava wurde geköpft.

Fast wie der Hohn kam dann letzten Tag vor dem Rückflug der Passatwind. Und wie, mit über 20 Knoten und in der Vorhersage auch durchgängig für die nächsten Tage. Erst jetzt, also gut eine Woche später, zeichnet sich zum Wochenende hin eine Passatabschwächung ab. Das haätte also gereicht, für den Start, um in die Karibik zu segeln, das wäre ein Wetterfenster gewessen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Uns war die Zeit zu knapp bemessen, um dort das Boot gescheit und dennoch nicht zu kostenintensiv zu parken und dazu noch einen bezahlbaren Rückflug nach Frankfurt zu buchen. Es ist wie es ist, im Januar wird es hoffentlich einen Wunschpassat geben, denn der steht ziemlich weit oben auf unserem Wunschzettel. 

Mit einem habe ich mich ja, glücklicherweise, komplett vertan. Und das betrifft die Ausfälle, bei der Solo-Nonstop-um-die-Welt-Regatta, der Vendée Globe.

Trotz zum Teil anspruchsvoller Wetterbedingungen sind bisher nur zwei der insgesamt vierzig Teilnehmer ausgeschieden, einer wegen einer Verletzung am Fuß und einer wegen eines gebrochenen Vorstags. Das war in den vorhergehenden Editionen der anspruchsvollsten Regatta der Welt leider anders. Es spricht für die TeilnehmerInnen, die sich und ihre Schiffe, in jeder Himsicht, bestens für den Segelmarathon präpariert haben, und für die anspruchsvollen Bedingungen wohl bestens gewappnet sind. Mehrmals täglich schaue ich auf der Veranstalter-Website nach den Positionen und den Neuigkeiten. Auffällig ist, wie Charlie Dalin das Feld an der Spitze dominiert, und wie vier der weiblichen Teilnehmer, bei dem extrem hohen Führungstempo der ersten Zehn, äußerst gekonnt mithalten können. Es ist wirklich eine Freude und ein tägliches Highlight, dem Regattafeld zu folgen. Rund 14.000 Seemeilen liegen noch vor den Führenden und 10.000 Seemeilen liegen schon im Kielwasser der Spitzengruppe.

Www……….

Bei einem anderen Rennen, oder besagt einem Rekordversuch, der Jules Vernes Trophy, mussten sowohl die Larartigue als auch die Sodebo nach nur fünf, bzw. sechs gesegelten Tagen ihre Segel streichen und wegen Schäden am Ruder oder Foil zu ihrer Basis nach Lorient zurückkehren. Dort werden die rekordverdächtigen Rennmaschinen wieder einsatzklar gemacht und werden bei einem guten Wetterfenster wieder auf die Hatz um die schnellste Weltumrundung,  mit einem Segelboot gehen. Die bisherige Rekordmesslatte liegt be rund 42 Tagen und wurde 2017 von dem Franzosen François Gabart mit seinem Trimaran „Macif“ aufgestellt.

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Einfach nur genießen

Das Wetter ist – wie immer auf Lanzarote – sehr schön, auch wenn es in den letzten Tagen immer mal geregnet hat (wie Volker ja bereits darüber berichtete). Nur der Wind spielt verrückt, jetzt haben wir schon wieder südliche Winde, sehr ungewöhnlich für die Kanaren. Um diese Jahreszeit setzt sich normalerweise ein steter Passat aus Nordost durch. Hier im Hafen, und wahrscheinlich auf den ganzen kanarischen Inseln, warten viele Segler auf den richtigen Wind, um in die Karibik zu fahren. Wir jedenfalls haben unsere Abreise auf Januar verschoben, denn die Weihnachtsfeiertage wollen wir doch gerne in Deutschland mit unserer Familie verbringen.

Trotzdem wird es uns hier auf der Insel nicht langweilig, im Gegenteil. Inzwischen kennen wir so viele liebe Menschen, mit denen wir uns gerne verabreden. Wir treffen uns zum Beispiel im UpperDeck, der Kneipe im Hafen von Puerto Calero. Wir bekommen Besuch von Freunden, die wir hier kennen oder die wir vor Jahren hier oder auch an ganz anderen Orten beim Segeln getroffen haben. Oder wir besuchen sie auf ihren Booten oder in ihren Wohnungen.

Und da sind ja auch noch unsere berühmten „Champagne Fridays“, zu denen ebenfalls viele Freunde zu uns kommen, um mit uns das Wochenende einzuläuten. Viele Gäste bringen Wein mit, den wir dann beim nächsten Freitag zusammen austrinken, oder kleine leckere Snacks. Und Volker übertrifft sich jede Woche aufs Neue mit seinen Essens-Kreationen. Es gibt zum Beispiel saarländische Currywurst (steht ganz hoch in der Beliebtheitsskala), oder Albondigas, das sind in Spanien kleine Hackbällchen in einer würzigen Tomatensauce, oder – wie am letzten Freitag – Filetspitzen mit Champignons in Gorgonzolasauce, einfach nur wunderbar!

Um beim Schlemmen zu bleiben: Wie schon im letzten Jahr gab es in diesem Herbst auch wieder die „Saborea“ eine Food-Messe mit kanarischen Spezialitäten der hier ansässigen Restaurants. Ich bin mit Inge-Lore, Martina und Ulrike hingefahren, Volker hat derweil auf Nelly aufgepasst, Ulrikes süße aber schon sehr alte Hündin, der so eine Veranstaltung mit vielen vielen Menschen nicht gefallen würde. So konnte auch Ulrike guten Gewissens mit uns fahren, wusste sie doch ihre liebste Hunde-Freundin in den allerbesten Händen.

Wir aber waren diesmal schlau und sind so früh hingefahren, dass an manchen Ständen noch die Auslagen fertig gemacht wurden. So bekamen wir einen Parkplatz sozusagen in erster Reihe und konnten gemütlich über den noch nicht überfüllten Kirchplatz und durch die Zelte schlendern.In weiser Voraussicht hatten wir noch nicht gefrühstückt, und konnten so an ganz vielen Ständen die leckersten Dinge probieren. Es gab zum Beispiel exzellentes Thunfischtartar, Croquetas mit Krabben oder Sepia, daneben alles, was man so mit Ziegenkäse anfangen kann, aber auch den leckersten Pantone, den ich je gegessen habe, und unzählige unglaublich hübsch angerichtete süße Verführungen. Natürlich waren auch alle Bodegas der Insel da, und so ab 13 Uhr liefen die Besucher mit einem Weinglas in der Hand herum.

Wir hatten unsere Hexe schon gut mit Proviant aufgefüllt, für unsere Atlantik-Überfahrt eingekauft. Die Schubladen des Kühlschranks quellen über, der Gefrierschrank ist trotz der Feste an den Freitagen immer noch so voll, und in der Kiste im Cockpit liegen Zwiebeln, Rotkraut, Weißkraut, Kürbis und jede Menge Äpfel und anderes Obst. Und das, obwohl wir schon gar nicht mehr ausgehen zum Essen, sondern brav zuhause bleiben und kochen. Denn nun muss das alles aufgegessen werden, ehe wir pünktlich zu Nikolaus bei unseren kleinen Enkeltöchtern in Deutschland sein werden. Damit das in unsere Bäuche reinpasst, und wir dabei nicht unendlich an Gewicht zulegen, sind wir heute morgen nach Puerto del Carmen gelaufen, mein gebrochener Zeh lässt solche Wanderungen inzwischen wieder zu. Ich habe mich dort allerdings gemütlich ins Hafencafé gesetzt, während Volker zurück gejoggt ist, um mich anschließend mit dem Auto abzuholen ;-))

Leckerer Café am Hafen für mich

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Gegenwind und Sturzflut

Was machen die Regattasegler???
Schleppend langsam, für ihre Verhältnisse, quälen sich die Imoca 60 Rennyachten über den Parcours, auf dem Weg zum Äquator. Statt frischen Passatwinds gibt es Gegen- oder keinen Wind aus dem südlichen Quadranten des atlantischen Tiefdruckgebietes. Die Imoca 60 der alten Generation, ohne Foils, führen seit Tagen das Feld an, in diesem Flautenkrimi. Selbst die Capitania ist vom Regattavirus infiziert und folgt mehrmals täglich den vierstündlich aktualisierten Platzierungen und Neuigkeiten auf der Website der Veranstalters.

Und wann segeln wir endlich los???
Für uns sieht es leider sehr, sehr trübe aus, das nordatlantische Passatsystem ist nicht mehr existent, stattdessen gibt es weit nach Süden reichende atlantische Tiefdruckgebiete, die fast stationär stehen bleiben. Und wenn man eine Woche weiter schaut, ist schon das nächste Tief im Westen, aus Amerika, unterwegs zu uns, mit seinem Kern auf 30 Grad Nord. Mit den Tiefdruckgebieten kommen ausgebreitete Regenfelder zu den Kanaren, was ja prinzipiell erst mal positiv ist, zumindest in Lanzarote. 

Doch vor drei Tagen wurde Puerto Calero von regelrecht sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Viele Straßenzüge und Kellereinfahrten waren überflutet. Die Kanalisation hier ist für solche Ereignisse nicht ausgelegt. Zudem haben sich Erd-, Stein- und Schlammmassen in Bewegung gesetzt. Bagger und Räumfahrzeuge mussten anrücken. Zu Schaden ist Gott-sei-Dank, keiner gekommen. Am heutigen Nachmittag hat es wieder heftig geregnet. Starke südliche Winde treiben die Brandungswellen zur Hafenmauer, die dort laut polternd brechen und die dahinter liegenden Schiffe mit einem feinen Salznebel überziehen.

Und jetzt???
Es ist sind natürlich Erste-Welt-Probleme, dass wir nicht los können und auf einem fertig gepackten und komplett verproviantierten Boot sitzen. Wir haben uns eine Frist gesetzt, bis zu der wir maximal warten werden, denn ansonsten verschieben wir die Abfahrt an den Anfang von 2025, da wir bis spätestens zum 15. Dezember, wieder in Deutschland sein wollen, um Weihnachten mit der Familie zu feiern.

Es bleiben also noch knapp zehn Tage übrig. Mal gucken, ob Daumen drücken, magische Beschwörungsformeln oder Flüche die Wetter- oder Meeresgötter umstimmen können.

Wie ist die Stimmung an Bord???
Unserer positiven Stimmung und Haltung tut das Warten keinen Abbruch, denn alle unseren lieben (Nicht-nur-Segel-)Freunde sind auf der Insel. Erstmals waren wir deutlich mehr als 20 Menschen bei unseren beliebten Champagne-Friday-Party. Bei soviel Gewicht an Bord war zum ersten Mal  der untere Tritt unserer  Badeplattform am Heck überflutet.

Also, wir feiern schön, treffen liebe Segler und Landratten und genießen weiterhin das Leben. Und ein Gutes haben die südlichen Winde, es ist wirklich schön warm. Fast wie im Paradies, bzw. der Karibik. Und beim Warten auf den guten Wind sind wir ja nach all den Lebensjahren an Bord zu richtiggehenden Profis geworden. Wenn wir da an den Anfang unserer Fahrtenseglerkarriere zurückdenken, bei was für Schietwetterprognosen wir teilweise losgeschippert sind, da hat uns dann der gute alte Neptun ganz schön Gegenwind in die Segel und Gicht an Deck, sozusagen als Lehrgeld, geschickt.

Bis zum nächsten Blog…

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In achtzig Tagen um die Welt

https://www.vendeeglobe.org

Das Warten hat ein Ende, nach vier Jahren. Die 40 Imoca 60, mit ihren wagemutigen Skippern  sind gestern wieder in Les Sables d’Olonne gestartet, um mit ihren ultraschnellen Regattayachten, im Einhandmodus um die Welt zu segeln.

Das mit Einhandmodus muss man bei zwei Skippern sogar wörtlich nehmen, da ihnen  jeweils eine Hand fehlt. Damien Séguin ist  mit nur einer Hand geboren und Jingkun Xu hat im Alter von zwölf Jahren bei einem Unfall eine Hand verloren.

https://www.yacht.de/regatta/vendee-globe/vendee-globe-zum-live-tracker-hier-klicken

Alle 34 Segler und die 6 Seglerinnen, die es an die Startlinie der 10. Auflage der Vendée Globe Regatta geschafft haben, mussten sich bei verschiedenen transatlantischen- und Sprintregatten qualifizieren, da die Anzahl der Bewerber auf diese Regatta so hoch war nie. Manche segeln mit Booten, die foilen, mit Budgets, die mehrere Millionen Euro überschreiten, finanzkräftigen Sponsoren und foilenden Booten der neuesten Generation. Andere Skipper sind mit bewährten Schiffen der älteren Generation und ohne Foils unterwegs. Erfahrungsgemäß werden ca. 30 Prozent der Teilnehmer bei der Hatz um den Globus wegen technischer Probleme aller Art aufgeben müssen.

Die Route der Vendée Globe

Ich werde von jetzt an mehrfach am Tag die neuesten Nachrichten und Platzierungen auf der Website des Veranstalters angucken. Ist ja auch mal eine Abwechslung zu den „die-Welt-geht-unter-Nachrichten“ dass Trump in den USA die Wahl gewonnen hat, oder den “ich halte-meinen- Posten-fest-Berichten“, über den schlechtesten Kanzler der deutschen Nachkriegsgeschichte. Also hier ….  oder… da gibt es erfrischende Segelnews und das für die nächsten 75 bis ca. 100 Tagen.

Anderes Kapitel:
Letztlich hat sich doch ein guter Monteur gefunden, der unseren Heizstab vom Warmwasserboiler fachgerecht und schnell in zwei Stunden ausgetauscht hat. Jetzt gibt es wieder ausreichend warmes Wasser an Bord und das brauche ich doch sehr, nach insgesamt drei jeweils einstündigen Tauchgängen zum Rumpf, um Ruder und Propeller zu reinigen. Nach so einer langen Zeit im Wasser bin ich innerlich ganz schön ausgekühlt, da hilft nur ausgiebig und heiß Duschen.

In den letzten Tagen haben wir uns mit 7 Kilo Fleisch, 1,5 Kilo Wurst, 11 Kilo Kartoffeln, 48 Eiern, 5 Kilo Obst und ca. 4 Kilo Gemüse, sowie verschiedenen süßen Delikatessen und Getränken verproviantiert. Die Kühlschränke und der Gefrierschrank sind zum Bersten voll. 

Viele blaue windarme Gebiete af der Route

Das Wetter ist noch ein bisschen uneindeutig, in 5-6 Tagen soll es windstill auf dem Atlantik werden, es bildet sich ein Tiefdruckgebiet, das sich weit nach Süden ausbreiten soll. Wir hoffen, dass sich dieses Wetterereignis in den zukünftigen Vorhersagen einfach in Luft auflösen wird und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Doktor Peter beim Verarzten

Cornelia hat leider vorhin auf der Treppe runter zum Steg ein wenig die Balance verloren und sich vermutlich einen Zeh gebrochen. Unser Freund, Doktor Peter, wird gleich mal ein Auge auf die betroffene Stelle werfen. Wir sind dennoch guter Dinge, dass wir bald los können.

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Abschiedsschmerz

Dicke Tränen kullern über die Wangen unserer 5-jährigen Enkeltochter, der Abschied von uns, den geliebten Großeltern, ist so garnicht ihr Ding. Und auch wir fühlen uns mies, ein Karussell der Gefühle. Die Vorfreude der anstehenden Rückkehr zum  Boot und auf die bevorstehende atlantische Überfahrt sind in unserem Gefühlschaos erstmal irgendwie nicht mehr existent. Auf der 2-stündigen Heimfahrt schweigen wir uns an, jedes gesagte Wort wäre eins zu viel. 

Jeder verarbeitet Trennung oder Abschied nun mal anders. Aber selbst nach über 10 Jahren Fahrtensegeln ist das jedesmal eine gefühlsmäßige Achterbahn, wenn wir wissen, dass wir unsere Kinder oder Enkelkinder für eine längere Zeit nicht mehr sehen werden. Und auch unser Enkelkind war diesmal für den Rest des Tages total traurig, wie wir am nächsten Tag von ihrer Mama erfahren haben. 

Doch nun zurück zum Bootsleben:
Mit der Lufthansa und Iberia Airlines ging es am Samstag über Madrid nach Lanzarote. Wie gut hat es sich dann getroffen, dass Abends einige Freunde, die wir sowohl vom Segeln, als auch allgemein von der Insel her kennen, zufällig im Upperdeck versammelt waren. Das Upperdeck erfüllte einmal mehr seine Funktion als Restaurant, Bar und sozialer Mittelpunkt in Puerto Calero.  Am gestrigen Sonntag waren wir abermals im Upperdeck, unser englischer Freund Pete hatte zu seinem 60. Geburtstag geladen. Ein rauschendes Fest mit Livemusik, Tanzen und vielen lieben Menschen.

Heute stand dann wieder das Boot ganz im Mittelpunkt unseres Handelns. Zum einen haben wir mehrere Silikonnähte ausgekratzt, mit Aceton gereinigt, mit Malertape abgeklebt und anschließend mit frischem Silikon verfüllt. Zudem war ich  am Nachmittag für eine Stunde tauchend im Wasser. Die Propeller waren über und über mit Muscheln und Kalk zugewachsen. Entgegen dem herbstlich kühlen Deutschland ist es hier auf Lanzarote mit 25 Grad noch schön warm, und auch ein Tauchgang im 23 Grad warmen Hafenwasser ist keine Qual. 

Ein Programmpunkt von Cornelia heute: Bügeln

Für morgen stehen noch ein paar Programmpunkte, die abgearbeitet werden wollen, auf der Liste. Ich will  hoch in den Mast, um das Rigg, inklusive stehendem und laufenden Gutes zu inspizieren. Die Niederholerleine für die vorderste Rollanlage muss ausgetauscht und die Leine, die  das ausgestellte Squaretop vom Großsegel aufstellt, muss  neu justiert werden. Alles Dinge, die gut abzuarbeiten sind. Wo es wieder klemmt, ist der Austausch des Heizstabes vom Warmwasserboiler, bei dem wir leider auf fremde Hilfe angewiesen sind. Ich würde mir den Job zwar zutrauen, aber es sind so viele Anschlüsse an dem Boiler dran, dass, wenn nur einer nach der Reparatur undicht wäre, wir wieder ein neues Problem hätten. Deswegen hätte ich da gerne einen Mentor, der mein Tun vor Ort überwacht. Der lokale Sanitärdienstleister antwortet weder auf Nachrichten noch auf Anrufe. Ein Szenario, das uns unliebsam an die letzte Reparaturphase im vergangenen Jahr, hier auf den Insel, erinnert.Zur Not fahren wir eben ohne funktionierenden Boiler in die Karibik, zum einen ist es da warm genug, zum kalt duschen und zum anderen gibt es auch da Monteure, die die Reparatur ausführen können. Die passenden Ersatzteile haben wir aus Deutschland jedenfalls mitgebracht, das Thermostat und den Heizstab.

Das Wichtigste: Ab Ende der Woche scheint sich ein konstanter Wind, der sogenannte Passat, einzustellen. Zwar nicht auf dem direkten Weg in die Karibik, sondern mit einem Schlenker nach Süden, könnte es klappen, dass wir losfahren können. Noch muss man hinter dieses Vorhersagemodel, aus der Vernunft heraus, ein Fragezeichen dranhängen. Denn momentan ist der Passatwind auf dem Nordatlantik durch den Tropensturm Patty, der gestern an den Azoren vorbeigezogen ist, komplett gestört.

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