Autor: Hexymama

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    Die Vorhersage für Freitag Abend

    Seit vier Tagen füllt sich die Marina immer weiter. Täglich kommen Boote an, kleinere und größere, Einrumpfer und Katamarane, vorgestern kam sogar Gunboat Baunummer 2, 68 Fuß aus Carbon, sehr schön. Ab morgen sind Windstärken von sieben bis acht Beaufort angesagt, deswegen bleiben auch alle brav hier im Hafen und genießen die Schönheiten der Insel. Die Leihwagenfirmen sind wahrscheinlich komplett ausgebucht, denn alle Crews mieten sich ein Auto, um ins Landesinnere zu fahren.

     

    So voll ist es jetzt …
    … und so leer war es

    Unseren Liegeplatz direkt neben der Hafeneinfahrt mussten wir schon vor Wochen räumen, da dort auch Schiffe bis 60 Meter Platz finden. Normalerweise sind wir in diesem Teil der Marina fast allein, jetzt liegen die Boote dicht an dicht. Viele wollen in die Karibik, einige bleiben auch erstmal eine Weile und genießen das gute Klima der Kanarischen Inseln.

    Alle Wettermodelle rechnen elf Tage!

    Am 10. Oktober fährt der erste Teil der ARC, der Atlantic Rallye for Cruisers, hundert Boote, von Las Palmas auf Gran Canaria zu den Kapverden, und von dort aus weiter in die Karibik. Die restlichen zweihundert Segelboote starten am 24. November direkt nach St. Lucia. Ich habe aus Spaß mal geschaut, wie es mit dem Wind aussähe, würden wir von hier aus am 9. November ablegen. Für die ca. 2700 Seemeilen lange Strecke würden wir nur elf Tage benötigen, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von über zehn Knoten, das wäre super schnell.

    Aber noch sind wir hier und freuen uns auf unseren nächsten Besuch, der heute aus München eintrifft.

  • Die Kassiopeia liegt verkehrt herum

    Gestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder unsere Sternen-App bemüht, um mir den wunderbaren Himmel über uns zu erklären. Neben der ebenfalls liegenden Andromeda ist mir dann sogleich aufgefallen, dass die Kassiopeia hier, wie der Mond eben auch, verkehrt herum liegt.

    Also: Der im Moment winzig schmale Mond steht nicht, halb aufgerichtet wie bei uns, am Himmel, sondern er liegt einfach flach auf dem Rücken. Okay, einverstanden, das ist hier so. Dass aber auch die Kassiopeia, das „Himmels-W“ hier kein „W“ ist, sondern ein „M“, ist schon seltsam.

  • Oktoberfest in Lanzarote

    Samstag und Sonntag haben wir ausgesucht, um mit Axel die Inselrundfahrten zu machen, Samstag geht es in den Süden, am Sonntag in den Norden.

    Blick von Femés

    Wir beginnen in Femés mit der wunderbaren Aussicht auf Playa Blanca sowie auf die gegenüberliegende Insel Fuerteventura. Weiter geht es zu den Salinen, wo wir sogar an den Strand gehen, und die Füße ins Wasser stecken. Es ist viel zu viel Wellengang, um gefahrlos baden zu können. Eine besonders freche Welle kommt schnell heran, ich kann gerade noch Samy festhalten, damit er nicht ganz ins Wasser gezogen wird, und natürlich haben wir nasse Kleider bekommen. Macht nichts, die Sonne ist stark und trocknet schnell.

    Die Kakteen blühen noch in El Golfo

    Natürlich darf der Besuch in Los Hervidores nicht fehlen, die wilde Brandung dort ist beeindruckend. Anschließend wollten wir in El Golfo in der kleinen Bucht baden gehen, aber leider war das bei Niedrigwasser und dem herrschenden Seegang nicht möglich, also begnügten wir uns mit der schönen Aussicht, den Blick weit nach Westen gerichtet.

    Hochzeit in Yaiza

    Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz in Yaiza, dort fand eine Hochzeit statt, offenbar mit wichtigen Persönlichkeiten, denn die Straße war auf der einen Seite abgesperrt und hochoffiziell gekleidete junge Männer betraten die kleine Kirche.

    Sonnenuntergang in Playa Honda

    Am Abend treffen wir uns mit Ulrike zu einem wie immer großartigen Essen im Emmax in Playa Honda und genießen sozusagen zum Apero einen beeindruckenden Sonnenuntergang. Das Emmax wird von zwei Deutschen betrieben, liegt am Strand des kleinen Ortes und ist immer gut besucht. Die Speisekarte wechselt jeden Tag, es ist für alle Geschmacksrichtungen etwas dabei, von Filetspitzen über köstliche Pasta mit Muscheln bis hin zu veganen Spezialitäten.

    Niedrigwasser
    Dunkel hängen die Wolken im Norden von Famara

    Am Sonntag geht es in die andere Richtung, leider ist der Himmel sehr bedeckt, und es gibt sogar einige Regentropfen. Unser erster Stopp ist Famara, da wollte ich eigentlich schwimmen, oder sagen wir mal, wellenhüpfen, aber die rote Flagge weht am Strand, wir verzichten aufs Wasser und machen nur den Spaziergang zum kleinen Hafen.

    Kunst auf dem Markt

    Teguise wollen wir Axel auch gerne zeigen, sonntags ist dort Ausnahmetag, dort findet der größte Inselmarkt statt, mit regionalem Kunsthandwerk, aber natürlich auch afrikanisch/chinesischem Ramsch. Zur Stärkung gibt es eine Thüringer Bratwurst, geht so, aber die Stimmung ist großartig.

    Weiter geht es über das Tal der 1000 Palmen mit der Stadt Haría zum Mirador del Río. Dort hat man die wunderbare Aussicht auf La Graciosa, jetzt haben sich die Wolken verzogen und geben den Blick auf die Insel frei.

    Lavabrocken am Meer von Orzola
    Casa Juanita in Arrieta

    In Orzola wandern wir durch Lava zum Wasser, mit einem anderen Blickwinkel nach La Graciosa. Wir stoppen noch in Arrieta bei der Casa Juanita, dem blauen Haus, und landen pünktlich um 16 Uhr in Mala zum Oktoberfesttreffen von Montefuego TV.

    Oktoberfest in Lanzarote

    Die Feier beginnt mit der Siegerehrung für eine Wette, zwei Verrückte waren mit dem Klapprad unterwegs, von Playa blanca bis in den Norden, 74 km, 554 Höhenmeter in etwas mehr als dreieinhalb Stunden, und das auch noch in einem Anzug, nein nicht in einem Fahrradanzug, sondern einem ganz festlichen: (https://www.facebook.com/Montefuego.tv/videos/387730545441750/).
    Chris und Sabine von Montefuego TV haben das wieder großartig inszeniert, in der Cantina von Mala, von einem Berliner betrieben, gibt es bayrische Spezialitäten, und wir verbringen eine großartige Zeit mit vielen Attraktionen, Musikdarbietungen, Bierkrugstemmen und Nageln. Zum Schluss trat noch der geniale Miguel mit seiner grandiosen Ein-Mann-Travestie-Show auf, wir hatten viel Spaß mit unseren lanzarotensischen alten und neuen Freunden, hier ein paar bildliche Eindrücke:

    Die Radler werden geehrt
    Jung und Alt sind auf der Tanzfläche
    Gegensätze
    Tanzfreude
    Heidi!
    Der großartige Miguel
    senza Parole
    das falsche Shirt
    gute Stimmung an allen Ecken
    “Open Mike”, für Gesangsdarbietungen aller Art
    Oktoberfeststimmung
    Wer trifft den Nagel?
  • Die geheimnisvolle Kiste

    Samy im Netz

    Wie schon am Samstag sind wir auch am Sonntag aktiv geworden und haben die Hexe ein bisschen ausgeführt. Am Samstag waren wir beide alleine, denn wir wollten ausprobieren, ob unser Samy nach dem Desaster vom letzten Wochenende seine Seekrankheit überwunden hat. Glücklicherweise war das der Fall, gleich nach dem Ablegen ging er in sein geliebtes Trampolin und blieb gemütlich dort vorne liegen. Überhaupt geht es ihm jeden Tag ein bisschen besser, er frisst mit großem Appetit und ist viel lebendiger. Auch wenn er noch sehr dünn ist, und lange Spaziergänge eher in weiter Ferne liegen.

    Den Skipper freut’s

    Gestern hatten wir Ulrike dabei, deren Hündin Nelly geht nicht so gerne nach vorne ins Netz, aber bei Frauchen auf dem Arm hat auch sie den leichten Wind genossen.Die Hexe hat uns viel Freude bereitet, bei nur neun bis zehn Knoten Wind sprang sie trotzdem direkt an und beschleunigte auf gute 8,5 Knoten Fahrt.

    Die Hexe begegnet ihrer englischen Schwester unter Schweizer Flagge

    Überhaupt war es Kaffeesegeln pur, Wind bis maximal 14 Knoten und der Atlantik flach wie der Gardasee bei Flaute. Maximum Speed war 10,4 Knoten!

    Von Süden kommt die Segelyacht “Witch” auf uns zu, der Skipper Frank ist ein guter Freund von Ralf und Inge von der “Malwieder”,  wir fahren ihr ein bisschen entgegen, damit sich die Witch und die Hexe mal auf dem Meer treffen können…

    Auch die Schnellfähre von Arrecife nach Las Palmas de Gran Canaria fährt in einigen Metern Entfernung an uns vorbei, ein beeindruckendes Bild! In nur drei Stunden ist man in der Hauptstadt der übernächsten Insel, 140 Seemeilen entfernt von Arrecife.

    Ich sitze an meinem Kartentisch, um mich mal wieder mit unseren Funkgeräten und den dazugehörigen Verbindungen vertraut zu machen, als ich den plötzliche Ruf höre: „Cornelia, komm raus, wir wenden!“ Ulrike hatte auf dem Wasser in unbekanntes schwimmendes Objekt entdeckt, das wir uns näher ansehen möchten. Wir segeln also dorthin, es ist eine schwimmende Kiste, möglicherweise aus Aluminium, ca. zwei Meter lang, einen Meter breit und fast genauso tief. Natürlich kommen die wildesten Mutmaßungen auf: „Da liegt eine Leiche drin, da hat jemand seine Frau entsorgt!“, sagt Ulrike.

    Zwei Freunde müsst Ihr sein…

    Das wollen wir uns nicht direkt anschauen, ich rufe in der Marina an und berichte von dem Fund, aber Alex bedeutet mir, die „112“ anzurufen, dort werde man mir weitere Fragen stellen. Das mache ich auch, versuche in meinem besten Spanisch zu erklären, was wir gefunden haben, da sagt die freundliche Stimme am Telefon, ich könne auch gerne deutsch mit ihm reden. Gut, ich berichte also von unserem Fund, er nimmt die Koordinaten auf, und sagt mir zum Schluss, dass sie das weitergeben werden. Okay, mehr können wir nicht tun.

    Wer genießt hier mehr?

    Eine halbe Stunde später hören wir tatsächlich eine Securité-Meldung für Fuerteventura, Yaiza und Arrecife, dass auf der Position 28°52’79N/13°38’37W ein „Floating Object“ gesichtet wurde, und die Bootsführer in der Nähe dieser Position gut aufpassen sollen, dass sie es nicht rammen. Ich hätte ja gedacht, dass die Coast Guard die Kiste zu bergen sucht, aber wahrscheinlich ist sie ja irgendwo angeschwemmt worden. Vielleicht hätten wir doch versuchen sollen, sie an Bord zu hieven, möglicherweise waren da Gold und Geschmeide drin…

  • Ein kleiner Segelausflug

    Prinzipiell scheint es mit Samy langsam bergauf zu gehen, einmal am Tag frisst er das ansonsten stündlich angebotene Essen, Samstag Abend war er ganz glücklich über ein paar Bissen von indischem Hühnchen. Am Sonntag Morgen sind wir mit ihm zum Spazierengehen nach Tías gefahren, dort gehen viele Hunde Gassi, und so gibt es viele neue Gerüche zum Hundezeitung lesen. Zufällig trafen wir Christiane mit Hund Macs, was Samy ein längeres Schwanzwedeln entlockte, wir halten es für ein gutes Zeichen.

    Samstag Nachmittag mussten wir unseren Luxus-Liegeplatz verlassen, weil das große Boot „Suver“ wieder nach Puerto Calero kommt. Das letzte Mal hatten sie hier die ganze Zeit den Generator laufen, sodass wir uns unter Protest auf die andere Hafenseite verlegt hatten. Auch jetzt sind wir nicht sicher, ob das nicht wieder der Fall sein wird, also gehen wir nicht in Box 12, drei Boxen weiter, sondern verlegen uns mal wieder an den Turm auf der anderen Seite. Aber das große Boot ist sowieso nicht gekommen, das ankert noch vor Papagayo.

    Am Sonntag Morgen ist nicht nur Samy noch satt, auch wir sind von dem indischen Essen so wohl gesättigt, dass wir ohne richtiges Frühstück nach einer Tasse Kaffee die Leinen lösen und zum Spaßsegeln mit Nicole und Harry aufbrechen. Die beiden besuchen uns für eine Woche, neben den terrestrischen Attraktionen Lanzarotes wollen wir Harry die Schönheit des Segelns nahe bringen.

    Kaum abgelegt, liegt Samy im Netz

    Das klappt auch hervorragend, mit halbem Wind segeln wir raus aufs große Meer. Auch Samy geht sofort nach dem Ablegen nach vorne ins Trampolin, um sich dort schön durchpusten zu lassen, bis ihn eine freche Welle von unten erwischt und er sich doch ins sichere Cockpit zurückzieht. Nicole und Harry dagegen bleiben vorne liegen und genießen die Fahrt.

    Kaum hab ich das geschrieben, steht Samy plötzlich auf und will brechen, und anschließend zittert er fürchterlich, der ganze Hund bebt! Ich decke ihn mit einem Handtuch zu und streichele ihn, das beruhigt ein bisschen, dann legen wir ihn in sein Körbchen, und drehen um, zurück nach Puerto Calero. Der Hund war offensichtlich seekrank geworden, das kann schon mal vorkommen bei dem schlechten Allgemeinzustand, in dem er sich befindet.

    Heute Morgen war er aber wieder ganz wach und ist schön mit mir spazieren gegangen, nur das Essen behagt ihm leider nur sehr selten, mal für ein paar kleine Happen.

  • Ein blöder und ein guter Tag

    Gestern war ein blöder Tag.

    Samy ging es nicht besser, er hat auch immer wieder gespuckt, und wollte nichts essen oder trinken, sodass wir morgens wieder zu Jane aufgebrochen sind. Jane hat ihm Anabolika gespritzt, für den Wettbewerbssport ist er damit gesperrt. Außerdem hat sie ihm Blut abgenommen, und ins Labor nach Tías gebracht.

    Als wir drei uns am Abend für die tägliche Antibiotikaspritze wieder bei ihr eingefunden haben, waren auch die Ergebnisse eingetroffen, leider mit schlechten Nachrichten, die Nieren- und Leberwerte hatten sich arg verschlechtert. Daher resultiert sicher auch die völlige Appetitlosigkeit von Samy, und das häufige Erbrechen.

    Außerdem hatten wir eine undichte Stelle an einem Heizungsschlauch, und Ralf und Volker mussten improvisieren und reparieren, aber das beschreibt der Skipper demnächst sicher einmal selber.

    Gestern war ein guter Tag.

    Samy, diesmal entspannt auf dem Teppich

    Am Abend scheinen die Anabolika endlich ihre Wirkung zu zeigen. Der Hund wird lebendiger, trinkt wieder – freiwillig und unaufgefordert – ein bisschen Wasser. Kurz vor Mitternacht bieten wir ihm nochmal ein Stückchen gekochtes Hähnchenfleisch an, und, siehe da, er nimmt es! Und isst noch ein paar Stückchen mehr, die auch in dem kleinen Hundemagen bleiben. Noch ein bisschen Flüssigkeit subkutan, und Samy ist bereit für eine ruhige Nacht. Um 4 Uhr gibt es noch ein paar Hähnchenstücke, kleine Schritte, kleine Schritte.

    Heute Morgen geht es Samy unverändert, wir machen einen etwas längeren Spaziergang, nachher kaufen wir ein bisschen Rindfleisch, damit er auch mal etwas anderes vorgesetzt bekommt…

    Das Boot ist gewaschen, ebenso Samys Körbchen, die vielen Tücher, die wir in den letzten Tagen ausgebreitet hatten, dass er sich darauf legen konnte, flattern fröhlich im Wind. ?! Das würde ich gerne schreiben, aber hier ist leider kein Wind, und weiterhin sehr heiß, gestern waren es 35° am späten Nachmittag! Also, die Tücher trocknen in der Sonne.

    Also wir hoffen, dass es mit kleinen Schritten jetzt immer weiter aufwärts geht.

  • Der Hund – des Dramas zweiter Teil

    Eine Weile ging es Samy gestern mittag besser, dann wurde es wieder schlechter. Nach erneutem Nachfragen bei Jane the Vet wurde beschlossen, ihm am Abend noch Buscopan zu spritzen, gegen die Krämpfe. Das half auch ganz gut durch die Nacht hinweg.

    Der Ultraschallbefund

    Wir haben uns, wie auf See, für Nachtwachen eingeteilt, alle zwei Stunden abgewechselt, und auf Samy aufgepasst, ihm ab und an einen Löffel Glucose mit NaCl ins Mäulchen geschüttet (manches wohl auch vorbei), und ab und zu durfte er ein bisschen Wasser trinken. Am Morgen bekam ich schon vor acht Uhr eine SMS von Jane, die wissen wollte, wie es Samy gehe (!), und nach einigem Hin und Her wurde beschlossen, dass Samy zur Tierklinik muss, um durch Labor und Ultraschall Gewissheit zu bekommen, ob es sich wirklich um eine Pankreatitis handelt.

    Kurz bevor wir losfahren konnten, hat Samy mal locker die gesamte Flüssigkeit, die er in der Nacht aufgenommen hatte, vor uns auf den Teppich gespuckt, jetzt war ganz klar, hier muss etwas getan werden!

    Samy mit rasiertem Bäuchlein

    Gesagt getan: Wir fahren um halb zehn zu Tías Veterinaria, dort wird der Hund untersucht, das Blut analysiert, ein Ultraschall gemacht, Samy bekommt eine Infusion gegen den Flüssigkeitsverlust. Um 13 Uhr dürfen wir ihn wieder abholen, bekommen Antibiotika und Schmerzmittel sowie eine besondere Diät für ihn mit. Jetzt liegt er völlig fertig auf dem Boot im Cockpit und wir hoffen sehr, dass er sich bald erholt.

    Danke an Euch für die guten Wünsche zum Beitrag von gestern, danke an Margarita von Tías Veterinarias, dass wir ohne Termin kommen konnten, muchas gracias, und ein besonderer Dank an Jane the Vet, mit der wir in konstantem Kontakt stehen (thank you Jane, you really care for your patients!).

    Daumen gedrückt lassen!

  • Ab in den Süden

    Samy findet den Schatten

    Nach dem Frühstück verlassen wir den Hafen bei strahlendem Sonnenschein. Sobald die Motoren laufen, geht Samy aufs Trampolin, sucht einen Streifen Schatten und legt sich dorthin. Dann hat er ein bisschen kühlen Fahrtwind am Bauch und genießt das Segeln.

    Wir genießen es auch. Ulrike ist mit an Bord, gemütlich segeln wir bei raumem Wind zum Kap Hoorn, oder auch Punta Papagayo, denn wir wollen heute in die Marina Rubicon.


    Die Fischerboote warten auf den Startschuss

    In Puerto Calero findet ein Tiefsee-Angel-Turnier statt, das als Qualifikation für die Weltmeisterschaft dient. Gestern und heute früh sind ca. 50 Motorboote aus dem Hafen gefahren, müssen draußen warten, bis drei laute Töne erschallen, erst dann dürfen die Boote mit Vollgas, Hebel on the table, aufs tiefe Wasser hinaus.Nun geht es den Schwertfischen, Barracudas und Tunas an den Kragen, der Fang wird fotografiert, gewogen und gemessen, und darf anschließend wieder schwimmen gehen.

    Palmen und Blumen werden in die angekarrte Erde gepflanzt

    Und heute Abend steigt ein großes Fest. Dazu hat man in tagelanger Arbeit direkt hinter unserem Liegeplatz auf der Fläche des dortigen Segelclubs und eines Teils des Parkplatzes, tonnenweise Sand angekarrt, den ganzen Boden zum Strand gemacht. Letztes Wochenende war die Location an einen privaten Club vermietet, man hat uns berichtet, dass superlaute Technoklänge bis nachts um vier die Ohren der Menschen und Tiere gequält haben.

    Seit Mittwoch wurde weiter dekoriert, es kam noch Picon, der schwarze Kies aus Vulkangestein dazu. Künstliche Blumeninseln wurden errichtet, schicke Zelt ausgebaut, mit Tischen und weißen Stühlen bestückt, sogar ein roter Teppich wurde direkt bis zum Tor und unseren Liegeplatz gelegt, Samy hat ihn heute morgen würdig beschritten, bis ich ihn vorsichtshalber an die Leine genommen und davon weggezogen habe, dass er ihn nicht auch noch hundemäßig markiert. Heute Nachmittag und Abend werden Reden gehalten werden, Preise verteilt, und abends spielt eine Band, das müssen wir uns alles nicht antun.

    Links Malwieder, rechts die Hexe

    Wir segeln lieber ein bisschen, um Ralf und Inge-Lore von der Malwieder zu empfangen, die gestern morgen in Santa Cruz de Teneriffe abgelegt haben. In der Straße zwischen Fuerteventura und Lanzarote ist ausnahmsweise überhaupt kein Wind mehr, im AIS können wir die Position der Malwieder sehen und direkt auf sie zu fahren. Während die beiden ihr Boot entsalzen von den zwei Meter hohen Wellen des Atlantik, legen wir noch eine Badepause vor der Marina ein. Dort ankern wir auch für die Nacht, zwei Tage wollen wir in Rubicon bleiben, dann geht es wieder zurück nach Puerto Calero, dann ist dort das Fest vorbei, und der ganze Sand und der andere Krempel müssen wieder weggeschafft werden.

  • Wir ham den Vater Rhein…

    …in seinem Bett geseh’n, und das war wunderschön!

    Die Stars des Tages

    Am letzten Wochenende haben wir einen Ausflug an den Rhein unternommen, zusammen mit Freundin Petra, die dafür, vom Rhein an den Rhein, aus Düsseldorf angereist ist. Wir wollten der spätsommerlichen Hitze in der Stadt entfliehen, und ein Stück vom Rheinsteig gehen.oder auf der linksrheinischen Seite eine schöne Rundwanderung machen. Nach einigem Suchen hat Volker in Boppard ein nettes Hotel mit Schwimmbad (!) gefunden, das auch noch Platz für uns hatte, sogar ein Zimmer mit Rheinblick haben wir ergattern können. Doch vor dem Preis stand der Fleiß!

    Ach wie ist es am Rhein so schön…

    Ohne Frühstück, nur mit einem Brötchen auf die Hand, sind wir früh in Darmstadt gestartet, Samy haben wir für ein „Hundeferienwochenende“ zu Tochter Larissa gebracht, für ihn wäre unser Sportprogramm zu heftig gewesen. An Mainz vorbei ging es Richtung Hunsrück, irgendwann wurden die Wälder immer dichter und die Städte kleiner und weniger häufig, dann plötzlich der großartige Ausblick über das Rheintal.

    Der Weinlehrpfad

    Eigentlich hatte ich eine Wanderroute ab Bad Salzig durch den Wald mit „Fünfseenblick“ ausgewählt, aber nachdem Volker den Wagen in Boppard abgestellt hatte, verspürte er keine Lust mehr, diesen noch einmal zu bewegen, und machte sich statt dessen auf dem Touristenbüro schlau, welche Wanderrouten man direkt ab Boppard unternehmen kann. Ein Weinlehrpfad schien ihm passend, sind Petra und ich doch passionierte Weintrinker, da können wir beim Laufen noch etwas lernen. „So machen wir das, wir ziehen die Wanderschuhe an, und los geht’s.“

    Kampf mit der Steigung

    Etwa zwanzig Minuten mussten wir laufen, sehr schön am Rhein entlang bis zum Beginn des Rundwegs. Dann kam die erste Herausforderung, denn zunächst mussten 200 Höhenmeter überwunden werden, auf kleinen Stufen hinter dem Klärwerk des Ortes, das verständlicherweise nicht für ganz leckere Atemluft sorgt. Oben angekommen war ich bei fast dreißig Grad im Schatten einigermaßen demotiviert, tröstete mich aber damit, dass wir so (hoffentlich) das längste steile Stück hinter uns hätten.

    Wunderbare Aussichten

    Belohnt wurden wir mit einem großartigen Blick über die Rheinschleife, wie überhaupt die gesamte Wanderung mit einer großartigen Aussicht überzeugte. Natürlich ging es immer mal rauf und runter, wie das in Weinbergen so ist, und natürlich gab es dort leider keinen Schatten auf lauschigen Waldwegen. Wir sind aber trotzdem die deutlich längere Weinlagenwanderung gegangen, gut zwölf Kilometer in zweieinhalb Stunden bei 30 Grad war für uns alle eine mehr oder weniger sportliche Herausforderung, aber es hat sich gelohnt. Wir haben auch hier und da von den sehr süßen Brombeeren gekostet, und auch die eine oder andere Traube, wobei wir dabei die höheren Steillagen bevorzugt haben, die waren nämlich deutlich süßer. Gelernt haben wir auch etwas, über Trauben und Lagen usw., es war also auch für das Gehirn gesorgt.

    So viele Schritte…

    Beeindruckt haben uns die Gefälle (oder Steillagen) der Hänge, bis zu 80% Steigung soll es haben, wir sinnierten darüber, wie man da wohl mit den schweren Körben (Hotten) auf dem Rücken einen sicheren Stand haben kann, Hut ab vor allen, die das jetzt bald anfangen. Ich würde vor Schreck direkt bis hinunter zum nächsten Weg oder direkt bis zur Schnellstraße rutschen!

    Die Fähre hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel

    Alles in allem war es eine wunderschöne Wanderung, auch der späte Nachmittag mit Blick vom Balkon wie das Abendessen direkt am Rhein haben uns allen Dreien einen großartigen Tag beschert, den wir sicher in hervorragender Erinnerung behalten werden.

  • Ausflug in die Großstadt

    Am Freitag Morgen bin ich mit Freundin Steffi losgezogen, um einen Tag Großstadtluft zu schnuppern. Mit der S-Bahn sind wir nach Frankfurt bis zur Hauptwache gefahren, gemütlich, einfach, ohne Parkplatzsorgen.

    Der Eschenheimer Turm

    Steffi war ganz begeistert, denn auf der Schillerstraße waren die Stände zum Wochenmarkt aufgebaut, die Auslagen voll mit den leckersten Früchten und Gemüsen, aber auch Käse, Wurst, Oliven und andere Delikatessen werden dort feil geboten. Zum Frühstück haben wir uns einen Mohnstriezel ausgesucht, dazu einen leckeren Kaffee, wir saßen mit Sicht auf den Eschenheimer Turm, und das bei schönstem Sonnenschein.

     

    Das Maggi Kochstudio

    So gestärkt sind wir zur Zeil gelaufen, haben in dem großen Karstadt-Kaufhaus für Ulrike aus Lanzarote den Body gekauft, dank Whatsapp mit Rückfragen zu Modell und Größe. Im Erdgeschoss gibt es eine Ecke mit Kusmi-Tee, alle Sorten zum Riechen, und einen Früchte-Eistee durften wir probieren. Steffi hat sich für eine Packung weißen Tees (das sind nur die obersten Spitzen der Teepflanze, die von Hand geerntet werden) mit Mangoaroma entschieden, das wird ihr die nächsten Morgen versüßen.

    Brockhaus Brunnen auf der Zeil

    Wir schlendern noch ein bisschen über die Zeil, vorbei an dem weißen Marmorbrunnen, den Lutz Brockhaus gestaltet hat, sind uns aber einig, dass es uns mit dem Wochenmarkt in der Schillerstraße besser gefallen hat, gehen weiter Richtung Römer und Paulskirche, nicht ohne einen Einkaufsstopp in meinem Lieblingsladen, bei “Blutsgeschwister”, einzulegen.

    Steffi in der Nationalversammlung

    Danach stand Kultur auf dem Programm, das Innere der Paulskirche schauten wir uns an, dort wo die Nationalversammlung tagte, und alljährlich der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen wird. Die kürzlich renovierte Leonardskirche ist leider noch nicht für das Publikum geöfnet, wir laufen weiter zum Main, dort stehen aber so viele Buden vom Museumsuferfest, das brauchen wir jetzt nicht.

    Der Eiserne Steg

    Noch ein Blick auf den Eisernen Steg, die bekannte Brücke, die Sachsenhausen mit der Altstadt von Frankfurt verbindet, dann laufen wir zurück zur Hauptwache, stärken uns nach diesen Anstrengungen ganz klassisch im Café Hauptwache mit Frankfurter grüner Soße und Handkäse, dann bringt uns die S-Bahn wieder zurück ins beschauliche Darmstadt.