St. Patrick’s Day

Also, hier und in England und vielleicht in Frankfurt und anderswo scheint St. Patrick’s ein irischer Feiertag zu sein.

St. Patrick's mit Hut

St. Patrick’s mit Hut

In Mallorca ist es auf jeden Fall ein Spaß. Rechtzeitig um neun kommen wir in dem Irish Pub an, da sind schon ganz viele gut gelaunte Menschen, um 21:00 Uhr soll es losgehen mit der Life-Music, um halb elf fangen sie an. Aber es macht Spaß. Bei uns stehen vier spanische Frauen, die ihrerseits Spaß haben wollen, echt coole Mädels, ich würde schätzen, sie sind zwischen fünfunddreißig und fünfzig Jahren alt, alle attraktiv und nett. Am gleichen Tisch steht ein etwas verklemmt wirkender Mann, der aber durchaus versucht, seine Chancen bei den Damen zu versuchen.

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Endlich, nach zehn Uhr, beginnen die balearischen Iren mit Musik und Tanz, daran können wir uns auch dank St. Patricks Hut erfreuen. Eine Lady mischt den speziellen Drink aus Sambuca (oder Brandy), Kaffeebohnen, Zucker und Limonen, bis die Jungs genug gesungen haben, und signalisieren, dass sie jetzt zur flüssigen Nahrungsaufnahme bereit sind…

Und der Drink war so lecker, dass wir nicht widerstehen konnten, aber wir sind noch immer seriös nach Hause gekommen, natürlich nicht, ohne auf der Straße ein bisschen Blödsinn zu machen….

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Ständiges auf und ab – zum Schmunzeln

Segelsport, besonders die zweite Worthälfte mit dem Sport, kann oder sollte man nicht immer ganz so ernst nehmen :-)). Viele Fahrtensegler essen beim Segeln besonders gern und viel, denn, ganz klar, die Seeluft ist appetitanregend und die ständige Bootsbewegung muss mit entsprechender Haltung- und Körperspannung ausgeglichen werden. An dieser Stelle sollte aber langsam ein Lächeln auf die Lippen treten. Denn meistens sitzt der Fahrtensegler, und um den geht es hier doch. Der Autopilot steuert die stolze Yacht, weht der Wind konstant, werden die Segel nur einmal passend eingestellt, nur die Schiffsbewegung muss – wie oben beschrieben – ausgeglichen werden.

Blöderweise sehen die Wellen auf Fotos immer ganz harmlos aus

Blöderweise sehen die Wellen auf Fotos immer ganz harmlos aus

Bei viel Wind von vorne  und damit einhergehender Schräglage kann das Ganze auch schon mal in eine vorübergehende sportliche Anstrengung ausarten. Der Profisegler hingegen, der sein Schiff den ganzen Tag vorantreibt, die Segel über die Winschen ständig optimal zum Wind einstellt, viel selbst steuert, damit auch noch die letzten Zehntelknoten aus dem Boot herausgeholt werden, der alles, was schwer ist, an Bord ständig gewichtsoptimal umlagert (z.B Segel, Werkzeug, etc.), der Segeln wirklich als Sport betreibt, dieser Segeltypus muss schon genügend Kalorien zu sich nehmen, um nicht vom Stengel zu fallen, man spricht von einem Verbrauch beim Profi-Segler von bis zu 5500 Kalorien täglich.

Hier hat man noch Schutz vor den Wellen

Hier hat man noch Schutz vor den Wellen

Aber trotz allem, so ein Schiff bewegt sich reichlich, egal, ob mit dem Wind von hinten oder von vorne, und diese Bewegung beeinflusst den sportlichen und den passiven Segler. Nehmen wir mal als Beispiel unsere über neun-stündige Fahrt von Ibiza nach Mallorca. In den Tagen vor unserer Abreise hat es kräftig aus Nord geweht, und eine entsprechende Welle aus der gleichen Richtung aufgebaut. Nach der kurzen Zeit im Schutz der Insel Ibiza trafen wir auf eine ungeschützte See, wo sich draußen eine ca. zwei bis drei Meter hohe Welle gebildet hatte. Die Wellenfolge oder Wellenperiode (die Zeit von einem Wellenkamm bis zum nächsten Wellenkamm) betrug kurze vier Sekunden.

Das heißt, dass unser Schiff durch die Welle innerhalb von vier Sekunden zwei Meter angehoben und auch wieder abgesenkt wurde. In der Minute sind das 15 Auf- und Abbewegungen mit rund 60 “Höhenmetern”. In der Stunde kommen wir dann schon auf 1.800 Hoch-und-runter-Bewegungen mit 3.600 Metern.

Und ab hier wird es auch wieder ruhiger

Und ab hier wird es auch wieder ruhiger

Wir wollen aus gegebenem Anlass nochmals darauf hinweisen, dass wir insgesamt neun Sunden nach Palma gesegelt sind, d.h. inklusive An- und Ablegen. Also ziehen wir an der Stelle einfach anderthalb Stunden für die An- und Ablegezeiten, sowie für die Bucht von Palma ab, nicht dass es heißt, wir spinnen zuviel Seemannsgarn.

Wenn wir jetzt die 1.800 Schiffsbewegungen (s.o.) mit den 7,5 Stunden multiplizieren, kommen wir auf die fantastische Summe von 13.500 Hoch-und-runter-Bewegungen unserer segelnden Hexe, multipliziert mit zwei Metern Welle, oder umgerechnet 27.000 „Höhenmeter“. 27.000 „Höhenmehrmeter” ohne Sauerstoffflasche, aber mit “3 f” wohlgemerkt. Jetzt behaupte mal einer noch, Fahrtensegeln sei kein (Hoch)-Leistungssport.

IMG_9604Da müssen wir jetzt erst mal noch ‘ne Tüte Chips aufmachen und ein paar Cola-Rum trinken. Denn die Seefahrt ist ja bekanntlich nah an den Alkohol gekoppelt, aber das ist eine andere Geschichte, Prost!

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Rock ‘n’ Roll

14.03.2015, Samstag, Baro 1019, bedeckt, kühl, Wind N um 5 Beaufort

Um 06:30 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen früh los, um die 65 Seemeilen nach Palma de Mallorca zu segeln. Es nieselt leicht, hört aber gleich wieder auf und am östlichen Horizont zeigt sich das erste Licht. In der Abdeckung der Küste ist der Wind noch eher schwach, aber nachdem wir uns durch die paar steinigen Inseln

Das nördliche Ende von Ibiza

Das nördliche Ende von Ibiza

durchmanövriert haben, frischt er auf gute 16 Knoten auf.

Bald haben wir auch schon die Fock ein bisschen verkleinert, und noch bietet Ibiza uns Schutz vor den Wellen. Dabei legt sich die Hexe schön auf die Seite und jeder Gang nach unten, in die Kabine, oder nach oben ins Cockpit gerät zu einer Kletterpartie.

Nico in den Kissen: Nichts sehen, nichts hören

Nico in den Kissen: Nichts sehen, nichts hören

Wenn wir gleich aus der Abdeckunig der Insel raus sind, wird das noch wackeliger werden. Nico verkriecht sich in ein paar Kissenberge auf dem Sofa, schön auf der Leeseite, da liegt er und schmollt. So zu segeln, ist nicht seine Sache, er hat lieber die Vorwindkurse bei Sonnenschein, wer nicht?

Rock 'n' Roll

Rock ‘n’ Roll

Volker jedoch sitzt am Rad und genießt. Zwar hat er sich dick in sein wames Ölzeug gemummelt, und auch noch einige warme Funktionswäsche darunter, aber er ruft der Hexe immer wieder ein fröhliches “Rock ‘n’ Roll” zu.
In der Ferne sieht man schon die Berge von Mallorca und nach zehn Uhr soll der Wind ein bisschen nachlassen und weiter westlich drehen, dann müssten wir schneller werden, und vielleicht wird es ja auch ein bisschen weniger schaukelig.

Um 08:30 Uhr nimmt der Wind aber erstmal zu, aus den 17-18 Knoten werden schnell über 20, dann über 25, wir binden das erste Reff ins Großsegel. Laut Wetterbericht liegt die Spitze der Windgeschwindigkeit zwischen 09:00 und 10:00 Uhr, das stimmt auch, denn der Wind nimmt immer weiter zu, um 09:15 binden wir das zweite Reff ins Großsegel. Ich hole Nico raus, dem ist offensichtlich schlecht, er leckt sich andauernd die Schnauze.

Volker turnt auf dem Vorschiff herum

Volker turnt auf dem Vorschiff herum

Um kurz vor zehn sagt Volker am Steuer: “Ich kann sie (die Hexe) nicht mehr halten, das Großsegel muss runter.” Ich lasse die Leine fallen, Volker geht in der üblichen halsbrecherischen Aktion nach vorne, um das Großfall abzuschäkeln, damit es den Baum hinten stabilisiert bei all der Schaukelei, und bindet noch zwei Leinen um das schlackernde Tuch. Jetzt können wir zwar nicht mehr soviel Höhe gegen den Wind fahren, aber das Boot bewegt sich wieder etwas kontrollierter. Inzwischen haben wir deutlich über 30 Knoten Wind, und das nicht nur in Böen. Volker kommt mal kurz nach unten, um sich aufzuwärmen, der Hund ist auch schon wieder im Salon, aber wechselt dauernd zwischen Sofa und Boden, weil ihm das Ganze nicht wirklich geheuer ist.

Alles fliegt auf den Boden

Alles fliegt auf den Boden

Ab und zu bricht eine Welle und schickt eine Ladung weißes Wasser über das Boot, aber wir haben alle Schotten dicht, und beobachten das Leben draußen über den Bildschirm, wo wir Windrichtung und -speed ablesen, unseren eigenen Kurs und die Geschwindigkeit sehen, und mit der Fernbedienung den Autopilot ändern können.

Punkt zwölf Uhr lässt der Wind etwas nach, wir setzen wieder das Großsegel im zweiten Reff, das lässt die Hexe gleich wieder auf eine ordentliche Geschwindigkeit von über sieben Knoten klettern. Zwanzig Minuten später wird das Vorsegel ausgerefft, 13:00 Uhr bleibt nur noch Reff 1 im Groß. 13:15 Uhr reffen wir die Fock wieder ein bisschen ein, zehn Minuten später refft Volker sie wieder aus.

Um 14:00 Uhr kommt auch das letzte Reff aus dem Großsegel, wir haben nur noch ideale 11-12 Knoten Wind. Die Wellen sind deutlich angenehmer geworden, kommen auch nicht mehr über, und schaukeln das Boot nur noch sanft.

So unterschiedlich ist Seglers Leben: Gerade eben gab es noch so viel zu tun, dass ich gar nicht mehr hinterher kam mit dem Aufschreiben, jetzt geht es ruhig zu, ich konnte ein Brot aufbacken, und wir haben einen kleinen Imbiss gegessen. Und gleich gibt es eine Tasse heißen Kaffee oder Karamell-Kaffee mit viel Milch, ganz nach Geschmack.

Kaum ist das Wasser gekocht, gibt es wieder Action: Der Wind macht Heia! Vorsegel wegdrehen, Großsegel dichtholen, gleichzeitig Motor an. Volker flucht, das kann er gar nicht leiden! Denn noch steht hier die alte Welle und lässt die Hexe – mal wieder – schaukeln. Ich übernehme auf Deck, Volker will sich hinlegen, da kommt der Wind wieder, zwar nur leicht und achterlich, aber das können wir segeln. Also Bullenstander gesetzt, damit das Großsegel nicht ungeplant umschlagen und jemanden verletzen kann, Fock wieder ausgerollt. Mittlerweile ist der Kaffee fast kalt, nein, gar nicht wahr, er wärmt noch schön, und kaum frischt der Wind ein bisschen auf, schon läuft sie wieder los, die kleine Rennhexe.

Die Windmühlen am Hafen von Palma

Die Windmühlen am Hafen von Palma

15:35 Uhr: Das Cap de Cala Figuera, der Eingang zur Bucht von Palma de Mallorca, wird passiert, jetzt noch acht Seemeilen lang 42 Grad, fast halber Wind und daher schnell bis Palma, eine wunderschöne Bucht. Wir sind müde, waschen noch das Salz von allen möglichen Gegenständen ab, checken ein, super Service hier, großartige Marina, Spaghetti bolognese und bald ins Bett.

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Plötzlicher Abschied

Gestern haben wir Formentera per Pedes erkundigt, nicht so ausführlich, wie wir das gedacht haben, mit dem festen Vorsatz jedoch, für heute ein Auto zu leihen. Aber manchmal ist es, wie ist und kommt ganz anders als gedacht.

Jetzt machen wir einen Zeitsprung zurück, um etwas präziser zu werden, mitten ins 16 Jahrhundert hinein. Der Ort der Handlung, Formentera, ist derselbe. Von der marokkanischen Küste aus segeln Korsaren mit ihren schnellen wendigen Schiffen zur spanischen Küste hin. Sie morden, rauben, erpressen, entführen, brandschatzen, an Land und zu Wasser, normale Piratentätigkeit eben. kein Ort an der spanischen Küste ist mehr sicher vor diesen Seeräubern. Mit der Gegenwehr ist das so eine Sache, sie wäre möglich, wenn man schnelle Schiffe mit guten Seglern und wenn es sein muss, mit willigen Ruderern hätte. Aber Sklaven als Ruderer haben es verständlicherweise nicht so eilig wie rudernde Piraten und so währte die Piraterei nahezu 200 Jahre im schönen Mittelmeer. Was heute davon noch allerorten zu sehen ist, sind Meldetürme, die an der Küste stehen und auf denen, bei einem drohenden Überfall durch die Freibeuter, ein Feuer zur Alarmierung angezündet wurde. Jetzt noch mal zurück zu Formentera, diese kleine Insel war während der Piratenzeit für 200 Jahre entvölkert, keiner wollte ohne entsprechenden Schutz und Sicherheit mehr dort leben.

Ein Paar der berühmten Freibeuter werden hier aus wichtigem Grund namentlich erwähnt, nämlich die Gebrüder Murad Reis und Turgut Reis. Der Leser, der Cornelia kennt, weiß, dass ihr Mädchenname Reis ist und soeben hat sie wieder das Kopftuch und die Augenklappe angelegt… 🙂
Jetzt drehen wir das Rad der Zeit wieder ein wenig nach vorne, und sind im Hier und Jetzt, ohne die Vergangenheit zu vergessen. Meiner Meinung nach ist es absolut wichtig, im Mittelmeer mit einem Schiff unterwegs zu sein, das auch bei wenig Wind schon los segelt, ebenso wie es die kleinen Galeeren und Galeonen der Kosaren vorgemacht haben, denn willige Ruderer für große Schiffe sind auch heute eher selten. Und welcher echte Segler will schon ständig wegen der im Mittelmeer häufig schwachen Winde mit dem lärmenden Dieselmotor unterwegs sein?

Leichte Winde haben auch heute unsere Segel gebläht und unsere Hexe – früher als geplant – wieder auf die See hinaus geschoben. Die Wettervorhersage verspricht in der nächsten Woche äußerst ungünstige Winde, um nach Mallorca zu segeln. Deswegen wollen wir die positive Windprognose für Samstag nutzen. Freitag auf Samstag Nacht verbringen wir noch in Santa Eulalia auf Ibiza. Ab Samstag früh werden wir die 65 Seemeilen bis nach Mallorca in Angriff nehmen. Wir wünschen allen LeserInnen von hier aus ein schönes und erholsames Wochenende!

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Vlieland oder “Ich will wieder auf die Insel…”

Eine Karte von Ibiza und Formetera, die wir als Tischset bekommen haben

Eine Karte von Ibiza und Formetera, die wir als Tischset bekommen haben

Inseln wirken gleichermaßen anziehend auf Segler und auf “Landratten”. Eine Insel muss erreicht werden. Dazu muss man planen, nachdenken und das gewohnte feste Land hinter sich lassen. Hat man erst einmal das “Anreisemedium“ gewählt, gibt man in der Regel mehr oder weniger viel Geld aus für das Fährboot, das Wassertaxi, den Autozug nach Sylt, das Flugticket nach Mallorca, oder die Brückenmaut, um auf manche bretonische Insel zu gelangen, nur um einige zu nennen. Sozusagen muss Mann oder Frau schon vorsätzlich und bewusst handeln, um auf die Insel zu kommen. Für uns Segler ist das nicht anders, mal segeln wir gegen den Wind, mal motoren wir, weil kein Wind ist, hin und wieder geht es sogar bei Kälte und strömendem Regen hinaus und das alles nur, um auf das geliebte Eiland zu gelangen.

Die Dorpsstraat in Oost-Vlieland, Idylle pur

Die Dorpsstraat in Oost-Vlieland, Idylle pur

Eine Insel, die wir in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit dem Boot besucht haben, ist die kleine westfriesische Insel Vlieland. Ein Idyll, eine Perle, eine stille Schönheit, Naturerlebnis pur, für Jung und alt, Segler oder Nichtsegler.

Und Vlieland war Liebe auf den ersten Besuch, für uns, für unsere Kinder und für alle unsere Hunde, die an den endlos langen Stränden rumtoben konnten. Das langgestreckte Dorf mit seinen typisch holländischen Backsteinhäusern hat es uns gleich angetan, der Blick über das Wattenmeer ist buchstäblich horizonterweiternd, der Strand weiß und über 20 Kilometer lang, der Geruch vom Kiefernwald unglaublich intensiv. Kurzum, eine Insel zum Verlieben.

Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb

Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb

Und manchmal passiert sie wieder, diese “Liebe auf den ersten Besuch”, heute und hier zum Beispiel. Wir sind abermals auf einer Insel angekommen, diesmal auf Formentera, wurden supernett vom Hafenmeister empfangen, das Wasser im Hafenbecken ist glasklar, ein Barracudaschwarm schwamm am Liegeplatz vorbei, die Sicht übers Meer grenzenlos, die nahen Sandstrände…, da kann man schon mal ins Schwärmen geraten. Das ist auch gut so. Deshalb sind wir hierher gesegelt, teilweise gegen den Wind, wir haben kurz motort, als der Wind weg war, sind mit dem Spinnaker gesegelt, als die Brise von hinten kam, während der letzten drei Stunden sogar bei bei pottendichtem Nebel.

...manchmal sind sie ganz in den weißen Dunst gehüllt.

…manchmal sind sie ganz in den weißen Dunst gehüllt.

Nur selten sieht man einen Tick Sonne an den Felsen...

Nur selten sieht man einen Tick Sonne an den Felsen…

Eine wahrhaft vorsätzliche Anreise. Jetzt bleiben wir auch ein paar Tage, leihen uns ein Auto, damit wir wirklich alles von Formentera  für uns und Euch sehen und entdecken können. Das Wifisignal ist ganz gut und wir werden sicher die ein oder anderen Bilder von der Insel hochladen, damit Ihr auch diese kleine Baleareninsel erleben könnt.

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Große Inselrundfahrt

Nico hat Durchfall, nachts um vier weckt er uns, weil er raus muss. Um acht Uhr gehe ich nochmal mit ihm, weil er schon wieder nervt.

Nach dem Frühstück fahren wir mit unserem Leihwagen aus der Marina: Böses Erwachen, der Parkautomat will 39,65 € von uns! Gestern dachten wir noch, dass die maximale Parkgebühr 6 € beträgt, das sage ich auch den Marineros, die mir helfen, aber nein, ich muss die ganze horrende Summe bezahlen! Vielleicht kann ich mir morgen früh wieder was zurückholen, aber dazu muss ich mit den Jungs vom Parkautomat diskutieren, das sagt mir am späteren Nachmittag die junge Frau von der Rezeption.

Wir lassen uns den Tag nicht verderben, und brechen zu der Inselrundfahrt auf. Wir haben Jens und Martina auf den engen Rücksitzen des Fiat Cinquecento mit dabei, die Stimmung ist gut, die Sonne scheint, die Insel will erobert werden.
IMG_3316Die große Inselerkundung beginnen wir mit Sant Rafael de la Creu, einem kleinen verschlafenen Ort im Inneren der Insel, der jetzt wenig Spektakuläres aufweist, aber eine hübsche kleine Wehrkirche mit einem großen vergoldeten Altar, Mit einem Muschel-Weihwasserbecken und einem hölzernem Beichtstuhl. Außerdem hat man von hier aus einen großartigen Blick auf die mit Kiefern bewachsenen Hügel und auch nach Ibiza-Stadt und das endlos weite Meer.
IMG_9577Der zweite Ort, ebenfalls im Inneren der Insel gelegen, ist Santa Gertrudis, ein Künstlerort, wieder mit Wehrkirche, schönem Friedhof und einem einladenden Dorfplatz, wo wir im Sonnenschein einen Cafe con leche trinken. Hier sieht man Intelektuelle, Althippies und Künstler, die beim frühen Bier sitzen. Santa Gertrudis ist ein besonderer Ort, der sehr viel Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt, sehr zu empfehlen.

IMG_3324Unser Weg führt uns weiter in den Norden der Insel. In San Miquel finden wir Hinweisschilder, die uns zu einem unglaublich schönen Aussichtspunkt oberhalb der Bucht und zu Tropfsteinhöhlen führen sollen. Der Blick auf die große gut geschützte Ankerbucht ist wahrhaft grandios, nur von dem Besuch der Höhlen, die von einem deutschen Ehepaar verwaltet werden, nehmen wir bei einem Eintrittspreis von über zehn Euro pro Person Abstand. Wir haben ja auch noch so viel anderes zu sehen!
IMG_3328Die Cala Portinatx mit ihrem Hippiemarkt lassen wir aus, (es ist schon spät geworden, und der Hippiemarkt ist eh erst am Mittwoch) und fahren zur berühmten Cala Sant Vincent, mit einem ausladenden Strand im Nordosten der Insel, mit wunderbaren Buchten und aufsteigenden Hügeln. Wir begnügen uns mit einer kurzen Rast am Strand, bevor wir zu einem Mittagsnack nach Santa Eulalia, dem Hafen an der Ostseite der Insel aufbrechen. In Santa Eulalia angekommen, bemerken wir beim Aussteigen das Fehlen der Hundeleine. Das gibt Volker die Möglichkeit, ganz alleine mit maximaler Geschwindigkeit die 18 km hin und wieder zurück zu fahren. Wir anderen drei schauen uns den Hafen an, der von Motorbooten dominiert wird, und finden ein ganz entzückendes Lokal zum Mittagessen, das von Handwerkern gut besucht ist. Wir essen mit Volker, der bald wieder zurück ist, zusammen ein köstliches Mittagessen, bevor wir uns auf den Weg nach Ibiza-Stadt machen.
IMG_3340Dort treffen wir noch einmal mit Wil Offermans und Junko Ueda zusammen, die nach dem anstrengenden Konzert gestern Abend sich ein bisschen erholen konnten und gehen gemeinsam zu einem wunderschönen Stadtrundgang durch die Altstadt von Ibiza.

74 Meter müssen wir nach oben krabbeln, bis wir auf dem höchsten Punkt der Festung sind. Kurz davor treffen wir nicht nur die belgischen Segler mit den vier Kindern wieder, sondern auch zwei alte Damen, von denen zumindest die eine bereits achtzig Jahre zählt, und die sich ebenfalls an den beschwerlichen Aufstieg gewagt haben.

IMG_3361Einmal oben angekommen haben wir einen sensationellen Rundumblick über das Meer, zahlreiche Ankerbuchten, die Altstadt mit ihren unzähligen Gassen, zum Flughafen und über das Inselinnere. Der Abstieg führt uns durch die verwinkelten Gassen der malerischen Altstadt, danach, nicht ohne Hindernisse wegen Bauarbeiten, am Ufer entlang über einen großen Platz aus der Altstadt raus und mitten in das geschäftige Gewussel der Neustadt Von Ibiza hinein.
IMG_3367IMG_3368IMG_3377Inzwischen sind wir so voller Eindrücke, zudem wird es auch wieder kühler, sodass wir uns von Wil und Junko herzlich verabschieden und uns auf den Nachhauseweg zu unserem Schiff machen. Noch einmal quetschen wir uns zu viert in unsere kleine “italienische Sardinenbüchse” und 20 Minuten später sind wir bei unserem schwimmenden Zuhause angekommen.
IMG_9582Wir hätten nicht gedacht, dass die Insel so grün daherkommt. Es gibt Wiesen und Felder, die so grün sind wie die in Deutschland, es blühen überall Blumen, z.B. Butterblumen, Margeriten, und Ringelblumen, um nur einige zu nennen und große Kiefernwälder im Inselinneren.
Martina und Jens haben uns für den Abend zum Essen eingeladen. Wir genießen die mit viel Vorablob bedachte Hähnchenbrust mit Champignonrahmsoße. Das war sehr lecker, herzlichen Dank an dieser Stelle dafür!

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Was für ein ereignisreicher Tag!

Der Bus Nr. 3 wartet auf die Fahrgäste

Der Bus Nr. 3 wartet auf die Fahrgäste

Morgens habe ich beim Gassi gehen mit Nico den Busbahnhof gefunden, anschließend die Chefin des hiesigen Supermarkts auf der Straße angesprochen, wo denn hier der nächste offene Supermarkt sei. „Adelante“, gerade da vorne, sagt sie, und erklärt mir, dass es zufällig IHR Supermarkt ist, und sie nur eben mal bei der Freundin von der Bar an der Ecke einen Café getrunken hat. Bis ich mit Butter, Schinken, Milch und Baguette an der Kasse stehe, sitzt sie auch schon da und kassiert. Jetzt noch schnell nach dem Frühstück bei Europcar am Flughafen von Ibiza ein Auto reserviert, und schon kann der Tag beginnen.

Mit dem Bus fahre ich um 12:30 Uhr von Sant Antoni nach Ibiza-Stadt. Überall blühen jetzt die Apfelbäume und die Kirschen, dabei treiben sie gleichzeitig kleine grüne Blätter. An der Straße stehen die riesigen Plakatwände mit der Werbung für die angesagten Clubs, allerdings meist überholt, werben sie doch für die Saison-Ende-Partys am 3./4./5. Oktober 2014. Aber manche  Clubs haben auch schon das neue Programm für 2015 plakatiert, mit großen Namen, die auf jeden Fall die Ibiza-Urlauber ansprechen werden.

Der Bus hält in Ibiza-Stadt, die heute, am Sonntag, ziemlich ausgestorben scheint. Klar, es laufen ein paar Leute herum, aber die Geschäfte haben fast alle geschlossen. Eine sehr freundliche ältere Dame, die mit mir aus dem Bus von San Antoni ausgestiegen ist, hilft mir, den Airliner zu finden, erklärt mir auch, wieviel man dafür bezahlen muss, nämlich 3,50 € für zehn Minuten, während die Fahrt von San Antoni hierher mindestens doppelt so lang war und nur zwei Euro gekostet hat.

Die Einwohner der balearischen Inseln sprechen „Catalan“, das ist eine Form von Spanisch, die für „Non-native-speakers“ kaum zu verstehen ist. Auf Spanisch heißt der Ort „San Antonio“, easy. Unser Navi aber sagt: „Sant Entonni“, das klingt fast wie „Stenton“ für St. Anton.

Kristallklares Wasser in den Calas

Kristallklares Wasser in den Calas

Das Autoleihen geht heute ganz einfach, nach zwei Minuten steige ich in einen weißen Cinquecento ein, ein echtes Girlie-Auto, und fahre stolz über die Landstraßen, auf denen man nur 60 oder maximal 80 Stundenkilometer schnell fahren darf, zum Hafen zurück. Nach einer kurzen Verschnaufpause sind wir wieder on the Road, bevor wir nach Ibiza-Stadt fahren, wollen wir noch ein paar Calas und ein bisschen Natur sehen.

Im Cala Bassa Beach Club

Im Cala Bassa Beach Club

Als erstes landen wir in der Cala Bassa, offensichtlich beliebt für sonntägliche Ausflüge, am Rand parken viele Autos, wir sehen Familien oder Freundesgruppen mit Picknickkörben. Die Cala ist wunderschön, kristallklares Wasser, ein schöner Strand, super Aussicht. Im Sommer ist hier sicher Highlife, ein großer Teil der Cala gehört zum „Cala Bassa Beach Club“ mit zwei Kiosken, Toiletten, Lounge Areas, es gibt dann sicher viel Musik, auf jeden Fall sieht es großartig aus, so, wie man sich halt das Strandleben in Ibiza vorstellt.

Die Altstadt von Ibiza ist von der Marina aus gut zu sehen

Die Altstadt von Ibiza ist von der Marina aus gut zu sehen

IMG_3269Wir fahren noch zu einem kleinen Turm und einer weiteren kleinen Cala. An der berühmten Cala Tirada machen wir nicht einmal mehr Halt, es ist inzwischen leider auch sehr kalt geworden. Nach fünfzehn weiteren Fahrtminuten sind wir am Hafen von Ibiza-Stadt, dort gibt es mehrere Yachthäfen, wir parken direkt an der Marina, da liegen die großen fetten Motoryachten. Von hier hat man einen großartigen Blick zu der Altstadt. Es gibt auch schicke Designerläden, aber in der Wintersaison leben da nur die nackten Schaufensterpuppen…

"Jungle Dance" für Flaschen und Flöten

“Jungle Dance” für Flaschen und Flöten

Die Kontrabassflöte ist ganz schön groß für kleine Mädchen

Die Kontrabassflöte ist ganz schön groß für kleine Mädchen

Wil Offermans

Wil Offermans

Jetzt wird es aber Zeit, das Conservatorio de Musica zu suchen, wo unser Autor Wil Offermans bei einem Querflötenworkshop unterrichtet hat. Dort ist heute Abend das Abschlusskonzert, und das möchten wir uns gerne anhören. Wil ist wirklich ein begnadeter Pädagoge, in dem Konzert zeigt er, neben seinen eigenen solistischen Fähigkeiten, wie wunderbar man Kinder und Jugendliche mit Intelligenz und Kreativität motivieren kann. Es waren Jungs und Mädchen von ca. zehn bis zwanzig Jahren, die hier mitspielten. Natürlich mit unterschiedlichem Können, aber allen gemeinsam war diese unbändige Lust am Musizieren und Ausprobieren, die Wil aus ihnen herauslockt. Wer will, kann sich hier oder da das eine oder andere Stück anschauen. Leider war es in dem Saal sehr dunkel, sodass die Bilder nicht immer so großartig sind wie die Performance.

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We’re sailing to Ibiza

Minusgrade im Cockpit?!

Minusgrade im Cockpit?!

07. März 2015, Samstag, Baro 1027,5, sonnig, 2 (oder -2?) Grad, Wind SO
Denia 07:30 – Ibiza San Antonio 15:05, 56 sm in 7:45 Stunden!

Wir wachen früher auf als der Wecker, Volker: “Es ist Wind, komm wir fahren.” Hopp, raus aus dem Bett, Hund füttern, schnell noch Wasser kochen für den Tee, Gassi gehen, Persenninge ab, Cornelia und Hund wieder an Bord, Motor an, Strom ab, Leinen los und raus aus dem Hafen.

Die Sonne geht auf am Hafen von Denia

Die Sonne geht auf am Hafen von Denia

Der Vollmond über Denia

Der Vollmond über Denia

In dem Moment geht die Sonne auf, wie ein Feuerball taucht sie am östlichen Horizont hinter der Hafenmauer auf. Als wir aus dem Hafen raus sind, Kurs 80 Grad, zeigt der Blick zurück, dass der Vollmond, der gestern Abend riesig im Südosten aufgegangen ist, jetzt immer noch, unten rechts schon leicht angeknabbert, im Nordwesten untergeht.

Wir motoren genau drei Seemeilen lang, dann frischt der Wind von zwei auf über sechs Knoten auf: “Schnell, Segel setzen!” Die alte Welle lässt den Großbaum hin und her schlagen, aber schon ist das Großsegel oben, die Fock ausgerollt, und um 07:50 Uhr segeln wir. Ibiza, wir kommen!

Der Skipper auf Ausschau

Der Skipper auf Ausschau

Der Wind hat mittlerweile auf neun Knoten aufgefrischt und wir rauschen mit 6,5 Knoten Geschwindigkeit der Insel der Reichen und Schönen entgegen. Die Sonne steht jetzt schon höher und schickt ihre wärmenden Strahlen zu uns. Heute morgen hat das Thermometer kalte zwei Grad angezeigt. Bald gibt es Frühstück.

09:20 Uhr: In der Ferne kann man die ersten Anzeichen von Ibiza erkennen. Es sind ziemlich viele Tanker und Frachtschiffe unterwegs, immer wieder schauen wir auf dem AIS nach, wann und in welcher Entfernung sie uns passieren werden.

Besorgte Blicke nach dem Frachter

Besorgte Blicke nach dem Frachter

Schiffe, die unter Motor fahren sind ausweichpflichtig gegenüber Schiffen, die segeln, und so machen alle einen ausreichend großen Bogen um uns. Seit 10 Uhr haben wir noch etwas mehr Wind und wir segeln meistens über 7 Knoten, um 15.30 sollen wir schon, vorausberechnet in den Hafen von Saint Antoni einlaufen. Eigentlich schade, denn heute macht das Segeln so richtig Spaß, konstanter Wind von quer hinten, blauer Himmel, blaues Meer und die Sonne, Seglerherz, was willst Du mehr.

11.20 Der Wind frischt weiter auf. Die Logge zeigt jetzt häufig mehr als 8 Knoten an. Eine entgegenkommende Segelyacht vom Typ Bavaria 36 kreuzt unseren Kurs, der Flagge nach ein Franzose. Ansonsten ist das Meer hier draußen leer gefegt. Das Thermometer zeigt jetzt 12 Grad im Schatten an.

Der Wind ist noch kühl

Der Wind ist noch kühl

Nico auf dem Mittelmeer

Nico auf dem Mittelmeer

11:30 Uhr: Wachwechsel, ich bin fertig mit meinen Datenbank-Arbeiten und kann die Wache übernehmen, Volker legt sich zum Schlafen auf das Salonsofa, damit er in Rufweite ist, wenn ich ihn brauchen sollte. Den Tiefenmesser habe ich ausgeschaltet, der gibt bei 159 Metern auf, und hier sind es über siebenhundert.

Der Fels von der Isla Vedrà

Der Fels von der Isla Vedrà

Ich habe mein Zeit-Kreuzworträtsel dabei, schaue aber, neben dem Kontrollblick auf Armaturen und nach anderen Schiffen, immer mal aufs Meer, in der Hoffnung, dass sich heute auch noch ein paar Delfine zeigen. Das Meer ist dunkelblau mit ein paar weißen Schaumkrönchen. In der Ferne sieht man im Dunst die Hügel und in 110 Grad einen großen schroffen Felsen, der gehört zu der Ibiza vorgelagerten Insel “Es Vedrà”.

Allein im weiten Meer

Allein im weiten Meer

Der Wind bläst weiter mit guten 16-18 Knoten, wir kommen schnell voran. Ab und zu hebt eine Welle das Boot an, und lässt die Hexe schaukeln, dann wacht Volker kurz auf: “Alles o.k.?” “Alles o.k.” Bei dem Wind gurgelt das Heck der HEXE fröhlich durchs Wasser.
Um 13:00 Uhr gibt es Mittagessen, Volker kocht eine schnelle Nudelpfanne, und danach ist auch der letzte Berg des Festlands verschwunden, während die der Insel immer näher kommen.

Der Leuchtturm auf Cabo Blanco

Der Leuchtturm auf Cabo Blanco

Um 14:00 Uhr sind es nur noch zehn Seemeilen bis zum Hafen, wir sind sooo schnell vorangekommen, wie wir uns das gar nicht vorgestellt hatten. Leider erfahre ich beim Telefonat mit der Marina, dass sie um drei Uhr Feierabend haben, und wir sollen einfach in den benachbarten Club Nautico gehen, die seien 24 Stunden da. Der Wind hat wieder ein bisschen nachgelassen, aber wir kommen mit über sieben Knoten Fahrt immer noch sehr gut voran, nur bis um drei Uhr schaffen wir das nicht.

Um fünf nach drei sind wir an der Hafeneinfahrt, rufen den Club Nautico und werden sehr nett empfangen von dem Marinero, der sogar deutsch spricht. Das Büro ist noch bis vier Uhr besetzt, deshalb bittet er mich, gleich mitzukommen, damit wir ordentlich einchecken können. Die “Maje” kündige ich schon an, die sind hinter uns hergefahren, und werden bis 19 Uhr hier sein.

Klar, San Antonio hat die übliche Hochhäuser-Architektur von Südspanien, aber die Hügel sehen nett aus, die Felsen an der Einfahrt sensationell, und wir freuen uns, auf der Insel zu sein.

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Am Horizont

An dem schönen Platz liegt die Eisdiele

An dem schönen Platz liegt die Eisdiele

Denia ist ein beliebter Urlaubsspot für deutsche und englische Urlauber. Man spricht sozusagen ” deutsch“, ob beim Bäcker, im Supermarkt, im Hafenbüro und in der Eisdiele. Bei der letztgenannten waren wir gestern Morgen und haben heiße weiße Schokolade, leckeren Cappuccino getrunken und Käsekuchen gegessen. Die stolze Besitzerin des Eiscafés hat bei der Aufnahme der Bestellung sofort gemerkt, dass wir keine Spanier sind (wie denn wohl?!), dafür aber garantiert Deutsche. Sie selbst kommt von der italienischen Amalfiküste, ist mit 17 Jahren mit ihren Eltern nach Offenburg umgezogen und hat nun, in der Mitte des Lebens, noch mal einen Neuanfang gewagt.

Was macht der Fisch denn da?

Was macht der Fisch denn da?

Mit einem schwäbisch- italienischen Akzent und viel Temperament erzählt die Eismacherin, wie sie ihr Lebensweg nach Spanien geführt hat, und dass sie sich hier in Denia pudelwohl fühlt. Es sei nicht immer alles leicht, aber damit hat sie auch nicht gerechnet, und sie ist spürbar glücklich über ihre Entscheidung.Mittlerweile haben wir noch mit anderen “Zugewanderten” sprechen können. Alle betonen, dass sie sehr gerne in Denia leben, nur in den Sommermonaten Juli und August sei es häufig viel zu heiß. Wer kann, flieht dann ins kühlere Deutschland.

Ibiza in Sicht!

Ibiza in Sicht!

Heute haben wir neben dem sehenswerten historischen Zentrum von Denia noch die mittelalterliche Burganlage mit grandiosem Blick übers Meer besucht. Die Steinreste und zahlreichen Turmruinen lassen die giganitschen Abmessungen der ehemaligen Festungsanlage erahnen, Cornelia hat zu guter Letzt noch am fernen östlichen Horizont Ibiza entdeckt. Zwar nur als einen kleinen Fleck, da die Insel mehr als 100 Kilometer entfernt ist, aber doch deutlich sichtbar am Horizont.

El Castillo de Dénia

El Castillo de Dénia

Die Kanonen

Die Kanonen

Dieser Tunnel geht unter der Burg durch

Dieser Tunnel geht unter der Burg durch

So blau ist der Himmel heute

So blau ist der Himmel heute

Für Samstag sagen die einen Wetterfrösche günstige Winde vorher, um nach Ibiza zu segeln, andere, mehr pessimistischere Wetterkundler, prognostizieren Flaute. Wir wollen auf jeden Fall los, ob mit oder ohne Win, daher glauben wir mehr den Optimisten…

Ein Hotel wirbt bereits mit dem Silvestermenu Ende 2015

Ein Hotel wirbt bereits mit dem Silvestermenu Ende 2015

Morgen gibt es es was zu feiern, Jens (der mit dem kleinen Schärenkreuzer) wird 50 Jahre alt, seine Freundin Babara ist für alle überraschend extra zu diesen Anlass aus Berlin eingeflogen und morgen Abend geht es zum Feiern und Livemusik ins Irish Pub. Unser Geschenk für ihn, Entenbrust mit selbstgemachten Semmelknödeln zum Mittagessen, danach das Geschenk der „malwieder“: Kaffee und Kuchen, da werden wir wohl nicht hungern müssen…

Über einen besonderen Luxus im Yachthafen muss ich doch mal ein paar Worte verlieren. Es gibt eine beheizte Schwimmhalle, die von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends geöffnet ist. Das Wasser ist mit 28 Grad richtig warm und lädt zum ausgiebigen Schwimmen ein. Jeden Tag ziehen wir so unsere Bahnen durch das klare Wasser, sehr wohltuend!

Der Eintrittspreis ist mit zwei Euro fünzig mehr als moderat. Das Meer mit seinen 14 Grad kann uns noch nicht so richtig locken und muss wohl noch ein paar Wochen auf uns warten.

Die Aussicht

Die Aussicht

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“Deutsche Kolonie”?

Wo die deutschen Fahnen wehen…

Wo die deutschen Fahnen wehen…

Nachdem wir Sonntag Abend im schönen Hafen von Denia unsere Heckleinen an der Pier festgemacht haben und danach noch unser schönes Schiff sozusagen landfein aufgeräumt haben, stand einem opulenten Abendessen mit Ralf und Inge von der “malwieder” im nahegelegenen Restaurant nichts mehr im Wege. Steak, Fisch, Pizza und Hühnchen fanden ihren Weg in unsere leeren Mägen, die Aussicht aufs unendlich weite Meer gab es gratis obendrein. Zum Abschluss tranken wir noch einen Absacker im Cockpit. Unser Leben findet wieder nahezu ganztägig draußen statt und auch abends bleibt es lange warm. In der Nacht wurden wir gegen vier Uhr wach, Martina und Jens von der “Maje “haben neben uns festgemacht. Bedingt durch den allgemein schwachen Wind haben die beiden die 48 Seemeilen in 16 Stunden gesegelt, Hut ab!

Aller guten Dinge sind normalerweise drei und manchmal eben auch vier, denn morgens um 7.30 Uhr hat Jens mit seinem kleinen Schärenkreuzer „Linda“ den Weg in den Hafen gefunden. Er hat, wegen eines Motorproblems sogar unter Segeln angelegt. Nun spiegeln sich vier Schiffe mit deutscher Flagge im stillen und glatten Hafenwasser. Wind gab es am Montag nicht, die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, und schon um neun Uhr morgens zeigt das Thermometer 22 Grad an.

Die Bilge, jetzt wieder ganz rein

Die Bilge, jetzt wieder ganz rein

Dann war es soweit, wir haben unseren Keller geputzt oder, um es in der Seglersprache zu sagen, die Bilge. Die Bilge ist der tiefste Punkt des Schiffes und besteht aus mehreren kleinen Abteilungen, da hat sich in den letzten Monaten einiges an Staub und Dreck gesammelt. Ansonsten ist so eine Bilge bei einem Kunststoffschiff wie dem unseren glücklicherweise absolut trocken. Das ist aber nicht bei allen Schiffen so und manchmal steht das Kielschwein im Wasser. Und was das Kielschwein ist und macht, erklären wir in der nächsten Folge.

Siesta espagnola

Siesta espagnola

Unser Schiffskeller ist jetzt wieder blitzblank. Um 14 Uhr sind es schon 25 Grad, und bei der Wärme machen wir erst mal eine kleine Siesta, man muss sich ja den Gegebenheiten des Gastlandes anpassen.

Die Wetterberichte lügen zur Zeit das Blaue vom blauen Himmel, der vorhergesagte Wind bleibt weitestgehend aus, aber wir wollen nicht die ganzen 60 Seemeilen zur Baleareninsel Formentera motoren, wir haben schließlich ein Segelboot. Lieber warten wir noch ein paar Tage in unserer kleinen deutschen Kolonie auf Wind.

IMG_3130Mit sonnigen Grüßen aus Denia!

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