Autor: Skipper Volker

  • Calvi und danach

    Der Leuchtturm  an der Revellata vorCalvi
    Der Leuchtturm an der Revellata vor Calvi

    Drei Tage oder zwei Nächte haben wir uns Zeit genommen, um Calvi zu erkunden und kennen zu lernen. So viel vorab, ein Besuch dieser alten, ursprünglich genuesischen Stadt lohnt. Calvi liegt am nördlichen Ende einer sehr weitläufige Bucht mit über 500 Meter hohen, steilen und schroffen Bergen im Hintergrund. Die Bucht ist nach Nordosten offen, bietet aber sonst bei allen Windrichtungen Schutz vor Stürmen und heranrollenden Wellen. Besonders sicher liegen hier Schiff und Mannschaft bei Mistral-Lagen. jetzt aber zurück zu Calvi selbst. Die auf einem Fels errichte und dominierende Zitadelle stammt aus dem 15. Jahrhundert, zu der Zeit gehörte Calvi zu Pisa. Die Schutzwälle der Festung sind zum Meer hin ausgerichtet. In der Festung selbst gibt es gut erhaltene und bewohnte Häuser, Restaurants und die bekannte kleine Kathedrale St.-Jean-Baptiste (oder auch “Johannes der Täufer”). Die Fremdenlegion hat ebenfalls einen Standort in der Festung und versucht, das militärische Leben mit einer permanenten Ausstellung stark zu beschönigen. Gut gestählte uniformierte Krieger, unterwegs auf heldenhaften Missionen, für Frankreich. Also mal davon ab, ist diese Festung sehenswert, die verwinkelten Gassen der dreiseitige grandiose Ausblick aufs Meer, die erwähnte Kathedrale und eine schöne Auswahl an korsischen Spezialitätenrestaurants, wenn das nichts ist. Es gibt noch eine Altstadt außerhalb der Festung mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, altem Kunsthandwerk, alles quirlig und bunt. Abends gibt es immer irgendwo Livemusik. Nebenbei sei noch für die Freunde des kühlen Gerstensaftes erwähnt, dass es auch Brauereien auf Korsika gibt. Das Inselgetränk schlechthin ist das würzige Pietra Bier, sehr lecker…

    Bei so einer hübschen Stadt kommt keine Langeweile auf, tagsüber bummeln wir durch die Gassen und abends geht es auf die Piste.
    Heute ging es dann weiter, der Wetterbericht hat nördliche Winde versprochen, die auch eintrafen. Für die touristischen Highlights von Korsika sind wir diesmal bestens gerüstet. Wir haben einen Insel-Reiseführer von Steffi und Thomas geschenkt bekommen und können uns vorab über die geplanten Stopps informieren, danke nochmal an Euch beide! Erster Stop nach Calvi ist in der ca. 3 Seemeilen großen Bucht von Crovani. Nur wenige Menschen zieht es dorthin, weil die Bucht, sowohl von Land als auch vom Wasser aus, relativ weit abgeschieden ist. Dabei bietet gerade diese Bucht, sozusagen für jeden etwas. Steile Felsen und Abbrüche im Norden, einen gaaaaannnnzzzz langen Steinstrand, bebaumte Berge im Nordosten mit einem lieblich-grünen Tal davor. (Danke für den Tipp, ein paar Handschmeichlersteine folgen). Trotz absoluter Hochsaison und Rummel in allen Metropolen liegen in dem Naturkleinod gerade mal 8 Boote, grandios. Der Unterschied, insgesamt, zur Côte d’Azur könte größer nicht sein, es gibt hier an der korsichen Westküste nur sehr wenig Bebauung, zu wild, karg und steil ist die Landschaft.
    (Und noch ein Dankeschön an Doro und Matthias für die After-Sun-Creme, ich habe mir heute so richtig den Pelz verbrannt.)
    Morgen geht es in den Golf von Girolata, der ist Unesco-Weltnaturerbe und wir sind schon sehr gespannt darauf, diese Naturschönheit zu entdecken.
    Für die Nacht haben wir noch einmal die Aussicht oder besser gesagt die Ankerbuucht gewechselt und sind nach Galéria gesegelt. Der kleine Ort ist laut Reiseführer die einzig nennenswerte Ansiedlung an der Westküste zwischen Calvi und Ajaccio. Auch hier liegen nur 5 Segelboote inkl. unserem vor Anker. Eins wollen wir an diesem Tag nicht unerwähnt lassen. Heute ist Jahrestag, vor genau einem Jahr sind wir sozusagen aufs Boot gezogen. Da wollen wir doch mal schauen, ob es in der kleinen “Ansiedlung” ein kleines nettes Restaurant gibt, wo wir dieses Datum mit einem Abendessen gebührend feiern können.

  • Kurs Süd

    Bewölkter Himmel, 25 Grad, der Wind pfeift durchs Rhonetal, die A 7 ist voll. Ferienmitte, die einen wollen nach Norden, Urlaubsende, die anderen wollen mach Süden. Wir gehören zu den Letzteren. Der Heimaturlaub ist zu Ende. Eine Woche waren wir in Darmstadt. Haben die kühlen Nächte genossen, die Sonne vermisst, dafür meinen Geburtstag im Kreise der Familie und mit vielen lieben Freunden gefeiert. Die letzten Jahre waren wir zu dem Ereignis immer segelnd unterwegs, meine erste Geburtstagsfeier seit 15 Jahren, genial. Larissa hat mit Johannes Cocktails geshaked, Spareribs haben auf dem Grill gebruzzelt. Mein Dank an die Gäste und Gratulanten, Ihr habt mir das Älterwerden versüßt 😉

    Cornelia hat den ein oder anderen Job in der Firma gemacht, die Steuer wollte auch noch erledigt werden. Eine Woche geht schnell vorbei, die Zeit ist mal wieder nur so dahingeflogen.
    Schneller Abschied, 1100 Kilometer lagen vor uns, Landschaft huscht flott vorbei, abgespult in 10 Stunden Fahrzeit, nahezu staufrei, Gott sei Dank.

    Anspannung kurz vorm Ankommen, auf den letzten Kilometern: Der Moment, wenn man nach so einer langen Fahrt den (heimischen) Hafen und dann das Boot sieht, ist einfach magisch. Geht nicht nur uns so, da erzählen auch Segelfreunde von. Ist ja eigentlich klar, dass das Boot an seinem Platz liegt. Wo soll es sonst auch sein, aber dieser Moment, diese Anspannung, dieses Gefühl ist einfach da, immer und immer wieder. Seglers Freude – der Blick aufs schwimmende Zuhause.
    Die Vorfreude war so groß, dass die Capitania beim schnellen Hundespaziergang über eine Fahrbahnschwelle gestolpert ist und lang hingeschlagen. Kniee, Schulter, Lippe und Handgelenk sind angeschlagen, so was blödes!

    Jetzt mal seit langem wieder ein Wort zum Wetter. Es geht scheinbar doch noch anders als blau und heiß. Da gibt es zwei verschiedene Vorhersagen, die einen sprechen von Gewitter und Wetterturbulenzen von Freitag bis Samstag mit Starkwind. Die anderen sagen niedrigere Temperaturen vorraus, bei ansonsten stabilem Sommerwetter. Mal schauen, allein dass die Hitze weg ist, ist schon mal nicht schlecht. Fühlt sich fast an wie in Darmstadt, ein bisschen wärmer ist es schon und ganz viel Meer, rundrum.

    Leider verpassen wir jetzt den baldigen Bundesligsaisonstart der Darmstädter Lilien. Es gab auch keine Dauerkarten mehr, nix mehr für das leider viel zu kleine Stadion, alles ausverkauft, und man kann halt leider nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Die Daumen werden am ersten Spieltag trotzdem kräftig gedrückt, hoffentlich von ganz vielen anderen auch.

  • Backwahn

    Drei Tage liegen wir vor Anker, natürlich nicht vor Madagaskar, sondern vor Ste. Marguerite und haben glücklicherweise nicht die Pest, aber auch kein Brot mehr an Bord. Unser fertiges Backbrot haben wir vor ein paar Tagen im Ofen aufgebacken und aufgebraucht. Das alte Restbaguette von vorgestern ist baguettetypisch steinhart und kann allenfalls noch als Schlagstock verwendet werden (oder als Fischfutter). Der Schlagstock ist aber im Moment nicht gefragt.

    Die Capitania, oder nennen wir sie in dem Falle besser die Bäckermeisterin Cornelia hat dann jedoch imageden rettenden Einfall und die glücklichen Hände. Nachdem der Vorratskeller durchforstet ist, kommen genügend Backzutaten an die Oberfläche, um daraus leckere Brötchen zu zaubern. Die Kombüse wird kurzerhand in eine Backstube umgewandelt. Schnell ist der Teig geknetet, der Ofen vorgeheizt und die Brötchen in Form gebracht. 20 Minuten später kann sich das Resultat mehr als sehen lassen. Einem feudalen Frühstück mit Spiegeleiern und frischen leckeren Brötchen steht nichts mehr im Weg. Skipper froh, Bäckermeisterin stolz, wir um eine lehrreiche Back-Erfahrung reicher. Da haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und werden in Zukunft öfter mal selbst backen und von den Ergebnissen berichten. Aber jetzt muss erstmal die Backstube vom Mehl befreit werden.

  • Von außen betrachtet

    Das letzte Video, das wir von uns, der Umgebung oder unserem Schiff ins Netz gestellt haben, liegt schon ein paar Tage zurück. Mal war der Wind zu flau, mal der Seegang zu hoch, oder schlichtweg kein Internetz zum Einstellen da. Dabei hatten wir schon lange darüber nachgedacht, ein kleines Segelvideo, sozusagen von „Außen”, zu machen. Die Hexe in Fahrt unter vollen stolz geblähten Segeln, mit rauschender Bugwelle, dazu strahlender Sonnenschein und das Meer so blau, so blau. So schön, wie nur segeln sein kann!

    Das Beiboot als Filmplattform, schnelle Szenenwechsel, den Motor kurz aufgedreht und schon wird aus einer anderen Perspektive gefilmt. Ganz so einfach war es dann doch nicht mit der Filmerei. Der Motor will bedient werden, der Wind soll stabil sein, das Beibbot schaukelt, die Kamera rutscht aus der Hand und wird von der Sicherungsleine gebremst. Mit anderen Worten, wir üben noch. Wenigstens strahlt die Sonne und das Meer ist blau, der Wind lässt leider schneller nach als gedacht. Spaß beim Filmen hatten wir reichlich und wünschen denselben auch beim Anschauen.

    Schönwettersegeln mit der Hexe an der Côte d’Azur

  • Zurück zu den Wurzeln

    Gestern war, rein seglerisch betrachtet, mal wieder nichts los. Ein leichter thermischer Wind früh am Morgen, ab 12 Uhr absolute Flaute. Dazu ballerte die Sonne gnadenlos von Himmel. Um 10 Uhr sind wir noch optimistisch und mit Spinnaker in die Richtung von St. Tropez gesegelt. Alles lief gut, wir haben uns am Wind erfreut und gefreut, doch dann, schwuppdiwupp, so als ob jemand den Gebläseschalter ausschaltet, war es vorbei mit dem Wind. Der Spinnaker hängt schlapp vorm Mast und das Großsegel schlägt hilflos hin und her. Zeit, die Segel zu bergen. Motor an. Die nächste Ankerbucht liegt keine 10 Minuten querab von Kurs, ihr wohlkilngender Name, “Pointe des deux frères”. Der Ankerplatz ist noch schöner, als der Name klingt. Die Unterwasserwelt ist sehr aufregend, es gibt viele Fische an der steil abfallenden Küste zu sehen, Seeigel zum Greifen nah und formschöne Vulkanfelsen.

    Doch ein Platz für die Nacht ist dieser Ankerplatz nicht, der Abstand zu den Felsen beträgt gerade mal 20 Meter. Wenn da der Anker nicht hält, gibt es wenig Zeit zum Reagieren. Deshalb verholen wir uns, leider unter Motor, weil der Wind weiterhin streikt, in die weitläufige Bucht von Agay. Ein kurzer Landgang in den Ort und zum Supermarkt genügen, am Abend grillt der Lotusgrill, leckere Fleisch-/Wurstspieße gibt es für mich und Lammkoteletts für die Capitania. Abends setzt dann zur angenehmen Durchlüftung ein kühler Wind aus den Bergen ein, der die Hitze des Tages wohltuend vertreibt. Das ist so ein Ding, es wird jeden Tag ein bisschen heißer, wir sind jetzt bei 35 Grad im Schatten angelangt. Morgen soll sogar das Thermometer auf 38 Grad klettern. Keine Wolke bietet der glühenden Sonne Einhalt. Sommer im und am Mittelmeer.

    Heute Morgen hat sich dann der Wind zurückgemeldet und das nicht nur für ein paar Stunden, den ganzen Tag durch weht ein konstanter schöner Segelwind. Segeln vom Feinsten. Nach einem Anker- und Badestopp in der Bucht von Cavalaire machen wir abends an einer Mooringboje nahe bei der Stadt fest. Der rostige Schäkel der Bojenfestmacherleine hinterlässt leider eine unschöne Schramme in unserem Gelcoat. Ärgerlich!

    Nach einem Bummel durch die quirlige kleine Stadt gibt es eine Erfrischung in einer Bar. Cavalaire ist sozusagen meine “fahrtenseglerische Heimat”. Als ich vor ca. 30 Jahren mit Stefan noch aktiv Regatten im 505 (eine sportliche Segeljolle) gesegelt bin, hatten seine Eltern ein schönes Fahrtensegelschiff, eine Etap 28, in Cavalaire liegen. Mit der auch wir jungen “Wilden” dankenswerterweise häufig auf ausgedehnten Segeltouren unterwegs sein durften. Ich verbinde sehr schöne Erlebnisse mit dem Boot. Lange Zeit noch lag das Schiff in Cavalaire, vor ein paar Jahren haben meine Freunde Wolfgang und Harry die mittlerweile in die Jahre gekommene Etap 28 gekauft und segeln damit jetzt am Ijsselmeer. Ich weiß, dass das Boot bei den beiden in guten Händen ist.

    Cavalaire ist ein bißchen rummeliger geworden, viele Jetskis, viele Leihmotorboote, viele Strandkats, Kirmes am Ufer, Modegeschäfte in der Innenstadt und zahlreiche Restaurants an der Uferpromenade. Aber die wirklich beste Nachricht ist, dass auch in den nächsten Tagen, trotz Hitzeperiode, ein frischer Wind wehen soll. Vorbei sind die flauen Tage, Segel hoch, der Motor hat Pause.

  • Hoch hinaus und tief hinunter – nur Grasse enttäuscht

    Am Ende standen heute 285 gefahrene Kilometer bei einer Fahrzeit von 5 Stunden und 51 Minuten auf dem Tacho, der magere Durchschnitt, 49 Kilometer pro Stunde mit dem Auto.

    Der Bus bringt Allegra und Leonard zum Flughafen
    Der Bus bringt Allegra und Leonard zum Flughafen

    Kleiner Zeitsprung – nachdem vor zwei Tagen Allegra und Leonard die Heimreise angetreten hatten, haben wir gestern einen Großwaschtag eingelegt und die Hexe innen und außen so richtig auf Vordermann gebracht. Vier Maschinen Wäsche gewaschen, das Deck gereinigt, poliert und gewachst, den Teppich grundgereinigt und kleine Reparaturen durchgeführt.

    Der Mineralwasserautomat am Hafen von Cannes, ein super Service
    Der Mineralwasserautomat am Hafen von Cannes, ein super Service

    Das Ganze bei 34 Grad im Schatten, die Außendusche und Kaltgetränke waren heiß begehrt. Im Hafen gibt es jetzt neuerdings einen Getränkeautomat, wo man sich seine Mineralwasserflaschen mit richtig kaltem „bizzeligen” oder „platten” Wasser auffüllen kann.

    Dafür stand dann heute ein Ausflug auf der Tagesordnung. War nur die Frage, ob mit dem Auto oder im  Rahmen eines Hubschrauberrundflugs. Nachdem wir die Preisliste für den Helikopterflug gesehen haben, ist das Pendel deutlich zum Auto hin ausgeschlagen.

    Der Canyon schlängelt sich durch schroffe Bergketten
    Der Canyon schlängelt sich durch schroffe Bergketten

    Ziel waren die Gorges du Verdon, die größte, höchste, längste und steilste Schlucht, auch bekannt als der Grand Canyon von Europa. 100 Kilometer nordwestlich von Cannes liegt diese berühmte Schlucht, durch deren Mitte der Fluss Verdon strömt, mal ruhig dahinfließen und auch an machen Stellen wild reißend.

    mit kleinen Booten darauf
    mit kleinen Booten darauf
    Großartiger Ausblick
    Großartiger Ausblick
    Faszinierende Landschaften
    Faszinierende Landschaften
    Tiefe Einschnitte trennen die zerklüfteten Höhen
    Tiefe Einschnitte trennen die zerklüfteten Höhen
    Steinlawinen haben tiefe Einschnitte hinterlassen
    Steinlawinen haben tiefe Einschnitte hinterlassen

     

    Ein idyllisches Bergdorf
    Ein idyllisches Bergdorf

    Spektakuläre Landschaft insgesamt, steil abfallende Felswände, Nadelbäume die sich mit ihren Wurzeln, Halt suchend, in den Fels krallen, dazwischen kleine einsame Ortschaften. Die Straße ist oft gerade nur so breit, dass zwei Autos eben so aneinander vorbeipassen, serpentinenartige Kurven, steile Steigungen und dunkle Tunnels. Es wird geklettert, mit dem Bungeeseil von Brücken gesprungen, im Wildwasser geschwommen und natürlich Rennrad gefahren.

    Der Lac du Ste. Croix
    Der Lac du Ste. Croix

    Und dann liegt sie plötzlich da, eine Hochebene mit Landwirtschaft, das Ende der Schlucht und der kristallblau schimmernde Lac de Ste. Croix, ein riesiger Bergstausee.

    Ein Bad im eiskalten Gebirgsee
    Ein Bad im eiskalten Gebirgsee

    Auf dem Rückweg haben wir uns den Spaß gemacht, und im 12 Grad kalten Bergbach gebadet.

    Dann sollte eigentlich, zumindest für Cornelia, der Höhepunkt des Tages folgen, ein Besuch in der Stadt des Parfüms.

    Die (leider verschlossene) Tür zur Kathedrale ist wunderschön verziert
    Die (leider verschlossene) Tür zur Kathedrale ist wunderschön verziert
    Alle Schwesterstädte sind im Parfümgarten aufgezählt, und alle fünf Minuten wird dort ein Duft ausgeströmt
    Alle Schwesterstädte sind im Parfümgarten aufgezählt, und alle fünf Minuten wird dort ein Duft ausgeströmt
    Martialisches Gitter am Hotel de Ville
    Martialisches Gitter am Hotel de Ville

    Nach gefühlt gefahrenen 1000 engen Kurven kamen wir in Grasse an. Jener Ort, in dem das fulminante Ende von „Das Parfüm“ von Patrick Süsskind spielt. Ein Bestseller als Buch und ein Erfolgsfilm in den Kinos.

    … oder hinter jener?
    … oder hinter jener?
    Hierin hat Nico gebadet, und das Gemäuer ist auch eine Filmkulisse wert
    Hierin hat Nico gebadet, und das Gemäuer ist auch eine Filmkulisse wert

    (Ich habe den Platz gesucht, auf dem der fulminante Höhepunkt des Films spielt, als Grenouille, bereits zum Tode verurteilt für die Morde an den schönen Mädchen, deren Duft er in seinem Parfüm konserviert, durch eben diesen Duft eine Orgie provoziert, an die sich am nächsten Tag keiner mehr erinnern mag, so dass er begnadigt wird. Das muss der Platz vor der Kathedrale sein, aber im Film wirkt er viel weiter und mächtiger als in der Wirklichkeit…)

    Hier könnte Grenouille zuschlagen…
    Hier könnte Grenouille zuschlagen…

    Nach einem kurzen Bummel durch Grasse waren wir uns beide einig, dass diese Stadt doch nicht so schön wie gedacht ist. Der erbarmungslose Zerfall von Gebäuden, lieblos gestaltete öffentliche Plätze und der fehlende Charme, vermitteln ein anderes Bild von dieser Stadt als „Das Parfüm“. Schade.

    Die "Seifen-Rohlinge" warten auf eine liebevolle Weiterverarbeitung
    Die “Seifen-Rohlinge” warten auf eine liebevolle Weiterverarbeitung
    Das Parfümlabor bei Fragonard
    Das Parfümlabor bei Fragonard

    Umso beeindruckter waren wir von der Parfümerie Fragonard. Hier konnten wir uns in der Ausstellung und in den Produktionshallen ein Bild davon machen, wie Parfum, Cremes und Seife hergestellt werden. Kurzweilig und interessant. Und ein Erlebnis für die Nase!

    So schön sehen die fertigen Produkte im Regal aus
    So schön sehen die fertigen Produkte im Regal aus

    Hinterher im Auto war es uns fast zuviel, was da alles noch an Geruchsstoffen auf unserer Haut herumkroch, so viel haben wir ausprobiert.

    Die letzten 10 Kilometer nach Cannes verliefen unspektakulär, insgesamt waren wir neun Stunden unterwegs gewesen und kehrten um viele Eindrücke reicher zum Boot zurück.

    Ein Blick ins Dach der Jurte
    Ein Blick ins Dach der Jurte
    Alleine schwingt die Schaukel nur halb so gut
    Alleine schwingt die Schaukel nur halb so gut

    Was gab es sonst noch so? In Cannes fand vor zwei Tagen, abends ein Fischerstechen statt. Im Hafen wirbt Kasachstan um Touristen und hat dazu eine original kasachische Jurte aufgestellt. Ein großes Zelt, errichtet auf einem Gerüst von unzähligen Holzstöcken, mit verzierten Fellen bedeckt. Die Jurte dient den wandernden Nomaden noch heute als Zuhause. Vor dem Zelt gibt es eine Schaukel für zwei, mit einem langen Holzbrett, das an zwei Seilen aufgehangen ist, und die nur dann in „Schwung gerät“, wenn beide Schaukelnde sich in Eintracht bewegen. Wir haben es ausprobiert und nach einer Weile hatten wir den Dreh raus, die Eintracht auf der Schaukel.

    links: Bonnie, rechts, müde: Clyde
    links: Bonnie, rechts, müde: Clyde

    Gestern Abend haben wir im Pub dann noch Bonnie und Clyde getroffen, nicht als Gangsterduo, sondern als liebe Vierpfoter. Kleine Jack Russels, jung, verspielt und ganz süß. Nico hatte kein Interesse an dem Jungvolk und lieber demonstrativ unter dem Kneipentisch weitergeschlafen.

  • Rheinschnoacken

    gibt es an der Côte sicher nicht. Doch auch die Stiche der hiesigen Plagegeister sind nicht von schlechten Eltern. Bei Einbruch der Dunkelheit kommt der stechende Angriff. Deshalb gibt es jetzt mal eine kleine Übersicht mit den Orten, wo es mal mehr oder wenig lästig ist, mit den Steckmücken:

    – Fontvielle/Monaco ist stechmückenfrei

    – Ankerbuchten um Cap-Ferrat, wenig Stechmücken, wenn überhaupt, nur bei ablandigem Wind, der die Plagen auf den Ankerplatz weht

    – Ankerbuchten bei Juan-les-Pin, sehr starke Stechmückenaktivität, die kommen sogar bei Gegenwind in Massen zum Schiff geflogen. Ohne Mückennetz ist man verloren

    – Nizza, wir wurden nicht gestochen

    – Cannes, auch dort hat uns bis jetzt keiner dieser Blutsauger erwischt

    – Antibes, dort ist ein Mückennetz mehr als nützlich.

    Generell ist es bei uns so, dass alle Dachluken mit gut funktionieren Mückenrollos ausgestattet sind. Die seitlichen Aufbaufenster sind dagegen gut zum Querlüften, haben aber kein Mückenschutz. Für den Eingang/Niedergang haben wir ein großes Mückennetz angefertigt. Ohne geöffnete Seitenfenster bleibt es dennoch ziemlich warm innendrin. So gesehen bleiben nicht so viele Varianten übrig. Entweder eine gute Lüftung mit Mücken, oder das nächtliche Bad “im eigenen Saft”, dafür ohne juckende Stiche. Die diversen Mittelchen zum Einsprühen oder Einreiben wirken nur für eine begrenzte Zeit gegen die surrenden Plagen und die Nacht ist länger als deren Wirkdauer. Wenn dann nach Stich nichts anderes hilft, haben wir gegen stark juckende oder entzündete Stiche eine wirksame Cortisonsalbe in unserer gut ausgestatteten Bordapotheke.

    An unserem heutigen Ankerplatz hatten wir viele kleine Feuerquallen im Wasser, Lila bis rosa schimmernd, mit Tentakeln ca. 20 Zenimenter groß, treiben diese unliebsamen Genossinnen an unserem Schiff vorbei. Bereits in der gestrigen Ankerbucht wurden wir, ob gewollt oder ungewollt sei einmal dahingestellt, Zeuge, wie zwei ältere französische Herrschaften angeschwemmte Medusen mit gezielten Steinwürfen töteten. Nicht schön, aber wer will schon den schmerzenden Kontakt damit haben.

    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Lärm an der Wasseroberfläche die Quallen zum Abtauchen animiert. Außerdem sind sie mit Tauchermaske und Schnorchel gut in dem klaren Meerwasser auszumachen. Wir gehen also weiterhin schwimmen, einer scannt die Wasseroberfläche von Bord aus und der im Wasser ist, passt eben so gut auf, wie es geht. Vielleicht gibt es zwischen den beiden Inseln, Iles des Lerins, aber so viele Feuerquallen, weil es dort auch eine permanente Strömung in die eine oder andere Richtung gibt.

    Die letzte Nacht haben wir in Antibes verbracht, die kleine gemütliche Altstadt erkundet, die ist wirklich nicht so groß, dafür superschön, sozusagen ein Must see, (vor allem der Platz am Markt morgens früh, mit seinen schönen Gemüse-, Käse- und Olivenständen).

    Wir haben lecker an einem schönen Platz gegessen und bei einem nächtlichen Bummel noch die Meggayachten am “Quai des Millardaires” bestaunt. Die dort festgemachten Yachten sind wirklich die Show und gehören mit zu den größten Privatyachten auf diesem Planeten. Über den zur Schau gestellten Reichtum kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein, die teilweise sehr schönen Linien und Designelemente dieser Meeresschönheiten finde ich jedoch ansprechend.

    Soviel von der französichen Riviera, mit sonnigen Grüßen von der ganzen Hexencrew.

  • Glatt verwechselt

    Strandleben mitten in Nizza
    Strandleben mitten in Nizza
    Ein schöner Blick vom Hügel aus
    Ein schöner Blick vom Hügel aus
    Die Ruinen einer römischen Kirche hoch auf dem Hügel über Nizza
    Die Ruinen einer römischen Kirche hoch auf dem Hügel über Nizza

    Zwei Tage, zwei Nächte in Nizza, das bedeutet Abwechslung mit Stadtbesichtigung und Kneipenbesuch, aber auch Verkehr- und Baustellenlärm, dazu eine bleierne Hitze, die über der Stadt und der Umgebung liegt. Zwischen 12 und 18 Uhr sind die Gassen leergefegt, die Restaurants verwaist, nur am Strand tobt das Leben. Wie die berühmten Sardinen liegen die Sonnenanbeter im Sand, nebeneinander. Kinder jauchzen im Wasser, spielend. Einzelne hängen an Gleitschirmen hoch über dem Meer, werden von PS-starken Motorbooten gezogen, andere versuchen sich im Wellenreiten. Normales Strandleben, Ferienzeit, Sommerzeit.

    Nourrissante, ja aber schon unter der Dusche
    Nourrissante, ja aber schon unter der Dusche

    Letzte Woche waren wir beide in einem kleinen Supermarkt und haben zielsicher dank unserer guten französischen Sprachkenntnisse eine große Flasche Körperlotion erworben. Die von der Sonne strapazierte Haut will doch eingecremt und gepflegt werden. Das einzige, was uns so ein bisschen verwundert hat, war die anfänglich schaumige Struktur der Creme beim Einreiben. Aber sonst fühlte sich das Ergebnis gut an. Heute Morgen kommt mir Löwi auf dem Steg entgegen, mit besagter Creme in der Hand. Fröhlich pfeifend auf dem Weg zur Dusche. Da kam natürlich sofort mein Einwand, dass Mann mit der Körperlotion schlecht duschen kann. Was dann folgte, war eher eine kleine Schlappe für uns. Beim genaueren Studieren der Produktbeschreibung kam heraus, dass wir anstelle einer Creme PH-neutrales Duschzeug erworben haben. Gut, wenn man über sich selbst lachen kann.

    Dann hat Leonard noch für einen kleinen Lacher gesorgt, als er auf dem Rückweg von der Dusche erst mal auf ein anderes Boot gegangen ist. Damit war er buchstäblich auf dem falschen Dampfer, was er sogleich bemerkte und sich, leise eine Entschuldigung murmelnd, schnell auf das richtige Schiff begab. Dass er dabei eine Bavaria mit unserer schönen Dehler verwechselt hat, sei nur nebenbei für die Seeleute gesagt.

    Löwi am Ruder
    Löwi am Ruder
    So lässt es sich segeln
    So lässt es sich segeln

    Nachdem auch diese Verwechslung aufgelöst war, haben wir uns ziemlich schnell aus Nizza verabschiedet. Draußen auf dem Meer hatten wir dann glücklicherweise mal genügend Wind, um die Segel zu lüften. Schnell zeigte die Logge (der Geschwindigkeitsmesser bei Booten) bis zu sechs Knoten an, Rauschefahrt bei glatten Wasser. Kurz darauf haben wir “unsere” Ankerbucht bei St.-Jean-Cap-Ferrat erreicht, den Anker ausgebracht, die Segel aufklariert, die Solarpanele zur Sonne ausgerichtet, ein spätes Frühstück eingenommen und das kühle Nass genossen.

    so kann man auch zum Strand paddeln
    so kann man auch zum Strand paddeln

    Mit dem kühlenden Wind und dem frischen Wasser steigt der Aktivitätspegel, Allegra und Leonard schnappen sich den Hund und rudern zum Strand, wir machen den Abwasch. Wassertemperatur 22 Grand, Lufttemperatur 33 Grad. Die langfristige Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen – absolut gleichbleibend, kein Regen, 15 Stunden Sonnenschein. Das Waldbrandrisiko steigt durch die langandauernde Trockenheit zunehmend.

    Und noch eine Verwechselung: Als wir vor drei Tagen in der Bucht vor Anker lagen, hat Volker sich über die vielen Polen gewundert, die hier mit ihre Booten herum fahren. Dass an der Riviera viele Russen leben, war uns seit Cannes schon bewusst, aber dass diese Ecke von den Polen eingenommen ist?! Im Hafen von Monaco war dann fast jedes Boot polnisch…, nein, natürlich nicht, die monegassische Flagge ist wie die polnische, nur um 180 Grad gewendet!

    Die polnische Flagge
    Die polnische Flagge
    und die monegassische
    und die monegassische
  • On the Rocks

    IMG_5502The Rock, so wird umgangssprachlich der Fels genannt, von dem aus die Fürstenfamilie das Fürstentum von Monaco regiert und verwaltet. Hoch oben, 227 Meter über dem Meer, thront buchstäblich das Prunkbauwerk oder genauer gesagt das Schloss der Grimaldis. Um es zu erreichen, geht es eine endlos lang erscheinende Steigung hinauf, die Sonne brennt, der Schweiß fließt und der Herzschlag wird deutlich schneller. Die Capitania hat Geburtstag und hat sich das anspruchsvolle Ausflugsprogramm in den Kopf gesetzt. Da hält sie dann so schnell nichts ab von, leiser Protest verhallt im Nichts oder in der Mittagshitze. Nur Nico, der Bordhund hat frei und darf es sich im schattigen Schiff bequem machen.

    IMG_5517Wir überholen auf der Steigung die einen oder anderen schwächelnden Touristen, und kommen schließlich und endlich auf dem Schlossplatz an. Gerade rechtzeitig zum Wachwechsel der fürstlichen Leibgarde. Befehle hallen üben den Schlosshof, Waffen werden präsentiert, es wird salutiert, Touristen schießen Fotos. Nach einer Weile ist der Zauber vorbei, wir tingeln durch die Gassen der Altstadt, blicken vom Fels aus auf Meer und Boot, besichtigen die Kathedrale und bewundern die kleine unscheinbare Altstadtkirche, ein paar Gassen entfernt. Schön ist es auf dem Rock, die Anstrengung hat sich gelohnt.

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    Dann wird es Zeit, den Rückweg zum Schiff anzutreten, der Hund wartet und wir wollen zurück in die Ankerbucht, wo ein kühles Bad im Meer unausweichlich und ganz oben auf der Geburtstagsprogrammliste steht. Der Wind weht leicht beim Erreichen der Hafenausfahrt, aber beständig und stark genug. Adieu Monaco, hisst die Segel, unser Schiff legt sich leicht auf die Seite und nimmt langsam Fahrt auf. Der Gegenwind kühlt angenehm.

    Die Ankerbucht ist gut besucht, es findet sich jedoch eine Lücke, der Anker fällt und greift. Keine fünf Minuten später schwimmt das Geburtskind fröhlich wie ein Fisch im Wasser. Fünf Uhr: Zeit für den ersten Geburtstagsdrink des Tages. Rosé mit Pampelmusenlikör, das diesjährige Modegetränk der Grande Nation. Und beim morgendlichen Einkauf haben wir in weiser Voraussicht des Kommenden schon mal Eiswürfeltüten gekauft und mit Wasser befüllt. Die passen mal eben so in das Minieisfach unseres Kühlschrankes. Egal wie, das Ergebnis stimmt und die Eiswürfel klirren verlockend in den Gläsern. Das Getränk war köstlich. Danach ein kurzer Mittagsschlaf und schon wird es Zeit, den Lotusgrill anzuheizen. Fisch am Spieß satt für die Capitania und Hühnerspieß für den Skipper.

    IMG_5553Kurz nach Sonnenuntergang haben wir uns nochmal halbwegs in Schale geworfen und mit dem Beiboot Kurs auf St. Jean genommen. Mein Gebet wurde tatsächlich erhört, passend zum Geburtstag hat mal wieder einer der „Schönen und Reichen“ ein Höhenfeuerwerk abgefeuert. Dazu der bereits erwähnte und-  organisierte – Vollmond. Am Land dann die nächste schöne Überraschung, eine dreiköpfige Herrenband spielt auf zur Straßenmusik und bietet chansonartige Lieder dar.

    IMG_5555Ein perfekter Abend, Cornelia ist glücklich und ich müde. Aber mit schlafen gehen wird es dann so schnell nichts. Auf ein Mal frischt der Wind kräftig auf und Schwell setzt in unsere Ankerbucht. Das Schiff tanzt wie ein übermütiges Pferd an seiner Ankerkette. An Schlaf ist vorerst nicht zu denken. Auch auf anderen Schiffen sieht man besorgte Segler im Cockpit stehen. Um drei Uhr Nachts ist der Spuck vorbei und der Wind wie mit dem Schalter ausgeschaltet. Schnell ab in die Koje.

  • Flautenpoker

    Still und starr liegt die See...
    Still und starr liegt die See…

    Segel hoch, Motor aus, Segel weg, Motor an, dieses beliebte Spiel spielen wir jeden Tag. Mehrmals, immer wieder, so wie man täglich Zähne putzt, frühstückt oder aufsteht. Im gleichen Maße wie die Wassertemperatur und die Sonnenscheindauer ansteigen, nimmt im Gegensatz dazu der Wind ab. Starr und bleiern liegt sie da, die See, allenfalls zur Mittagszeit ist ihre Oberfläche leicht gekräuselt, wenn eine sanfte Seebrise weht. Mehr als acht Stundenkilometer Windgeschwindigkeit gibt die Thermik nicht her.

    Der Fußgängertunnel  in Monaco durch den Fels ist schön beleuchtet
    Der Fußgängertunnel in Monaco durch den Fels ist schön beleuchtet

    Umgerechnet sechs Stundenkilometer schnell wird unsere Hexe damit, Fußgängertempo. Wir haben unseren Rhythmus dem Wetter angepasst, die zurückgelegten Distanzen der letzten Tage sind kurz. Extrem kurz, was will man machen. Den lärmenden Dieselmotor anwerfen? Das ist keine Lösung für jeden Tag, wir sind Segler. Die Nächte seit Cannes verbringen wir in Ankerbuchten mit grandioser Rundumsicht. Steile Berge, Villen, Strände, Kiefernwälder und manchmal andere Ankerlieger, das ist das, was wir sehen, wenn wir uns einmal um 360 Grad drehen. Mehr nicht. Aber auch die schönsten Tage vor Anker sind einmal vorbei, spätestens dann, wenn unser Wasservorrat dem Ende zugeht oder es uns in eine Stadt zieht, wo es keine Ankerbucht gibt. So wie heute.

    Der berühmte Fels, auf den Monaco gebaut ist
    Der berühmte Fels, auf den Monaco gebaut ist

    Wir liegen in Monaco. Und so wie wir das im Moment verstehen, besteht Monaco aus vier Teilen, bzw. vier Städten. Fontvielle, die westlichste Stadt mit Yachthafen, Monaco Stadt, wo der Fürst wohnt und das berühmte ozeanographische Institut/Museum ist, dem Condamine, mit dem Hafenbecken „Port Hercule” wo die Megayachten liegen, die bei jeder Fernsehübertragung des Großen Preises von Monaco zu bestaunen sind

    Das ozeanographische Museum
    Das ozeanographische Museum

    und schließlich Monte Carlo mit dem berühmten Casino, der Hermitage oder dem Hôtel de Paris, wo die Berühmten und Reichen sich die Tür- oder besser gesagt die Hotelklinke in die Hand geben. Auf jeden Fall sind wir heute dort lang spaziert, wo beim Grand Prix die PS- Boliden langbrettern. Wir haben den Tunnel gesehen, der mit über 300 Stundenkilometern durchfahren wird,

    Alte Fotos von Renn-Events schmücken die Stadt
    Alte Fotos von Renn-Events schmücken die Stadt

    sind einmal an der berüchtigten Rascasse-Kurve entlangspaziert, die im ersten Gang genommen wird und auch die endlose Steigung zum Casino in der prallen Sonne hochgeschlappt. Dort erreichen die Formel-Eins-Renner nahezu Höchstgeschwindigkeit, bevor in der Spitzkehre zum Hotel de Paris die Bremsscheiben zum Glühen gebracht werden.

    Eins der vielen Automobilmuseen
    Eins der vielen Automobilmuseen

    Überall in den verschiedenen Stadtteilen ist die Geschichte des Motorsports allgegenwärtig. Souvenirshops mit Flaggen, Automobilmuseum mit Rennwagen vergangener Zeiten, Denkmäler mit und für Rennfahrer und der legendäre Motorsportclub von Monaco, der das jährlich stattfindende Formel-Eins-Spektakel formell ausrichtet.

    Grace Kelly, oder Fürstin Gracia Patricia ist omnipräsent
    Grace Kelly, oder Fürstin Gracia Patricia ist omnipräsent

    Nach drei Stunden Entdeckungstour durch die Stadteile waren unsere Füße platt und der  (Fuß-Benzin-) Tank komplett leer. Die Hitze der Stadt war sicher ein weiterer Faktor, die Besichtigungstour zu beenden, in ein Bistro einzukehren und den Abend dann gemütlich auf dem Boot ausklingen zu lassen. Morgen ist ein ganz großer Tag, der entsprechend gefeiert werden muss. Die Capitania hat Geburtstag und tritt in ein neues Jahrzehnt ein. Ich habe auf jeden Fall dazu schon mal passend den Vollmond geordert, ist doch was…

    Das Casino, vor dem nur schicke Autos stehen
    Das Casino, vor dem nur schicke Autos stehen