Autor: Hexymama

  • Funkloch?

    Das ICOM-Funkgerät

    Schon seit längerer Zeit kämpfe ich an Bord mit unserer Amateurfunkanlage, dem ICOM Funkgerät, und dem Pactor-Modem sowie dem dazu gehörigen Mail-Programm Airmail. Nun, da es ernst wird mit den längeren Überfahrten, wollen wir natürlich unbedingt, dass die Kommunikation über Kurzwelle funktioniert, und wir Wetterberichte auch ohne Internet empfangen können.

    So sehen Gribfiles in PredictWind aus, übers Wifi geladen

    Das geht über Gribfiles, die dann in die entsprechenden Wetter- und Navigationsprogramme eingeladen werden können. Insbesondere wenn wir über mehrere Tage ohne Land- und ohne Internetkontakt unterwegs sind, brauchen wir diese Wetterberichte, um unsere Fahrt den Wetterbedingungen anpassen zu können. Nur macht unser Airmail-Programm, mit dem wir die Grib-Files über die Kurzwelle empfangen können, Probleme bei der Verbindung mit den entsprechenden Stationen.

    Grib-File in Zygrib, so sehen die dann von der Kurzwelle aus

    Das bedeutet, dass wir ohne klassische Internetverbindung keine Wetterberichte bekommen werden. Und – nebenbei gesagt – auch keine neuen Blogbeiträge auf unsere Internet-Site hochladen können.

    Mit Segel- und Funkfreunden wie z.B. Ralf und Uwe  (nochmal vielen Dank an Euch!), haben wir gemeinsam die Fehler gesucht, per Videotelefonie, Mails oder einfach nur per WhatsApp. Damit haben wir auf jeden Fall das Problem eingegrenzt, sodass ich es dem holländischen Händler und Service-Techniker hier vor Ort schildern konnte. Aber diese Konstellation aus Pactor-Modem und Icom Funkgerät scheint so speziell zu sein, dass sie nichts dazu sagen konnten.

    “F.P.1 antwortet nicht”
    Die Stationen sind nicht erreichbar

    Also habe ich Kontakt aufgenommen zu Jörg Drexhagen in Deutschland, der die Anlage damals in Südfrankreich eingebaut hat, so natürlich genau weiß, wovon ich spreche, und wie das alles zusammengehört, und der außerdem sozusagen der deutsche “Oberguru” für diese Anlagen ist.

    Wild saust die Maus mit dem Teamviewer über meinen Bildschirm, ohne dass ich etwas tue

    Leider ist Drexhagen nicht vor Ort, sodass auch hier zunächst die Online-Diagnose nötig war. Über eine Sunde haben wir – oder besser Jörg – bei leider immer mal wieder ausfallendem Internet und somit erschwerten Bedingungen – versucht, dem Problem auf die Schliche zu kommen. Leider ohne wesentliche Erfolge. Zumindest hatten wir bei unseren Versuchen keine wesentlichen Dinge verstellt.

    Leer ist nun das Fach im Kartentisch …

    Im Endeffekt bedeutete es, dass ich die Geräte nach Deutschland zu Jörg schicken muss, damit er sie dort prüfen kann. Glücklicherweise gibt es hier in Workum einen DHL-Stützpunkt, an dem ich gestern das von uns sehr sorgfältig gepackte Paket (wir haben die Geräte innen in Decken eingewickelt, um sie vor rauen Bedingungen zu schützen) aufgegeben habe, per Express, denn schließlich wollen wir irgendwann weiter fahren. Tatsächlich ist es 24 Stunden später in Rheda-Wiedenbrück angekommen, Kompliment an DHL, auch wenn sie sich den Service gut bezahlen lassen

    Jetzt drückt mal alle die Daumen, dass das Problem bald gefunden wird, und wir wieder auf der kurzen Welle empfangsbereit sind.

  • Ein bisschen Nostalgie Oder: schon wieder Back to the roots?

    Hoorn im Sonnenschein

    Im August 2014 sind wir von Workum abgefahren, zunächst nach Hoorn, dann auf große Fahrt. Nun haben wir es ein bisschen anders gemacht, nach der Corona-Pause wollen wir nun endlich aufbrechen, und segeln zuerst von Hoorn nach Workum.

    Der Abschied von Hoorn war nicht leicht, in der langen Zeit, die unser Boot dort lag, haben wir so viele neue Freunde gefunden und alte Freunde wieder getroffen, dass wir am Ende viele Abende und Kaffeestunden mit diversen Abschiedsfeiern verbracht haben, es war sehr anrührend. Euch allen herzlichen Dank für so viel Freundlichkeit und die schönen Stunden, hartelijk bedankt!

    Am Sonntag Morgen sind wir dann in aller Früh von Hoorn weggefahren, um den Abschied nicht noch schwerer zu machen, alles war noch ruhig, nur Heidi, die Hafenmeisterin, sowie Egbert und Hilda waren schon wach und haben uns zum Abschied gewunken. Bei schönem Wind sind wir dann durchs Markermer nach Enkhuizen und durchs Ijsselmer bis Workum gekreuzt. Soooo viele Segelboote waren da unterwegs!

    Hier müssen noch ein paar kleine Arbeiten am Boot ausgeführt werden, und wir hoffen, dass wie vorhergesagt, der Wind ab dem Wochenende wieder auf eine gute nördliche Richtung dreht und uns flott nach Brest bringen wird.

    Volker kümmert sich um die Details

    In Workum angekommen haben wir all die alten Bekannten wiedergetroffen, die wir vor sieben Jahren sozusagen hier zurückgelassen haben. Susanne und Jürgen, die uns damals auch verabschiedet haben, waren hier und haben die Sherazade gereinigt, die – wie viele wissen, Volkers erstes eigenes Segelboot war. Auch unser lang-lang-jähriger Freund Carl-Martin war auf der Constantia, am Steg, an dem wir festgemacht haben, begrüßte uns sogleich Thomas von der Filou, dann segelte der „Tagedieb“ ein in den Hafen, und kam natürlich auch zu einem kleinen Besuch aufs Boot. Auch Jan, der Hafenmeister, ist noch da, der kleine Laden am Campingplatz hat zwar umgeräumt, aber es gibt noch stets Sommersandalen, Badesachen, Ferien-Notwendigkeiten, und, natürlich, frisches Brot und die notwendigen Lebens- und Genussmittel. Heute Mittag bin ich mit dem Fahrrad ins Städtchen gefahren, das sieht optisch aus wie immer, allerdings wirkte es – Corona-bedingt – ein bisschen verlassener.

    Heute Nachmittag sind Carl-Martin und Volker zur Krönung mit der Constantia ein bisschen Segeln gegangen, das war sicher für beide ein Highlight.

    Die Constantia segelt aus dem Hafen
  • Es wird kalt!

    Allen Unkenrufen zum Trotz ist es doch Winter geworden in Nordeuropa. Viele Boote brauchten nun ein bisschen Pflege und vor allem Vorsorge, besonders dann, wenn ihre Eigner nicht zu ihnen kommen können. Deshalb haben wir eine neue Firma gegründet: MaGro Yachtcare KG. Wir kümmern uns um Boote im Norden Deutschlands und in den Niederlanden.

    Auch unsere Hexe liegt dort nun im mittlerweile dicht gefrorenen Eis:

    Seltener Anblick: Outremer im Schnee beim Sonnenuntergang

    Hier ein paar Bilder von der Landschaft am Ijsselmer, wo durch den starken Ostwind bizarre Formen entstanden sind:

    Fast wie ein impressionistisches Gemälde
    “Slush-Eis” auf dem Wasser
    Überlebenskünstler

     

     

     

  • Auf zu neuen Ufern!

    Auf zu neuen Ufern!

    Es war ein sehr seltsames Jahr für die ganze Welt, aber auch für uns und unsere Hexe!

    Nach einem langen Winter und einem „bootlosen“ Frühjahr bekamen wir endlich unsere Hexe wieder.  Im Sommer konnten wir – wie im Blog berichtet – mit unseren Kindern und Freunden das Leben auf und rund um das Ijsselmer genießen.

    Seit dem Herbst wird es immer schwieriger mit dem Reisen. Solange es ging, haben wir mit der Hexe auf dem Ijsselmer viele von früher bekannte und lieb gewonnene Routen gesegelt, haben auf den Inseln schöne Tage verbracht, und mit unseren lieben Freunden aus Hoorn so manchen schönen Abend.

    Wir wünschen
    allen unseren Freunden
    ein gesundes,  fröhliches und reisefreudigeres Jahr 2021!

    Als Jahresrückblick haben wir ein paar schöne Fotos von 2020 rausgesucht.

    Im Süßwasser
    Die Überführungscrew
    Auf dem Ijsselmer
    Endlich in Hoorn
    Und wer ist
     hier der Captain?
    Besuch an Bord …

    und auf Vlieland
    Ein tolles Geschenk von Freundin Ingrid!

     

  • Gäste an Bord

    Glückliche Gesichter mit sattem Bauch

    Samstag sind wir bei grauem Wetter und sechs bis sieben Windstärken nach Hoorn gekreuzt, haben einen wunderschönen Abschiedsabend mit den Kindern in der Bar der Hoofdtoren, und dort gibt es endlich die allerbesten Spareribs.

    Gestern war dann großer Besuchs-Sonntag. Als erstes kommen rechtzeitig zum Frühstück Allegra, Christian und Zoey an, große Premiere: Unser Enkelkind ist an Bord! Und sie fand es großartig, nur dass natürlich immer jemand hinter ihr her sein muss, damit sie nicht vor lauter Begeisterung für die quakenden Enten selber im Wasser landet!

    Das Enkelkind erobert das Boot

    Dann hatte es sich, auch dank des Artikels über die „Hexe“ im Hoornblazer, der Vereinszeitung unseres hiesigen Segelvereins, herumgesprochen, was es mit dem großen Katamaran im Hafen auf sich hat, und einige Mitglieder des Vereins kamen zur Besichtigung. Volker macht sehr gerne sehr informative Führungen auf unserem Boot.

    Nachmittags kommen dann Petra und Axel an, die nun eine Woche mit uns segeln können, beide hatte wir ja schon – einzeln zwar – in Lanzarote zu Gast, das wird wieder eine sehr schöne Woche werden. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit Ingrid und Detlef, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, Detlef hat uns ganz zu Anfang unserer Reise 2014 von Cherbourg bis Concarneau begleitet. Und Ingrid hatte wir noch länger nicht mehr gesehen, das gab ein großes Hallo. nach so vielen Jahren freuen wir uns natürlich alle über das Wiedersehen und es gibt unendlich viel zu erzählen! Mit Tochter Saskia und Schwiegersohn Sebastian machen Detlef und Ingrid eine Urlaubswoche auf dem Ijsselmer.

    Das Highlight des Tages: Ein Künstlerbuch von Ingrid
    Killepitsch für die satten Mägen

    Abends grillen wir alle zusammen auf der Hexe, dazu kommen auch Kees und Gre, denn Petra wollte sie auch sehr gerne treffen, außerdem gibt es immer auch für Kees (und, sehr zur Freude des Skippers nicht nur für ihn!) eine Flasche Düsseldorfer Killepitsch.

    Es wird ein sehr geselliger Abend in unserem Cockpit, auch die kleine Zoey genießt die Aufmerksamkeit von so vielen netten Menschen, bevor sie gegen zehn Uhr hundemüde in ihr Campingbusbettchen fällt.

    Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Hoorn, motoren über das flache Ijsselmer nach Norden, in Workum wollen wir eine Nacht bleiben, Allegra und Christian haben dort einen Platz auf dem Camping It Soal gefunden. Ab der Schleuse Enkhuizen kommen die Fliegen, die lästigen kleinen Ijsselmerfliegen, die nichts tun, außer rumzusitzen, rumzuschwirren und die Menschen zu nerven. Sie stechen nicht einmal, und bis kurz vor Workum sind es Milliarden geworden, da hilft nur noch der Wasserschlauch und der Staubsauger.

    Wir freuen uns sehr über ein Wiedersehen mit Hafenmeister Jan, und ganz besonders mit Carl-Martin, mit dem wir schon so viele schöne Bootsurlaube verbracht haben. Und das feiern wir – mal wieder  mit einem ordentlichen Grillmenü am Abend!

  • Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

    Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
    bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
    Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

    Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

    Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

    Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

    10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

    12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

    14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

    Mit Sicht über alles: Die Hexe

    Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

    Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

    Fast wie ein Bühnenbild

    Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

    Enkhuizen

    Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!

  • Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 1

    Dienstag, 8. September 2020, Baro 1022, bedeckt, Wind W 4 – 5
    Hoorn 14:50 – Stavoren 18:55, 23 sm

    Larissa, Johannes und Nana

    Gäste an Bord: Larissa, Johannes, Lucie, Jannis, Hündin Nana

    Volker manövriert bravourös an dem Motorboot vorbei, das am Meldesteiger festgemacht hat. Auf beiden Seiten ist nicht mal ein  Meter Platz, aber es passiert nichts. Vor der Hafeneinfahrt wird wie immer schnell das Großsegel hochgezogen, die Genua ausgerollt, und um 15:15 segelt die Hexe bei 14 – 15 Knoten Wind von raumschots mit über sieben Knoten Fahrt durchs flache Ijsselmeer. Ein bisschen Sonne wäre jetzt gut, aber unseren Gästen gefällt es auch so, sie sitzen im Netz und erfreuen sich am Katamaran-Segeln.

    Stavoren, der alte Hafen

    Kurz vor 17 Ihr sind wir an der Krabbergatsluis, wir können auch direkt einfahren, der kleine Boter vorne hat in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht, wird aber aufgefordert, sich weiter nach vorne zu verlegen, denn nach uns kommen noch zwei größere Boote. 17:12 sind wir durch, nun sind es nur noch elf Seemeilen bis Stavoren.

    Hafenmeisterbüro in Stavoren

    Kurz vor sieben machen wir an dem Plattbodenschiff „Vrouenzand“ fest, wie es uns die Hafenmeisterin per Telefon und Funk empfohlen hat, und tatsächlich kommt sie auch noch vorbei, um 30,90 € Liegegeld zu kassieren. Sie hatte sich auch gleich an den Katamaran Hexe erinnert.

    Mittwoch, 9. September 2020, Baro 1018,
    bedeckt, Sprühregen, Wind aus westlichen Richtungen  5 – 6
    Stavoren 11:00 – Vlieland 16:50, 37 sm

    Die Einfahrt zur Lorentzsluis

    Nach reichhaltigem Frühstück und einem Schnack mit der holländischen Hexe, der Yoga-Skipperin von der Vrouenzand, die einen Hexenbesen als Windmesser im Mast hat, starten wir zur Lorentzsluis. Der Wind ist frisch, die Genua reicht aus, um uns mit 6 – 7 Knoten Fahrt zur Schleuse zu bringen. Die kleine steile Ijsselmer-Welle ist zwar unangenehm ohne Großsegel, außerdem ist es kalt und ein bisschen feucht, deswegen verstecken sich alle im Cockpitzelt, außer dem jeweiligen Steuermann und Johannes, dem es in der frischen Luft angenehmer ist als unten im geschlossenen Zelt. Lucie, die gestern dem Skipper einen Schreck eingejagt hat, als ihr beim ersten Blick aus dem Fenster des stehenden Bootes schon “ein bisschen schlecht” wurde, hält sich heute tapfer, trotz der Wellen.

    Der Zweimaster

    An der Schleuse dürfen wir direkt einfahren, hinter einem großen Bagger und mit zwei kleinen Segelbooten geht es einen halben Meter hoch, dann sind wir frei und haben Salzwasser unter den Rümpfen.

    Auch ein russischer Zweimaster ist in dem Programm drin, dass Larissa für ihre Freunde organisiert hat, sowie zwei große Flusskreuzer, die aus Harlingen kommen.

    Käpt’n Nana

    Nach der Schleuse wird das Großsegel gesetzt, im Fahrwasser geht es direkt vor dem Wind, dann mit halbem Wind bis Harlingen. Dort kommen wir pünktlich kurz vor 14 Uhr an, genau zu Hochwasser, denn von da ab kippt die Gezeit, und wir haben den Strom mit uns, zunächst nur ganz leicht, später stärker.

    Ab Harlingen motoren wir, denn in dem engen Fahrwasser ist nicht gut kreuzen, wie man spätestens an der Segelyacht sieht, die uns – kreuzend – die Vorfahrt nimmt. Nicht ohne dass Volker den Mannen an Bord der Atlantik zuruft, dass er gerne Nachhilfestunden in Seemannschaft geben könnte.

    Super Segeln!

    Leider kommen jetzt die Regenwolken immer näher, es ist nass und ungemütlich am Steuer, aber hier ist viel zu viel Verkehr, da muss der Skipper am Rad stehen. Ich mache das Radar an, damit wir nicht aus Versehen Boot oder Boje rammen, wir motorsegeln bis zur nordwestlichsten Tonne, dann können wir wieder segeln, der Regen ist vorbei, und blauer Himmel kommt heraus.

    Nun allerdings geht es richtig flott voran, der Wind hat wieder aufgefrischt auf über 16 Knoten, und es steht eine ordentliche Welle aus dem Gatt. Durch den Strom und den Wind beschleunigt die Hexe auf über neun, manchmal zehn Knoten Fahrt, das macht ordentliches Gerumpel im Boot, wenn sie in die Wellentäler fällt.

    Schnell sind wir bei dem letzten kleinen Stück längs des Strandes von Vlieland angekommen, nun müssen schnell im engen Fahrwasser die Segel geborgen werden. Dann haben wir beide ein bisschen Herzklopfen, denn wir kennen die Hafeneinfahrt nach Vlieland und wissen um den tückischen Vliestrom, der an der Einfahrt vorbei versetzt.

    Aber Volker fährt mit Mut bravourös in die zwölf Meter breite Einfahrt, und schon sehen wir voraus einen schönen Liegeplatz am uns vom Hafenmeister telefonisch avisierten B-Steg. Ein royaler Platz für die Hexe. Und wir sind so froh, endlich wieder auf unserer westfriesischen Lieblingsinsel zu sein!

    Vlieland Beach
    Nana liebt den Strand
    Lucie und Jannes erkunden die Insel
  • Sonntagsausflug

    Hexen an Bord!

    Freundin Ingrid hat ihren Besuch angekündigt, sie kommt heute morgen von Amsterdam, und wir haben versprochen, wenn es nicht  regnet, fahren wir zum Lunch nach Volendam, einmal Kibbeling essen, dann wieder zurück nach Hoorn. Auch Thomas und Frank von der deutschen Segelyacht Tramp schließen sich an, so ein kleiner Tages-Katamarantörn auf dem Ijsselmeer ist doch verlockend.

    Bei wenig Wind legen wir in Hoorn ab, vor dem Hafen werden schnell die Segel gesetzt, los geht es. Der leichte Wind verlockt dazu, den Gennacker auszupacken, damit wir ihn einmal überprüfen können. Schließlich hat den zuletzt die Überführungscrew vor Spanien benutzt. Tatsächlich lässt er sich zunächst auch nicht ganz ausrollen, aber nach dreimaligem Ein- und Ausrollen hat sich das große bunte Segel gelöst und zieht Richtung Volendam.

    Leider müssen wir schon abbiegen, also wird der Gennaker ein-, die Genua wieder ausgerollt, als der Wind weiter auffrischt, auch noch ein bisschen gerefft, bis wir kurz vor dem Hafen die Segel bergen.

    Der Hafenmeister erinnert sich noch an den segelnden Katamaran und wir dürfen für ein paar Stunden am Steg festmachen. Dann gibt es lecker Kibbeling für die Damen, Heringsbrötchen für Thomas und die Fischverschmäher bekommen Frikandel speciaal met Frietjes. Super Frühstück / Lunch! Dank Ingrid haben wir auch noch ein bisschen Kuchen zum Dessert, dann geht noch ein sehr wasserhaltiger Schauer durch und schon sind wir wieder auf dem Rückweg nach Norden, nicht ohne uns vorher beim Hafenmeister ganz herzlich bedankt zu haben.

    Today’s Crew

    Auch der Rückweg gestaltet sich sehr schön, noch vor der Hafeneinfahrt wird die Genua ausgerollt, direkt danach das Großsegel hochgezogen, stolz segelt die Hexe aus Volendam hinaus. Zwischendurch kommen leider noch einmal ein bis zwei kleinere Schauer, aber prinzipiell ist es für alle ein sehr schöner Segeltag, den wir nach der Ankunft mit einem kleinen Drink krönen, leider im Cockpitzelt bei geschlossenen Seitenteilen, – nicht der anonymen Alkoholiker wegen – sondern um dem erneut einsetzenden Regen zu trotzen.

    Leider ohne Ingrid – die zurück nach Amsterdam fahren musste – aber mit den Freunden von der Tramp lassen wir den Tag im Clubrestaurant „De Loods“ bei einem netten holländischen Essen ausklingen, das war ein wirklich sehr schöner Sonntagsausflug!

  • Wieder zuhause in Hoorn

    Das war unsere Ankerstrecke über Nacht

    Nun ist unser kleiner Ausflug in die holländische Waddenzee beendet, gestern Mittag sind wir wieder in Hoorn eingetroffen, wo die Hafenmeister uns unseren Liegeplatz reserviert hatten, sodass wir die große Hexe ganz bequem wieder einparken konnten.

    Es hat uns gut gefallen vor Anker im Watt, nur das Trockenfallen haben wir noch einmal aufgeschoben, wir hatten doch ein bisschen Schiss, ob das alles gut gehen würde. Aber die Robben, die am Boot vorbei geschwommen sind, und vor allem die abendliche Stille mit der großartigen Kulisse haben uns sehr bezaubert.

    Wir haben uns rechtzeitig auf den Rückweg gemacht, um einerseits den Gezeitenstrom auszunutzen und in der Hoffnung, dass noch nicht allzu viel Betrieb in der Schleuse ist. Das hat auch gut geklappt, zuerst müssen immer die großen schweren Plattbodenschiffe einfahren, dann kommt der Katamaran. (Die Holländer betonen das ganz anders, sie sagen „Katamáran“, mit der Betonung auf der vorletzten Silbe.)

    Geräucherte Fischplatte, lecker!

    Zurück im Ijsselmer ankern wir für einen Badestopp zwischen Makkum und Workum, aber als dann der Wind auffrischt, segeln wir doch noch die paar Meilen bis Stavoren. Dort hat die sehr freundliche Hafenmeisterin einen Liegeplatz für uns im Gemeindehafen, im Teil für die Berufsschifffahrt, wir liegen am Steg hinter der Teresa, einem großen Frachtschiff. Der Ort ist – wie eigentlich alle Orte hier oben – total voll, keiner fährt weg, alle machen Urlaub in der Nähe der Heimat. Im Café Max gibt es nichts mehr zu essen für uns, nur noch einen Tisch für ein Bier, auch die Vorräte der Küche sind offensichtlich schon leer gegessen, aber im Posthoorn, da waren wir früher auch oft, bekommen wir noch einen Tisch und leckeres Essen.

    Wie kleine Sterne leuchten die Ankerlichter

    Leider hat auf der anderen Seite des Stegs ein Gastanker festgemacht, als wir zurück zum Boot kommen, und dessen Generator brummt so laut, dass Volker doch lieber wieder auf den Ankerplatz möchte. Geht auch, wir finden noch einen Fleck vor Stavoren, mit uns ankern ca. 40 Boote, und lauter kleine weiße Ankerlichter leuchten in der sternklaren Nacht.

    Am nächsten Morgen geht es wieder früh los nach Süden, auch hier war die Schleuse voll, aber sehr diszipliniert, und im Hafen erwarten uns schon Fred und Uschi, die mit ihrer Villa Achterwerk schon zwei Jahre vor uns auf große Reise gegangen sind. Das wird ein großes Hallo nach sieben Jahren, und ein sehr schöner Abend mit lauter lieben Freunden aus dem Segelclub.

    Wieder daheim in Hoorn!

  • Segeln im Ijsselmer

    Endlich, der Skipper am Rad

    Am Sonntag sind wir auf „alten Pfaden“ über die A3 nach Holland gefahren. Natürlich war die Autobahn voll, es ist ja mitten in der Ferienzeit, und coronabedingt bleiben viel mehr Familien in der näheren Umgebung anstatt mit dem Flugzeug weite Reisen zu unternehmen. Aber am späten Nachmittag treffen wir in Hoorn ein, die Hexe liegt immer noch sehr schön am langen Steiger, das Ijsselmer und auch der Hafen sind gut besucht mit Segel-  aber auch mit vielen mittleren bis größeren Motorbooten.

    Wir räumen ein, und dann machen wir uns mit Besen daran, die übelstenBlätter wegzukehren, die Spinnennetze, die an der Reling und anderen Drähten hängen zu entfernen, und Volker beschwert sich bitterlich, dass die Spinnen so einen furchtbaren Dreck hinterlassen, offensichtlich verfärbt der Spinnenkot das Gelcoat enorm! Hier in Hoorn gibt es in den Sommermonaten unzählige dieser ansonsten nützlichen kleinen Tiere, von überall her krabbeln welche, es hört gar nicht mehr auf.

    Der Turm in Hoorn mit dem leckeren Restaurant

    So ist es schon nach 20 Uhr, als wir uns endlich aufmachen, um ein Abendessen zu finden, das sind mehr spanische Zeiten, die Holländer essen früher. Im Schippershuis ist alles aufgegessen, keine Vorräte mehr übrig am Sonntag Abend, aber im der Bar von den Hooftoren, unserem bewährten Winterrestaurant gibt es noch leckere Spareribs für den Käpt’n und feine Sliptongetjes für die Capitania.

    Tomaten aus heimischer Produktion

    Am Montag wird für die Woche bei Albert Hein eingekauft, leckere Sachen zum Grillen, sowie Brot, Butter, Eier zu Frühstück.  Salat und Tomaten haben wir aus dem heimischen Garten mitgebracht, das muss man ja ausnutzen. Draußen wird weiter geputzt und gewischt, es gibt schon eine Menge zu tun, wenn man sein Boot so lange alleine lässt. Abends kommt Boris auf einen Drink und zum Schnacken, schon wieder ein Tag vorbei!

    Heute morgen sind wir dann gleich losgefahren, zuerst an den Meldesteiger, um frisches Wasser zu tanken, leider haben sie in Hoorn kein Wasser an dem langen Besuchersteg, dann geht es los, raus aus dem Hafen, einmal übers glatte Markermer, es ist wenig Wind.

    Die Hexe vor Anker in Enkhuizen

    Trotzdem stehen um 11 Uhr die Segel, die Hexe gleitet zwischen all den anderen Seglern übers Wasser. Lange hält der Traum nicht an, es ist einfach viel zu wenig Wind, aber um 14:30 Uhr fällt der Anker im Vorhafen von Enkhuizen, nach 14 sm sind wir schon am Tagesziel angekommen, hier geht es weiter, das Gelcoat will poliert werden, der Skipper ist voll im Arbeitsrausch!